Mit dem Morgen kommt der Niedergang der Nebel

Von George R. R. Martin. Original: „With Morning Comes Mistfall“, veröffentlicht 1973. Die deutsche Übersetzung von Martin Eisele erschien im GRRM-Sammelband „Die zweite Stufe der Einsamkeit“ (Moewig-Verlag 1982, ISBN 3-8118-3567-X).

*   *   *

Ich kam zeitig zum Frühstück an jenem Morgen, dem ersten Tag nach der Landung. Aber Sanders war schon auf dem Speisebalkon draußen, als ich dort ankam. Er stand allein am Rand und schaute über die Berge in den Nebel hinaus.

Ich schlenderte von hinten heran und murmelte: „Hallo“. Er machte sich nicht die Mühe, zu antworten. „Es ist schön, nicht wahr?“ sagte er, ohne sich umzudrehen. Und das war es.

Nur ein paar Fuß unterhalb des Balkons wallten die Nebel, ließen geisterhafte Brecher gegen die Mauern von Sanders Schloß krachen. Eine dichte weiße Decke erstreckte sich von Horizont zu Horizont, verhüllte alles. Wir konnten im Norden den Gipfel des Roten Geistes sehen; ein gezackter Dolch aus scharlachrotem Fels, der in den Himmel stach. Aber das war alles. Die anderen Berge waren noch unter Nebelhöhe.

Aber wir waren über den Nebeln. Sanders hatte sein Hotel auf dem höchsten Berg der Kette gebaut. Wir trieben allein in einem wirbelnden weißen Ozean, auf einem fliegenden Schloß inmitten eines Wolkenmeeres.

Wolkenschloß, wirklich. So hatte Sanders diesen Ort genannt. Es war leicht zu verstehen, weshalb.

„Ist es immer so?“ fragte ich Sanders, nachdem ich das alles eine Zeitlang in mich hineingetrunken hatte.

„Jedesmal, wenn der Nebel fällt“, erwiderte er, wobei er sich mir mit einem wehmütigen Lächeln zuwandte. Er war ein dicker Mann mit einem jovialen roten Gesicht. Nicht die Sorte, die wehmütig zu lächeln pflegt. Aber er tat es.

Er deutete nach Osten, wo Geisterwelts Sonne über die Nebel emporstieg und den Morgendämmerungshimmel zu einem karmesinroten und orangenen Schauspiel machte.

„Die Sonne“, sagte er. „Wenn sie aufgeht, treibt die Hitze die Nebel in die Täler zurück, zwingt sie, die Berge freizugeben, die sie während der Nacht erobert haben. Die Nebel sinken, und einer nach dem anderen kommen die Gipfel in Sicht. Bis zum Mittag ist die ganze Kette Meilen und Meilen weit sichtbar. Es gibt nichts Vergleichbares auf der Erde oder sonstwo.“

Er lächelte wieder und führte mich an einen der auf dem Balkon verstreut stehenden Tische hinüber. „Und dann, bei Sonnenuntergang, ist alles umgekehrt. Sie müssen heute abend den Nebelaufgang beobachten“, sagte er.

Wir setzten uns, und als die Stühle unsere Anwesenheit registrierten, kam ein schnittiger Robokellner herausgerollt, um uns zu bedienen. Sanders ignorierte ihn. „Es ist ein Krieg, wissen Sie“, fuhr er fort. „Ewiger Krieg zwischen der Sonne und den Nebeln. Und die Nebel sind dabei im Vorteil. Sie haben die Täler und die Ebenen und die Meeresküsten. Die Sonne hat nur ein paar Bergspitzen. Und die nur bei Tag.“

Er wandte sich an den Robokellner und bestellte Kaffee für uns beide, um uns beschäftigt zu halten, bis die anderen ankamen. Natürlich würde er frisch aufgebrüht sein. Sanders tolerierte keine Sofortlöslichen auf seinem Planeten.

„Es gefällt Ihnen hier“, sagte ich, während wir auf den Kaffee warteten.

Sanders lachte. „Warum sollte es mir nicht gefallen? Wolkenschloß hat alles. Gutes Essen, Unterhaltung, Glücksspiele und all die anderen Annehmlichkeiten von zu Hause. Plus diesen Planeten. Ich habe das Beste von beiden Welten, oder?“

„Das nehme ich an. Aber die meisten Leute denken nicht in derartigen Begriffen. Niemand kommt des Spielens oder des Essens wegen nach Geisterwelt.“

Sanders nickte. „Aber wir bekommen ein paar Jäger. Scharf auf Felskatzen und Prärieteufel. Und ab und zu kommt jemand, um sich die Ruinen anzusehen.“

„Mag sein“, sagte ich. „Aber die sind die Ausnahmen. Nicht die Regel. Die meisten Ihrer Gäste sind aus einem ganz bestimmten Grund hier.“

„Sicher“, gab er grinsend zu. „Die Geister.“

„Die Geister“, echote ich. „Sie haben Schönheit hier, und man kann jagen und fischen und bergsteigen. Aber nichts davon bringt die Touristen hierher. Es sind die Geister, deretwegen sie kommen.“

Dann kam der Kaffee, zwei große, dampfende Tassen, begleitet von einem Krug mit dicker Sahne. Er war sehr stark und sehr heiß und sehr gut. Nach Wochen mit Raumschiffssynthetik war es ein Erwachen.

Sanders schlürfte mit Vorsicht an seinem Kaffee, wobei seine Augen mich über die Tasse hinweg musterten. Er stellte sie nachdenklich ab. „Und der Geister wegen sind auch Sie gekommen“, sagte er.

Ich zuckte mit den Schultern. „Natürlich. Meine Leser sind nicht an Landschaften interessiert, egal wie großartig sie sind. Dubowski und seine Männer sind hier, um die Geister zu finden, und ich bin hier, um über die Sache zu schreiben.“

Sanders wollte gerade antworten, bekam aber keine Gelegenheit dazu. Eine scharfe, präzise Stimme fiel plötzlich ein. „Wenn es hier überhaupt Geister zu finden gibt“, sagte die Stimme.

Wir drehten uns zum Balkoneingang um. Dr. Charles Dubowski, Kopf des Geisterwelt-Forschungsteams, stand in der Tür und blinzelte ins Licht. Er hatte es geschafft, das Geschnatter von Forschungsassistenten abzuschütteln, die für gewöhnlich überall hinter ihm her kamen.

Dubowski hielt eine Sekunde inne, kam dann an unseren Tisch herüber, zog einen Stuhl vor und setzte sich. Der Robokellner kam wieder herausgerollt.

Sanders faßte den Wissenschaftler mit unverhohlener Abneigung ins Auge. „Was bringt Sie auf den Gedanken, die Geister gäbe es nicht, Doktor?“ fragte er.

