Die Feinde des freien Wortes – Interview mit Prof. Faurisson

Folgendes Interview mit dem Revisionisten Robert Faurisson wurde in der Dezemberausgabe 1989 der Zeitschrift Le choc du mois (S. 42-43) veröffentlicht. Aktuelle Relevanz kommt ihm u.a. wegen der darin enthaltenen Aussagen über das Ehepaar Klarsfeld zu, da Frau Klarsfeld gegenwärtig für das Amt des Bundespräsidenten in der BRD kandidiert. Entgegen unseren Gepflogenheiten verlinken wir das französische Original aus Rechtsgründen ausnahmsweise nicht. Auch mehrere gekennzeichnete Auslassungen sind diesem Hintergrund geschuldet. Übersetzung durch Sternbald (erstmals veröffentlicht auf „As der Schwerter“ sowie hier in Sternbalds „Archiv des Verbotenen Wissens“)

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Trotz des Attentats im September bleibt Professor Faurisson hartnäckig: „Um mich zum Schweigen zu bringen, muss man mich töten.“

Vichy, November 1989. Professor Faurisson hat sich noch nicht vollständig von dem äußerst brutalen Angriff, dessen Opfer er am 16. September dieses Jahres wurde, erholt. Trotzdem verfolgt er weiterhin mit großer Genauigkeit seine geschichtswissenschaftlichen Forschungen. Momentan beschäftigt er sich mit der jüngsten „vollständigen“ Ausgabe des Tagebuchs der Anne Frank. Er hat uns bei sich empfangen.

Le Choc du mois: Es handelt sich um die sechste gegen Sie verübte Gewalttat in elf Jahren. Wie fühlen sie sich?

Robert Faurisson: Ich fühle mich wie jemand, der nur knapp einem Lynchmord entkommen ist. Körperlich geht es mir schlecht, und ich werde eine weitere Operation meines rechten Beins über mich ergehen lassen müssen. Verglichen mit anderen Revisionisten bin ich allerdings noch glimpflich davongekommen. François Duprat wurde ermordet. Ein „Erinnerungskommando“ und eine revolutionäre jüdische Gruppe haben sich zu der Tat bekannt. Das Verbrechen wurde im Nachhinein von Patrice Chairoff gerechtfertigt, überdies von Dominique Calzi, einem Freund des Ehepaars Klarsfeld [1]. Auf Michel Caignet hat der Jude Yves Aziza ein Säureattentat verübt – den Täter ließ man entkommen. Unser Institut für revisionistische Studien in Los Angeles wurde im Juli 1984 bis auf die Grundmauern abgebrannt; am nächsten Morgen kamen Juden, um auf den Ruinen einen Freudentanz aufzuführen.

Offensichtlich bestehen Verbindungen zwischen meinen Angreifern, die mich ohne die Ankunft der drei Fischer sicherlich durch Fußtritte an den Kopf getötet hätten, und den jüdischen Milizen, die M. Joxe so am Herzen liegen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen die Aussage Mme Françoise Castros, der Frau von Laurent Fabius in Erinnerung rufen:

„Es handelt sich um eine Neuerung in der Politik: Die Linke hat jüdischen Milizen erlaubt, sich in Stadtvierteln in Paris zu etablieren, ebenso in Toulouse, Marseille und Straßburg. Sie pflegen regelmäßige Kontakte zum Innenministerium“ [2].

Ich hatte die Gelegenheit, diese Milizen im Dezember 1987 bei einem antirevisionistischen Kolloquium an der Sorbonne – wir wurden dort von Simone Veil als „Clowns“ und von Pierre Vidal-Naquet als „Exkremente“ beschimpft – bei der Arbeit zu beobachten. Die Polizei ließ diese Banden junger Juden gewähren. Zehn von ihnen haben einen Zwanzigjährigen in der Rue Saint-Jaques mit Fußtritten „massakriert“. Pierre Guillaume, Michel Sergent und ich wurden von einer anderen Gruppe angegriffen. Ein Sicherheitsmann hat einen der Angreifer festgenommen. Der Verantwortliche der Sicherheit hat sich aber geweigert, uns dessen Namen zu nennen und hat ihn wieder freigelassen, während er mich an meinem Mantel festhielt, um mich danach manu militari aus der Sorbonne zu schmeißen. Der Vorfall wurde weder polizeilich noch gerichtlich verfolgt.

