Rhetorik, Teil 3: Gestik

Von Dunkler Phönix, ursprünglich veröffentlicht am 22. April 2013 auf „As der Schwerter“.

Zuvor erschienen:

Rhetorik, Teil 1: Typenlehre

Rhetorik, Teil 2: Emotionen

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

Der „nonverbale“ Teil einer Rede wird total unterbewertet und, man schalte irgendeinen Nachrichtensender ein, von Journalisten und Politikern im Allgemeinen auch nur mangelhaft beherrscht. Die „Kanzlerin“ (ich muss das in Anführungszeichen setzen) hat mit ihrer „Mr. Burns“ Handhaltung Maßstäbe in schlechter Gestik gesetzt – aber wohin sie ihre Hände sonst tun sollen, wissen die meisten Bonzen eben auch nicht. Beim Reden lassen sie normalerweise die rechte Hand bei jedem Punkt, den sie unterstreichen wollen, heruntersausen.

Ohne die heutigen Bonzen inhaltlich mit ihm vergleichen zu wollen: so hat auch Hitler gerne seine Programmpunkte unterstrichen. Eine wirklich beeindruckende, sehr künstliche Gestik hat übrigens – auch hier abstrahiere man bitte vom Inhalt – Joseph Goebbels in seinen Reden benutzt (es gibt nur noch wenig Material davon, fündig wird man in diesen Begleit-CDs zu Spiegelheften und ähnlicher „Knopp-oholika“). Der Propagandaminister orientierte sich dabei an den alten Römern, für die noch klar war, dass die nonverbalen Signale ebenso wichtig sind wie die verbalen und die daher ihre Reden durch ausgefeilte Gestik, die sie ebenso einübten wie das freie Sprechen der Worte, ausschmückten.

Heute wirkt das künstlich (egal ob von Römern oder Propagandaministern ausgeführt), wer Gestik, die wirkt, aber draufhat, das sind die Mohammedaner, bzw. einige ihrer „Hodschas“ und Gelehrten. Sie benutzen eine formelhafte, rituelle Gestik, um ihre Worte zu unterstreichen und sie tun das auf ungekünstelte Weise. Wenn sie zusätzlich noch koranfest und nicht dumm sind, dann wirken sie auch auf Ungläubige richtig beeindruckend (und jetzt postet bitte keine hundert Youtube-Videos von islamischen Schreihälsen, jeder weiß, dass es die auch massenhaft gibt).

Eine Gestik, die nicht hemdsärmelig und unbeholfen, aber eben auch nicht gekünstelt wirkt, kann geradezu hypnotisch wirken, gerade auf Mitteleuropäer, die es nicht gewohnt sind, dass die Hände beim Reden etwas anderes tun, als unbewusst in der Luft herumzufuhrwerken.

Es ist also ein schmaler Grat den Mittelweg zu finden zwischen Unbeholfenheit und Künstlichkeit. Zu wenig ritualisierte Gestik wirkt „merkelig“ (oder „trittinig“ oder, oder, oder…), zu viel wirkt für Leute, die das nicht gewohnt sind, lächerlich (vgl. Goebbels, Römer).

Ein paar Beispielgesten (Vorsicht: Je nach Kulturkreis kann die Bedeutung von Gesten stark variieren. Bei fremdländischem Publikum entweder eine sehr zurückhaltende Gestik verwenden oder sich von jemandem, der innerhalb der betreffenden Ethnie groß wurde, beraten lassen! Sonst können leicht böse Missverständnisse entstehen. Alle Beispiele sind auf deutsche Verhältnisse gemünzt):

Der erhobene Zeigefinger: Dies ist eine mächtige Geste, die auf die direkt auf die Psyche der meisten Menschen einwirken kann. Die meisten von uns kennen den erhobenen Zeigefinger als Symbol elterlicher Warnung und Mahnung. Der einfache erhobene Zeigefinger bedeutet „Pass auf!“ oder „dies ist wichtig!“, der leicht hin und her bewegte erhobene Zeigefinger bedeutet „ich warne dich!“ oder „du, du, du!“. Die beiden Gesten bitte nicht verwechseln! Wichtige Aussagen mit dem erhobenen Zeigefinger zu unterstreichen ist empfehlenswert und wird im Allgemeinen auch als „Unterstreichen“ verstanden.

