Meisterschaft im Stil sticht Überlegenheit des Arguments

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Von Alex Kurtagić, übersetzt von Deep Roots. Das Original Mastery of Style Trumps Superiority of Argument erschien am 7. September 2010 bei Counter-Currents Publishing.

Douglas Olson hat ebenfalls recht damit, wenn er in „Whites – Are We Still Worthy?” darauf hinweist, daß die weiße Tatenlosigkeit in großem Maß daran liegt, daß die Weißen sich ungeachtet der jahrzehntelangen Zugeständnisse an die Linken immer noch relativ wohlfühlen; sie sind immer noch wohlhabend, und sie können noch immer, wenn auch zugegebenermaßen in schwindender Menge, geographische Zufluchtsorte und juridischen Schutz finden. Der Verlust an Status, Wohlstand und Sicherheit, der mit einem Versuch der Zerstörung der etablierten Ordnung verbunden ist, ist unattraktiv, wenn man ihn aus einer Position gesellschaftlicher Ehrbarkeit, wirtschaftlichen Komforts und physischer Sicherheit betrachtet. Weil die kurzfristige Rendite höher zu sein scheint, wird daher die Mobilisierung der nicht sehr ethnozentrischen Weißen zur Verfolgung ihrer langfristigen ethnischen Interessen zuerst die Erfahrung der Härten von Entrechtung und Minderheitenstatus erfordern. Und selbst dann könnte diese Mobilisierung erst passieren, wenn es eine ausreichend schwere Krise gibt, um das Leben unerträglich zu machen, denn harte Entscheidungen werden selten getroffen, wenn sie nicht von einer Krise herbeigeführt werden, und viele Weiße werden es dennoch vorziehen, sich damit abzufinden und schweigend zu leiden, statt noch größere Härten zu riskieren, indem sie den Zorn eines von Nichtweißen dominierten Polizei- und Justizapparates provozieren. Die Menschen neigen dazu, zu den meisten wichtigen Fragen keine (oder keine sehr starke) Meinung zu haben, solange es keine ausreichend schwere Krise gibt, um die Bildung einer starken Meinung zu katalysieren und die Entscheidung für eine Seite zu erzwingen.

Es gibt jedoch Umstände, wo schlimme Zustände nicht erforderlich sind. Tatsächlich ist das Alltagsleben voller Beispiele dafür, daß große Massen von Menschen zum Handeln motiviert werden, selbst wenn es gegen ihre langfristigen Interessen läuft und der unmittelbare materielle Ertrag fast nichtexistent ist. In einigen Fällen werden Menschen dazu motiviert, Komfort zugunsten von Unbequemlichkeit aufzugeben.

Viele werden sich daran erinnern, als der Film „ET“ herauskam. Zu der Zeit war ich erstaunt zu erfahren, daß Millionen Menschen dazu motiviert wurden, alles fallenzulassen und diesen albernen Film anzusehen. Ich erinnere mich daran, wie Leute sich stundenlang anstellten, und an Berichte, daß viele den Film Dutzende Male sahen, an manchen Wochenenden mehrmals pro Tag, solange er noch in den Kinos lief.

Materieller Nettogewinn? Null: diese Leute verbrachten Stunden in stehender Position, umgeben von Massen von Fremden und schreienden Kindern, gaben Geld aus, aßen Junk Food, bekamen Kopfweh und opferten viele Stunden ihrer Zeit, die sie anderswo viel produktiver, profitabler oder angenehmer hätten verbringen können. Sie wurden nicht reicher oder klüger, lernten nichts Wichtiges und erhielten keine Belohnung.

Warum taten sie es?

Weil der Film modisch war.

Es ist eine beweisbare Tatsache, daß Menschen weniger daran liegt, recht zu haben, als daran, bei der richtigen Clique „in“ zu sein. Die soziale Identitätstheorie sagt, daß die Interaktion zwischen dem angeborenen menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit und dem angeborenen menschlichen Bedürfnis nach Selbstwertgefühl dazu führt, daß Individuen ihre sozialen Identitäten auf Basis von Wertungsgrößen auswählen, die bestätigen, wer sie sind, weil sie in diesen Wertungsgrößen wahrscheinlich gut abschneiden werden. Daher wird jemand mit hohem IQ wahrscheinlich IQ als wichtige Wertungsgröße betrachten und sein Selbstwertgefühl zum Beispiel bestärkt finden, indem er die Mitgliedschaft in einer Gruppe mit hohem IQ zu einem Teil seiner Identität macht. Umgekehrt wird jemand Nachdenklicher, der stolz darauf ist, moralisch zu sein, Mitgliedschaften und Zugehörigkeiten vermeiden, die ihn in den Augen seiner Familie und seines Freundeskreises in Sachen Moralität schlecht abschneiden lassen – selbst wenn er innerlich einer Meinung mit den Leuten ist, die er meidet. Letztendlich hat die individuelle Entscheidung mehr mit von gesellschaftlicher Akzeptanz abgeleiteter Selbstwertschätzung zu tun als mit objektiven Wahrheiten.

