Juden im zaristischen Rußland

Der Ansiedlungsrayon war größer als die meisten europäischen Länder.

Von Bradford Hanson, übersetzt von Lucifex. Das Original Jews in Czarist Russia erschien am 13. Februar 2016 auf National Vanguard, beruhend auf einem Artikel im Magazin Instauration vom Juni 1978.

Juden haben ihre Mühen in Rußland genauso wie anderswo sehr übertrieben.

Von all den offenkundigen Lücken in der Chronik des Menschen ist keine mehr verdeckt als die wahre Geschichte des russischen Judentums. Im 19. Jahrhunderts, ist uns allen gesagt worden, hatte Rußland seinen Juden nahezu alle grundlegenden Menschenrechte vorenthalten, indem es sie zwang, innerhalb eines eng begrenzten ländlichen Ghettos namens Ansiedlungsrayon zu wohnen. Wenn das nicht genügte, wurden Quoten durchgesetzt, um Juden in Wirtschaft, Regierung, Bildung und hochqualifizierten Berufen auf eine akzeptable Zahl zu begrenzen. Noch schlimmer war, daß die offizielle Verfolgung durch die Regierung gelegentlich durch blutige Pogrome intensiviert wurde, bei denen „schwarze Hundertschaften“ und verschiedene bewaffnete Banden durch den ländlichen Raum streiften, jüdisches Eigentum verbrannten und plünderten und die Besitzer und ihre Familien massakrierten.

All das, sagen unsere Geschichtsbücher, hatte mit der Revolution vom Februar 1917 ein Ende, als den Juden die volle Gleichstellung gegeben wurde. Mit dem Aufstieg Stalins und dem Niedergang Trotzkis jedoch wurde der Antisemitismus sozusagen wiedereingeführt, erreichte kurz vor Stalins Tod 1953 einen neuen Höhepunkt, ließ während des „Tauwetters“ etwas nach, war aber immer noch stark unterwegs in Form massiver militärischer und finanzieller Hilfen für bestimmte arabische Staaten, Verhaftungen von Zionisten und jüdischen Dissidenten und einem langsamen Aussortieren von Juden aus der politischen, wissenschaftlichen und Bildungshierarchie der Sowjetunion.

Das ist im Wesentlichen die simplistische Sicht, die dem Westen durch dessen simplistische Medien vorgesetzt worden ist. Sehr viel dagegen sprechendes Beweismaterial, besonders solches, das mit den Ereignissen im 19. Jahrhundert zu tun hat, ist absichtlich weggelassen worden – so viel Beweismaterial, daß ein russischer Flüchtling sich veranlaßt fühlte, ein Buch zu schreiben, um die Dinge richtigzustellen. Es hat den Titel Jews in Russia and in the U.S.S.R., und der Autor ist Andrey Diky, der vor ein paar Jahren starb. Sein Werk ist nun von L. Volovlikoff ins Englische übersetzt worden und ist im Netz frei zugänglich [Anm. d. Ü.: leider nicht mehr]. Das Buch mußte privat in Druck gegeben werden, nachdem sein Inhalt die erlaubten Parameter für jeden größeren oder sogar kleineren Verleger im sehr jüdischen Verlagswesen weit überschreitet.

Andrey Diky.

Andrey Diky beginnt, indem er uns daran erinnert, daß Rußland um die Jahrhundertwende das Machtzentrum des Weltjudentums war. Der Zar gebot über 5,5 Millionen Juden, die Zahl, die verblieben war, nachdem 1,5 Millionen nach Amerika ausgewandert waren. Das jüdische Problem, wie es in Rußland zu dieser Zeit existierte, schlug weltweit Wellen, so feindselige Wellen, daß Präsident Wilson zögerte, die Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg zu treiben, bis der Zar durch eine „demokratische“ Revolution gestürzt worden war. Tatsächlich war die Rolle, die von russischen Juden auf der Weltbühne gespielt wurde, so weitreichend in ihrem Einfluß, daß es die ernsthafte Überzeugung des Autors Diky ist, daß es ohne sie keine Sowjetunion gegeben hätte, kein Israel und keinen Zweiten Weltkrieg – nachdem der Aufstieg des Faschismus weitgehend an dessen antikommunistischem Reiz lag.

