Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei

Von Manfred Kleine-Hartlage, Original am 15. Juni 2009 hier in seinem Blog „Korrektheiten“ erschienen.

Dies vorweg: Diese Rezension (die im Grunde auch aus einem einzigen Wort bestehen könnte: Lesen!) erspart nicht die Lektüre von Flaigs Buch Weltgeschichte der Sklaverei; es ist eines, das man gelesen haben muss. Dafür, dass es eine Weltgeschichte ist, ist es mit 219 Seiten von angenehmer Knappheit und Prägnanz – eines jener Bücher, in denen kein Wort zu viel steht, weil ihre Verfasser das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und ein schier uferloses Thema straff zu gliedern wissen.

Ich kann und will hier nur einige Aspekte herausgreifen, die mir selber wichtig sind:

Flaig macht, nachdem er die Begriffe geklärt hat (er spricht von klassischer Sklaverei im Unterschied zu Leibeigenschaft und anderen milderen Formen der Unfreiheit), auf zweierlei aufmerksam:

Erstens, dass die Sklaverei im allgemeinen zu sehr als Produktionsweise und als gesellschaftliche Institution betrachtet wird, das heißt unter statischen Gesichtspunkten, während der Prozess der Versklavung normalerweise auch beim historisch gebildeten Zeitgenossen nicht im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Dabei sind es nicht zuletzt die Umstände der Versklavung, die der Sklaverei ihr Gepräge geben: Die Betroffenen werden in der Regel plötzlich und gewaltsam entmenscht: Sie verlieren ihre persönliche Autonomie, ihre Freiheit, ihre Würde, ihr soziales Netz, ihre Heimat und ihre Verwandtschaft. Sie werden sozial atomisiert und damit nicht nur rechtlich, sondern soweit möglich auch faktisch zu bloßen Objekten fremder Verfügung degradiert. Da die Sklaverei als Institution solche Versklavungsprozesse hervorbringt und verstetigt, gehören diese Prozesse zwangsläufig zum sklavistischen Gesamtsystem.

Zweitens, und aus demselben Grund, erzeugt dieses System getrennte geographische Zonen. Das sklavenverbrauchende Zentrum schafft sich eine Peripherie von „Lieferzonen“. Da die Stabilität imperialer Zentren von Zivilisationen mit der gewaltsamen Versklavung von Menschen im Inneren prinzipiell unvereinbar ist, werden die damit verbundene Gewalt und Anarchie exportiert, und zwar in dem Maße, wie das System auf die anhaltende Zufuhr von Sklaven angewiesen ist.

Dieses Maß freilich schwankte. Es kann zum Beispiel keine Rede davon sein, dass etwa das Römische Reich zu seiner Selbsterhaltung eine Politik von Versklavungskriegen verfolgt hätte. Es gab Kriege, und die dabei gemachten Gefangenen wurden, antiken Bräuchen gemäß, versklavt. Das aber war lediglich ein Nebenprodukt, und gegen Ende der römischen Epoche wurde die Sklaverei nach und nach zurückgedrängt; nicht zuletzt übrigens unter dem Einfluss des Christentums, innerhalb dessen es von Anfang an eine starke antisklavistische Tendenz gab. Diese war zwar lange Zeit in der Minderheit, aber sie verschwand niemals (konnte unter den theologischen Prämissen des Christentums auch nicht verschwinden) und sorgte dafür, dass Sklaverei selbst in denjenigen christianisierten Ländern, wo sie praktiziert wurde, nie den Ruch des Unmoralischen und Verwerflichen verlor.

