Rhetorik, Teil 2: Emotionen

Von Dunkler Phönix, ursprünglich veröffentlicht am 13. April 2013 auf „As der Schwerter“.

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

zu Teil 1: Typenlehre

Im zweiten Teil geht es darum, dass es bei der Redekunst nur in sehr geringem Maße um Inhalte geht, sondern fast ausschließlich um das Erzeugen von Gefühlen.

Reden funktionieren NICHT über ihren Inhalt. Die reine Sachebene ist bei Reden völlig nebensächlich. Wer sich informieren möchte, der liest ein Buch – oder mittlerweile leider meist eher Wikipedia – wer stinklangweilige, wenn auch logische Argumentation hören will, der beschäftigt sich mit Kant oder Hegel.

Ein Redner hat die Aufgabe, das Publikum zu begeistern. Für sich selbst und für seine Sache. Daher muss am Anfang einer jeden Redenplanung folgende Frage stehen:

Was ist meine Sache und wie bereite ich sie so auf, dass meine Zuhörer emotional drauf anspringen?

Professionelle Redenschreiber wissen genau, dass das Publikum langwierige Satzungetüme nicht mag. Man bringe das Thema auf den Punkt – und zwar so, dass es schmerzt.

So fies das für alle Sachlichen vom Schlage Sarrazin sein mag: Statistiken und empirische Beweise interessieren das Publikum nicht. Beispiel:

Redner A: „Die Frankfurter Kriminalitätsstatistik zeigt, dass von den X Intensivtätern Y Prozent einen Migrationshintergrund haben, sogar Z Prozent, wenn man „Migrationshintergrund“ so definiert, dass nur ein Elternteil ausländische Wurzeln haben muss.“

Redner B: „Sie schlagen uns, sie vergewaltigen unsere Frauen und die Büttel beschützen sie auch noch!“

Klar ist das verallgemeinernd und „populistisch“, aber wenigstens bleibt das Publikum bis zum Ende des Satzes wach.

Natürlich muss man die Zahlen draufhaben und das, was man sagt, immer auch mit trockenen Statistiken und neutralen Analysen belegen können. Aber das ist nicht Ziel einer Rede. Wer eine gute Rede hört, sich aber unsicher ist, ob der Redner recht hat, der wird von selbst recherchieren. Findet er dann die richtigen Zahlen zum Inhalt der Rede, wird er überzeugt sein. Aber niemand schreibt bei einer Rede die Zahlen mit, recherchiert sie zuhause und wenn sie stimmen, dann sagt er „tolle Rede!“ Das ist Blödsinn.

Mit Zahlen sollte man sehr sparsam umgehen und sie so platzieren, dass sie im Gedächtnis bleiben und sie in einen Kontext stellen.

Beispiel: „95% aller in Deutschland lebenden Libanesen beziehen Hartz IV. Da scheint es mir schon geboten einmal zu fragen: Was sind eigentlich „Libanesen“? Kommen die alle aus dem Libanon? Warum sind die hier? Und wie viele von denen sind hier?“

Man darf allerdings beim Ansprechen von Emotionen auch nicht wie ein Trampeltier vorgehen. Das Publikum bemerkt Manipulationsversuche häufiger, als man in einer Mediokratie wie der BRD erwarten würde. Versteht mich also bitte nicht so, dass ich hier dazu auffordern würde, über Zahlen und Fakten hinwegzusehen und das Publikum emotional als Geiseln zu nehmen. Das können unsere Feinde eh viel besser als wir.

Aber eine Rede ist aber eben auch nicht ein reines Aufzählen von Fakten.

Zusammenfassend:

Sache – emotionaler Zugang – Publikum

Dies ist das Dreieck, in welchem die Rede geplant werden sollte. Was will ich sagen und wie erreiche ich gerade das Publikum, das ich erwarten kann (vor Rentnern muss man anders reden als vor Jugendlichen, vor Eltern anders als vor Studenten, vor Deutschen anders als vor Türken)?

Es ist zum Beispiel nicht ratsam außerhalb von NPD-Veranstaltungen Begriffe wie „Heimat“ oder „Volk“ im Munde zu führen. Das Publikum versteht das einfach nicht. Die sind so geimpft, dass sie sofort die Assoziation zur NPD haben und abschalten, wenn man so vorgeht. Daher ist ein gewisses Ausweichen auf weniger besetzte Begriffe ratsam, ja notwendig. Man muss aber höllisch aufpassen, nicht in die Falle der politischen Korrektheit zu tapsen. Wer von „Menschen mit Migrationshintergrund“ oder „Deutschen mit nigerianischer Abstammung“ sprechen möchte, der hat schon verloren, bevor er überhaupt ans Mikro getreten ist. Wer sich aber stur weigert, sich von der linken Deutungshoheit Begriffe verbieten zu lassen, wird sehen, dass er die Leute einfach nicht anspricht, weil ihr Moralinwarnsystem anspringt.

