Die Judenpolitik Friedrichs des Großen: Zwischen Eindämmung und Profit, Teil 2

Voltaire am Hof von Friedrich dem Großen.

Von Guillaume Durocher, übersetzt von Lucifex. Das Original Frederick the Great’s Jewish Policy: Between Containment and Profit, Part 2 erschien am 18. Mai 2019 auf The Occidental Observer. (Die zitierten Passagen aus Schriften Friedrichs des Großen wurden von mir aus dem vorliegenden englischen Essay rückübersetzt.)

Zuvor erschienen: Teil 1

Friedrich, Voltaire und die Juden

Friedrich der Große und der berühmte französische Philosoph Voltaire hatten eine der berühmtesten Beziehungen zwischen einem Fürsten und einem Intellektuellen der Aufklärung. In der Tat ruht darauf einiges von Friedrichs Anspruch darauf, ein „aufgeklärter Despot“ zu sein. Voltaire selbst war ein lautstarker Kritiker der jüdischen Religion und der Juden als Volk. Er schrieb in seinem Philosophischen Wörterbuch: „Mit Bedauern spreche ich über die Juden; diese Nation ist in vieler Hinsicht die abscheulichste, die jemals die Erde besudelt hat.“ Voltaires Briefe an Friedrich enthalten zahlreiche kritische Bemerkungen über Juden. Zum Beispiel sagte er als Reaktion darauf, daß Katharina II. von Rußland einen Juden nach Ägypten schickte, um die Situation in dem Land zu untersuchen: „Die Juden haben Ägypten immer geliebt, was auch immer ihre unverschämte Geschichte [der Exodus] sagt.“[1] Voltaire scheint viel entschiedener antisemitisch gewesen zu sein als Friedrich.

Friedrich und Voltaire entzweiten sich aus verschiedenen Gründen, wobei einer der bedeutendsten die Verstimmung wegen krummer Finanzgeschäfte zwischen Voltaire und einem Juden, Abraham Hirschel, war. Laut Voltaires Biographen Wayne Andrews:

Am 23. November 1750 wandte [Voltaire] sich an Abraham Hirschel, einen Juden, der für sein Talent bekannt war, Geld mit verbotenen Transaktionen zu machen, und ersuchte ihn, für sein Konto in Dresden eine bestimmte Menge sächsischer Anleihen zu kaufen. Diese verkauften sich damals um fünfunddreißig Prozent unter dem Nennwert, konnten aber gemäß einem preußisch-sächsischen Vertrag von Preußen zum Nennwert eingelöst werden. Dies war solch eine leichte Einladung, die sächsische Staatskasse anzugreifen, daß Friedrich am 8. Mai 1748 einwilligte, daß die Anleihen nicht länger importiert werden durften. Trotzdem machte Voltaire damit weiter. Er bot einen Wechsel auf Paris für vierzigtausend Francs und eine Tratte auf einen Berliner Juden für viertausend Schilling und machte Hirschel zu seinem Agenten. Als Agent übergab Hirschel bestimmte Diamanten als Sicherheit. Aber dann hielt Voltaire es für angebracht, den Wechsel zu stornieren, den Hirschel kassiert hatte, und ein hässlicher Streit folgte, bei dem Hirschel die Rückgabe seiner Diamanten forderte. Voltaire verlor die Beherrschung und riß einen Ring von Hirschels Finger, und die Affäre mußte vor Gericht behandelt werden. […]

Friedrich war nicht erfreut, und die Würde, mit der er sich bei dieser Gelegenheit benahm, war wenigstens einmal königlich. Er ließ Voltaire nicht in seine Nähe, bis der Fall geregelt war. Er wußte, daß Voltaire log, als er behauptete, er hätte Hirschel nach Dresden geschickt, um Pelze und Diamanten gekauft, und sei wegen seiner Ausdrucksweise verärgert gewesen.[2]

Friedrich beschrieb die Affäre lakonisch so: „[betreffend] Voltaires Prozeß gegen den Juden: es ist ein Fall, wo ein Halunke einen Gauner hereinzulegen versuchte.“[3] Dieser Skandal um einen jüdischen Finanzspekulanten und einen habgierigen Franzosen trug zu der Kürze von Voltaires Aufenthalt in Berlin bei.

Hausierer, Spione und Kuriere: Juden in Friedrichs Kriegen

Juden werden in Friedrichs Korrespondenz vielleicht am häufigsten im Zusammenhang mit den zahlreichen Kriegen erwähnt, die er führte. Sie erscheinen auf zahlreichen Schauplätzen als Freund, Feind oder Hintergrundelement, aber immer als etwas eher Widerwärtiges: als währungsmanipulierende Finanziers, als Kaufleute in Kriegszeiten, als von beiden Seiten benutzte Spione und als die unerwünschten Einwohner eroberter Territorien.