Die vorgehaltene Handfläche: Bei ausgestreckter Hand wird dem Publikum die Handfläche entgegengehalten. Dies bedeutet „Stop!“ oder „Warte!“ Die Geste darf gerne in Zusammenhang mit dem rhetorischen Stilmittel der Ironie (mehr zu Stilmitteln im nächsten Teil) verwendet werden, nämlich als Zeichen, dass das Gesagte nicht so gemeint ist (Beispiel: „Ja, wir wollen mehr und immer mehr Einwanderer“ – Gestik: „Komm her!“, dann abrupt „Stop!“ – „Das ist Selbstmord!“). Die Geste wird als leicht gekünstelt wahrgenommen werden. Etwas entschärfen kann man sie, wenn man sie mit angewinkeltem Ellenbogen und weniger abrupt ausführt, dann gerne die Hand ein wenig auf und ab wiegen.

„Komm her!“: Dies ist ein leichtes Winken hin zu sich selbst. Es wird verwendet, um jemanden zu sich zu rufen. Es kann auch eingesetzt werden, um dann im „Flüsterton“ (Vorsicht: Trotzdem so laut reden, dass alle es hören) etwas „Vertrauliches“ an das Publikum weiterzugeben. Vorsicht: In dieser Kombination wird die Geste vielleicht als gekünstelt oder „kabarettartig“ wahrgenommen werden.

Der „Cut“: Die ausgestreckte Hand wird ruckartig waagerecht am Körper entlanggeführt. Die Geste sagt: „Es reicht!“ oder „Genug!“ Die Geste ist universell einsetzbar und wird auch als normal empfunden. (Z.B: „Jetzt fordert XY noch mehr Einwanderung aus diesem und jenem Grund“ – Cut! – „Keinen einzigen Ausländer sollten wir noch über die Grenze lassen!“).

Geballte Faust: Sehr effektiv. Erklärt sich von selbst. Die Faust ruhig schütteln.

Mittelfinger: Der „Stinke“finger ist eine der mächtigsten Gesten überhaupt, er wird aber auch als äußerst vulgär empfunden. Daher empfiehlt er sich nur für den Radikalen Typus (vgl. Teil 1), sehr, sehr sparsam eingesetzt vielleicht noch vom Mann aus dem Volk. Seriöser und Spiritueller Typ sollten ganz darauf verzichten. In Zusammenhang mit der Nennung bestimmter Personen oder Personengruppen kann die Geste als Beleidigung aufgefasst werden und strafrechtlich relevant sein, daher Vorsicht!

„Daumen hoch!“ Auch die Geste erklärt sich eigentlich von selbst. Sie darf mit dem ebenfalls römischen „Daumen runter“ kombiniert werden, beide bekanntlich ursprünglich Gesten der römischen Kaiser, bzw. Adligen, die über das Schicksal besiegter Gladiatoren entschieden. Vorsicht: Der Daumen hoch ist allseits bekannt, der Daumen runter kann künstlich wirken!

„Aufzählen:“ Zu jedem Punkt tut man einen Finger dazu, während man die Hand auf und ab bewegt. Dies ist eine Erweiterung der beinahe einzigen Geste, die unsere Politiker beherrschen, das Heruntersausenlassen des Armes als Unterstreichung. Ich empfehle sie mit Bedacht einzusetzen, also nicht immer dann, wenn man etwas aufzählt, sondern nur wenn das Aufzählen selbst eine Wichtigkeit hat.

„Victory!“: Die Geste ist als Symbol ziemlich abgenutzt. In einer Rede kann man sie verwenden, um auf geleistete Taten oder errungene Siege hinzuweisen. Wenn sie glaubhaft rübergebracht wird eine sehr mächtige Geste, gerade weil man sie mit den anderen historischen Ereignissen verbindet, in denen sie gezeigt wurde. Wenn sie nicht zum Anlass passt kann sie aber schnell lächerlich wirken.

„Heavy Metal!“: Durch den „Komiker“ Ceylan kennt mittlerweile auch die letzte Oma diese Geste. Sie hat allerdings viele Bedeutungen, unter anderem auch „Satan“ oder (in Italien) „mir wurden Hörner aufgesetzt!“ Lieber drauf verzichten! Genau wie der „vulkanische Gruß“ ist sie einfach zu speziell, zu nerdhaft.