Dieses Problem wird dadurch weiter verschärft, daß die Zugangsbarrieren zum Reich der objektiven Wahrheiten viel höher sind als die Zugangsbarrieren zu irgendeiner Form sozialer Akzeptanz: das Herausfiltern der Wahrheit aus dem Meer von Meinungen, Mutmaßungen, unüberprüfbaren Behauptungen und Desinformation, das unser Leben umgibt, ist mühsam, riskant und schwierig, und die soziale Belohnung dafür kann oft sehr negativ sein.

Diejenigen, die angesichts sozialer Ablehnung darauf beharren, gehören typischerweise alternativen sozialen Netzwerken an, die eine auf Opposition zum Mainstream beruhende Identität anerkennen. Diese Netzwerke replizieren das Phänomen des stolzen Parias, das sich in den Subkulturen der extremen Metal Music zeigt.

Dies bedeutet, daß das lebenswichtigste Element in jeder Strategie, die darauf abzielt, einer beliebigen Zahl von Menschen eine unkonventionelle Idee zu verkaufen, nicht so sehr die Qualität der Idee an sich ist (oder der zu ihrem Verkauf eingesetzten Argumente) als vielmehr die Qualität der Verpackung und das Potential von letzterer, das Selbstwertgefühl des Konsumenten in einem sozialen Kontext zu heben.

In anderen Worten, statt den Leuten zu sagen, das etwas aus den Gründen X, Y und Z gut für sie ist, zeigt man ihnen am besten, daß das Angebotene in der Tat sehr cool ist und Betrachter ausrufen lassen wird: „Woah! So will ich sein!“

Egal, ob die Mehrheit eine Idee heftig ablehnt: wenn die Idee in einer Weise verpackt ist, die Ehrfurcht und Neid einflößt und die Phantasie fesselt, können Bösewichte abgetan werden als ahnungslos, Lumpentrottel, zu dumm, zu pöbelhaft, zu schwach und zu feig, um zu einem exklusiven Club von Elitemännern und –frauen zu gehören.

Blendendes grafisches Design, Stil, bei dem einem der Mund offen bleibt, wohlgestaltete Prosa, ansteckende Schlagworte und ein unverwechselbares Erscheinungsbild, das Qualität und Persönlichkeit ausstrahlt, wird Konvertiten viel schneller und effizienter gewinnen als jede Debatte, jedes politische Traktat oder Manifest. Wenn sie in ausreichend geschickter Weise eingesetzt werden, können stilorientierte Taktiken in der Tat sogar offenen Ungehorsam, Arrest und sogar Märtyrertum in modische Akte subkultureller Integrität und Authentizität verwandeln. Militante Marxisten, Ökoterroristen, Straßenprotestierer und Tierrechtsaktivisten wissen das schon lange. Die Lektion der 1960er (und in der Tat der 1930er) ist, daß Stil an vorderster Front sein muß.

Hatte nicht die wohlformulierte Ästhetik der Nazis – ihre Uniformen, ihre Flaggen, ihre Hymnen, ihr charismatischer und unverwechselbar aussehender Führer und ihre riesigen Autos eine genauso bedeutende Rolle bei der Gewinnung von Konvertiten gespielt wie die globale Wirtschaftsdepression zu dieser Zeit? Ich bezweifle, daß die Nazis oder die Regenbogenkoalitionen der 1960er und danach ohne das hervorstechende Element des selbstbewußten, nahtlosen und technisch kompetenten Stylismus so weit gekommen wären, wie es der Fall war.

Man beachte, daß ich nicht notwendigerweise sage, daß die Sache des europäischen Menschen gewonnen werden wird, indem man Designeranzüge trägt und Maseratis fährt. Selbst wenn nichts so erfolgreich ist wie der Erfolg, darf Stil nicht mit Luxus gleichgesetzt werden. Die alten Westernfilme waren zum Beispiel sehr stilisiert, aber sie waren auch robust.

Wichtig ist, daß der Stil, wie immer er ist, Qualität, Exzellenz und Einzigartigkeit projiziert – Eigenschaften, die den diesen Stil übernehmenden Menschen das Gefühl vermitteln, etwas Besonderem und über der Norm Stehendem anzugehören. Wenn es sich ausreichend in Form von Selbstwertgefühl in sozialem Kontext auszahlt, wird es den Individuen nichts ausmachen, Opfer zu bringen.

Natürlich wird selbst funkelnder Stil ohne Substanz flüchtig und kurzlebig sein (siehe Obama als jüngeres Beispiel). Aber Stil mit Substanz ist eine unwiderstehliche Kombination. Wenn die europäischstämmigen Völker gegenwärtig in einer mißlichen Lage sind, so denke ich, daß das daran liegt, daß die Substanz betont wurde um den Preis, daß man zugelassen hat, daß die Linken zu vollendeten Stylisten wurden und in eine Position kamen, wo sie einen regelmäßigen Nachschub an stilisierten Tönen und Bildern erzeugen können, mit denen sie blenden und Konvertiten für ihre Sache gewinnen können.

