Moderne Armbrüste

Der Autor beim Probeschießen mit dem Horton-Armbrustmodell „Hunter“

Der Autor beim Probeschießen mit dem Horton-Armbrustmodell „Hunter“

Von Laszlo Tolvaj, aus Heft 7-8-1991 des „Internationalen Waffen-Magazins“.

Dacron statt Hanf, Kunststoff und Aluminium statt Holz und Eisen – Wilhelm Tell würde staunen, was heute aus der Armbrust geworden ist. Er würde sich aber auch wundern, was für Leistungen die heutigen Armbrüste zu bieten haben. Hinsichtlich Präzision und Energie gleichen sie sich den Feuerwaffen an.

Mit diesem Artikel wollen wir uns nicht mit den 12.000 Schweizer Armbrustschützen anlegen, die in rund 140 Vereinen Brauchtum, Geselligkeit und Treffsicherheit pflegen. Technische Verbesserungen am Material, abweichende Schießdisziplinen oder moderne Trainingsmethoden sind ihnen von vornherein suspekt. Das Bolzenverschießen auf 10 und 30 Meter ist für sie das einzig Wahre. Am besten unter einem schützenden Dach, Bier und Stumpen in Griffnähe. Das Räderwerk moderner Compound-Armbrüste grenzt bei ihnen an ein Sakrileg, Tell würde sich im Grabe umdrehen.

Daneben gibt es aber noch die Tüftler, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln noch bessere, schnellere, stärkere und treffsicherere Armbrüste haben wollen. Auch wenn das Ding eher aussieht wie ein aufpoliertes Kunstwerk von Tinguely und in nichts mehr an die zwei zum Kreuz zusammengebundenen Holzstücke erinnert, die eine rechte Armbrust ausmachen. Mit solchen Maschinen versucht dann der eine oder andere, einen neuen Weitschußweltrekord aufzustellen oder Bären zu erlegen.

Versöhnen wir uns für einen kurzen Moment und schauen uns eine Auswahl dessen an, was im Jubeljahr der Eidgenossenschaft an modernen Armbrüsten angeboten wird. Matcharmbrüste, Dekorationsmodelle und Spielzeugwaffen wollen wir hierbei ausklammern.

Betrachtet man die Herstellerliste, kommt man schnell zum Schluß, daß die Schweiz die Armbrust nicht für sich allein gepachtet hat. Barnett (Großbritannien), Horton, Jennings und PSE (alle USA) heißen die wichtigsten Vertreter der Armbrusterzunft. Lothar Walther wäre da noch zu nennen, oder Marcel Burri, der einzige Eidgenosse in der Runde. Seine Armbrüste hat das IWM schon mehrmals vorgestellt.

Einsteiger-Waffe

Für unsere Umschau wählten wir stellvertretend einige Horton-Armbrüste. Die Amerikaner bieten nicht nur ein breites Sortiment an, sondern verfügen auch über das notwendige Know-how und die Innovationsfreude, um zuverlässige und unserer Epoche angepaßte Armbrüste herzustellen.

Für Anfänger und Liebhaber traditioneller Armbrüste ist das Modell „Stag“ wohl am besten geeignet. Mit seinem schlichten Recurve-Bogen und der offenen Visierung kommt es noch am ehesten an die alten Vorbilder heran, obwohl das übrige Design und vor allem die Werkstoffe mit denen der antiken Armbrüste nicht mehr vieles gemeinsam haben.

An die Stelle des Holzprügels, der normalerweise Säule und Schaft bildet, ist ein schlankes, schwarzes Kunststoffteil getreten, das zwecks Gewichtsersparnis im Schaftbereich noch zusätzlich „skelettiert“ ist. Die Verwendung von Kunststoff (in diesem Falle Polypropylen) ist übrigens konsequent. Metallischen Ursprungs sind nur noch die Schrauben, das Abzugssystem, der Steigbügel, das Bogenmittelstück sowie der Zielstachel. Die Wurfarme, Korn- und Visierträger samt Visier sind allesamt aus Kunststoff, die Sehne aus Dacron.

