Benzion Netanjahu: Jüdischer Aktivist und intellektueller Apologet

Das englische Original Benzion Netanyahu: Jewish Activist and intellectual apologist von Kevin MacDonald wurde am 06.05.2012 auf  The Occidental Observer veröffentlicht. Übersetzung durch Sternbald (erstmals veröffentlicht auf „As der Schwerter“).

Benzion Netanjahu, der Vater des gegenwärtigen israelischen Ministerpräsidenten, verstarb im Alter von 102 Jahren. Uri Avnery, ein israelischer Friedensaktivist, beschreibt Netanjahu fils als „vom Holocaust besessenen Phantasten, der den Kontakt zur Realität verloren hat, allen Gojim misstraut und versucht, in die Fußstapfen eines starrsinnigen und extremistischen Vaters zu treten – alles in allem eine gefährliche Person, um eine Nation in einer tatsächlichen Krise zu führen.“ Wie der Vater, so der Sohn.

Benzion Netanjahu war ein prototypischer jüdischer Aktivist, der mit Leichtigkeit zwischen seiner Arbeit als Sekretär des rassistischen Zionisten Wladimir Jabotinski, seiner erfolgreichen Lobbyarbeit für eine prozionistische Gruppe der Republikanischen Partei 1944 (welche bewirkte, dass die Demokraten eine ähnliche Gruppe bildeten) und seiner Arbeit als jüdischer Geschichtswissenschaftler, der jüdische Interessen im akademischen Bereich vorantrieb, wechselte. Sein bekanntestes Buch, The Origins of the Inquisition in 15th-Century Spain (Die Ursprünge der Inquisition im Spanien des 15. Jahrhunderts), erschien 1995 bei Random House.

In einem Kommentar behauptet Yossi Halevi Klein, das Ziel von Netanjahus Forschungen sei gewesen,

die Konsequenzen jüdischer Naivität herauszuarbeiten. Benzions Faszination für das mittelalterliche Spanien geht nicht nur vom Verhalten der Unterdrücker, sondern auch von dem der Opfer aus. So vergleicht er nicht allein das, was er als rassistischen Antisemitismus der Inquisition bezeichnet, mit dem Nazismus, sondern implizit auch diejenigen Juden, welche das mittelalterliche Spanien als ihr gelobtes Land betrachteten, mit jenen Juden, die das moderne Deutschland als ihr neues Zion ansahen. Genau dieser Angst vor jüdischem Selbstbetrug entspringt die politische Linie seines Sohnes.

Auf ähnliche Weise behauptet Jonathan S. Tobin im Commentary Magazine, dass Netanjahu

verstand, dass Hass und Intoleranz den Schwierigkeiten, denen die Juden gegenüberstehen, damals wie heute zugrundelagen. Wie sein Sohn auf seiner Beerdigung bemerkte, besteht die Herausforderung darin, „der Wirklichkeit entgegenzublicken“ und „die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen“.

Aber glaubte Netanjahu tatsächlich, dass die traditionellen Juden naiv waren? Dass sie daran scheiterten, den Tatsachen ins Gesicht zu blicken? Eine für mich herausstechende Passage aus The Origins of the Inquisition ist die folgende:

Besonders da die Juden für den König in den urbanen Zentren als Steuereintreiber fungierten, wurden sie von den Städten als dessen massiv ausbeuterisch agierende Agenten betrachtet. Indem sie die Interessen der Könige vertraten, schienen die Juden gegen die Interessen der Städte zu arbeiten. Hier stoßen wir wieder auf ein Phänomen, welches wir bereits erwähnt haben: der grundsätzliche Konflikt zwischen den Königen und ihrem Volk – ein Konflikt, welcher sich nicht auf Finanzfragen beschränkte, sondern alle Bereiche der Regierung umfasste, die Einfluss auf das Leben der Menschen hatten. Teilweise verdankten die Juden es diesem Interessenkonflikt, dass sie das raue Klima des Mittelalters überleben konnten, und es ist schwer zu glauben, dass ihnen dies nicht bewusst war, als sie erneut im christlichen Europa zu siedeln begannen. Tatsächlich zeigen die Schutzgesuche, welche seit den Karolingern erfolgten, bevor sie sich an einem Ort niederließen, dass sie (a) erkannten, dass der Standpunkt der Könige in vielen Fragen von dem seiner Untertanen abwich und (b) dass die Könige bereit waren, zur Wahrung ihrer Interessen mit den „fremdartigen“ Juden gemeinsame Sache gegen die offenkundigen Wünsche ihrer christlichen Untertanen zu machen. In gewisser Weise ähneln die Übereinkünfte der Juden mit den Königen im Mittelalter daher der Verständigung mit fremden Eroberern, welche sie in der Antike bewerkstelligt hatten (Netanjahu 1995: 71–72).