Dubowski zuckte mit den Schultern und lächelte leicht. „Ich habe einfach das Gefühl, daß es nicht genug Beweise gibt“, sagte er. „Aber machen Sie sich keine Sorgen. Ich lasse meine Gefühle sich nicht in meine Arbeit einmischen. Ich will die Wahrheit ebensosehr wie jeder andere auch herausfinden. Daher betreibe ich eine unvoreingenommene Expedition. Wenn Ihre Geister da draußen sind, werde ich sie finden.“

„Oder sie finden Sie“, sagte Sanders. Er sah ernst aus. „Und das dürfte nicht allzu angenehm sein.“

Dubowski lachte. „Oh, kommen Sie, Sanders. Nur weil Sie in einem Schloß wohnen, heißt das nicht, daß Sie so melodramatisch sein müssen.“

„Lachen Sie nicht, Doktor. Die Geister haben schon früher Leute umgebracht, wissen Sie.“

„Kein Beweis dafür“, sagte Dubowski. „Überhaupt kein Beweis. Genausowenig wie es einen Beweis für die Geister selbst gibt. Aber deshalb sind wir hier. Um Beweise zu finden. Oder Gegenbeweise. Aber kommen Sie, ich verhungere.“ Er wandte sich an unseren Robokellner, der danebengestanden und ungeduldig gesummt hatte.

Dubowski und ich bestellten Felskatzensteaks, dazu einen Korb heißer, frischgebackener Biskuits. Sanders nutzte die Gelegenheit, wählte aus den Erdvorräten, die unser Schiff gestern gebracht hatte, und bekam eine gewaltige Scheibe Schinken mit einem halben Dutzend Eiern.

Felskatze hat einen Geschmack, den das Fleisch auf der Erde seit Jahrhunderten nicht mehr hat. Mir schmeckte es, auch wenn Dubowski viel von seinem Steak ungegessen ließ. Er war viel zu sehr mit Reden beschäftigt, um essen zu können.

„Sie sollten die Geister nicht so leicht abtun“, sagte Sanders, nachdem der Robokellner mit unseren Bestellungen davongeflitzt war. „Es gibt Beweise. Eine Menge sogar. Zweiundzwanzig Todesfälle, seit dieser Planet entdeckt wurde. Und dutzendweise Augenzeugenberichte über Geister.“

„Stimmt“, sagte Dubowski. „Aber ich würde die nicht echte Beweise nennen. Todesfälle? Ja. Die meisten allerdings sind einfaches Verschwinden. Wahrscheinlich Leute, die an einem Berg abgestürzt oder von einer Felskatze gefressen worden sind oder so etwas. Es ist unmöglich, in den Nebeln die Leichen zu finden. Auf der Erde verschwinden jeden Tag mehr Leute, und man macht sich keine Gedanken darüber. Aber hier behaupten die Leute jedesmal, wenn jemand verschwindet, die Geister hätten ihn geholt. Nein, es tut mir leid. Das genügt mir nicht.“

„Es wurden Leichen gefunden, Doktor“, sagte Sanders ruhig. „Grauenvoll zugerichtet. Und nicht durch Stürze und auch nicht durch Felskatzen.“

Ich war an der Reihe, mich einzumischen. „Es wurden nur vier Körper wiedergefunden, soviel ich weiß“, sagte ich. „Und ich habe mich ziemlich gründlich über die Geister informiert.“

Sanders runzelte die Stirn. „Schon gut“, gab er zu. „Aber was ist mit diesen vier Fällen? Ziemlich überzeugende Beweise, wenn Sie mich fragen.“

Zu der Zeit etwa wurde das Essen gebracht, aber Sanders fuhr fort, während wir aßen. „Die erste Erscheinung, zum Beispiel. Die wurde nie zufriedenstellend erklärt. Die Gregor-Expedition.“

Ich nickte. Dave Gregor hatte das Schiff befehligt, das Geisterwelt vor knapp fünfundsiebzig Jahren entdeckt hatte. Er hatte mit seinen Sensoren durch die Nebel getastet und sein Schiff bei den Meeresküsten-Ebenen gelandet. Dann schickte er Erkundungs-Teams aus.

Es waren zwei Männer pro Team, beide gut bewaffnet. Aber in einem Fall kam nur ein einziger Mann zurück, und der war hysterisch. Er und sein Partner waren im Nebel getrennt worden, und plötzlich hörte er einen Schrei, der ihm das Blut gerinnen ließ. Als er seinen Freund fand, war der tot. Und etwas kauerte über der Leiche.

Der Überlebende beschrieb den Mörder als menschenähnlich, acht Fuß groß und irgendwie substanzlos. Er behauptete, als er darauf geschossen habe, sei der Laserstoß einfach direkt hindurchgegangen. Dann hatte das Wesen geschwankt und war in den Nebeln verschwunden.

Gregor schickte weitere Teams aus, um nach dem Ding zu suchen. Sie bargen den Leichnam, aber das war alles. Ohne spezielle Instrumente war es schwer, denselben Ort in den Nebeln zweimal zu finden. Ganz zu schweigen von so etwas wie dem beschriebenen Wesen.

So wurde die Geschichte nie bestätigt. Aber trotzdem stelle sie eine Sensation dar, als Gregor zur Erde zurückkehrte. Ein weiteres Schiff wurde geschickt, um eine gründlichere Suche durchzuführen. Es fand nichts. Aber eines seiner Such-Teams verschwand spurlos.

Und die Legende von den Nebelgeistern war geboren und begann zu wachsen. Andere Schiffe flogen Geisterwelt an, und ein sickernder Strom von Kolonisten kam und ging, und eines Tages landete Paul Sanders und errichtete das Wolkenschloß, damit die Öffentlichkeit den geheimnisvollen Planeten der Geister sicher besuchen konnte.

Und es gab weitere Todesfälle und weiteres Verschwinden, und viele Leute behaupteten, kurze Blicke auf Geister, die durch die Nebel schlichen, erhascht zu haben. Und dann fand jemand die Ruinen. Heute nur noch ein Wirrwarr aus Steinblöcken. Aber einst eine Art Bauwerk. Die Heimstatt der Geister, sagten die Leute.

Da waren die Beweise, dachte ich. Und einige davon waren schwer zu leugnen. Aber Dubowski schüttelte heftig den Kopf.

„Die Gregor-Sache beweist nichts“, sagte er. „Sie wissen genausogut wie ich, daß dieser Planet nie gründlich erforscht worden ist. Besonders im Gebiet der Ebenen, wo Gregors Schiff landete. Wahrscheinlich war das, was den Mann getötet hat, eine Art Tier. Ein irgendwie in dieser Gegend heimisches, seltenes Tier.“

„Was ist mit der Aussage seines Partners?“ fragte Sanders.