Vorbehalte gegen eine solche „Plastikwaffe“ sind verständlich, sollten sich jedoch nur auf das Ästhetische beziehen. Über den Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten. Von der Stabilität, der Dauerhaftigkeit und der Pflegeleichtigkeit her betrachtet sind alle Einwände unbegründet. Da kann sich nichts verziehen, es bekommt im Alter keine Sprünge und braucht nie abgerieben zu werden. Einzig die Pfeilbahn verlangt nach einem Gleitmittel, damit die Sehne mit möglichst wenig Widerstand darüberflutschen kann.

Die etwas rauhe Materialoberfläche fühlt sich recht sympathisch an, und bei großer Kälte ergibt sich nie die Gefahr des Anfrierens wie bei Metallteilen.

Neben der Gewichtseinsparung hat der Kunststoffschaft noch zwei wichtige Vorteile. Erstens wird der Fabrikationsvorgang dieses komplizierten Teils wesentlich erleichtert, was sich nicht zuletzt auch auf den Verkaufspreis auswirkt. Zweitens kann auf den Einbau einer speziellen Pfeilbahn verzichtet werden, da das Material einerseits genug Abriebresistenz aufweist, andererseits aber auch über die nötige Gleiteigenschaft für Pfeil und Sehne verfügt.

Unsere Testversion war mit einem einfachen Lochvisier ausgerüstet. Dieses ist natürlich auch ein Kunststoffteil, das sich einfach auf den Visierträger aufschieben läßt und ohne Verschraubung oder Leim an Ort und Stelle bleibt. Mit etwas Murks kann dieses „Peep Sight“ abgezogen und gegen das „Military V Sight“ ausgetauscht werden. Beide sind fix und können nicht verstellt werden.

Gekrümmte Flugbahn der Pfeile

Die Treffpunktlage wird am Zielstachel eingestellt. Da der Kornträger mehr als nur diesen einen Stachel aufnehmen kann, empfiehlt es sich von Anfang an, je nach maximaler Schußdistanz, noch zwei bis vier weitere „Pins“ anzuschaffen und auf Distanzen von 10, 20, 30 Meter einzuschießen. Armbrustpfeile folgen nämlich einer ziemlich gekrümmten Flugbahn. Was auf 10 Meter noch im Schwarzen sitzt, findet sich auf 40 Meter im Grünen. Sauber eingeschossen und mit einer korrekten Distanzschätzung im Gelände sollten jedoch solche Malheurs nicht passieren.

Vom Anbringen eines Zielfernrohrs an der „Stag“ ist abzuraten, falls auf unterschiedliche Entfernungen geschossen werden soll. Denn entweder ist der Verstellbereich des Rohres zu gering, oder der Schütze verliert sich in der ständigen Schrauberei und findet sich zuletzt in der Höhe überhaupt nicht mehr zurecht.

Starke Horton „Supermag“ mit Compoundbogen (links), schwächere „Stag“ mit Recurvebogen. In den Kornträgern ist jeweils ein Zielstachel eingeschraubt.

Starke Horton „Supermag“ mit Compoundbogen (links), schwächere „Stag“ mit Recurvebogen. In den Kornträgern ist jeweils ein Zielstachel eingeschraubt.

Beim Spannen der Sehne kommt dem Schützen der Steigbügel vor dem Bogen sehr gelegen. 150 amerikanische Pfunde (68 kg) in der Magengegend werden nach mehreren Schüssen auch für trainierte Leute zur Qual, mit Hilfe des Bügels gestaltet sich die Spannerei hingegen zur lockeren Fitneßübung.

Die „Stag“-Armbrust läßt sich interessanterweise nur im ungesicherten Zustand spannen. Die Sehne rückt in der hintersten Position den Sicherungsmechanismus automatisch ein, worauf der Sehnenhalter einrastet und die Sehne festhält. Danach wird der Pfeil auf die Bahn gelegt und unter der geschwungenen Festhaltefeder ganz nach hinten geschoben. Durch Vorschieben des beidseitigen Sicherungshebels (die Armbrust ist für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen geeignet) ist die Waffe schußbereit. Der Abzug bricht ohne Druckpunkt und Kriechen bei rund 2 kg, eine Charakteristik, die der Armbrust gut entspricht.

