Caribbean Project 13: Die Kolonisierung des nordamerikanischen Festlands

Von Hunter Wallace (Original: Caribbean Project: Colonizing The North American Mainland, erschienen am 30. August 2012 auf Occidental Dissent). Übersetzung: Lichtschwert.

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 12: Der jüdische Exodus nach Barbados

Die Kultur Britisch-Westindiens trifft in South Carolina ein

Die Kultur Britisch-Westindiens trifft in South Carolina ein

Hier sind einige Auszüge aus David Brion Davis‘ Buch Inhuman Bondage: The Rise and Fall of Slavery in the New World [„Unmenschliche Knechtschaft: Der Aufstieg und Fall der Sklaverei in der Neuen Welt“], die das Narrativ wiederholen, das wir den ganzen Sommer lang hier diskutiert haben, daß der Tiefe Süden ein kultureller Zweig Britisch-Westindiens ist.

Sie werden diese Geschichte in keiner einzigen öffentlichen Schule in den Vereinigten Staaten gelehrt finden. Nur wenige College-Abgänger wissen überhaupt davon. Der Süden ist die abartige Region in Amerika, weil er eine kulturelle Erweiterung der rassenbasierten Plantagengesellschaften der britischen Karibik ist:

Bei der Art, wie Geschichte unterrichtet wird, begreifen wenige gebildete Amerikaner, daß zu der Zeit, als die Engländer in Jamestown Tabak anzubauen begannen und Pilger in Plymouth die Ordnung durchsetzten, indem sie einen Maibaum umschnitten, andere Engländer sich in St. Christopher (St. Kitts, 1624), Barbados (1627), Nevis (1628) und Montserrat und Antigua (1630er) anzusiedeln begannen. Ihnen folgten dichtauf die Franzosen, die sich tatsächlich den Engländern auf St. Christopher bei einem überraschenden Nachtangriff auf eingeborene Indianer anschlossen. Die Franzosen erwiesen sich als bereitwilliger als die Engländer, die wilden Kariben-Indianer auf Guadeloupe und Martinique zu bekämpfen und zurückzudrängen, obwohl sie etwas länger brauchten, bis sie sich dem Zucker zuwandten. Um 1655 wurde England von Oliver Cromwell regiert, der eine große Armee schickte, die sich Piraten bei der Wegnahme Jamaikas von den Spaniern anschließen sollte. Ein paar Jahre später besetzten die Franzosen das westliche Drittel von Santo Domingo, das nun Saint-Domingue (später Haiti) genannt wurde. Cromwells Expedition hatte versucht, irgendeinen Teil von Santo Domingo einzunehmen, war dabei aber gescheitert.

Die Geschichte des Tiefen Südens beginnt in St. Kitts, Barbados, auf den Leeward Islands [Inseln über dem Winde] und setzt sich fort mit der Eroberung Jamaikas im Jahr 1655 und der Entwicklung dieser britischen Kolonien zu Sklavengesellschaften zwischen den 1640ern und 1690ern:

Barbados ging in dieser wirtschaftlichen und ernährungsmäßigen Revolution voran, und der erste folgenschwere Wandel fand in nur drei Jahren statt, von 1640 bis 1643. Es liegt eine tiefe historische Ironie, oder manche werden vielleicht sagen, ein Beweis für Gottes Plan, in der Tatsache, daß die Geburt von Britanniens Sklavenplantagenwirtschaft in Westindien zeitlich mit Britanniens inländischem Bürgerkrieg der 1640er zusammenfiel, in dem radikale religiöse Gruppen alle Formen der Unterdrückung und der Privilegien anfochten, einschließlich des Privateigentums, und die theologische Grundlage für die viel späteren Antisklavereibewegungen schufen.

