ORF-Sendung „Am Schauplatz: Die Waffen hoch“

Von Lucifex

Am 4. September 2014 gab es im ORF eine Reportage der Reihe „Am Schauplatz“ mit dem Titel „Die Waffen hoch“. Diese 45minütige Sendung kann man sich hier auf Youtube ansehen:

Im Großen und Ganzen war das für MSM-Verhältnisse keine so schlechte Sendung, wie man hätte erwarten können; vor allem die Reporterin Kim Kadlec ist als relativ fair gegenüber den Schützen und Waffenbesitzern aufgefallen, wofür ihr verhaltenes Lob gebührt. Es kam nur etwas Verwunderung darüber zum Ausdruck, daß man sich für so etwas interessieren kann und daß Neulinge, denen zum ersten Mal Gelegenheit zum Schießen geboten wurde, schnell Spaß daran zu finden begannen.

Die meisten Schützen sind dabei relativ gut rübergekommen, und am besten hat mir die Trafikantin Eva Dolezal gefallen – das ist eine Frau, wie man sie sich nur wünschen kann! Auch der Security-Mann und Stretchlimo-Fahrer hat einen recht guten Eindruck gemacht.

Skurril waren die Jäger, wie sie sich in ihrer Runde über einen Bogenwilderer ereiferten, der angeblich für eine Anzahl aufgefundener Rehkadaver verantwortlich sein sollte. Da fielen Aussagen wie: „Das muß einer sein, dem es Spaß macht, auf bewegliche Ziele zu schießen… eine gefährliche Veranlagung, würde ich meinen…“ „…das sind so stille Schläfer, denen es irgendwann nicht mehr genügt, nur auf ein Tier zu schießen, und so einer schießt dann auch einmal auf einen Menschen…“

Da mußte ich lachen, und ich habe mir gedacht, daß da einmal Killerbees Sprechblase „Wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen drei Finger auf einen selber zurück“ ausnahmsweise einmal stimmt. Den Herren Grünröcken war das jedoch überhaupt nicht bewußt, und natürlich haben sie wieder ihren Dünkel als vermeintlich quasi-aristokratische Besserschützen heraushängen lassen, die moralisch über nichtjagenden Schützen und Waffenbesitzern stehen würden.

Ein aufschlußreiches Unterthema der Sendung war das, was man ab 40 Minuten von der Polizei zu sehen bekam. Da schwafelte ein Polizeischießausbilder etwas von der Notwendigkeit einer mindestens 170stündigen Ausbildung an der Waffe – und dann sah man die zerschossenen Seitenwände und Decken im Polizeischießkeller. Alles von Schüssen, die sich beim Training „gelöst” hatten, weil ein Schütze beim Entladen der Waffe nicht gedacht hätte, daß da noch eine Patrone drin war, und solchen Sachen (die auf zivilen Schießständen fast nie vorkommen). Allein bei der Naheinstellung mit dem Polizeiausbilder habe ich in dem kleinen Wandausschnitt hinter ihm mindestens zehn Einschüsse gezählt (wohlgemerkt: das war nicht vorn draußen beim Kugelfang, sondern eine Seitenwand). Insgesamt müssen das Hunderte sein. Es wird wohl kaum einen zivilen Schießstand eines Schützenvereins geben, wo es so aussieht, auch nicht bei solchen, die IPSC („Combatschießen“) betreiben.

Eine boshafte Soldatenredensart besagt ja, noch schlimmer als ein Matrose mit einem Gewehr sei nur ein Offizier mit einer Landkarte.

Denen ist der österreichische Polizist mit einer Pistole noch kein Begriff.

Aber uns Privatschützen gegenüber würden die Bullen sich am liebsten so aufführen, wie es in dieser Karikatur in „VISIER“ in nur leichter Überspitzung anläßlich einer Routinekontrolle in einem bayerischen Schützenlokal dargestellt wurde:

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. Hat dies auf My Blog rebloggt.

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