Der freie Markt und Einwanderung: Zwei Gedankenspiele

„Wenn das gut für die Wirtschaft ist – dann brauchen wir eine neue Wirtschaft“

„Wenn das gut für die Wirtschaft ist – dann brauchen wir eine neue Wirtschaft“

Von Ted Sallis; Original: The Free Market & Immigration: Two Thought Experiments, erschienen am 16. Oktober 2014 auf Counter-Currents Publishing.

Übersetzung: Osimandia

 

Wie wir wissen, erzählen uns diese Befürworter des freien Marktes, dass Nationen mit geringer Geburtenrate ausländische Einwanderung brauchen, und zwar aufgrund von „Arbeitskräftemangel” (obwohl Spanien und die USA hohe Arbeitslosigkeit gekoppelt mit umfangreicher Einwanderung haben), oder dem Bedarf nach „höherer Produktivität und Wirtschaftswachstum” (obwohl viele Einwanderer schlecht ausgebildet sind und von Sozialhilfe leben, und selbst dann, wenn sie gut qualifiziert sind, dazu neigen, Nettoverbraucher von Sozialleistungen zu sein) , oder dem Bedarf nach „jüngeren Arbeitnehmern, um für die Rentenzahlungen der älter werdenden oder im Ruhestand befindlichen Einheimischen aufzukommen” (als ob junge Nichtweiße, wenn sie an Macht gewinnen, freudig für die Versorgung von altem weißem Volk, das sie hassen, zahlen würden).

Darüberhinaus kann man durchaus auch in Frage stellen, ob Gegnerschaft gegen Masseneinwanderung von einem wirtschaftlichen  Standpunkt – dem wirtschaftlichen Standpunkt der Einheimischen – aus gesehen überhaupt unvernünftig ist, wenn praktisch alle Wohltaten des „Wirtschaftswachstums” (wenn es denn überhaupt welche gibt) eher den Einwanderern selbst (und möglicherweise wohlhabenden Einheimischen) zufließen als der einheimischen Allgemeinheit. Das sind selbstverständlich alles wirtschaftliche Argumente.

Wir auf der anderen Seite argumentieren jedoch, dass es wichtigere Dinge als Wirtschaft gibt – wie zum Beispiel demographische Verdrängung, rassisches Überleben, genetische Interessen und Kultur. Aber kommen wir zurück auf einige Grundlagen des Arguments der Befürworter des freien Marktes und machen wir zwei einfache Gedankenspiele.

  1. Gedankenspiel

Die Befürworter des freien Marktes behaupten, dass dieser die vernünftigste und effizienteste Art sei, Ressourcen zu verteilen, das Wirtschaftsleben zu handhaben und den Lebensstandard zu erhöhen. Wir werden belehrt, dass Angebot und Nachfrage sowie andere Mechanismen des freien Marktes rationale Entscheidungsfindungen fördern und Anreize für Verhaltensweisen bieten, die zu optimierten Ergebnissen für die Gesellschaft führen. Derartig betrachten sie die Weltwirtschaft und sagen, wenn es in „X” einen Arbeitskräftemangel und in „Y” einen Arbeitskräfteüberschuss gibt, dann diktiert der freie Markt, dass die effektivste Lösung dieses Problems darin besteht, dass Arbeitskräfte von „Y” nach „X” wandern. So wird der Arbeitskräftemangel – möglicherweise verursacht durch eine niedrige Geburtenrate – in „X” behoben.

Warum muss die Lösung global sein? Was geschieht, wenn ein Land mit geringer Geburtenrate den „Arbeitskräftemangel” nicht mit Einwanderern beheben will oder kann? (Man beachte: Japan kann ein experimentelles Modell aus dem wirklichen Leben für dieses Szenario sein, wenn sie ihre harte Linie gegen Einwanderung aufrechterhalten, was allerdings langfristig sehr zweifelhaft ist). Die Gründe für „keine Einwanderung” müssen uns nicht interessieren, lassen Sie uns einfach in diesem Modellsystem annehmen, dass Masseneinwanderung nicht möglich oder nicht wünschenswert ist. Was geschieht dann?