„Hysterie, schlicht und einfach.“

„Die anderen Sichtungen? Es gab eine ziemliche Menge davon. Und die Zeugen waren nicht immer hysterisch.“

„Beweist nichts“, sagte Dubowski und schüttelte den Kopf. „Daheim, auf der Erde, behaupten noch immer eine Menge Leute, Gespenster und fliegende Untertassen gesehen zu haben. Und hier in diesen verdammten Nebeln sind Fehlurteile und Halluzinationen naturgemäß noch leichter.“

Er stieß mit dem Messer, das er dazu benutzt hatte, einen Biskuit mit Butter zu bestreichen, Richtung Sanders. „Es sind diese Nebel, die alles verderben. Der Gespenster-Mythos wäre ohne die Nebel schon längst gestorben. Bis jetzt hatte niemand die Ausrüstung oder das Geld, um eine wirklich gründliche Nachforschung durchführen zu können. Aber wir haben beides. Und wir werden es schaffen. Wir werden ein für allemal die Wahrheit herausfinden.“

Sanders verzog das Gesicht. „Wenn Sie nicht vorher umgebracht werden. Vielleicht mögen es die Geister nicht, erforscht zu werden.“

„Ich verstehe Sie nicht, Sanders“, sagte Dubowski. „Wenn Sie eine solche Angst vor den Geistern haben und so davon überzeugt sind, daß sie da unten sind und dort herumschleichen, warum haben Sie dann so lange hier gewohnt?“

„Wolkenschloß wurde mit Schutzvorrichtungen gebaut“, sagte Sanders. „Die Broschüre, die wir potentiellen Gästen schicken, beschreibt sie. Hier ist niemand in Gefahr. Einmal, weil die Geister nicht aus den Nebeln herauskommen. Und wir sind den größten Teil des Tages im Sonnenlicht. Aber unten in den Tälern – da ist es eine andere Geschichte.“

„Das ist abergläubischer Unsinn. Wenn ich raten müßte, würde ich sagen, diese Nebelgeister von Ihnen sind nichts anderes als von der Erde hierher transportierte Geister. Aber ich will nicht raten – ich werde abwarten, bis wir die Ergebnisse haben. Dann werden wir sehen. Wenn sie real sind, werden sie sich nicht vor uns verbergen können.“

Sanders schaute zu mir herüber. „Was ist mit Ihnen? Stimmen Sie ihm zu?“

„Ich bin Journalist“, sagte ich vorsichtig. „Ich bin nur hier, um über das zu berichten, was passiert. Die Geister sind berühmt, und meine Leser sind interessiert. Deshalb habe ich keine Meinungen. Oder jedenfalls keine, die ich gern äußern würde.“

Sanders verfiel in ein verstimmtes Schweigen und nahm seinen Schinken mit Ei mit neuer Kraft in Angriff. Dubowski übernahm an seiner Stelle und steuerte die Diskussion über auf die Einzelheiten der Untersuchung, die er plante. Der Rest der Mahlzeit war eine Montage eifrigen Redens über Geisterfallen und Suchpläne und Robot-Sonden und Sensoren. Ich hörte aufmerksam zu und machte in Gedanken Notizen für eine Kolumne über dieses Thema.

Sanders hörte ebenfalls aufmerksam zu. Aber man konnte von seinem Gesicht ablesen, daß er von dem, was er hörte, überhaupt nicht erfreut war.

An diesem Tag passierte nicht viel mehr. Dubowski verbrachte seine Zeit am Raumhafen, der auf einem kleinen Plateau unterhalb des Schlosses erbaut war, und überwachte das Ausladen seiner Ausrüstung. Ich habe einen Artikel über seine Expeditionspläne geschrieben und ihn zur Erde gebeamt. Sanders kümmerte sich um seine anderen Gäste und tat, was ein Hoteldirektor sonst noch tut, schätze ich.

Ich ging bei Sonnenuntergang wieder auf den Balkon hinaus, um die Nebel aufsteigen zu sehen.

Es war ein Krieg, wie Sanders gesagt hatte. Beim Nebelniedergang hatte ich die Sonne siegreich in der ersten der täglichen Schlachten gesehen. Aber jetzt war der Konflikt erneuert. Als die Temperatur fiel, begannen die Nebel in die Höhen zurückzukriechen. Dünne, grauweiße Ranken stahlen sich still aus den Tälern hoch und schlangen sich wie geisterhafte Finger um die zerklüfteten Berggipfel. Dann wurden die Finger dicker und stärker, und nach einer Weile zogen sich die Nebel empor.

Einer nach dem anderen wurden die kahlen, windgegeißelten Gipfel für eine weitere Nacht verschluckt. Der Rote Geist, der Riese im Norden, war der letzte Berg, der in dem alles verschlingenden weißen Ozean verschwand. Und dann begannen die Nebel über den Balkonsims hereinzuströmen und auch Wolkenschloß zu umschließen.

Ich ging wieder hinein. Dort stand Sanders, unmittelbar innerhalb der Türen. Er hatte mich beobachtet.

„Sie hatten recht“, sagte ich. „Es war schön.“

Er nickte. „Wissen Sie, ich glaube nicht, daß sich Dubowski bisher die Mühe gemacht hat hinzusehen“, sagte er.

„Beschäftigt, schätze ich.“

Sanders seufzte. „Verdammt zu beschäftigt. Kommen Sie, ich gebe einen Drink aus.“

Die Hotelbar war still und dunkel, mit einer Art von Stimmung, die ein gutes Gespräch und ernstes Trinken fördert. Je mehr ich von Sanders Schloß sah, um so mehr mochte ich den Mann. Unser Geschmack war in bemerkenswertem Einklang.

Wir fanden einen Tisch im dunkelsten und abgesondertsten Teil des Raumes und bestellten Drinks aus einem Vorrat, der Alkoholika von einem Dutzend Welten umfaßte. Und wir redeten.

„Sie scheinen nicht sehr glücklich, Dubowski hier zu haben“, sagte ich, nachdem die Drinks gekommen waren. „Warum nicht? Er füllt Ihr Hotel.“

Sanders sah von seinem Drink auf und lächelte. „Stimmt. Es ist die schwache Saison. Aber mir gefällt nicht, was er zu tun versucht.“

„Sie versuchen also, ihn loszuwerden?“

Sanders Lächeln verschwand. „War ich so durchschaubar?“

Ich nickte.

Er seufzte. „Hab nicht gedacht, daß es klappen würde“, sagte er. Er schlürfte nachdenklich an seinem Drink. „Aber ich mußte etwas versuchen.“

„Warum?“

„Weil. Weil er diese Welt zerstören wird, wenn ich ihn machen lasse. Sobald sich er und seinesgleichen durchsetzen, wird kein Rätsel des Universums mehr übrigbleiben.“

„Er versucht nur, ein paar Antworten zu finden. Existieren die Geister? Was ist mit den Ruinen? Wer hat sie gebaut? Wollten Sie diese Dinge nie wissen, Sanders?“

Er leerte sein Glas, blickte sich um und machte den Kellner auf sich aufmerksam, um noch einen Drink zu bestellen. Keine Robokellner hier drinnen. Nur menschliches Personal. Sanders legte Wert auf Atmosphäre.

„Natürlich“, sagte er, als er seinen Drink vor sich stehen hatte. „Jeder hat sich diese Fragen gestellt. Deshalb kommen Leute hierher nach Geisterwelt, zum Wolkenschloß. Jeder Bursche, der hier landet, hofft insgeheim, daß er ein Abenteuer mit den Gespenstern erleben wird und alle Antworten persönlich herausfindet. Das tut er aber nicht. Also hält er seinen Blaster im Anschlag und wandert für ein paar Tage oder ein paar Wochen in den Nebelwäldern herum und findet nichts. Was dann? Er kann zurückkommen und wieder suchen. Der Traum ist noch da, und die Romantik und das Rätsel. Und – wer weiß? Vielleicht erblickt er auf einem Ausflug einen Geist, der durch die Nebel schwebt. Oder etwas, das er für einen Geist hält. Und dann wird er glücklich nach Hause reisen, weil er Teil einer Legende war. Er hat ein kleines Stückchen Schöpfung berührt, das von Männern von der Sorte Dubowskis nicht alle Ehrfurcht und alles Wundersame entrissen bekommen hat.“

