Ace of Swords: Alles auf eine Karte (Teil 1)

Eine Science-Fiction-Geschichte von Deep Roots alias Lucifex.

 Vorbemerkung des Verfassers: Dies ist eine Geschichte, deren dreieinhalb Jahrzehnte lange „Entstehungshistorie“ damit begonnen hat, daß ich irgendwann Anfang der 1980er den amerikanischen Fernsehfilm „Raubvögel“ („Birds of Prey“) von 1973 gesehen habe. Zu der Zeit kannte ich schon das damals noch recht neue Musikalbum „The Turn of a Friendly Card“ von Alan Parsons Project, und irgendwie haben sich einige Lieder daraus zusammen mit „Raubvögel“ in meinem Kopf zur Grundidee eines SF-Films entwickelt, der im Kern eine Art futuristisches „Raubvögel“ sein sollte, mit „The Turn of a Friendly Card“ als Filmmusik (ich hegte damals den Traum bzw. die Illusion, irgendwann einmal Profi-Filme machen zu können).

Später, nach Aufgabe des Filmertraums, hatte ich die Geschichte irgendwann einmal zu einem Buch verarbeiten wollen, und im Oktober 2017 habe ich mich dazu entschlossen, sie nun endlich in Form eines Blogbeitrags zu verwirklichen, was auch die Integration von „The Turn of a Friendly Card“ und anderer Lieder als eine Art „Filmmusik“ ermöglicht. Im Kern ist die Geschichte immer noch das ursprüngliche Projekt, aber sie ist im Laufe der Jahre doch in mancher Weise zu etwas ganz anderem mutiert.

Dies ist Teil 1 von 4, und es gibt zur Begriffs- und Hintergrunderläuterung auch ein Glossar.

Zur Einstimmung vor dem Lesen gibt’s hier das drei Minuten lange Instrumentalstück The Ace of Swords“ aus The Turn of a Friendly Card“:

 A C E   O F   S W O R D S :   A L L E S   A U F   E I N E   K A R T E

Prolog

Der Große Galaktische Krieg war beendet. So hatten ihn die Menschen genannt, für die es der erste große interstellare Konflikt war, den sie erlebten. Für die anderen Spezies, die im Rahmen der Galaktischen Zivilisation daran teilgenommen hatten, war er bloß ein Maßregelungskrieg gegen die Xhankh gewesen, die sich geweigert hatten, alle Regeln jener lose verbundenen Multispezies-Zivilisation einzuhalten, gegen die sie sich schließlich in einem offenen Krieg gewandt hatten. Wie ihn die Xhankh nannten, für die er mit der schwersten Niederlage ihrer Geschichte und dem Verlust der meisten ihrer Welten geendet hatte, verrieten sie niemandem. Nun sammelten sich die Schiffe der Sieger zur Rückkehr in ihre Heimatsysteme, die Kreuzer der Menschen ebenso wie die gigantischen Kriegsschiffe der älteren Galciv-Mächte, vor denen sie beinahe zwergenhaft wirkten.

Begonnen hatte der Krieg mit einem Streit um das Recht der Nachbarspezies der Xhankh, im von diesen beanspruchten Raumgebiet um den Kohlensack-Dunkelnebel Welten zu besiedeln, die von ihrer Natur her für sie am besten geeignet waren, während die Xhankh sie als neue Heimatwelten uninteressant fanden. Dies war gängige Praxis und entsprach einer der fundamentalsten Regeln der Galaktischen Zivilisation: Nachdem für jede Spezies nur ein Bruchteil aller für Leben bewohnbaren Welten hinsichtlich Schwerkraft, Spektraltyp der Sonne, Jahreslänge und Rotationsdauer sowie chemischer Beschaffenheit ideal war und andererseits die überlichtschnellen Raumschiffe eine weiträumige Erschließung ermöglichten, ließen die raumfahrenden Spezies die für sie suboptimalen Welten ungenutzt, auch wenn sie näher an ihrem Ursprungssystem lagen. Stattdessen kolonisierten sie nur optimale, auch wenn sie weiter entfernt und zwischen die Welten anderer Spezies mit anderen Bedürfnissen eingestreut lagen. Exklusive Hoheitsansprüche auf ein bestimmtes Raumgebiet wurden von der Galciv nur im näheren stellaren Bereich um das Ursprungssystem einer Spezies toleriert. Die Xhankh wollten jedoch aus strategischen Gründen keine Kolonien fremder Wesen zwischen ihren Welten dulden, und weil sie eine der bedeutendsten Mächte in jenem Raumsektor waren, glaubten sie sich in der Position, diesen Standpunkt durchsetzen zu können.

Außerdem hatten die Xhankh sechs Jahrtausende zuvor eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung und schließlichen Ausrottung der Lwaong gespielt, deren Machtbereich einen Großteil der sechshundert Lichtjahre zwischen Sol und dem Kohlensack eingenommen und sich noch ein Stück über Sol hinaus in Richtung des galaktischen Randes erstreckt hatte. Die Lwaong hatten sich überhaupt geweigert, der Galaktischen Zivilisation beizutreten, und weiterhin interstellare Expansion betrieben, wenngleich nicht auf Kosten von Galciv-Mitgliedsmächten. Schließlich war es zum totalen Krieg gekommen, und weil die Xhankh diesen entscheidend zu gewinnen geholfen und dabei nicht nur militärische Stärke gezeigt hatten, sondern seitdem auch einen Teil des ehemaligen Lwaong-Raumes besaßen, der ihnen zusätzliche strategische Tiefe und Ressourcen gab, verhielten sie sich unnachgiebig, schüchterten ihre Nachbarn mit ihren Kampfschiffen ein und setzten auf die Kriegsunwilligkeit der alten Galciv-Spezies.

Nach einer Reihe eskalierender feindseliger Zwischenfälle hatte die Galciv ihre Mitgliedsspezies dann doch zum Krieg gegen die Xhankh aufgerufen, die zunächst nur gemaßregelt, in ihrer Stärke beschnitten und zur vollen Akzeptanz aller Galciv-Prinzipien samt Abtretung aller zuvor umstrittenen Welten in ihrem Raumbereich gezwungen werden sollten. Diesem Aufruf waren anfänglich nur die unmittelbaren Nachbarn der Xhankh nachgekommen, sodaß letztere zunächst bedeutende Anfangserfolge erzielen konnten. Als dann in entfernteren Randbereichen der Galciv-Sphäre auch noch dritte Mächte – eigensinnige Halbmitglieder, widerstrebende Eingliederungskandidaten und offene Feinde – begonnen hatten, alte Rechnungen wieder aufzumachen, hatte es für die Xhankh noch besser auszusehen begonnen. Über diese letzteren Aspekte des frühen Xhankh-Krieges war für die Menschen nur wenig und teils Widersprüchliches zu erfahren gewesen, aber soviel war klar: Die Galaktische Zivilisation sah sich nun in diesem Raumsektor ernstlich in Bedrängnis.

Sie hatte darauf reagiert, indem sie nun doch eine Anzahl weiterer Mitglieder zu einem wenigstens begrenzten Engagement mobilisierte, um zunächst jene zusätzlich aufgeflammten Grenzkonflikte zu bereinigen. Danach hatte sie sich verstärkt gegen die Xhankh wenden und deren Vordringen stoppen können. Der nächste Schritt hatte in der Gewinnung des jüngsten Mitglieds, der Solaren Föderation, für einen Kriegseintritt bestanden.

Die Solare Föderation, ein loser Zusammenschluß aus Euro-Afrikanischer Föderation, Eurasien, Pazifischer Föderation und Panamerikanischer Union, war in der Mitte des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts nach dem Erstkontakt mit den Arrinyi gebildet worden, denen die Menschen als ersten Vertretern der Galciv und als ersten Außerirdischen überhaupt begegnet waren. Zu dieser Zeit hatten die irdischen Mächte gerade mit der Erforschung von Sols Nachbarsternen mittels erster Warpraumschiffe begonnen und dabei auch auf zwei Exoplaneten halbprimitive Menschenpopulationen gefunden, wofür sie keine Erklärung hatten, denn von den Aktivitäten der Lwaong in der Prähistorie wußten sie noch nichts. Die neu eröffnete galaktopolitische Perspektive hatte den Befürwortern einer engeren globalen Integration unter den irdischen Eliten zur Durchsetzung gegenüber den Anhängern der multipolaren Version einer transnationalen Weltordnung verholfen. Danach hatte die Verlockung einer allmählichen Einführung in den technisch-wissenschaftlichen Stand der Galaktischen Zivilisation, die von den Arrinyi und Vertretern der älteren Mächte aus dem geheimnisvollen Inneren der Galciv-Sphäre in Aussicht gestellt worden war, dazu geführt, daß ab 2155 mit der schrittweisen Aufnahme der Menschheit in den uralten interstellaren Zivilisationsverband begonnen wurde.

Als vier Jahrzehnte später Nachrichten über Kämpfe im Raum um den Kohlensack die Menschenwelten zu erreichen begonnen hatten, war man dort zunächst auf Heraushaltung bedacht gewesen, aber die Galciv hatte den Menschen für den Fall einer Kriegsteilnahme auf ihrer Seite einen beschleunigten Technologietransfer versprochen, und dann hatte es mehrere mysteriöse Überfälle auf Erdaußenposten gegeben, die den Xhankh zugeschrieben worden waren.

Darauf war eine massive Kriegspropagandawelle in allen Medien gefolgt, die die Vision vom heroischen Einsatz der Solaren Streitkräfte für Frieden und Sophontenrechte beschworen hatte. Besonders die Arrinyi, die bei den Menschen wegen ihres am ehesten noch einigermaßen humanoiden Äußeren die beliebtesten aller Außerirdischen waren (auch weil man ihnen wegen ihrer andersartigen Lebensbedürfnisse als Bewohner langsam rotierender Welten von K-Typ-Sonnen keinen Appetit auf Menschenwelten zutraute) und die als nächste Nachbarn der Xhankh am meisten von deren Übergriffen betroffen waren, wurden als Opfer präsentiert. Es gab sogenannte Hilfseinsätze irdischer Schiffe, die prompt mit den Xhankh aneinandergerieten, und als 2200 das nächste Jahrhundert eingeläutet wurde, war auch die Solare Föderation voll in den Krieg verwickelt.

Für die Xhankh hatte sich nun das Blatt zu wenden begonnen, aber im Wissen um das Schicksal, das den Lwaong sechs Jahrtausende zuvor unter ihrer maßgeblichen Mitwirkung zugefügt worden war, hatten sie sich mit immer verbissenerer Verzweiflung gewehrt und dabei Kraftreserven mobilisiert, mit denen ihre Gegner nicht gerechnet hatten. So wurde es ein langer, kostspieliger und verlustreicher Krieg, der erst 2247 endete, nachdem den Xhankh ihr Überleben als Spezies auf ihrer Ursprungswelt und im ältesten Drittel ihrer Kolonien zugesichert worden war. Überall sonst in ihrem Imperium wurden sie zur Strafe vertrieben oder ausgelöscht.

