Rhetorik, Teil 1: Typenlehre

Von Dunkler Phönix, ursprünglich erschienen am 16. April 2013 auf „As der Schwerter“.

In dieser Reihe geht es darum, diejenigen Kameraden, die sich in der schweren Kunst des Redens üben wollen, zu beraten. Sie ist durchgängig aus nationalistischer Perspektive geschrieben.

Im ersten Teil geht es darum, welcher Typ Redner die Leute anspricht und welcher nicht.

Für jeden Erfolg versprechenden Typus gibt es einen Gegentypus, der keinen Erfolg verspricht.

Eine „Typenlehre“ macht folgende Voraussetzung: Man kann sein Äußeres und sein Auftreten verändern, schulen, verbessern. Sicherlich gibt es „Naturtalente“, die einfach sie selbst sind. Die brauchen dann allerdings keine Beratung. Alle anderen sollten folgendes beachten:

Archetyp – Gegentypus

Der Radikale – der Schreihals

Der Spirituelle – der Wahnhafte

Der Seriöse – der Bonze

Der Mann aus dem Volk – Otto Normal

Jeder muss aus diesen vier Typen denjenigen finden, der am Besten zu ihm passt und versuchen, die positiven Seiten dieses Typs herauszustreichen und die negativen Aspekte des Gegentypus zu vermeiden.

Der Radikale

Der Radikale darf ruhig Bomberjacke, Glatze, Tattoos oder andere Merkmale der rechten Jugend tragen. Er sollte das sogar. Er kann sich erlauben, Dinge anzusprechen, um die alle drei anderen Typen einen Bogen machen müssen, es kann sogar sein, dass er durch Meinungsdelikte erst seine Glaubwürdigkeit aufbaut. Er darf aber kein Trunkenbold oder Brüllhans sein, das geht nach hinten los, liefert dem Feind Munition. Ein intelligenter Radikaler, der seine Ansichten vertreten und Situationen logisch analysieren kann – auf so jemanden ist das System nicht vorbereitet. Deswegen ist der gewöhnliche Weg, solche Kameraden aus dem Weg zu räumen, dass Spitzel so lange eine Kamera draufhalten, bis der Radikale die falsche Hand in falscher Weise hebt oder anfängt über Opferzahlen zu philosophieren. Dann wird weggesperrt.

Zwar sind die Gummiparagraphen in der BRD schon ziemlich gummimäßig, und das System findet auch immer wieder Wege, private Veranstaltungen zu öffentlichen umzudichten, etc., aber vielleicht ist es ja auch für den Radikalen einsehbar, dass es ein paar wirklich große, rote Stoppschilder gibt, Dinge, die auf jeden Fall verfolgt und mit Knast geahndet werden. Wenn er es also nicht drauf anlegt, zu sitzen (z.B. aus Reputationsgründen), sollte er tunlichst in der Grauzone bleiben und vor allem die Hände immer am Glas und nicht in der Luft halten.

Wahrscheinlich wird der Radikale sich an ein Publikum wenden, das die maximale Provokation, die maximale Angriffshaltung gegenüber dem System von ihm erwartet. Er sollte schauen, welche nicht-strafbaren Bereiche es gibt, mit denen er dieses Bedürfnis des Publikums befriedigen kann. Vielleicht präsentiert er sich auch gar nicht als deutscher Nationalist, sondern als Rasserealist und umschifft so den ein oder anderen Paragraphen.

Auf keinen Fall darf ein Radikaler ein Suffkopp, Brüllaffe oder Adipöser mit mehr Kilos als IQ-Punkten sein. Dann ist er ein leichtes Opfer der Systemschergen und der Medien. Sie werden selbst den intelligentesten Radikalen versuchen genauso darzustellen, daher muss unser Mann sich hüten, auch nur einem einzigen Klischee zu entsprechen.

Beide Typen kommen in dem Film „American History X” vor. Edward Norton spielt den Anführer einer lokalen Skinhead Gruppe, der wortgewandt, überzeugend, hart, aber nicht ohne Herz ist. Ethan Suplee, Hollywoods Vorzeige-„White Trash” dagegen spielt einen saublöden, dauerbesoffenen „Vorzeige”-Brüllaffen.

Der Spirituelle

Dies ist der „Typ Kairos“, der nicht so sehr durch politische Analyse oder tatkräftiges Anpacken glänzt, sondern mehr durch eine tiefgründige Analyse der Volksseele. Zwar wirkt ein solcher Typus im politischen Alltagsgeschäft eher deplatziert, er hat aber als Redner und Wirkender durchaus seine Berechtigung, da er die Leute auf einer ganz anderen Ebene ansprechen kann. Von einem Politiker erwarten die Leute normalerweise, dass er ihre drängendsten Probleme löst. Nun erscheint aber eine Lösung unserer Probleme ohne spirituelle Grundierung nahezu ausgeschlossen. Wenn man einfach alle Türken ausweisen und sonst nichts verändern würde, dann hätten wir in wenigen Jahren wieder genau die gleichen Probleme und genau so viele Ausländer im Land wie heute. Die Mentalität der Menschen muss verändert werden, das geht nicht oder nur in geringem Maße durch Einsicht, sondern durch emotionale Ansprache.