Während Friedrich Juden im Allgemeinen wegen ihrer wachsenden Population und ihrer Neigung zu Wucher und Betrügereien als Problem betrachtete, war er nicht darüber erhaben, Juden wegen ihrer Fähigkeiten (ob zweifelhaft oder nicht) im Finanzwesen und Handel für sich arbeiten zu lassen. Die Jewish Encyclopedia berichtet: „Zu den jüdischen Münzmeistern (‚Münzjuden‘) des Königs gehörten Ephraim, 1754; Moses Isaac und Daniel Itzig, 1756; Daniel Itzig und Ephraim, 1758; und Veitel Heine Ephraim, 1773.“[4] Die Jewish Virtual Library sagt: „Während des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) stützte Friedrich sich auf Währungsmanipulationen, die von Daniel Itzig, V. H. Ephraim und anderen Lieferanten des Münzamtes getätigt wurden. Seine Armeen wurden durch jüdische Militärlieferanten versorgt (die Pferde, Getreide, Futter, Wein etc.) lieferten.“[5]

In seiner Geschichte des Siebenjährigen Krieges (vollendet 1763, im letzten Jahr des Krieges), des Mini-Weltkriegs, in dem Friedrich die Größe seines Königreiches durch die Eroberung Schlesiens von den Österreichern verdoppelte, schreibt der König, daß Juden vom Feind als Kriegshändler benutzt wurden:

Der Herzog von Württemberg [ein Feind Friedrichs, verbündet mit den Österreichern] marschierte nach Sachsen mit dem Entschluß, Freund und Feind gleichermaßen zu plündern. Mit dem im Blick hatte er eine ganze Synagoge von Juden im Gefolge, um seine Beute zu verkaufen. Wir nannten diese Gesellschaft von Hebräern seinen Sanhedrin.[6]

Während desselben Krieges schrieb Friedrich Briefe, in denen er jüdische Häuser erwähnt, die von seinen Streitkräften zerstört wurden (anscheinend im Kampf), und befahl, daß die Juden des besetzten Böhmen zwei Florin pro Kopf zur Finanzierung der Militäroperationen bezahlen müssen.[7]

Juden hatten anscheinend eine große Rolle in den Kriegen der Region als Spione, Kuriere und Händler. Friedrich schrieb im Jahr 1759 zornig an einen polnischen Fürsten:

Es ist bekannt, daß fast alle Juden unter Eurer Herrschaft grundsätzlich als Spione für meine Feinde gedient haben, und ich gehe hier nicht ins Detail darüber, aus welchen Gründen viele Eurer Juden verdächtigt werden, für das Anzünden von Glogau und die Verbrennung meiner Magazine verantwortlich zu sein, was ihnen leider nur zu gut gelungen ist.[8]

Friedrich selbst setzte jedoch ebenfalls gern jüdische Kuriere und Spione ein, besonders einen gewissen Isaak Sabatskt, und riet seinen Untergebenen, dasselbe zu tun. Juden kannten die Region anscheinend gut und hatten gute Kontakte zu den Russen. In einem Fall riet er, daß Nachrichten von „Bettlern, Juden oder anderen verkleideten Leuten befördert“ werden sollten.[9] In einem anderen Fall lehnte Friedrich das Angebot eines von einem litauischen Adeligen geschickten Juden ab, einen Bericht über die Situation an der polnisch-russischen Grenze zu schicken, und sagte: „Ich werde niemals polnischen Juden oder Magnaten Geld geben.“[10]

Friedrich betrachtete Juden bei seinen militärischen Feldzügen allgemein als zwielichtig und unzuverlässig. Er riet seinem Befehlshaber in der eroberten Stadt Glogau: „Ihr habt den gerechtfertigtsten Grund, ein sehr wachsames Auge auf alle Menschen zu haben, und besonders auf die Juden“[11], eine Bemerkung, die darauf hindeuten, daß er dachte, Juden seien keiner Seite loyal, sondern würden die Situation zu ihrem Vorteil ausnützen. Er schrieb später demselben Befehlshaber: „Seid gegenüber den Stadtbewohnern, besonders den Juden, sehr wachsam, sodaß die Russen nicht durch sie wissen können, was in der Stadt vor sich geht.“[12] Wahrscheinlich aus demselben Grund befahl Friedrich, daß Polen und Juden nicht in die Stadt Glogau gelassen wurden, und forderte von ihnen, in den Vororten mit ihren Waren zu handeln.[13]

Friedrich betrachtete die Juden als widerlich, nicht vertrauenswürdig und antisozial in ihren Geschäften, aber er war nicht darüber erhaben, ihre Fähigkeiten im Dienst der manipulativen und hinterlistigen Aspekte der Kriegführung zu nutzen, nämlich Finanzmanipulation und Spionage.