In den Nachkriegsjahren hatte es dann große Umwälzungen gegeben. Viele militärische Raumschiffe waren auf dem zivilen Gebrauchtmarkt günstig verkauft worden, und Händler, Forscher und Glücksritter aller Art schwärmten in die stellare Nachbarschaft aus, deren Erdstandard-Welten den Menschen zugesprochen worden waren. Die irdischen Behörden hatten große Mühe, Recht und Ordnung in dem rasch erweiterten menschlichen Aktionsraum durchzusetzen, in dem es auf vielen Menschenwelten mehr oder weniger unabhängige Staaten gab. Denn unter den vielen individuellen Verlierern des Krieges – darunter auch Veteranen, die nicht mehr zurück ins Zivilleben fanden und oft keinen passablen Job angeboten bekamen – gab es auch etliche, die auf neue, alte Art am aufkommenden interstellaren Boom mitnaschen wollten: durch Piraterie. Mit billig gekauften, alten Militärtransportern und Kurierbooten voller Surplus-Ersatzteile durchstreiften sie die ehemaligen Kampfgebiete auf der Suche nach Wracks, aus denen sie noch brauchbare Waffen und Teile ausbauten, um ihre Schiffe aufzurüsten. Oft gelang es ihnen sogar, aufgegebene Kriegsschiffe wieder zu reparieren oder aus den Teilen mehrerer davon neue aufzubauen – Langstreckenraumjäger, Korvetten, Spähkreuzer. So ausgestattet, kaperten sie Schiffe, forderten Schutzgeld von Reedereien und überfielen Siedlungen auf Koloniewelten. Einige der Piraten waren auch Xhankh oder gehörten anderen nichtmenschlichen Spezies an, mit denen die Menschen Kontakt hatten.

Als die Raumpiraterie über ein gewisses Maß hinauswuchs, sannen die irdischen Behörden auf Abhilfe. Da sie nach dem teuren Krieg zu wenig Mittel für ausreichende eigene Anstrengungen hatten, engagierten sie zum einen Kopfgeldjäger, die auf den rauheren Koloniewelten kriminellen Abschaum bekämpfen sollten. Zum anderen stellten sie aber auch Jagdlizenzen für zuverlässige ehemalige Raumjägerpiloten aus, denen man ausgemusterte Überlicht-Langstreckenjäger zu günstigen Preisen überließ und die im Raum Jagd auf die Piraten machen sollten. Ihren Unterhalt sollten sie sich durch Prämien verdienen, welche die Raumfluggesellschaften und die Interessensverbände privater Schiffseigner für beglaubigte Abschüsse ausgesetzt hatten. Außerdem sollten sie von der Solaren Raumflotte für militärisch nutzbare Informationen über die Piraten durch Ersatzteile, Wartungsleistungen, Munition und Geld entlohnt werden. Ein weiterer Nebenverdienst sollte durch private Kurierflüge und andere Transportleistungen erzielt werden, für welche diese schnellen, gut bewaffneten Kampfschiffe, die meist für mehrere Personen eingerichtet waren, sehr gefragt sein würden. Etliche Piloten ergriffen diese Chance und versuchten ihr Glück – mit unterschiedlichem Erfolg.

1) Ace of Swords

Sein Schiff schwebte bereits unter Eigenantrieb über dem Vorfeld der Raumflottenbasis von Syrtis Major, als Ronald Brugger dort eintraf. Der Wachroboter, der seinen Identitäts- und Eigentumsnachweis verlangte, kam in der schwachen Marsschwerkraft mittels seiner MET-Antriebe auf ihn zugeschwebt, während im Hintergrund der riesige Wartungsroboter gerade die letzten Einstellungen vornahm. Nachdem er sich als Schiffseigner legitimiert hatte, flog Brugger seinen Gleiter neben den rechten Lufteinlauf des Schiffs und stieg über die Einlaufoberseite in den geräumigen Kontrollraum, wo er sich auf dem rechten Vordersitz niederließ. Den Gleiter schickte er weg. Auch wenn er sein Raumschiff durch die Bodenluke hätte betreten und durch den Steigschacht hinter dem Besatzungsteil nach oben klettern können, zog er es in diesem Moment vor, die Umstände zu nutzen und seinen neuen Einsatz auf diese Weise zu beginnen.

Der Wartungsroboter war fertig und hatte seine Arme zurückgezogen, und so schloß Brugger das Kanzeldach und löste die Startsequenz der Bordsysteme aus. Bildschirme hellten sich auf, und die Bereitschaft des Schiffsgehirns wurde angezeigt. Der kleinere der beiden Hilfs-Massekonverter sprang an und steigerte seine Leistung auf das Niveau hin, wo er damit den größeren starten konnte. Zur Schonung der Treibstoffvorräte arbeitete er noch mit angesaugter Marsluft, wie es die Konverter auch während des Steigflugs tun würden. Der Wartungsroboter löste sich nun auch vom PCC-Anschluß am Vorderrumpf, über den er bis dahin die Schiffsantriebe gesteuert und mit Strom versorgt hatte.

„Hallo, Acey“, begrüßte Brugger die Schiffs-KI.

„Grüß dich, Ron“, antwortete eine freundliche Altstimme. „Schön, dich wieder an Bord zu haben. Geht’s wieder auf die Jagd?“

„Ja“, sagte er. „zuerst nach Delta Pavonis, dort hör‘ ich mich um und entscheide dann Weiteres. Erstelle schon mal das Flugprogramm dorthin.“

„Du sagst mir, wie ich tun muß, und ich füg‘ mich nach dir“, antwortete die KI. „Fliegst du bis in den Marsorbit wieder manuell?“

„Ja. Los geht’s.“ Mittlerweile liefen beide Hilfs-Massekonverter, und Brugger hob das Schiff ab, richtete es nach Süden aus und stieg mit zunehmender Beschleunigung in den Marshimmel. Er genoß den Anblick des sich stetig weitenden Horizonts, der rotbraunen Landschaft unter ihm, wo schon immer mehr Ergebnisse der langen Terraformierungsbemühungen zu sehen waren: das grüngeäderte Muster vegetationsgesäumter Flußläufe, stellenweise grüne Niederungen und glänzende Gewässerspiegel. Über dem Hellas-Becken, dessen Sohle schon von einem seichten Meer bedeckt war, rollte er das Schiff um neunzig Grad nach steuerbord, um die Rundung des Mars wie eine gewölbte Wand neben sich zu haben und dieses neugeschaffene Meer zu bewundern, an dessen grünen Ufern Menschen sich bereits ohne Sauerstoffmasken aufhalten konnten. Die Orbitalgeschwindigkeit war fast schon erreicht.

Die Ace of Swords war ein hervorragendes Schiff, ein interstellares Jagd- und Bodenangriffsschiff vom Typ Orion II, gut hundert Meter lang, über dreitausend Tonnen Startmasse. Dieses Modell war bei Kriegsende das fortschrittlichste Produkt seiner Art aus irdischer Herstellung gewesen, und Brugger hatte es geschafft, genau jenes Exemplar zu erwerben, das er im Krieg geflogen hatte, eben Acey.

Nun war die Umlaufbahn erreicht, und er schaltete auf automatische Flugsteuerung. Bis Delta Pavonis würde er ab jetzt normalerweise nichts mehr damit zu tun haben, und so hatte er Muße, um sein traditionelles Flugbeginnsritual zu pflegen, das er bisher noch bei keinem Aufbruch zu einem Jagdeinsatz ausgelassen hatte, seit er zufällig an eine Digitalaufzeichnung des uralten Musikalbums The Turn Of A Friendly Card von Alan Parsons Project aus dem späten zwanzigsten Jahrhundert gekommen war. Während das Schiff weiter aus dem Marsorbit herausbeschleunigte und in steilem Winkel zur Ekliptik dem Sternbild Pavo am Südhimmel zustrebte, um sich weit genug für den Start des Warpantriebs im Sublichtbetrieb aus dem störenden Gravitationseinfluß des Mars zu entfernen, rief Brugger dieses Musikprogramm auf und spielte es beginnend mit dem Instrumentalstück The Ace of Swords ab, um sich zu den Klängen seinen Gedanken hinzugeben.

Am Xhankh-Krieg hatte er erst ab dessen Spätphase aktiv teilgenommen. Begonnen hatte es 2232, als er als Programmentwickler einer relativ kleinen Softwarefirma, die die Mensch-Maschine-Schnittstellen für die damals brandneuen Orion-II-Raumjäger entwickelt hatte, bei Routineeinsätzen der Vorserienschiffe mitgeflogen war, um die Praxiserfordernisse in der Realität kennenzulernen und die Interfaces auf deren Grundlage zur Serienreife zu bringen. Er war damals gerade fünfundzwanzig gewesen, und diese Tätigkeit wurde ihm als Ableistung der Wehrpflicht angerechnet, die damals bereits eingeführt worden war, nachdem der Krieg sich zu einer ungeahnten Intensität aufgeheizt hatte. Man hatte ihm auch eine provisorische Pilotengrundausbildung gegeben, damit er die Orions selbst als Copilot fliegen konnte, und als eine dieser Testmissionen nach einem Feindkontakt unerwartet dramatisch verlaufen war, hatte er sich dabei sehr bewährt und sein Talent als Kampfpilot entdeckt. Nach dem Abschluß der Softwareentwicklung war er Raumflottenoffizier geworden und hatte bis Kriegsende Kampfeinsätze und Patrouillen geflogen.

Im Laufe seiner Kriegskarriere hatte er mehrere brenzlige Situationen überstanden, die dazu beigetragen hatten, daß sein Haar nun graumeliert war, und einige tragische Ereignisse miterlebt. Und in all diesen Jahren war die Ace of Swords sein Schiff gewesen. Schon in alten Zeiten waren Seeleute davon überzeugt gewesen, daß jedes Schiff gewissermaßen eine Seele besaß und daß selbst innerhalb einer Baureihe keines gleich wie das andere war. Piloten in der Luftfahrt hatten oft ähnlich gedacht, und die Besatzungen der hochkomplexen modernen Raumschiffe mit ihren KI-Zentralcomputern waren davon überzeugt, daß es sich bei diesen genauso verhielt.

Zwar war klar, daß die Künstliche Intelligenz der Schiffsgehirne ihre Grenzen hatte und daß es sich dabei nicht wirklich um bewußte Wesenheiten handelte. Dennoch war es aufgrund der hohen Komplexität und der Selbstlernfähigkeit der Schiffs-KIs unvermeidlich und auch objektiv feststellbar, daß jede davon aufgrund ihrer Einsatzerfahrungen und ihres Umgangs mit den jeweiligen Besatzungen ihre eigene Quasi-Persönlichkeit mit individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten entwickelte, sodaß es schwerfiel, sie nicht tatsächlich als Persönlichkeiten zu empfinden. Daß Brugger Acey die Stimme, die Sprachmuster und die Ausdrucksweise seiner von ihm immer auf Distanz verehrten ehemaligen Chefin gegeben und ihr hierfür Mitschnitte seiner Ferngespräche mit dieser eingespeichert hatte, trug zusätzlich dazu bei. Von anderen Piloten wußte er, daß sie aus vergleichbaren Gründen ähnlich persönliche Verhältnisse zu ihren Schiffen entwickelt hatten. In den fünfzehn Jahren Kriegseinsatz war ihm auch keine Zeit für Familiäres geblieben, und als der Krieg zu Ende war, war er vierzig Jahre alt, stand mit trüben Berufsaussichten da und fragte sich, ob er nicht im Leben falsch abgebogen war.

Mittlerweile war The Ace of Swords verklungen, und das Lied Games People Play setzte ein:

Where do we go from here
now that all other children are growin‘ up
And how do we spend our lives
if there’s no-one to lend us a hand?

I don’t wanna live here no more, I don’t wanna stay
Ain’t gonna spend the rest of my life, quietly fading away.

Ah, games people play, you take it or you leave it
Things that they say, Honor Brite
If I promise you the Moon and the Stars, would you believe it
Games people play in the middle of the night.

Where do we go from here
Now that all other children have grown up
And how do we spend our time
Knowin‘ nobody gives us a damn?

I don’t wanna live here no more, I don’t wanna stay
Ain’t gonna spend the rest of my life, quietly fading away.

Games people play, you take it or you leave it
Things that they say just don’t make it right
If I’m telling you the truth right now, do you believe it
Games people play in the middle of the night.

