Sechs Millionen Holocausts

Von Tanstaafl; Original: Six Million Holocausts, erschienen am 16. Februar 2012 in Tanstaafls Blog „Age of Treason“.

Übersetzung: Lucifex

 

Das Internet ist wirklich ein Wunder. Hier ist ein faszinierendes Bild, auf das ich im Internet stieß. Unter Verwendung der Suchmaschine der New York Times konnte ich die meisten der Daten und Texte verifizieren. Links zu all den Artikeln sind nachstehend in der Reihenfolge präsentiert, zusammen mit Links zu Gratis-PDF-Downloads, wo sie verfügbar waren.

six_million_holocausts

ZIONISTS’ MASS MEETING – Leaders in the Movement Arouse Enthusiasm at Cooper Union. A PLEA FOR HUMAN JUSTICE Israel’s Great Gift to Mankind Recalled — Dreyfus and European Persecution Mentioned in Convention. – Article – NYTimes.com, PDF

MORE DETAILS OF THE KISHINEFF MASSACRE – In Some Places Jews Managed to Defend Themselves. The Jewish Chronicle, of London, Charges the Russian Government with Responsibility for the Outrages. – Front Page – NYTimes.com, PDF

THE MACEDONIAN MASSACRES. – Letter – NYTimes.com, PDF

SENATE’S TRIBUTE TO HOAR. – Holds Memorial Exercises — Depew’s Estimate of Him. – Article – NYTimes.com, PDF (mit einem weiteren Artikel)

What Maxim Gorky is Doing in Berlin – Article – NYTimes.com, PDF (mit einem weiteren Artikel)

SLINGSBY CASE UP TODAY. – Legitimacy Contest Likely to be One of Longest Suits on Record. – Editorial – NYTimes.com, PDF

$1,000,000,000 FUND TO REBUILD JEWRY – Six Million Souls Will Need Help to Resume Normal Life When War Is Ended. LOANS WITHOUT INTEREST Committee of American Jews Lays Plans for the Greatest Humanitarian Task in History. 6,000,000 Jews Need Help. Outline, PDF

TELLS SAD PLIGHT OF JEWS. – Felix M. Warburg Says They Were the Worst Sufferers in War. – Article – NYTimes.com, PDF

BEGS AMERICA SAVE 6,000,000 IN RUSSIA – Massacre Threatens All Jews as Soviet Power Wanes, Declares Kreinin, Coming Here for Aid. – Article – NYTimes.com, PDF

ALDERMEN VOTE HITLER PROTEST – Board Calls on Washington to Take Persecutions Up With German Authorities. APPEAL FOR FUNDS MADE Meeting to Plan Relief Program Called by Joint Distribution Group for Sunday. – Article – NYTimes.com

GERMAN POET IS SAFE. – Else Lasker Schuler, Reported Missing, Is Located in Zurich. – Article – NYTimes.com (damit zusammenhängender, vorheriger Artikel: JEWISH POETESS MISSING IN REICH – Else Lasker-Schuler and Others Have Disappeared Without a Trace, British Paper Reports. – Article – NYTimes.com)

Congress Defends Polish Jews. – Article – NYTimes.com

AMERICANS APPEAL FOR JEWISH REFUGE – Pro-Palestine Federation Asks Britain to Take a Strong Course in Holy Land. AIMS OF MANDATE CITED Petition Urges It Be Made Clear to ‘Turbulent Element’ That These Will Be Carried Out. – Article – NYTimes.com

JEWISH TEACHERS CHIDED BY ISAACS – Borough Head Tells Sectarian Group He Sees No Reason for Its Existence JASON DISPUTES HIS VIEW Association of 3,000 Defended at Luncheon-Civic Duty in School Work Is Urged Civic Responsibility Urged Jewish Tragedy” Pictu

NATION IS WARNED OF ANTI-SEMITISM – Dr. Hoffmann Is Fearful That Persecutions Abroad, May Spread to This Country SEES INTOLERANCE RISING Calls Upon Church to Meet ‘Challenge’ of Prejudice Here With Aggressive Action – Article – NYTimes.com

MASARYK TO WORK FOR ZIONIST CAUSE – Ex-Czech Envoy, Speaking at Washington Conference, Cites Need for Homeland ‘RANSOM’ PLAN DENOUNCED Rabbi Silver Assails Proposal for Settlements in Africa and in South America – Article – NYTimes.com

YOM KIPPUR ENDS IN PLEA FOR PEACE – Day of Atonement Sermons Bid Nations of the World Build a New Order 24-HOUR FAST IS CLOSED Ram’s Horn Blast at Sunset Terminates Ten Days of Jewish Penitence – Article – NYTimes.com

6,000,000 JEWS DEAD – Jacob Lestchinsky Estimates Reduction in Europe Since ’39 – Article – NYTimes.com

Schwartz Says Only 1,500,000 Jews Are Left In Europe as Result of German Murders – Article – NYTimes.com

Ich habe nicht für das Herunterladen der jüngeren PDFs bezahlt. Aus denjenigen, die ich untersuchte, scheint es, dass, wer immer das Bild schuf, bestimmte Teile aus den PDFs der Times ausgeschnitten, zusammengefügt und hervorgehoben hat, aber ansonsten die Inhalte getreu wiedergegeben hat. Kurz gesagt: die Information in dem Bild scheint legitim zu sein.

