Frauenfeindlichkeit beim schöneren Geschlecht

Sophia Loren und Jayne Mansfield

Von Jim Goad, übersetzt von Cernunnos. Das Original Misogyny Among the Fairer Sex erschien am 19. Mai 2014 in Taki’s Magazine.

Die britische Denkfabrik Demos veröffentlichte kürzlich eine Studie mit dem Titel MISOGYNY ON TWITTER („Frauenfeindlichkeit auf Twitter“). Ein fünfköpfiges Forum von Forschern – das durch ein inakzeptabel patriarchalisches 3:2-Verhältnis zugunsten der Männer besetzt war – „sammelte im Zeitraum vom 9. Januar bis 4. Februar 2014 alle Tweets in englischer Sprache, die eine Reihe von Begriffen enthielten, welche weitgehend als frauenfeindlich gebraucht angesehen wurden, wovon alle von Twitter-Konten im Vereinigten Königreich stammten.“

Nachdem sie eingehend „131.000 Fälle des Gebrauchs von ‚Schlampe’ und ‚Hure’ auf Englisch“ studiert hatten – man stelle sich den Spaß vor! – kamen sie zu folgendem Schluß:

„Frauen verwenden auf Twitter fast so wahrscheinlich wie Männer die Ausdrücke ‚Schlampe’ und ‚Hure’. Frauen verwenden diese Worte nicht nur, sie richten sie auch gegeneinander, sowohl beiläufig als auch in beleidigender Weise; Frauen neigen zunehmend zu Diskursen, in denen dieselbe Sprache verwendet wird, wie sie in herabsetzender Weise gegen sie verwendet worden ist und weiterhin verwendet wird.“

Dies scheint für jeden außer mir eine Überraschung zu sein. Ich nehme an, daß es Henry Louis Mencken auch nicht überrascht hätte. Er hat bekanntlich einen „Misogynisten“ als einen „Mann, der Frauen genauso sehr hasst, wie Frauen einander hassen“ beschrieben.

Wenn ich es mir recht überlege, so gab es da etwas, das ich an den Ergebnissen leicht überraschend fand – die Tatsache, daß sie nicht enthüllte, daß die Frauen diese Begriffe weit mehr verwendeten als Männer.

Eines meiner Lieblingsbücher über Frauen ist Patricia Pearsons When She Was Bad, das populäre Vorstellungen, Frauen seien gewaltlose kleine Schätzchen, in solch leidenschaftslos klinischer Weise zerlegt, daß es verzeihlich wäre, wenn man vermuten würde, der Autor sei ein Mann. Pearson argumentiert, daß Jungen und Mädchen Aggression bis zur Pubertät ähnlich ausdrücken – sie schlagen einander. Aber so wie die Pubertät einsetzt und Jungen einen Stärkevorteil gewinnen, entwickeln Frauen weit raffiniertere und machiavellistischere Formen der Aggression, wie bösartiger Klatsch, die Verbreitung falscher Gerüchte und die Erfindung krimineller Anschuldigungen. Es hat mich immer an die Seinfeld-Episode erinnert, wo Jerry und George darüber reden, daß Jungen einander Hosenzieher verpassen, worauf Elaine erklärt: „Jungs sind krank.“ Als sie gefragt wird, was Mädchen tun, sagt Elaine: „Wir ärgern Leute einfach, bis sie eine Eßstörung entwickeln.“

Ich will meine Erfahrungen nicht verallgemeinern, nachdem sie in einzigartiger Weise verzerrt und verrückt sind, aber wenn ich eine Beziehung mit einem Mädchen eingehe, gibt es üblicherweise die notwendige „Rekapitulationsphase“, wo wir Geschichten über unsere Exe austauschen und darüber, was unserem Gefühl nach mit ihnen nicht stimmte. Nach dieser Anfangsphase denke ich für gewöhnlich nicht mehr an meine männlichen Vorgänger oder erwähne sie jemals, aber heiliger Strohsack, die Mädels halten nie einfach mal die Klappe über meine vorherigen Geliebten. Dies ist so beständig der Fall gewesen, daß ich argwöhne, daß ich nicht der einzige bin, der das durchmacht. Und sie sagen, Männer würden miteinander wetteifern? Sicher, bis man sie mit Frauen vergleicht.

Für Männer ist ein Konflikt oft eine Art von Bindungsritual. Männer tragen einen Faustkampf aus, schütteln einander die Hände und gehen dann zusammen ein Bier trinken. Frauen scheinen nicht aufzuhören, bis ihre Rivalin entweder tot oder verkrüppelt ist. Männer versuchen ihre männlichen Konkurrenten bloß zu übertreffen, während Frauen auf die völlige Vernichtung ihrer Rivalinnen aus sind.