Keine absolut geräuschlose Waffe

Der Abschuß ist, entgegen oft zitierter Meinung, nicht vollständig geräuschlos. Schließlich wird doch einiges an Masse in Bewegung versetzt, und die Sehne verhält sich auch nicht anders als eine vibrierende, stark gedämpfte Gitarrensaite. Verglichen mit einer Feuerwaffe ist die Geräuschentwicklung natürlich vernachlässigbar, so daß auch im häuslichen Garten geschossen werden kann, ohne die Nachbarschaft zu ärgern. In diesem Falle sind aber strenge Sicherheitsmaßnahmen gegen durchschlagende oder abprallende Pfeile vorzukehren.

Von der Wirkung her hat man es bei dieser Kategorie von Armbrüsten mit Jagdwaffen zu tun, die allerschwerste Verletzungen verursachen können.

Compound- statt Recurve-Bogen

Die „Stag“-Armbrust bringt mit ihrem 150-Pfund-Bogen 68,8 m/s Pfeilgeschwindigkeit. Wer es schneller und damit auch gestreckter haben will, muß zum Compound-Bogen greifen. In dieser Konfiguration heißt die „Stag“ nun „Supermag“, ist rund 70 Gramm schwerer und 210 Franken teurer. Obwohl das Zuggewicht auch hier 150 Pfund beträgt, erreicht derselbe Pfeil dank dem Rollensystem eine um 13 Prozent höhere Anfangsgeschwindigkeit (78,1 m/s).

Ein weiterer Vorteil ist die um 16,5 cm geringere Spannweite der Compound-Armbrust. Wer mit beiden Systemen schießen möchte, muß nicht auch beide Waffen kaufen. Durch Lösen einer einzigen Schraube läßt sich der Bogen von der Säule lösen und innert Minuten austauschen. Diese Übung ist nicht bloß als umsatzsteigernde Maßnahme des Herstellers gedacht, sondern auch dort sinnvoll, wo einerseits nur Scheiben mit reduzierter Kraft beschossen werden, andererseits eine führige und kräftige Jagdwaffe zur Verfügung stehen soll.

Eine Klasse höher ist das Modell „Hunter“ einzuordnen. Als erstes fällt natürlich die tarnfarbene Kriegsbemalung auf. Diese macht auf der Jagd durchaus Sinn, wenn man sich einem Tier auf 30 bis 60 Meter nähern will. Die beiden Umlenkrollen und die Pfeilbahn sind beim „Hunter“ ebenfalls auf stärkere Belastung ausgelegt und aus Aluminium. Der Sehnenweg ist gegenüber den vorbesprochenen Modellen um gut einen Zentimeter verlängert worden, was sich in einer nochmaligen Geschwindigkeitszunahme auf 81,6 m/s niederschlägt (mit dem gleichen Pfeil geschossen).

 Horton-Jagdarmbrust „Hunter“ mit Schaft und Bogenarmen in Tarnfarbe.

Horton-Jagdarmbrust „Hunter“ mit Schaft und Bogenarmen in Tarnfarbe.

Eine ausgezeichnete Zielhilfe ist die „Dial-A-Range“ genannte, vertikale Verstellmöglichkeit des Visierträgers. Oberhalb des Daumenloches ist beidseitig ein Drehknopf angebracht, der in zehn Positionen einrastet und den Visierträger dementsprechend neigt. Mit den Testpfeilen stimmten die Stellungen ziemlich genau mit den Abständen in 10-Meter-Schritten überein, so daß im Feld sehr rasch auf die gewünschte Schußentfernung eingestellt werden kann. Diese zufällige Übereinstimmung entfällt natürlich, wenn andere Pfeile verschossen werden. Dann hilft nur noch eine kleine Tabelle, die man entweder auswendig lernt oder an den Schaft anklebt.

Dial-A-Range

Mit dem Dial-A-Range erübrigen sich die verschiedenen Zielstachel, und für die Jagd eignet sich ein Zielfernrohr sowieso besser. Das montierte Kurz-ZF mit der 2,5fachen Vergrößerung ist ideal, da es nicht viel wiegt und für die beschränkte Einsatzdistanz nicht zu stark vergrößert.

