Der deplazierte Minister: Irlands und Israels Alan Shatter

Von Camillus, übersetzt von Deep Roots (Bild vom Übersetzer eingefügt). Das Original The Misplaced Minister: Ireland and Israel’s Alan Shatter erschien am 2. März 2013 im Occidental Observer.

In den letzten zwei Jahren ist Irlands Einwanderungspolitik in den Händen von Alan Shatter gelegen, einem Juden und ausgesprochenen Parteigänger von Israel. Alan Shatter, in Dublin von jüdischen Einwanderern aus Osteuropa geboren und aufgezogen, hat es zur irischen Politik gemacht, die Einwanderung aus der Dritten Welt auf die „Smaragdene Insel“ [Emerald Isle] zu steigern. Als Minister für Justiz, Gleichstellung und Verteidigung übt Shatter seinen beträchtlichen Einfluß aus, um die Nahostpolitik der Republik, die früher die Palästinenser unterstützte und kritisch gegenüber Israel war, zu zionistischen Zielen hin umzudrehen.

Vor Shatter hatte die irische Regierung Schritte unternommen, um die nichteuropäische Einwanderung zu verringern, einschließlich der Abschaffung der automatischen Staatsbürgerschaft für Kinder, die von Ausländern in Irland geboren werden, und der drastischen Reduzierung der Aufnahme von Asylwerbern. Seit er Anfand 2011 das Amt übernahm, nachdem seine Partei Fine Gael die regierende Fianna Fail inmitten Irlands fortdauernden wirtschaftlichen Problemen aus dem Amt drängte, hat Shatter sich damit beschäftigt, die Zahl der in Irland wohnenden Afrikaner und Asiaten zu erhöhen.

Die Einwanderung nach Irland von außerhalb Europas war im Jahr 2011 zweimal so hoch wie im Jahr davor. Letztes Jahr hat die irische Einbürgerungs- und Einwanderungsbehörde Visa für 91 Prozent der 88.000 Nichteuropäer erteilt, die welche beantragten (Bürger der sechsundzwanzig anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union können nach Irland reisen, ohne sich ein Visum besorgen zu müssen). Und zusätzliche 115.000 Migranten von außerhalb Europas erhielten 2012 die Erlaubnis, in Irland zu bleiben, wobei Indien, China, Nigeria, die Türkei und die Philippinen sich unter den sechs Spitzenplätzen der Herkunftsländer befanden. Sicher, die Zahl der Erlaubnisse für Nichteuropäer, in Irland zu wohnen, ist während der vorigen zwei Jahre gesunken – aber nur, weil Shatters Ministerium ihnen die Staatsbürgerschaft gewährt hat, mit der mehrfachen Rate der vorhergehenden Jahre.

Shatter fördert aggressiv neue Maßnahmen, um die nichteuropäische Einwanderung weiter zu steigern, einschließlich der Erleichterung der Einwanderung für Investoren und für Unternehmer und deren Familien. Noch ominöser ist, daß er fleißig daran arbeitet, die existierenden irischen Gesetze zur Einwanderung von Ausländern, einschließlich Asylbewerbungen, durch ein Gesetz zu ersetzen, das gemäß Shatters erklärten Prioritäten für das laufende Jahr das irische Einwanderungsgesetz „radikal reformieren und modernisieren” wird.

Shatter hat seine Einwanderungspolitik mit dem Vorwand zu verschleiern versucht, administrative Prozeduren zu optimieren. Immerhin ist die Republik Irland, während sie derselben globalistischen Propaganda und demselben globalistischen Druck ausgesetzt ist wie Amerika, eine kleine und immer noch weitgehend homogene Nation. Sie ist auch ein Land, wo Heuchelei über „eine Nation von Einwanderern“ nicht zieht: bis vor nur ein paar Jahrzehnten war Irland eine Nation von Auswanderern. Und heute hängt die irische Arbeitslosenrate weiter um 15 Prozent, dem Doppelten der erklärten Rate in den Vereinigten Staaten.

Was sollte Shatter tun? Nun, natürlich die Holocaust-Trumpfkarte ausspielen!

Nun, Irland ist nicht für seine Rolle in antijüdischen Maßnahmen während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Wie die meisten Länder zu dieser Zeit, einschließlich Deutschlands schärfster Gegner, sträubte Irland sich dagegen, große Zahlen jüdischer Einwanderer aufzunehmen.