Entgegen einem weitverbreiteten Klischee war das größe sklavistische System der Weltgeschichte nicht das römische und auch nicht die (nord- und süd-) amerikanische Plantagenwirtschaft, sondern der Islam. Allein 17 Millionen Afrikaner wurden, zuverlässigen Berechnungen zufolge, von Muslimen versklavt. Die Zahl der versklavten Europäer, die zu den ersten Opfern des Versklavungsdjihad wurden, lässt sich ebensowenig beziffern wie die der versklavten Inder, aber die folgenden Zeilen mögen einen Eindruck geben:

Als die Muslime Spanien von 711 bis 720 unterwarfen, versklavten sie 150.000 Menschen. Ihre Dauerangriffe auf das hoffnungslos unterlegene katholische Europa und auf das byzantinische Gebiet unterwarfen oder entvölkerten die Inseln des Mittelmeeres zwischen 649 (Zypern) und 827 (Sizilien); 840 errichteten sie das süditalienische Emirat Bari, 889 das südfranzösische Emirat, 933 eroberten sie Genua, 940 sperrten sie kurzfristig die westlichen Alpenpässe. Die wiederholten Angriffe auf Konstantinopel wurden 717 endgültig abgeschlagen, aber Anatolien und Armenien wurden noch 200 Jahre lang fast jährlich verheert. Aus dem 712 eroberten indischen Sind verschleppten die Sieger 60.000 Versklavte. Die zweite Expansionswelle traf Nordafrika und besonders Indien; dort setzten sich im 11. Jahrhundert afghanische Reiterheere fest, deren Dauerangriffe Hunderttausende von Indern in die Sklaverei brachten; sie wurden deportiert über ein Gebirge, das bis heute den Namen „Hindu-Tod“ (Hindukusch) trägt … . 1192 eroberten afghanisch-türkische Muslime Nordindien dauerhaft. Das Sultanat Delhi unterhielt bis Mitte des 14.Jh. 120.000 bis 180.000 Militärsklaven; die meisten davon waren versklavte Ostafrikaner, die der arabische Sklavenhandel über den indischen Ozean verschleppte. Die Sultane führten jährlich Djihads in Mittelindien, um große Mengen von Sklaven zu erbeuten und unterwarfen bis 1340 praktisch den gesamten Subkontinent.

Eine bleibende Eigenart der islamischen … Sklaverei war die doppelte Weise, sich Sklaven zu beschaffen. Zum einen war ein riesiger Militärapparat damit beschäftigt, ständig Kriege zu führen: „Der Islam verfolgte während des Mittelalters seine Politik periodischer Kriege, und sicherte sich so einen fast ununterbrochenen Zustrom an … Sklaven“. Man hinterließ dort, wo die islamischen Heere auf starken Widerstand stießen, ausgedehnte verwüstete und menschenleere Areale, die anschließend in Besitz genommen und oft neu besiedelt wurden. So führte der Wesir des vorletzten Kalifen von Córdoba, Al-Mansur, am Ende des 10. Jhs. In 27 Jahren 25 Invasionen in die christlichen Gebiete Spaniens, zerstörend, massakrierend, versklavend und verwüstend. Eine Politik, die den antiken Staaten völlig fremd war. Zum anderen verfügte die islamische Herrenschicht in den reichen eroberten Provinzen des römischen Reiches und in Persien über gewaltige Reichtümer, welche es erlaubten, an den Grenzgebieten ständig große Sklavenmassen zu kaufen. Diese Importe übertrafen jene des römischen Reiches bei weitem, was bedeutet, dass die islamische Kultur als sklavenimportierende ‚Metropole‘ in der Peripherie die Versklavungsprozesse so anheizte, wie es bis dahin in der Weltgeschichte noch nie geschehen war. Die Sogwirkung dieser Importe reichte in Europa bis zu den Wikingern und zu den Ungarn, in Russland bis zur mittleren Wolga und tief nach Kasachstan bis über Turkmenistan hinaus. Die Transportrouten führten alle letztlich in das Land des Islam. (S.84 f.)

Bis zur Niederwerfung der Ungarn und der Ansiedlung der Wikinger in Nordfrankreich im 10. Jahrhundert war fraglich, ob Europa womöglich dauerhaft zur Sklavenlieferzone werden würde, wie Afrika es tatsächlich wurde.

