Geheimgesellschaften: Die Triade oder Himmel-und-Erde-Gesellschaft

Von Heinz-Georg Hailwax. Das Original erschien im Schweizer „Internationalen Waffenmagazin“ Nr. 3/1991 als erster Beitrag von Heinz Georg Hailwax’ neuer Serie „Geheimgesellschaften“. (Links im Artikel von mir – Lucifex – eingefügt.)

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Daß Geheimgesellschaften, Geheimbünde oder geheimnisvolle Sekten das öffentliche Leben in einem kaum vorstellbaren Ausmaß beeinflussen, ist eine Meinung, der nicht nur Romantiker Glauben schenken. In einer lockeren Folge wollen wir unsere Leser mit den bedeutendsten Geheimgesellschaften bekanntmachen. Wir beginnen mit einem Beitrag über die chinesische „Triade“ oder „Himmel-und-Erde-Gesellschaft“, eine der ältesten und mächtigsten Organisationen dieser Art, ohne deren Einfluß die Geschichte Chinas vielleicht ganz anders verlaufen wäre.

Nahezu alle Geheimgesellschaften Chinas leiten sich von der Gründerloge der Hung (der Tien-ti hui oder „Großen Triade“) ab. Die Hung wurde im 17. Jahrhundert gegründet, um die Fremdherrschaft der mongolischen Mandschus zu beseitigen. „Hung“ bedeutet unter anderem „Regenbogen“, was symbolisiert, daß der Mensch die „Brücke zwischen Himmel und Erde“ sein kann. Diese Dreiheit (Triade) – Mensch, Himmel, Erde – sollte das Recht untermauern, die Ming-Nachfolger einzusetzen.

Noch heute wird Kandidaten anläßlich ihres Eintritts in die Hung-Loge oder „Himmel-und-Erde-Gesellschaft“ (kurz „Triade“ genannt), die ein Mittelding zwischen einer Art negativen Freimaurertums asiatischer Prägung und der Mafia darstellt, eine Gründungslegende vorgelesen, um sie mit den mythischen Anfängen zu verwurzeln, welche die Triade als wichtigstes Element ihres „Kampfes im Namen des Volkes“ ansieht.

Tatsächliche Geschichte, taoistisches Gedankengut und eine Art Buddhismusbezogenheit – der Kampf zwischen Licht und Finsternis – verleihen der Erzählung Farbe. Daß der ursprüngliche Inhalt der Legende in ihrem Sinn von der verbrecherischen Triade geradezu ins Gegenteil verkehrt wurde, ist ein trauriges Beispiel für die Manipulation religiösen Schrifttums, an der die Weltgeschichte so reich ist.

Die Gründungslegende

Im Jahre 1621, am Ende der Ming-Herrschaft, kam der Abt des Klosters von Shiu Lam mit 128 Kampfmönchen dem Kaiser Tien chi gegen „Barbaren“ zu Hilfe und erhielt als Dank drei Geschenke – einen Jadering, ein magisches Holzschwert und das kaiserliche Siegel. Allerdings hatte der Kaiser dadurch, daß er dem Abt das „Himmelssiegel“ übergab, seine ganze Macht „dem Volke“ übertragen. Als der Kaiser starb, stürmten aufständische Generäle mit ihren Truppen das Kloster, um das Siegel an sich zu bringen; bis auf den Abt und vier Mönche kamen alle Klosterbrüder um. Der Abt und seine Begleiter konnten mit dem Siegel flüchten und machten sich auf den Weg zum Himmel, wobei sich ihnen im Laufe ihrer Reise zwei Fährmänner und ein Schuster anschlossen. Die „Reise der acht Gefährten“ führte nach vielerlei Gefahren über den siebenfarbigen Regenbogen (= Brücke zum Himmel) zum Ziel. In einem Kampf des in einen Drachen verwandelten Abtes mit dem Himmelsdrachen K’an behielt der Abt nicht nur das Siegel, sondern erbeutete auch das Gründungsschwert der Ming-Dynastie. Schließlich führt die Legende die Wanderer noch zu einem Fluß, der sie von der Stadt der Unsterblichkeit trennt. Um hinüber zu kommen, müssen die Wanderer drei Wundermünzen vorweisen, die sie aber nicht mehr haben, da sie damit den Brückenzoll bezahlen mußten. Das Recht, die Ming-Nachfolge zu regeln, war jedoch vom Himmel bestätigt worden. Die Reisenden kehrten nun zurück.