Am Anfang folgte laut Diky die Geschichte der Juden in Rußland dem gleichen planlosen Muster wie in anderen weißen Ländern. Es ist bekannt, daß Juden im frühen 11. Jahrhundert in Rußland waren. Sie wurden reich, so reich, daß sie sogar viele der christlichen Kirchen besaßen, die von ihnen an orthodoxe Priester verpachtet wurden. Die unvermeidlichen Pogrome und Kämpfe folgten. Die Juden wurden vertrieben. Und Rußland blieb wie England jahrhundertelang frei von Juden. Als die Zarin Elisabeth, die von 1741 bis 1762 herrschte, ersucht wurde, sie wieder einzulassen, weil ihre finanzielle Expertise für Rußland profitabel sein würde, erwiderte sie: „Von den Feinden meines Herrn Jesus Christus wünsche ich keinen Gewinn.“

Die Juden schafften es jedoch unter dem Schutz von Elisabeths Nachfolgerin wieder nach Rußland hineinzukommen. Wie Diky schreibt: „Katharina II. beschloß kurz nach der Thronbesteigung, die Tür für Kolonisten zu öffnen, besonders in den südlichen Provinzen.“ Zu diesem Zweck wurde im Jahr 1763 das Kanzleramt für den Schutz von Ausländern geschaffen. Katharina, eine gebürtige Deutsche, beschloß, Juden in die Zahl dieser Kolonisten aufzunehmen. Sie ließ ihre Absichten durch einen Erlaß des Gouverneurs von Kiew und durch geheime Korrespondenz mit dem Gouverneur von Riga, General Braun, wissen, worin Letzterem geraten wurde: „Falls einige ausländische Kaufleute wollen, daß sich Verkäufer, Vertreter und Arbeiter in Noworossijsk ansiedeln, müssen geeignete Pässe an sie ausgegeben werden, ungeachtet ihrer Religion.“ Bei „anderen, die nach Petersburg gehen wollen … darf nur ihr Name in den Pässen angegeben werden“, und für ihre Identifikation werden sie „einen Brief des Petersburger Kaufmanns Levin Woolf vorlegen.“

„In solch geheimnisvoller Weise“, erläutert Diky, „wurde die Ansiedlung von Juden in Rußland eingeleitet …“ Die Autokratie Katharinas „befreite sie nicht von der Notwendigkeit, die Meinungen und Geschmäcker von Personen um sie zu respektieren, sowie der großen Masse des russischen Volkes, für die alle ‚Juden‘ „Feinde der Christenheit‘ waren. Dies ist der Grund, warum [in Katharinas Brief] das Wort ‚Jude‘ sorgfältig vermieden wird. … Die Namen dieser Kaufleute waren David Levy, Moses Aron, Israel Lazar und der Arbeiter Jacob Marcus.“

Diky verweist als nächstes auf den Erlaß Katharinas II. von 1791, der Juden gleiche Rechte gab wie „Kaufleute, Kunsthandwerker und die Russen der unteren Mittelschicht in jenen Städten und Siedlungen, in denen sie lebten.“ Er erinnert auch an den Erlaß des Zaren Alexander von 1804, der von den meisten Historikern bequemerweise vergessen wird und der Juden freien Zugang zu Bildung erlaubte. Die genauen Worte waren: „Alle Juden können angenommen und ausgebildet werden, ohne Unterschied, unter allen Kindern in allen russischen Schulen, Hochschulen und Universitäten.“

Im Jahr 1815, nach der enormen territorialen Ausdehnung, die aus der Aufteilung Polens und dem Sieg in den Napoleonischen Kriegen resultierte, fand Rußland sich plötzlich mit 1.200.000 Juden wieder, die zuvor außerhalb der russischen Grenzen gelebt hatten. Zuerst bemühte die Regierung sich zu versichern, daß die neuen Untertanen,  Juden und Nichtjuden gleichermaßen, in den annektierten Territorien gleiche Rechte hatten. Die früheren Verordnungen, die russischen Juden das Recht gaben, in anderen Gebieten im eigentlichen Rußland zu leben, wurden auf polnische und andere Juden ausgedehnt. Aber Juden war es verboten, Kaufmannsvereinigungen „in den zentralen russischen Städten und Häfen“ beizutreten – ein Akt, den man als ersten Schritt zur Schaffung des sehr mißverstandenen Ansiedlungsrayons auslegen könnte.