Er wurde still und starrte verdrossen in sein Glas. Schließlich fuhr er nach einer langen Pause fort. „Dubowski! Pah! Er bringt mich zum Kochen. Er kommt hierher mit seinem Schiff voller Speichellecker und seiner Millionen-Kredit-Subvention und all seinen Apparaturen, um nach den Geistern zu suchen. Oh, er wird sie schon finden. Das ist es, was mir Angst macht. Entweder wird er beweisen, daß sie nicht existieren, oder er wird sie finden – und sie entpuppen sich als eine Art Halbmenschen oder Tiere oder so etwas.“

Er leerte sein Glas wieder, ungestüm. „Und das wird alle kaputtmachen. Ruinieren, verstehen Sie! Er wird alle Fragen mit seinen Apparaturen beantworten, und es wird nichts für irgend jemanden sonst übrigbleiben. Es ist nicht fair.“

Ich saß da und schlürfte still an meinem Drink und sagte nichts. Sanders bestellte noch einen. Ein böser Gedanke kreiste in meinem Schädel. Schließlich mußte ich ihn laut aussprechen.

„Wenn Dubowski alle Fragen beantwortet“, sagte ich, „dann wird es keinen Grund mehr geben, hierherzukommen. Und Sie werden das Hotel aufgeben müssen. Sind Sie sicher, daß nicht das der Grund ist, weshalb Sie so besorgt sind?“

Sanders funkelte mich an, und einen Augenblick lang dachte ich, er würde mich schlagen. Aber er tat es nicht. „Ich dachte, Sie wären anders. Sie haben den Niedergang des Nebels gesehen und begriffen. Jedenfalls dachte ich, Sie hätten begriffen; irgendwie. Aber ich schätze, ich hatte unrecht.“ Er ruckte mit dem Kopf Richtung Tür. „Raus“, sagte er.

Ich stand auf. „Schon gut“, sagte ich. „Es tut mir leid, Sanders. Aber es ist mein Job, unangenehme Fragen wie diese zu stellen.“

Er ignorierte mich, und ich verließ den Tisch. Als ich die Tür erreichte, drehte ich mich um und schaute durch den Raum zurück. Sanders starrte wieder in sein Glas und sprach laut mit sich selbst.

„Antworten“, sagte er. Er ließ es unanständig klingen. „Antworten. Immer müssen sie Antworten haben. Aber die Fragen sind so viel feiner. Warum können sie sie nicht in Ruhe lassen?“

Dann ließ ich ihn allein. Allein mit seinen Drinks.

*   *   *

Die nächsten paar Wochen waren hektisch, für die Expedition und für mich. Dubowski ging gründlich an die Dinge heran, das mußte man ihm lassen. Er hatte seinen Angriff auf Geisterwelt mit methodischer Präzision geplant.

Zuerst kam das Kartographieren. Dank der Nebel waren die Karten, die es von Geisterwelt gab, nach modernen Standards sehr roh. Deshalb schickte Dubowski eine ganze Flotte von Robosonden aus, ließ sie über die Nebel gleiten und deren Geheimnisse mit hochentwickelten Aufnahmevorrichtungen stehlen. Mit den Informationen, die hereingeströmt kamen, wurde eine detaillierte Topographie der Gegend zusammengestückelt.

Nachdem dies getan war, benutzten Dubowski und seine Assistenten die Karten, um sorgfältig jede registrierte Geistererscheinung seit der Gregor-Expedition zu verzeichnen. Beträchtliche Daten über die Erscheinungen waren natürlich schon lange, bevor wir die Erde verließen, aufgestellt und analysiert worden. Intensiver Gebrauch der konkurrenzlosen Geistersammlung in der Wolkenschloß-Bibliothek füllte die Lücken, die noch geblieben waren. Wie erwartet, waren die Erscheinungen in den Tälern um das Hotel herum – dem einzigen ständigen menschlichen Aufenthaltsort auf dem Planeten – am häufigsten.

Als die Verzeichnung beendet war, stellte Dubowski seine Geisterfallen auf, wobei er die meisten davon in den Gegenden verteilte, aus denen am häufigsten von Geistern berichtet worden war. Er stellte jedoch auch ein paar in fernen, abgelegenen Gegenden auf, einschließlich jener Meeresküsten-Ebene, auf der Gregors Schiff den ersten Kontakt gehabt hatte.

Die Fallen waren natürlich keine wirklichen Fallen. Es waren gedrungene Duraluminium-Säulen, beladen mit nahezu jeder Art von Wahrnehmungs- und Aufzeichnungsgerät, das der irdischen Wissenschaft bekannt war. Für die Fallen waren die Nebel fast nicht vorhanden. Geriet ein unglücklicher Geist in den Überwachungsbereich, gab es für ihn keine Möglichkeit, der Entdeckung zu entgehen.

Inzwischen wurden die Kartographierungs-Robosonden eingeholt, um gewartet und neu programmiert – und dann wieder ausgesandt zu werden. Da die Topographie detailliert bekannt war, konnten die Sonden ohne Befürchtung, daß sie gegen einen verborgenen Berg stießen, auf Tiefflugpatrouille durch die Nebel geschickt werden. Die Wahrnehmungsausrüstung, die die Sonden trugen, war natürlich mit der in den Geisterfallen nicht ebenbürtig. Aber die Sonden hatten eine viel größere Reichweite und konnten pro Tag Tausende von Quadratmeilen erkunden.

Als die Geisterfallen schließlich verteilt und die Robosonden in der Luft waren, begaben sich Dubowski und seine Männer persönlich in die Nebelwälder. Jeder trug einen schweren Rückentornister aus Sensoren und Aufspürvorrichtungen. Die menschlichen Such-Teams besaßen mehr Beweglichkeit als die Geisterfallen und kompliziertere Ausrüstung als die Sonden. In mühseligem Detail erforschten sie jeden Tag eine andere Gegend.

Ich schloß mich einigen dieser Ausflüge an; mit einem eigenen Rückentornister. Es machte eine interessante Kopie aus, auch wenn wir nie etwas fanden. Und während der Suche verliebte ich mich in die Nebelwälder.

Die Touristenliteratur nennt sie gern „die gespenstischen Nebelwälder der heimgesuchten Geisterwelt“. Aber sie sind nicht gespenstisch. Nicht wirklich. Es gibt dort eine eigenartige Schönheit für jene, die sie zu würdigen wissen.

Die Bäume sind dünn und sehr hoch, mit weißer Rinde und blassen, grauen Blättern. Aber die Wälder sind nicht farblos. Es gibt einen Parasiten, eine Art hängendes Moos, das sehr verbreitet vorkommt, und es tropft in Kaskaden von Dunkelgrün und Scharlachrot von den überhängenden Ästen. Und es gibt Steine und Ranken und niedere Büsche, voller unförmiger, purpurner Früchte.

Aber es gibt keine Sonne – natürlich nicht. Die Nebel verbergen alles. Sie wirbeln und gleiten um einen herum, während man geht, streicheln einen mit unsichtbaren Händen, klammern sich an die Füße.