Er bezieht sich hier auf die Yankee-Puritaner und die Quäker und auf „Gottes Plan“, daß wir schließlich in der Union an diese Leute gekettet waren:

Die Bevölkerung von Barbados umfaßte immer noch etwa 20.000 Weiße, mehr als jede britisch-amerikanische Kolonie außer Virginia und Massachusetts. Aber die kleine Pflanzerelite besaß, in den Worten des Historikers Richard S. Dunn, „das beste Land, verkaufte den meisten Zucker und monopolisierte die besten Ämter. In nur einer Generation hatten die Pflanzer ihre kleine Insel in eine erstaunlich effektive Zuckerproduktionsmaschine verwandelt und eine Gesellschaftsstruktur aufgebaut, die mit der traditionsverkrusteten Hierarchie des alten Englands wetteiferte.“

Barbados wurde zum kulturellen Zentrum Westindiens:

Nevis, St. Christopher, Antigua und andere Leeward Islands nördlich davon folgten einem ähnlichen Muster wie Barbados, wie auch Jamaika etwas verspätet tausend Meilen im Westen. Im Laufe des gesamten achtzehnten und im frühen neunzehnten Jahrhundert wurde eine wachsende Zahl von Plantagenbesitzern zu „Abwesenden“ die in Britannien, wo ein paar Pflanzer aus Barbados in den Ritterstand erhoben wurden oder die erbliche Ritterwürde erhielten, lebten und ihr Geld ausgaben. … Dennoch sollte man hinzufügen, daß trotz bedeutender weißer Auswanderung aus Barbados nach Nordamerika, wo Barbadians eine entscheidende Rolle bei der Gründung von South Carolina zwischen 1679 und 1680 spielten, diese Insel weniger abwesende Pflanzer hatte als irgendeine der anderen Kolonien in Britisch-Westindien.

In einem kulturellen Ereignis, das genauso bedeutsam war wie die Ankunft der Pilgerväter und Puritaner in Massachusetts, trafen die Insulaner auf der Carolina und in nachfolgenden Wellen in South Carolina ein:

In der dritten eigenständigen Region, dem Tiefland von Carolina und Georgia, gediehen Plantagen nach karibischem Vorbild durch die Produktion von Reis und, für eine kürzere Zeit, von Indigo für das Färben von Textilien. Bis zum späten achtzehnten Jahrhundert wandten sich viele Pflanzer entlang der Küste der hochwertigen „Sea Island“-Baumwolle zu. Dann gab die Perfektionierung der Baumwollentkörnungsmaschine einen enormen Anschub für den Anbau von kurzstapeliger Baumwolle, die die britische und amerikanische Textilindustrie revolutionierte und sich mit der Zeit vom Hinterland Georgias und South Carolinas westwärts nach Alabama, Mississippi, Louisiana, Arkansas und Texas ausbreitete.

Die Baumwollentkörnungsmaschine ermöglichte es der Kultur des Tieflands von South Carolina und Georgia, sich explosionsartig westwärts auszubreiten und Sklavengesellschaften im „Baumwollkönigreich“ um die Golfküste zu schaffen.

Wenn man sich also der Geschichte der Kolonien nördlich der Chesapeake-Bucht zuwendet, sollte man als erstes anmerken, daß keine britischen Gründer nordamerikanischer Kolonien, mit Ausnahme South Carolinas, die Schaffung von Sklavengesellschaften beabsichtigten. …

Die weit konservativere Kultur des Tiefen Südens hatte ihr Zentrum in South Carolina, das um 1690 teilweise von Weißen und von schwarzen Sklaven aus Barbados besiedelt worden war und in diesem Jahr ein Sklavengesetz einführte, das nach jenem von Barbados gestaltet war.

1690 war spät in dem Spiel.

Die Kolonisten von South Carolina verpflanzten die Kultur (den Sklavenkodex von Barbados) und das Wirtschaftssystem Westindiens (rassenbasierte Plantagensklaverei) auf das nordamerikanische Festland.

Anmerkung: Virginia sollte das Modell der Afrikanersklaverei von Barbados im Laufe der 1670er und 1680er zunehmend an der Chesapeake-Bucht übernehmen, und es sollte sich in den 1750ern und 1760ern nach Georgia ausbreiten.

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Originalübersetzung hier

Siehe auch:

Die anderen übersetzten Teile von Caribbean Project

Juden, Sklaverei und Dixie von Hunter Wallace

Juden und die Sklaverei: Drei Bücher der Nation of Islam von Andrew Hamilton

Amerika: Land der Freien und Tapferen, oder des Oligarchen und des weißen Sklaven? von John Lilburne

Roots: Die Vorgeschichte von Penelope Thornton

Buchempfehlung: Weltgeschichte der Sklaverei von Egon Flaig

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Siehe auch Manfred Kleine-Hartlages Rezension Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei

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