Die Einschränkungen des Ansiedlungsrayons, erläutert Diky, „galten nicht für die folgenden Kategorien von Juden: Jene mit nichtjüdischem Glauben … Kaufleute der ersten Gilde (das heißt, die besser situierten Juden) … Zahnärzte, Ärzte und Anwälte, Apotheker, Mechaniker, Destillateure, Brauer … Spezialisten und Kunsthandwerker … Verkäufer und Handelsvertreter, die für jüdische Kaufleute der ersten Gilde arbeiteten. Dank der Existenz dieser zahlreichen Ausnahmen und deren geschickte Nutzung durch die Juden gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine einzige Stadt in Rußland, in der es keine große jüdische Kolonie gab.“

Die Anwesenheit reicher Juden in diesen Städten, die in prächtigen Residenzen und Schlössern wohnten und in reichverzierten Synagogen am Gottesdienst teilnahmen, zeigte, daß die Grenzen des Ansiedlungsrayons leicht zu überschreiten waren. Andererseits gab es im Ansiedlungsrayon doch Einschränkungen für arme Juden in Polen und Südwestrußland – ein Zustand, der sehr viel sympathisierende Reaktion seitens der westlichen liberalen Presse hervorrief.

Bis zur Mitte der 1880er begannen Juden trotz des Ansiedlungsrayons das russische Bildungssystem zu dominieren. Zum Beispiel waren 1886 41,5 % der medizinischen Fakultät der Universität von Charkow jüdisch, so wie 30,7 % der medizinischen Fakultät und 41,2 % der juridischen Fakultät der Universität von Odessa. Wegen dieses großen und zunehmenden Mißverhältnisses führte die russische Regierung 1887 „prozentuelle Quoten“ ein, die Juden auf 10 % in Hochschulen und Universitäten im Ansiedlungsrayon begrenzten, auf 5 % außerhalb des Ansiedlungsrayons und 3 % in Moskau. Die Quoten erzielten jedoch nicht ihre gewünschten Ergebnisse, nachdem viele Juden ihre Religion zu wechseln begannen, meistens zu protestantischen Glaubensbekenntnissen, und daher nicht mehr als Juden gezählt wurden. [Könnte dies einen gewissen Anteil der „nichtjüdischen“, aber die jüdische Agenda befürwortenden Elite im Westen und Osten heute erklären? – d. Red. (d. h., Bradford Hanson)] Andere gingen ins Ausland, um ihre Abschlüsse zu machen. Wieder andere besuchten private Schulen und Colleges in Rußland, wo der numerus clausus nicht galt. 1917 waren trotz der Quoten 12 % aller russischen Studenten in höheren Bildungsanstalten Juden, während der jüdische Anteil an der Gesamtbevölkerung 4 % war. Doch die Welt wurde ständig informiert, daß in Rußland „der Zugang zur Bildung für Juden verschlossen war.“ Wenn dies wahr war, fragt Diky, wo bekamen dann all die russischen Juden, die den Staat Israel gründeten, ihre Abschlüsse?

Prozentuelle Quoten wurden auch auf die Repräsentation in Stadtregierungen angewandt, aber nicht in Staatsversammlungen. „Ein Jude, Valnshtain“, schreibt Diky, „war sogar Mitglied des Staatsrates und nahm neben den höchsten Würdenträgern des Russischen Reiches an Sitzungen teil.“

Bis 1827 waren russische Juden vom Militärdienst befreit. Dann wurde jüdischen Autoritäten erlaubt, ihre eigenen Rekruten für die Einberufung auszuwählen, was bedeutete, daß nur die ärmsten und unwissendsten Juden den Militärdienst erlebten. Später unterlagen Juden der Wehrpflicht wie andere russische Untertanen, durften aber keine Offiziere sein. Andererseits, stellt Diky fest, „war zum Beginn des Ersten Weltkriegs die Mehrheit der russischen Zeitschriftenpresse entweder in jüdischen Händen oder unter jüdischem Einfluß und jüdischer Kontrolle.“ Was die Wirtschaft betrifft, so dominierten Juden im vorrevolutionären Rußland im Zuckerraffineriegeschäft, bei Textilien, im Brauereiwesen, Spirituosengroßhandel, Goldbergbau, Holz- und Getreidehandel. Diky fügt hinzu: „Nur zwei Banken in ganz Rußland hatten keine Juden im Vorstand.“