Daher versuchte also Irlands jüdischer Einwanderungszar im letzten Herbst in einer Rede zu Ehren von Raoul Wallenberg, dem schwedischen Geschäftsmann, der 1944 auf amerikanische Veranlassung nach Ungarn reiste, um die Deportation von Juden in deutsche Konzentrationslager zu verhindern, die Überflutung seines Heimatlandes mit Einwanderern aus der Dritten Welt zu rechtfertigen, indem er Irlands Einwanderungspolitik während des Zweiten Weltkriegs attackierte:

„Es gab viele, die nichts taten angesichts des industrialisierten Völkermords und der Vernichtung der europäisch-jüdischen Zivilisation. Tatsächlich saß die irische Regierung dieser Zeit da und drehte Däumchen. Und selbst nachdem die Todeslager befreit wurden, verweigerte die irische Regierung Juden Zuflucht in Irland.“

Es wird TOO-Leser nicht überraschen zu erfahren, daß Shatter bei all seinen Bemühungen, als Champion der universalistischen Ethik zu bestehen („Es genügt nicht, Zeugnis abzulegen. Wir müssen auch unserer grundsätzlichen moralischen Verpflichtung gerecht werden, unsere gemeinsame Menschlichkeit gegen die Unmenschlichkeit zu schützen“) ist Shatter alles andere als ein Beschützer der Menschlichkeit der Palästinenser gewesen. Was überraschen mag, ist das Ausmaß, in dem Shatter in einer Nation buchstäblich ohne Juden, und in einer, die die Palästinenser mehr unterstützt hat als die meisten westlichen Länder, eine lautstarke Stimme zur Verteidigung von Israels skrupelloser Politik im Gazastreifen oder im Westjordanland gewesen ist.

Als Mitglied der irischen Legislative verteidigte Shatter Israels brutale Invasion in Gaza von 2009. Er war gegen die „Freiheitsflottillen”, die 2010 und 2011 organisiert wurden, um die israelische Blockade des bereits verarmten Gazastreifens zu durchbrechen, obwohl zu jeder der Hilfsexpeditionen ein Schiff aus Irland gehörte (auch wenn Shatter eine kurze Kehrtwende machte, nachdem israelische Kommandos neun Menschen an Bord eines Schiffes in der ersten Flottille töteten). Er hat sich gegen Visa für Mitglieder von Organisationen ausgesprochen, die der israelischen Politik feindlich gesinnt sind, und Aufrufe an die Iren, Aufführungen in Israel zu boykottieren, lautstark als „Kulturfaschismus” verurteilt.

Es wäre interessant zu wissen, was Irlands Justizminister von Israels kürzlichen strengen Maßnahmen zur Kontrolle und Einschränkung der Einwanderung aus der Dritten Welt hält – aber er scheint in dieser Hinsicht kluges Schweigen gewahrt zu haben.

Shatter hat nicht bloß Israels Rechtfertigungen für unterdrückerische Politik nachgeplappert, die darauf abzielt, Israel als jüdischen Staat für ein jüdisches Volk zu bewahren, er hat faktisch als zweiter israelischer Botschafter in Irland gedient und dabei ohne die diplomatischen Einschränkungen des ersteren funktioniert.

Wir können also davon ausgehen, daß Irlands jüdischer Justizminister von etwas anderem bewegt wird als von einem abstrakten Gefühl für Fairness, das – wie fehlgeleitet auch immer – die „elenden Zurückgewiesenen“ [„wretched refuse“] der Welt (wie eine sehr einflußreiche Tribunin der unterschiedslosen Einwanderung es einst nannte) an Irlands Ufer einlädt. Im Lichte seines Engagements für ein Dogma betrachtet, das die Generalversammlung der Vereinten Nationen einst als rassistisch erklärt hat, nimmt Shatters Förderung der Einwanderung aus der Dritten Welt, wie auch seine lange Karriere als Anwalt, der Geburtenkontrolle, Abtreibung und Schwulenehe förderte, eine mehr sinistre Farbschattierung an, wie auch solch kürzliche Initiativen wie seine Verurteilung von Irlands nationalem Fernsehnetzwerk, weil es nicht das heutige „interkulturelle Irland” abbildet statt des homogenen irischen Volkes vergangener Jahrzehnte.

In anderen Worten, Shatter hat bestenfalls eine doppelte Loyalität – aber sein Doppelstandard bezüglich Israel und Irland scheint darauf hinzudeuten, daß seine Loyalität hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, dem zionistischen Staat gilt statt der Smaragdenen Insel. Welchen Faktor seine jüdische Loyalität bei der Förderung einer Einwanderung in sein Geburtsland bildet, die höchstenfalls minimal jüdisch ist, aber zunehmend nichtweiß, bleibt eine unbeantwortete, wenn auch provokante Frage. Trotzdem sind Shatters Einstellungen völlig in Übereinstimmung mit jenen der organisierten jüdischen Diasporagemeinden im gesamten Westen. Wie oft in TOO angemerkt (siehe auch hier, S. 241 ff), werden jüdische Einstellungen zur Einwanderung in den Westen am besten als jüdische Strategie erklärt, die von Feindseligkeit gegen das traditionelle Volk und die traditionelle Kultur des Westens wegen historischem Antisemitismus motiviert ist (z. B. Shatters Konstruktion von Irlands Rolle im Holocaust), kombiniert mit Furcht, daß ethnisch homogene Populationen sich schließlich gegen Juden erheben könnten.

