Israel 3.0 auf deutschem Boden?

Inserat in der Online-Ausgabe der „New York Times“ (von mir in ein Hintergrundbild von der ehemaligen Zonengrenze zwischen Hessen und Thüringen eingefügt). Übersetzung: „Jahrhunderte des Antisemitismus lehren uns, daß die Welt einen jüdischen Staat innerhalb sicherer Grenzen braucht. Aber Araber haben nicht 6 Millionen Juden während des Holocaust ermordet. Deutsche taten das. Warum sollten Araber für die Sünden europäischer Christen bezahlen? Deutschland sollte Land für einen jüdischen Staat hergeben.“


Inserat in der Online-Ausgabe der „New York Times“ (von mir in ein Hintergrundbild von der ehemaligen Zonengrenze zwischen Hessen und Thüringen eingefügt).

Übersetzung:
„Jahrhunderte des Antisemitismus lehren uns, daß die Welt einen jüdischen Staat innerhalb sicherer Grenzen braucht. Aber Araber haben nicht 6 Millionen Juden während des Holocaust ermordet. Deutsche taten das. Warum sollten Araber für die Sünden europäischer Christen bezahlen? Deutschland sollte Land für einen jüdischen Staat hergeben.“

Von Deep Roots , ursprünglich veröffentlicht auf „As der Schwerter“

Es ist schon von verschiedenen Seiten – auch von einigen unserer Leser – geargwöhnt worden, daß jüdische Kreise bestrebt sind, sich in dünn besiedelten Gebieten der ehemaligen DDR eine Siedlungslandreserve zu schaffen, um dort eventuell einmal einen separaten Judenstaat zu errichten. Ihr Motiv dafür könnten Bedenken sein, ob Israel auf Dauer als jüdischer Staat zu halten sein wird, wie Peter Stuyvesant sie in Israels Malaise: Vorbereitung auf eine neue Diaspora? beschreibt. Auf „Counter-Currents“ schildert Patrick Le Brun in seiner dreiteiligen Artikelserie Demographics & Jewish Destiny, Part 1, Part 2 und Part 3 die demographische Klemme Israels wegen sich stark vermehrender Araber einerseits und der orthodoxen jüdischen Haredim andererseits, die vom Wehrdienst befreit sind und einen stetig wachsenden Anteil an der jüdischen Bevölkerung Israels ausmachen. Aufgrund dessen, schreibt Patrick Le Brun, werde es in Zukunft einen immer schärfer werdenden Konflikt zwischen Zionisten und dem Diaspora-Judentum um säkulare Juden geben, und er hofft optimistischerweise, daß Israel den Großteil der Juden in der Diaspora an sich ziehen werde.

Es gibt auch Stimmen, die meinen, daß die Prognosen von jüdischer Seite, in einigen Jahrzehnten werde es kein Israel mehr geben, bewußt übertrieben düster gehalten sind, um die Diaspora-Juden zu erschrecken und zu mehr Solidarität mit Israel oder dem Judentum insgesamt zu motivieren. Dies wäre natürlich ebenfalls denkbar, aber neben dem „Rettungsboot“-Motiv gibt es noch ein weiteres für die Gründung eines zweiten jüdischen Staates: den Wunsch säkularer Juden, in einem eigenen Staat zu leben, der aber nicht im Nahen Osten liegt und von arabischen Feinden umgeben ist; einen säkularen Judenstaat, dessen Staatssprache auch nicht Hebräisch ist, sondern Jiddisch. Im Kommentarstrang zu Baron Bodisseys Taking Exception to „Taking Care of Your Own” auf „Gates of Vienna“ hat die Leserin „latté island“, eine in Kalifornien lebende jüdische Bloggerin, eine Menge über genau solche Wunschvorstellungen geschrieben. Diesen Austausch gebe ich hier auszugsweise wieder; zunächst den jeweiligen Kommentar und dann meine Übersetzung. Nachdem sie in Kommentar Nr. 29 etwas Komplexhexerei bezüglich der jüdischen Identität betrieben hat, schreibt latté Island:

latté island, Kommentar Nr. 41:

„the Jews have a home of their own, their ancestral home“

Afonso, this idea that Israel is „the“ rather than „a“ Jewish homeland is starting to be a problem for me. This topic isn’t discussed in polite society, because it could be seen as giving talking points to Israel’s enemies, which isn’t my intention, but I’ve realized that the behavior of Diaspora Jews gives it away anyway.