Laut Diky waren die russischen Pogrome unverhältnismäßig übertrieben. Beim Pogrom von Kishinev im Jahr 1903 gab es einen Verlust von nur 49 Leben, manche davon nichtjüdische Regierungskräfte, die die Unruhen niederzuschlagen versuchten. Das größte Pogrom (Odessa 1905), bei dem es 500 Todesfälle gab, von denen etwa 300 Juden und etwa 200 Nichtjuden waren, war genauso sehr ein jüdischer Aufstand wie ein Rassenkrawall. Die Pogrome erwuchsen aus dem revolutionären Ferment im späteren Teil des 19. Jahrhunderts, das in der Ermordung Zar Alexanders II. 1881 kulminierte, ein Terrorakt, an dem manche Juden mitwirkten und den die meisten begrüßten. Die wirtschaftlichen Motive der Pogrome, die in der Weltpresse immer ignoriert werden, waren extrem wichtig. Juden hatten solche Bedeutung im Geldverleih und im Einzelhandel erreicht und beuteten ihre Klienten und Kunden so gnadenlos aus, daß Bauern und Kleinstadtbewohner, wie die Schwarzen in vielen amerikanischen Innenstädten, Juden nur als wucherhafte Plutokratenkaste betrachten konnten, die es auf ihr Blut abgesehen hatte. Diky enthüllt eine der wenig bekannten Episoden der Pogromjahre, indem er sagt, daß eine führende Gruppe jüdischer Revolutionäre tatsächlich erklärten, daß die Pogrome gerechtfertigt seien und unterstützt werden sollten, weil sie sich gegen die „zhidy“ – kapitalistischen Juden – richteten.

Alexander II. mit seinen Kindern Maria und Sergej.

Jüdische Revolutionäre in Rußland machten vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mehr als 50 % der revolutionären Führung aus – eine Zahl, die Graf Witte dem Zionisten Theodor Herzl nannte. Ihre Aktivitäten halfen nicht nur bei der Auslösung von Pogromen, sondern gaben dem Zionismus bedeutenden Anschub, den die zaristische Regierung mit Wohlwollen betrachtete, wenn auch nur aus Sicherheitsgründen. Aber die Revolution war für russische Juden in jenen Tagen viel attraktiver, und der Zionismus trat in den Hintergrund. Einige Jahrzehnte später, wie die Palästinenser zu ihrem Kummer lernten, wurden diese Prioritäten umgekehrt.

Die obigen Informationen sind nur ein Tropfen im Eimer der faszinierenden und wenig bekannten Fakten und rassischen Statistiken, die in Dikys Jews in Russia and the U.S.S.R. gesammelt sind. Eines seiner interessantesten Kapitel betrifft den Fall Beilis, eine jener wiederkehrenden internationalen jüdischen causes célèbres, die sie in den Schlagzeilen gewinnen, selbst wenn sie vor Gericht verlieren. In diesem Rechtsstreit, der mit Ritualmord zu tun hatte, gewannen sie sowohl im Gericht als auch außerhalb davon. Es ist schade, daß Diky nicht lange genug lebte, um Arthur Butz zu begegnen, dem Autor von The Hoax of the Twentieth Century. Die beiden großen Entmystifizierer hatten viel gemeinsam.

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Siehe auch:

Neubetrachtung der russischen Pogrome im 19. Jahrhundert, Teil 1: Rußlands Judenfrage von Andrew Joyce

Mythen und die russischen Pogrome, Teil 2: Erfindung von Greueltaten von Andrew Joyce

Mythen und die russischen Pogrome, Teil 3 – Die jüdische Rolle von Andrew Joyce

Das „Pogrom“ von Limerick: Schaffung einer jüdischen Opferrolle von Andrew Joyce

Über die Linke und den Mythos vom „jüdischen Proletariat“ von Andrew Joyce

Agobard von Lyon und die Ursprünge der feindlichen Elite von Andrew Joyce

Gedanken zum jüdischen Einheiraten in einheimische Eliten von Andrew Joyce

Hintergrund zur Magna Carta von Andrew Joyce

Juden und Schußwaffenkontrolle: Eine Reprise von Andrew Joyce

Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg von William Joyce

Das Scheitern des Multikulturalismus in der polnischen Ukraine von Thomas Jones

Aristokratie, Degeneration und Schwärme von Juden von Revilo Oliver

Diesen Kommentar von mir darüber, wie Winston Churchill und sein Vater Randolph ähnlich wie viele britische „Aristokraten“ in die Abhängigkeit von jüdischen Geldverleihern gerieten

Der Jude Disraeli und die Konstruktion des Empires der Händler von Julius Evola

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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8 Kommentare

  1. Danke für den Link, logos! Ich habe die PDF-Datei aber leider (zweimal) vergeblich herunterzuladen versucht: von den über dreihundert Seiten wurde nur die Titelseite angezeigt, die anderen waren leer, und nach dem Abspeichern hatte die Datei 0 Bytes und konnte nicht geöffnet werden, weil „beschädigt“.

