Rezension: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Teil 2]: „Mittelalterlicher englischer Antisemitismus“

Von Andrew Joyce, übersetzt von Deep Roots. Das Original Review: Anthony Julius’ „Trials of the Diaspora“ [Part 2]: „Medieval English Anti-Semitism“ erschien am 21. Januar 2013 im „Occidental Observer“.

In Teil 1 dieses Essays schufen wir die Grundlagen für eine Untersuchung von Anthony Julius’ Trials of the Diaspora, indem wir den Hintergrund des Autors betrachteten, seinen Hintergrund als Anhänger der Frankfurter Schule und seine Rolle bei der Verteidigung und Förderung jüdischer Interessen. Wir gehen nun zu einer Diskussion des historischen Inhalts des Textes über. Die folgende Analyse wird dem Leser zuerst Julius’ Narrativ der jüdischen Erfahrung im mittelalterlichen England liefern. Die zweite Hälfte des Essays wird der Sezierung seines Narrativs gewidmet sein und dem Aufzeigen seiner Myriaden von Fehlern, Falschdarstellungen und Erfindungen.

Julius über die Juden im mittelalterlichen England

Julius beginnt seine Geschichte der Juden im mittelalterlichen England, indem er ein häufiges Thema in der jüdischen ethnisch-aktivistischen Geschichtsschreibung einführt – die völlige jüdische Passivität und den Einsatz dessen, was ich „das Opferparadigma“ nenne. Wie ich in meiner früheren Arbeit über die russischen Unruhen im 19. Jahrhundert erläuterte, „ist es die Vorstellung, daß Juden als exemplarisches ‚schuldloses Opfer’ in der Welt allein dastehen. Auch nur irgendein Gefühl jüdischer Einwirkung zuzulassen – irgendeine Behauptung, daß Juden vielleicht in mancher Weise zu antijüdischen Einstellungen beigetragen haben – heißt, dem Fortbestand dieses Paradigmas zu schaden.“ Für Julius ist die Geschichte der Juden im mittelalterlichen England eine, in der eine unschuldige jüdische Population von „einem räuberischen Staat, einer feindseligen Kirche und einer zeitweise, aber mörderisch gewalttätigen Bevölkerung“ zum Opfer gemacht wird (S. xli). Julius schreibt, daß die Periode „einen Krieg gegen die Juden“ erlebte (S. xli). Das Leben der Juden war laut Julius ab dem Moment ihrer Ansiedlung im Land im Jahr 1066 „immer schwierig, oft unerträglich“ (S. xli).

Julius malt ein Porträt einer Gemeinschaft wie jede andere, vielfältig in ihren Interessen und Berufen. Sicherlich, gibt Julius zu, gab es „einige große Finanziers“, aber der Geldverleih spielte im jüdischen Leben keine große Rolle, und es gab auch „Ärzte, Händler, Goldschmiede und Balladensänger“ (S. 106). Julius behauptet, „sie waren nicht von ihren christlichen Nachbarn abgesondert“ (S. 107). Er drängt uns zur Vermeidung „der Fehlvorstellung, daß das typische jüdische Milieu ein kommerzielles sei, und daß der Judaismus selbst besonders günstig für das Geldverdienen sei“ (S. 123).

Julius schreibt die erste ernsthafte Störung dieser prekären Existenz dem Erscheinen der „Ritualmordlegende“ zu, die laut Julius aus der Irrationalität und angeborenen Bösartigkeit der christlichen Bevölkerung entstand (S. 123). Die Krone machte dann mit und „machte das Abpressen von Geld von Englands reichsten Juden zu einem Projekt“ (S. 123). Man betrachte das Opferparadigma, das hier am Werk ist, wenn Julius behauptet: „Die Geschichte des mittelalterlichen englischen Judentums ist daher in großem Maße die Geschichte der Verfolgung des mittelalterlichen englischen Judentums“ [Hervorhebung im Buch] (S. 123). Er behauptet: „Im mittelalterlichen England wurden Juden diffamiert, ihr Vermögen wurde enteignet, sie wurden getötet oder verletzt, sie waren diskriminierenden und erniedrigenden Vorschriften unterworfen, und sie wurden schließlich vertrieben“ (S. 108). Gewalt „kam von oben und unten“ (S. 108), „weder jüdisches Leben noch jüdisches Eigentum war jemals gänzlich vor Angriffen sicher… Sogar ihre gewöhnlichsten, belanglosesten sozialen Begegnungen mit Christen waren mit Gefahr für Juden befrachtet“ (S. 119). Opfertum, Passivität, Mangel an eigener Tätigkeit.

Julius behauptet, daß der Staat die Juden zu Opfern gemacht hätte, indem er „Erpressung durch gerichtliche Sanktionierung falscher Anschuldigungen unterstützte, durch seine stillschweigende Unterstützung für Mob-Gewalt und seine Weigerung, die Mörder von Juden zu bestrafen“ (S. 119). Die Kirche „praktizierte Gewalt und stiftete andere zu Gewalt an durch ihr Streben nach verfolgerischen Gesetzen, durch ihre Predigten und durch andere Zwangsmaßnahmen“ (S. 119). Mob-Gewalt war „radikal, gnadenlos und sehr oft geschickt angeleitet“ (S. 119). Julius liefert keine Verweise, Zitate oder Beweise zur Unterstützung dieser Behauptungen.