Noch eine Spur aufwendiger ist die „Sportsman“ gebaut. Vor allem durch den Holzschaft bekommt die Armbrust ein gediegenes Aussehen. Der Abzug wird von einem Bügel umschlossen und ist nach hinten nicht offen, wie bei den anderen Modellen. Schönheit hat allerdings auch ihren Preis: mit 3,6 kg war die „Sportsman“ die schwerste Testwaffe. Die Pfeilgeschwindigkeit differiert mit 81,1 m/s nur unwesentlich von der der „Hunter“, was aber nicht erstaunt, stimmen doch Spannweite, Auszugslänge und Zuggewicht 100%ig überein.

Die Präzision dieser Armbrüste kann sich sehen lassen. Auf Kurzdistanz liegt Pfeil auf Pfeil, was das Ego zwar hebt, die Brieftasche jedoch schmälert. Auf 30 Meter sind die drei Pfeile immer noch in Bierdeckelgröße beisammen. Dies entspricht natürlich nicht der Präzision einer viel teureren Matcharmbrust, genügt jagdlichen Erfordernissen jedoch vollkommen.

Die Pfeile sind übrigens eine Hausmarke der Firma Armbrust-Sport S.A., die Horton in der Schweiz vertritt. Normalerweise werden 2217er oder 2219er Pfeile empfohlen (22 Hundertstel Zoll im Durchmesser und 17 bzw. 19 Tausendstel Zoll Wandstärke). Durch umfangreiche Versuche ist man jedoch auf die zwar schwächeren 2213er gekommen, die durch Verkürzen auf 43 cm ihre angestrebte Stabilität wieder erhalten. Der kürzere und in der Wandstärke dünnere Pfeil wiegt nur noch 20,8 Gramm samt Spitze und Federn, was sich durch eine spürbar gestrecktere Flugbahn bezahlt macht.

Obwohl vielfach von der Jagd die Rede war, werden diese Armbrüste in unseren Gegenden natürlich nur für das Scheibenschießen eingesetzt. Um dennoch von den festen Standeinrichtungen wegzukommen, hat man vor einigen Jahren die Disziplin „Feldarmbrust“ eingeführt, wobei herkömmliche Bogenscheiben auf 30, 45 und 60 Meter beschossen werden. 1990 fand in Portugal sogar eine WM statt, mit Teilnehmern aus 25 Nationen.

Familienarmbrust

Wem das Ziehen von 150 Pfund zuviel Mühe bereitet und der nötige Platz für angemessene Schußdistanzen nicht zur Verfügung steht, kann mit der „Combi-Tell“ genannten Armbrust im Keller oder Partyraum glücklich werden. Die Armbrust läßt sich ohne Mühe spannen. Das Ringkorn und das Lochvisier (leider in einem unansehnlichen, klobigen Kasten) lassen im Zusammenhang mit dem Druckpunktabzug ein präzises Zielen und Treffen zu. Geschossen wird auf 3 Meter auf kleine, spezielle Scheiben, die auf einem Holzbrett befestigt werden. Der Zehnerring weist bloß einen Durchmesser von 7 mm auf, so daß selbst auf diese Kurzdistanz einiges an Spannung im familiären Schießwettbewerb aufkommen kann.

Die Armbrust ist aber alles andere als ein Spielzeug. Die aufwendige Fertigung beschränkt sich nicht allein auf den schönen Holzschaft. Der Aluminiumbolzen wird in einer Messingschiene geführt, wobei die Sehne nicht direkt am Bolzen anliegt. Die Kraft wird mittels eines Sehnenschlittens übertragen, der auf seiner Unterseite eine kleine Kerbe aufweist, in welche die Rückhaltekralle eingreifen kann. Durch diese für eine Armbrust ungewöhnliche Mechanik wird jedoch eine saubere Abzugscharakteristik garantiert, was natürlich die Präzision fördert.