Später, im Jahr 1772, sollte Friedrich Juden als große Sorge in den Ländern erwähnen, die er als Ergebnis der ersten Teilung Polens erobert hatte. Er äußert sich zu diesen jüdischen Populationen als Teil seiner Kommentare über die allgemeine Szenerie eines hoffnungslos verwahrlosten und schwer unterentwickelten Landes. Friedrich schrieb an seinen jüngeren Bruder Prinz Heinrich [14], der die Teilung zu sichern geholfen hatte:

Ich sage all jenen, die es hören wollen, daß ich auf meinem Weg [durch das eroberte Territorium] nur Sand, Tannen, Moore und Juden sah. Es ist wahr, daß ich mit diesem Teil meine Mühe haben werde, denn ich glaube, daß Kanada [das immer noch überwiegend wild war] genauso zivilisiert wie dieses Pommerellen ist. Es gibt keine Ordnung, keine Entwicklung; die Ortschaften sind in beklagenswertem Zustand. Zum Beispiel muß es in Kulm achthundert Häuser geben, aber nicht hundert davon stehen, und diejenigen, die sie bewohnen, sind Juden oder Mönche, und dennoch sind das die elendsten [Häuser].[15]

Friedrich schreibt in seinen Memoiren stolz, daß er damals dafür gearbeitet hatte, diese eroberten Territorien zu entwickeln:

Diese Ortschaften wurden wiederaufgebaut und bevölkert. In Kulm gab es ein Haus, wo fünf junge Leute aus dem Adel von Meistern aufgezogen wurde, die all ihre Aufmerksamkeit darauf verwendeten, sie zu unterweisen; hundertachtzig protestantische und katholische Schulmeister wurden in verschiedenen Gegenden eingesetzt und von der Regierung angestellt. Man wußte in diesem bedauernswerten Land nicht, was Bildung war; es war auch ohne Manieren und Wissen. Schließlich schickten wir über viertausend Juden zurück nach Polen, die gebettelt oder die Bauern bestohlen hatten.[16]

Es ist bemerkenswert, daß Friedrich in einer Passage, wo er stolz über die Entwicklung und Bildung des Landes in einem Geist der religiösen Toleranz zwischen Katholiken und Protestanten schreibt, so offen über die Vertreibung von Juden schreibt, die er als parasitisch betrachtete.

Friedrichs Judenpolitik im Inneren

Wie wir gesehen haben, war Friedrichs Innenpolitik bezüglich der Juden im breiteren Kontext der von seinen Vorfahren geerbten Einstellungen und Strategien formuliert und mischte Populationsbeschränkung und Anerkennung bestimmter nützlicher wirtschaftlicher Rollen mit einer gewissen Kenntnis der jüdischen Religion durch biblische Bildung, einer für die Aufklärung typischen verächtlichen Einstellung zu organisierten Religionen und Toleranz für religiöse Minderheiten, und seine eigenen, oft widerwärtigen persönlichen Erfahrungen mit Juden in Krieg und Frieden. Er behielt im Wesentlichen die Strategien seiner Vorgänger bei und baute auf ihnen auf.

Das zusammenfassende Urteil der Jewish Encyclopedia über Friedrich lautet: „Er war den Juden nicht freundlich gesinnt.“[17] Das Kernstück von Friedrichs Judenpolitik war die Charta von 1750 mit dem offiziellen Titel „Revidirtes General-Juden-Privilegium und Reglement vom 17. April 1750“. Das Gesetz war von dem beunruhigenden exponentiellen Wachstum von Preußens jüdischer Bevölkerung getrieben, die sich in seinem ursprünglichen Reich in einer einzigen Generation zwischen 1728 und 1750 verdoppelte und durch die jüdische Population des eroberten Schlesiens noch weiter zunahm.

Die Jewish Virtual Library schreibt:

Friedrich II., der Große, setzte die Politik seines Vaters noch rigoroser durch. Zur Zeit seiner Eroberung Schlesiens (1742) erstreckte sich seiner Herrschaft über eine beträchtliche jüdische Population; ihre wirtschaftliche Bedeutung würdigend, nahm er sie von seinen ansonsten widerwärtigen Judengesetzen aus. Im Jahr 1750 verkündete Friedrich sein Revidiertes Generalprivilegium und Reglement, das durch die Ergebnisse einer Untersuchung veranlaßt wurde, die die Zahl der privilegierten jüdischen Familien in Preußen (ausgenommen Schlesien) im Jahr 1749 mit 2093 auswies, fast das Doppelte der Zahl von 1728. Die Präambel erklärte, daß das Gesetz sowohl Christen als auch Juden helfen sollte, deren Lebensgrundlage durch die zunehmende Zahl von Juden bedroht wurde. Es schuf zwei Arten von Schutzjuden: eine unbeschränkte Zahl von „Außerordentlichen“, deren Rechte nicht vererbt werden konnten, und eine beschränkte Zahl von „gewöhnlichen“ Schutzjuden, die ihre Rechte nur an einen Sohn weitergeben konnten. Wie im Jahr 1730 waren Juden von fast allen Berufen ausgeschlossen, und besonders war ihnen das Brauen, der Betrieb von Gasthäusern und die Landwirtschaft verboten. Handel mit Lebendvieh, Wolle, Leder und den meisten heimischen Produkten war verboten; die erlaubten Berufe waren der Geldverleih und der Handel mit Luxuswaren und alten Kleidern. Die Einschränkungen des Hausierens wurden verschärft, wie auch jene für Bettler.[18]