In den mir bekannten Fällen von in ähnlichen Umständen durch Juden verübten Verbrechen oder Ordnungswidrigkeiten ist es niemals zu ernsthaften polizeilichen oder rechtlichen Maßnahmen gekommen, selbst wenn die Täter bekannt waren.

Ein besonders schockierender Fall ist der eines Mitglieds des INSERM [Institut de la santé et des recherches médicales], welches etwa sechzig Jahre alt ist – ich selbst bin sechzig Jahre alt. Diese Person wurde von einem Kollegen schwer verletzt, weil sie Revisionist ist; der Fall wurde ad acta gelegt, weil kein Straftatbestand festgestellt wurde.

Der Angriff auf mich am 16. September 1989 ist der sechste seit dem 20. November 1978, der an der Universität Lyon II stattfand: zwei Angriffe in Lyon, zwei in Paris und zwei in Vichy.

(Am selben Tag des Interviews entkam Prof. Faurisson einem versuchten Angriff in einer Bücherei in Vichy. Wir haben uns dies vor Ort bestätigen lassen, Anm. d. R.)

Choc: Sie sind also nicht überrascht?

R.F.: Überhaupt nicht. Wir Revisionisten waren uns von Beginn an bewusst, dass unser Engagement ein intellektuelles Abenteuer mit Risiken unterschiedlichster Art ist. Ich habe oft erklärt, dass ich zuversichtlich bezüglich des Revisionismus, aber pessimistisch bezüglich der Revisionisten bin. Es ist zu spät, um den Revisionismus zu stoppen; er hat den Schwung und die Kraft eines Naturereignisses erhalten. Diejenigen, die in der ersten Reihe stehen, werden aber einen hohen Preis zu zahlen haben.

–  Todesurteil –

Choc: Wer steckt Ihrer Meinung nach hinter dem Angriff auf Sie?

R.F.: Ich kann Ihnen nur sagen, dass mein erster Gedanke einem jungen Mann galt, den ich am Vorabend des Attentats zu meiner Überraschung in meinem Viertel vor dem Park bemerkte. Am 12. Juli 1987 hatte genau dieser Mann mich im Sportklub in Vichy brutal geschlagen.

Ich möchte vor allem die intellektuelle Verantwortung des Ehepaars Klarsfeld herausstreichen. Ein Beispiel: 1978 forderte Serge Klarsfeld vom Gericht in Köln die Verurteilung Kurt Lischkas. Ich zitiere Le Monde: „Und wenn das Gericht in Köln sich weigert, Lischka zu verurteilen?“ M. Klarsfeld antwortet ohne Umschweife: „Das wäre auf gewisse Weise gleichbedeutend mit seinem Todesurteil“” [3].

Hier sind einige Ausschnitte aus der Chicago Tribune (29 Juni 1986), die eine Idee davon geben, welche Mittel die Klarsfelds im Blick haben, wenn sie sich im Recht fühlen:

Beate Klarsfeld erzählt, wie sie mindestens drei alte Nazis solange terrorisiert hat, bis diese sich das Leben genommen haben oder gestorben sind; wie sie, in anderen Fällen, Entführungsversuche organisiert hat […]; eines Tages versuchte sie mit Freunden, Kurt Lischka zu entführen; […] Nachdem Ernst Ehlers durch von Klarsfeld organisierte Demonstrationen vor seinem Haus terrorisiert wurde, kündigte er zunächst seine Arbeit und nahm sich dann das Leben. […] „Im Falle Walter Rauchs belagerten wir sein Haus. Einige Fenster gingen zu Bruch. Wir zerrten ihn auf die Straße“, berichtet Klarsfeld. „Er ist einige Monate später gestorben. Ich bin glücklich darüber, da diese Leute, solange sie leben, eine Beleidung für ihre Opfer sind […]. Eines Tages setzte mein Mann Rauch eine Pistole an die Schläfe, um ihm zu zeigen, dass er ihn töten kann, aber er drückte nicht ab“, erzählt Beate.