Noch einmal, meine Erfahrungen mit dem schöneren Geschlecht sind kaum exemplarisch oder typisch. Sie sind oft von serienweiser Untreue meinerseits gezeichnet gewesen. Aber ein beständiges Phänomen, das zum Kopfkratzen veranlaßt, ist dies: wann immer ich beim Betrügen erwischt werde, ist es immer der erste Instinkt meiner gekränkten Partnerin, auf die andere Frau loszugehen statt auf mich. Das krasseste Beispiel dafür war das, als eine Freundin, nachdem sie erfahren hatte, daß ich mit einem anderen Mädchen geschlafen hatte, zum Haus des Mädchens rüberging und ihr mit einem Axtstiel auf den Hinterkopf schlug.

Dieses seltsame Verhalten wird auch im Text des großartigsten Zickenkampf-Liedes aller Zeiten bezeugt, in „Fist City“ von Loretta Lynn.

Als Antwort auf Gerüchte, daß ihr Mann sie betrügt, sind Miss Lynns harscheste Worte über ihn: „I’m not a-sayin’ my baby’s a saint, ’cause he ain’t“. Stattdessen richtet sich der Großteil ihres Zornes direkt gegen ihre Rivalin:

If you don’t wanna go to Fist City
You better detour around my town
’Cause I’ll grab you by the hair of the head
And I’ll lift you off of the ground.

Wenn du nicht nach Fist City willst
Machst du besser einen Umweg um meine Stadt
Denn ich packe dich an den Haaren
Und hebe dich vom Boden weg.

Trotz hartnäckiger Wahnvorstellungen, daß wir unter einem Patriarchat leiden würden, ist meine Beobachtung die, daß moderne Männer fast kein Gruppenbewußtsein haben, zumindest nicht mehr. Aber ich habe bemerkt, daß Frauen, wenn ihr Gruppenstatus bedroht ist, sich miteinander verbünden. Es ist meine Erfahrung gewesen, daß, wenn ein Mann irgend etwas entfernt Negatives über eine Frau sagt, alle Frauen es sofort persönlich zu nehmen scheinen. Aber wenn eine Frau eine negative Pauschaläußerung über alle Männer macht, scheinen die meisten Kerle geneigt sein zu sagen: „Nun, vielleicht hat das arme Mädel ein paar schlechte Erfahrungen mit Männern gehabt.“

Aber das spielt sich auf einer Gruppenebene ab statt auf einer individuellen Ebene. Wenn der individuelle Paarungsstatus einer Frau bedroht ist, wird sie gegenüber ihrer Rivalin gnadenlos sein.

Bei allem, was wir darüber hören, daß Männer unaufhörlich das Aussehen und sexuelle Verhalten von Frauen schlechtmachen, ist es meine Erfahrung gewesen, daß sie Frauen in dieser grausamen Kampfkunst nicht das Wasser reichen können. [Anm. d. Ü.: im schlecht auf treffende Weise übersetzbaren Originalsatz hieß es: „that they can’t hold a phallic candle to women at this cruel martial art“.] In mehr als einem halben Jahrhundert, in dem ich diesen traurigen, moosbewachsenen Planeten durchwanderte, habe ich gesehen, daß Frauen das Aussehen anderer Frauen weit rücksichtsloser niedermachen als jeder Kerl, den ich je gekannt habe. Sie werden das Erscheinungsbild einer anderen Frau auseinandernehmen wie Bussarde, die an einem Kadaver picken. Und egal, ob die eigenen Beine einer Frau leichter auseinandergehen als Philadelphia-Rahmkäse, sie wird gegen die angebliche Promiskuität anderer Frauen mit weit mehr Genuß „Schlampen-Skandalisierung“ betreiben als jeder Mann, den ich je gesehen habe.

Die Vorstellung, daß das „Patriarchat“ Frauen zu solchem Verhalten zwingt, ist ironischerweise herablassend gegenüber Frauen. Sie stellt sie als hilfloses Subjekt der Kontrolle von Männern dar statt entweder der natürlichen Diktate ihrer Hormone oder, was noch verdammender wäre, ihrer eigenen vorsätzlichen Handlungen. Bei allem, was Feministinnen über „Ermächtigung“ quasseln, scheint die Übernahme persönlicher Verantwortung für das eigene Verhalten kein Teil des Pakets zu sein.

Ich habe oft das Gefühl gehabt, daß der Feminismus als Gruppenstrategie zum Scheitern verurteilt ist, weil es unmöglich ist, daß irgendwelche zwei Frauen für immer miteinander auskommen. Und falls die Männer sich jemals dazu entschließen, sich zu einer Gruppe zusammenzutun und die Zügel wieder in die Hand zu nehmen, laßt uns sicherstellen, daß wir Pandoras Büchse diesmal mit einem stählernen Deckel versehen.

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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3 Kommentare

  1. Im Wikipedia-Eintrag über „Stutenbissigkeit“ heißt es zwar, dieser Begriff sei eine „Tiermetapher als Geschlechterrollen-Stereotyp“, aber daß er durchaus eine reale Grundlage hat, wird verbreitet wahrgenommen, wie auch diese Online-Seiten beispielhaft zeigen:

    Stutenbissigkeit unter Frauen | Paartherapie Vera Matt
    Wenn Frauen mit Frauen konkurrieren, wird das häufig haarig. Stutenbissigkeit ist oft noch die netteste Bezeichnung für das, was sich Frauen gegenseitig antun …

    Stutenbissigkeit: Warum Frauen sich nicht unterstützen auf karrierebibel.de:
    Stutenbissigkeit: Frauen stehen anderen Frauen im Weg. Der Zickenkrieg unter Frauen gilt weithin als Klischee, doch zeigt sich in vielen Fällen, dass durchaus …

    Stutenbissigkeit – innere Ruhe ist die beste Verteidigung
    auf zeitjung.de:
    Weibliche Konkurrenz hat unterschiedliche Gründe. Es ist vielleicht ein Klischee, aber eines, das oft von Frauen bestätigt wird – Stutenbissigkeit.

    Ein mir persönlich bekannter konkreter Beispielsfall hat „Catriona Gerling“ betroffen (alte Hasen unter den Lesern werden wissen, wer das ist).

    Sie hat nämlich seit Ende Mai in der Feinkostabteilung des Supermarkts gearbeitet, in dem ich regelmäßig einkaufe. Vor einer Weile habe ich zu ihr gesagt, daß sie sich inzwischen offenbar schon gut eingearbeitet hat, worauf sie sagte: „Es geht… geht“, wozu sie eine „so naja“-Handbewegung machte.

    Das hat mich gewundert, denn ihre Chefin hatte zu mir schon davor gesagt, daß Cat sehr engagiert sei, und da sie intelligent ist, kann es auch nicht sein, daß sie die für die Arbeit nötigen Sachen zu langsam lernte. Ich habe schon damals Stutenbissigkeit zumindest eines Teils der alteingesessenen Kolleginnen vermutet.

    Heute habe ich dort eine Mitarbeiterin gefragt, warum die Feinkostabteilung in der nächsten Zeit immer um 13 Uhr geschlossen ist, und als sie sagte, sie hätten einen Coronafall und ein paar Kontaktpersonen in Quarantäne, fragte ich: „Doch nicht Cat?“

    Darauf antwortete sie knapp: „Die ist nicht mehr bei uns“, und auf meine Frage nach dem Grund sagte sie „So halt“, in einer Weise, aus der ein unausgesprochenes „Frag‘ nicht weiter“ herausklang.

    Cat war also engagiert und sicher qualifiziert, und sie hat auch eine nette Wesensart („Alice“, die langjährige Arbeitskollegin ihrer Mutter, kennt sie schon seit ihrer Kindheit und hat mir gesagt, daß sie „eine ganz Liebe“ ist). Sie hat also sicher weder von ihrer Arbeitsleistung noch von ihren Umgangsformen her einen Grund für ihre Entlassung gegeben, aber…

    …sie war eindeutig hübscher als alle ihre Kolleginnen, was mir auch andere Männer bestätigt haben. Deshalb haben sie sie weggebissen oder vielleicht auch bei der Chefin gegen sie intrigiert.

    Und für diejenigen, die vielleicht wissen wollen, wie das G’schichtl „Me and Katie McGee“ nun final ausgegangen ist:

    Als ich sie bei unserer ersten Begegnung dort fragte, ob ihre Mutter ihr die Email weitergeleitet hat, die „Alice“ ihr wegen mir geschickt hat, sagte sie, sie wisse es nicht mehr, und: „Weißt‘ eh, Vergangenheit lass‘ ich immer Vergangenheit sein.“
    Da ihre Kollegin dabei war, hätte es nicht gepaßt, über die Verkaufsbudel hinweg über diese persönlichen Sachen zu reden, aber als ich sie bei einer späteren Gelegenheit fragte, wann ich mit ihr privat reden könnte, sagte sie: gar nicht. Sie wollte mit damals nichts mehr zu tun haben, und bei ihr habe sich jetzt alles geändert (eine rätselhafte Formulierung; verheiratet ist sie nicht, denn sie heißt immer noch gleich).
    Ich sagte daraufhin, daß wir jetzt also die Vergangenheit wirklich Vergangenheit sein lassen können.

    Meine damaligen Bezeichnungen „Lady Sunshine“ für sie (wegen ihres Lächelns) und „Mister Moon“ für mich (wegen meiner Vorliebe für winterliche Mondscheinwanderungen) waren also in diesem unerwünschten Sinn prophetisch, denn wie es im gleichnamigen Lied heißt:

    Lady Sunshine und Mister Moon
    Können gar nichts dagegen tun
    Wenn sie auch träumen von einem Märchen
    Ein Pärchen werden sie nie
    Niie-iie.

    Ihr sonnig strahlendes Lächeln hatte sie aber immer noch drauf, wenn wir uns später dort begegneten und ich sie Sonnenfrau oder Morgenfee nannte, und wie GRRMs Protagonist John Bowen in Ein Turm aus Asche es über seine Ex Crystal ausdrückte, schenkte ihr Anblick mir selbst unter diesen Umständen eine von Wolken verhüllte Freude.
    Und jetzt ist sie weg – vertrieben von stutenbissigen „Kolleginnen“.

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  2. Daß Stutenbissigkeit ein sehr verbreitetes Phänomen ist, vor allem an Arbeitsplätzen mit überwiegend bis ausschließlich weiblichem Personal, erfährt man immer wieder. Zum Beispiel hat die Frau eines Bekannten früher in einem Seniorenwohnheim gearbeitet, was sie durch eine längere Krankheit unterbrechen mußte. In diese „Weiberwirtschaft“ wollte sie danach nicht mehr zurückkehren – „Arbeiten ja gerne, aber auf keinem Fall da drüben nochmals.“ Jetzt stelle man sich vor, man ist ein alter Mensch, oder ein Patient in einem Krankenhaus, und auf die Betreuung durch Frauen angewiesen, von denen etliche durch so eine „Weiberwirtschaft“ am Arbeitsplatz bis hin zum Mobbing unglücklich und grantig sein werden und jeden Tag ungeduldig darauf warten, daß der Dienst vorbei ist.

    Vor ein paar Tagen habe ich auch mit einer ehemaligen Lehrerin (und später parteiunabhängigen Gemeindepolitikerin) gesprochen, die übrigens von meinen systemkritischen Ansichten einschließlich Corona und ÖVP sehr angetan war, und als ich ihr das mit Catriona erzählte, sagte sie, ja, ihrer Erfahrung nach können Frauen viel gemeiner und gehässiger sein als Männer.

    All das steht in seltsamem Gegensatz zu dem Gebarme, das es hier in Österreich neuerdings wieder gibt wegen des angeblichen Anstiegs der häuslichen Gewalt infolge des Lockdowns, und wegen der Gewalt gegen Frauen allgemein, auch weltweit, und die UNO…, wo auch behauptet wird, jede fünfte Frau würde mindestens einmal im Leben physische oder seelische Gewalt erfahren. Dazu werden gern Piktogramme wie diese gezeigt:

    Jede fünfte Frau… na, wie viele Männer wird es geben, die nicht mindestens in der Kindheit und Jugend Gewalterfahrungen bis hin zum Verdroschenwerden gemacht haben, oder haben niemals Kränkungen in einer Schwere erlebt, die man bei Frauen als seelische Gewalt bezeichnen würde? Aber diese Gewalterfahrungen sind halt etwas, was zwischen Männern stattfindet, und die seelischen Verletzungen können von beiden Geschlechtern kommen, also ist das nichts, wo (((man))) eine Identitätsgruppe als Opfer einer anderen gegen diese aufhetzen kann.

    Ein Anstieg der häuslichen Gewalt ist schon im Zusammenhang mit dem ersten Lockdown behauptet worden, und daß hinterher herausgekommen ist, daß es einen solchen Anstieg kaum gegeben hat, ist jetzt offenbar kein Hindernis für eine Neuauflage dieser Behauptung.