Die Raumflotte hatte keine Verwendung mehr für ihn gehabt; die zivilen Raumfluggesellschaften waren zum einen noch nicht in der Expansionsphase der folgenden Jahre gewesen, hatten ihre Postenbesetzungen zum anderen vorwiegend nach ethnisch-rassischen und Geschlechterquoten vorgenommen und außerdem eher jüngere Bewerber bevorzugt, und in seinem früheren Beruf hatte er den fachlichen Anschluß verloren. Seine ehemalige Chefin, mit der er immer ein sehr freundschaftliches Verhältnis gehabt hatte, hätte ihm zwar dennoch eine Chance auf einen Wiedereinstieg gegeben, jedoch war sie schon sieben Jahre zuvor aus ihrer Firma gedrängt worden, die dann ein Konzern übernommen hatte. So war Ronald Brugger ohne Erwerbsbeschäftigung dagestanden, abgesehen von gelegentlichen Pilotenjobs bei Billigbetreibern, hatte deshalb noch immer keine Familie gründen können und war ohne Zukunftsperspektiven durchs Leben gegangen. Erst durch die aufkommende Raumpiraterie hatten sich ihm neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet, zunächst als Kopfgeldjäger auf den Koloniewelten, wobei er auch zu seinem ersten Schiff Lysithea gekommen war, das er immer noch besaß, und dann durch den Erwerb der Ace of Swords, mit der er nun Piraten im Raum jagte.

In diesen Jahren hatte er auch immer mehr an dem System zu zweifeln begonnen, in dem er lebte. Ein gewisses Unbehagen hatte er schon früher empfunden, das jedoch in der Kriegszeit durch seinen Erdpatriotismus überdeckt worden war und für das er auch keine klaren Gründe hatte nennen können. Bereits in der Schlußphase des Krieges war ihm bei rückwärtigen Stellen eine zunehmende Tendenz zu Korruption und Tolerierung von Inkompetenz aus politkorrekten Rücksichten aufgefallen, wenngleich man dies wegen der Kriegssituation in engen Grenzen halten mußte, und soweit er es mitbekam, war es im zivilen Bereich ähnlich. Nach dem Sieg aber sah man offenbar keine Notwendigkeit mehr für solche Zurückhaltung, und die zunehmende Galaktisierung trug ebenfalls zu dem bei, was Brugger als entfremdende Zersetzung und als Verlust von Heimatgefühl empfand. Eine weitere Grundregel der Galaktischen Zivilisation bestand nämlich in der Migrationsfreiheit für alle Bewohner der ihr angehörenden Welten: Jedes Intelligenzwesen konnte sich überall niederlassen, wo es die Schwerkraft, das Licht, die Atmosphäre und Tageslänge vertrug, sofern es sich an die örtlichen Gesetze hielt. Zwar wurde dies auf den Menschenwelten noch nicht von vielen Außerirdischen in Anspruch genommen, weil die unmittelbaren Nachbarspezies abweichende Lebensbedürfnisse hatten, aber es gab doch schon eine kleine Population von vorübergehend aufhältigen Arrinyi, und von den entfernteren Spezies, die weiter im Inneren der Galciv lebten, fanden immer wieder welche in den Menschenraum. Dies wurde unter Verweis auf das andersartige Fähigkeitsspektrum jener Wesen, das eine vorteilhafte Ergänzung zum menschlichen sein sollte, als wünschenswerte Bereicherung propagiert. Dissidenten wurden als rückwärtsgewandte Speziesisten und erbärmliche Modernisierungsverlierer verunglimpft und weitestmöglich aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt.

Der Mars war auf Bruggers Rückwärtsbildschirm bereits stark geschrumpft, und die Geschwindigkeit nahm weiter zu. Acey schwieg, weil sie wußte, daß er nicht gestört werden wollte. Nun klang Maybe A Price To Pay aus den Lautsprechern:

Something’s wrong in this house today
While the Master was riding the servants devided to play
Something’s wrong in this house today
Something’s been going on, there may be a price to pay.

There’s evil brewing, getting out of control
And I’m helpless, I can’t put it right
Something unrighteous is possessing my soul
And it’s cold in the heat of the night!

Something’s wrong in this house today
While the Sorcerer slept the Apprentice decided to play.
While the Master was hiding the servants decided to play
Might be too much sun, or too much of something in the air
Whatever’s happening, nobody else is aware.

Als Minuten später The Turn Of A Friendly Card begann, aktivierte das Schiff den Warpantrieb in minimalster Sublichtstufe, und der Mars entschwand immer rascher achteraus.

Eine Viertelstunde später verschwanden die Sterne, und der Überlichtflug hatte begonnen.

2) Queen of Altavor

In der großen Halle des menschlichen Raumhafens auf Sanorr befaßten Kapitän Naveen Agbaye und seine Erste Pilotin Catriona Gerling sich mit den letzten Details ihres aktualisierten Flugplans für die Weiterreise entlang des arrinyischen Teils der Centaurus-Achse ins Raumgebiet der Arrinyi. Agbayes Raumhelm, den er auf einem Nebentisch abgelegt hatte, trug das Emblem seines Schiffes, die Silhouette der geflügelten Dämonenkönigin Kirray von Altavor aus der populären Roman- und Filmreihe, nach der sein Schiff benannt war. Diese Raumhelme samt der dazugehörigen Monturen wurden zwar an Bord tatsächlich in bestimmten Situationen verwendet, aber daß er und seine Pilotin sie in dieser Halle vor dem Start trugen, war bloß Show für das Publikum.

Über der kahlen, vom milden gelben Licht der K1-Sonne Harann beschienenen Hochplateaulandschaft, die durch das riesige Fenster zu sehen war, setzte gerade ein Transporter der Transolar Corporation zur Landung an. Jenseits des Horizonts wölbte sich der Planet Cerron, der mit seinem Ringsystem dem Saturn ähnelte, wenngleich er viel kleiner war als dieser, sogar kleiner als der Neptun. Sein venusgroßer Mond Sanorr, der ihn in etwa drei Erdentagen umkreiste, war eine Koloniewelt der Arrinyi, die den Menschen dort neben ihrem Raumhafen am fünfundvierzigsten nördlichen Breitengrad eine territoriale Exklave für die Errichtung eines eigenen Raumhafentraktes abgetreten hatten. Daneben besaß die Solare Föderation in diesem System nur einen kleinen Mond, den äußersten von Cerron. Diesen hatte sie ebenfalls von den Arrinyi bekommen; dort befand sich aber nur eine Basis der Solaren Raumstreitkräfte samt Nachschublager.

In der Halle hielten sich gerade nur Menschen auf. Arrinyi waren keine zu sehen, obwohl sie die Erdstandard-Atmosphäre des Raumhafens durchaus vertrugen. Umgekehrt mußten Menschen im benachbarten Arrinyi-Raumhafen ebenso wie im Freien Atemmasken tragen, da sie von dem hohen Kohlendioxidgehalt einer Atmosphäre nach Arrin-Standard Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhte Herzfrequenz und Blutdruckerhöhung bekamen. Die wenigen Besucher, die Ausflüge in die trockene Sand- und Felslandschaft draußen unternahmen, mußten wegen der eisigen Temperaturen, die dort jetzt im Winter der Nordhalbkugel vorherrschten, zusätzlich Thermokleidung tragen.

Eine Stunde später saßen Agbaye und Gerling in der Steuerzentrale der Queen of Altavor und leiteten den Start ein. Als die drei kleinereren Hilfskonverter stabil liefen, hob das riesige Passagierschiff gemächlich ab, stieg zunächst senkrecht auf und wandte sich dabei nach Südost, um ab zwei Kilometer Höhe seinen Steigflug schräg aufwärts ins All fortzusetzen. Der beschneite Südostabfall des Hochplateaus kam in Sicht, an den sich das klimatisch begünstigte Tiefland anschloß, das vom typischen dunklen Blaugrau der Arrin-Vegetation überzogen war. Dahinter erstreckte sich ein von Inseln durchsetzter Ozean.

Nachdem das Schiff die Atmosphäre verlassen hatte, beschleunigte es noch stärker und nahm Kurs auf den nächstäußeren Mond, an dessen Nordpol sich das große Wurmlochportal befand, das dieses Sonnensystem mit dem nächsten entlang der Route in Richtung der arrinyischen Zentralwelten verband. Ein zweites Wurmlochportal am Südpol, durch das die Queen of Altavor gekommen war, war das eine Ende der in menschlichem Besitz befindlichen Wurmlochkette, die nach Sol führte. Für diese waren der Solaren Föderation eine Anzahl alter Wurmlochportale der Lwaong zur Verfügung gestellt worden, die seit dem Ende dieser Spezies unbenutzt auf atmosphärelosen Himmelskörpern überdauert hatten. Auf diese Art hatte noch vor dem Krieg relativ rasch und mit tragbarem Aufwand eine derartige Schnellverkehrsverbindung zwischen Sol und dieser knapp hundert Lichtjahre entfernten Kopfstation ihres arrinyischen Gegenstückes geschaffen werden können, denn die Herstellung von Wurmlochgeneratoren war extrem aufwendig, und die irdische Industrie war erst nach dem Krieg so weit gewesen, selber welche zu bauen.

Wurmlochverbindungen wurden nur auf den wichtigsten Strecken geschaffen, wo die Auslastung den Aufwand rechtfertigte, der sich nicht nur auf den Bau der Generatoren beschränkte, sondern auch die Schaffung der Verbindungen und den Energieaufwand für deren dauernden Erhalt umfaßte. Denn die Dimensionstunnelverbindung konnte nicht auf Distanz von einer Station zur anderen aufgebaut werden, sondern mußte zwischen den beiden beieinander befindlichen Generatorportalen geschaffen werden, welche im Ganzen oder zerlegt mittels Warpraumschiffen in die Mitte einer interstellaren Route verfrachtet und dort nach Herstellung des Wurmlochs auseinanderbewegt und zu den Zielorten geflogen wurden. Dies konnte jedoch nur mit einem Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit erfolgen, da Wurmlöcher und Warp-Blasen sich sofort gegenseitig destabilisierten, weshalb die Schaffung einer Verbindung zwischen zwei Sonnensystemen Jahrzehnte in Anspruch nahm. Der passierbare Querschnitt von Wurmlöchern war innerhalb der bauartbedingten Grenzen der Portale sehr variabel; im maximal aufgeweiten Zustand wurden enorme Energiemengen verbraucht, obwohl ein Wurmloch-Korridor die zu seiner Stabilisierung zusätzlich zu Magnetfeldern nötige exotische Materie selbst erzeugt. Selbst der Standby-Modus des kleinstmöglichen Querschnitts brauchte noch viel an Energie, mußte aber trotz dieses Aufwandes zumindest als Minimalverbindung erhalten bleiben.

Neben den größten Wurmlochportalen, die für die Durchquerung mit Raumschiffen geschaffen wurden, gab es kleinere Ausführungen, die man je nach Bedeutung einer Strecke verwendete. Manche waren für die Durchschleusung von Fahrzeugen oder Maschinen dimensioniert, andere konnten bei maximaler Aufweitung gerade von Personen und Stückgut passiert werden, und bei Minimalquerschnitt wurden alle Versionen immer noch für ständig hindurchführende Strom- und Datenkabel, teils auch für Rohrleitungen verwendet. Die kleinsten Varianten reichten gerade für Kommunikationsleitungen, und es war vorgesehen, wenigstens mit solchen nach und nach die meisten ständig bewohnten Menschenwelten mit der Zivilisation zu verbinden.