Why do more Jews live outside of Israel than in Israel? There are many reasons that vary with individuals, but one possible and unmentionable reason is, we don’t want to live there. For me, living in Israel would be a step backward. I think of Israel as a theme park based on the early Zionist fantasy that they could live where our distant ancestors lived. Religious Zionists, of course, are called to live in Israel for religious reasons, and that’s a good reason indeed, but it has no appeal for secular Jews.

So, it seems to me that the concept of Israel as „the“ Jewish homeland sets the bar too high for most Jews. If there were a Jewish state that was secular and not surrounded by enemies, I’d pack my bags right now, and maybe I’d have a lot of company.

The world is going to be very different from what it is now, and Israel may or may not be sustainable. I think it would be okay for everyone to consider the points I’ve raised, because, as the history of Zionism shows, there have always been alternatives, and Israel isn’t the best option for all Jews, just some.

A really sustainable, secular Zionism could dovetail rather neatly with anti-semitism and/or European nationalism. And why is it so bad to say this? Should I resist accommodating people who don’t like me, just to spite them? What if we all want the same thing?

Übersetzung:

die Juden haben eine eigene Heimat, ihre angestammte Heimat

Afonso, diese Idee, daß Israel „das“ statt „ein“ jüdisches Heimatland ist, fängt an, ein Problem für mich zu sein. Dieses Thema wird in der höflichen Gesellschaft nicht diskutiert, weil es so gesehen werden könnte, als würde man Israels Feinden einen Aufhänger liefern, was nicht meine Absicht ist, aber ich habe begriffen, daß das Verhalten der Diaspora-Juden ihn sowieso liefert.

Warum leben mehr Juden außerhalb Israels als in Israel? Es gibt viele Gründe, die von Individuum zu Individuum variieren, aber ein möglicher Grund, der nicht erwähnt werden darf, ist, daß wir dort nicht leben wollen. Für mich wäre es ein Rückschritt, in Israel zu leben. Für mich ist Israel ein Themenpark, der auf der frühen zionistischen Fantasie beruht, daß sie dort leben könnten, wo unsere fernen Vorfahren lebten. Religiöse Zionisten sind natürlich aus religiösen Gründen dazu aufgerufen, in Israel zu leben, und das ist in der Tat ein guter Grund, aber es hat keine Anziehungskraft für säkulare Juden.

Daher erscheint es mir, daß das Konzept von Israel als „das“ jüdische Heimatland die Latte für die meisten Juden zu hoch legt. Wenn es einen jüdischen Staat gäbe, der säkular und nicht von Feinden umgeben wäre, würde ich jetzt gleich meine Sachen packen und hätte vielleicht eine Menge Gesellschaft.

Die Welt wird sehr verschieden sein von dem, was sie jetzt ist, und Israel mag aufrechtzuerhalten sein oder nicht. Ich denke, es wäre für jeden in Ordnung, die Punkte zu bedenken, die ich angesprochen habe, denn wie die Geschichte des Zionismus zeigt, hat es immer Alternativen gegeben, und Israel ist nicht die beste Option für alle Juden, nur für manche.

Ein wirklich zukunftsfähiger Zionismus könnte wirklich nahtlos mit Antisemitismus/europäischem Nationalismus zusammenpassen. Und warum ist es so schlimm, das zu sagen? Sollte ich mich weigern, Leuten entgegenzukommen, die mich nicht mögen, nur um sie zu ärgern? Was, wenn wir alle dasselbe wollen?

Armance, Kommentar Nr. 42:

Religious Zionists, of course, are called to live in Israel for religious reasons, and that’s a good reason indeed, but it has no appeal for secular Jews.“

I guess in a few generations the secular Jews in Europe or the US will be completely absorbed – not because they necessarily want to or because the majority wants to, but practically they will be eaten up by their own liberalism. Only the religious Jews and the state of Israel will survive. Maybe the Zionists like Herzl got it right: it just takes a few generations of peace and tolerance and the Jews will disappear in the background, fully assimilating. Or perhaps more or less consciously this is what the secular Jews want.