    Es wäre interessant zu wissen, ob es anderen ähnlich geht oder ob das Problem doch nur bei mir bzw. meinem Computer liegt.

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    • Fackel

       /  Februar 6, 2019

      Ging problemlos nach alter Manier durch Anklicken des Links und „Speichern“ bzw. „Speichern unter“.

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  2. logos

     /  Februar 6, 2019

    @ lucifex
    Adresse anklicken, oben rechts Menü -Dokument speichern- öffnen mit adobe und erst dann speichern.

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  3. @ Fackel: genau so – mit „Speichern unter“ – habe ich es mehrmals versucht, aber vergeblich. Beim letzten Versuch habe ich mit dem Abspeichern etwas länger gewartet, und da wurden dann tatsächlich alle Seiten der PDF angezeigt. Deshalb hatte ich gedacht, daß es jetzt endlich funktionieren würde, aber die abgespeicherte PDF hatte danach immer noch 0 Bytes und konnte nicht geöffnet werden, weil „beschädigt“.

    @ Logos: eine Funktion „öffnen mit Adobe“ habe ich bei mir gar nicht gefunden. Aber egal, immerhin können offenbar andere sich die Datei von Deinem Link herunterladen, und das ist ja die Hauptsache.

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  4. zippelmütz

     /  Februar 8, 2019

    Bei mir hat es auch geklappt. Werde mir das demnächst mal durchlesen. Danke fürs Einstellen.

    Antworten
  5. Aus dem obigen Artikel:

    Jüdische Revolutionäre in Rußland machten vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mehr als 50 % der revolutionären Führung aus – eine Zahl, die Graf Witte dem Zionisten Theodor Herzl nannte. Ihre Aktivitäten halfen nicht nur bei der Auslösung von Pogromen, sondern gaben dem Zionismus bedeutenden Anschub, den die zaristische Regierung mit Wohlwollen betrachtete, wenn auch nur aus Sicherheitsgründen. Aber die Revolution war für russische Juden in jenen Tagen viel attraktiver, und der Zionismus trat in den Hintergrund. Einige Jahrzehnte später, wie die Palästinenser zu ihrem Kummer lernten, wurden diese Prioritäten umgekehrt.

    Wie sich diese „Umkehrung der Prioritäten“ in der Sowjetunion auswirkte, ist aus dem Wikipedia-Artikel „Stalinsche Säuberungen“ zu ersehen:

    Eine zweite Säuberungswelle setzte zu Beginn des Jahres 1948 ein. Sie war hauptsächlich gegen Juden gerichtet, die als „wurzellose Kosmopoliten“ denunziert wurden. Die Kampagne führte zunächst zur Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees, erreichte ihren Höhepunkt in der so genannten Ärzteverschwörung und endete abrupt mit Stalins Tod im März 1953. Zu den Hintergründen und Motiven dieses politisch motivierten Massenmords gibt es in der Forschung zum Teil sehr unterschiedliche Erklärungsansätze, die kontrovers diskutiert werden.

    „Politisch motivierter Massenmord“ dürfte wohl eine reichlich übertriebene Formulierung sein, was uns aber im Zusammenhang mit jüdischen Verfolgungsnarrativen nicht überraschen wird. Sehen wir uns an, was Wikipedia unter „Ärzteverschwörung“ zu sagen hat:

    Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des Kalten Krieges, schien sich die Lage der Juden in der Sowjetunion zunächst zu bessern. Es wurden Gerüchte verbreitet, auf der Halbinsel Krim werde eine „Jüdische Republik“ für Holocaust-Überlebende gegründet. Doch ab 1948, im Vorfeld der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel, änderte sich das Klima schlagartig. Im Januar 1948 kam Solomon Michoels, der Vorsitzende des Jüdischen Antifaschistischen Komitees (JAK), unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall in Minsk ums Leben. Zur selben Zeit wurden sämtliche jüdischen kulturellen Einrichtungen in der Sowjetunion aufgelöst. Im November 1949 wurde das JAK aufgelöst und seine Mitglieder verhaftet. Sowjetische Zeitungen führten eine aggressive Kampagne gegen „wurzellose Kosmopoliten“, mit denen in aller Regel Juden gemeint waren. 25 führende Mitglieder des antifaschistischen Komitees wurden der Zusammenarbeit mit dem Zionismus und dem US-amerikanischen Imperialismus angeklagt, wobei das „Krim-Projekt“ als „imperialistische Verschwörung“ zur Abspaltung der Krim von der UdSSR dargestellt wurde.