„Kehle aufschlitzen!“: Wird schnell als vulgär und brutal aufgefasst, sollte daher nur ironisiert oder in wirklich passendem Kontext verwendet werden. In Zusammenhang mit der Nennung bestimmter Personen kann sie als Beleidigung, bzw. Bedrohung verstanden werden, was strafrechtliche Relevanz hat.

„Zeigen!“: Man deutet mit dem Zeigefinger in eine bestimmte Richtung oder auf einen bestimmten Ort oder eine Person. Eine alltägliche Geste, die daher auch problemlos eingesetzt werden kann, sie hat aber keinen großen Effekt.

„Islamfaust“: Das ist eine Geste, die ich bei islamischen Geistlichen beobachtet habe. Die Hand wird vor dem Bauch gehalten, Zeige- Mittelfinger und Daumen nach oben gestreckt, Ring- und kleiner Finger angewinkelt. Auf diese Art kann man auch einen „Faden ziehen“, d.h. die so gehaltene Hand vom Kinn in einer geraden Linie hinunter zum Bauch ziehen. Die Geste bedeutet in etwa „ich ruhe in mir!“ oder „so ist das!“ Sie wird angewandt, um Sicherheit und Bekräftigung zu signalisieren. Ich halte die Geste für sehr cool und hypnotisch, aber viele Europäer werden Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen.

„Bekreuzigen“: Diese bekannteste aller christlichen Gesten besagt: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes“ und hebt auf die christliche Vorstellung der Trinität ab. Im Alltag wird (bzw. wurde) sie aber auch als Schutzzeichen verwandt. In einer Rede verwenden sollte diese Geste nur ein Redner, der sich glaubwürdig zu irgendeiner Art von Christentum bekennen kann. Als Nichtchrist sollte man sie auch nicht in ironischer Absicht verwenden, es sei denn, man möchte gezielt Christen beleidigen (was im Gegensatz zum Beleidigen von Moslems, Juden und „Sonstigen“ ja nicht strafbar ist).

„Beten“ Gesten, also gefaltete oder aneinander gedrückte Hände, die Gläubigkeit und Demut signalisieren: Nur was für den Spirituellen Typ. Selbst die über dem Bauch gefalteten Hände, die Ruhe und Sicherheit symbolisieren sollen, sind beim Reden mit Vorsicht zu genießen.

„Ecce homo!“: Die „Kreuzigungspose“, beide Arme seitwärts ausgestreckt. Nur für absolute Profis, alle anderen machen lieber einen Bogen drum!

„Verschränkte Arme!“: Symbolisiert Abwehr, skeptische Haltung. Nur in Maßen einsetzen!

„Hand aufs Herz“: Eine in Amerika sehr gebräuchliche Geste (vgl. Hollywoodfilme), die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit symbolisiert, diesseits des Atlantiks wird sie allerdings als sehr kitschig wahrgenommen.

„Schultern zucken“, „Abwinken“, „Vielleicht“: Gesten der Egalität. Die ersten beiden sind selbsterklärend, die dritte wird ausgeführt, indem man die Handfläche waagerecht nach oben legt und leicht hin und her wiegt. Sehr effektiv in Verbindung mit Ironie (man sagt Dinge, die man für sehr sicher hält, führt aber Gesten aus, die Unsicherheit symbolisieren).

„Ausschau halten“ etc. – es gibt viele Gesten, die im Alltag in verschiedenen Kontexten angewandt werden. Es lohnt sich, jede Einzelne daraufhin zu prüfen, ob sie bei einem bestimmten Thema eingesetzt werden kann, oder als unglaubwürdig und übertrieben wahrgenommen wird.

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Neben dem Erlernen bestimmter Gesten als Teil von Reden hilft es auch ungemein, sich selbst beim Sprechen (nicht beim Reden halten, bei normaler Konversation) zu beobachten und zu entscheiden, welche der Gesten, die man unbewusst ausführt, man als „richtig“ empfindet und welche als „falsch.“ Die allermeisten Menschen können sich nur schlecht selbst beobachten, es ist daher erlaubt, Kameraden gezielt damit zu beauftragen, den angehenden Redner zu beobachten und zu beraten.

Fortsetzung: Rhetorik, Teil 4: Mimik und Körpersprache

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