Wie angemerkt, ist Alan Shatter auch Irlands Verteidigungsminister. In dieser Rolle hat er angekündigt, daß Irland weiterhin Waffen aus Israel kaufen wird. Wie einer seiner Kritiker bemerkt hat: „Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein Verteidigungsminister von Nationalismus durchdrungen ist, aber daß die fragliche ‚Nation’ ein fremder Staat ist, und noch dazu ein Schurkenstaat, das muß beispiellos sein.“

Es fällt schwer, sich das Spiegelbild von Alan Shatter in Israel vorzustellen. Stellen Sie sich nur einen Alan O’Slattery vor, der sich für die Förderung der nichtjüdischen Einwanderung in den zionistischen Staat engagiert und die militärischen und diplomatischen Bedürfnisse Irlands über jene der Nation stellt, der er dient, und der eine vergleichbare Macht in Israel ausübt!

Aber es ist nicht so schwer sich vorzustellen, daß Alan Shatter eine Ministerrolle in noch einem Land findet. In den Augen von John McCain und Lindsay Graham könnte Shatter sehr gut überaus mehr dafür qualifiziert sein, als U.S.-Verteidigungsminister zu dienen, als Chuck Hagel. Immerhin hat Hagel die falschen Loyalitäten, und Shatter hat die richtigen.

*   *   *   *   *   *   *

Noch ein paar Links samt Bemerkungen des Übersetzers:

Bei der Schilderung von Alan Shatters Äußerungen zur irischen Politik gegenüber den Juden während des Zweiten Weltkriegs ist mir sofort wieder Dymphnas GoV-Artikel The Last Boat Out of Liverpool eingefallen, worin sie ihre Scham über ihre irische Familie und insbesondere ihre Mutter ausdrückt, bloß weil dieser, unpolitisch wie sie war, „das mit dem Holocaust“ einigermaßen gleichgültig war („In my whole life this was the only time I ever wanted to hit my mother. How could she?“). Dymphna ist zwar Katholikin und irischer Abstammung, aber wie sie einmal bemerkte, hat sie „Jewish cousins“, und die werden ihr schon die „richtigen“ Einstellungen eingetrichtert haben.

Eine Parallele zur konstruierten „Holocaust-Mitschuld“ findet sich in Schwedens Nachkriegsgeschichte, wie auch in Kevin MacDonalds Die jüdischen Ursprünge des Multikulturalismus in Schweden nachzulesen ist. Dieses Schuldkult-Schüren gegenüber immer mehr Ländern, diese Ausweitung der „Schuld“ nicht nur auf am Zweiten Weltkrieg unbeteiligte Länder, sondern sogar auf die Kriegsgegner Deutschlands, wird in Irmin Vinsons Holocaust-Gedenken geschildert.

Und schließlich kann ich mir noch einen Hinweis zu Emma Lazarus nicht verkneifen, jener „sehr einflußreiche Tribunin der unterschiedslosen Einwanderung“, auf die Camillus oben anspielt und in deren Gedicht „The New Colossus“ die Formulierung von den „wretched refuse“ vorkommt. Im soeben verlinkten Wiki-Beitrag über sie heißt es:

„Emma Lazarus war eine jüdische amerikanische Dichterin. Sie ist vor allem für das 1883 verfasste Gedicht „The New Colossus“ bekannt, das in das Podest der New Yorker Freiheitsstatue eingraviert ist.“

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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Ein Kommentar

  1. Wie ich bereits damals auf „As der Schwerter“ schrieb, erinnert Alan Shatters Gesicht mich an den jüdischen Schauspieler Walter Koenig, der in der Originalserie von „Raumschiff Enterprise” die Rolle des Chekov spielte und in Babylon 5 als PSI-Polizist Bester zu sehen war.

    Walter Koenig war nicht der einzige Jude unter den wiederkehrenden Darstellern von Star Trek Classic: auch „Spock“ Leonard Nimoy, „Kirk“ William Shatner und Mark Lenard (zuerst als romulanischer Kommandant in „Spock unter Verdacht“ und dann als Spocks Vater Sarek besetzt) gehörten zu Jahwes (((Auserwählten))).

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