Netanjahu sagt hier reichlich offen, dass die Juden nicht naiv vertraulich waren, sondern ganz im Gegenteil wussten, dass sie sich durch Allianzen mit ausbeuterischen Eliten den Zorn des Volkes zuziehen würden und sich daher des fürstlichen Schutzes versichern mussten. Die Bündnisse der Juden mit ausbeuterischen Eliten waren ein bedeutendes Thema des historischen Antisemitismus seit der Antike bis in die Moderne, in Europa und darüber hinaus. Das mittelalterliche Spanien ist ein typischer Fall. Da die Rolle der Juden als Steuereintreiber (ebenso wie alle ihre anderen Rollen in traditionellen Gesellschaften) von der nichtjüdischen Elite abhingen, haben antijüdische Autoren den Adel oft dafür verurteilt, den Juden erlaubt zu haben, die unteren Schichten der Gesellschaft auszubeuten. Eine an König Enrique von Kastilien gerichtete Petition von 1371 enthält die Beschwerde, dass die Juden kraft der ihnen vom König und dem Adel verliehenen Macht das öffentliche Leben der Städte und sogar das persönliche Leben der Einwohner kontrollieren (Netanjahu 1995: 118). Im folgenden Jahrhundert verurteilte Bruder Alonso de Espina, der Franziskanermönch, der maßgeblich an der Einführung der Inquisition beteiligt war, die „verhasste Habgier der christlichen Prinzen“ und „die kurzfristigen Vorteile, die  sie durch die Juden erhalten“ (in Netanjahu 1995: 731). Andererseits lobt Espina König Philipp August, der „von göttlichem Eifer entbrannt“ trotz gegenteiliger Bitten des Adels und der Prälaten und trotz jüdischer Bestechungsversuche die Juden enteignete und aus Frankreich verbannte (in Netanjahu 1995: 831; vgl. ebenfalls Separation and its Discontent, Ch. 2).

Netanjahu war sich also durchaus bewusst, dass die Juden im mittelalterlichen Spanien das Volk bereitwillig im Verbund mit einer korrupten Adelskaste ausbeuteten. Ich kann nicht widerstehen, auf die Parallele zu unserer heutigen Situation hinzuweisen, nämlich dass unsere neue amerikanische Elite vornehmlich aus rassisch bewussten Juden mit bedeutenden Einsprengseln korrupter Weißer besteht, welche keine Verbundenheit und Loyalität ihrem eigenen Volk gegenüber empfinden. Genau dies war auch die jüdische Formel für Erfolg in traditionellen Gesellschaften. Meist werden die korrupten Weißen sehr gut für ihren Verrat entlohnt. Heutzutage ist Verrat am eigenen Volk förmlich eine Erfolgsgarantie für Weiße Individuen in Amerika und dem ganzen Westen.

Man könnte meinen, dass Netanjahu auf der Grundlage seiner Schilderung der Juden als williger und selbstbewusster Helfer einer umfassenden Ausbeutung in Zusammenarbeit mit korrupten nichtjüdischen Eliten die Rationalität traditioneller antijüdischer Einstellungen anerkennen müsste. Dafür gibt es jedoch kaum Anhaltspunkte. Stattdessen legt seine Behandlung der Motive hinter der Inquisition nahe, dass er der Ansicht ist, dass jüdisches Verhalten für die Entstehung von Antisemitismus irrelevant ist.

Tatsächlich kann man die oben zitierte Passage so interpretieren, dass die Juden gezwungen waren, Ausbeuter zu sein, um das Mittelalter zu überleben. Das eigene  Überleben ist wichtiger als jegliche Zerknirschung über die Ausbeutung von Nichtjuden (wobei anzumerken ist, dass ihre Religion den Juden die Ausbeutung von Nichtjuden ungemein erleichtert: Alle Grundlagentexten des Judentums, vom Alten Testament bis zum Talmud, stellen Nichtjuden als eine zur Ausbeutung bestimmte Fremdgruppe dar).

Die Meinung, jüdisches Verhalten sei irrelevant für die Erklärung des gegen die eigene Gruppe gerichteten Hasses, ist ein grundlegender Aspekt des jüdischen Selbstverständnisses. Eine kürzlich erschienene Besprechung eines Buches über die Geschichte britischer Ansichten über Juden beginnt folgendermaßen: „Es ist wichtig, festzuhalten, dass Antisemitismus – ein ziemlich neuer Begriff für einen alten Ideenkomplex – uns weniger über die Juden selbst als über ihre Feinde erfahren lässt“ (Inverted targets, David Vitals Besprechung von Anthony Julius’ Trials of the Diaspora, TLS, July 23, 2010).

