Einvernehmliche Sezession der „Red States” und „Blue States”: Einigen wir uns darauf, daß wir verschiedener Meinung sind

Von Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original Mutual Red State-Blue State Secession: Let’s agree to disagree erschien am 19. November 2012 (d. h., nach der Wiederwahl von Barack Obama) im Occidental Observer.

Seit der Wahl liegt Sezession in der Luft. Bisher haben 20 Bundesstaaten Petitionen eingereicht. Dies ist großteils symbolisch, aber es war einem Paul VanDevelder eine Meinungsseite in der „LA Times“ wert: One nation — but maybe not so indivisible: You red states want to secede? Don’t let the door hit you on the way out.” [„Eine Nation – aber vielleicht nicht so unteilbar: Ihr „red states“ wollt euch abspalten? Paßt auf, daß euch beim Rausgehen nicht die Tür trifft“]. (Ich schätze, daß J. M. Berger sich darin irrt, daß die Befürwortung der Sezession „endlich dafür sorgen könnte, daß ich gefeuert werde“ (Foreign Policy: „My Awakening“] und damit jene wundervoll toleranten Leute im SPLC überglücklich machen würde. Wenn die Befürwortung einer Sezession für einen Autoren in der LA Times okay ist, dann sollte es doch auch meine akademische Karriere nicht gefährden.)

Offenkundig ist VanDevelder ein Fan des „Blue state“-Amerika, aber was er sagt, präsentiert ein Idealbild: Ein gegenseitiges Einverständnis, daß „Red state“- und „Blue state“-Amerika einfach getrennte Wege gehen sollten (Van Develders Artikel hatte in der Druckausgabe den Titel „Unüberbrückbare Gegensätze“). Dies ist ein Argument, das Greg Johnson in einem kürzlichen Podcast mit Matt Parrott und mir vorbrachte: Das ideale Sezessionsszenario wäre, wenn sowohl „Red state“- als auch „Blue state“-Amerika sich darauf einigten, getrennte Wege zu gehen. Ohne Gewalt.

Mr. VanDevelder ist da ganz dafür:

Wir wünschen euch viel Glück dabei. Wir können euren Schmerz nachempfinden. Wenn wir offen reden können, so ist das schon seit sehr langer Zeit zu erwarten gewesen. Die Frage lautet jetzt: Was kommt als Nächstes?

Erstens haben wir das Vergnügen zu berichten, daß die meisten Leute hier in Oregon, Washington und Kalifornien denken, daß ihr da an etwas dran seid. Diese Ehe hat ihre Zeit gehabt. Zu viele quälende kleine Dinge haben sich mit der Zeit aufgebaut und uns alle verrückt gemacht. Hören wir also einfach auf damit. Es ist Zeit, das Porzellan aufzuteilen und eine Vereinbarung über die Besitzaufteilung zu entwerfen. Im Geiste der Fairness und des guten Willens schlagen wir Folgendes als Ausgangspunkt vor:

Wir behalten die Westküste, Nevada und Hawaii, New York, den Rest des Nordostens und all die anderen Bundesstaaten, die am Wahlabend „blau“ wurden. Ihr bekommt Texas, Mississippi, den Rest der Konföderation und all die anderen Staaten, die am Wahlabend „rot“ wurden. Alaska kann machen, was immer es will. Es tut sowieso, was es will.

Was Mr. VanDevelder vorschwebt, ist die folgende Karte:

election-map-final-615-jpg

VanDevelder denkt auch, daß Austin, Texas, ein besonderes „blaues“ Protektorat sein sollte. Er hat wahrscheinlich recht. Ich war vor kurzem dort, und das vorherrschende Schlagwort scheint zu sein: „Keep Austin Weird“ [„Haltet Austin schräg“] – das auf T-Shirts und Kaffeetassen zu sehen ist, die überall verkauft werden. Sehr un-„red state“-gemäß.

austin

Austin ist verhandelbar. Aber wenn wir ihnen das lassen, was ist dann mit all den „red counties“, die in „blauen“ Staaten liegen, wie auf der folgenden Karte zu sehen? VanDevelder hätte gern Yosemite, aber für mich sieht es so aus, als würde es im Herzen des „roten“ Kalifornien liegen.