Wenn der freie Markt so außerordentlich effizient dabei ist, passende Lösungen für gesellschaftliche Probleme und die Ressourcenverteilung zu liefern, sollte er dann nicht auch auf nationaler Ebene funktionieren? Warum kann der freie Markt das rein interne Problem von geringer Geburtenrate und Arbeitskräftemangel nicht lösen? Warum die Heuchelei, die magischen Eigenschaften des freien Marktes auf einer globalen Ebene zu betonen, aber seine Chancenlosigkeit auf einer nationalen Ebene? Sollte der freie Markt nicht auch lokal und national erreichen, politische Entscheidungen und Ressourcenverteilungen herbeizuführen, die einen Anreiz zu pro-einheimischer Politik liefern, die einheimische Geburtenrate zu steigern? Was ist mit einer Erhöhung der Produktivität durch bessere Bildung und vor allem durch fortschrittliche Automatisierung? Wenn der freie Markt wirklich „Wunder vollbringen” kann, dann sollte er zu kreativen Lösungen für nationale Probleme führen, die nicht von der temporären Notlösung abhängen, die Probleme wie Überbevölkerung/Armut von einem Land ins andere zu  verlagern. Der vielgepriesene freie Markt sollte je nachdem, was gebraucht wird, Anreize für Geburtensteigerung oder Geburtenkontrolle liefern.

Was würde also in unserem Gedankenspiel in einer Nation mit geringer Geburtenrate ohne Einwanderung passieren? Würde die Bevölkerung wirklich bis auf Null dahinschwinden? Würde die Wirtschaft zusammenbrechen? Würde jedermann nur passiv herumsitzen und zusehen, wie die Nation vom Angesicht der Erde schwindet? Man kann in der Tat argumentieren, dass ohne das Sicherheitsventil der Einwanderung Nationen gezwungen wären, langfristige Lösungen für ihre gesellschaftlichen Probleme zu entwickeln, anstatt diese Probleme zu vergrößern und ihre Lösung der nächsten Generation aufzubürden. Wenn der freie Markt wirklich funktionieren würde, würde er das unabhängig von der Größenordnung tun und auch innerhalb einer Nation und nicht nur auf globaler Ebene.

  1. Gedankenspiel

Man kann das umgekehrte Gedankenspiel machen. Anstatt den freien Markt von global auf national zu reduzieren, kann man ihn von global auf interstellar ausweiten. Nehmen wir an, eine außerirdische Spezies nimmt Kontakt zur Erde auf, eine bizarre Spezies, die sich stark von Menschen unterscheidet. Diese Außerirdischen vermehren sich sehr schnell und haben ihren eigenen Planeten überbevölkert. Die Umweltbedingungen auf der Erde sind für sie geeignet. Darüberhinaus sind sie hochintelligent und sehr produktiv – tatsächlich sind sie Menschen als Erfinder und Arbeitskräfte sogar überlegen.

Diese Außerirdischen möchten ihren Bevölkerungsüberschuss zur Erde verfrachten, wo dieser sich am Wirschaftsleben beteiligen, hart arbeiten, Firmen gründen und das Wirtschaftswachstum stark verbessern wird. Natürlich werden diese fruchtbaren Brüter bald anfangen, die Erde mit ihrer großen Anzahl zu füllen und die einheimischen Menschen in ihrer Masse zu ersticken, und natürlich wird die Bevölkerung auf ihrer Heimatwelt ebenfalls wachsen und das Geschrei anheben, auch zur Erde kommen zu wollen. Aber…

Die Wirtschaft auf der Erde wird wachsen!

Ist das nicht alles, was zählt?

Wenn Bedenken wegen demographischer Verdrängung, Kultur, usw. usf. alle „irrational” sind, dann sollten die Befürworter des freien Marktes kein Problem mit dem Szenario haben, das im Namen von Wirtschaftswachstum für die Erde die schrittweise Ersetzung von Menschen durch Außerirdische beinhaltet. Werden sie dieses Argument anbringen? Wenn ja, dann entlarven sie sich als Verräter an der Menschheit. Wenn nein, warum gilt das Argument Es gibt schließlich wichtigere Dinge als Wirtschaftswachstum” dann für die interne Situation auf der Erde nicht? Vielleicht möchten weiße Menschen ja auch nicht in ihren eigenen Ländern verdrängt und von fremden Einwanderern ersetzt werden?

*     *     *

Siehe auch Worum es in der Einwanderungsdebatte wirklich gehen sollte von Ted Sallis

(Anm. v. Lucifex: das geniale Bild mit den Jem’Hadar und ihrem Schild „Wir sind Menschen!“, das Osimandia für ihre Übersetzung auf AdS verwendet hat, stand mir leider nicht zur Verfügung.)

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Ein Kommentar

  1. Ganz richtig, aber davon abgesehen: Es ist wohl ohnehin keine „Marktwirtschaft“ vorgesehen, weder „frei“ noch in irgendeiner Form eingeschränkt (soziale~), keine gesunde ~ oder Schmutzkonkurrenz, und nichts da mit vom Tellerwäscher zum Millionär. Sondern: Eine Art weltweiter, eher gelinder (obwohl ich mir da nicht sicher bin, es sind eitel Psychopathen), Knast mit angeschlossenem Wirtschaftshof.

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