Für Friedrich war es offensichtlich, daß die jüdische Gemeinschaft so anders und organisiert war, daß die Frage ihrer Anwesenheit eine politische war. Er betrachtete die Überprüfung „der Angelegenheiten der Juden“ als bedeutende Verantwortung für Beamte und äußert sich leidenschaftslos zur Vertreibung der Juden aus England durch Edward I. und den anscheinenden Wunsch der Russen, die Juden von Kurland zu vertreiben.[19] Da er die jüdische Gemeinschaft als solche für problematisch hielt, übernahm Friedrich eine konservative Bevölkerungspolitik: er anerkannte ein Aufenthaltsrecht für bereits in Preußen lebende Juden und begrenzte damit den unmittelbaren Konflikt, während er die Vererbung des Aufenthaltsrechts auf eine fixe Zahl beschränkte und dadurch sicherstellte, daß die jüdische Bevölkerung nicht über ihre wirtschaftliche Nische hinauswuchs, wie es in Polen geschehen war, mit dem Ergebnis, daß es viele verarmte Juden gab, die in Gebiete wie Preußen auswandern wollten.[20]

Die Jewish Encyclopedia schreibt ähnlich:

Seine Politik war, das Zahlenverhältnis zwischen Juden und Christen in Preußen auf einem bestimmten, fixierten Verhältnis zu halten. Am 17. April 1750 wurde ein „neues revidiertes General-Privilegium und Schutzbrief für die Judenschaft in Preußen und der Mark Brandenburg“ in Kraft gesetzt, aber erst 1756 verkündet. Es war besonders unterdrückend. Der Berliner Gemeinde, die aus 333 Familien bestand (die auf 1945 Seelen geschätzt wurden), war zu dieser Zeit die Zahl ihrer Schutzjuden willkürlich auf 150 festgesetzt worden; und nur die ältesten Söhne konnten in die Rechte ihrer Väter eintreten. Alle anderen Juden wurden als „außerordentlich“ erklärt, was bedeutete, daß sie ihr Aufenthaltsprivileg nicht an ihre Kinder weitergeben durften. Im gesamten Königreich wurde dieses Gesetz mit großer Strenge durchgesetzt. In Schlesien und Westpreußen durften keine Juden auf dem „platten Land“ leben. Jüdische Diener durften nicht heiraten, und jüdischen Bettlern und Hausierern war ihre Tätigkeit verboten.[21]

Friedrichs Ziel war also nicht, die Juden zu eliminieren, sondern das demographische Gleichgewicht und den Status quo zwischen Christen und Juden zu wahren und die jüdische Ansiedlung in bestimmten Gebieten zu beschränken. Die Jewish Encyclopedia fügt weiters hinzu, daß Friedrich harte Maßnahmen gegen jüdischen Wucher und jüdische Kriminalität ergriff, einschließlich einer Doktrin der Kollektivverantwortung der (sich teilweise selbst regierenden) jüdischen Gemeinschaft:

Gemäß dem allerhöchsten Bescheid von 1750 wurden schwere Strafen über Juden verhängt, die Wucher praktizierten. In den Jahren 1752 – 1753 waren die Zinssätze bei 12 Prozent jährlich fixiert, und im Jahr 1755 bei 6 Prozent und 7 Prozent. Bankrotte wurden hart behandelt, und die gesamte jüdische Gemeinde eines Ortes wurde für die Verbrechen verantwortlich gemacht, die von jüdischen Dieben begangen wurden (1773). Im Jahr 1770 wurden die drückenden Wuchergesetze durch Aufhebungsbestimmungen etwas modifiziert.[22]

Der Text von Friedrichs Erlaß von 1750 rechtfertigt diese Maßnahmen. Friedrich behauptet, daß sowohl legal ansässige als auch illegal eingewanderte Juden massiv in Betrügereien verwickelt gewesen waren:

Wir haben in unserem Königreich Preußen… und besonders auch in dieser Hauptstadt [Berlin] verschiedenes Fehlverhalten und Mißbräuche unter den lizenzierten und tolerierten Juden bemerkt und haben insbesondere beobachtet, daß die grassierende Zunahme dieser Mißbräuche enormen Schaden und Härten verursacht hat, nicht nur für die Öffentlichkeit, besonders für die christlichen Einwohner und Kaufleute, sondern auch für das Judentum selbst. Aus diesem Grund und wegen der wiederholten Einreise von unlizenzierten Juden – Ausländern und denjenigen, die fast ohne ein Land sind – hat es viele Beschwerden und Schwierigkeiten gegeben.[23]