Mittlerweile hatte sich aber der junge Kaiser Chongzen, von einer Aufständischenarmee in Peking überrascht, erhängt, wodurch das Ende der Ming-Dynastie eingetreten war. Die Mandschus übernahmen, mit Kaiser Kangxi beginnend, die Herrschaft über China, die erst mit der Abdankung von Puyi, dem letzten Kaiser im Jahre 1911 enden sollte.

Die Symbolik wurde beibehalten

Die Worte, die der Schuster in der Legende spricht: „Himmel und Erde sind getrennt, es wird Zeit, China zu reinigen und den Frieden wiederherzustellen“, wurden im Sinne der Befreiung von den Mandschus verstanden. Auch heilige Gegenstände, eine Räucherpfanne mit dem Spruch „Qing stürzen und Ming wieder einsetzen“, ein Spiegel, der Schein und Wahrheit trennt, eine Waage als Gerechtigkeitssymbol und vor allem das „Hung-Schiff“ als Modell der Logen sind noch heute die Ritualgegenstände der Vereinigung. Auch die magischen Zahlen Drei und Sieben sind wichtig. Die chinesische Zahlenmagie verlangt, daß die Triade-Logen sich mit Zahlen benennen, die durch drei teilbar sind, etwa „21“ oder „999“ usw. Das Dreieck ist eine beliebte Unterarmtätowierung.

Die Aufnahme von Kandidaten in eine Triade erfolgt in dreitägigen Zeremonien, bei welchen Blut („Hung“ bedeutet auch „rot“), geheime Hand-Erkennungszeichen und verschlüsselte Zahlen eine große Rolle spielen. Kampfmeister lehren den Nachwuchs alle wichtigen asiatischen Kampfkünste, den Umgang mit blanken Waffen und Schußwaffen, aber vor allem mit Gegenständen des täglichen Gebrauches, die sich als Waffen verwenden lassen. (Gespitzte Eßstäbchen werden z. B. dem Gegner oder Opfer durch das Ohr ins Gehirn gestochen.)

Der oberste Führer wird Loh-pan genannt, seine Unterführer sind die Drachen (in China ist der Drache ein Weisheitssymbol). Die Ähnlichkeit mit der Familienorganisation der Mafia ist frappant, die Triade befaßte sich jedoch vorerst noch ausschließlich mit dem politischen Machtkampf.

Wandlung der Triade in eine Verbrecherorganisation

Mit der Kontaktaufnahme mit dem Abendland teilte sich die Triade in einen weltlichen und einen geistlichen Teil, wobei sich der geistliche Teil im taoistischen Mystizismus verstrickte. Der weltliche Teil hatte reale Interessen und mischte in den Beziehungen zwischen West und Ost – immer das Ziel des Mandschu-Sturzes im Auge – fleißig mit.

Opium-Krieg, Taiping-Revolution und Chinas Besetzung hatten tiefe Narben gerissen, doch gab es Kräfte, die eine Neuorientierung anstrebten. Die Kung-fu-kundige Geheimgesellschaft der „Fäuste für Gerechtigkeit und Harmonie“ (Yi he quan), im Westen dummerweise als „Boxer“ simplifiziert, war aus Hung- und anderen Logen zusammengesetzt. Die „Boxer“ waren nie „kaisertreu“, sondern hatten die Befreiung Chinas von den Mandschus und von den Fremden im Sinne. Nach der Niederschlagung des „Boxeraufstandes“ um 1900 hatte sich im Süden des Landes eine starke republikanische Bewegung gebildet, der Dr. Sun Yatsen vorstand, der mit Triade-Hilfe an die Macht gelangt war. Er versuchte die Bruderschaft zum Mandschusturz neu aufzubauen. Dr. Sun Yatsen hatte bereits 1892 die „Gesellschaft zum Wiederaufbau Chinas“ und dann schließlich den „Revolutionsbund“, die erste bürgerliche Partei Chinas, zu diesem Zweck gegründet.