Präzises Schießen ohne große Platzansprüche

Im eidgenössischen Jubeljahr 1991 wird die „Combi-Tell“ des öftern auch bei öffentlichen Veranstaltungen anzutreffen sein. Daneben eignet sie sich gut für das Wintertraining der Gewehrschützen: auf kleinstem Raum und mit wenig Aufwand kann die Abzugtechnik verfeinert und verbessert werden. Denn durch die relativ langsame Schußentwicklungszeit zwingt die Armbrust zum sauberen Abziehen und langen Nachhalten, soll der Apfel auch getroffen werden…

 Diverse Armbrustpfeile: oben links und rechts Jagdpfeile, in der Mitte Alubolzen für die „Combi-Tell“.

Diverse Armbrustpfeile: oben links und rechts Jagdpfeile, in der Mitte Alubolzen für die „Combi-Tell“.

* * * Ende des IWM-Artikels von Laszlo Tolvaj * * *

ERGÄNZUNG VON CERNUNNOS:

Dies ist ja schon ein recht alter Artikel, gibt aber immerhin gute Einblicke in die Technik moderner Jagd- und Feldarmbrüste und das Schießen mit ihnen. Manche davon, z. b. die Horton „Hunter“, sind auch heute noch erhältlich. Mir ist es bei diesem Artikel hauptsächlich darum gegangen, Jagd- und Feldarmbrüste moderner Bauweisen als Möglichkeit vorzustellen, sich für Verteidigungszwecke (als Hauswaffe oder für eventuelle zukünftige Binnenkriegssituationen gegen südländische „Europabereicherer“) eine wirksame, erwerbsscheinfreie und nicht registrierungspflichtige Schußwaffe anzuschaffen. Um eine ungefähre Vorstellung davon zu geben, was heute in diesem Bereich auf dem Markt ist und mit welchen Preisen man rechnen muß, füge ich nachfolgend ein paar Scans aus dem Frankonia-Katalog 2013/2014 an, einschließlich der kurzen Produktbeschreibungen daraus (wer sich nach diesem Beitrag näher für den Kauf einer Armbrust interessiert, kann sich im Fachhandel ausführlicher informieren lassen und/oder das Internet konsultieren):

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6) Recurve-Armbrust-Set Recros Zuggewicht 68 kg (150 lbs), Pfeilgeschwindigkeiten bis zu 73 m/s möglich. Armbrust verfügt über ein eingebautes ADF-Sicherheitssystem (Anti-Dry-Fire) und darf deshalb nur mit Pfeilen mit Halbmond geschossen werden. Set inklusive Spannhilfe, Diopter, Leuchtpunktvisier 1×30 3-DOT und 10 Pfeilen (Pfeillänge 43 cm/17“). Maße: 89 x 74 cm, Gewicht ca. 2,5 kg

Ersatzpfeil für Recros Aluminium (Pfeillänge 50,8 cm / 20“): € 11,95

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7) PSE Compound-Armbrust-Set Enigma Dank der neuesten PSE-Technologie sind lediglich 150 lbs (68 kg) Zuggewicht nötig, um die hohe Pfeilgeschwindigkeit von 107 m/s zu erreichen. Ausgestattet mit x-Tech-Wurfarmen, Präzisionsrollen und verstellbarem Armbrustschaft. Komplett mit Zielfernrohr 4×32 L-Scope mit Montage, Spannschnur, Tragegurt, Montageköcher mit 4 Pfeilen, Pfeilziehhilfe und ungefülltem Scheibensack. Maße: 103 – 114 x 51 cm, Gewicht ca. 3,9 kg

Ersatzpfeil für Enigma Aluminium (Pfeillänge 55,8 cm / 22“): € 11,95

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8) PSE Archery Compound-Armbrust-Set Smoke Zuggewicht 82 kg (180 lbs). Individualität pur durch die längenverstellbare Schulterstütze des Schaftes und eine abklappbare Handhalterung. Für Pfeile der Länge 50,8 cm (20“). Komplett mit Zielfernrohr 4×32, Tragegurt, Montageköcher mit 4 Pfeilen, Spannhilfe und Rail-Lube-Stick. Maße: 93 – 102 x 62 cm, Gewicht 4,2 kg.