Übersetzung:

Religiöse Zionisten sind natürlich aus religiösen Gründen dazu aufgerufen, in Israel zu leben, und das ist in der Tat ein guter Grund, aber es hat keine Anziehungskraft für säkulare Juden.“

Ich schätze, daß die säkularen Juden in Europa oder den Vereinigten Staaten in ein paar Generationen völlig absorbiert sein werden – nicht weil sie das notwendigerweise wollen oder weil die Mehrheit das will, sondern sie werden praktisch von ihrem eigenen Liberalismus aufgefressen werden. Nur die religiösen Juden und der Staat Israel werden überleben. Vielleicht hatten die Zionisten wie Herzl recht: es braucht nur ein paar Generationen des Friedens und der Toleranz, und die Juden werden im Hintergrund verschwinden, sich voll assimilieren. Oder vielleicht ist das mehr oder weniger bewußt das, was die säkularen Juden wollen.

latté island, Kommentar Nr. 44:

Armance wrote: Or perhaps more or less consciously this is what the secular Jews want

Not really. I think moving to Israel is too much of a stretch for secular Jews who are living in pleasant, peaceful surroundings compared to the Middle East. It’s very obvious that even the most assimilated and secular Jews enjoy the company of other Jews. There’s something special about hanging out with people who are so alike. Ashkenazi Jews have so much in common, most of the ones I meet could be my cousins, and maybe they are!

This is a wonderful thing. It would be too bad if we lost that and faded into the non-Jewish populations we live with. What I’d like is to keep our genetic and cultural distinctiveness, just as every other people wants to keep theirs. The only reason this is difficult is that our real estate situation is impossible.

Once upon a time, the British offered us Uganda, but the vain, perfectionist Zionists said no. Do you realize, if we’d had Uganda, there would have been no Holocaust?

I would like the world’s secular Jews to have their own country outside of the Middle East, so that we can be a people like any other, like Italians, Norwegians, etc. No one expects Italians to be at war all the time. Why do Jews have to be at war all the time?

I understand this is offensive to many Jews, but why should it be? If we think these issues through together, without casting aspersions, it will actually ensure that more Jews will survive as Jews, as opposed to Americans and Europeans. The competitiveness among Jews to see who can sacrifice the most and work the hardest to be an authentic Jew is counterproductive and annoys me as much as anti-semitism.

Übersetzung:

Armance schrieb: „Oder vielleicht ist dies mehr oder weniger bewußt das, was die säkularen Juden wollen“

Nicht wirklich. Ich denke, nach Israel zu ziehen ist zu viel verlangt von Juden, die in einer im Vergleich zum Nahen Osten angenehmen, friedlichen Umgebung leben. Es ist sehr offensichtlich, daß selbst die assimiliertesten und säkularsten Juden die Gesellschaft anderer Juden genießen. Es hat etwas Besonderes, mit Leuten abzuhängen, die einem so ähnlich sind. Aschkenasische Juden haben so viel gemeinsam, die meisten von denen, die ich getroffen habe, könnten meine Vettern sein, und vielleicht sind sie es!

Dies ist etwas Wunderbares. Es wäre zu schade, wenn wir das verlieren und uns in den nichtjüdischen Populationen auflösen würden, mit denen wir leben. Was ich gern hätte, ist unsere genetische und kulturelle Besonderheit zu behalten, so wie jedes andere Volk die seine behalten möchte. Der einzige Grund, warum das schwierig ist, ist, daß unsere Immobiliensituation unmöglich ist.

Einst boten uns die Briten Uganda, aber die eitlen, perfektionistischen Zionisten sagten nein. Begreift ihr, daß es keinen Holocaust gegeben hätte, wenn wir Uganda gehabt hätten?

Ich hätte gern, daß die säkularen Juden der Welt ihr eigenes Land außerhalb des Nahen Ostens hätten, so daß wir ein Volk wie jedes andere sein könnten, wie Italiener, Norweger etc. Niemand erwartet von den Italienern, die ganze Zeit im Krieg zu sein. Warum müssen Juden sich die ganze Zeit im Krieg befinden?

Ich verstehe, daß dies für viele Juden anstößig ist, aber warum sollte es das sein? Wenn wir diese Fragen zusammen durchdenken, ohne falsche Anschuldigungen zu machen, wird es in Wirklichkeit sicherstellen, daß mehr Juden als Juden überleben werden statt als Amerikaner und Europäer.

Das Konkurrenzstreben unter Juden, wer am meisten opfern und am härtesten daran arbeiten kann, ein echter Jude zu sein, ist kontraproduktiv und stört mich genauso sehr wie Antisemitismus.