Dort bildeten sich am Südrand des islamischen Machtbereiches Staaten, meist von islamischen Eliten regiert, die praktisch ausschließlich von der Menschenjagd lebten, und zwar bis ins 19. Jahrhundert hinein. Diese Lieferzone dehnte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter nach Süden aus. Politik und Ökonomie in diesem Raum drehten sich praktisch ausschließlich um die Bereitstellung von Sklaven für den islamischen Markt, und zwar lange bevor die Europäer Amerika entdeckten und dort Plantagen aufbauten, für die sie Sklaven aus Afrika importierten. Die Versklavung Afrikas, seine Verwandlung in ein Menschenjagdgebiet, war das Werk des Islam.

Und dies, das füge ich jetzt hinzu, ist nicht etwa ein historischer Zufall, sondern das folgerichtige Ergebnis islamischer Theologie und islamischen Rechts. Nach islamischem Recht begeht jeder Mensch, der kein Muslim ist, eben dadurch, dass er das nicht ist, ein Verbrechen gegen Gott, und ist deswegen natürliches Eigentum der islamischen Umma. Der Djihad zur Versklavung Andersgläubiger war seit den Tagen des Propheten ein gottgefälliges Werk, zumal die Sklaven ein Potenzial von Konvertiten darstellten:

Abgesehen davon, dass bereits die drohende Versklavung für „Ungläubige“ an der Peripherie des islamischen Systems Grund genug sein konnte, sich schleunigst zu bekehren (Muslime durften nämlich nicht versklavt werden), verstand es sich sozusagen von selbst, dass ein Sklave nur dann Aussicht auf Freilassung hatte, wenn er zum Islam konvertierte – als notwendige, nicht etwa hinreichende Voraussetzung. Die vorangegangene Entmenschung des Sklaven hatte dieselbe Wirkung wie die Gehirnwäsche in irgendeinem kommunistischen Umerziehungslager: Mensch, das lernte der Sklave, konnte man nur als Muslim sein, und da er aus seiner heimatlichen Umgebung herausgerissen war, konnten die Skrupel auch gar nicht erst aufkommen, die bei formell nicht versklavten Dhimmi-Christen und -Juden daraus resultierten, dass sie mit der Konversion ihre Glaubensgemeinschaft bzw. Ethnie verrieten. Einen solchen konvertierten Sklaven freizulassen galt für Muslime als durchaus verdienstvoll – es gab ja genug Nachschub. Das islamische Recht etablierte ein Sklavensystem, das Menschen aufsaugte, zerbrach, umformte und als Muslime wieder ausspuckte.

Flaig weist zu Recht darauf hin, dass es unter diesen Umständen einen islamischen Abolitionismus nicht geben konnte, und auch heute noch ist Sklaverei nach einhelliger Auffassung islamischer Rechtsgelehrter nicht verboten, sondern lediglich praktisch nicht anwendbar. Und selbst diese Auffassung ist noch optimistisch. Tatsächlich wird Sklaverei in islamischen Ländern wie etwa dem Sudan (und anderen) praktiziert.

Weiterlesen im Originalartikel in den „Korrektheiten“!

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7 Kommentare

  1. Als ergänzende Lektüre zu diesem Artikel empfehle ich zunächst einmal die folgenden Wikipedia-Beiträge:

    Sklaverei im Islam, wo es schon im Einleitungsabsatz heißt:

    Der Islam hat die Sklaverei in der Region seiner Entstehung als fest verankerte Institution vorgefunden und beibehalten. Mohammed und seine Zeitgenossen besaßen, erbeuteten, erwarben, verkauften und befreiten Sklaven oder benutzten Sklavinnen als Konkubinen. Über die Jahrhunderte waren der Sklavenhandel und die Sklavenarbeit wichtige Wirtschaftsfaktoren in der islamischen Welt. Sie wurde erst durch die kolonialistische Einflussnahme der europäischen Staaten, die sich ab dem frühen 19. Jahrhundert bemerkbar machte, schrittweise in den meisten muslimischen Staaten abgeschafft. Bis heute existieren aber in einzelnen islamischen Ländern sklavereiähnliche Rechtsverhältnisse fort.