Trotz einiger relativ klarsichtiger Passagen ist Netanjahus Buch insgesamt ein Meisterwerk der Propaganda und Apologetik. Die New York Times drückt sich reichlich milde aus, indem sie feststellt: „Trotz des Lobes für seine Erkenntnisse wurde das Buch ebenfalls dafür kritisiert, Standardquellen und Interpretationen außer Acht gelassen zu haben. Nicht wenige Kritiker bemerkten, dass anscheinend weit zurückliegende Fälle von Antisemitismus durch das Prisma des Holocaust betrachtet werden.“ Es ist sicherlich nicht überraschend, dass Netanjahus ausgeprägte jüdische Identität auf seine Forschungsarbeit abgefärbt hat.

Das Nebeneinander von blinden Punkten und verblüffend klarsichtigen Erkenntnissen, beschäftigte mich, mit dem Ergebnis, dass ich ihm eine längere Diskussion in Kapitel 7 von Separation and Its Discontents widmete („Rationalization and Apologia: The Intellectual Construction of Judaism”,  S. 21ff und Anhang). Netanjahus Grundthese ist, dass die große Mehrheit der Juden, die behaupteten, sich zum Christentum bekehrt zu haben („Neue Christen“, Conversos oder, abwertend, Marranos genannt), tatsächlich den neuen Glauben angenommen hätten. Daher sei es der Inquisition nicht wirklich um religiöse Unaufrichtigkeit gegangen, sondern es habe sich um rassistischen Antisemitismus gehandelt. Die Inquisition sei demnach als Vorläufer des Nationalsozialismus (und der gegenwärtigen Einwanderungspolitik in Israel) zu sehen, wo Juden eher aufgrund ihrer biologischen Abstammung als hinsichtlich oberflächlicher Glaubensfragen beurteilt wurden.

Ein weiterer faszinierender Punkt von Netanjahus Buch besteht darin, dass er aufzeigt, dass neuchristliche Intellektuelle geschickt darin waren, nach ihrer Konversion Argumente für ihre jüdische Rassenexklusivität anzuführen. Diese Intellektuellen präsentierten die Juden als genetisch unterschiedliche religiöse Gruppe, welche sich aus moralisch und genetisch überlegenen Individuen zusammensetzte. Von dieser Grundlage aus wiesen die Neuen Christen auf ihre Verbindung zu den Vorfahren Jesu hin, welcher als Jude geboren wurde. (Diese Theorie ist ansprechend für Christen, die bereit sind, zu glauben, dass Jesus einem genetisch höherwertigen Geschlecht entstammte.) Die grundlegende Strategie bestand darin, darzulegen, dass das Christentum als Ideologie den Juden auf perfekte Weise ermöglichte, ihre rassische Solidarität zu erhalten, eben nur hinter einer christlich-religiösen Fassade.

Ich stimme mit Netanjahu darin überein, dass die Inquisition ein Rassenkrieg war, aber meine Ansicht ist, dass die zum Katholizismus konvertierten Juden die wirklichen Rasserealisten waren, da sie, unabhängig von ihren tatsächlichen religiösen Überzeugungen (Netanjahu hat zweifelsohne Recht damit, dass zumindest einige unter ihnen möglicherweise zu aufrichtigen Christen wurden), fortfuhren, untereinander zu heiraten, und als unterschiedliche ethnische Gruppe mit den Alten Christen um Ansehen und Macht in der spanischen Gesellschaft konkurrierten. (Diese Sichtweise wurde bereits von dem Historiker Américo Castro vertreten; siehe S. 232 im obenstehend verlinkten Text.) Da ich die Bedeutung von Rasse und Abstammung in den menschlichen Beziehungen als gegeben ansehe, ist mir das Verhalten der Inquisitoren vollkommen verständlich, auch wenn die Suche nach religiösen Abweichlern möglicherweise ineffizient ist, um rassische Konkurrenten ausfindig zu machen.