Viel von Julius’ Polemik zu diesem Zeitraum betrifft die „Ritualmordlegende“, ein Phänomen, das er völlig zu erklären oder in einen Zusammenhang zu stellen verabsäumt. Er stützt sich darauf, es als „den beispielhaften Fall einer völligen Erfindung“ abzutun, ohne zu fragen, warum eine örtliche Bevölkerung a) überhaupt Beweise gegen Juden erfinden würde und b) warum das die Form annahm und zu der Zeit aufkam, wie es der Fall war. Nachdem die Beantwortung solcher Fragen entscheidend für das Verständnis jeder historischen Frage oder Periode ist, ist Julius’ ganzer Abschnitt dazu nicht nur faktisch, sondern auch methodisch fehlerhaft. Er schreibt die antijüdischen Unruhen von 1189 bis 1190 „einer breiten Begeisterung für die Kreuzzüge“ zu (S. 119), ohne Gründe für solch eine Aussage zu bieten, und schreibt provokant, daß er sich die Massen von Nichtjuden vorstellt, wie sie „rauben, vergewaltigen, verbrennen und töten – die ganze Zeit selbstgerecht“ (S. 119).

Die Krone, behauptet Julius, belastete Englands Juden mit „drückenden Steuern“, die aufgrund persönlicher Habgier und einer bösartigen Theologie eingehoben wurden, die sie für „Gottes zurückgewiesenes Volk“ hielt (S. 125). Sie seien den Launen von Königen ausgesetzt gewesen, die große Darlehen und tallages [eine Art von Landsteuer] forderten. Die englische Kirche verfolgte Juden, indem sie Christen sagte, nicht zu jüdischen Ärzten zu gehen und kein Geld von Juden zu borgen, und durch die priesterliche Befassung mit jüdischen religiösen Gestalten in theologischen Debatten. Edward I. war besonders gemein, erklärte Julius, denn er „gab Anweisungen an Juden, dominikanischen Predigten beizuwohnen“ (S. 139).

Julius schreibt, daß Edward I. im Jahr 1290 eine „geschwächte“ und „eingeschüchterte“ jüdische Bevölkerung aus England vertrieb, sobald sie für die Krone finanziell nicht mehr nützlich war. Ein deprimierendes und für den uninformierten Leser in der Tat mitleiderregendes Narrativ.

Aber ein gänzlich falsches.

Juden im mittelalterlichen England

Sogar damals im Jahr 1894 gab es eine genügende Menge dieser Dokumentation, daß W. Bacher schreiben konnte: „Kein Land in Europa besitzt einen so reichen Bestand an Dokumentation über die Geschichte der Juden im zwölften Jahrhundert wie England“ [1] Trotz der Verfügbarkeit großer Mengen von primären Dokumentarbeweisen konsultierte Julius nicht eine originale Quelle für seine Diskussion über die mittelalterlichen englischen Juden, sondern macht statt dessen starke und selektive Anleihen bei anderen Autoren. Wie G. R. Elton, der große englische rationalistische Historiker, in seinem Klassiker The Practice of History (1961) sagte: „Zu wissen, was andere Historiker geschrieben haben, ist entscheidend für eine ordentliche Arbeit“, aber „die erste Forderung für solide Geschichtswissenschaft muß betont werden: sie muß auf einer breiten Inangriffnahme allen relevanten Materials beruhen.“ [2] Julius geht nicht nur nicht alles relevante Material an, das im Laufe von Jahrhunderten ausgegraben worden ist – er befaßt sich mit gar nichts davon. Mit der Ausnahme von ein oder zwei Einträgen besteht Julius’ Liste von über einhundert Fußnoten für seine Diskussion der Juden im mittelalterlichen England ausschließlich aus Büchern, die in den 1980ern und 1990ern von Historikern der Art geschrieben wurden, die von Elton als Lieferanten „antipositivistischer Kritiken“ bezeichnet wurden – das heißt, eine Schule von Historikern, die behaupten, daß die Theorie den Beweis übertrumpft, und für die es daher „buchstäblich axiomatisch ist, daß Historiker nie mit den Materialien der rohen Vergangenheit arbeiten.“ [3] Natürlich war der Antipositivismus die Hauptlinie des Denkens der Frankfurter Schule, die das Schreiben der akademischen Historie in den 1960ern infizierte, und bis zum heutigen Tag fortbesteht. [4] Seine Verfechter glauben daran, ihre Forschung im Bereich der Fantasie durchzuführen statt im Archiv.

Befassen wir uns als erstes mit Julius’ Behauptung, daß diese jüdische Gemeinschaft vielfältig in Gewerbe und Beruf war, und daß der Geldverleih ein sehr geringfügiger Teil davon war. Anders als Julius konsultierte A. M. Fuss für seinen Artikel von 1875 über „innerjüdische Kredite in England vor der Vertreibung“ die verfügbaren Aufzeichnungen und kam zum Schluß, daß die englischen Juden „sich hauptsächlich mit Geldverleih befaßten, statt mit Gewerbe oder Handel… Tatsächlich bieten die von den Königen John und Richard erteilten Privilegien [d. h., im Sinne von Lizenzen; d. Ü.] spezifischen Schutz für ihre Geldverleihaktivitäten.“ [5] P. Elman schreibt in der Economic History Review: „Die offenkundige Funktion der Juden hinsichtlich der allgemeinen Bevölkerung war jene des Geldverleihs.“ [6] B. Lionel Abrahams verwendete in seinem mit dem Arnold Prize ausgezeichneten Artikel „The Expulsion of the Jews from England in 1290“ [„Die Vertreibung der Juden aus England im Jahr 1290“] große Mengen von Archivbeweisen und konnte aufgrund dieser Beweise schlußfolgern, daß die Juden, als sie sich erstmals in England ansiedelten, „Geld mitbrachten, aber keine Fertigkeiten in irgendeinem Beruf, außer es [das Geld] gegen Zinsen zu verleihen.“ [7] Ein weiterer Artikel stellt fest, daß es in dieser reichlichen Literatur keinen Hinweis gibt, „um anzunehmen, daß die englischen Juden dieses Zeitraums ihren Lebensunterhalt in irgendwelchen beträchtlichen Zahlen aus irgendeiner anderen Kunst oder einem anderen Handwerk erhielten… Es ist daher wahrscheinlich, daß das Kapital, mit dem die Gemeinschaft im Land begann, sehr beträchtlich war.“ [8] In den Tausenden und Abertausenden von Seiten von Dokumenten, die wir über diese Gemeinschaft haben (die Wohnsitzdaten, die Steuerinformationen, die Details ihrer persönlichen Darstellungen etc.) finden wir keine beruflich vielfältige und verstreute Population, sondern statt dessen eine enggestrickte, untereinander in Wechselbeziehung stehende und extrem gut organisierte Gruppe von Geldverleihern und Finanziers. Julius würde es nicht gefallen, wenn wir die „Fehlvorstellung“ hätten, „daß das typische jüdische Milieu ein kommerzielles ist“, daher verzerrt er schamlos die historischen Aufzeichnungen. Hinsichtlich dessen, ob dies eine vorsätzliche Verzerrung ist: er zitiert die Seite sechsundzwanzig aus H. G. Richardsons The English Jewry under Angevin Kings (1960). Die vorhergehende Seite, das ist die Seite fünfundzwanzig, liefert eine ausführliche Beschreibung des riesigen jüdischen Geldverleihunternehmens. [9]