    Interessant sind auch diese Absätze im Abschnitt „Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert“:

    Im Osmanischen Reich wurde 1854/55 auf Druck der europäischen Großmächte ein Edikt zum Verbot des Sklavenhandels erlassen. Daraufhin kam es allerdings zu Protesten von Händlern im Hedschas, die das Verbot der Sklaverei als anti-islamisch verurteilten. Im Auftrag des Scherifen gab der führende Gelehrte von Mekka eine Fatwa heraus, in der er die Türken zu Apostaten erklärte und zum Dschihad gegen sie aufrief. Als es infolgedessen im Hedschas tatsächlich zu einem anti-osmanischen Aufstand kam, wurde der Hedschas in dem osmanischen Erlass von 1857, der die Sklaverei verbot, ausgenommen.

    […]

    Sklavenmärkte wie etwa jener in Sansibar, der vor allem die Emirate Arabiens belieferte und erst von den Briten geschlossen wurde, oder solche in Zentralasien hielten sich bis ins späte 19. Jahrhundert. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts berichteten Orientreisende wie Christiaan Snouck Hurgronje über den Sklavenmarkt in Mekka. Saudi-Arabien schaffte erst 1963 die Sklaverei offiziell ab.

    Besonders schwierig gestaltete sich die Abschaffung der Sklaverei in Mauretanien. Hier gab es im 20. Jahrhundert drei Initiativen zu ihrer Aufhebung, ohne dass sich in der Praxis viel verändert hätte: 1905 (französisches Kolonialdekret), 1960 (Erlangung der Unabhängigkeit) und zum dritten Mal im Jahr 1980. 23 Jahre später, im Jahr 2003 wurde ein Gesetz gegen den Menschenhandel erlassen, das Wort Sklaverei wurde aber vermieden. Im August 2007 verabschiedete der damalige Präsident Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi ein Gesetz, das Sklaverei erstmals unter Strafe stellt. Das ist das vierte Mal, dass das Thema Sklavenhaltung in einem Gesetzestext erwähnt wurde. Das Gesetz war bei den abstimmenden Parlamentariern heftig umstritten. Das letzte Gesetz zur Abschaffung der Sklaverei in Mauretanien wurde am 8. August 2007 verabschiedet.

    Ostafrikanischer Sklavenhandel, wo unter anderem erwähnt wird, daß nach dem Ende des Sklavenimports auf den amerikanischen Doppelkontinent und in den Indischen Ozean in ganz Afrika die Preise für Sklaven fielen und es Käufern innerhalb Afrikas und im arabisch-islamischen Raum möglich wurde, mehr Sklaven einzukaufen.

    Aufstand der Zandsch: Dies war die größte Sklavenrevolte der Geschichte; sie fand zwischen 869 und 883 im südlichen Irak statt, und ihre Niederschlagung dauerte 14 Jahre und hatte zwischen 500.000 und zwei Millionen Tote zur Folge. Während europäische (hauptsächlich slawische) Sklaven im arabischen Raum als „Weißeste“ die angesehensten waren, galten die „Zandsch“ oder „Zanj“ genannten afrikanischen Sklaven als die verachtenswertesten und mußten die niedrigsten und schwersten Arbeiten machen. Interessant ist, was im Wiki-Artikel über den Anführer ihres Aufstands, den „Herrn der Zandsch“ steht (fette Hervorhebung von mir):

    Von Ali ibn Muhammad weiß man, dass er in Samarra lebte, Dichter am Hofe des Kalifen war und Schülern Lesen, Schreiben, Grammatik und die Astronomie beibrachte. 864 ist ein Aufenthalt in Bahrain belegt, wo er sich zum Aliden erklärte, nämlich sich als einen Verwandten des Schwiegersohnes von Mohammed, Ali, ausgab. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er ein freigelassener „weißer“ Sklave war; denn er forderte die Gleichheit aller Menschen ohne Rücksicht auf ihre ethnische Zugehörigkeit.