In Life gestand Klarsfeld 1982, dass er einen Auftragsmörder engagiert hatte, um Barbie zu ermorden; es handelte sich um einen bolivianischen Sozialisten indischer Abstammung, der sich Juan Carlos nennen ließ [4]. Im Falle Alois Brunners, der sich nach Syrien geflüchtet hatte und fürchterlich durch Briefbomben verstümmelt wurde, „ist die Möglichkeit, ihn umbringen zu lassen, nicht ausgschlossen“. Und im Hinblick auf Le Pen: „Niemand hat sich wirklich Le Pen entgegengestellt. Damit er seine extremistischen Ansichten offen zeigt, hätte man einen Eklat provozieren müssen […]“ [5]. Seit dem 14. März 1989 ist Serge Klarsfeld Offizier des Ordre national du Mérite.

Choc: Glauben Sie nicht, dass Ihre Angreifer das auf eine diskretere und effektivere Weise geregelt hätten, wenn sie Sie wirklich hätten töten wollen?

R.F.: Das haben sie sich aufgespart. Am 16. September haben meine Angreifer die Mission gehabt, mich öffentlich zu „maßregeln“ mit dem Risiko, mich außer Gefecht zu setzen. Es lag ihnen wenig daran, zu wissen, ob ich möglicherweise herzkrank oder Diabetiker bin. Ich bitte Sie, mir zu glauben, dass mich die Fußtritte mit voller Kraft und ohne jede Rücksicht getroffen haben. Diese Methode wird häufig in Palästina praktiziert. Es ist das biblische Verfahren der Steinigung. Niemand kann sagen, welcher Stein oder welcher Fußtritt das Opfer letztendlich getötet hat. Der Vorteil besteht darin, dass die Sache im Falle einer Verhaftung und eines Prozesses auf eine Strafe wegen Körperverletzung hinauslaufen kann, und nicht wegen versuchten Mordes. Die von der Agence France-Presse publizierte Nachricht sollte glauben machen, es habe sich um eine bloße „Warnung an den Leugner Faurisson“ gehandelt.

–       Dialog unmöglich –

Choc: Haben Sie keine Angst, dass sich solche Vorfälle häufen könnten?

R.F.: Sie werden sich häufen: aufgrund der kriminellen Mittäterschaft der Massenmedien und weil bestimmte Teile des Judentums wegen der Fortschritte der Revisionisten in Rage geraten. […] Die Verantwortlichen der jüdischen Organisationen mögen vielleicht nicht wie die Klarsfelds oder dieser und jener israelische Botschaftsrat offen zu physischer Gewalt aufrufen, aber es ist leicht, die Gemüter zu erhitzen und damit Gerechtigkeitsfanatiker auf den Plan zu rufen.

Choc: Wäre es vorstellbar, dass diesen Gewalttätigkeiten, ebenso den verbalen wie den handgreiflichen, durch eine Konfrontation zwischen Ihnen und den jüdischen Intellektuellen ein Ende bereitet werden könnte?

R.F.: Seit langem schlagen wir Leuten eine öffentliche Debatte vor, die ihrerseits wahlweise nach dem Gericht, dem Gefängnis, dem Heim, dem Krankenhaus oder der Leichenhalle für uns schreien. Unsere Gegner verweigern jedes Gespräch mit uns Untermenschen oder Unpersonen, die wir in ihren Augen sind. Schauen Sie in die Annales d’histoire révisionniste: „Die Revisionisten schlagen eine öffentliche Debatte vor“ [6]. Vidal-Naquets Position war seit jeher diese: „Man muss über die Revisionisten reden… man spricht nicht mit Revisionisten“ [7].

Die einzigen Konfrontationen, die bisher zustandegekommen sind, waren eine 1979 im Fernsehen (italienisches Fernsehen der Schweiz) übertragene Debatte in Lugano, die mit einer vollständigen Niederlage der Holocaustorthodoxie endete, und die Prozesse gegen uns in Paris und Toronto. Im Rahmen der beiden Prozesse, die die jüdische Gemeinde in Toronto 1985 und 1988 gegen Ernst Zündel angestrengt hat, kam es zu einem spektakulären Debakel der Zeugen und der Sachverständigen der Anklage. Der wichtigste Zeuge, Rudolf Vrba, und der weltweit führende Experte, der Historiker Raul Hilberg, waren hilflos. Sie rechneten nicht damit, sich physikalisch, chemisch, topographisch, architektonisch und dokumentarisch belegten Argumenten stellen zu müssen. […]

–       Simone Veil in der Falle –

Choc: Glauben Sie an eine jüdische Verschwörung?