Julius behauptet, daß Christen und Juden Seite an Seite lebten und daß sie die kleinen Dinge im Leben gemeinsam genossen, bis die psychotische christliche Bevölkerung mörderisch wurde. B. Lionel Abrahams malt ein ziemlich anderes Bild. Unter Verwendung von Stadtplänen und Wohnsitzdaten fand er heraus, daß Juden „nicht unter Zwang, sondern aufgrund ihrer eigenen Entscheidung, ein separates Viertel jeder Stadt bewohnten, in der sie lebten.“ [10] Er schreibt, daß sie „Fleisch als ungeeignet für sich selbst ablehnten, aber es als gut genug betrachteten, um zum Verkauf an ihre christlichen Nachbarn angeboten zu werden.“ [11] Sie lebten als „Halbfremde, die als Wucherer reich wurden und seltsame Gebräuche pflegten.“ [12] Sie standen außerhalb der Feudalgesellschaft, die auf einer aristokratischen militanten Bruderschaft erbaut war, welche selbst auf Eiden und Lehnstreue begründet war. [13]

Julius beklagt sich über schwere, unerbittliche und drückende Steuern und Kredite, die den Juden abgepreßt wurden, obwohl ich sehr bezweifle, daß er jemals ein Auge auf die relevanten Dokumente geworfen hat. P. Elman, der das schon getan hat, schreibt: „Abgesehen von den quasi-regulären und normalen legalen Einkommensquellen, die die Engländer genauso wie die Juden bezahlen mußten, verlangte der König von den Juden eine Anzahl gelegentlicher Beiträge, insbesondere Kredite und tallages [Landsteuern]. Im dreizehnten Jahrhundert, welches der für unseren Zweck entscheidende Zeitraum ist, waren die Kredite unbedeutend an Zahl und Betrag [Hervorhebung von mir (d. h. Andrew Joyce)].“ [14] Weiters „gibt es keinen Beweis für die Einhebung jeglicher kollektiver tallage von ihnen bis zum Jahr 1168, und dann überstieg die Zahl nicht 5000 Mark.“ [15] Wenn die tallages eingehoben wurden, galten sie nur für Land, das Juden anstelle der unbezahlten Kredite der Barone gepfändet hatten (siehe unten). Weiters waren Juden von Kronsteuern ausgenommen [16], und anders als die christliche Bevölkerung waren die Juden bei ihren Bewegungen im Land, wo sie Geschäfte abwickelten, „frei von allen Zöllen und Gebühren.“ [17]

Wenn wir einen englischen Bauern des dreizehnten Jahrhunderts vor uns hätten, dann würde er viel von Julius’ Behauptung zu bestreiten finden, daß es der Jude war, der ganz unten auf der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leiter stand. In Wirklichkeit ist gut bestätigt worden, daß Juden die Position einer privilegierten Elite unter königlichem Schutz einnahmen. B. Lionel Abrahams schloß nach der Untersuchung von Jahrhunderten an königlichen Lizenzen: „Von ihrer ersten Ankunft im Land an hatten sie eine Art von informellem königlichem Schutz genossen.“ [18] Später „gab und sicherte Heinrich II so große Sonderprivilegien, daß sie den Neid ihrer Nachbarn erregten“ [19], gestattete ihnen den Einsatz ihrer eigenen Gerichte und „stellte sie unter den besonderen Schutz der königlichen Beamten in jedem Bezirk.“ [20]

Indem sie hohe Zinssätze verlangten und die Verschuldung der kleineren Barone und der Freisassen ausnützten, waren Juden erfolgreich beim Erwerb riesiger Zahlen von Grundbesitzungen, die der König dann allmählich erwarb, indem er sie anstelle von tallages akzeptierte. [21] Die Juden hatten freie Hand bei der Weiterführung ihrer regulären und hochprofitablen Geldverleihaktivitäten, solange sie eine wechselseitig vorteilhafte Partnerschaft fortführten, die dazu bestimmt war, „die Übertragung von Land von den kleinen Landbesitzern an die Oberschicht“ [22] zu fördern. Es überrascht nicht, daß die Juden dadurch schließlich als eine feindliche Elite gesehen wurden. Sie wurden nicht nur von den Kleinbauern als solche gesehen, sondern auch von den Baronen, die sich unter ihren Zinssätzen aufrieben und unter ihrer Unfähigkeit, gegen die unter königlichem Schutz Stehenden zuzuschlagen. Irven Resnick schreibt in einem Artikel von 2007 für das angesehene Journal Church History, daß Juden die „Agenten der verhassten königlichen Finanzpolitik“ waren [23], wie auch die Wucherer der Massen. Die Krone wußte davon und ergriff Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Juden. Es hat eine Menge Aufhebens darum gegeben, daß Juden zu dieser Zeit erstmals ein Abzeichen zu ihrer Identifizierung tragen mußten. Weniger oft publiziert wird, daß diese Abzeichen laut einem Artikel in der Jewish Quarterly Revue erstmals durch die englische Krone eingeführt wurden, um „ihre bessere Erkennung durch ihre Beschützer zu ermöglichen.“ Diese Partnerschaft steht ganz im Gegensatz zu dem von Julius gemalten Bild, indem die Krone sich sogar weigerte, „die Mörder von Juden zu bestrafen.“ [25] Tatsächlich ist diese Aussage selbst eine völlige Erfindung. Eines der bemerkenswertesten Dinge an der Vertreibung war, daß während dieser und lange nachdem die Krone die Juden als nützlich betrachtete, ein Dank für erwiesene Dienste bestehen blieb. Zefirah Rokeah schreibt, daß die Krone „sich bemühte, die sichere Passage von Juden während der Vertreibung selbst sicherzustellen, und diejenigen bestrafte, die sie beraubten oder ihrem Tod überließen.“ [26] Julius weiß dies natürlich – er zitiert mehrmals, wenn auch selektiv, aus genau dem Kapitel, aus dem ich soeben zitiert habe. [27]