Gelegentlich treiben die Nebel ihr Spiel mit einem. Die meiste Zeit geht man durch einen dichten Nebel, unfähig, mehr als ein paar Fuß weit in jede Richtung zu sehen, die Schuhe im Nebelteppich unten verschwunden. Doch manchmal schließt sich der Nebel unvermittelt. Und dann kann man überhaupt nichts mehr sehen. Ich bin gegen mehr als einen Baum gestolpert, wenn das passiert ist.

Doch bei anderen Gelegenheiten weichen die Nebel – aus keinem ersichtlichen Grund – plötzlich zurück und lassen einen allein in einem freien Loch innerhalb einer Wolke stehen. Dann kann man den Wald in all seiner bizarren Schönheit sehen. Es ist ein kurzer, atemberaubender Blick auf Niemals-Niemals-Land. Augenblicke wie diese sind selten und kurzlebig. Aber sie bleiben einem.

Sie bleiben einem.

In diesen frühen Wochen hatte ich nicht viel Zeit, in den Wäldern spazierenzugehen, außer wenn ich mich einem Such-Team anschloß, um das Gefühl dafür zu bekommen. Meistens war ich mit Schreiben beschäftigt. Ich habe eine Serie über die Geschichte des Planeten gemacht, garniert mit den Geschichten der berühmtesten Erscheinungen. Ich habe Portraits der schillerndsten Teilnehmer der Expedition gemacht. Ich habe eine Arbeit über Sanders und die Probleme, die sich ihm auftaten und die er löste, als er Wolkenschloß baute, beendet. Ich habe wissenschaftliche Artikel über das wenige Bekannte von der Ökologie des Planeten geschrieben. Ich habe einen Stimmungsbericht über die Wälder und die Berge geschrieben. Ich habe einen spekulativen Bericht über die Ruinen geschrieben. Ich habe über Felskatzenjagd geschrieben, über Bergsteigen und über die riesigen und gefährlichen Sumpfeidechsen, die auf manchen abgelegenen Inseln heimisch sind.

Und ich habe natürlich über Dubowski geschrieben.

Wie auch immer – schließlich nutzte sich die Suche zu langweiliger Routine ab, und ich begann, die unzähligen anderen Themen zu erschöpfen, die Geisterwelt bot. Mein Ausstoß ließ nach. Ich fing an, Zeit zur Verfügung zu haben.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich wirklich begann, Geisterwelt zu genießen. Ich machte tägliche Spaziergänge durch die Wälder, Spaziergänge, die sich jeden Tag ausdehnten. Ich besuchte die Ruinen und flog einen halben Kontinent weit weg, um die Sumpfeidechsen aus erster Hand statt durch Holo zu sehen. Ich habe mich mit einer Gruppe Jäger angefreundet, die vorbeikam, und eine Felskatze geschossen. Ich begleitete ein paar andere Jäger zur westlichen Küste und wurde beinahe von einem Prärieteufel getötet.

Und ich fing wieder an, mit Sanders zu sprechen.

Während alldem hatte Sanders mich und Dubowski sowie jeden anderen, der mit der Geisterforschung zu tun hatte, ziemlich konsequent ignoriert. Er sprach – wenn überhaupt – widerwillig mit uns, grüßte uns knapp und verbrachte seine ganze freie Zeit mit den anderen Gästen.

Nach dem, was er an jenem Abend in der Bar gesagt hatte, machte ich mir anfangs Sorgen, was er wohl unternehmen würde. Ich hatte Visionen, wie er jemanden draußen, in den Nebeln, ermordete und versuchte, es so aussehen zu lassen, als sei es ein Geister-Mord gewesen. Oder daß er vielleicht nur die Geisterfallen sabotierte. Aber ich war davon überzeugt, er würde etwas versuchen, um Dubowski loszuwerden oder die Expedition sonstwie zu unterminieren.

Kommt davon, wenn man zuviel Holovision sieht, schätze ich. Sanders tat nichts dergleichen. Er schmollte nur, starrte uns in den Schloßkorridoren finster an und gab uns zu allen Zeiten stets weniger als volle Kooperation.

Aber nach einer Weile taute er wieder auf. Nicht bei Dubowski und seinen Männern. Nur bei mir.

Ich vermute, es war wegen meinen Spaziergängen in den Wäldern. Dubowski ging nie in die Nebel hinaus, wenn er es nicht mußte. Und wenn, dann ging er zögernd hinaus und kam schnell zurück. Seine Männer folgten dem Beispiel ihres Anführers. Ich war der einzige Joker in dem Packen. Aber andererseits war ich nicht wirklich Teil desselben Packens.

Sanders merkte das natürlich. Ihm entging nicht viel von dem, was in seinem Schloß vorging. Und er fing an, wieder mit mir zu sprechen. Höflich. Eines Tages lud er mich schließlich sogar wieder zu Drinks ein.

Es waren etwa zwei Monate der Expeditionszeit vergangen. Der Winter kam über Geisterwelt und Wolkenschloß, und die Luft wurde kalt und frisch. Dubowski und ich waren draußen auf dem Speisebalkon, verweilten nach einem weiteren hervorragenden Mahl beim Kaffee. Sanders saß an einem Tisch in der Nähe und sprach mit ein paar Touristen.

Ich habe vergessen, worüber Dubowski und ich diskutiert haben. Was es auch war, an irgendeiner Stelle unterbrach mich Dubowski mit einem Frösteln. „Es wird kalt hier draußen“, beklagte er sich. „Warum ziehen wir nicht nach drinnen um?“ Dubowski hatte den Speisebalkon noch nie sehr gemocht.

Ich runzelte einigermaßen die Stirn. „Es ist nicht so schlimm“, sagte ich. „Außerdem ist es beinahe Sonnenuntergang. Eine der besten Zeiten des Tages.“

Dubowski schüttelte sich wieder und stand auf. „Wie es Ihnen beliebt“, sagte er. „Aber ich gehe hinein. Mir ist nicht danach, mich zu erkälten, nur damit Sie ein weiteres Mal den Niedergang der Nebel beobachten können.“

Er machte Anstalten davonzugehen. Aber er hatte keine drei Schritte gemacht, als Sanders von seinem Stuhl hoch war und wie eine verwundete Felskatze heulte.

„Nebelniedergang“, brüllte er. „Nebelniedergang!“ Er verfiel in eine lange unzusammenhängende Folge von Obszönitäten. Ich hatte Sanders noch niemals so wütend gesehen, nicht einmal, als er mich an jenem ersten Abend aus der Bar geworfen hatte. Er stand da, zitterte buchstäblich vor Wut, sein Gesicht gerötet, während sich seine fetten Fäuste an seiner Seite ballten und wieder lösten.

Ich stand hastig auf und ging zwischen sie. Dubowski wandte sich an mich, sah verblüfft und erschrocken aus. „Wa…“ brauste er auf.

„Gehen Sie hinein“, unterbrach ich. „Gehen Sie in Ihr Zimmer hinauf. Gehen Sie in die Halle. Gehen Sie irgendwohin. Aber verschwinden Sie von hier, bevor er Sie umbringt.“

„Aber… aber… was ist denn los? Was ist passiert? Ich…?“

„Nebelniedergang ist am Morgen“, sagte ich ihm. „Am Abend, bei Sonnenuntergang, ist Nebelaufgang. Jetzt gehen Sie.“

„Das ist alles? Warum macht ihn das so… so …“

„GEHEN SIE!“

Dubowski schüttelte den Kopf, als wollte er sagen, er verstehe noch immer nicht, was los war. Aber er ging.