Die Converso-Intellektuellen wurden durch die Inquisition auch nicht von ihrer Strategie abgebracht. Ihr Argument war, dass vor dem Hintergrund eines universellen Christentums allein der religiöse Glaube zähle. Solange die ehemaligen Juden reinen Glaubens waren, sollte es niemanden stören, wenn sie fortfuhren, nur Partner aus der eigenen Gruppe zu heiraten und ihre ethnische Homogenität zu bewahren. (Vor diesem Hintergrund erklärt sich Netanjahus Versuch, zu beweisen, dass die Neuen Christen rechtgläubig waren – die meisten Forscher verneinen dies.) In einfachen Worten ausgedrückt ist die Nachricht dieser jüdischen Intellektuellen an die Alten Christen folgende: „Wenn ihr euren christlichen Glauben ernst nehmt, dann sollte Ethnizität kein Kriterium sein. Wir Juden möchten unser überlegenes Erbgut bewahren und unter uns heiraten, was euch aber nicht stören sollte.“

Dieselbe Strategie wurde von Horace Kallen und anderen jüdischen Intellektuellen benutzt, um im 20. Jahrhundert das Konzept der „Willensnation“ in Amerika durchzusetzen (vgl. hier, S. 238ff): Wer den Universalismus der Aufklärung ernst nimmt, kann unmöglich darauf bestehen, dass die Vereinigten Staaten sich ethnisch definieren. Im Kern war ihre Aussage diese: „Nehmt eure Ideale ernst. Amerika ist nichts anderes als eine Reihe an Prinzipien, die mit Demokratie und Menschenrechten zu tun haben. Wir allerdings lehnen den Universalismus ab und bestehen auf unserem jüdischen Partikularismus. Daher versuchen wir, Israel als einen Ethnostaat zu bilden.“

Es ist offensichtlich, dass blinde Treue zum westlichen Universalismus (sei dieser religiös oder säkular) letztendlich das Todesurteil für den Westen als ethnische Einheit bedeutet. Ebenso wird damit das Todesurteil für die europäische Kultur im Allgemeinen ausgesprochen, denn nichts erlaubt, davon auszugehen, dass die Sintflut nichteuropäischer Einwanderer, die in die traditionell europäisch besiedelten Gebiete eindringen, auch nur das Geringste tun wird, um die europäische Kultur zu bewahren, sobald die alteingesessene Bevölkerung ihre politische Macht verliert und eine Minderheit wird. In der Tat ist eines der Themen auf TOO der inzwischen zum Alltagsphänomen gewordene Hass auf Menschen europäischer Abstammung und ihre Kultur vonseiten der feindlichen Elite und der an Einfluss gewinnenden antiweißen Koalition, die auf dem Weg ist, bei Wahlen in Amerika die Mehrheit zu stellen. Ähnliche Prozesse lassen sich in allen westlichen Ländern beobachten.

Letztendlich muss Religion eine Rückbindung an die Ethnizität haben; falls nicht, wird sie eine Waffe gegen legitime weiße Interessen. Westlicher Universalismus und Christentum werden die ersten Opfer des Aufstiegs der antiweißen Koalition sein. Von den neuchristlichen Intellektuellen bis zu den Verfechtern des christlichen Zionismus in 21. Jahrhundert haben jüdische Intellektuelle gezeigt, dass sie sehr geschickt darin sind, den westlichen Universalismus auszunutzen, um ihre Partikularinteressen zu verwirklichen.

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(Gefunden:  hier)

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2 Kommentare

  1. Nicht zu vergessen der echte jüdische Hitler Vladimir Ze’ev Jabotinsky (1880-1940), der Schutzpatron der Likud-Partei Israels, der auch den revisionistischen Zionismus schuf und Chaim Weizmann (1874-1952), der jahrzehntelange Vorsitzende der jüdisch-zionistischen-bolschewistischen Weltorganisation.
    Jeder Likud-Premier in Israel ist ein erklärter Förderer der jüdischen Talmud Rassisten Politik von Vladimir Ze’ev Jabotinsky. Einige waren persönliche Schützlinge, andere extremistische Führer in seiner Bewegung. Der Vater des aktuellen Likud-Führers und Kandidat für den Premierminister, Benjamin Netanyahu, war Jabotinskys persönlicher Sekretär. Aber über allen stehen die Rabbiner und der Sanhedrin.

    Vor allem der jüdische Messias Menachem Mendel Schneerson und seine Pläne Europa zu zerstören zuehren seines Geburtstages Ronald Reagan einen „Education Day USA“ by public law festlegte. Wie dieser Rassist tickt kann man an seine legendäre Rede „Let us Reason“ ersehen.Netanyahu sagte, dass seine Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2009 von Rebbe Schneerson inspiriert sei.

    http://www.counterpunch.org/2014/04/07/why-is-the-us-honoring-a-racist-rabbi/

    Antwort

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