Julius behauptet, daß die englische Kirche grundsätzlich auf Verfolgung aus war, weil sie den Judaismus als Häresie betrachtete, und gibt damit den Juden eine gänzlich passive Rolle. Darin nimmt er starke Anleihen bei der etablierten jüdischen Literatur zu diesem Thema [28], und er zitiert ausgiebig von Zefirah Rokeah, die eine der Hauptvertreterin dieser Vorstellung ist. Zum Beispiel schreibt sie: „England befand sich unter den in religiösen Dingen orthodoxesten Ländern. Häresie war außerordentlich selten, und man befaßte sich entschieden mit ihr, wenn sie auftrat. Man hielt es nicht für nötig, die Inquisition nach England zu importieren, obwohl die Dominikaner anwesend und in der Lage waren, als deren Agenten zu handeln.“ [29]

Es gibt jedoch ein grundlegendes Problem mit der diesbezüglichen jüdischen Rationale. Häresie kann nur von „einem aus der Herde“ begangen werden, und Juden wurden nie als Teil der Herde betrachtet. Tatsächlich schreibt Abrahams, daß verglichen mit den Häresien von Sekten wie der Katharer, die zu dieser Zeit blühten, „der jüdische Unglaube als harmlos betrachtet wurde.“ [30] Einfach ausgedrückt: die Juden waren Außenseiter ohne Bedeutung oder Belang für die Kirche.

In den frühen Jahren der Interaktion zwischen Kirche und Juden waren die Beziehungen in Wirklichkeit positiv. Wir wissen aus Dokumenten, daß die englische Kirche sich von den Juden Geld gegen Zinsen borgte und „Gefäße, Bücher und Gewänder der Kirche als Sicherheiten für ihre Kredite verpfändete; sogar Reliquien wurden in dieser Weise benutzt… Der jüdische Finanzier Aaron of Lincoln allein finanzierte Bauprojekte in neun Zisterzienserabteien wie auch die Kathedralen von Lincoln und Petersborough.“ [31] Die Beziehungen hörten schließlich nicht wegen theologischer Differenzen auf, sondern unter der Direktion des Bischofs von Lincoln, der sich darüber beklagte, daß die Zinsniveaus für diese Darlehen „exorbitant“ geworden waren. [32] J. M. Rigg schloß nach einer Untersuchung der Kirchenkorrespondenz: „Religion hatte wenig oder nichts mit der Vertreibung zu tun“ [33] und „der Klerus Englands zeigte weit weniger Feindseligkeit gegenüber den Juden als die Laien.“ [34] Als die Laien unter dem jüdischen Wucher zu leiden begannen, verschlechterten sich die Beziehungen weiter, und die Kirche machte sich daran, den christlich-jüdischen Kontakt ganz zu beenden. Als diese Bemühungen scheiterten und die Juden sich in neue Städte in ganz England ausgebreitet hatten, geschützt durch königliche Wachen, wuchsen die Spannungen. Weil ein Angriff auf die Juden als Angriff gegen den König betrachtet wurde, mußte irgendein Vorwand gesucht werden. Ein religiöser Vorwand, der den Schutz der Kirche bieten könnte, wurde für machbar gehalten, und in dieser Atmosphäre entstand die Anschuldigung wegen Ritualmord. Gillian Bennett, ein guter Historiker des mittelalterlichen England und ein Experte über die Anwendung und Rezeption von Folklore, schloß im Jahr 2005 nach Jahren der Erforschung dieser Anschuldigungen: „Wo Anschuldigungen wegen Ritualmord in diesem Zeitraum vorgebracht wurden… ist es wahrscheinlicher, daß sie cause celebres waren, um die sich antijüdische Gefühle kristallisieren konnten, statt von vornherein die Ursache von Antisemitismus.“ [35] Ein Vorwand – ein „sicherer“ Vorwand, unter dem man einen Angriff gegen eine feindliche, stark geschützte Elite aufbauen konnte. Natürlich unterschätzte die Bauernschaft die Reaktion des Souveräns – nach einem Aufruhr gegen Juden in York im Jahr 1190 wurden viele Aufrührer auf Befehl des Königs gehängt. [36]