Ich wandte mich an Sanders. „Beruhigen Sie sich“, sagte ich. „Beruhigen Sie sich.“

Er hörte auf zu zittern, aber seine Augen schleuderten Laserstöße auf Dubowskis Rücken. „Nebelniedergang“, murmelte er. „Seit zwei Monaten ist der Bastard hier, und er kennt den Unterschied zwischen Nebelniedergang und Nebelaufgang nicht.“

„Er hat sich nie die Mühe gemacht, eines von beiden zu beobachten“, sagte ich. „Solche Dinge interessieren ihn nicht. Aber das ist sein Verlust. Kein Grund für Sie, sich darüber aufzuregen.“

Er sah mich stirnrunzelnd an. Schließlich nickte er. „Ja“, sagte er. „Vielleicht haben Sie recht.“ Er seufzte. „Aber Nebelniedergang! Teufel!“ Es gab ein kurzes Schweigen, dann: „Ich brauche einen Drink. Kommen Sie mit?“

Ich nickte.

Wir landeten in derselben dunklen Ecke wie am ersten Abend, an dem Tisch, der Sanders’ Lieblingstisch gewesen sein mußte. Er kübelte drei Drinks, bevor ich meinen ersten hinter mich gebracht hatte. Große Drinks. Alles in Wolkenschloß ist groß.

Diesmal gab es keine Streitereien. Wir sprachen über den Niedergang der Nebel und die Wälder und die Ruinen. Wir sprachen über die Geister, und Sanders erzählte mir liebevoll die Geschichten von den großen Erscheinungen. Ich kannte sie natürlich schon alle. Aber nicht so, wie Sanders sie erzählte.

An einer Stelle erwähnte ich, daß ich in Bradbury geboren wurde, als meine Eltern einen kurzen Urlaub auf dem Mars verbrachten. Dabei erhellten sich Sanders’ Augen, und er verbrachte die nächste Stunde oder so damit, mich mit Erdenmenschen-Witzen zu erfreuen. Auch die hatte ich alle schon gehört. Aber ich wurde mehr als nur ein bißchen betrunken, und irgendwie kamen sie mir alle übermütig vor.

Nach diesem Abend verbrachte ich mehr Zeit mit Sanders als mit sonst irgend jemandem im Hotel. Ich dachte, Geisterwelt mittlerweile ziemlich gut zu kennen. Aber das war eine leere Einbildung, und Sanders bewies es. Er zeigte mir verborgene Stellen in Wäldern, die mich seitdem immer wieder heimgesucht haben. Er führte mich zu Inselsümpfen, wo die Bäume von einer ganz anderen Art sind und ohne Wind fürchterlich schwanken. Wir sind in den hohen Norden geflogen, zu einer anderen Bergkette, wo die Gipfel höher und in Eis gehüllt sind, und zu einem südlichen Plateau, wo sich die Nebel endlos in einer geisterhaften Imitation eines Wasserfalls über den Rand ergießen.

Ich fuhr natürlich fort, über Dubowski und seine Geisterjagd zu schreiben. Aber es gab wenig Neues, um darüber zu schreiben, deshalb habe ich die meiste meiner Zeit mit Sanders verbracht. Ich machte mir nicht zu viele Gedanken über meine Produktion. Meine Geisterwelt-Serie hatte ein ausgezeichnetes Echo auf der Erde und den meisten der Koloniewelten erbracht, daher dachte ich, ich hätte es geschafft.

Das nicht.

Ich war gerade ein bißchen mehr als drei Monate auf Geisterwelt gewesen, als mir meine Agentur beamte. Ein paar Systeme entfernt war auf einem Planeten namens Neue Zuflucht ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Man wollte, daß ich darüber berichtete. Von Geisterwelt kämen ohnehin keine Neuigkeiten mehr, sagten sie, weil Dubowskis Expedition noch immer länger als ein Jahr andauern würde.

So sehr ich Geisterwelt mochte – ich ergriff die Chance. Meine Stories waren ein wenig fade geworden, und mir gingen die Ideen aus, und die Neue-Zuflucht-Sache klang danach, als könnte sie sehr groß werden.

Also verabschiedete ich mich von Sanders und Dubowski und Wolkenschloß, machte einen letzten Spaziergang durch die Nebelwälder und buchte auf dem nächsten Schiff, das Zwischenstation machte, eine Passage.

*   *   *

Der Neue-Zuflucht-Bürgerkrieg war ein Knallfrosch. Ich verbrachte mehr als einen Monat auf dem Planeten, aber es war ein trostloser Monat. Der Ort war von religiösen Fanatikern kolonisiert worden, aber der ursprüngliche Kult hatte sich gespalten, und beide Seiten klagten die andere der Häresie an. Es war alles sehr schäbig. Der Planet selbst hatte den Charme einer marsianischen Vorstadt.

Ich zog weiter, so schnell ich konnte, sprang von Planet zu Planet, von Story zu Story. In sechs Monaten hatte ich mich zur Erde zurückgearbeitet. Wahlen nahten, und so wurde ich in einen politischen Bereich verfrachtet. Das war großartig. Es war ein lebhafter Wahlkampf, und es gab eine Tonne guter Stories auszugraben.

Doch während alldem hielt ich mich über die wenigen Nachrichten, die von Geisterwelt hereinkamen, auf dem laufenden. Und schließlich kündigte Dubowski, wie ich es erwartet hatte, eine Pressekonferenz an. Als der ortskundige Geist der Agentur ließ ich mich beauftragen, darüber zu berichten, und machte mich mit dem schnellsten Sternenschiff, das ich auftreiben konnte, auf den Weg.

Ich kam eine Woche vor der Konferenz an, vor allen anderen. Ich hatte Sanders gebeamt, bevor ich das Schiff genommen hatte, und er holte mich vom Raumhafen ab. Wir zogen uns auf den Speisebalkon zurück und ließen unsere Drinks dort draußen servieren.

„Nun?“ fragte ich ihn, nachdem wir ein paar Liebenswürdigkeiten ausgetauscht hatten. „Wissen Sie, was Dubowski verkünden wird?“

Sanders sah sehr verdrießlich aus. „Ich kann es erraten“, sagte er. „Er hat vor einem Monat alle seine verdammten Gerätschaften zurückbeordert und die Ergebnisse per Computer kontrolliert und gegenkontrolliert. Wir hatten seit Ihrer Abreise ein paar Geistererscheinungen. Dubowski rührte sich erst Stunden nach der jeweiligen Erscheinung und ging die Gebiete mit einem feinzahnigen Kamm durch. Nichts. Das ist es, was er verkünden wird, denke ich. Nichts.“

Ich nickte. „Aber ist das so schlimm? Gregor hat auch nichts gefunden.“

„Nicht dasselbe“, sagte Sanders. „Gregor hat nicht so nachgeforscht wie Dubowski. Die Leute werden ihm glauben, egal was er sagt.“

Ich war dessen nicht so sicher und wollte das gerade sagen, als Dubowski ankam. Jemand mußte ihm gesagt haben, daß ich da war. Er kam auf den Balkon herausstolziert, lächelte, erspähte mich und kam herüber, um sich zu setzen.