8-compound-armbrust-yustar-175

9) YUSTAR 175 Compound-Armbrust Zuggewicht 80 kg (175 lbs). Lochschaft und Wurfarme komplett in Carbon-Optik. Compound-System erlaubt Pfeilgeschwindigkeiten bis zu 97 m/s. Diopter-Visierung. Verwendung von Halbmondpfeilen. Die Halbmondkerbe muß die gespannte Sehne im Schloß berühren. Inklusive Zielfernrohr Mult-A-Range, Montageteilen, Spannhilfe, Armbrustköcher mit 4 Pfeilen und Transporttasche Maße: 91 x 68 cm, Gewicht 3,6 kg

* * * Ende des Katalogauszugs * * *

Das „Mult-A-Range“ der YUSTAR-Armbrust dürfte eine ähnliche Schnellverstellmöglichkeit für das Zielfernrohr sein wie das oben im Artikel beschriebene Dial-A-Range der Horton Hunter. Wenn man sich für ein konkretes Modell interessiert, ist es wichtig, sich über die Möglichkeiten zur schnellen Visierverstellung zu informieren. Armbrust-Zielfernrohre sollten keine zu starke Vergrößerung haben, um auf die geringen Distanzen ein ausreichend großes Sichtfeld zu bieten. Sie haben einerseits den Vorteil, daß man das Ziel nicht nur näher, sondern auch schärfer sieht (weil das Auge sich nicht auf den Zielstachel zu fokussieren braucht – vor allem ältere Augen tun sich da schon schwer), aber andererseits kann einem in Verteidigungssituationen auf armbrustgemäße Entfernungen selbst für das Verstellen eines Dial-a-Range-ZF leicht die Zeit fehlen; mehrere Zielstachel bieten hier die Möglichkeit, ohne irgendwelche Manipulationen an der Visierung sofort über denjenigen zu zielen, der für die jeweilige Distanz paßt. Ansonsten muß man die Waffe eben auf ca. zwei Drittel der maximalen Einsatzdistanz einschießen, die man sich zutraut (oder halt auf die Entfernung, die einem für das normale Scheibenschießen zur Verfügung steht) und ausprobieren, wieviel man auf andere Entfernungen drunter- oder drüberhalten muß. Wenigstens hat der wirksame Trefferbereich eines Mannziels normalerweise eine größere vertikale Ausdehnung, sodaß mäßige Höhenabweichungen sich nicht gravierend auswirken. Übung im Entfernungsschätzen im Gelände ist auf jeden Fall wichtig.

Für Verteidigungszwecke sind Jagdpfeile mit ihren breiten, schneidenbewehrten Spitzen vorzuziehen, um eine stärkere und schnellere Wirkung beim Gegner zu erzielen. Diese darf man sich ohnehin nicht so unmittelbar vorstellen, wie das in Westernfilmen oft gezeigt wird, wo Leute nach dem Treffer eines Indianerpfeils sofort umfallen. Man müßte sich also informieren, ob solche Jagdpfeile oder bei Pfeilen mit austauschbaren Spitzen eben Jagdspitzen beschafft werden können.

Wie Laszlo Tolvaj oben im Artikel schreibt, hat man mit Armbrüsten im Gegensatz zu anderen Schußwaffen gute Möglichkeiten zum Üben im privaten Umfeld, solange sichergestellt ist, daß keine Pfeile auf Nachbargrundstücke fliegen. Eventuell kann man auch einen Bauern fragen, ob man auf einem Bereich seines Grundes schießen kann, wo es nicht stört und wo auch kein übereifriger Jägersmann argwöhnen kann, man wollte mit der Armbrust womöglich wildern.