Ich denke, dass dies ein unschätzbar wertvolles Bild ist. Zum Beispiel hilft es dabei, den folgenden Artikel, der gerade erst am 14. Februar 2012 von der Times veröffentlicht wurde, in den richtigen Kontext zu stellen:

Study of the Holocaust Sees Growing Demand Among Overseas Visitors:

[„Studium des Holocaust erfährt wachsende Nachfrage von Besuchern aus Übersee“]

Sieben Jahrzehnte nach dem Holocaust, dessen Überlebende schnell dahinsterben, übernimmt die systematischste Schlächterei der menschlichen Geschichte eine wachsende und oft unerwartete Rolle in der Bildung überall auf dem Globus. Yad Vashem allein, das seinen internationalen Lehrbetrieb erst in den 1990ern eröffnete, produziert Material in mehr als 20 Sprachen, ist in 55 Ländern aktiv und führt 70 Seminare pro Jahr für Gruppen von Lehrpersonen auf Besuch durch.

Und während viele glauben, dass es für ein universales Argument wichtig ist, über den Holocaust im Kontext mit anderen Völkermorden zu unterrichten – in Ruanda, Armenien und Kambodscha -, geht der Trend bei Yad Vashem in die Gegenrichtung, tiefer in die menschlichen Details der Massakrierung von sechs Millionen Juden – die meisten davon grauenhaft, manche erhebend.

[…]

„Wir leben in einer Zeit, in der junge Leute wenig wissen und große Meinungen haben,“ sagt Dorit Novak, die Direktorin von Yad Vashems Internationaler Schule für Holocauststudien. „Das Naziregime wollte jede Spur des jüdischen Volkes auslöschen. Wenn man das nicht versteht, kann man das Ereignis nicht verstehen. Aber paradoxerweise ist es so, dass es, je mehr man sich in die Fakten und die Einzelheiten vertieft, umso weniger einzigartig jüdisch und umso universaler wird.“

[…]

Trotz einer immer universaleren Erläuterung des Holocaust im Ausland gibt es hier in Israel Besorgnis unter Liberalen, dass er eine zu große Rolle im nationalen Narrativ angenommen hat und zu einer Mentalität des Opfertums und der Belagerung führt.

Eine Umfrage unter israelischen Juden im Jahr 2009 hat ergeben, dass das einzige Thema, zu dem es eine nahezu allgemeine Übereinstimmung gab, die Notwendigkeit war, sich an den Holocaust zu erinnern. Unter Anführung dieser Umfrage beklagte Merav Michaeli, eine Kolumnistin der Zeitung Haaretz, dass „der Holocaust das alleinige Prisma ist, durch das unsere Führung, gefolgt von der Gesellschaft als Ganzes, jede Situation untersucht.“ Sie fügte hinzu, dass die Art, wie viele Israelis Weltereignisse sehen, ein „alle unsere Leben sind einfach eine lange Shoah“ ist.

Dies war auch das Argument von Avraham Burg, einem ehemaligen Sprecher des Parlaments, in seinem Buch „The Holocaust is Over; We Must Rise from Its Ashes.“

Er mahnte, dass auf dem Campus von Yad Vashem ein internationaler Gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und fügte hinzu: „Israel muss Auschwitz hinter sich lassen, denn Auschwitz ist ein geistiges Gefängnis. Das Leben im Lager ist Überleben mit einem Schuss Schuldgefühl und Opferwissenschaft.“

Mr. Shalev, der Vorsitzende von Yad Vashem, sagte, dass der Holocaust nicht die alleinige Quelle von Israels Selbstdefinition sein dürfe. Dennoch, sagte er, war er eindeutig ein wichtiges Element, und fügte hinzu: „Der Holocaust hält in der Tat in mancher Weise unsere Identität zusammen. Gleichzeitig hat der Aufbau von Interesse am Holocaust überall auf der Welt ein wachsendes Bewusstsein über Genozid im Allgemeinen geschaffen, und wir haben darin eine wichtige Rolle zu spielen.“

Die hier studierenden Taiwanesen stimmten zu. Sie sagten, sie würden Lehren mit nach Hause nehmen, die auf die Diskriminierung und sogar Schikanierung auf ihren Campus zutreffen würden.

Mr. Paz Alcalde, der spanische Lehrer, sagte, dass auch er glaube, dass das Studium der Details einer bestimmten Anzahl von Ereignissen der beste Weg für das Hervortreten eines größeren Sinnes sei.

„Ich sehe keine Dichotomie zwischen dem Speziellen und dem Universalen“, sagte er. „Die Geschichte des Holocaust ist eine Geschichte realer Individuen und Familien, von Menschen mit Geburtstagen und Träumen. Sobald man sie einmal kennenlernt, wird ihre Geschichte zur eigenen Geschichte.“

In der Tat. Seit mehr als hundert Jahren haben Juden versucht, unsere Geschichte mit ihrer eigenen zu verdrängen und damit all unsere Leben einfach zu einem langen Holocaust-Narrativ gemacht.

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