Der Spirituelle darf aber nicht in einen religiösen Wahn verfallen, versuchen sein Glaubenssystem, seine Dogmen oder seine Auffassungen zu verbreiten. Er sollte versuchen, zur selbstständigen Benutzung der spirituellen Vernunft anzuleiten und die Freiheit des Gewissens und der Gedanken respektieren.

Horst Mahler verkörpert für mich beides – Archetyp und Gegentypus des Spirituellen. In seinen älteren Videos spricht er sehr klar und sympathisch, neuere Aussagen von ihm, wie sein offener Brief, den er mit „Liebe Kameradinnen und Kameraden” beginnt, zeugen für mich aber von einer gewissen Wahnhaftigkeit. Vor allem kann niemand erwarten, dass ein einfacher Mensch diese Gedanken noch versteht, und nicht jeder will erstmal zehn Semester Philosophie und Theologie studieren, bevor er in Glaubensfragen mitredet. Wenn Spiritualität die Bodenhaftung verliert, dann wird sie zur Farce.

Der Seriöse

Der dritte Typus ist der Seriöse. Er trägt einen teuren Anzug und ein gewinnendes Lächeln und ist der Typ „Verkäufer.“ Er ist der Typ, der einem ein technisches Gerät aufschwatzen kann, das man gar nicht braucht, nicht weil er so eine Krämerseele wäre, sondern weil er so viel über das Gerät weiß. Der Seriöse hantiert freihändig mit Zahlen und Statistiken und hat auf alles eine Antwort. Geschickt lässt er den Gegner erst Argumente anführen, um diese dann sachlich und mit empirischer Grundlage zu widerlegen.

Der Seriöse darf aber keine der Degenerationserscheinungen zeigen, für die unsere Volkszertreter so anfällig sind: Korruption, Bestechlichkeit, vorgebliches Allwissen bei tatsächlicher Nullahnung, fehlende Loyalität, Abgehobenheit, Unfähigkeit zu reden und zu begeistern – das sind alles Merkmale des Bonzen.

Der Mann aus dem Volk

Der vierte und letzte Typus ist der Mann aus dem Volk, der Typ Karlfried. Ein einfacher Mann, der keinen Universitätsabschluss braucht, um sich Gehör zu verschaffen, ein Mann, der weiß, wo die Probleme liegen und wie man sie anpacken muss. Jemand, der seinen Zuhörern nicht nach dem Mund redet, sondern aus der Seele spricht, jemand, der immer wieder Sätze wie „genauso sehe ich das auch, nur ich kann es nicht so gut sagen!“ zu hören kriegt. „Einer von uns!“ eben.

Er sollte aber nicht wie ein stinklangweiliger Otto Normal wirken, kein „Würstchen wie du und ich“ sein, sondern, jemand, den die Leute als ihnen ähnlich, aber doch überlegen empfinden.

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Für alle vier Typen gilt, dass ein sicheres und gepflegtes Auftreten ein Muss ist. Der Redner muss Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, wenn er Wut und Ärger signalisiert, darf er keinen „Schaum vorm Mund“ haben, sondern muss das Publikum mit seinen Emotionen anstecken (dazu mehr im 2. Teil). Selbst beim Radikalen sollte die Bomberjacke sauber sein und perfekt sitzen, wer redet, muss Vorbild sein. Körperlich sollte er auch nicht den Eindruck machen, dass das Reden allein oder der Weg zum Podium ihn schon anstrengt. Wobei auch jemand, der nicht die Muskeln von Arnie hat, Kraft ausstrahlen kann.

Es ist sehr wichtig, sich VOR der ersten Rede klar zu werden, welcher der Typen man, wenn man ein bisschen an sich arbeitet, werden kann und diese Arbeit auch zu investieren. Niemand will eine Rede von Fritz oder Kevin hören, die Leute wollen Archetypen sehen. Es ist nicht „unnatürlich“ oder gar hinterhältig, wenn man sich ein Image, ein Auftreten, antrainiert.

So wie man im Theater auf der Bühne auch alles übertreiben muss, damit es für das Publikum normal wirkt, muss ein Redner jeden Aspekt seiner Persönlichkeit, den er präsentieren möchte (elegant, nicht protzig) herausstreichen.

Fortsetzung: Rhetorik, Teil 2: Emotionen

Siehe auch „Unstoppable“ – Warum ich schreibe von Edmund Connelly (bezüglich Ethan Suplee und seine Filmrollen)

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