    Am Schluß dieses Wiki-Artikels wird ebenfalls die von Egon Flaig genannte Zahl von 17 Millionen Afrikanern erwähnt, die über die 14 Jahrhunderte des islamischen Sklavenhandels in den arabischen Raum deportiert worden sind. In Flaigs Buch steht auch, daß weitere 25 Millionen von den afrikanischen Sklavenjägerreichen zu deren Eigengebrauch versklavt wurden, während im Zuge des transatlantischen Sklavenhandels 11 Millionen Afrikaner in die Neue Welt verschifft wurden, davon der Großteil nach Südamerika und in die Karibik und nur etwa 360.000 bis 400.000 nach Nordamerika.

    Man vergleiche diese letztere Zahl mit den 17 Millionen – mehr als das Vierzigfache! – die von den Arabern allein aus Afrika als Sklaven in ihre Länder verschleppt wurden (zusätzlich zu den Versklavten aus Indien und Europa). Und man sehe sich an, wie einerseits den heutigen weißen Amerikanern, von denen überdies viele von Vorfahren abstammen, die erst nach dem Ende der Sklaverei nach Amerika ausgewandert sind, diese in vergleichsweise geringem Umfang stattgefundene Negersklaverei noch heute als Schuldkult um die Ohren gehauen wird, und auch uns heutigen Europäern (deren Vorfahren das Ende der Sklaverei in Afrika und Arabien durchgesetzt haben) eine aus angeblicher Kolonialschuld resultierende Verpflichtung zur Aufnahme von „Flüchtlingen“ eingeredet wird, während es niemals auch nur eine Andeutung gibt, daß die heutigen Araber den Negern wegen der islamisch-arabischen Sklavereigeschichte irgendetwas schulden würden. (Oder auch, daß sie und die Türken uns heutigen Europäern wegen ihrer Sklavenjagden und Dschihad-Kriegszüge samt allen Begleiterscheinungen etwas schulden würden.) Daran erkennt man wieder einmal, daß all diese Unterstellungen irgendwelcher historischer Schuld nur einseitig gegen uns Weiße gehen.

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  2. Manfred Kleine Hartlage schreibt im weiteren Verlauf seines Artikels, daß es die historisch einzigartige westliche Errungenschaft der Abschaffung der Sklaverei „ohne den christlich-jüdischen Gedanken der Gottesebenbildlichkeit des Menschen (und seiner säkularen Zwillingsidee der Gleichheit an Rechten und an Würde) niemals gegeben hätte“. Ähnlich argumentiert auch der österreichische Publizist Dr. Tassilo Wallentin in seiner Kolumne in der Sonntagsbeilage der Kronen-Zeitung vom 1. Oktober, daß unsere Gesellschaftsordnung ohne „jüdisch-christliche Kultur“ nicht dauerhaft überleben könne, weil nur letztere eine Wiedereinführung der Sklaverei verhindere.

    Woher auch immer der sklavereiablehnende Zug im Christentum gekommen sein mag, aus dem Judentum kann er nicht stammen. Immerhin wird auch in Egon Flaigs Buch im Kapitel über die Sklaverei während der Antike im Orient, in Ägypten und im Judentum auf knapp drei Seiten beschrieben, wie die Praxis der Sklaverei im Judentum gehandhabt wurde. Dabei wurde streng unterschieden zwischen jüdischen Schuldknechten und Sklaven nichtjüdischer Herkunft. Es heißt in diesem Abschnitt auch, „daß die Institution [der Sklaverei] fest verankert war; trotzdem war die Sklavenquote relativ niedrig, unter 10 %.“ Zum Vergleich: In den heutigen USA haben die „Afroamerikaner“ einen Anteil von 12,6 % an der Gesamtbevölkerung – die Sklavenquote im Antiken Israel war also vergleichbar einem Zustand, wo etwa drei Viertel der heutigen US-Neger Sklaven wären! In Jahwe im Alten Testament wird aufgezeigt, daß die Sklaverei in der alttestamentarischen Überlieferung religiös legitimiert war. Und Juden spielten sowohl im mittelalterlichen Sklavenhandel zwischen europäischen Lieferanten und islamischen Abnehmern eine bedeutende Rolle wie auch in der neuzeitlichen Negersklaverei in der Neuen Welt – als Sklavenhändler, Sklavenhalter oder Geldgeber für die Sklavenökonomie.