Statt Julius’ „Krieg gegen die Juden“ erlebte der Zeitraum also die Partnerschaft von Krone und Jude gegen die Barone und das Kleinbauerntum. Erst als der vorsichtige Edward I. den Thron bestieg, änderte sich die Situation. Die Barone wurden zunehmend unruhig – eine Unruhe, bei der Edward sich sicher war, daß sie sich schließlich gegen ihn richten würde. Während des Interregnums von Heinrich II. und Richard I., dem kurzen Zeitraum, bevor der neue König „den Frieden“ erklärte, waren von den Baronen erfolgreiche Überfälle auf die archae durchgeführt worden – stark bewachte Gebäude, die Aufzeichnungen darüber beherbergten, was sie der Krone und den Juden schuldeten. [37] Tallages offenbarten beständig das erstaunliche Ausmaß des jüdischen Reichtums, und wie J. M. Rigg feststellt: „Zweifellos hatte diese Entdeckung, wie sehr ihr Überfluß gewachsen war, viel mit dem Ausbruch von Antisemitismus zu tun, der folgte.“ [38] Edward beschloß daher, der Sache ein Ende zu machen, solange die Gelegenheit günstig war – sowohl für ihn als auch für die Juden. Wie Rigg in Anbetracht der Realitäten dieser Zeit schlußfolgerte, „wäre es absurd, ihn zu kritisieren, weil er sie aus dem Land entließ… Nein, es ist sogar wahrscheinlich, daß ihre Vertreibung letztendlich doch ein Segen war.“ [39] Außerdem kann Mr. Julius vielleicht erklären, warum die Juden, wenn sie es im mittelalterlichen England so schrecklich hatten, nur zwanzig Jahre nach der „Vertreibung“ um ihre Rückkehr zu bitten begannen? [40]

Als Abschluß unserer Analyse von Julius’ Diskussion der Juden im mittelalterlichen England ist es wert, sie in einen Zusammenhang zu stellen und ihre Rolle in der breiteren Landschaft der jüdischen Geschichtsschreibung hervorzuheben. Um nur ein Beispiel zu nehmen: die von Julius vorgebrachte Behauptung, daß die mittelalterliche jüdische Gemeinschaft Englands vielfältig in Gewerbe und Beruf war, hat absolut keine Faktengrundlage und ist eine bloße Erfindung, die einen dunklen Fleck in der jüdischen Vergangenheit reinwaschen soll. Alle Beweise, die wir haben, deuten auf eine fast vollständige Befassung mit dem Geldverleih. In den 1970ern jedoch mutmaßte Salo Baron in seiner Economic History of the Jews, daß sie wirtschaftlich vielfältig war, und schuf damit die theoretische Grundlage, die zukünftige Autoren ausschmücken konnten. Er behauptete: „Die existierende reichhaltige Dokumentation über jüdische Geldverleiher im mittelalterlichen England hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler fast völlig vom pulsierenden Leben dessen weggelenkt, was wahrscheinlich die nicht-geldverleihende Mehrheit der englischen Juden war.“ [Hervorhebung von mir (d. h., Andrew Joyce)]

Baron hatte nichts, worauf er diese Behauptung stützen konnte, und sicherlich überhaupt keine Rechtfertigung für die Behauptung, daß die Mehrheit der Juden in England keinen Geldverleih betrieb. In Wirklichkeit widerspricht diese Aussage dem Großteil seiner Diskussion der jüdischen wirtschaftlichen Tätigkeit in England, worin er behauptet, daß der Geldverleih das „Lebensblut“ und „die wirtschaftliche Grundlage“ der Gemeinschaft war.

Jedoch genügte Barons Fürsprache für ein Kapitel in Anti-Semitism Through the Ages [„Antisemitismus durch die Zeitalter“] von 1988, in dem Zefirah Rokeah Baron zitierte, aber es so klingen ließ, als ob er harte Beweise zum Beleg seiner Theorie gefunden hätte. Rokeah spielte im Haupttext dunkel auf „Manuskriptbeweise“ an, aber verborgen in ihren Fußnoten wird klar, daß diese „Entdeckung“ bloß weiterer Papierkram über Geldverleiher war – und überhaupt nichts mit der eingebildeten Mehrheit vielfältig beschäftigter Juden zu tun hatte. Trotzdem sie Barons Mutmaßung zustimmend zitierte und weiter ausschmückte, sind bis jetzt noch überhaupt keine Beweise zu deren Untermauerung gefunden worden.

Um uns weiter ins Jahr 2010 zu begeben: unser Anthony Julius spielte seine Rolle bei der Weißwaschung der jüdischen Geschichte, indem er Rokeah als Beweis für seine Behauptung zitierte, daß das mittelalterliche Judentum definitiv wirtschaftlich vielfältig war. An keiner Stelle in dieser Abfolge wurden neue Beweise eingebracht – es waren einfach jüdische Akademiker, die einander zitierten und sich darauf verließen, daß der wissenschaftliche Apparat der Zitierung allein ihren Behauptungen Legitimität verleihen würde. Aber durch diese einfache Methode wurde die Wahrheit in drei Büchern (und im Laufe von 40 Jahren) erstickt, und wir gingen von einer Sicht einer vorwiegend geldverleihenden Gemeinschaft zu einer völligen Umschreibung der Geschichte über, in der die Gemeinschaft kaum überhaupt in den Geldverleih verwickelt war. Man stelle sich nur all die zukünftigen Wissenschaftler vor, die wissentlich oder unwissentlich Julius zitieren und somit diese Erfindung in ihren Werken fortbestehen lassen werden.

Anmerkungen:

[1] W. Bacher, „The Jews of Angevin England: Documents and Records from Latin and Hebrew Sources,” Jewish Quarterly Review, 6:2 (1894), 335-374 (S.335-336).

[2] G.R. Elton The Practice of History (London, 1961), S.88.

[3] Ebd., S. 79.

[4] J. Marcus, Foundations of the Frankfurt School of Social Research (New Brunswick, 1984), S.15.

[5] A.M. Fuss „Inter-Jewish Loans in Pre-Expulsion England” Jewish Quarterly Review, 65:4 (1975), 229-245 (S.229).

[6] P. Elman, „The Economic Causes of the Expulsion of the Jews in 1290” The Economic History Review, 7:2(1937) 145-154 (S.145).

[7] B. L. Abrahams, „The Expulsion of the Jews from England in 1290” Jewish Quarterly Review, 7:1 (1894), 75-100 (S.76).