Eine Gefahr mußte bei solchen Dimensionsportalen allerdings berücksichtigt werden: wenn zuviel Materie auf einmal hindurchging oder sich ihre negative Energie zerstreute, ohne daß vorher auf Standby-Modus heruntergefahren wurde, konnten die Korridore rasch zu kleinen Schwarzen Löchern kollabieren, die normalerweise nahe derjenigen Portalstation entstanden, die um einen winzigen Sekundenbruchteil länger als die andere aktiv blieb. Solch ein Schwarzes Mini-Loch würde zunächst alle Materie in der Nähe der Portale an sich reißen, dann ins Innere des jeweiligen Himmelskörpers sinken und diesen über Jahre oder Jahrzente hinweg von innen auffressen und dabei weiterwachsen. Aus diesem Grund wurden Wurmlochportale nicht auf bewohnten Welten installiert, sondern auf unbewohnten Monden oder Planetoiden in der Nähe der eigentlichen Reiseziele.

All dies war Catriona Gerling, die sich inzwischen allein im Kontrollraum der Queen of Altavor befand, bekannt, wenngleich sie nicht bewußt daran dachte, während sie den Anflug des Schiffes auf das bereits voll aktivierte Wurmlochportal überwachte. Ihr Kapitän hatte sich in den Bereich der Passagiere begeben, um mit diesen Smalltalk zu betreiben und, wie sie vermutete, um den Schiffshostessen nachzustellen. Bei Catriona war ihm mittlerweile klar, daß er bei ihr kein Glück haben würde. Sie seufzte. Nun ja, wenn er meint… Mittlerweile konnte sie bereits in das Wurmloch schauen und sah die dichten Sternballungen des galaktischen Zentrums auf der anderen Seite. Langsam und exakt axial manövrierte das Schiff in das Portal und durch den Korridor und kam auf der anderen Seite im Mondsystem eines jupiterähnlichen Gasriesen heraus, der einen roten Zwergstern gerade außerhalb von dessen potentieller habitabler Zone umkreiste. In diesem Sonnensystem gab es für raumfahrende Zivilisationen nichts Besonderes von Interesse, und so diente es nur als Zwischenstation, um die einzelnen Wurmlochetappen energiesparend kurz halten zu können.

Catriona nahm Kontakt mit der örtlichen Kontrollstation der Arrinyi auf und vereinbarte den Zeitpunkt des nächsten Transits. Anschließend rief sie die Leitstelle des menschlichen Forschungsstützpunkts auf dem Kleinmond vor ihnen an und veranlaßte die Abholung der neuen Besatzungsmitglieder, die bis hierher mitgereist waren. Für die Überwachung des Shuttle-Andockmanövers bestellte sie den Zweiten Piloten Winchell Chang in den Kontrollraum. Nachdem dieser übernommen hatte, machte sie sich auf, um sich mit ihrer Freundin Giulia Rossini vom Sicherheitsdienst zu treffen, die gerade dienstfrei hatte.

Sie fand Giulia in ihrem Quartier. Nachdem die beiden Frauen an der kleinen Galley-Nische stehend je eine Tasse Cappuccino aus dem Getränkespender getrunken hatten, zogen sie sich an das Sichtfenster zurück, wo Giulia sich auf ihre Liege fläzte und Catriona ihr gegenüber in einem bequemen Polstersessel Platz nahm.

Das Gespräch drehte sich zunächst eine Weile um Dienstliches und Bordklatsch. Dann kamen die beiden auf ihre Reise als solche zu sprechen.

„Ich weiß nicht, wie’s dir geht“, sagte Catriona, „aber für mich ist es doch ganz schön aufregend, zum ersten Mal in das Kerngebiet einer älteren Galciv-Spezies zu reisen. Zwei Wochen durch den Arrinyi-Raum, bis nach Arrin, stell dir vor! Und dann auf einer anderen Route wieder zurück.“

„Ja, da werden wir viel zu sehen bekommen“, stimmte Giulia zu. „Ich bin auch schon gespannt auf die letzte Etappe, wo wir abseits der Wurmlochroute per Warp über wenig erschlossene Welten nach Sol zurückfliegen werden.“

„Und dabei stoßen wir nur in die äußerste Schicht der Galciv vor“, warf Catriona ein. „Wer weiß, wie viele hundert oder tausend Lichtjahre es von dort noch bis in ihr Zentrum sind, und was es da alles für Welten und Wesen gibt?“ Sie hielt inne und fuhr dann fort: „Findest du es nicht auch seltsam, daß wir über ein Jahrhundert nach dem Erstkontakt immer noch so wenig über das Innere der Galaktischen Zivilisation wissen; über ihre Geschichte, ihre Entstehung, wie alt sie überhaupt ist? Daß es da nur eine Menge Mythen und Legenden gibt, die genausogut bloß Raumfahrergarn sein könnten?“

Giulia sah nachdenklich drein. „Ja, das kommt mir auch seltsam vor“, antwortete sie dann. „Manche Legenden besagen, daß weiter im Inneren sehr hochentwickelte, mächtige Wesen leben; uralte Spezies, die mit Primitiveren wie uns oder den Arrinyi oder den Sontharr nicht viel zu tun haben wollen und ihre Sphäre hüten. Ich weiß nicht….“ Sie überlegte kurz und sprach dann weiter: „Was ich ebenfalls seltsam finde, ist, daß die Galciv wissenschaftlich und technisch nicht noch viel weiter ist. Sicher, sie waren uns weit voraus, als wir sie trafen, aber man sollte meinen, daß sie bei diesem zeitlichen Vorsprung einen fast unvorstellbaren Stand hätten erreichen müssen. Überleg‘ mal, die haben vor sechstausend Jahren schon interstellare Kriege über Hunderte Lichtjahre geführt! Und das waren die jüngeren Randzivilisationen, die ihr Wissen von noch älteren, fortschrittlicheren bekommen haben.“

„Es muß nicht unbedingt sein, daß sie so viel weiter sein müßten“, wandte Catriona nach kurzem Nachdenken ein. „Der jetzige Stand umfaßt ja schon eine gigantische Wissensmenge, die jede neue Generation von Wissenschaftlern und Technikern erst erlernen, verstehen und überblicken muß. Da noch weitere Möglichkeiten zu finden, die Nettoverbesserungen ohne Nachteile in anderen Bereichen bringen, ist sicher schon nicht mehr leicht. Vielleicht liegt der aktuelle Stand ja schon nahe an den Grenzen dessen, was physikalisch überhaupt möglich ist? Es kann ja nur eine endliche Zahl von Möglichkeiten geben, wie man die Physik und die Naturgesetze für irgendwelche technischen Lösungen und Produkte ausnutzen kann, und die sind vielleicht schon weitgehend ausgeschöpft?“

„Vielleicht hast du recht…“ sinnierte Giulia. „Vielleicht ist es aber auch so, daß jeder fast nur noch darauf wartet, daß eine der anderen Spezies etwas erfindet. Vielleicht haben sie ja schon zu wenig Überblick darüber, was irgendwo schon erfunden oder entwickelt ist, und bevor man mühsam selber eine Innovation schafft, sucht man lieber in den galaktischen Archiven, ob es irgendwo schon etwas in der Art gibt? Vielleicht stecken sie alle schon in dieser innovationsfaulen Mentalität drin, die lieber etwas Erprobtes zum bequemen Kopieren sucht, statt selber zu erfinden, zu entwickeln, zu erforschen? In irgendeinem uralten Science-Fiction-Roman, den ich in meiner Schulzeit gelesen habe, wurde diese Versuchung auch beschrieben und als Honigtopf bezeichnet: verführerisch und nahrhaft, aber dennoch eine Falle.“

„Das wäre auch eine Möglichkeit, die sich mit dem ergänzt, was ich gesagt habe“, räumte Catriona ein. „Aber irgendwo tief drin in der Galaktischen Zivilisation muß es doch eine allerälteste Spezies geben, die alles angefangen hat, oder auch zwei oder drei. Die müßten doch wissen, daß sie die Fortschrittlichsten sind und niemanden haben, von dem sie etwas noch Besseres abkupfern können?“ Sie sah Giulia fragend an.

„Darauf weiß ich keine Antwort“, sagte diese.

Catrionas Kommunikator piepste. Es war Chang. „Miss Gerling, bitte in die Zentrale. Der nächste Transit steht bevor, und ich bin nicht autorisiert, den allein durchzuführen.“

Catriona seufzte. „Ist Captain Agbaye noch immer nicht zurück?“

„Nein.“

„Gut, ich bin gleich da. Bereiten Sie alles vor.“ Sie beendete die Verbindung. „Der Alte läßt sich’s wieder mal gutgehen“, sagte sie zu Giulia und erhob sich.

„Der faule Sack“, grinste Giulia. „Wie mein Chef. Schade, daß wir aufhören müssen.“

Catriona winkte ihr zu. „Baba, bis zum nächsten Mal.“

„Da komme ich dann zu dir und bringe meine Mandoline mit, und du nimmst deine Laute, und wir klimpern und singen gemeinsam.“

„Ich freu‘ mich drauf!“

„Ciao, Filmstar.“

„Erinnere mich bloß nicht daran.“ Catriona ging, und auf dem Weg zum Kontrollraum konnte sie doch nicht anders, als sich daran zu erinnern, wie sie sich als Fotomodell und Sängerin Geld für ihre Pilotenausbildung dazuverdient hatte und dabei als Darstellerin für eine Weltraum-Abenteuerkomödie entdeckt worden war. Versuchen Sie, nicht an ein weißes Kaninchen zu denken

Als Raumpilotin in Ausbildung war sie dafür prädestiniert gewesen, eine Raumfahrerin zu spielen, aber die Freude an einer beginnenden Schauspielkarriere war ihr schon bald durch die ständigen Zudringlichkeiten des notgeilen Produzenten Hershel Gelbfisz verleidet worden, derer sie sich gerade so erwehren hatte können. Dann hatte es Streit wegen Sex-Szenen (auch mit Außerirdischen) gegeben, die Catriona nicht machen wollte und die dann scheinbar aus der Story gestrichen worden waren. Nur daß sie dann beim fertigen Film hatte feststellen müssen, daß diese Szenen doch wieder drin waren, erstellt mit einem lebensechten CGI-Modell von ihr auf Basis der Realaufnahmen – eine Technik, die sonst für Szenen verwendet wurde, die für die Schauspieler zu gefährlich waren. Sie hatte vergeblich um nachträgliche Entfernung prozessiert und nur eine öffentliche Klarstellung des Studios erreicht, daß das keine Realaufnahmen von ihr waren.

Mit diesen Gedanken erreichte sie die Zentrale und trat ein.

*     *     *

Fortsetzung: Teil 1b

Anhang des Verfassers:

Nachfolgend habe ich Infolinks und Videos zum obigen Kapitel gesammelt, als erstes die Infolinks in der Reihenfolge, wie die Begriffe in diesem Teil vorkommen:

„Birds of Prey“, Kohlensack-Dunkelnebel, Ace of Swords, HD 101930 (in der Galciv-Terminologie die Sonne Harann), Delta Pavonis

Und hier die Videos für diejenigen, die sie im Zuge des Leseflusses noch nicht anklicken wollten, als erstes The Ace of Swords:

Games People Play:

Maybe a Price to Pay:

The Turn of a Friendly Card:

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offe

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22 Kommentare

  1. Ich habe mich jetzt doch dazu entschlossen, alle drei bisher fertigen Teile auf einmal rauszuhauen, statt sie bis ungefähr nächstes Wochenende verteilt zu bringen, wo vielleicht die Fertigstellung von Teil 4 nicht mehr weit weg ist.

    Wen’s interessiert, der kann sich jetzt alles Vorhandene nach eigener Einteilung durchlesen, so wie er Zeit und Lust hat, und wen’s nicht interessiert, den interessiert’s eben nicht. („Ah, hell“, sagte Ivanova als Kommandantin eines White-Star-Schiffes, nicht wissend, daß das auf Minbari „Dauerfeuer“ heißt.)