R.F.: Nein. Diese Idee einer Verschwörung ist mir immer kindisch vorgekommen. Ebenso wenig glaube ich an eine antijüdische Verschwörung. Es gibt Glaubensfragen. Nichts ist schwieriger, als gegen den Glauben anzukämpfen. Ich bin allerdings der Ansicht, dass es sehr wohl einen jüdischen Terrorismus gibt; er ist „wehklagend“; die Klagen übertönen den Lärm der Schläge und der Schreie seiner Opfer.

Choc: Sind Sie antijüdisch?

R.F.: Antijüdisch ist der, der die Juden hasst und von ihnen gehasst wird. Ich hasse sie nicht, aber leider muss ich zugeben, dass ich von der jüdischen Gemeinde umfassend gehasst werde, und sie geniert sich übrigens nicht, mir das auf allen möglichen Wegen mitzuteilen. In meinem eigenen Land werde ich als Palästinenser behandelt. Meine Schriften sind dementsprechend meine Steine, meine Intifada. Ich werde vor Gericht als Zeuge für Claude Autant-Lara aussagen und enthüllen, warum Simone Veil ihn nicht verklagen konnte. Die Presse hat darüber fabuliert, wie der Angriff gegen mich die jüdische Gemeinde gefährde […] und dass jene auf dieses neue Unglück gerne verzichtet hätte. Pierre Joxe hat reagiert, indem er im Innenministerium „eine neue Einheit für den Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus“ gegründet hat [8].

Choc: Was veranlasst Sie, dieses Abenteuer einzugehen, und warum halten Sie stand?

R.F.: Die Neugierde brachte mich dazu, die Wunder der magischen Gaskammer zu studieren. […] Sie gestattet es den Juden, die gesamte Welt anzuklagen; für sie gab es während des Zweiten Weltkriegs nur auf der einen Seite die Juden und auf der anderen Seite sämtliche Verantwortlichen: Hitler hat sie massakriert, und die anderen Verantwortlichen haben sich durch Schweigen und Unterlassung zu Komplizen gemacht (Roosevelt, Churchill, Stalin, Pius XII, das internationale Komitee des Roten Kreuzes etc.). […] Ich habe mich entschieden: „Ich werde eine Katze eine Katze nennen, und Elie Wiesel einen Betrüger.“ Ich habe meinen Überzeugungen entsprechend gehandelt. Auf gewisse Weise war das eine Bürgerpflicht für mich. Je mehr man mich zum Schweigen bringen wollte, umso mehr habe ich mich mit meinen schwachen Mitteln gewehrt. Um die Formulierung Pierre Guillaumes aufzugreifen: Ich kann Ihnen versichern, dass ich die Gaskammern zu meinem Glück nicht brauche. Im Gegenteil dazu muss ich aber leider feststellen, dass sie für das Glück vieler Juden und die Erzählung ihres Unglücks unverzichtbar sind. Um mich zum Schweigen zu bringen, wird man mich töten müssen. Es gibt viele Revisionisten, in Frankreich und im Ausland, die dann meinen Platz einnehmen werden.

Das Gespräch wurde von Christian Ville geführt.

 

Anmerkungen:

[1] Le Monde, 23 mars 1978, p. 7 et 26 avril 1978, p. 9.

[2] Le Monde, 7 mars 1986, p. 8.

[3] Le Monde, 24 juillet 1978, p. 4.

[4] Life, février 1985, p. 65.

[5] Le Soir [de Bruxelles], d’après Rivarol, 1er juillet 1988, p. 5.

[6] Annales d’histoire révisionniste, printemps 1988, p. 9-24. Dieser Text wurde in Band II der Ecrits révisionnistes (1974-1998) auf Seite 733 nachgedruckt.

[7] P. Vidal-Naquet, Les Assassins de la mémoire, Paris, La Découverte, 1987, p. 10.

[8] Le Monde, 6 octobre 1989, p. 15.

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