Der mit Triade-Hilfe durchgeführte Wuchang-Aufstand von 1911 führte tatsächlich innerhalb von wenigen Wochen zur Abdankung der nach dem Tode der „Drachenkaiserin“ schwach gewordenen Regierung. Nach dem Rücktritt Kaiser Puyis wurde jedoch General Yuan anstelle von Dr. Sun Yatsen zum Präsidenten der Republik ernannt, worauf Sun zurücktrat. Die Schreckensherrschaft des Generals Yuan Shikai, der 1913 das Parlament auflöste, wurde vom weltlichen Triadenteil, der sich zu einer Verbrecherorganisation entwickelt hatte, unterstützt.

Japans Aufstieg zur Großmacht führte dazu, daß 1915 die „21 Forderungen“, die China zum japanischen Vasallen machten, durchgesetzt wurden. Bereits 1916 starb General Yuan, der sich noch rasch zum Kaiser gemacht hatte, eines unerwarteten Todes. Ob hier die Triade nachgeholfen hatte, ist ungeklärt; jedenfalls folgte nun die Periode der „Warlords“, der Jun-fa oder Kriegsherren, in der jeder dieser Kleinkönige, mit jeweiliger Triade-Unterstützung, gegen den anderen Rivalen kämpfte.

Doch war die Bewegung zur Modernisierung Chinas nicht mehr aufzuhalten. Die Massenbewegung vom „4. Mai 1916“ führte zur Bildung kommunistischer Zellen nach russischem Vorbild und schließlich zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas im Jahre 1921 in Shanghai. Noch befanden sich in dieser Partei viele Hungs, die hofften, sich mit der „Kuomintang“, der „Volkspartei“, zu verbünden, um alle revolutionären Kräfte zu vereinigen. An der Spitze der Kuomintang stand Dr. Sun Yatsen, der jedoch 1925 starb und daher sein geplantes Werk nicht verwirklichen konnte.

Nach Dr. Suns Tod sank der gute Einfluß wohlmeinender Mitglieder ins Bodenlose. Shanghai war ursprünglich ein Wahrzeichen der Triade. In den dreißiger Jahren stand diese schillernde Stadt für alle dunklen Seiten der Triadengeschäfte. Als Mao Zedong mit einigen Aktivisten im zweiten Stock einer Mädchenschule in der „Straße zum freudigen Unternehmertum“ die Kommunistische Partei Chinas gründete, war Shanghai Brutstätte für Extremisten und Radikale aller Art. Menschenhandel, Waffenschieberei, Opiumhandel, Prostitution und Kinderarbeit waren an der Tagesordnung.

Tschang Kai-schek und die Triade

Die Triade hatte sich zur Verbrecherorganisation entwickelt, der auch Diplomaten, Regierungsmitglieder und Polizeibeamte angehörten. Tschang Kai-schek, ein ehemaliges Volksparteimitglied, hatte nach Dr. Suns Tod mit dem Aufbau einer autoritären Partei als Gegenpol zum Kommunismus begonnen, heiratete 1927 Suns Schwägerin Sung Meiling und baute eine „Geschäftsbourgeoisie“ in Shanghai, Kanton, Wuhan und Tientsin auf. Die Triade wirkte hierbei mit, erlangte politische Macht, stellte Regierungsberater und förderte den Drogenhandel. Tschang Kai-scheks Aufstieg und Fall ist bekannt. Nach seinem „Nordfeldzug“ gegen die „Warlords“ kam es zum Bruch zwischen Kuomintang und der KPCh; russische „Berater“ wurden nach Hause geschickt, ein totaler Bruch mit der Sowjetunion war die Folge. Tschang Kai-scheks diktatorische Machtübernahme führte zum Bürgerkrieg.

Korruption, Cliquenbildung, Vetternwirtschaft und die allmächtige „Himmel und Erde“-Gesellschaft, welche die Bodenreform nicht vornehmen wollte, führten dazu, daß die Kuomintang bei den einfachen Leuten schließlich ebenso verhasst war, wie es die Qing-Dynastie gewesen war. Interessanterweise hatte Mao Zedong noch 1931, als er die „Chinesische Räterepublik“ ausrief, regen Zustrom aus den Hung-Logen (deren weltliche Zweige zum Teil Tschang Kai-schek, aber auch Mao Zedong unterstützten).