    Noch ein paar weitere Leseempfehlungen:

    Das Gesicht der moslemischen Sklaverei von mir
    Wie der Islam der Sklaverei und dem Sklavenhandel in Europa neues Leben einhauchte von John J. O‘Neill
    Afrikanische Herren, europäische Sklaven von mir (als Deep Roots) auf Basis eines GEO-Artikels über die Europäerversklavung durch die nordafrikanischen Barbareskenstaaten
    Die moslemische Verwüstung Indiens von Anestos Canelides
    Juden und die Sklaverei: Drei Bücher der Nation of Islam von Andrew Hamilton
    Die Artikelreihe Caribbean Project von Hunter Wallace, darunter insbesondere Teil 9: Die jüdische Rolle in der amerikanischen Sklaverei, Teil 10: Juden, Sklaverei und die niederländische Karibik, Teil 11: Erforschung der niederländischen Karibik und Teil 12: Der jüdische Exodus nach Barbados
    Roots: Die Vorgeschichte von Penelope Thornton
    Die Schuld des schwarzen Mannes von Alex Kurtagić
    Amerika: Land der Freien und Tapferen, oder des Oligarchen und des weißen Sklaven? von John Lilburne

    Antwort
    • Sehr einverstanden. Allerdings scheint es, als ob die Franken sich in ihren Heldenzeiten im östlichen Mitteleuropa, so wie später die Wikinger in Osteuropa, sich in der Rassenfrage nicht unbedingt mit Ruhm bedeckt hätten. So wie etwa, Geld stinkt nicht.
      Zugegeben, Versklavung war damals – fast – so wie Geld am Automaten – Ziehen. Die Schweden sind noch im 13. Jhdt. mal eben nach Vor- und Hinterpommern geritten, um landwirtschaftliche Arbeitskräfte ohne deren Wunsch zu rekrutieren.

      Antwort
  3. Jouri

     /  Oktober 14, 2017

    Wenn man von einigen Referenzen an den Zeitgeist absieht, ist das Buch von Egon Flaug außerordentlich gut und absolut lesenswert. Auf gut 200 Seiten wird die Thematik sehr gut aufbereitet. In jedem Fall zu empfehlen.Ich habe es mit Genuß gelesen und zusätzliche Informationen daraus gewinnen können.

    Antwort
  4. Jouri

     /  Oktober 14, 2017

    Egon Flaig natürlich.

    Antwort
  5. Ja, Egon Flaigs Buch – das auch ich besitze – kann ich ebenfalls sehr empfehlen.

    Auch mir sind darin diese stellenweisen Referenzen an den Zeitgeist aufgefallen, zum Beispiel das mit dem „Hautfarbenrassismus“, der im Zusammenhang mit der Negerversklavung aufgekommen sein soll. Wie jedoch Osimandia in Weihnachtsgrüße aus der Matrix so treffend als Antwort an das Gutmenschenbürschlein „Fairnessel“ geschrieben hat:

    „Rasse ist mehr als Hautfarbe. Hautfarbe ist ein Propagandabegriff, der dazu dient, die Menschen blind zu machen. Es ist eine lächerliche Vorstellung, dass rassebewusste Menschen deswegen rassebewusst sind, weil ihnen irgendwelche Farben nicht gefallen, und dass sie deshalb sogar andere Menschen töten wollen oder was weiß ich was. Lass Dich doch nicht so von denen veräppeln! Die erzählen einen Haufen Hennenscheiße (sorry, aber geht nicht andes) über uns.“

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  6. Hat dies auf NORD-LICHT rebloggt.

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