    1951 denunzierte der stellvertretende Minister für Staatssicherheit Michail Dmitrijewitsch Rjumin seinen Vorgesetzten Wiktor Semjonowitsch Abakumow, weil er angeblich Untersuchungsergebnisse gegen den jüdischen Arzt Jakow Giljarijewitsch Etinger unterdrückt hätte. Auch Abakumows Mangel an Entschlossenheit im Kampf gegen das JAK wurde ihm zum Vorwurf gemacht. Hintergrund war jedoch keine reale Bedrohung der staatlichen Sicherheit, sondern ein Machtkampf zwischen Abakumow und Georgi Maximilianowitsch Malenkow.

    In einer öffentlichen Konferenz im November 1952, die den Slánský-Prozess in Prag zum Thema hatte, gab Klement Gottwald – der Präsident der Tschechoslowakei – bekannt: „Während der Untersuchung entdeckten wir, wie Verrat und Spionage die Reihen der kommunistischen Partei unterwandern. Ihr Ziel ist der Zionismus“. Slánský „habe aktive Schritte unternommen“, Gottwalds Leben mit der Hilfe „handverlesener Ärzte aus dem feindlichen Lager zu verkürzen“. Am 3. Dezember wurden 13 ehemalige kommunistische Führer der Tschechoslowakei, 11 von ihnen Juden, hingerichtet.

    Etwa gleichzeitig erklärte Stalin in einer Sitzung des Politbüros am 1. Dezember 1952 nach Angaben von Wjatscheslaw Malyschew:

    „Jeder jüdische Nationalist ist ein Agent des amerikanischen Geheimdiensts. Die jüdischen Nationalisten glauben, ihre Nation sei von den USA gerettet worden (dort kann man reich, bourgeois usw. werden.). Sie glauben, den Amerikanern gegenüber eine Schuld zu tragen. Unter den Ärzten gibt es viele jüdische Nationalisten.“

    Ein Tagesordnungspunkt der Versammlung des Präsidiums der KPdSU am 4. Dezember betraf „die Situation im Ministerium für Staatssicherheit und die Sabotage in den Reihen der medizinisch Tätigen“. Er wurde von Stalin und dem stellvertretenden Minister für Staatssicherheit, Sergei Goglidse, vorgebracht. „Blind seid ihr wie junge Katzen, was wird nur ohne mich – das Land wird untergehen, wenn ihr es nicht versteht, die Feinde auszumachen“, äußerte Stalin dem Präsidium gegenüber. In dieser Sitzung wurde beschlossen, alle Geheimdienste und Dienste der Gegenspionage unter dem Dach des russischen Militär-Geheimdienstes GRU zu vereinen. Mit der Leitung wurde Sergei Ogolzow beauftragt, der später angeklagt werden sollte, 1948 die Ermordung von Solomon Michoels in Auftrag gegeben zu haben. Die diskrete Säuberung und Umstrukturierung des von sowjetischen Sicherheitsapparats, die Stalin plante, bildete den Hintergrund für die öffentliche Kampagne gegen die angebliche Ärzteverschwörung, die Anfang 1952 losgetreten wurde.

    Ein Artikel in der Prawda

    Am 13. Januar 1953 wurden einige der angesehensten und bekanntesten Ärzte der UdSSR beschuldigt, an einer riesigen Verschwörung beteiligt zu sein, die sich zum Ziel gesetzt habe, die oberste sowjetische Politik- und Militärführung zu vergiften. Die Prawda, das Zentralorgan der KPdSU, berichtete von den Anschuldigungen unter der Schlagzeile Bösartige Spione und Mörder unter der Maske akademischer Ärzte:

    „Die Mehrheit der Mitglieder dieser Terroristengruppe […] waren von amerikanischen Geheimdiensten gekauft. Sie wurden von einer Zweigstelle der Amerikanischen Geheimdienste, einer internationalen jüdischen bourgeois-nationalistischen Organisation namens ‚Joint‘ angeworben. Das schmutzige Gesicht dieser zionistischen Spionageorganisation, die ihre bösartigen Handlungen hinter der Maske der Wohltätigkeit verbarg, ist nun vollständig zum Vorschein gekommen. […] Die Demaskierung einer Bande von Gift verabreichenden Ärzten stellt einen schweren Schlag gegen die internationale jüdisch-zionistische Organisation dar.“