Der Einmarsch Japans, die Bildung des Mandschu-Staates „Manhouguo“ und die Folgekämpfe zwischen Kuomintang und Kommunisten, Maos „langer Marsch“ nach Yan’an sowie die Kämpfe gegen Japan im Widerstandskrieg zwischen 1937 und 1945 führten zur Schwächung Chinas. Letztendlich, als nach dem Atombombenabwurf auf Japan und dem Eingreifen der in Nordostchina einmarschierenden Sowjets der Bürgerkrieg erneut ausbrach, war die Kuomintang so geschwächt, daß schließlich die Kommunisten, die aufgrund ihrer Bodenreform die Volksmassen hinter sich wußten, Tschang Kai-schek auf die Insel Taiwan (Formosa) abdrängen konnten. Am 1. Oktober 1949 gab Mao Zedong auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking die Gründung der „Volksrepublik China“ bekannt.

Die Auflösung der Hung-Logen durch die Integration in die kommunistische Volksbewegung, die brutalen Massenhinrichtungen „Besitzender“ und die summarische Verurteilung „Andersdenkender“ gipfelte 1951 im „Jahr des Terrors“, als der Maoismus die Massenliquidierung von Volksfeinden vornahm.

Die Triade existiert weiter

Maos Hinrichtungswelle fielen auch seine Unterstützer zum Opfer, denn gerade sie waren verdächtig, „in Form eines Zusammenhaltes der Hung-Logen eine Gegenrevolution vorzubereiten“. Fluchtbewegungen nach Taiwan waren die Folge; die Triade aber hatte sich – als Vollzugsorganisation Tschang Kai-scheks – als eine nach Macht und Einfluß strebende Verbrecherorganisation entpuppt, die jeweils dem zu Willen war, der ihr Reichtum, Macht und Sicherheit garantieren konnte. Insbesondere Hongkong war, neben Taiwan, Ziel der Triade geworden. Seit den achtziger Jahren werden Europa und die USA von dort aus mit Schwarzgeld überschwemmt, werden Immobilien und Wertpapiere, Geschäfte und Luxusvillen gekauft, Anteile an seriösen Firmen mit „gewaschenem“ Geld erworben, kurzum Mafiamethoden angewandt. Schutzgelderpressung von chinesischen Restaurantbesitzern, Gold- und Waffenschmuggel sowie der Drogenhandel und Menschenhandel sind das Tagesgeschäft der Triade.

In den Chinatowns von New York, San Francisco, Boston, Dallas und Houston stellen die Triade-Aktivitäten die Behörden vor unlösbare Aufgaben. Die Unmöglichkeit, in eine geschlossene Gesellschaft wie die chinesische „einzusickern“, die Verbindungen bis ins „Goldene Dreieck“ und in die Drogenraffinerien von Sydney und Manila, Toronto und Amsterdam hat, machen die Triade zu einem weit gefährlicheren Gegner, als es die Mafia je sein kann. Weitere, „höhere“ Stufen der Triade sind in der Wirtschaftskriminalität angesiedelt; Computerknacken, Betriebsspionage, Geldwaschen über eigene Banken und Spielcasinos bringen – neben dem Drogenhandel – das große Geld. Ob und wie man der Triade zu Leibe rücken kann, wird auch für Mitteleuropa, das zusehends immer mehr in „chinesische Geschäfte“ verstrickt wird, ein Thema bleiben.

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Zu den Opiumkriegen siehe auch Drogengeschäfte I: Die Sassoons und die Opiumkriege von Osimandia, und in Drogengeschäfte III: Vom Gulag über Brooklyn zur Weltherrschaft von M. Raphael Johnson wird die globale jüdische Mafia behandelt, die trotz ihrer enormen Bedeutung weitgehend unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung bleibt.

Siehe auch weiters:

Zwei Wölfe und ein Schaf: Demokratische Tyrannei von Baron Bodissey
Das Wikingererbe am Beispiel Island (1) und Das Wikingererbe am Beispiel Island (2) von Jeffrey L. Forgeng und William R. Short (wegen der Thing-Kultur)
Robert Heinleins Sternenkrieger (1): Kapitel 1, (2): Kapitel 2, (3): Kapitel 3 und Robert Heinleins Sternenkrieger (4): Geschichte(n) und Moralphilosophie (wegen des darin geschilderten Staatsmodells)
„Aye“ oder „Nay“? Town Meetings in Strafford von Gerhard Waldherr
Zähmung der Eliten von Trainspotter
Die Mafia von Heinz Georg Hailwax
Anmerkungen zu Populismus, Elitismus und Demokratie von Greg Johnson

Demokratie neu denken: Alain de Benoists The Problem of Democracy von F. Roger Devlin

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4 Kommentare

  1. „Negatives Freimaurertum“ ist schon eine seltsame Formulierung; als ob es das echte Freimaurertum etwas Positives wäre!