Armance, Kommentar Nr. 45:

„Once upon a time, the British offered us Uganda, but the vain, perfectionist Zionists said no. Do you realize, if we’d had Uganda, there would have been no Holocaust?“

Yeap. If I am not wrong, there were a few choices, like Madagascar, Uganda, even South America.

But on the other hand, I don’t understand: don’t you consider the religious Jews to be your people and your kind? Wouldn’t you live in the same country with them? Supposing that Israel was not at war – and taking into account what you say, that you want your own country as a Jew, like the Italians, etc. – wouldn’t you share the same land with them? As far as I know, in Israel there are a lot of secular Jews, too. What is your objection against Israel as it is today – the fact that it is not as secular as you want or the fact that it is a dangerous country to live in?

Übersetzung:

„Einst boten uns die Briten Uganda, aber die eitlen, perfektionistischen Zionisten sagten nein. Begreift ihr, daß es keinen Holocaust gegeben hätte, wenn wir Uganda gehabt hätten?“

Ja. Wenn ich mich nicht irre, gab es ein paar Wahlmöglichkeiten, wie Madagaskar, Uganda, sogar Südamerika.

Aber andererseits verstehe ich nicht: betrachtest du die religiösen Juden nicht als dein Volk und deinesgleichen? Würdest du nicht im selben Land leben wollen wie sie? Angenommen, Israel würde sich nicht im Krieg befinden – und unter Berücksichtigung dessen, was du sagst, daß du dein eigenes Land als Jüdin willst, wie die Italiener etc. – würdest du nicht dasselbe Land mit ihnen teilen wollen? Und soweit ich weiß, gibt es in Israel auch eine Menge säkularer Juden. Was hast du gegen Israel, wie es heute ist – daß es nicht so säkular ist, wie du es willst, oder daß es ein gefährliches Land ist, um dort zu leben?

latté island, Kommentar Nr. 46:

Armance, it’s so many reasons. A lot of it has to do with the way the Zionists set up Israel. They revived a difficult dead language and deliberately suppressed the real language of modern Jews, Yiddish. This was ethnic cleansing! Just one example of how Israel is founded on things that are foreign to European Jews.

Of course everyday life in Israel is probably similar to everyday life in California, not more dangerous. I work in Oakland–this is almost as bad as Sderot. I deal with crackheads instead of terrorists.

No, the real problem is that I’m American, and I want a Jewish state that is like America, Australia and Europe, not the Middle East, and not the deliberately far-fetched project of Zionist fanatics. I just now had the image of Israel as a health club I belong to but never go to. That’s the best answer I can think of, but it’s very real. I’m very Anglo, not the least bit middle-eastern, and the whole thing just isn’t compatible, and this is true for many Diaspora Jews. And then, the fact that the world is arming the Arabs doesn’t help.

As for religious Jews, sure they’re my people and I’m concerned about them, but in real life, the Orthodox aren’t all that easy to live with, and in my entire life, I’ve only met a few, and have never had an Orthodox friend, so if they didn’t want to move to my imaginary secular Jewish state, that would be okay.

Übersetzung:

Armance, da gibt es so viele Gründe. Eine Menge davon hat damit zu tun, wie die Zionisten Israel einrichteten. Sie erweckten eine schwierige tote Sprache wieder zum Leben und unterdrückten bewußt die wahre Sprache moderner Juden, Jiddisch. Dies war ethnische Säuberung! Nur ein Beispiel dafür, wie Israel auf Dingen begründet wurde, die europäischen Juden fremd sind.

Natürlich ist das Alltagsleben in Israel wahrscheinlich ähnlich dem Alltagsleben in Kalifornien, nicht gefährlicher. Ich arbeite in Oakland – das ist fast so schlimm wie Sderot. Ich habe mit Cracksüchtigen zu tun statt mit Terroristen.

Nein, das wahre Problem ist, daß ich Amerikanerin bin, und ich möchte einen jüdischen Staat, der wie Amerika, Australien und Europa ist, nicht wie der Nahe Osten, und nicht das bewußt weit hergeholte Projekt zionistischer Fanatiker. Mir fiel gerade das Bild von Israel als Fitneßstudio ein, bei dem ich Mitglied bin, wo ich aber nie hingehe. Das ist die beste Antwort, die mir einfällt, aber sie ist sehr real. Ich bin sehr anglo, nicht im geringsten nahöstlich, und das Ganze ist einfach nicht kompatibel, und das trifft auf viele Juden der Diaspora zu. Und dann ist es nicht hilfreich, daß die Welt die Araber bewaffnet.

Was religiöse Juden betrifft, so sind sie sicherlich mein Volk, und mir liegt an ihnen, aber im wahren Leben ist es nicht gar so leicht, mit den Orthodoxen zu leben, und in meinem ganzen Leben bin ich nur ein paar begegnet und hatte nie einen orthodoxen Freund, sodaß es in Ordnung wäre, wenn sie nicht in meinen imaginären säkularen Judenstaat ziehen wollten.

Armance, Kommentar Nr. 47:

No, the real problem is that I’m American, and I want a Jewish state that is like America, Australia and Europe, not the Middle East, and not the deliberately far-fetched project of Zionist fanatics.“

One more question: do you consider that in America you can protect your cultural and genetic distinctiveness, which you want to preserve?

Übersetzung:

Nein, das wahre Problem ist, daß ich Amerikanerin bin, und ich möchte einen jüdischen Staat, der wie Amerika, Australien und Europa ist, nicht wie der Nahe Osten, und nicht das bewußt weit hergeholte Projekt zionistischer Fanatiker.“

Noch eine Frage: hältst du es für möglich, daß ihr in Amerika eure kulturelle und genetische Besonderheit schützen könnt, die du bewahren willst?

latté island, Kommentar Nr. 48:

Oh, and it’s really about culture shock, I have more in common with Americans than I have with Israelis. I don’t have kids, but I really can’t imagine bringing up my kids as sabras. Even though I’m over 50 and kids aren’t an issue, it’s such a great thought experiment. If I were young and thinking about starting a family, I’d want my kids to be Americans but with a Jewish identity, and I don’t know what that is, except for physical appearance and a slightly different take on European-American culture. Jews have lived in Europe for so long, this middle-eastern stuff is like dressing in drag, that’s the problem.

Übersetzung:

Oh, und es geht in Wirklichkeit um Kulturschock, ich habe mehr mit Amerikanern gemeinsam als mit Israelis. Ich habe keine Kinder, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, meine Kinder als Sabras aufzuziehen. Obwohl ich über 50 bin und Kinder kein Thema sind, ist es solch ein großes Gedankenexperiment. Wenn ich jung wäre und daran denken würde, eine Familie zu gründen, würde ich wollen, daß meine Kinder Amerikaner wären, aber mit jüdischer Identität, und ich weiß nicht, was das ist, außer dem physischen Erscheinungsbild und einer etwas anderen Sicht auf die europäisch-amerikanische Kultur. Juden haben so lange in Europa gelebt, dieses nahöstliche Zeug ist, als würde man als Mann Frauenkleider tragen, das ist das Problem.

latté island, Kommentar Nr. 49:

„One more question: do you consider that in America you can protect your cultural and genetic distinctiveness, which you want to preserve?“

Yes, I think so. American culture lets us get away with it. But to be more clear, it’s just an attitude. My actual track record is that most of my friends and boyfriends have been non-Jews. I actually don’t hang out much with Jews, so my comments here shouldn’t be taken to mean that I want to live in a shtetl. Keeping a Jewish identity isn’t a lifestyle, it’s more like having a secret drug habit, so people like me are actually real Americans, but when we run into another Jew it’s like, we’re on the same drug, but we don’t have to say anything about it. This can go on forever in America, but it’s a bit infantile and obviously this attitude is resented by others who know we’re high on something and we’re not sharing. (I’m at work now and have to go. Thanks for asking such good questions, it’s important for people to know this stuff.)

Übersetzung:

„Noch eine Frage: hältst du es für möglich, daß ihr in Amerika eure kulturelle und genetische Besonderheit schützen könnt, die du bewahren willst?“

Ja, ich glaube schon. Die amerikanische Kultur läßt und damit durchkommen. Aber um deutlicher zu werden, es ist nur eine Einstellung. Meine tatsächliche Erfolgsbilanz sieht so aus, daß die meisten meiner Freunde und Boyfriends Nichtjuden gewesen sind. Ich hänge in Wirklichkeit nicht so viel mit Juden ab, daher sollten meine Kommentare hier nicht so aufgefaßt werden, als würde ich in einem shtetl leben wollen. Eine jüdische Identität zu bewahren ist kein Lebensstil, es ist mehr wie wenn man eine geheime Drogensucht hätte, daher sind Leute wie ich in Wirklichkeit echte Amerikaner, aber wenn wir auf einen anderen Juden stoßen, ist es wie wenn wir nach derselben Droge süchtig wären, aber nichts darüber zu sagen bräuchten. Dies kann in Amerika für immer so weitergehen, aber es ist ein bißchen kindisch und offenkundig gibt es gegen diese Einstellung eine Abneigung von anderen, die wissen, daß wir von etwas high werden und das nicht teilen. (Ich bin jetzt bei der Arbeit und muß gehen. Danke für solche guten Fragen, es ist wichtig, daß die Leute diese Sachen wissen.)

*   *   *   Ende des Kommentarstrang-Auszugs aus „Gates of Vienna“.   *   *   *

Und das Inserat aus der „Jew York Times“, das ich für das Titelbild verwendet habe, sieht ganz danach aus, als ob hier genau das medial vorbereitet wird – und daß Deutschland für dieses „Landopfer“ herhalten soll (Ganz abgesehen davon, was das einen Rajesh Srinivasa Raghavan angeht, der dieses Inserat angeblich bezahlt hat. Dem Namen nach ist er weder Jude noch Palästinenser. Oder ist er etwa doch Jude? Oder indischer Shabbosgoy?).

Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch Killerbees Artikel Kohl, Schäuble, in dem geschildert wird, wie Kohl (Kohn) und Schäuble nach der Wiedervereinigung verhindert haben, daß die zwischen 1945 und 1949 auf dem Gebiet der Sowjetbesatzungszone und späteren DDR als „demokratische Bodenreform“ vorgenommenen umfangreichen Landenteignungen wieder rückgängig gemacht werden. In den Wiedervereinigungsverhandlungen war das DDR-Regime bestrebt gewesen, die Landenteignungen durch Änderung des BRD-Grundgesetzes (Einschränkung des Eigentumsgrundrechtes aus Art. 14) absichern zu lassen. Die damalige CDU-Regierung unter Kohl entsprach diesem Wunsch, und Schäuble strich in seiner Funktion als Innenminister zusätzlich noch das Wort „Entschädigung“ aus dem vorbereiteten Vertrag und ersetzte es durch „Ausgleichsleistung“, womit er, wie er sich später in seinem Buch rühmte, „der Bundesrepublik viele Milliarden DM an Entschädigungen erspart“ habe.

Kohl und Schäuble besaßen darüber hinaus noch die Frechheit zu behaupten, auch für sie sei dieses Verhandlungsergebnis unbefriedigend; es sei aber nicht zu verhindern gewesen, weil die Sowjetunion den Fortbestand der Landenteignungen zu einer Bedingung für die Wiedervereinigung gemacht habe. Als jedoch später Journalisten den damaligen Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, dazu befragten antwortete dieser: Zu keiner Zeit habe die Sowjetunion die Landenteignungen zu einer Bedingung für die Wiedervereinigung gemacht. Man habe bei den Gesprächen über die Wiedervereinigung überhaupt nicht über die Landenteignungen geredet. Wie das wiedervereinigte Deutschland mit den beschlagnahmten Ländereien verfahre, sei eine innerdeutsche Angelegenheit, an der die Sowjetunion kein Interesse gehabt habe. Diese Aussage wurde von Gorbatschow später mehrmals wiederholt und auch von seinem damaligen Außenminister Edward Schewardnadse bestätigt. Auch Günther Krause, damals Delegationsleiter der DDR in den Gesprächen über offene Vermögensfragen, hat eidesstattlich versichert, daß die Sowjetunion zu keiner Zeit den Fortbestand der Landenteignungen verlangt habe.

Killerbee schreibt weiters, daß Kohl und Schäuble diesen Betrug durchgeführt haben, um sich das Land selber unter den Nagel zu reißen und weiterzuverschachern, bevorzugt an ihre Freunde aus der Wirtschaft. Es wäre nun hochinteressant zu wissen, an wen genau diese Immobilien verkauft wurden und wie hoch der Anteil jüdischer oder Juden nahestehender Käufer darunter war.