[8] „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (S.10).

[9] Siehe H.G. Richardson, The English Jewry under Angevin Kings, (London, 1960), S.25.

[10] B. L. Abrahams, „The Expulsion of the Jews from England in 1290” Jewish Quarterly Review, 7:1 (1894), 75-100 (S.76-7).

[11] Ebd.

[12] Ebd., S. 78.

[13] „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (S.7).

[14] P. Elman, „The Economic Causes of the Expulsion of the Jews in 1290” The Economic History Review, 7:2(1937) 145-154 (S.145).

[15] „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (S.10).

[16] Ebd., S. 11.

[17] B. L. Abrahams, „The Expulsion of the Jews from England in 1290” Jewish Quarterly Review, 7:1 (1894), 75-100 (S.84).

[18] Ebd., S. 78.

[19] Ebd., S. 81.

[20} Ebd.

[21] P. Elman, „The Economic Causes of the Expulsion of the Jews in 1290” The Economic History Review, 7:2(1937) 145-154 (S.145).

[22] P. Elman, „The Economic Causes of the Expulsion of the Jews in 1290” The Economic History Review, 7:2(1937) 145-154 (S.145).

[23] Irven Resnick „Review: Expulsion: England’s Jewish Solution by Richard Huscroft” Church History, 76:3 (2007), 634-636 (S.635).

[24] „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (p.14).

[25] Ebd.

[26] Z.E. Rokeah „The State, The Church, and Medieval England,” in S. Almog Antisemitism Through the Ages (New York, 1988), S.104.

[27] Julius, Trials of the Diaspora, S.654, 656, 657.

[28] Siehe zum Beispiel D. Cohn-Sherbok, The Crucified Jew: Twenty Centuries of Christian Anti-Semitism (London, 1992), R.S. Wistrich, Anti-Semitism: The Longest Hatred (London, 1991), and M. Perry Antisemitism: Myth and Hate from Antiquity to the Present (New York, 2002).

[29] Ebd., S. 101.

[30] B.L. Abrahams „The Expulsion of the Jews from England (Concluded)” The Jewish Quarterly Review, Vol. 7, No. 3 (Apr., 1895), S. 428-458, (S.458).

[31] Ebd., S. 112.

[32] Ebd., S. 113.

[33] J.M. Rigg „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (S.19).

[34] Ebd.

[35] G. Bennett, „William of Norwich and the Expulsion of the Jews”, Folklore 116:3, 311-314 (S.313).

[36] J. Gillingham, Anglo-Norman Studies: Proceedings of the Battle Conference, Volume 25 (Woodbridge, 2003), S.145.

[37] B. L. Abrahams, „The Expulsion of the Jews from England in 1290” Jewish Quarterly Review, 7:1 (1894), 75-100 (S.82).

[38] J.M. Rigg „The Jews of England in the Thirteenth Century,” Jewish Quarterly Review, 15:1 (1902), 5-22 (S.14).

[39] Ebd., S. 21.

[40] Z.E. Rokeah „The State, The Church, and Medieval England,” in S. Almog Antisemitism Through the Ages (New York, 1988), S.118, Fußnote 6.

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Nächster und letzter Teil: Rezension: Anthony Julius‘ Trials of the Diaspora“ [Teil 3]: Englischer literarischer Antisemitismus“