Friedrich behauptet, daß die Juden das illegale Handeln in ein systematisches Unternehmen verwandelt haben:

Es ist bemerkt worden, daß viele Juden und jüdische Jungen aus anderen Städten und Provinzen, die uns untertan sind, sich jahrein, jahraus in Berlin aufgehalten haben und fast täglich ständig kommen und gehen, und einander sozusagen ablösen. Durch privaten und öffentlichen Handel haben sie enormen Schaden angerichtet, nicht nur für die gesamte Öffentlichkeit, sondern besonders für den gesamten christlichen und erlaubten jüdischen Handel, und haben gleichzeitig unsere Staatskasse durch alle Arten von Betrug und böswilligen Praktiken getäuscht und betrogen.[24]

Friedrich behauptet, daß er aus einem „väterlichen“ Gefühl seine gesetzlichen Untertanen schützen wollte, sowohl Christen als auch Juden. Der König strebte danach, die Interessen seiner Untertanen auszubalancieren, sodaß „ein Verhältnis zwischen christlichen und jüdischen Geschäftsmöglichkeiten und Gewerben gewahrt werden kann, und besonders, daß keine der beiden Seiten durch eine verbotene Ausweitung der jüdischen Geschäftsaktivität geschädigt wird.“[25]

Wie sein Vater hatte Friedrich eine sorgfältige Studie des Sachverhalts befohlen, bevor er Gesetze erließ. „Zu diesem Zweck haben wir wiederum eine genaue Untersuchung der Verhältnisse in unserem Königreich und in den anderen oben erwähnten kaiserlichen Ländern durchgeführt, der gesamten Judenschaft, ihrer Familien, ihrer Mittel des Lebensunterhalts und ihrer Wirtschaftsaktivität.“[26]

Der Erlaß war eine „Verordnung und Verfassung für die gesamte Judenschaft.“ Keine Juden sollten zugelassen werden außer denjenigen, die ausdrücklich vom Staat aufgelistet wurden. „Eine Unterscheidung ist zu treffen zwischen gewöhnlichen Schutzjuden und außerordentlichen Schutzjuden, die bloß während ihrer Lebenszeit toleriert werden.“ Spezifische Positionen wurden für die Berliner jüdische Gemeinde vorgeschrieben. Nur gewöhnlichen Schutzjuden war erlaubt, das Land zu besiedeln und zu heiraten. Die Zahl der jüdischen Familien wurde auf dem Niveau von 1749 fixiert. Es sollte in keiner Stadt und in keiner Ansiedlung in Städten und Landbezirken eine Zunahme der jüdischen Bevölkerung ohne Aufsicht durch die Regierung geben. Jüdische Einwanderung war verboten, wiederum mit einer wirtschaftlichen Ausnahme für reiche Juden, die beträchtliche Investitionen mitbrachten:

Ausländischen Juden ist überhaupt nicht erlaubt, sich in unseren Ländern anzusiedeln. Falls jedoch einer wirklich ein Vermögen von zehntausend Reichtsthalern haben sollte und diese in das Land bringen und authentische Beweise dafür vorlegen, dann sollen wir deswegen gefragt werden, und die Gebühr muß er zahlen.[27]

Um Betrug und jegliche Zunahme jüdischer Familien zu verhindern, sollten keine Juden heiraten oder sich ansiedeln, „bis eine sorgfältige Untersuchung durch die Kriegskanzlei und das Amt für die Domänen gemeinsam mit der Hilfe der Schatzkanzlei durchgeführt worden ist.“[28] Jüdischen Dienern war nicht erlaubt zu heiraten, und falls sie es versuchten, würden sie deportiert werden. Wenn Juden mehr als ein Jahr fern von zu Hause lebten, ging ihr Aufenthaltsrecht verloren und wurde einem anderen Juden gewährt. Die jüdische Wirtschaftsaktivität bestand großteils aus dem Handel mit Textilien, Metallen, Modeschmuck und „polnischen Waren“ (einschließlich Pelzen, Pottasche und Hanf). Juden nur während Jahrmärkten in der Stadt hausieren. Ausländischen Juden war allgemein nicht erlaubt, in Berlin Geschäfte zu tätigen, und wenn sie es taten, mußten sie einen Zehent an das Potsdamer Waisenhaus zahlen. Jüdische Bettler durften nicht nach Preußen einreisen, und wenn sie erwischt wurden, wurden sie deportiert.