Sanders funkelte ihn an und betrachtete seinen Drink. Dubowski richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf mich. Er schien sehr zufrieden mit sich selbst zu sein. Er fragte, was ich seit meiner Abreise getan hätte, und ich erzählte es ihm, und er sagte, das sei eine feine Sache.

Endlich kam ich dazu, ihn nach seinen Ergebnissen zu fragen.

„Kein Kommentar“, sagte er. „Dafür habe ich die Pressekonferenz einberufen.“

„Kommen Sie“, sagte ich. „Ich habe monatelang über Sie berichtet, als jeder andere die Expedition ignoriert hat. Sie könnten mir wirklich eine Art Vorabinformation geben. Was haben Sie?“

Er zögerte. „Also gut“, sagte er zweifelnd. „Aber lassen Sie es noch nicht los. Sie können es ein paar Stunden vor der Konferenz abbeamen. Das müßte genug Zeit für eine Erstmeldung sein.“

Ich nickte zustimmend. „Was haben Sie?“

„Die Gespenster“, sagte er. „Ich habe die Gespenster, ordentlich verpackt. Sie existieren nicht. Ich habe genug Unterlagen, um es über jeden Schatten eines Zweifels erhaben zu beweisen.“

„Nur weil Sie nichts gefunden haben?“ brauste ich auf. „Vielleicht haben sie Sie gemieden. Wenn sie intelligent sind, könnten sie schlau genug sein. Oder vielleicht sind sie jenseits des Aufspürungsvermögens Ihrer Sensoren.“

„Aber, aber“, sagte Dubowski. „Das glauben Sie doch selbst nicht. Unsere Geisterfallen waren mit jeder Art von Sensor, die wir auftreiben konnten, ausgerüstet. Würden die Geister existieren, wären sie irgendwie registriert worden. Aber das wurden sie nicht. Wir hatten die Fallen in den Gebieten aufgestellt, in denen drei von Sanders sogenannten Erscheinungen stattfanden. Nichts. Absolut nichts. Schlüssiger Beweis dafür, daß diese Leute gewisse Dinge gesehen haben. Wirkliche Erscheinungen.“

„Was ist mit den Todesfällen, dem Verschwinden?“ fragte ich. „Was ist mit der Gregor-Expedition und den anderen klassischen Fällen?“

Sein Lächeln wurde breit. „Ich konnte natürlich nicht alle Todesfälle widerlegen. Aber unsere Sonden und unsere Forschungen brachten vier Skelette zum Vorschein.“ Er zählte sie an den Fingern ab. „Zwei Menschen wurden von einem Felsrutsch getötet, ein Skelett hatte Felskatzenkrallen-Spuren auf den Knochen.“

„Das vierte?“

„Mord“, sagte er. Der Körper war in einem flachen Grab verscharrt, eindeutig von menschlichen Händen. Eine Art Flut hat ihn freigelegt. Er stand als verschwunden in den Akten. Ich bin sicher, alle anderen Körper könnten ebenfalls gefunden werden, wenn wir lange genug suchen. Und wir würden feststellen, daß sie alle eines vollkommen natürlichen Todes gestorben sind.“

Sanders erhob den Blick von seinem Drink. Es war ein bitterer Blick.

„Gregor“, sagte er hartnäckig. „Gregor und die anderen Klassiker-Fälle.“

Dubowskis Lächeln wurde ein Grinsen. „Ah ja. Wir haben diese Gegend ganz gründlich durchsucht. Meine Theorie war richtig. Wir fanden eine Affenherde in der Nähe. Große Untiere. Wie riesige Paviane, mit schmutzigweißem Fell. Auch keine sehr erfolgreiche Spezies. Wir entdeckten nur eine kleine Herde, und sie sind vom Aussterben bedroht. Aber das war eindeutig das, was Gregors Mann erblickte. Und es über alle Maßen übertrieb.“

Es herrschte Stille. Dann sprach Sanders, aber seine Stimme klang erschöpft. „Nur noch eine Frage“, sagte er leise. „Warum?“

Das brachte Dubowski auf den Boden zurück, und sein Lächeln schwand. „Sie haben es nie verstanden, nicht wahr, Sanders?“ sagte er. „Es geschah um der Wahrheit willen. Um diesen Planeten von Ignoranz und Aberglauben zu befreien?“

„Geisterwelt befreien?“ sagte Sanders. „War sie denn versklavt?“

„Ja“, antwortete Dubowski. „Versklavt von einem dummen Mythos. Von Furcht. Jetzt wird dieser Planet frei und offen sein. Wir können jetzt die Wahrheit hinter diesen Ruinen herausfinden, ohne daß düstere Legenden über halbmenschliche Geister die Fakten vernebeln. Wir können diesen Planeten der Kolonisation eröffnen. Die Leute werden keine Angst mehr haben hierherzukommen, hier zu leben und Land zu bestellen. Wir haben die Furcht besiegt.“

„Eine Kolonialwelt? Hier?“ Sanders sah belustigt aus. „Bringen Sie große Fächer, um die Nebel wegzuwedeln, oder was? Kolonisten sind schon früher gekommen. Und wieder gegangen. Der Boden ist völlig ungeeignet. Man kann ihn nicht bestellen, bei all diesen Bergen. Jedenfalls nicht in kommerziellem Ausmaß. Es gibt keine Möglichkeiten, Gewinn zu machen, indem man auf Geisterwelt irgendwelche Dinge züchtet.
Außerdem gibt es Hunderte von Kolonialwelten, die nach Leuten schreien. Brauchen Sie unbedingt eine weitere? Muß Geisterwelt noch eine weitere Erde werden?“

Sanders schüttelte traurig den Kopf, leerte sein Glas und fuhr fort: „Sie sind derjenige, der nicht versteht, Doktor. Beschwindeln Sie sich nicht selbst. Sie haben Geisterwelt nicht befreit. Sie haben sie zerstört. Sie haben ihre Geister gestohlen und einen leeren Planeten zurückgelassen.“

Dubowski schüttelte den Kopf. „Ich glaube, Sie haben unrecht. Man wird eine Menge guter und profitabler Möglichkeiten finden, diesen Planeten auszubeuten. Aber selbst wenn Sie recht hätten, nun, es ist einfach schade. Wissen – das ist es, was für die Menschheit zählt. Leute wie Sie haben seit Anbeginn der Zeiten versucht, den Fortschritt aufzuhalten. Aber sie haben versagt, und Sie haben auch versagt. Der Mensch muß wissen.“

„Vielleicht“, sagte Sanders. „Aber ist das das einzige, was der Mensch braucht? Das glaube ich nicht. Ich denke, er braucht auch Geheimnisvolles und Poesie und Romantik. Ich glaube, er braucht ein paar unbeantwortete Fragen, damit er grübeln und sich wundern kann.“

Dubowski stand abrupt auf und runzelte die Stirn. „Diese Unterhaltung ist so sinnlos wie Ihre Philosophie, Sanders. Es gibt in meinem Universum keinen Platz für unbeantwortete Fragen.“

„Dann leben Sie in einem sehr trostlosen Universum, Doktor.“

„Und Sie, Sanders, leben im Gestank Ihrer eigenen Ignoranz. Suchen Sie nach einem neuen Aberglauben, wenn Sie das tun müssen. Aber versuchen Sie nicht, ihn mir mit Ihren Geschichten und Legenden aufzuhalsen. Ich habe keine Zeit für Geister.“ Er sah mich an. „Ich sehe Sie auf der Pressekonferenz“, sagte er. Dann drehte er sich um und verließ den Balkon mit forschen Schritten.