Ich halte es übrigens für sehr, sehr zielführend, genau darüber zu reden: Wer Begriffe wie „moralischer Trigger“ und „psychologische Manipulation“ hört, denkt erstmal „ja, die anderen…“ – so wie sich ja auch die meisten Menschen sicher sind, dass Werbung einen starken Effekt auf den Zuschauer hat – nur nicht auf sie selbst. Aber wenn er das oft genug hört, fängt er vielleicht an, sich Gedanken darüber zu machen, ob sich eventuell auch jemand an seinem Kopf zu schaffen gemacht hat. Glücklicherweise kennt jede Generation ihre Parabel dazu (Höhlengleichnis, 1984, Matrix), die man verwenden kann (und zwar immer wieder, bis das Publikum nicht mehr sagen kann „Matrix, was hat das mit uns zu tun?“).

Ein paar Beispiele für emotionale Ansprache:

„Todesstrafe für Kinderschänder!“ – dieser von vielen Seiten verrissene Spruch der NPD ist eine ihrer besten Schöpfungen. Die Forderung ist klar auf den Punkt gebracht und selbst der erklärte Gegner der Todesstrafe wird kein Verständnis dafür haben, dass Kinderschänder nur 3-4 Jahre kriegen und dann wieder laufen gelassen werden. Mindestens Steinbruch und chemische Kastration müssen doch drin sein, oder?

„Yes we can!“ ist genauso wie „Change we need!“ eine inhaltslose Phrase. Aber rhetorisch ist das genial! Die Amerikaner fühlen sich ähnlich gelähmt und in starren Strukturen gefangen wie wir. Ihnen zu sagen, dass sie aus eigenem Antrieb da raus können, wenn sie nur dem Führer Obama folgen, ist einfach nur genial. Wer immer aus Obamas Wahlkampfteam für diese Slogans verantwortlich ist, hat eine saftige Sonderzulage verdient. Die Phrasen sind auch so schön interpretierbar, dass jeder was davon hat. Die einen glauben an die wirtschaftliche Wende, die anderen sehen mit Obama das Ende der „Herrschaft des weißen Mannes“ gekommen, die nächsten wieder glauben, Obama würde nicht 90% der Mitarbeiter Bushs übernehmen und dessen Kriegspolitik ungebremst fortsetzen, sondern die Streitkräfte abziehen. Obwohl Obama, weil er all das nicht getan hat, stark an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat und gerade die außerparteiliche Opposition einen richtig guten Job dabei gemacht hat ihn doof aussehen zu lassen (z.B. mit den Demos gegen die Zwangskrankenkasse), hat er sich auch noch gegen Romney durchsetzen können. Romney ist zwar wie McCain ein wirklich schwacher republikanischer Kandidat, aber das scheint mir doch Absicht zu sein (ich glaube nicht daran, dass die amerikanischen Wahlen – oder die in der BRD – mit rechten Dingen zugehen, ja ich glaube nicht einmal, dass es eine größere Rolle spielt, ob die Konservativen oder die Sozialisten regieren, die Politik ist immer die gleiche). Einem Weißen hätte man allerdings längst die Inhaltslosigkeit, Tatenlosigkeit und Inkonsequenz vorgeworfen, die er zur Schau gestellt hat.

Es ist eine einfache, aber wirksame Taktik, sich eine Art „Mantra“ zuzulegen, das man immer und immer wiederholt, bis es sich erst in die Köpfe einbrennt und dann sozusagen selbsttätig wird und zu seiner Verwirklichung beiträgt.

Das Mantra „Antirassismus ist ein Codewort für Antiweiß” sollte mittlerweile allen Lesern bekannt sein.

Auch der „Volkstod“, meines Wissens nach eine Wortschöpfung der „Unsterblichen“, ist so ein Mantra. „Die Demokraten bringen uns den Volkstod!“ – da ist alles drin, was man wissen muss. Statt „Politiker“ oder „Bonzen“ zu sagen, sprechen die Unsterblichen von den „Demokraten“ und machen so klar, dass sie das System selbst, nicht nur seine Handlanger, für das Problem halten. Und der „Volkstod“ als schlimmster aller anzunehmenden Fälle ist gerade deshalb so genial, weil ja mit „Zuwanderung“, „demographische Wende“, „Multikulti“, „Willkommenskultur“ et cetera pp unzählige Euphemismen dafür grassieren und das Wort Volks- Tod direkter nicht sein kann.

Fortsetzung: Rhetorik, Teil 3: Gestik

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