Friedrich verbot den jüdischen Geldverleih nicht direkt: „Insofern das Geldgeschäft eine besondere Quelle des jüdischen Lebensunterhalts ist, ist Juden daher erlaubt, jetzt wie in der Vergangenheit Geld gegen Pfand zu verleihen.“[29] Jedoch war er um den Zusammenhalt der Armee besorgt, und daher waren Darlehen an Unteroffiziere und andere Soldaten nicht ohne Genehmigung ihres Kompanieführers erlaubt.

Friedrich ergriff auch Maßnahmen, um sicherzustellen, daß jüdische Händler nicht zu Diebstahl ermutigten: „Weiters müssen die Juden bei allen Pfandleihgeschäften und Verkäufen sehr sicher sein, daß die Pfänder nicht gestohlen oder heimlich entfernt und dann verpfändet wurden.“[30] Er führt spezifisch die Fälle von Jünglingen an, die ihre Eltern bestehlen, und von Dienern, die ihre Arbeitgeber bestehlen, um an die Juden zu verkaufen. Juden, die für schuldig befunden wurden, wissentlich Diebsgut verkauft zu haben, verloren das Aufenthaltsrecht für sich und ihre Kinder, „und er und seine Familie sollen aus dem Land entfernt werden. Weiters soll niemand sich an der durch diese Familie geschaffene freie Stelle ansiedeln.“[31] Daher war jüdische kriminelle Aktivität ein Grund für die dauerhafte Verringerung der jüdischen Population.

Friedrich übernahm von Christen und Juden akzeptierte traditionelle Praxis, die jüdische Gemeinschaft als ein organisches und selbstregulierendes Ganzes zu behandeln, das vom christlichen Leben getrennt war. Die Jewish Encyclopedia stellt fest: „Mit dem inneren Leben der Juden hatte Friedrich nichts zu tun.“[32] In derselben Art machte Friedrichs Dekret die jüdische Gemeinschaft kollektiv für die Bezahlung der Steuern und der Entschädigungszahlungen für von Juden gestohlene Güter verantwortlich. Dies zielte auf die Anhaltung zur Selbstüberwachung innerhalb der Gemeinschaft ab:

Aus diesem Grund müssen die Juden einander beobachten und sorgfältig darauf achten, wenn sie irgendjemanden ihres Volkes auf dem falschen Weg finden, und solch eine Person sofort den richtigen Behörden melden. Daher müssen die Juden und besonders die Ältesten jedes Ärgernis und jeden Schaden vorhersehen, indem sie das Land von den Empfängern gestohlener Güter und dem anderen Schurkenpack unter ihnen befreien, wann immer sie sie entdecken.[33]

Juden waren auch vom Militärdienst ausgeschlossen, aber zur Zeichnung von Kriegsanleihen verpflichtet, was auch eine Pflicht für den preußischen Adel allgemein war.

Friedrich förderte laut der Jewish Virtual Library nach dem Siebenjährigen Krieg (1754 – 1763) die Politik der Tolerierung der Juden aus wirtschaftlichen Gründen:

Nach dem Krieg ermutigte er eine neu geschaffene, dünne Schicht aus sehr reichen Juden dazu, ihr Kapital in die Industrie und Produktion zu investieren. Friedrich hob drückende und widerwärtige Steuern ein. Im Jahr 1766 führte er die Silberlieferung ein: 12.000 Silbermark sollten jährlich unter dem Nennwert an das königliche Münzamt geliefert werden; die jährliche Steuer von 15.000 Mark (von 1728) wurde im Jahr 1768 auf 25.000 erhöht. Im Jahr 1769 befahl er jedem Juden, eine bestimmte Menge an einheimischem Porzellan (teure, minderwertige Ware, die von der königlichen Fabrik produziert wurde) zu kaufen und zu exportieren, wann immer er eine königliche Konzession oder ein Privileg (z. B. für die Heirat) brauchte.[34]

Die Jewish Virtual Encyclopedia beschreibt ausführlich die komplexe und breit gefächerte wirtschaftliche Rolle der Juden in Friedrichs Preußen:

Während den Juden die Ausübung bestimmter Gewerbe und Berufe (Spinnen von Flachs, 1761; Landwirtschaft, 1763; Mehl- und Holzindustrie) wegen der Eifersucht christlicher Konkurrenten verboten war, wurden sie im Jahr 1768 gezwungen, die Leitung der Strumpf- und Kappenmanufakturen in Templin zu übernehmen und für deren finanziellen Erfolg absolut verantwortlich zu sein (beschränkt auf bestimmte Gebiete/Monopole/Nischen).