Sanders sah ihm schweigend nach, wie er davonging, drehte sich dann auf seinem Stuhl um und sah über die Berge hinaus. „Die Nebel steigen“, sagte er.

*    *   *

Sanders hatte auch hinsichtlich der Kolonie unrecht, wie sich herausstellte. Man gründete eine, obgleich damit nicht viel Staat zu machen war. Ein paar Weinberge, ein paar Fabriken und ein paar tausend Leute, alles gehörte einigen wenigen großen Gesellschaften.

Kommerzieller Ackerbau erwies sich als nicht profitabel, wissen Sie. Mit einer Ausnahme – eine heimische Weintraube, ein dickes, graues Ding von der Größe einer Zitrone. So hat Geisterwelt nur einen Exportartikel, einen rauchigen Weißwein mit einem weichen, eine ganze Weile am Gaumen haftenden Aroma.

Sie nennen ihn Nebelwein, natürlich. Ich habe mit den Jahren gelernt, ihn zu mögen. Der Geschmack erinnert irgendwie an den Niedergang der Nebel und läßt mich träumen. Aber das bin wahrscheinlich ich, nicht der Wein. Die meisten Leute machen sich nicht viel daraus.

Doch auf sehr bescheidene Art ist es ein profitabler Artikel. Deshalb ist Geisterwelt noch immer ein regelmäßiger Haltepunkt auf den Raumlinien. Wenigstens für Frachter.

Die Touristen jedoch sind schon lange fort. Damit hatte Sanders recht. Landschaft konnten sie näher an zu Hause bekommen und billiger. Die Geister waren es, weshalb sie gekommen sind. Sanders ist auch schon lange fort. Er war zu starrsinnig und zu unpraktisch, um sich, als er die Chance dazu hatte, in eine der Nebelwein-Unternehmungen einzukaufen. So ist er bis zum Ende hinter seinen Schutzwällen im Wolkenschloß geblieben. Ich weiß nicht, was danach mit ihm passiert ist, als das Hotel schließlich schließen mußte.

Das Schloß selbst ist noch da. Ich habe es vor ein paar Jahren gesehen, als ich unterwegs zu einer Story für einen Tag auf Neue Zuflucht haltgemacht habe. Es verfällt jedoch bereits. Für den Unterhalt zu teuer. In ein paar Jahren wird man es von den anderen, älteren Ruinen nicht mehr unterscheiden können.

Ansonsten hat sich der Planet nicht viel verändert. Die Nebel steigen noch immer bei Sonnenuntergang, und sie fallen bei Tagesanbruch. Der Rote Geist ist noch immer öde und schön im frühen Morgenlicht. Die Wälder sind noch da, und die Felskatzen schleichen ebenfalls noch herum.
Nur die Geister fehlen.
Nur die Geister.

Bayonne, New Jersey
Juni 1971

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. „Mit dem Morgen kommt der Niedergang der Nebel“ ist eine Geschichte, die ich immer wieder gern gelesen habe, wie auch etliche andere aus der Science-Fiction-Schaffensperiode von George R. R. Martin.

    Ein wichtiges Handlungselement darin ist der Konflikt zwischen zwei menschlichen Wesenszügen, vor allem des europäischen Menschen: zwischen dem Drang, wissen zu wollen, der unserer faustischen Natur entspricht, und dem Wunsch nach Rätseln und Geheimnissen, die es erst noch zu erforschen und zu lösen gilt. Nach Mysterien, die unsere Phantasie ansprechen und hinter denen wir uns auch wundersame Möglichkeiten und romantische Abenteuer bei ihrer Lösung vorstellen können.

    Ich denke, daß dies einer der Gründe dafür ist, daß die Raumfahrt kein reiner Luxus ist und auch nicht nur mit nüchtern-praktischem materiellem Nutzen gerechtfertigt werden kann, sondern daß wir sie auch für unsere langfristige psychische Gesunderhaltung als Zivilisation brauchen.

    Wenn es einmal soweit ist, daß die irdischen Rätsel weitgehend gelöst sind, mit Ausnahme von Detailfragen, die hauptsächlich Spezialisten interessieren, dann kann es leicht sein, daß diesbezüglich eine Leere entsteht, die dazu führt, daß wir kollektiv zu spinnen anfangen und uns in Absonderlichkeiten um erfundene Mysterien hineinsteigern, wie sie zum Beispiel in „Kosmos, Kabbala und Käse“ sowie im dazugehörigen Diskussionsstrang thematisiert werden:
    https://morgenwacht.wordpress.com/2016/08/22/kosmos-kabbala-und-kaese/
    Statt derartiger Randphänomene könnten sich auf breiter Basis spinnerte Bewegungen oder Kulte säkularer oder religiöser Natur entwickeln, die unser geistiges Potential in fruchtlosem Befassen mit fiktiven Fragen binden.

    Deshalb brauchen wir die Raumfahrt auch als geistiges und physisches Abenteuer, das uns selbst noch in ferner Zukunft immer wieder vor neue Rätsel und Herausforderungen stellt, sodaß wir nicht in kollektiver Spinnerei versinken und uns die Fähigkeit zur Bewältigung von Krisen erhalten, die auch bei einer optimal eingerichteten Zivilisation niemals für alle Zeit ausgeschlossen werden können.

    Die Geschichte „Mit dem Morgen kommt der Niedergang der Nebel“ kann man jetzt wieder kaufen, und zwar im Sammelband „George R. R. Martin: Traumlieder, 1. Band“, Heyne 2014, ISBN 978-3-453-31611-9; hier unter dem Titel „Am Morgen fällt der Nebel“ und in einer anderen Übersetzung (von Birgit Reß-Bohusch statt von Martin Eisele).

    Folgende Geschichten (SF, Fantasy und andere) sind in dem Buch enthalten:

    Nur Kinder fürchten sich im Dunkeln
    Die Festung
    Tod war sein Vermächtnis
    *Der Held
    Die Ausfahrt nach San Breta
    Die zweite Stufe der Einsamkeit
    *Am Morgen fällt der Nebel
    *Abschied von Lya (früherer deutscher Titel: Ein Lied für Lya)
    *Ein Turm aus Asche
    *Das bleiche Kind mit dem Schwert (früherer deutscher Titel: Teufel, die Engel heißen)
    *Die Steinstadt
    Bitterblumen
    *Der Weg von Kreuz und Drachen

    Mit * habe ich die Geschichten gekennzeichnet, von denen ich auf die Schnelle weiß, daß sie in Martins „Manrealm“- oder „Thousand Worlds“-Kosmos spielen, in dem auch sein Roman „Die Flamme erlischt“ und die zusammen mit Howard Waldrop verfaßte Geschichte „Die Männer der Station Greywater“ angesiedelt sind.

    Weiters erzählt George R. R. Martin in diesem Band in den drei Einschüben „Ein Vierfarb-Fanboy“, „Der schmutzige Profi“ und „Das Licht der fernen Sterne“ von seinem Werdegang als Schriftsteller ab seinen Jugendjahren als Comic-Fan.

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