Für dieses Übungsschießen braucht man eine Zielscheibe bzw. Zielscheibenbasis, an die man diverse Papierscheiben heften kann. Als Beispiel dafür füge ich hier wieder ein Bild aus dem Frankonia-Katalog 2013/2104 samt der Produktangabe daraus an:

9-armbrustscheibe

Profi-Zielscheibe, für Compoundbogen und Armbruste. Aus besonders dichtgepresstem Stroh. Auf Turnieren international seit Jahren bestens bewährt. Hält auch schwere Jagdpfeile aus. Durchmesser 80 cm, 7 cm stark, 18 kg. € 149,00 Holzständer, massiv. € 55,00

Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, daß bei bewaffneter – und noch dazu erfolgreicher – Selbstverteidigung im Rahmen unserer heutigen Systemjustiz mit gravierenden Rechtsfolgen zu rechnen ist. Solange dieses Unrechtssystem noch besteht, muß jeder Angegriffene selber abwägen, welche Gefahr er mehr fürchtet – die vom Angreifer oder die von den staatlich bezahlten Verbrechern. In einem Binnenkriegsszenario wären solche Erwägungen aber hinfällig.

Als nachträgliche Ergänzung bringe ich noch Auszüge aus einem IWM-Artikel von Laszjo Tolvaj über ein weiteres Armbrustmodell, die Barnett Delta Storm (IWM 8-9/1993). Nur Auszüge deshalb, weil diese Armbrust nicht mehr hergestellt wird und andererseits auch laut diesem Forenaustausch auf CO2air.de nicht so empfehlenswert ist. Laszlo Tolvajs Artikel enthält aber (neben ein paar Bestätigungen der im oben verlinkten Forum angebrachten Kritikpunkte) auch beachtenswerte allgemeine Informationen zum Armbrustschießen:

Barnetts „Delta Storm“

Durch Zusammenschieben und Beiklappen wird aus der „Delta Storm“ ein handliches Paket gemacht.

Durch Zusammenschieben und Beiklappen wird aus der „Delta Storm“ ein handliches Paket gemacht.

Der größte Unterschied, das wird man spätestens nach fünf Minuten merken, sind ihre beiklappbaren Wurfarme. Was bei der Konkurrenz mehr oder weniger fix an der Säule befestigt ist, läßt sich bei diesem neuesten Produkt aus dem Barnett-Stall mit einigen Handgriffen aufklappen.

Und dies nicht etwa, um damit irgendwo klammheimlich meucheln oder wildern zu können, sondern um dem gepäckgestreßten Jet-Setter ein Sportgerät zur Verfügung zu stellen, das er so zusammenklappen kann, daß es in einem normalen Koffer Platz hat. Denn heute schreit schon alles nach mehr Kompaktheit, vom Auto über die Skis bis zur Zahnbürste und den Massagestab. Warum darf dann eine Armbrust zwecks einfacheren Transports nicht auch etwas vernünftigere Außenmaße aufweisen?

Denn kompakt ist die „Delta Storm“ nur während der Transportphase. Dann mißt sie rund 52 cm in der Länge und 15 cm an ihrer breitesten Stelle. Wer nun am Ziel seiner Reise angekommen ist und mit dem Ding schießen möchte, kann dies nicht gleich subito. Ein Schlüssel, mindestens ein paar Minuten Zeit und etwas Kraftanstrengung werden schon benötigt, um die „Delta Storm“ schußbereit zu machen. Nichts also für Terroristen oder Wilderer, wo alles ruckzuck gehen muß.

Stufenweise Aufbau

Für den Aufbau werden zunächst die Wurfarme auseinandergefaltet und mit dem Steigbügel, der ebenfalls nach vorn geschwenkt wird, in ihrer Lage festgehalten. Das Ganze wird nun noch von links und rechts je mit einer Inbusschraube fixiert, denn beim Spannen der Armbrust sollten die Wurfarme nicht gleich wieder schlapp nach hinten klappen. Dann wird die Schulterstütze ausgezogen und in der dem Schützen angepaßten Länge ebenfalls festgemacht, diesmal mit je einer großkopfigen Schraube, die sich ohne Werkzeug anziehen läßt.

Das Spannen der „Delta Storm“ ist bei der benötigten Zugkraft von 150 lbs / 68 kg nicht eben kinderleicht.

Das Spannen der „Delta Storm“ ist bei der benötigten Zugkraft von 150 lbs / 68 kg nicht eben kinderleicht.