Wahlergebnisse von 2012 nach Counties

Wahlergebnisse von 2012 nach Counties

Ich bin ganz der Meinung, daß die Scheidung überfällig ist. VanDevelder ist entsetzt über die Kultur des „Red state“-Amerika, aber hey, sehen wir uns die Kultur des „Blue state“-Amerika an. Erst heute hatte die LA Times einen Artikel über öffentlichen Nudismus in San Francisco – dem Herzen und der Seele der „Blue state“-Kultur. Städtischer Nudismus ist jetzt in gewissen Bereichen recht üblich, und wir finden heraus, daß „manche [Nudisten] anscheinend die üblichen Schuhe und Sonnenhüte mit Schmuck bestückt haben, der in einer Familienzeitung nicht voll beschrieben werden kann.“ Hmmm, ich bin nicht sicher, ob ich herausfinden möchte, was das heißt.

Dieser Gentleman ist viel stilvoller:

Bildunterschrift in der LA Times: George Davis, 65, übt sein Recht, beim Lesen nackt zu sein, an der Ecke der 17th Street / Castro Street in San Francisco aus. (Maria L. LaGanga, Los Angeles Times / 18. November 2012)

Bildunterschrift in der LA Times: George Davis, 65, übt sein Recht, beim Lesen nackt zu sein, an der Ecke der 17th Street / Castro Street in San Francisco aus. (Maria L. LaGanga, Los Angeles Times / 18. November 2012)

Ja, es gibt so vieles, was man an der Kultur von „Blue America“ lieben kann. Es stimmt, daß es einen Versuch gibt, öffentliche Nacktheit zu verbieten, aber der Wortführer des vorgeschlagenen Verbots, Scott Wiener, ist kaum ein Kandidat für das Leben in „Red state America“:

„Es war in Ordnung, wenn ab und zu eine [nackte] Person durch das Viertel marschierte. Es war in Ordnung bei öffentlichen Festen und Paraden. … Was jetzt passiert, ist… eine Karikatur.“

Ich bezweifle, daß das Verbot durchgehen wird. Solche Äußerungen zu verbieten, wäre sehr un-„blue state“-gemäß. Natürlich wehren sich die „naturalists“:

Sie hielten ein nude-in auf den Stufen des Rathauses ab. Dann reichten sie eine bundesgerichtliche Klage ein.

Für Gypsy Taub, Protestorganisatorin und Moderatorin einer örtlichen Fernsehsendung namens „My Naked Truth TV” ist das vorgeschlagene Verbot ein Beweis dafür, daß die Beamten die Stadt wieder in „das Dunkle Zeitalter der körperlichen Scham und Furcht” führen wollen.

Außerdem hätte das vorgeschlagene Verbot nur begrenzte Wirkung:

Das vorgeschlagene Verbot würde die Sportlichen nicht davon abhalten, ihre Shorts beim „Bay to Breakers run“ fallenzulassen – dem historischen, wahlweise in Kostüm zu laufenden Rennen durch die Mikroklimate der Stadt (von kühl zu kühler). Und Dykes on Bikes [Lesben auf Fahrrädern] könnten bei der Pride Parade tragen – oder nicht tragen – was immer sie wollen.

Machen wir also mit der Scheidung weiter. Könnte auf keinen Fall zu früh passieren. Natürlich könnte Mr. VanDevelder ein unsanftes Erwachen bevorstehen, wenn er herausfindet, daß manche der ethnischen Teile der Demokratischen Koalition überhaupt nicht scharf auf Schwulenfragen sind.

Es ist jetzt eine gewisse Dringlichkeit geboten, wo die Republikaner einen Gang höher in ihrer Unterstützung einer Amnestie schalten, die die Verbläuung [„blueification“] des restlichen Amerikas beschleunigen wird.

Die Republikaner „befinden sich im freien Fall, und der einzige Fallschirm, den sie haben, ist der Fallschirm der Einwanderungsreform, und sie sollten diese Reißleine ziehen“, sagte Angela Kelley, eine Expertin für Einwanderungspolitik am Center for American Progress, einer liberalen Denkfabrik, die in Washington, D.C. ansässig ist.“ „Viele zupfen daran“, sagte sie. (siehe hier)

Schlechte Zeiten, wenn die Republikaner auf den Rat des Center for American Progress („Zu den bedeutenden Spendern zählen George Soros, Peter Lewis, Steve Bing und Herbert M. Sandler“, siehe hier) und der Republican Jewish Coalition hören.

*   *   *   *   *   *   *

Siehe auch:

Colin Woodard, American Nations und die Wahl von 2012 von Hunter Wallace

LA Times: Let’s Mutually Secede von Hunter Wallace

Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: