„Game of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin entdeckt auf „Finding Your Roots“, daß er zu nahezu einem Viertel Jude ist

George R. R. Martin (links, mit „Finding Your Roots“-Präsentator Henry Louis Gates, Jr.) war von seinem DNS-Test geschockt.

Von Curt Schleier, übersetzt von Lucifex. Das Original ‘Game of Thrones’ creator George R.R. Martin discovers he’s nearly a quarter Jewish on ‘Finding Your Roots’ erschien am 4. Januar 2019 auf „Jewish Telegraphic Agency“. (In dieser Übersetzung ist nur die erste Hälfte des Artikels wiedergegeben, die GRRM betrifft; den Rest über die jüdische Abstammung von Andy Samberg aus „Saturday Night Live“ und „Brooklyn Nine-Nine“ habe ich weggelassen.)

 

In der Promi-Genealogieshow „Finding Your Roots“ von PBS hat es eine Menge jüdischer Gäste gegeben – Bernie Sanders, Larry David, Paul Rudd und Scarlett Johansson -, und gelegentlich Gäste, wie Paul Ryan, die erfahren, daß sie einen jüdischen Vorfahren in ihrem Familienstammbaum haben.

Aber die Premiere der fünften Staffel, die am 8. Januar gesendet wird, enthält die dramatischste jüdische Story, die die Show bisher ausgegraben hat: „Game of Thrones“-Autor George R. R. Martin entdeckt, daß er zu nahezu einem Viertel jüdisch ist.

Martin, 70, wuchs in Bayonne, New Jersey, auf. Seine Mutter war halb irisch, und sein Vater war halb Italiener. Martin stand seiner Großmutter mütterlicherseits, Grace, sehr nahe, deren italienischer Ehemann Louis sie verließ und ohne Scheidung eine neue Familie gründete (Grace war eine fromme Katholikin).

Martin glaubte, daß er genetisch zumindest ein wenig italienisch sei, aber ein Test seines Erbguts enthüllte, daß er in Wirklichkeit gar keine italienische DNS hat. Jedoch zeigte der Test auch, daß er zu 22,4 Prozent aschkenasischer Jude ist – ungefähr das Äquivalent eines jüdischen Großelternteils.

Um ihre Ergebnisse zu überprüfen, machten die Rechercheure einen von Louis Söhnen aus der zweiten Familie ausfindig und testeten ihn. Falls Louis Georges Großvater war, hätte es eine teilweise Übereinstimmung geben sollen – etwa 6 Prozent. Aber es gab keine.

Ein Test von Martins Großeltern mütterlicherseits zeigte nur irische Abstammung, daher spekulierten die Rechercheure der Show, daß Louis Grace verließ, nachdem er entdeckt hatte, daß sie eine Affäre mit einem Juden hatte.

Alles, was ein fassungsloser Martin in der Show sagen kann, ist: „Ihr habt meine Weltsicht entwurzelt.“

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. Gefunden habe ich den Link zu diesem Artikel in einem Kommentar zu Tanstaafls DNA Reveals The Legacy of Jewing.

    Befürchtet habe ich so etwas, nachdem ich im autobiographischen Abschnitt „Rede als Ehrengast“ in GRRMs Buch „Traumlieder III“ das gelesen hatte:

    Dort begann auch ich aufzuwachsen. Das Haus gehörte meiner Urgroßmutter, Oma Jones, eine sture alte Matriarchin deutscher Herkunft. Wir lebten dort, bis ich vier war, und kamen fünf Jahre lang, nachdem wir weggezogen waren, jeden Sonntag auf Besuch zurück. Die meisten meiner Erinnerungen an das Haus stammen von diesen Besuchen. Um diese Zeit war Oma Jones schon ans Bett gefesselt, aber das machte sie kein bisschen weniger Furcht einflößend.

    Jeden Sonntag, kaum dass wir da waren, wurden meine Schwester und ich in Oma Jones‘ Schlafzimmer geschickt, wo wir ihr berichten mussten, was wir in der vergangenen Woche gelernt hatten – und gnade uns Gott, falls wir ein Fach ausließen. Kein Lehrer, den ich je in der Schule hatte, war auch nur halb so furchterregend wie Oma Jones in ihrem großen Bett mit den vier Pfosten.

    […]

    Auch wenn wir eine Wohninsel in einem Meer von Geschäften, Schaufenstern und Kneipen waren, weigerte sich Oma Jones, das Grundstück zu verkaufen. Sie war eine eigensinnige Frau, die es gewohnt war, dass alles nach ihrem Willen ging, und niemand würde sie zu einem Umzug bewegen. Sie war eine Gasmann gewesen, bis sie George Jones heiratete, einen Hauptkommissar bei der Polizei von Bayonne. Ein gerahmtes Foto vom Hauptkommissar, der streng aus seiner Polizeiuniform schaute, stand auf Oma Jones‘ Kommode, aber das ist auch schon alles, was ich je über ihn erfuhr.