Schutzgeldzahlungen verursachten oft Schwierigkeiten für die Juden in Friedrichs Herrschaftszeit. Während des Siebenjährigen Krieges wollte Friedrich keine jüdischen Soldaten in seiner Armee haben; eine jährliche Steuer wurde stattdessen bezahlt. Die Juden mußten auch einen Anteil des Lösegelds zahlen, das Berlin von den russischen Invasoren von 1763 auferlegt wurde. Während des Krieges mußten die Juden dem König außerdem große Geldsummen leihen. Im Jahr 1765 mußten die 438 jüdischen Familien in Berlin eine Steuer von 25.000 Thalern zahlen; bis dahin war eine jährliche Steuer von nur 15.000 Thalern für 250 Familien bezahlt worden. Im Jahr 1770 war den Juden nicht erlaubt, Eimer bei Bränden weiterzureichen; eine jährliche Steuer wurde stattdessen verordnet. Im Jahr 1773 mußten die Juden eine bestimmte Menge Silber an das königliche Schatzamt liefern. Zusätzliche Edikte wurde 1773, 1777 und 1782 veröffentlicht, und noch 1785 wurde ein Gesetz gegen wiederholtes Betteln durch Juden erlassen…

Es gab während Friedrichs Herrschaft neunzehn Fabriken und Mühlen im Besitz von Juden, darunter Daniel Itzigs Bleifabrik in Sorge und seine Ölmühle in Berlin (Geiger, „Geschichte der Juden in Berlin“, ii, S. 93).[35]

Dies zeigt einen Widerspruch in der Judenpolitik der preußischen Könige einschließlich Friedrichs auf: über die Jahre sollte der steigende Reichtum der Juden es ihnen ermöglichen, Druck auf die Regierung auszuüben, die Einschränkungen für sie abzubauen.

Fußnoten:

[1] Ebd., 23/203.

[2] Wayne Andrews, Voltaire (New York: New Directions, 1981), S. 62 – 63.

[3] Friedrich, Œuvres, 27/1/225.

[4] „Frederick II,” Jewish Encyclopedia: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6334-frederick-ii

[5] „Prussia,” JVE: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Prussia.html

[6] Friedrich, Œuvres, 5/87.

[7] Friedrich, PC15/105, 18/15.

[8] Ebd., 18/97.

[9] Friedrich, Œuvres, 30/382.

[10] Friedrich, PC14/105.

[11] Ebd., 18/570.

[12] Ebd., 19/299.

[13] Ebd., 19/300. Diese Maßnahmen erinnern an die Situation, die General Ulysses S. Grant dazu veranlaßte, im Amerikanischen Bürgerkrieg die General Order No. 11 zu erlassen, die alle Juden aus seinem Militärbezirk auswies.

[14] Übrigens wurde Prinz Heinrich später als Kandidat für den König der Vereinigten Staaten von Amerika vorgeschlagen.

[15] Friedrich, Œuvres, 26/407.

[16] Ebd., 6/100.

[17] „Frederick II,” JE: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6334-frederick-ii

[18] „Prussia,” JVL: https://www.jewishvirtuallibrary.org/prussia-virtual-jewish-history-tour

[19] Friedrich, Œuvres, 1/279 and 9/23, and Frederick, PC7/321.

[20] Kevin MacDonald, „Zionism and the Internal Dynamics of Judaism,” The Occidental Quarterly 3, no. 3 (Herbst 2003): S.15 – 44.

[21] „Frederick II,” JE: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6334-frederick-ii

[22] Ebd.

[23] Frederick the Great, Revised General-Patent and Regulations of April 17, 1759 for Jewry of the Kingdom of Prussia.

http://www.berlin.ucla.edu/research/texts/Frederick_the_Great.pdf

[24] Ebd.

[25] Ebd.

[26] Ebd.

[27] Ich halte fest, daß verschiedene Maßnahmen, die das Wohnrecht gegen große Geldsummen eintauschen, bis zum heutigen Tag in westlichen Staaten üblich bleiben, einschließlich jener wenigen, die ansonsten recht einwanderungsfeindlich sind.

[28] Ebd.

[29] Ebd.

[30] Ebd.

[31] Ebd.

[32] „Frederick II,” JE: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6334-frederick-ii

[33] Friedrich, General-Patent for Jewry: http://www.berlin.ucla.edu/research/texts/Frederick_the_Great.pdf

[34] „Prussia,” JVL: https://www.jewishvirtuallibrary.org/prussia-virtual-jewish-history-tour

[35] „Frederick II,” JE: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6334-frederick-ii

Fortsetzung: Teil 3

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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2 Kommentare

  1. Na, ist das nicht interessant! Auf der Wiki-Seite über die Azteken ist im Abschnitt über deren Gesellschaftsstruktur unter Reisende Händler
    dies zu lesen:

    Die reisenden Händler (pochteca, Einzahl pochtecatl) waren eine zahlenmäßig kleine, auf Grund ihrer Schlüsselposition für den Warenverkehr wie für die Verbreitung von Informationen jedoch wichtige Klasse. Viele dienten auch als Spione. Sie folgten eigenen Bräuchen, lebten in eigenen Stadtvierteln, gehorchten einem eigenen Verhaltenskodex und unterlagen sogar einer eigenen Gerichtsbarkeit. Besonders Fernhändler konnten oft einen Reichtum anhäufen, der dem von Adelsfamilien gleichkam.