Der größte Kraftakt wird beim Aufziehen der Sehne verlangt. Zu diesem Zweck wird zuerst die längere Hilfssehne über die beiden Enden der Wurfarme geschoben. Dazu müssen die Wurfarme jedoch bereits ein wenig gebogen werden, was viele Anfänger schon vor beträchtliche Probleme stellt.

Ist die Hilfssehne endlich angebracht, wird die Armbrust zum ersten Mal gespannt. Dies natürlich noch nicht mit voller Kraft, weil ja die Hilfssehne länger ist als die richtige. Deren Enden werden nun durch die Ösen der Hilfssehne geschoben und ebenfalls in die Kerben der Wurfarme gehängt. Jetzt darf entsichert und abgedrückt werden, natürlich ohne Pfeil! Dabei kommt die Hauptsehne in ihre endgültige Position, gleichzeitig spickt es die Hilfssehne weg. Kompliziert? Mitnichten! Und sonst gilt immer noch: Übung macht den Meister… Zudem wird der ganze Vorgang in Wort (englisch) und Bild in der Betriebsanleitung erklärt.

Dort steht übrigens auch, daß die Sehne nach jedem fünften Schuß gewachst werden sollte. Tun Sie es, sie dankt es Ihnen mit einem längeren Leben. Leider steht dort nicht, daß man die Sehne verdrehen sollte (vier bis fünf Umdrehungen), auch dies wirkt lebensverlängernd und präzisionsfördernd.

Wer es soweit geschafft hat, ist bereit für den ersten Schuß. Aber bitte nicht auf einen Baumstamm oder Großmutters Kommode. Erstens lieben weder Bäume noch Möbel solch rohe Gewalt, und zweitens verabschieden sich die Pfeile meist bei dem ersten Versuch, sie per Beißzange aus dem „Zielmedium“ zu entfernen.

Als Scheibenmaterial ist unbedingt Etafoam oder ähnliches einzusetzen, in einer Dicke von 20 cm oder mehr, falls man die Pfeile mehrmals zu verwenden gedenkt. Bei der Schußweite erachte ich 30 bis 40 Meter als obere Grenze. Darüber hinaus wird die Streuung zu groß (vor allem, wenn die Pfeile nicht mehr absolut gerade sind), zudem fällt der Pfeil bei diesen Distanzen schon um ein anständiges Stück. Verändert man den Abstand zur Scheibe nur um wenige Meter, ohne das Visier zu korrigieren, ist ein Fehlschuß praktisch vorprogrammiert. Und bei jedem verlorenen oder beschädigten Pfeil ist man dann zwei Kinokarten ärmer!

Das Visier läßt sich, wie bei solchen Armbrüsten üblich, in einem recht großen Höhenbereich verstellen. Leider aber ohne irgendwelche Anhaltspunkte, so daß man bei jeder Entfernungsänderung mitzählen (und mitdrehen) oder neu einschießen muß. Die Frage, ob das Schießen mit dieser Art von Armbrust angenehm sei, läßt sich nicht so ohne weiteres beantworten, schließlich wollen bei jedem Spannen 150 Pfund (rund 68 kg) überwunden werden. Natürlich ohne Hilfsmittel, vom Steigbügel abgesehen, mit dem die Armbrust am Boden festgehalten wird. Trainierte Bizepse sind dabei sicher von Vorteil, und auch dann empfiehlt es sich, vorher den Körper etwas aufzuwärmen, will man sich nicht gleich einen Muskelriß holen.

Ausreichende Leistung

Der Abschuß selbst ist nicht unangenehm. Ein Rückstoß ist kaum feststellbar, und es wäre auch übertrieben, von Lärm zu sprechen. Die Sehne gibt dem 350 grs / 22,7 g schweren Pfeil eine V0 von 68 m/s was für Mensch und Tier durchaus tödlich sein kann. Wer aber gleich von einer Wilderer- oder Meuchelmörderwaffe spricht, versteht von der Materie überhaupt nichts. Denn so umständlich wie die „Delta Storm“ ist keine andere Waffe vom transportfähigen in einen schußbereiten Zustand zu versetzen.

* * *

(Gefunden: hier auf „Cernunnos‘ Insel“)

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