*     *     *

Siehe auch:

Es sind nicht die Argumente von Alex Kurtagić

Rhetorik, Teil 1: Typenlehre von Dunkler Phönix

Rhetorik, Teil 2: Emotionen von Dunkler Phönix

Rhetorik, Teil 3: Gestik von Dunkler Phönix

Rhetorik, Teil 4: Mimik und Körpersprache von Dunkler Phönix

Wie kann man nur so blöd sein? – Gesprächstaktiken von Dunkler Phönix

Rhetorik ohne Argumente von Dunkler Phönix

Tipps und Tricks von Dunkler Phönix

Gedanken zu Überzeugungsarbeit im Internet von Harald

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2 Kommentare

  1. „In anderen Worten, statt den Leuten zu sagen, das etwas aus den Gründen X, Y und Z gut für sie ist, zeigt man ihnen am besten, daß das Angebotene in der Tat sehr cool ist und Betrachter ausrufen lassen wird: „Woah! So will ich sein!““

    Dies offenbart die tiefe Krise, in der die Menschheit steckt – ob das auch in der „östlichen“ Welt so ist, weiß ich nicht, deshalb schreibe ich nicht, dass es so in der westlichen Welt ist.

    In der westlichen Welt ist es aber extrem ausgeprägt. Der schöne Schein, die Show, die Verpackung zählt, in Kombination mit dem Herdentrieb, d.h. man will einer Herde angehören, die man (aus irgendwelchen Gründen auch immer) gut findet, und man will ein Teil dieser Herde sein.

    Die Menschen haben keinerlei Individualität mehr, geschweige denn, dass sie fähig wären,irgendwelche Wahrheiten zu erkennen, denn das ist 1. zu mühselig und 2. gefährdet das Aussprechen von Wahrheiten meist die jeweilige Herdenzugehörigkeit, und das will der Mensch normalerweise unter allen Umständen verhindern.

    Es zählt nicht, dass ja eigentlich jeder Mensch, für sich individuell, ein Einzelwesen ist und auch eine ausgeprägte Individualität entwickeln SOLLTE, um sich eben selbst, auf seinem eigenen Lebenspfad, der ja der Weg der Erkenntnis sein sollte, menschlich und intellektuell zu vervollkommen. Es zählt nur die Show, der schöne Schein, und die Herde. Und in der Herde beklatschen sie sich gegenseitig und stützen sich gegenseitig, egal wie schlecht das ist, was geboten wird.
    Wie die Lemminge.
    Und so stürzen sie hoffentlich auch bald die Klippe runter.

    Für mich war und ist wichtig, mich persönlich weiter zu entwickeln, dabei ist eine Gruppe, der ich zugehören würde,eher hinderlich, weil Gruppen zu Konformität zwingen. Ist man nicht konform, fliegt man aus der Gruppe, so einfach ist das.

    Diese Gruppen sind aber nun auch die am einfachsten manipulierbaren Menschen. Auch darüber hat K. Lorenz geschrieben in „Die acht Todsünden der Menschheit“. Es muss sich um eine Form der Energie handeln, die ansteckend ist, wenn einer etwas dummes tut in einer Gruppe, oder zwei, ist die Chance, dass alle mit machen, ohne nachzudenken, sehr groß. Oder gehen Sie in ein Stadion und versuchen Sie, nicht mit zu jubeln, wenn die Menge jubelt, das klappt nicht, irgendwann werden Sie mit jubeln.

    Dieses ist m. Meinung nach des Menschen – des westlichen Menschen – Untergang. Weil diese Mechanismen Menschen insgesamt schlicht verblöden lassen. Man kann ihnen jeden Mist verkaufen, es kommt ja nicht mehr auf den Inhalt an, sondern nur noch auf die Verpackung. Die Menschen können auch nicht mehr unterscheiden zwischen gut und schlecht, und sie wollen es auch nicht mehr.

    Ich möchte mich nie so verbiegen, dass ich etwas Gutes so verpacke, dass auch die Verpackung so gut aussieht, dass das Gute gekauft / angenommen wird. Geschweige denn dass ich Schlechtes so verpackte, dass trotzdem gekauft wird – das wäre Betrug in meinen Augen. Ich dachte lange Zeit, das Gute würde auch ohne schöne Verpackung erkannt – dem ist aber nicht so. Das liegt eben an den oben geschilderten Mechanismen, keiner will mehr das Gute, die Wahrheit, die Suche danach ist mühselig und stört die Gruppe. Die Gruppe will lieber Harmonie und keine Wahrheit und so weiter machen wie bisher. Das könnte ich niemals mit meinem Gewissen vereinbaren. Genau das wird aber der Untergang der westlichen Welt. Denn solch eine moral-lose Menschheit taumelt, sich selbst feiernd, dumm-besinnungslos, denkend „wir sind alle so cool“, in den Abgrund.

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