    In dem Ausmaß, wie es einen solchen Anstieg überhaupt gegeben hat, werden das wahrscheinlich überwiegend Fälle in muselmanischen Haushalten gewesen sein, wo Männer und Frauen einander normalerweise in getrennte Lebensbereiche aus dem Weg gehen, und wo sie das nun weniger tun konnten, wird es eben öfter gekracht haben. Aber nachdem man keinen „Generalverdacht“ gegen Zudringlingsmänner aussprechen darf, stellt man Männer allgemein, einschließlich einheimischer Männer, unter einen solchen Generalverdacht, so wie man das vor ein, zwei Jahren wegen der ausschließlich von Dunkelmännern begangenen Mordserie an Frauen getan hat, wo sogar die Wortschöpfung „Femizid“ geprägt wurde.

    Und in den Fällen, wo es wirklich in einheimischen Haushalten zu vermehrter Gewalt kommen mag, stellt niemand die Frage, wie viel davon durch die Frauen selbst provoziert wird, und in wie vielen Fällen es sich um Ehen mit zänkischen Frauen handelt, denen der Mann normalerweise außer Haus aus dem Weg geht. In einem Teil der Fälle werden Provokationen durch die Frauen einfach Teil eines übertriebenen Shit-Test-Verhaltens sein, das sie früher in einmischungsfreieren Zeiten auf eigene Gefahr betrieben haben. In anderen Fällen wird es atavistisches, hypergamistisch motiviertes Wegbeißen eines Mannes sein, den sie loswerden wollen, um sich einen anderen zu suchen, der vielleicht mehr Alpha ist.

    Alles kein Thema – stattdessen werden die Männer als das böse Geschlecht dargestellt, wird den Frauen eine unterschwellige Angst davor eingeflößt, in eine „Ehehölle“ zu geraten, und für die dadurch und durch den Feminismus frustrierten Männer gibt es die (((Spiegelbild-Meme))) der „Pickup“-Bewegung und „Men Going Their Own Way“.

    Und es ist auch kein Thema, daß Frauen unter der Behandlung durch andere Frauen im Durchschnitt viel mehr leiden als unter der Behandlung durch Männer. Auch das eignet sich eben nicht dafür, eine Gruppe als Opfer einer anderen gegen diese aufzuhetzen.

    Um mit etwas Positivem zu schließen: Gerade weil Stutenbissigkeit so hässlich und so verbreitet ist, habe ich es so schön und wertvoll und selten gefunden, wie anders das im Büro meiner Ex-Chefin Gudrun war, die mit ihrer Sekretärin und einer weiteren Angestellten eine schöne Drei-Frauen-Freundschaft gepflegt hatte, was wohl vor allem an den Persönlichkeiten der beiden Erstgenannten lag, die außerdem schon vorher Arbeitskolleginnen und Freundinnen gewesen waren.

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  3. „Everything Old is New Again“ – an Frauen gerichtete Eheverteufelungspropaganda aus ideologischen Gründen wie heute (siehe meinen vorherigen Kommentar), und damit auch fortpflanzungsfeindliche Propaganda, wurde auch schon im Mittelalter betrieben, und zwar von der katholischen Kirche, wie ich gerade anhand dieser Passage aus dem Artikel „Mythos Jungfräulichkeit“ im Historienmagazin „Karfunkel“ Heft Nr. 84 Okt/Nov. 2009 entdeckt habe:

    Im Mittelalter gab es drei Lebensformen für Frauen, die einen Lohn im Jenseits versprachen: Jungfräulichkeit, Witwenschaft und Ehestand. Dabei wurde die Ehe lange Zeit als Lösung für diejenigen angesehen, die nicht stark genug waren, ihr sexuelles Verlangen zu zügeln. In einem Text aus dem 13. Jh. wird vor der Ehe gewarnt, um das Leben im Kloster attraktiver erscheinen zu lassen: Der Ehemann „tadelt, schilt und erniedrigt dich auf schimpfliche Weise, schändlich nimmt er dich wie ein Wüstling seine Hure, schlägt dich und verprügelt dich wie einen gekauften Sklaven.“ An der Schwangerschaft wird kein gutes Haar gelassen, und auch das Familienleben wird als Hölle auf Erden beschrieben, wo Kinder schreien, die Katze den Schinken stiehlt, das Kalb die Milch trinkt und der Topf derweil überkocht.

    Noch ein P.S. zur Stutenbissigkeit am Arbeitsplatz: als ich vor einer Weile mit einer mir gut bekannten Ladenbesitzerin über dieses Thema sprach, stimmte sie mir zu und sagte, daß sie solche Erfahrungen an einem früheren Arbeitsplatz (als sie noch nicht selbst ein Geschäft hatte) auch mehrere Jahre lang machen mußte, bis sie deswegen kündigte. Lieber arbeite sie mit hundert Männern zusammen, sagte sie, denn da gebe es so etwas nicht.

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