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2 Kommentare

  1. Sylvanus

     /  September 29, 2017

    Rückkehr in das Reich des Baal

    Gegenwärtig steigt die Zahl der Anfragen von Juden aus Europa und den USA an Einwanderungs-Agenturen, die eine eventuelle Rückführung nach Israel, also eine Repatrisierung, organisieren können. Als offizielle Begründung wird die Zunahme von ‚Antisemitismus’ genannt. In der Hauptsache sollen hierfür der Anstieg islamisch motivierter Gewalt gegenüber jüdischen Einrichtungen sein, und, als Folge einer drohenden Islamisierung des Abendlandes die verstärkte Rückbesinnung der autochtonen Völker auf ihre jeweilige nationale Identität. Eine derartige Begründung erscheint in zweifacher Hinsicht in sich selbst unschlüssig, ja geradezu paradox zu sein. Denn für die Ursachen von Flucht und Migration in aller Welt zeichnet sich eben jene jüdische Finanzelite verantwortlich, die sich nun durch die Bedrohungen des islamischen Terrors beunruhigt gibt, obwohl sie ihn mit ihrem geostrategischen Krisenmanagement überhaupt erst geschaffen hat. Gleichzeitig besitzen das Judentum und der Islam an den kulturgeschichtlichen Quellen des Talmud eine gemeinsame Wurzel. Sie sind in den antiken Stätten des Baals-Kultes verortet, die sich von Babylonien bis über Syrien bis an die phönizischen Küsten des Mittelmeeres verbreiten konnten. Im Laufe der Geschichte wandelte sich Baal zum menschenfressenden Moloch der Moderne, und zum Götzen Mammon unserer Tage. Vielfach verschüttet, und durch Manipulationen der Geschichtsschreibung verfälscht, wurden die ideologischen Verbindungsstränge unsichtbar gemacht. Der Islam ist seiner Herkunft nach eine von der jüdischen Rabbiner-Elite künstlich ins Leben gerufene Sklaven-Religion für die arabische Unterschicht im semitischen Herrschaftsgebiet. Dieses erstreckte sich vormals von Nordafrika, den Verlauf des Nil hinauf bis in den Sudan, und die um die israelitischen Kerngebiete angesiedelten Regionen des Libanon und Syrien. (Der Islam hat sämtliche Qualitäten eines Züchtigungsmittels zur Unterwerfung einer unbotmäßigen Dienstboten-Klasse: Die rituellen Reinigungsvorschriften um ein notorisch schmutziges Personal zur Hygiene zu erziehen; das fünfmalige sich auf den Boden werfen müssen, zur Antrainierung von Unterwerfungsgesten gegenüber der Herrscher-Elite; die harschen Körperstrafen zur Disziplinierung eines unverbesserlich kriminellen Geschlechtes; die Pflicht zur Verschleierung als Maßnahme des Ekels der Herrscher-Elite vor den Weibern des Sklavenstandes)
    Für die westliche Welt sollte jedoch zunächst ein anderes Konzept umgesetzt werden, nämlich die Unterwerfung unter das Diktat der Geldwertstellung des gesamten Lebens zur reibungslosen Eingliederung in den Verwertungskreislauf des internationalen Handels. Selbst ortlos und entwurzelt, avancierte der jüdische Zins-Wucherer und vaterlandslose Börsenhändler letztlich zur Elite des kulturellen Lebens, das er gleichzeitig aushöhlte und entkernte. Die Verbrämung der Geld-Akkumulation durch Kunst und Kultur hat schließlich zum Tode volkstümlicher Kultur beigetragen, und mit der Ästhetik auch die Ethik der Völker vollständig untergraben.
    Mit dem aggressiven Eroberungsimpuls ausgestattet erweiterten einst die islamischen Horden schließlich den Mittleren Osten und Zentralasien. Die dort lebenden Völker leiden bis zum heutigen Tage unter den kulturzerstörerischen Affektationen des Islam. Aber damit agiert der Islam lediglich als ein kultureller Pflug der schöpferischen Zerstörung, am langen Arm der Geostrategen. Der globale Terror des Islam ist selbst ein gezielt gewollter Teil-Aspekt des Gesamtplanes der Globalisierung, deren weitere Aspekte in der totalen Vernetzung aller Dinge und Informationen und internationalen Geldpolitik liegen.
    Die kultivierte Attitüde der ‚Feindschaft’ zwischen Juden und Muslime hat bei genauerer Betrachtung keinen Gegenstand. In der Tat befinden sich beide Ideologien in einem herzlichen Einvernehmen brüderlicher Antipathie. Israels hegemoniale Interessen werden zuverlässig vom den saudischen Prinzen auf leisen Teppichen der diplomatischen Beratungsräume kooperativ begleitet. Die islamische Republik Iran geriet hingegen wegen regemäßig abgehaltener Anti-Zionistischer Kongresse auf Betreiben Israels auf die ‚Achse des Bösen’. Der Iran ist unter dem Einfluß einer Steinzeit-Variante des Islam de facto lahmgelegt, und aus dem Rahmen internationaler Achtung gefallen.
    Die islamische Welt ist selbst zutiefst gespalten – und daher tödlich geschwächt, und gerade deshalb eine tödliche Gefahr für die Völker der Welt. Das Prinzip der Spaltung, der Doppelung von Handlungsstrategien, die Delegation der Risiken an die Weltgemeinschaft als Exekutive zionistischer Interessen, und nicht zuletzt die Verschärfung der Sicherheitslage vermittelt durch den islamischen Terror, ist eine wesentliche Kategorie der Herrscher-Elite. All dies zusammen treibt das Weltgeschehen auf den Standard der Vereinheitlichung zu, der von transnationalen Konsortien, wie Bilderberger und Trilateraler Kommission angestrebt wird. Einstweilen gerät Israel zum ‚Taumelbecher der Nationen’, wie es verhießen worden war (rechtverstanden taumeln die Nationen).
    Wenn das internationale Finanzjudentum die weltweiten Börsenplätze beherrscht und wie ehedem die nomadischen Zelte abzubrechen im Stande ist, um anderwärts neue Ressourcen-versprechende Orte aufzusuchen, die ansässigen Völker wahlweise zu „Kanaanitern“, oder „Amalekitern“ erklärt und unterwirft (bei der Thoralesung in den Synagogen wird regelmäßig mit Genugtuung der Aufruf des Propheten Samuel zum Völkermord an den Amalekiter verlesen – nicht ohne auf Aktualitätsbezüge zu verweisen) – Warum also verzeichnet die Einwanderungsstatistik von Israel gerade jetzt steigende Zahlen? Wie ist eine regelrechte Sammlung an einem Ort zu begründen, der ohnehin dichtbesiedelt, schwer zu bewirtschaften, und ständig in seiner Existenz bedroht ist? Die jüdischen Verbände geben selbst die Antwort, in Verlautbarungen, daß die Existenz des Judentums besonders in einer Umgebung mit bedeutendem Anteil von Muslimen letztlich am gesichertsten gilt; und in Taten, die Israel als ein künftiges Sprungbrett attraktiv machen, zu den durch schöpferische Zerstörung umgepflückten kulturellen Äcker Syriens, und Irak, sowie im weiteren Rahmen Ägypten und Libyen – die Ressourcen Afrikas gleichsam vor der Tür, und zur Neueröffnung der Seidenstraße gleich von Beginn an vor Ort. Es ist also kein Sentiment, das die jüdischen Einwanderer lockt, sondern die Aussicht auf eine Umverteilung von Land und Ressourcen. Das größte Ressentiment jedoch hegen Juden jedoch gegenüber dem Christentum, und offenbaren damit ihre tiefe Übereinstimmung mit dem Islam. Denn es war Jesus selbst, mitten unter das verworfendste Volk gesandt, der von der Synagoge Satans gesprochen hat. Solcherweise als die wahren Sataniden ausgewiesen, befindet die Schaffung einer lebensfeindlich faschistoiden Ideologie wie den Islam aus eben den gleichen Wurzeln gespeist in direkter Konsequenz. Der Islam ist keine Religion im eigentlichen Sinne, sondern als faschistoide Ideologie ein taktisches Werkzeug aus dem ideengeschichtlichen Labor des Judentums, ebenso wie der Kommunismus, der gleichfalls einen Blutzoll in vielfacher Millionenzahl an Menschenopfern gefordert hat. Nach dem kulturellen Vernichtungswerk an der christlichen Orthodoxie in Osteuropa, erfolgte die Korruption der westeuropäischen Volksidentitäten durch den Faschismus/ Nationalsozialismus; eines mörderischen Mißbrauchs des Volkeswillens zur kulturellen Selbstbestimmung (die anfänglich kaum lebensfähigen politischen NS-Sekten sind nach Kräften durch das internationale Finanzjudentum, z.B. Fam. Rothschild, unterstützt worden; das Ziel der völligen Korruption des Volks- und Heimatbegriffes ist durch die Katastrophe des Weltkrieges, mit Flucht und Vertreibung, in effektiver Weise erreicht worden. Die jüdische Talmud-Elite hat mihin also als der eigentliche Sieger angesehen zu werden, der seine genuine Täterschaft durch einen moralischen Opferstatus zu verschleiern vermochte, und die Gründung des Staates Israel zum Lohn der Mühe erlangt hatte)
    Der Versuch nunmehr den Islam in Europa neben die anerkannten Religionsgemeinschaften zu stellen, entspricht der Legitimation des praktizierenden Satanismus, als staatlich zu fördernde Kulturstiftung, mit voller strafloser Duldung sämtlicher damit verbundenen Verbrechen, deren eindeutiges Gebot Muslime aus den Suren des Koran beziehen, und seine Wurzeln in den antichristlichen Quellen des Talmud besitzen!
    Wenn künftig von einem Untergang des Abendlandes gesprochen werden muß, der kulturell und ökonomisch wohl nicht mehr aufzuhalten sein wird, so ist das das Werk unermüdlicher Zersetzungsarbeit der international operierenden Talmud-Elite am identitären Selbstverständnis der Völker Europas. Dem Niedergang der europäischen Kultur gingen die USA bereits als Avantgarde voraus. Der multikulturelle Albtraum mündet im Chaos der Degeneration und Verwahrlosung. Welche Narben der Rückbau der öffentlichen Infrastruktur, die fortschreitende De-Industrialisierung und Abwicklung des Agrarsektors hinterlassen, kann bereits in Anschauung an der Vermüllung der Städte, der trostlosen Versteppung des Landes. Die Gewaltstatistik hat das bunte Gesicht herkunftsvergessener, entwurzelter Migranten, deren Massen an die Hochsicherheitszäune der Eliten branden, die ihrerseits ihre Illusion vom Fortschritt in das Weltnetz der virtuellen Realität verlagert haben. Wenn der Strom der Energieträger für die Datenträger versiegt sein wird, wird diese trügerische kulturelle Spätblüte des Informationszeitalters binnen weniger Tage auf seine eigentliche Grundlage des barbarischen Nihilismus zurückgeworfen werden. Die wahre Herrscher-Elite weiß sehr wohl um diese Fragilität, und besinnt sich wieder auf die Realien im Pokerspiel der Macht, nämlich Neuerschließung von Rohstoffressourcen, entwurzelte Arbeitssklaven, neu zu verteilendes Land. Die Claims hierfür werden in den Krisenregionen des Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und Asien, gerade neu abgesteckt!