    Unter anderen berühmten Namen, die genannt wurden, waren Solomon Michoels, Schauspieler und Direktor am Staatlichen Jüdischen Theater Moskau und Vorsitzender des Jüdischen Antifaschistischen Komitees, der auf Stalins Befehl im Januar 1948 umgebracht wurde, und als „wohlbekannter jüdischer bourgeoiser Nationalist“ bezeichnet wurde, Boris Schimeljowitsch, ein ehemaliger Oberster Chirurg der Roten Armee und Direktor des Botkin-Krankenhauses, Miron Wowsi, Stalins Leibarzt und ein Bruder Michoels’, Jakow Etinger, ein weltbekannter Kardiologe, A. Feldman, HNO-Arzt, A. Grinschtein, Neuropathologe, Boris Kogan, Therapeut, Michail Kogan, I. Jegorow und Wladimir Winogradow. Bis auf zwei waren alle von ihnen Juden.

    Die Liste der angeblichen Opfer der Verschwörung enthält hochrangige Amtsträger wie Andrei Schdanow, Alexander Schtscherbakow, die Marschälle der Sowjetunion Alexander Wassilewski, Leonid Goworow und Iwan Konew, General Schtemenko, Admiral Lewtschenko und andere. In dem Narrativ, das damit entfaltet wurde, waren sie alle als Gegner jüdischer Machenschaften von jüdischen Ärzten ermordet worden, und der sowjetische Sicherheitsapparat habe diese Taten skandalöserweise gedeckt.

    Verhaftungen

    Anfänglich gab es 37 Verhaftungen, doch diese Zahl wuchs schnell in die Hunderte. Juden wurden reihenweise entlassen, verhaftet, in Lager geschickt oder hingerichtet. Dies wurde von Schauprozessen und antisemitischer Propaganda in den staatlichen Massenmedien begleitet. Die Prawda veröffentlichte einen von vielen angesehenen Personen der Sowjetunion (auch Juden) unterschriebenen Brief mit heftigen Verurteilungen der Verschwörung. Ein Teil der Verhaftungen könnte nur deshalb erfolgt sein, um den antijüdischen Charakter der Kampagne zu verschleiern.

    Am 9. Februar 1953 ereignete sich auf dem Gelände der sowjetischen Botschaft in Tel Aviv eine Explosion, und am 11. Februar brach die UdSSR ihre diplomatischen Beziehungen mit dem jüdischen Staat ab. Am 12. Februar wurde die Moskauer Ärztin Maria Weizmann, Schwester des ersten israelischen Präsidenten Chaim Weizmann, der 1952 verstorben war, verhaftet.

    Außerhalb von Moskau gab es schnell ähnliche Anschuldigungen. In der Ukraine beispielsweise wurde eine angeblich vom Endokrinologen Wiktor Kogan-Jasny, der erste, der in der UdSSR Diabetes mellitus mit Insulin behandelt und damit tausende Leben gerettet hatte, angeführte Ärzteverschwörung aufgedeckt. 36 Verschwörer wurden dort verhaftet.

    Die mittlerweile geöffneten Unterlagen der KGB-Archive belegen, dass Stalin die gesammelten Untersuchungsergebnisse an Georgi Malenkow, Nikita Chruschtschow und andere mögliche Opfer der Ärzteverschwörung weitergab.

    Albert Einstein, Winston Churchill und andere prominente Persönlichkeiten des Auslands sandten verurteilende Telegramme an das sowjetische Außenministerium und forderten eine Untersuchung der Vorfälle.

    Am 1. März 1953 erkundigte sich Josef Stalin persönlich nach dem Stand der Vorbereitungen des Ärzte-Prozesses. Eine Beschleunigung des Verfahrens konnte er aber nicht mehr erreichen, da er am Abend desselben Tages einen Schlaganfall erlitt, dem am 2. März ein weiterer Schlaganfall folgte. Stalin starb an den Folgen der Schlaganfälle am Abend des 5. März 1953 um 21:30 Uhr in Kunzewo.

    Stalins Tod und die Folgen

    Kurz nach dem Tod Stalins am 5. März 1953 erklärte die neue Führung, dass die Vorwürfe gänzlich von Stalin und seinen Seilschaften erfunden worden waren. Der Fall wurde am 31. März vom Chef des NKWD und Innenminister Lawrenti Beria niedergeschlagen. Am 3. April sprach das Präsidium der KPdSU die Verhafteten offiziell frei. Michail Rjumin wurde vorgeworfen, für die Erfindung der Verschwörung verantwortlich zu sein, er wurde in der Folge verhaftet und hingerichtet. Im Juli 1953 nahm die Sowjetunion die diplomatischen Beziehungen zu Israel wieder auf.