    Mit Teil 4 wird es mindestens noch eine Woche bis zehn Tage dauern, wahrscheinlich aber länger. Da ich die vier Teile in zusammenhängender Folge veröffentlichen möchte, wird in der Zwischenzeit hier nichts anderes erscheinen.

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  2. Harald

     /  Juni 10, 2018

    Vielen Dank für die Veröffentlichung, Deep Roots. Der Text ist angenehm und leichtgängig zu Lesen, sehr spannend und unterhaltend. Ich denke, ich werde die beiden anderen veröffentlichten Teile gleich heute lesen.

    Die Bilder sind sehr passend ausgewählt, die Bildersuche alleine hat sicherlich eine gute Zeit gedauert, falls sie nicht schon seit längerer Zeit in einem Archiv schlummerten.

    Hershel Gelbfisz, Astroel … Die ideologische Nutzlast ist ausreichend dünn verteilt, um den Text bei Halbaufgewachten erfolgsversprechend einsetzen zu können. „Unpolitische“ oder politisierte Kosmopoliten würden meiner Einschätzung nach, von dem explizit angesprochenen (((Thema))) wahrscheinlich abgeschreckt werden.

    Interessant wäre es, Reaktionen auf Verlinkungen in anderen Websites zu untersuchen, um eine breitere Datenbasis zu bekommen,wie direkt und wie hoch quantifiziert die Nutzlast sein darf.

    Einen längeren abschließenden Kommentar werde ich nach Veröffentlichung des 4. Teils abgeben, auf den ich schon gespannt warte.

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  3. Freut mich, daß Dir die Geschichte bisher gefällt, Harald! Von Dir habe ich übrigens in Teil 3 ein paar Sätze in einen Dialog eingebaut (und in einem anderen Dialog ein paar von Richard von „ahnenreihe“).

    Die Bildauswahl war tatsächlich aufwendig, auch wenn ich viele davon schon in einem nach Künstlern sortierten Archiv von SF-Bildern hatte. Einige davon haben auch Anregungen zu Einzelheiten in der Handlung geliefert. Insgesamt sind es 32 Bilder für alle Teile der Geschichte und vier für das Glossar. Die meisten (14) sind von Jim Burns, dessen Gaussi-Raumjäger aus Harry Harrisons Buch „MECHANISMO“ ich mir immer als das Raumschiff des Protagonisten vorgestellt hatte. Drei sind von Chris Foss (die Astroel-Bilder, wegen der Davidssterne, mit denen Foss seine Fahrzeuge gerne versieht), drei von Angus McKie (die Arrin-Bilder, was eine passende stilistische Gemeinsamkeit ergibt) und je eines von John Berkey, David Hardy, Peter Goodfellow, Peter Elson, Luke Campbell und Osimandia. Der Rest ist von mir unbekannten Künstlern.

    Angus McKies „Thrall of Hypno“ kenne ich übrigens aus Stewart Cowleys sehr kurzer (1 Seite plus Bild) TTA-Geschichte „Die Stadt-Schiffe von Alpha“, die wohl kaum ein Leser mehr kennen wird und die mich zum Abschnitt über die fliegenden Städte auf Arrin angeregt hat. Eine zufällige Parallele zu einer anderen Geschichte habe ich erst entdeckt, nachdem ich mich schon für Eta Cassiopeiae / Achird als Handlungsort von Kapitel 5 entschieden und mir die Welt Nivdrac mit ihren yer’shiyangischen Schneedrachen als Mond eines saturnähnlichen Planeten ausgedacht hatte. Im englischen Wiki-Abschnitt Eta Cassiopeiae in fiction bin ich auf das hier gestoßen:

    Dave Smeds‘ „The War of the Dragons“ series takes place on Tanagaran, an Earth-like moon orbiting a gas giant (Motherworld) which orbits a star called Achird. This star has an orange companion that is visible during the day known as the Sister, but it is not made explicit if this is in fact Eta Cassiopeiae.

    Die Figur des Elonard Sampson hat nichts mit dem Sänger César Sampson zu tun, von dessen Existenz ich zu der Zeit noch gar nichts wußte.

    Aufwendig waren auch die astronomischen Recherchen zu „Ace of Swords“: fast alle der beschriebenen Sterne und Braunen Zwerge gibt es in Wirklichkeit, und ich habe ihre Systeme so beschrieben, daß sie mit nichts im Widerspruch stehen, was nach meinem Wissen derzeit über sie bekannt ist.

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  4. Jouri

     /  Juni 14, 2018

    Obwohl ich kein ausgesprochen, begeisteter Leser von Science Fiction bin, muß ich doch gestehen, daß die Geschichte leicht lesbar und fesselnd geschrieben wurde. Haralds Meinung kann ich nur teilen. Mein Kompliment. Ich freue mich schon auf dem vierten Teil.

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  5. Danke für das Lob, Jouri! Zusammen mit den positiven Beurteilungen von Harald, Osimandia (am Schluß dieses Kommentars) und Plumbum sowie Richard (letzterer auf einem anderen Kanal) zeigt mir das, daß die schwache Resonanz, die meine Geschichte bei der hiesigen Leserschaft gefunden hat, nicht etwa an mangelnder Qualität liegt, sondern am allgemeinen Desinteresse meiner Leser an Science Fiction, das mir schon früher immer wieder aufgefallen ist, auch schon auf „As der Schwerter“. Auch die Liste von SF-Links, die ich in einem Kommentar als Lesevorrat für die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel gepostet hatte, ist weitgehend unbeachtet geblieben.

    In den nunmehr knapp zwei Wochen seit der Veröffentlichung des ersten Teils sind für „Ace of Swords: Alles auf eine Karte“ bisher folgende Zugriffszahlen zusammengekommen (bei durchschnittlich tausend Zugriffen auf „Morgenwacht“ insgesamt pro Tag):

    Teil 1: 434 Klicks, wobei wahrscheinlich ein beträchtlicher Teil auf nochmaliges Anklicken wegen der nachfolgend im hiesigen Strang erschienenen Kommentare entfällt.

    Bei Teil 2 waren es 79 Klicks.

    Teil 3 kam auf 155 Zugriffe, wobei mir schon wieder dieses unverständliche Phänomen auffällt, daß bei mehrteiligen Geschichten die mittleren Teile übersprungen werden, um schnell mal weiter hinten reinzuschauen, wie das denn ausgeht bzw. weitergeht. Wer so wenig Interesse oder Aufmerksamkeitsspanne für eine Geschichte aufbringt oder so im Social-Media-Zeitstreß steckt, sollte es nach dem ersten Teil gleich bleiben lassen.

    Das schon am 16. Mai veröffentlichte Glossar ist bisher nur 64mal angesehen worden, obwohl ich in mehreren Kommentaren darauf hingewiesen habe und es oben unter der Kopfzeile neben „About“ verlinkt ist.

    Wenn man bedenkt, daß selbst von den wirklich Interessierten etliche aus Zeitgründen nicht jeden Teil in einem Zug durchgelesen, sondern sich vielleicht abschnittsweise zu Gemüte geführt haben werden, so waren es anscheinend nur etwa fünfzig, die von „Ace of Swords“ alle bisher erschienenen Teile gelesen haben. Vielleicht wäre es anders, wenn die Geschichte in der Art eines „Stahlfront“-Romans gestrickt wäre: wenn darin irgendeine geheime reichsdeutsche Macht mit Flugscheiben, Messerschmitt- und Focke-Wulf-Raumjägern und Heinkel- und Junkers-Transportern im Weltraum herumfliegen würde. Aber so eine Geschichte ist „Ace of Swords“ nicht.

    Ich ziehe für mich daraus jedenfalls die Konsequenz, daß ich erstens keine der angedachten weiteren Geschichten aus dem Galciv-Universum mehr schreiben werde und zweitens auch die seit mindestens 2011 beabsichtigte SF-Geschichtenreihe um die Weiße Allianz und die Kosmopolitische Föderation aufgebe, die in einer näheren und technisch weniger weit fortgeschrittenen Zukunft angesiedelt gewesen wäre. Für diese Reihe hatte ich schon einiges an Vorarbeit geleistet, darunter viele Bilder ausgewählt und etliche auch selber erstellt, von denen ich diese drei in meinen Woodwardantriebs-Artikel eingefügt hatte:

    Mit „Ace of Swords: Teil 4“ wird es noch etwas dauern. Nach dieser „meh“-Reaktion auf die Veröffentlichung der ersten drei Teile hatte ich zunächst gar keine Lust mehr, den vierten Teil fertigzustellen, von dem nur noch das Schlußkapitel und der Epilog fehlen, und ich hatte schon überlegt, Teil 1 bis 3 auch wieder zu löschen, falls ich das Projekt aufgegeben hätte (es war deshalb ein schwerer Fehler, überhaupt etwas zu veröffentlichen, bevor alles fertig ist). Erst Harald und Richard haben mich wieder motiviert, die Geschichte doch noch für die wenigen zu vollenden, die sie zu schätzen wissen. Inzwischen hat mich aber eine andere Arbeit aus meinem 3D-Umfeld eingeholt, die ich erst erledigen muß (vielleicht schaffe ich es dieses Wochenende), ehe ich mich wieder in das Fertigschreiben vertiefen kann.

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    • Da sehe ich mich veranlaßt mitzuteilen, daß es mir bisher sehr zugesagt hat, aus Zeitgründen bin ich erst am Ende des ersten Teiles. Und eingeräumt, daß SF im Unterschied zu meiner Jugendzeit, wo ich schier alles solches mit Genuß verschlang, nicht mehr so sehr mein Ding ist.
      Auch ist das Lesen an sich im Rückgang: Vor ein paar Jahren, von Harm Bengen („Cartoonist“ auf Neudeutsch): Stehen so ein paar Jugendliche herum: „Ich hab neulich gelesen, daß …“ – „Du hast waaas?“

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  6. Harald

     /  Juni 23, 2018

    Zum Thema Interesse an Science Fiction, am Beispiel meiner selbst:

    Ich kann mich gut erinnern, dass ich in der Zeit ohne Internet und einem Wissenstand, der primär von Systemmedien angefüttert wurde, ein erheblich größeres Interesse an Science Fiction und generell anderen Zukunftszenarien besaß. Der Grund dafür liegt in der Rückschau betrachtet wohl daran, dass ich naiv von einer positiven Zukunft ausgegangen bin. Zweifel waren zu dieser Zeit schon immer wieder gekommen, meistens wenn offensichtlich wissenschaftlicher Schwachsinn zu Biologie und Gesellschaft in den Massenmedien groß bejubelt wurden.

    Im Rahmen des Aufwachens durch fundierte Quellen wie AdS und einer ganzen Reihe von weiteren Erlebnissen „da draußen“ wurde mir immer stärker die extreme Gefahr für uns, unsere Kinder und unsere Rasse bewusst. Damit einhergehend ist auch mein Interesse an Science Fiction zurückgegangen, bis zu einem Punkt, an dem es kaum noch vorhanden war. Wieso sollte ich mir auch eine Zukunft ausmalen, von der ich annehmen muss, dass sie extrem negativ für uns sein wird und das aktuelle Problem drängender ist und erst mal gelöst werden muss, bevor man sich über die Zukunft Gedanken machen kann.

    Im Prinzip hatte Pils dies in der Diskussion (siehe https://morgenwacht.wordpress.com/2018/02/10/tavernenrunde-6-jahresbeginn-2018/#comment-4332 ) ja ebenfalls angebracht und ich denke, dass Pils mit dieser Meinung sicher unter den Stammlesern nicht alleine steht.

    Man muss sich nichts vormachen: der aktuelle Stand der Dinge gibt mehr als genug Anlass über die Gegenwart und über die nächste Zukunft nachzudenken. Gewissermaßen fressen die aktuellen Probleme unsere Energie auf, die wir für eine langfristige Planung der Zukunft benötigen.