    Interessant ist in dem Zusammenhang auch, daß Heinz Georg Hailwax zwar in seiner Serie eine Reihe von Geheimgesellschaften behandelt hat – neben der Triade auch die Mafia, den Ku-Klux-Klan, Voodoo, die serbische Crna ruka (Schwarze Hand), die Yakuza, die Tempelritter, die Assassinen, die indischen Thugs und die Satanisten, -, aber nicht die Freimaurer.

    Was die betrifft, so gibt es unter denen, die öffentlich schreiben (zumindest den „Respektablen“), anscheinend zwei Hauptrichtungen: die einen glauben, daß die Freimaurerei etwas Positives oder zumindest Harmloses ist, und daß diejenigen, die etwas anderes meinen, „rechte Verschwörungsspinner“ seien. Die anderen wiederum haben offenbar das Gefühl, daß es ungesund sein kann, wenn man sich öffentlich zu genau mit dem befaßt, was das Freimaurertum wirklich ist.

    Wäre interessant zu wissen, welcher Richtung Heinz Georg Hailwax angehört.

    Worum es mir aber bei diesem Beitrag hauptsächlich geht, ist, daß hier eine Organisation, die ursprünglich dem Volk dienen sollte (Befreiung von der Mandschu-Herrschaft), im Laufe der Zeit zu der mafiosen Verbrecherorganisation wurde, als die man sie heute kennt.
    Dies scheint eine zumindest schwer zu vermeidende Entwicklungstendenz solcher Organisationen zu sein: da sie als Untergrundorganisation ihre Führung schlecht mittels Wahlen unter ihren Mitgliedern bestimmen konnte (dazu wäre ja notwendig gewesen, daß alle Mitglieder sämtliche Führungskandidaten kennen), mußten die Nachfolger der jeweiligen Führer von diesen ernannt werden. Und bei diesem Nachfolgeprinzip ist eine Qualitätsverschlechterung langfristig unvermeidlich: Selbst wenn es am Anfang eine integre, weise und idealistische Führung gibt, der am Wohl des Volkes liegt, ist diese in ihren Entscheidungen fehlbar und wird bestenfalls gleichwertige Nachfolger bestimmen. Sobald es hierbei jedoch Fehlgriffe gibt, werden diese Führungsleute nicht mehr so ehrlich und weise und idealistisch sein und auch bei der Auswahl ihrer Nachfolger weniger gewissenhaft sein. Von da an kann es mit der Qualität der Führung nur noch abwärts gehen. Ein Parallelfall dazu ist die italienische Mafia, die im nächsten Beitrag dieser Reihe behandelt wird.

    Ein Nebenthema ist die Problematik der Mafiosität von Migrationshintergründlern in europäischen Ländern. Deren Verbrecherorganisationen sind aufgrund der ethnischen und sogar rassischen Unterschiede sehr schwer von einheimischen Polizeikräften des betroffenen Landes zu infiltrieren, auch deshalb, weil sie hauptsächlich im Milieu ihrer eigenen Diaspora-Landsleute operieren, für die ein Polizist des Gastlandes immer ein Angehöriger einer Fremdgruppe sein wird, zu der man keinen Bezug hat.

    Selbst wenn man Polizisten aus dieser Volksgruppe rekrutiert, kann man nie sicher sein, ob deren Loyalität zu den eigenen Leuten – selbst den kriminellen – nicht höher ist als die zu dem Land, dem sie angeblich dienen. Großbritannien hat mit seinen Paki-Polizisten bis hinauf in höchste Ränge schon sehr schmerzliche Erfahrungen gemacht, die von bloßer Korruption (und Unfähigkeit) bis hin zum Verrat von Razziaplänen und Namen von Belastungszeugen an Kriminelle ihrer eigenen Volksgruppe reichen.

    Antwort
  2. Hat dies auf My Blog rebloggt.

    Antwort

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