Caribbean Project 8: Der Proto-Süden

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Die Geburt der Plantagensklaverei auf den Kanarischen Inseln

Von Hunter Wallace, übersetzt von Deep Roots. Das Original Caribbean Project: The Proto South erschien am 24. August 2012 im Rahmen von Hunter Wallaces Artikelserie „Caribbean Project“ auf Occidental Dissent. (Mit dem „Süden“ wird hier auf die Südstaaten der USA angespielt.)

Zuletzt aus dieser Reihe hier erschienen: Caribbean Project 7: Schwarz in Lateinamerika

Ich habe gerade einen faszinierenden Essay in The Caribbean: A History of the Region and Its Peoples gelesen, der im Wesentlichen eine Vorgeschichte des südstaatlichen Plantagensystems ist:

1) Zuckerrohr stammt vom Persischen Golf und wurde zuerst im siebten und achten Jahrhundert von Moslems im Irak mit schwarzen Sklaven aus Ostafrika angebaut.

2) Zucker war in Europa während der Antike und des frühen Mittelalters unbekannt – Honig und Fruchtsäfte wurden zum Süßen verwendet.

3) Vom Irak aus verbreiteten die Moslems das Zuckerrohr unter dem Kalifat nach Ägypten, Nordafrika, Südspanien und Sizilien.

4) Zuckerrohr wurde zur Zeit von al-Andalus in ganz Südspanien angebaut. Es wurde Europäern durch Kaufleute vertrauter gemacht, die in ägyptischen Häfen Handel trieben.

5) Während der Kreuzzüge stießen Europäer in Palästina und Syrien auf Felder von „Honigholz“, und die Kreuzritter ernteten es und verkauften es nach Europa, wo sich ein Markt dafür entwickelte.

6) Die Venezianer brachten das Zuckerrohr nach Zypern und Kreta, und es wurde in Sizilien vor und nach der normannischen Eroberung angebaut.

7) Im Spätmittelalter wurde Zuckerrohr auf Plantagen mit freien Arbeitern um die Ränder Europas in Südspanien, Sizilien, Zypern und Kreta angebaut. Selbst hier ist Zuckerrohr eine tropische Pflanze und wuchs nicht gut in Südspanien und Sizilien, die kälter und trockener und der Nordrand seines Lebensraumes sind.

8) Im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert begannen die Spanier und Portugiesen bekanntermaßen das Zeitalter der Entdeckungen und stießen schnell auf die Azoren, Kanarischen Inseln, Madeira, Porto Santo und die Kapverdischen Inseln vor der Küste Afrikas.

9) Auf Madeira und den Kanarischen Inseln schufen die Spanier und Portugiesen den Prototyp des Plantagensystems.

Madeira war unbewohnt und wurde abgebrannt, um Platz für Zuckerrohrplantagen zu schaffen. Auf den Kanarischen Inseln wurden die Eingeborenen versklavt, und die Portugiesen brachten Berber, andere Nordafrikaner, schwarze Sklaven aus Westafrika und einige freie europäische Arbeiter zur Arbeit auf die Zuckerrohrplantagen.

Die Eroberung und Kolonisierung der Kanarischen Inseln war der Prototyp für die Eroberung der Karibik und die Schaffung des Südatlantiksystems, das sich schließlich ins südliche Nordamerika und ins nördliche Südamerika ausbreiten sollte.

Die Kanarischen Inseln wurden zu einer kommerziell orientierten Kolonie, die nicht um ihrer selbst willen existierte, sondern als Testgelände für die Art von uneingeschränktem merkantilen Kapitalismus, die wertvolle tropische Güter zurück auf europäische Märkte exportieren sollte.

10) Im Jahr 1493 sollte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt Zuckerrohr in La Isabela an der Nordküste der Dominikanischen Republik verpflanzen.

Warum ist dies so bedeutsam? Weiße Nationalisten werden es als etwas Schreckliches sehen: die Einführung und Ausbeutung von Schwarzen in den Amerikas.

Es repräsentiert tatsächlich den allerersten Beginn eines Gesellschaftstyps, den es in der europäischen Geschichte nie zuvor gegeben hatte: die Entwicklung fixer Vorstellungen über Rasse, weiße Vorherrschaft, Weißentum als eine Art rassischem Adel, die Idee, daß Weiße natürliche Herren sind, die geeignet sind, Nichtweiße zu kommandieren, die natürliche Sklaven sind, und insbesondere weißes Rassenbewußtsein.

Weiße Nationalisten sind so daran gewöhnt, in Begriffen der Rassenunterschiede und Rassensolidarität und des Wunsches nach Vertreibung aller Nichtweißen zu denken, daß sie nicht erkennen, daß dies eine kreolische Art ist, die Welt zu betrachten, die eine Geschichte hat, welche in den Plantagengesellschaften der frühneuzeitlichen Karibik beginnt.

Es gibt einen Weg von der spanischen Eroberung Hispaniolas über die beispiellose Sklavengesellschaft, die im englischen Barbados geschaffen wurde, über das koloniale South Carolina und Virginia und von dort durch ganz Dixie und durch den kulturellen Einfluß des Südens in den Rest der Vereinigten Staaten.

Es wird alles in dem Buch behandelt.

Nächster Teil:  Caribbean Project 9: Die jüdische Rolle in der amerikanischen Sklaverei

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