    Mir ist im Laufe der Zeit aber klar geworden, dass diese Fokussierung auf die Gegenwart problematisch ist. Zum einen wirken wir dadurch auf Außenstehende genau wie die rückwärtsgerichteten Zukunftsfeinde, als die wir in den Medien dargestellt werden. Und haben ohne eigene langfristige Zukunftspläne wenig Zuspruch gerade von jungen Volksgenossen zu gewinnen oder generell von Volksgenossen, die einen positiven Blick auf die Zukunft haben. Aus diesem Grund sind Deine Texte über den Woodward Antrieb aber auch „Ace of Swords“ wichtig, den sie zeigen, dass wir die Pioniere sein sollten, die ein neues Kapitel in der Geschichte der Erde einläuten werden.

    Ähnliches gilt sicherlich für Unterhaltungsmedien allgemein. Wer über die Probleme und Hintergründe der Vermischungspropaganda aufgeklärt ist, wird es als unangenehm empfinden, in den Unterhaltungsmedien immer wieder auf diese zu stoßen. Außerdem erscheint durchaus auch mir die Beschäftigung mit Unterhaltung angesichts der großen aktuellen Probleme als fragwürdig – leider beim zweiten Nachdenken ein gefährlicher Schluss. Wir können (((ihnen))) nicht den Raum in den Unterhaltungsmedien kampflos überlassen.

    Abschließend sei außerdem noch der Zeitgeist erwähnt. Ich denke, dass die Herr der Ringe Trilogie einen massiven Verlust an Popularität von Science Fiction bewirkt hat, einfach weil die Aufmerksamkeit abglenkt auf Fantasy umgelenkt wird. Die alten Serien wie Star Dreck, Terminator aber auch aktuell Star Wars verlieren. Sie sind gewissermaßen verbrannt. Generell ist das Interesse an Science Fiction daher meiner Einschätzung erheblich niedriger als noch in den 80ern. Und gerade viele Aufgewachte wird es eher in historische Romane oder Fantasy ziehen, in der in vielen Fällen unerfüllten Hoffnung, dort der JWO Propaganda zu entgehen.

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  7. Ja, Harald, die Zukunftsvisionen, von denen wir in unseren jüngeren Jahren noch geträumt haben, erscheinen aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich und werden von der heutigen Science Fiction auch kaum mehr angeboten, und das, was angeboten wird, ist seither immer stärker mit JNWO-Propaganda verseucht worden. (Mit „positive Zukunftsvisionen“ meine ich solche, in denen es die weißen Völker noch gibt, auch wenn sie durch irgendwelche Feinde bedroht sein mögen). Und selbst bei den Romanen, Filmen und Fernsehserien aus der „guten alten Zeit“ fallen einem mit unserem heutigen Bewußtsein schon schädliche Propagandabotschaften auf, mindestens in der Form, daß es so gut wie nie souveräne weiße Völker gibt, sondern mindestens eine „vereinte Erde“, wenn nicht überhaupt ein interstellares Imperium, und daß das anders als z. B. in „Ace of Swords“ als etwas Gutes oder der normale Trend der Geschichte dargestellt wird.

    Im allerersten „Star Wars“-Film zum Beispiel bestanden die Rebellen noch fast ausschließlich aus weißen Menschen und hatten eine großteils männliche Führung. Bis zu den aktuellen Filmen hat sich das zu einem immer größeren Anteil von Nichtweißen und Nichtmenschen verschoben, und die Rebellen werden jetzt von „Katzenmuttis“ (in die Jahre gekommenen, mutmaßlich kinderlosen GutmenschInnen) angeführt. Allgemein war es in früheren SF-Geschichten bis mindestens in die 1970er-Jahre selbstverständlich, daß die Zukunftsgesellschaften darin weitgehend wie heute aus weißen Menschen bestehen werden. Dagegen hatte z. B. der ranghöchste weiße Erdenmann in „Deep Space Nine“, Chief O’Brien, folgende Leute in der Hierarchie über sich: einen schwarzen Kommandanten, eine außerirdische Vizekommandantin, einen arabischen Stationsarzt, eine außerirdische Wissenschaftsoffizierin und einen völlig fremdartigen Formwandler als Sicherheitschef.

    Dennoch haben selbst SF-Geschichten der „guten alten Art“ auch für heute und die Zukunft noch einen Wert, im Sinne meines Schlußabsatzes in diesem Kommentar zu Osimandias „Wissen bewahren“:

    Und als Fan von Science Fiction meine ich, daß Geschichten aus diesem Genre vielleicht einmal wichtig sein könnten, um daran zu erinnern, daß die weißen Völker einst von Zukünften geträumt haben, in denen ihre Nachkommen das Sonnensystem erforschen und gar zu anderen Sternen fliegen, um fremde Welten zu besiedeln – und daß sie sich zugetraut haben, solche Zukünfte auch zu verwirklichen.

    Darüber hinaus haben Geschichten im Allgemeinen und SF-Geschichten im Speziellen noch einen Wert, wegen dem wir den Bereich der Unterhaltung nicht (((ihnen))) überlassen sollten. Einen interessanten Denkanstoß hat mir diesbezüglich der Schluß des Artikels „Geschöpfe des Feuers: Wie uns das Kochen zu Menschen machte“ in „bild der wissenschaft“ 12-2017 gegeben:

    Geschichten am Lagerfeuer

    Die Ju/‘hoan-Wildbeuter (ältere Bezeichnung: !Kung-Buschmänner) leben großteils noch so wie die Jäger und Sammler vor Hunderttausenden von Jahren. Bereits 1974 war die US-Anthropologin Wiessner im südafrikanischen Botswana bei ihnen zu Gast gewesen und hatte 174 Tag- und Nacht-Gespräche protokolliert. Zwischen 2011 und 2013 ergänzte sie ihre Notizen durch digitale Gesprächsaufnahmen in Botswana und Namibia.

    Tagsüber, während der Jagd und der Suche nach essbaren Beeren und Knollen, drehten sich die Unterhaltungen der Ju/‘hoansi meistens um praktische Themen mit häufig wirtschaftlichem Hintergrund, um die Fleischverteilung, um die Rangordnung im Clan – oder um einen Dorn im Fuß. „Doch abends am Lagerfeuer ging es um Themen, die die Vorstellungskraft anregten und Erinnerungen an Vergangenes wachriefen, sowie um die Beziehungen untereinander“, so Wiessner. Die abendliche Kommunikation bestand zu 80 % aus Geschichten. Sie handelten von den Erlebnissen anderer Ju/‘hoansi, von falschem und richtigem Verhalten, von gegenseitigem Vertrauen, von Abenteuern auf weiten Reisen und auch von der Kosmologie der Ju/‘hoansi – ihren Vorstellungen von der Entstehung der Welt und der Menschen.

    Der Oxforder Anthropologe Robin Dunbar ist von Wiessners Arbeit hingerissen: „Ihre Daten legen nahe, dass Feuer und die Entwicklung der Sprache mehr miteinander zu tun haben als bisher angenommen. Sprache und Feuerstellen könnten eine Co-Evolution durchlaufen haben.“ Geschichten anhören fördert das Gedächtnis, die Fantasie und das Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt anderer. Diese Kulturtechniken waren so elementar für die Evolution des Menschen wie das Besänftigen knurrender Mägen. Die Indizien sind überzeugend, dass Feuer für beides der Katalysator war.

    Selbst so urtümliche, primitiv lebende Menschen wie die Buschmänner haben also ein Bedürfnis nach fantasieanregenden Geschichten über Reisen in ferne Länder, und in diese Geschichten werden auch Lehren über richtiges und falsches Verhalten eingewoben. Das scheint ein allgemeinmenschliches Bedürfnis zu sein, und nachdem es auf der Erde keine unerforschten Länder mehr gibt, deckt für uns moderne Menschen die Science Fiction den Bedarf nach Geschichten aus fremden Umgebungen (für unsere Vorfahren erfüllten Geschichten über Reisen in unentdeckte Länder auf der Erde oder mythologische Erzählungen diesen Zweck). Zudem kommt sie unserer Neigung entgegen, uns gedanklich mit der Zukunft zu beschäftigen und Visionen für sie zu entwickeln – etwas, das primitiven Menschen noch fremd war, deren Lebensumstände sich selbst über Generationen so gut wie gar nicht änderten, sodaß es für sie nicht vorstellbar war, wie anders das Leben in Jahrhunderten oder Jahrtausenden sein könnte.

    Aus diesen Gründen ist es für die Juden naheliegend, unser Denken über die Zukunft mit ihren Vorstellungen zu besetzen und uns Geschichten zu präsentieren, in denen ihre Zukunftsvisionen verwirklicht sind oder vor aus ihrer Sicht schlechten Entwicklungen „gewarnt“ wird, oder aus deren zukünftiger Perspektive unsere eigene Zeit als schlecht dargestellt wird. Wenn man sich näher damit befaßt, stellt man mit Erschrecken fest, in welchem Ausmaß die Science Fiction schon seit dem frühen 20. Jahrhundert immer mehr von Juden beeinflußt worden ist – von jüdischen Autoren, Filmemachern und Verlegern.

    Siehe zum Beispiel diese Liste jüdischer Autoren fantastischer Literatur, die aber sicher nicht vollständig ist (Walter M. Miller z. B. wird darin weiter oben wie Stanislaw Lem unter den Katholiken gelistet und war laut Wiki ein Konvertit zum Katholizismus, aber wer seine Geschichte „Bedingt menschlich“ [„Conditionally Human“] kennt, wird ahnen, von welcher „Glaubensgemeinschaft“ er konvertiert ist):

    http://www.adherents.com/lit/sf_other.html#Jews

    Oder diese Rezension des Buches „The Stars of David: Jewish Science Fiction“, die der Autor Peter Marmorek so beginnt:

    Let’s face it, when it comes to science fiction, Jews wrote the bible. And they wrote a lot else besides. Ursula Le Guin says that the Frankenstein myth (and Mary Shelley) are the mothers of invention of science fiction, and she may be right (she usually is). But the Frankenstein myth is a variant on the Golem story, the story of a man created without a human soul, and it goes back over a thousand years in Jewish folklore before Shelley created her version, on that dark and stormy night in Switzerland.

    Oder diese Leseprobe aus dem Buch „Partners in Wonder: Women and the Birth of Science Fiction, 1926-1965“, in der aufgezeigt wird, welchen Einfluß jüdische Verleger wie Donald A. Wollheim oder Hugo Gernsback im Bereich der SF-Magazine gehabt haben, die vor der größeren Verbreitung von SF-Büchern bedeutsam für die Entwicklung der SF waren.

    Viele nichtjüdische SF-Autoren oder Filme/Serienmacher sind auch durch Juden beeinflußt worden, entweder durch persönliche Kontakte (Gene Roddenberry z. B. war eng mit Isaac Asimov befreundet) oder indem sie in ihrer Jugend die Werke früherer jüdischer „Größen“ gelesen haben, ehe sie selber mit dem Schreiben anfingen.

    Aus diesen Gründen wäre es wichtig, auch auf dem Gebiet der SF Alternativen zu jüdischem und jüdisch beeinflußtem Material zu haben, und das müssen gar nicht immer explizit pro-weiß-nationalistische oder JWO-kritische Sachen sein, sondern es wären auch Geschichten wertvoll, die bloß das Bedürfnis nach fantastischer Unterhaltung auf gesunde Weise decken und keine jüdischen Gifte enthalten.

    Den Rückgang des Angebotes an SF-Büchern bemerke ich auch immer wieder in Buchhandlungen; was dort ausliegt, hat oft nur einen Bruchteil des Umfangs wie früher. Und zu dem, was es noch gibt, finde ich keinen Bezug mehr.