    An dieser Stelle, wo der Name „Gasmann“ genannt wurde, hat es mir einen kleinen Stich des Argwohns in Richtung einer möglichen jüdischen Abstammung versetzt. Dem obigen Artikel zufolge wird sein jüdischer Abstammungsanteil allerdings als Folge eines Seitensprungs seiner Großmutter Grace mit einem Juden vermutet.

    Noch ein Ausschnitt aus GRRMs „Rede als Ehrengast“:

    Darüber hinaus gab es noch eine Tochter, meine Oma Grace, die einen italienischen Immigranten namens Louis Martin geheiratet hatte. Zuerst bekam sie meine Tante Gladys und dann meinen Vater. Zu dem Zeitpunkt, als ich geboren wurde, hatte Gladys geheiratet, war fortgezogen und hatte ihre eigene Familie gegründet, aber mein Vater, seine Mutter Grace, sein Onkel Georgie, deren Mutter Oma Jones und Oma Jones‘ jüngere Schwester Tante Barbry blieben alle im Haus auf dem Broadway.

    Nicht aber mein Großvater. Louis Martin starb erst, als ich schon auf dem College war, aber für unsere Familie war er schon damals so gut wie tot. Meine einzige Erinnerung an Opa Louis ist die, wie er mich bei seinen sporadischen Besuchen im Haus auf dem Broadway in die Luft wirft und wieder auffängt. Er lachte, und ich hatte fürchterliche Angst, wenn ich mich recht erinnere. Louis wurde in Italien geboren, wanderte aber in jungen Jahren mit seinem Vater nach Amerika aus. Wahrscheinlich war er damals, als er mich in die Luft warf, nicht viel älter als ich heute. Als sie ihre Heimat verließen, lautete der Nachname der Familie Massacola, aber sie änderten ihn hier in Martin.

    Allen Berichten zufolge war Louis intelligent, attraktiv, ein charmanter Mann, aber in unserer Familienüberlieferung war er ein Halunke. Nachdem meine Großmutter Grace zwei Kinder zur Welt gebracht hatte, verließ er sie und brannte mit einer jüngeren Frau durch. Weit kam er jedoch nicht. Menschen aus Bayonne verlassen Bayonne nur selten, also zogen Louis und seine neue Frau nur zwanzig Häuserblocks weiter. Angeblich lebten sie in der Nähe des Boulevards, irgendwo hinter der 50th Street. Meine Großmutter Grace war eine gute Katholikin, also erlaubte sie Louis nie, sich von ihr scheiden zu lassen, was ihn jedoch nicht davon abhielt, noch weitere Kinder mit seiner neuen Frau zu zeugen.

    Es gab keinen Kontakt zwischen den beiden Martin-Familien, oder zwischen meinem Vater und meinem Großvater. Tatsächlich geriet Smokey [wie GRRMs Vater mit Spitznamen genannt wurde] in Wut, wenn ich den Namen seines Vaters auch nur erwähnte.

    Da ich nie die Gelegenheit bekam, ihn nach seiner Sicht der Dinge zu fragen, kann ich nicht genau sagen, warum Louis Grace und seine Kinder verließ. Aber ich nehme an, dass er vor seiner Schwiegermutter genauso flüchtete wie vor seiner Ehefrau.

    Meine Großmutter Grace war eine liebe, freundliche und sanfte Frau, aber Urgroßmutter Jones war aus härterem Holz geschnitzt. Die Witwe des Kommissars regierte das Haus am Broadway mit eiserner Hand, im Kleinen wie im Großen. Zum Beispiel an Weihnachten. Meine Schwestern und ich öffneten unsere Geschenke nie am Weihnachtsmorgen. Stattdessen wurden wir an Heiligabend um Mitternacht geweckt; dann gab es Milch, Kekse und Geschenke. Dies war ein deutscher Brauch, den die Gasmans aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. Oma Jones zwang diesen erfolgreich ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln auf. Den Protesten von drei Generationen nicht-deutscher Ehepartner wurde dabei kein Gehör geschenkt.

    Wenn ich das lese, erscheint es mir plausibel, daß Oma Jones aus einer Familie von zum Christentum konvertierten Juden stammte und daß ein Teil von GRRMs jüdischen Genen auch aus dieser Linie stammt (das könnte auch ein Grund gewesen sein, warum Großmutter Grace sich instinktiv zu dem vermuteten jüdischen Seitensprungpartner hingezogen gefühlt hatte).

    Im Lichte der Information über GRRMs teilweise jüdisches Erbgut könnte man sich vorstellen, daß die so erstaunlichen Parallelen zwischen der parasitären Kollektivintelligenz, dem „Schwamm“ in „Die Männer der Station Greywater“ und dem (((„Stamm“))) vielleicht auf einem instinktiven Gespür des Autors für diesen Teil seiner Abstammung beruht. Und man denkt dabei unangenehm berührt an diese Zeilen von Goethe, die Osimandia in ihrem Kommentar im AdS-Originalstrang zu „Greywater“ zitiert hat:

    Es ist ein jeglicher in deinem Land
    auf eine oder andere Art mit Israel verwandt.

    Antwort

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