    Einige Forscher wie Benjamin Pinkus, Edward Stanislawowitsch Radsinski oder Timothy Snyder halten es für möglich, dass die Kampagne um die Ärzteverschwörung auf eine Deportation der gesamten Judenheit der Sowjetunion nach Sibirien abzielte. Dies sei dann durch Stalins Tod verhindert worden. In den sowjetischen Archiven findet sich kein Hinweis auf ein derartiges Vorhaben Stalins. Der Historiker Matthias Vetter bezeichnet dies als Mythos, hält es aber für wahrscheinlich, dass bei Fortleben des Diktators eine neue Welle des Terrors über Juden und Nichtjuden in der Sowjetunion hereingebrochen wäre.

    Ich glaube ebenfalls nicht, daß eine Deportation der sowjetischen Juden nach Sibirien beabsichtigt war; vielmehr halte ich es für wahrscheinlich, daß damit Juden aus der Sowjetunion vergrault und zu einer Auswanderung in das neugegründete Israel motiviert werden sollten. Sehen wir uns an, wie William Pierce die diesbezügliche jüdische Interessenlage in Der Hintergrund des Verrats (3): Zionismus zwischen den Weltkriegen beschreibt:

    Die Zionisten hatten natürlich niemals beabsichtigt, dass alle Juden der Welt oder auch nur eine Mehrheit von ihnen nach Palästina ziehen sollten. Wer hätte denn die Gojim melken und scheren sollen, wenn das geschehen wäre? Der Plan war, alle existierenden jüdischen Kolonien in den nichtjüdischen Nationen aufrechtzuerhalten und sogar auszubauen, damit Juden dort weiterhin ihren Einfluss geltend machen und ihre Tributzahlungen einkassieren konnten. Aber sie wollten auch einen ausschließlich jüdischen Hauptquartier-Staat, in dem es keine neugierigen Blicke aus nichtjüdischen Augen geben würde und wo die Juden der Welt Führerschaft finden könnten.

    Das Problem war, dass das Leben unter den Nichtjuden zu angenehm war. Warum sollte Schlomo oder David seinen lukrativen und bequemen Posten in der sowjetischen Bürokratie aufgeben, um ein Leben in einem palästinensischen Kibbuz zu beginnen, wo tatsächlich von ihm erwartet werden würde, dass er mit seinen Händen arbeitet? Warum sollten Israel und Sarah ihr hübsches, sicheres Pfandleihhaus in Brooklyn verkaufen, um sich in Jaffa oder Jerusalem wütenden palästinensischen Mobs gegenüberzusehen?

    Während der ersten paar Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wurden die zionistischen Eiferer, die tatsächlich in Palästina leben wollten, von einer großen Zahl von Juden verstärkt, die als Kriegsvertriebene bereit waren, jeden Hafen zu akzeptieren. Danach waren die Eiferer die einzigen Einwanderer, und es gab einfach nicht genug von ihnen. Wenn die Zionisten ein jüdisches Palästina haben wollten, dann mussten sie einen Weg finden, sehr viel mehr Juden von ihrem bequemen Leben in Europa, Amerika und anderswo loszueisen und sie zu überzeugen, dass sie in Palästina sicherer und wohlhabender sein würden als dort, wo sie waren. Vielleicht würde ein weiterer Krieg den Trick bewerkstelligen können?

    Nun, es war nicht der Zweite Weltkrieg als solcher. Vielmehr bestand der Trick in der Schaffung eines antisemitischen politischen Klimas in bis dahin stark von Juden dominierten Ländern.

    Ist es nicht interessant, wie in der jüdischen Sowjetunion gerade um die Zeit der Gründung Israels 1948 „das Klima sich schlagartig änderte“ und ein Diktator, der in diesem jüdisch kontrollierten Staat an die Macht gekommen war, eine zunehmend judenfeindliche Politik betrieben hatte, die wie gerufen kam, um eine erhöhte jüdische Auswanderungsbereitschaft in Richtung Israel zu bewirken? Und wie Stalin dann praktischerweise gestorben ist, worauf die neue Führung alles ihm und seinen Seilschaften anlasten konnte?

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