    Eine Erklärung für die Verschiebung des Angebots von der SF zur Fantasy (einschließlich Vampirgeschichten) und weg von dem, was Jungs und (jungen) Männern gefällt, hat vor Jahren „stratomunchkin“ abgegeben, ein Deutscher, der früher auch auf AdS (damals noch „Counterjihad“) kommentierte. In seinem trotz des deutschen Titels „nachtalbenbunker“ englischsprachigen Blog hatte er geschrieben, daß es daran liegen könnte, daß in den Lektoraten der Verlage, wo entschieden wird, was veröffentlicht wird, fast nur junge Frauen arbeiten, und die würden halt auswählen, was ihnen gefällt. Die würden aus den ländlichen Gegenden des amerikanischen Mittelwestens in die großen Städte an der Ost- und Westküste strömen, weil ihnen eingeredet wird, daß das hip sei, und dort sind sie dann billige Arbeitskräfte für die Verlage. Außerdem könne man Fantasy eher auch Männern verkaufen als SF an Frauen. Und diese Umstände seien auch der Grund dafür, daß Autoren sich so häufig an Endlos-Serien machen: wenn da einmal ein Band veröffentlicht und erfolgreich ist, hat man einen Fuß in der Tür und kann eher Fortsetzungen verkaufen, während man sich bei separaten Romanen jedesmal wieder darum bemühen muß, daß er genommen wird.

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    • Ich bin gerade auf diesen Kommentar zum Artikel „Judaism is a ‚science fiction‘ religion“ auf avakesh gestoßen (fette Hervorhebung von mir):

      Yeah, no Jewish science fiction writers. Because I guess S. Y. Agnon, Poul Anderson, Isaac Asimov, Chayim Bloch, Ben Bova, Michael Chabon, Jack Dann, Avram Davison, Edward Einhorn, Harlan Ellison, Cynthia Ozick, Joel Rosenberg, Robert Silverberg, Isaac Bashevis Singer, Harry Turtledove, Allan Weiss, and Jane Yolen are all gentiles? (My goodness: two of those people on that list won Nobel Prizes for literature!)
      B“H, Jews have excelled in many different fields — including science fiction. The percentage of science fiction authors who are Jewish far outstrips the percentage of Jews in the general population.

      Poul Anderson – der ist also auch (((einer))). Ein harter Schlag.

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  8. Jouri

     /  Juni 24, 2018

    Hallo Lucifex, ich würde mich freuen, wenn ich den 4. Teil lesen könnte. Ein Löschen der bereits veröffentlichten 3 Teile wäre für mich bedauerlich. Ich war mir lange nicht der Ursache meiner Idiosynkrasie gegenüber den meisten SF-Geschichten klar. Ich denke aber heute, daß der Grund hierfür der Umstand ist, daß wir Deutsche da eigentlich gar nicht vorkommen, obwohl unser Beitrag zur Raumfahrt überragend war. Schon gar nicht wurden wir positiv besetzt. Ich gebe gerne zu, daß mein Wissen über das Genre recht begrenzt ist. Daher kann es durchaus Bücher geben, in denen das Gegenteil der Fall ist.

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  9. Kelte

     /  Juni 25, 2018

    Hallo!
    Ich weiß, es werden keine Kommentare außer jener der “Stammleser/Kommentatoren veröffentlicht. Darum geht es mir auch gar nicht. Ich war auch schon bei AdS meist nur stiller Mitleser.

    Ich möchte an dieser Stelle nur einfach mal Danke sagen, daß du mit Morgenwacht die Arbeit und den Geist von As der Schwerter fortführst. DANKE!!!
    Allerdings vermisse ich die Artikel und Kommentare von Osimandia (bitte nicht falsch verstehen).

    Zum anderen finde ich es traurig, daß “Ace of Swords: Alles auf eine Karte“ offenbar so wenig Anklang findet. Mir gefällt die Geschichte sehr gut und fiebere dem 4. Teil entgegen. Ich kann verstehen das dich das frustriert.
    Aber es ist eben so, daß Sci-Fi wohl immer weniger Anklang findet.

    Außerdem ist gerade Fußball-WM (ein Sport dem ich wiederum nichts abgewinnen kann, erst recht seit Merkel den Sport politisch mißbraucht).

    Gruß und Alles Gute, auch an die Kommentatoren!

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  10. Wer eine SF-Geschichte mit einem deutschen Helden und mehreren Co-Helden aus anderen weißen Völkern lesen möchte, die sich in einer vielfaltsverdorbenen „New Space Order“ zu behaupten versuchen, kann sich ja einmal „Die Wächter von Avalon“ ansehen. Das ist eine von mir verfaßte „Fan fiction“-Fortsetzung zu Stewart Cowleys „Spacewreck“-Geschichte „Kinder der Götter“. Wer die ebenfalls lesen möchte, liest sie besser zuerst, um Spoiler zu vermeiden und einen allgemeinen Hintergrund vermittelt zu bekommen.

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    • Jouri

       /  Juli 8, 2018

      Hallo Cerrunnos, vielen Dank für den guten Ratschlag. Ich habe beide Geschichten gelesen und würde mich über eine Fortsetzung von Avalon freuen.

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    • Gern geschehen, Jouri. Zu „Die Wächter von Avalon“ wollte ich tatsächlich bereits voriges Jahr im Anschluß an die Veröffentlichung eine längere, komplexere Fortsetzung („Die Monde von Kentros“) beginnen, wieder mit etlichen Bildern, diesmal hauptsächlich von David Schleinkofer. Nach einigen Vorarbeiten dafür habe ich dieses Projekt aber leider aus hauptsächlich beruflich bedingtem Zeitmangel auf unbestimmte Zeit verschieben müssen; ich hoffe jedoch, daß ich es in der näheren Zukunft doch noch verwirklichen kann.

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    • „Die Wächter von Avalon“ möchte ich auch einmal hier nachveröffentlichen, der Mehrheit der SF-Muffel unter meinen Lesern zum Trotz. Das werde ich aber erst nach Veröffentlichung des vierten Teils von „Ace of Swords“ und mindestens irgendeines thematisch anders gelagerten Beitrags tun.

      Vom Schlußkapitel von „Ace of Swords“ habe ich inzwischen elf Seiten geschafft, konnte aber zuletzt am Dienstag der Vorwoche daran arbeiten. Seither hatte ich viel um die Ohren, und nichts Erfreuliches. Ob ich für heute noch in die Gänge komme, weiß ich nicht.

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  11. Keine Sorge, Jouri und Kelte, der vierte Teil kommt. Ich habe bereits mit der Arbeit am Schlußkapitel begonnen; ob ich Teil 4 noch am kommenden Wochenende veröffentlichen kann, ist aber noch nicht sicher.

    Die auf „Morgenwacht“ nachveröffentlichten Artikel von Osimandia sind in der Autorenkategorie „Osimandia“ zu finden. Bei etlichen davon sind auch Kommentare von ihr wiedergegeben; neue Osi-Kommentare erscheinen (unter einem anderen Pseudonym, das die alten Hasen unter den Lesern kennen, das ich aber wegen mitlesender Feinde nicht verrate) nach wie vor im Siechkobel.

    Ein Grund, warum Science Fiction gerade unter Rechten anscheinend so wenig Anklang findet, könnte auch sein, daß ein Teil dieser Szene gewissen Narrensaum-Theorien anhängt: flache Erde, Hohlwelt alias Innenwelt-Kosmos, Glashimmel in 100 km Höhe, keine Atomenergie, da E=mc² vom Juden Einstein formuliert und daher „Lüge“, gängige Kosmologie ein “pseudoreligiöses jüdisches Lügensystem” aus der Kabbala, Wissenschaft allgemein „in die Köpfe gekippter jüdischer Müll“, beginnend mit dem heliozentrischen Weltbild, und weiß Odin was noch alles…

    Ich weiß nicht, wie groß der Anteil der Rechten ist, die so denken, aber solchen Leuten wird nichts an Geschichten liegen, in denen kugelförmige Planeten im Umlauf um Lichtjahre voneinander entfernte Sonnen oder fusionsgetriebene Raumschiffe vorkommen.

    Die Ablenkung durch die Fußball-WM könnte eventuell auch ein Grund für das flaue Leserinteresse für „Ace of Swords“ sein, obwohl die WM zur Zeit der Veröffentlichung der ersten drei Teile noch nicht begonnen hat, wenn ich mich richtig erinnere. Für Fußball kann ich mich auch nicht begeistern (übrigens vermute ich, daß ein gewisser Halbkoreaner jetzt über die heutige Niederlage Deutschlands gegen Südkorea frohlocken wird).

    Antworten
  12. Kelte

     /  Juni 27, 2018

    @ Lucifex:
    Danke für den Hinweis auf die Nachveröffentlichungen.
    Ist aber eigentlich nicht nötig. Ich habe (soweit ich weiß) alle Artikel vom SchwertAsBlog, inklusive der Kommentarstränge, abgespeichert. Es könnten höchstens ein paar Kommentare der letzten 1-2 Tage fehlen, da das Aus von AdS damals (für mich) sehr überraschend kam.

    Warum Sci-Fi unter Rechten keinen (bzw. wenig) Anklang findet vermag ich nicht zu sagen.
    Das aber unter Rechten diese Hohl/Flach/Innenwelt-Spinnereien u.ä. immer wieder auftauchen bzw. sogar Anklang findet, verblüfft mich irgendwie. Ich habe Rechte eigentlich immer als die besser gebildeten und aufgeklärten (im Sinne von: Argumenten und Beweisen offen) wahrgenommen.

    Das diese Themen in manchen Blogs immer wieder auftauchen halte ich für gezielte Maßnahmen um die rechten Blogs ins lächerliche zu ziehen.
    Trotzdem unfassbar das es teilweise sogar geglaubt wird. Du hast ja gerade die Hohlwelt-Theorie mit dem Segelschff-Vergleich (Masten, die zuerst zu sehen sind/zuerst verschwinden) sehr anschaulich widerlegt.

    Antworten
  13. Bertinia

     /  Juni 29, 2018

    Hallo Lucifex,

    ich möchte zunächst einmal gerne sagen, daß ich es sehr schade fände wenn du deine SF Geschichten löschst, gerade angesichts der liebevollen Ausschmückung des GalCiv-Universums. Je mehr Geschichten man schreibt, desto detailreicher wird ein Fantasy-Universum, und so erkennt man, daß du schon viel Zeit mit der Erschaffung dessen verbracht hast. Vor allem die moralische Komponente gepaart mit den technischen SF-Teilen kann Lesern einige Gedanken „mundgerecht“ zuzuführen. Eine Bekannte von mir tut dies so ähnlich mit Kindergeschichten, um Kindern komplexe Entscheidungswege zu verdeutlichen, die sonst durch verschwurbelte Pseudo-Moral und die üblichen Parolen und Schlagworte in falsche Wege gelenkt werden könnten. Wobei ich das Grundprinzip meine, wertvolle Erfahrungen anschaulich zu präsentieren, um einen Aha-Effekt zu erzeugen, der sich einprägt, und dazu anregt, jene hohlen Parolen zu hinterfragen.

    Andererseits möchte ich sagen, daß ich zum Beispiel in diesem wirklich schönen Sommer wenig Zeit mit Lesen verbringe (ich habe bis jetzt nur das Glossar gelesen, war aber zweifellos sehr beeindruckt), wenn es so spät dunkel wird, ist ja meist schon Schlafenszeit. Ich verbringe die Tage eher draußen am See und versuche die schönen und positiven Seiten des Lebens zu genießen, womit ich auch sagen will, daß der Sommer wohl generell eine eher schwierige Zeit für Veröffentlichungen ist. Vielleicht mußt du deinem Kinde einfach etwas Zeit geben.