    Auf der Seite über diese Pochteca steht das:

    Die Pochteca (Sg.: Pochtecatl) waren bei den Azteken Fernhandelskaufleute, die in der aztekischen Gesellschaft eine Sonderstellung einnahmen.

    Das gut ausgebaute Wirtschafts- und Handelssystem der Azteken war zu einem großen Teil von diesen Fernhandelskaufleuten abhängig, die somit enorme Wichtigkeit für die jeweiligen Aztekenherrscher besaßen. Es handelte sich dabei um eine erbliche soziale Gruppe, die hierarchisch gegliedert war und eigene religiöse Rituale hatte. Die Hauptaufgabe der Pochteca bestand darin, Luxusgüter wie Kakao, Baumwollstoffe, Quetzalfedern, Jade, Türkise oder Felle zu tauschen und zu handeln. Das präkolumbische Fernhandelssystem in Mesoamerika war hauptsächlich auf Tausch aufgebaut – jedoch entwickelten sich standardisierte Luxustauschgüter, die als Geldersatz dienten, wie z. B. die wertvollen Kakaobohnen oder die Baumwollstoffe (Quachtli).

    Die Pochteca wurden von ihren Herrschern allerdings auch häufig als unauffällige Spione und Nachrichtenübermittler eingesetzt und fungierten auch als Kommunikationsmittel der verschiedenen Aztekenherrscher untereinander.

    Der Transport der getauschten Waren war nicht ganz einfach, da den Azteken wie allen anderen amerikanischen Ureinwohnern das Rad unbekannt war. Somit legten die Pochteca die ganze Strecke zu Fuß zurück, was mitunter auch eine mehrmonatige Reise bedeutete, da die Strecken zwischen den Hauptanbaugebieten und den Umschlagplätzen zwischen 200 und 800 Kilometer betragen konnten. Zusätzlich wurden sie gelegentlich in Auseinandersetzungen und Kämpfe mit anderen Völkern verwickelt.

    Insgesamt gab es im Aztekenreich zwölf Pochteca-Gilden, von denen jede in einer der aztekischen Großstädte der damaligen Zeit angesiedelt war: Azcapotzalco, Chalco, Cóatlichan, Cuautitlán, Huexotla, Huitzilopocho, Mixcoac, Otompan, Tenochtitlán, Tlatelolco, Texcoco und Xochimilco.

    Ein Großteil des heutigen Wissens über die Pochteca stammt von Bernardino de Sahagún, der sehr ausführlich im Codex Florentinus über die Pochteca berichtet.

    Dazu noch eine Leseempfehlung:

    Mesoamerika 1 – Transpazifische Kontakte

    Antwort
  2. Interessant ist auch der Abschnitt Status in Aztec society auf der englischen Wiki-Seite über die Pochteca; hier meine Übersetzung:

    Pochteca nahmen in der Aztekengesellschaft einen hohen Status ein, unterhalb der Adelsklasse. Die Pochteca waren dafür verantwortlich, die Materialien zu liefern, die die Adelsklasse benutzte, um ihren Reichtum zur Schau zu stellen. Diese Materialien wurden oft aus ausländischen Quellen beschafft. Die Pochteca agierten auch als Agenten für den Adel, indem sie die überschüssigen Tribute verkauften, die der Adels- und Kriegerelite gegeben worden waren, und auch seltene Güter oder Luxusartikel beschafften. Die Pochteca handelten den überschüssigen Tribut (Nahrung, Kleidungsstücke, Federn, Sklaven) auf dem Markt oder brachten ihn in andere Gebiete, um ihn gegen Handelsgüter einzutauschen.

    Wegen des Erfolgs der Pochteca wurden viele dieser Händler genauso reich wie die Adelsklasse, mußten diesen Reichtum aber vor der Öffentlichkeit verbergen. Handelsexpeditionen verließen ihre Bezirke oft spät am Abend, und ihr Reichtum wurde nur in ihren privaten Gildehäusern enthüllt. Obwohl politisch und wirtschaftlich mächtig, strebten die Pochteca danach, übermäßige Aufmerksamkeit zu vermeiden. Die Händler befolgten ihre eigenen Gesetze in ihren eigenen calpulli [Stadtbezirken] und verehrten ihren Gott Yacatecuhtli, den „Herrn, der leitet“ [Anm. d. Ü.: der Name bedeutet „Herr der Nase“], ein Aspekt des Quetzalcoatl. Schließlich wurden die Händler auf den Rang der Krieger der Militärorden erhöht.

    Und jetzt seht euch noch diesen Tavernenkommentar von mir an.

    Antwort

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