Im Zusammenhang mit jüdischen Alternativstaatsbestrebungen auf deutschem Boden wird zuweilen der Begriff „Medinat Weimar“ verwendet, zu dem es auch einen Metapedia-Artikel gibt (http://de.metapedia.org/wiki/Medinat_Weimar). Es gibt jedoch Indizien und Beobachtungen, die darauf hindeuten, daß hier etwas weit Größeres beabsichtigt wird als bloß eine Übernahme von Thüringen, das derzeit nur 2,2 Millionen Einwohner hat und mit 16.000 km2 nur etwa 70 % der Fläche Israels hat. Falls wirklich ein beträchtlicher Teil der offiziell etwa 12 Millionen Diaspora-Juden dorthin ziehen wollte, würde man auf alle Fälle das etwas größere Sachsen dazu brauchen können, vielleicht auch Teile von Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Es würde mich auch wundern, wenn „sie“ sich mit einem Binnenland zufrieden gäben, ohne zumindest einen Korridor entlang der Oder zur Ostsee anzustreben, sodaß sie jederzeit in die Welt hinaus können, ohne dazu über das Territorium eines Nachbarstaates zu müssen.

Laut dem Video in diesem Kommentar [Anm. Lucifex: leider nicht mehr erreichbar] ist Merkel übrigens mütterlicherseits jüdischer Abstammung und somit nach orthodoxer jüdischer Rechtsauffassung eine Jüdin, die nach dem israelischen Rückkehrergesetz sogar Anspruch auf einen israelischen Paß hätte. Den würde sie im Fall der Verwirklichung dieser viel näher liegenden Alternative aber gar nicht brauchen, und wer weiß, vielleicht wird sie dort auch wieder Kanzlerina?

*   *   *   *   *   *   *

Weitere Leseempfehlungen:

Israel, das Diaspora-Judentum und wir von mir und Osimandia

Weißer Nationalismus & jüdischer Nationalismus von Greg Johnson

Imperiale Juden und internationale Juden von Matt Parrott

Spanien strebt nach 523 Jahren Wiedergutmachung für die Judenvertreibung an von Emily Harris

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5 Kommentare

  1. Es gibt sogar schon eine eigene Internet-Präsenz von Medinat Weimar:

    http://anonym.to/?http://medinatweimar.org/deutsch

    Antworten
    • Es ist und war wohl nicht allzu ernst gemeint: Ein „Kunstprojekt“, so wie ein paar Blöcke stinkigen Rindertalgs in einer rostigen Badewanne.
      Obwohl: Wer beim Plus-Zeichen die untere Hälfte des senkrechten Striches weglässt, und in seiner nominellen Hauptstadt Verkehrschaos erzeugt, indem die Straßen sich möglichst nicht „kreuzen“ sollen, damit es um Jahwes Willen kein Kreuz darstellt, erweist damit, daß er nicht alle Latten am Zaun hat.

      Antworten
  2. Interessant ist: „…so wie jedes andere Volk die seine behalten möchte…“ – Wie soll man sich das deuten – Gönnen sie jedem Volk die eigene Identität, und dann aus höherer Einsicht, oder unverdienter Gnade? Oder so: Geht leider eben nicht, wäre zwar schön, es gilt aber nur für uns?
    So Scheibe es uns auch derzeit gehen mag, bin ich dem Schicksal doch dankbar, kein Yidd‘ zu sein. Beinahe könnte man Sympathie im Sinne des Wortes bekommen.

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  3. „So Scheibe …“

    Man könnte auch sagen: jernspikar (oder war das „järnspikar“?) 😉

    Das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, und es dürfte dagtatmax, branfendigaidd, Luftpost und reinigungskraft auch etwas sagen… so ganz unter uns.

    Antworten
    • Schwedisch mit „ä“, so wahr dort Oden auf Sleipner reitet. Darum auch mein Trugname in einem Vokal von Alis Helm Hildisvin abweicht.
      Aber Scherz beiseite, es ist mir ein Rätsel, wieso sich die Skandinavier derart haben über den Nuckel ziehen lassen. Besonders die Norweger, die vor etwa eintausend Jahren als die ruppigsten Krieger vor den Schweden und Dänen galten. Wir Deutschen wurden in den letzten einhundert Jahren zweimal gründlich zusammengefaltet, und haben auch noch eine Verleumdungsklage am Hals. Aber unsere Brüder im Norden? Ist es das Christentum, und/ oder eben psychologisch geschickt an die jeweiligen Völker angepaßte Wühltätigkeit?

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