    Zum Thema der SF-Verdroßenheit unter Rechten möchte ich zuletzt noch anmerken, daß die erfolgreichsten Veröffentlichungen eher Dystopien sind, die wohl die Verdroßenheit gegenüber der aktuellen Welt bedienen, um sie am Ende in eine positive Perspektive kristallisieren zu lassen. Ich denke, daß die strikte Einhaltung des Prinzips „Vorstellung, Problemstellung, Konflikt, Lösung“, mit einer sparsamen aber konzentrierten „Lösung“ am Ende sich erfahrungsgemäß als erfolgreich gezeigt hat, zusätzlich zum Element eines bis zuletzt unklaren Gut-und-Böse Schemas. Dies gibt m.M.n. einen starken Lerneffekt (ich glaube dies ist dir auch wichtig), und erscheint am ehesten als unparteiische, und somit rechtmäßig wirkende Darstellung.

    Übrigens kommt sogar beim JEDEM Eingeben von Text auf dieser Seite ständig die Nachricht „Übertragen von GoogleAds“ und co., was auch den Browser extrem verlangsamt.

    Schönen Sommer an alle.

    Antworten
  14. Bertinia

     /  Juni 29, 2018

    habs gerade probiert, sogar beim scrollen, mache ich irgendwas falsch, ich benutze den Tor Browser.

    Antworten
  15. Hallo, Kelte und Bertinia!

    Ist ja interessant, Kelte, daß du all diese AdS-Sachen noch gespeichert hast. Da hätte ich gleich eine Bitte an Dich: könntest Du bei Gelegenheit ein paar davon, die ich nicht mehr habe, als Kommentare übermitteln? Die würden zwar vielleicht wegen der Länge zunächst im Spamordner verschwinden, aber auch dort kann ich sie herausholen und als Nachveröffentlichungen aufbereiten.

    Da wären einmal zwei verlorene Übersetzungen von mir, die bei meiner Großen Datenverlustkatastrophe nach dem Computerwechsel im Anschluß an die AdS-Löschung verlorengegangen sind und die ich bei meiner letzten Datensicherung davor nicht dabei hatte, weil ich sie erst danach erstellt habe:

    – Die Übersetzung von Francis Carr Begbies The Trouble with Tommy (das könntest Du im Kommentarstrang zu Tanstaafls Tommy-Robinson-Artikel posten; die Bilder wären egal, weil ich sie aus dem Original holen kann), und
    – die Übersetzung von The Jewish „Schindlers“, ebenfalls von Francis Carr Begbie (das könnte im Kommentarstrang zu meinem Artikel Warum Juden für „Vielfalt“ sind gepostet werden).

    Sodann gibt es noch zwei „Star-Dreck“-Beiträge von Dunkler Phönix (SD 10 und 11), die ich nie selber auf Festplatte hatte; der eine behandelte die Terminator-Filme und der andere irgendeine Fernsehserie (das könnte „The 100“ gewesen sein). Die könntest Du in den Strang zu DPs letztem hier nachveröffentlichten SD-Artikel plazieren, Star Dreck 9: Die Star-Trek-Filmreihe.

    Es eilt aber nicht, falls Du das machen möchtest. Diese Beiträge würde ich ohnehin erst irgendwann nach der Veröffentlichung des vierten Teils von „Ace of Swords“ einstellen.

    Bei „Ace of Swords“ habe ich heute zwei kleine Ergänzungen vorgenommen (das kommt davon, wenn man eine Geschichte schon in Teilen veröffentlicht, bevor alles fertig ist):
    Beim Weiterschreiben am Teil 4 hat sich die Notwendigkeit ergeben, den beiden Robotjägern unter den Flügeln der Ace of Swords individuelle Namen zu geben, und da habe ich mich für Knight und Queen entschieden. (Ursprünglich hatte ich an „Fimm und Jimm“ gedacht, aber das wäre doch etwas zu unernst gewesen.) Die Vorstellung dieser Namen habe ich in Kapitel 10 in den Dialog mit den „Kindern“ eingefügt.
    Im Zuge dessen ist mir dann die Idee gekommen, auch die erste Nennung des Schiffsnamens Ace of Swords in Teil 1 mit dem Link zur englischen Erläuterung der Tarotkarte „Ace of Swords” zu unterlegen.

    Die Sommer- und Ferienzeit könnte eine zusätzliche Ursache für die geringen Klickzahlen bei den bisher veröffentlichten „Ace of Swords“-Teilen sein, aber die Hauptursache ist sie sicher nicht. Es könnte aber schon sein, daß gerade so lange Veröffentlichungen um diese Jahreszeit weniger gern gelesen werden.

    Das mit den Dystopien ist ein interessanter Punkt. Im Goodreads-Strang zu Clifford D. Simaks SF-Roman „Way Station“ schreibt „Evgeny“ in seiner Rezension:

    I am overfed on grimdark fantasy. I keep wishing all people living in yet another grimdark fantasy universe would commit suicide to put themselves (as well as their readers) out of their non-stop misery. I am overfed on dystopian future. Speaking about dystopian romances in particular I always want to shout out loud to their heroes at the end, „This is not going to be Happily Ever After; your dystopian world is here to stay and there is no happiness to be had in there!!!“.

    This book gives something I can really appreciate: hope. I really forgot the last time I saw any sign of hope in a modern science fiction story. This is particularly curious in light of the fact that it was written during the time of Cuban Missile Crisis. Actually some of the things in there strongly point to that particular historical event.

    This raises one important question: we were optimistic during the height of the Cold War. This is most definitely not the only example of optimistic science fiction written during that time. Now the war is over and all we can think of is bleak post-apocalyptic future without a single ray of hope in it. Why?

    Meine Übersetzung:

    Ich habe grimmig-dunkle Fantasy satt. Ich wünsche mir ständig, daß all die Leute, die in noch einem weiteren grimmig-dunklen Fantasieuniversum leben, Selbstmord begehen, um sich (sowie ihre Leser) aus ihrem Nonstop-Elend zu erlösen. Ich habe dystopische Zukünfte satt. Insbesondere bei dystopischen Liebesgeschichten möchte ich den Helden am Ende laut zurufen: „Dies wird nicht ‚und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage‘ sein; eure dystopische Welt wird bleiben, und darin gibt es kein Glück!!!“

    Das Buch gibt etwas, das ich wirklich schätzen kann: Hoffnung. Ich habe wirklich vergessen, wann ich das letzte Mal irgendein Hoffnungszeichen in einer modernen Science-Fiction-Geschichte gesehen habe. Dies ist besonders seltsam im Licht der Tatsache, daß es am Höhepunkt der Kubakrise geschrieben wurde. Tatsächlich verweisen einige der Dinge darin stark auf dieses bestimmte historische Ereignis.

    Dies erhebt eine wichtige Frage: wir waren während der Hoch-Zeit des Kalten Krieges optimistisch. Dies ist ganz bestimmt nicht das einzige Beispiel für optimistische Science Fiction, die während dieser Zeit geschrieben wurde. Nun ist der Krieg vorbei, und alles, woran wir denken können, sind düstere post-apokalyptische Zukünfte ohne einen einzigen Hoffnungstrahl darin. Warum?

    Ja, warum ist das so?

    Ich habe ebenfalls den Verdacht (auch schon früher geäußert), daß die verschiedenen Spinnertheorien in der rechten Szene als Mittel im Umlauf gebracht werden, um erstens Rechte, Nationale lächerlich erscheinen zu lassen, wenn sie darauf anspringen, und zweitens um Verschwörungstheorien allgemein zu diskreditieren. „Spinnerte Verschwörungstheorien schaden den zutreffenden Verschwörungstheorien“, habe ich am Schluß meines Kosmokabbalakäse-Artikels geschrieben. Im dortigen Strang habe ich in diesem Kommentar auch das von Kelte erwähnte Beispiel mit den Segelschiffsmasten und der Kugelgestalt der Erde (die auch den Wikingern und alten Griechen schon bekannt war) gebracht. Und in diesem gleich anschließenden Kommentar habe ich mich ausführlich mit der Flacherde-Spinnerei befaßt.

    Daß die Rechten die Gescheiteren sind, habe ich früher auch geglaubt, zweifle inzwischen jedoch sehr daran. Wie Luftpost in diesem Tavernenkommentar sinngemäß geschrieben hat, ist Dummheit überparteilich, und ich glaube sogar schon, daß es auf Seiten der Rechten die ärgeren Deppen gibt als bei den Linken und Gutmenschen. Zur Entschuldigung Letzterer kann man wenigstens anführen, daß sie seit ihrer Kindheit mit der allgegenwärtigen Systempropagandaflut mitgeschwommen sind, die von allen Seiten kommt und zudem auch teilweise an normalerweise guten Wesenszügen andockt, die für das Falsche mißbraucht werden. Unter den Rechten gibt es aber leider zu viele, die sich zwar mehr oder weniger von dieser JWO-Propaganda gelöst haben und sich dann aber völlig unnötig in andere Blödheiten verrennen, die nicht auf diese breit angelegte Weise vom System propagiert, sondern nur von irgendwelchen Randfiguren verzapft werden oder die sie sich selber zusammenreimen. Zudem haben diese Spinnereien meist null Zusammenhang mit unsren wirklichen Problemen: mit Globalismus, Zudringlingsflut, Multikulti, Rassenvermischung, Genderbenderei, demographischem Niedergang oder Kulturzersetzung.

    Manches davon, zum Beispiel die Reichsflugscheibengläubigkeit, ist auch „geistige Flucht ins La-la-Land“, wie noricus das einmal formuliert hat: weil alles so düster ist und aussichtslos erscheint, hofft man auf die Rettung durch die Nazi-Ufos aus der Antarktis. Voriges Jahr hatte ich kurzzeitig beruflich mit jemandem zu tun, der ernsthaft glaubte, es sei deshalb niemand mehr auf dem Mond gelandet, weil dort die Reichsdeutschen mit ihren Flugscheiben sitzen und niemanden landen lassen. („Wo es eine Verschwörungstheorie gibt, da gibt es auch eine Verschwörung“, sagte er.)

    Bei vielen gibt es auch eine Neigung, als Zugehörigkeitsritual zur „Wahrheitsbewegung“ (haha!) zu bekunden, daß man „denen aber auch schon gar nichts mehr glaubt“, verbunden mit der Eitelkeit, anderen „Verschwörungstheoretikern“ Erkenntnisse voraus zu haben („was, du glaubst noch an die kugelförmige Erde? Schlafschaf!“), verbunden mit der Sensationslust, auf etwas möglichst Abgefahrenes draufgekommen zu sein, wie es „wirklich ist“.

    Manchmal kommt mir vor, daß der Begriff „Narrensaum“ eine Fehlbezeichnung ist; daß das kein Saum ist, sondern fast schon ein Mainstream, und daß das, was Blogs wie „Morgenwacht“ oder „As der Schwerter“ repräsentieren, eher ein schmaler Grat zwischen der Tiefebene der Narren und der Tiefebene der sich für aufgewacht haltenden Halbschlafschafe (Siechkobel, Edelrechte, Libertärenblogs, koschere Counterjihadis) ist.

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  16. Jouri

     /  Juli 22, 2018

    Danke Lucifex für die Übersetzung des vierten Teiles.

    Antworten
  17. Ich lese gerade die Goodreads-Seite über Marion Zimmer Bradleys SF-Roman „Hunters of the Red Moon“ („Jäger des Roten Mondes“), und da mußte ich bei dieser Kurzrezension von David Nix über den Schlußabsatz schmunzeln, der eigentlich auch auf meinen obigen Roman zutrifft (vom Ursprung her ist „Ace of Swords“ ja auch jahrzehntealt):

    Because this is a decades-old novel, the writer wrote in a style no longer favored by readers. That includes techniques such as writing in complete sentences, using big words, and omitting gratuitous detail during sexual encounters. If you can accept that style, then you will love this story. If you can’t, then you always have Manga.

    Antworten

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