    Antwort
  2. Sylvanus

     /  September 29, 2017

    Schulden und Schuldigkeit

    „…Alle sieben Jahre sollst Du ein Erlaßjahr halten…Wenn einer seinem Nächsten etwas borgt, der soll’s ihm erlassen, und nicht eintreiben von seinem Nächsten oder Bruder…Von dem Fremden darfst Du es eintreiben, aber dem der Dein Bruder ist, sollst Du es erlassen….dann wirst Du vielen Völkern leihen, doch Du wirst von niemandem borgen, Du wirst über viele Völker herrschen, doch über Dich wird niemand herrschen…“; soweit ein Abschnitt aus dem 5-ten Buch Mose 15

    Hiermit ist die jüdische Rechenhaftigkeit in ihrer unerbittlichen Gesetzlichkeit eines Shylock gegeben, wobei der Forderung des Kaufmanns von Venedig Folge zu leisten ist, nicht bloß deswegen, weil es ein vertraglich zugesichertes Recht des Kreditgebers ist, sondern weil die Schuld eine Schuld auf die Ehre Gottes darstellt. Der Schuldner ist nicht nur in geschäftlicher, oder juristischer, Hinsicht in der Bringschuld, sondern geradewegs ein Sünder wider Gottes Ordnung, wenn er ihr nicht Genüge tut. Damit kommt eine neue überhöhte Qualität hinzu. Das Schuldverhältnis ist nicht nur, zum Einen lebenslang nicht aufhebbar, wegen des uneinholbaren Rückstandes des real möglichen Erwerbs gegenüber der Potenz moderner Finanztransaktionen, sondern auch, zum Andern, charakterisiert durch ein Gefälle der Macht.
    Das moralisch entsprechend aufgeladene Recht des ‚Einholens’ des Zinses, auf höherer Ebene, steht dem auf basaler Ebene, entsprechend moralischen Recht, und Pflicht des ‚Erbringens’ der Schuldigkeit gegenüber. Darin besteht die Pervertierung der leistungsethischen Prinzipien der Hol-Pflicht und Bring-Schuld.

    Wer nicht glaubt, daß es in der gegenwärtigen Verfassung der Wirtschaftsordnung nicht etwa um das Begleichen von Schulden zu tun ist, sondern die dauerhafte Bindung des Menschen im Schuldverhältnis zu bewerkstelligen, sollte einmal die Verflechtung von Gläubigern und Inkassounternehmen in Betracht ziehen. Es ist mittlerweile regelmäßig üblich, nicht nur von Seiten privater Gläubiger, sondern auch bei Einrichtungen des öffentlichen Rechts, bis hinauf auf die transnationale Ebene der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfond (IWF), Außenstände von eigenständigen Inkasso-Instituten eintreiben zu lassen, die selbst wiederum als privatwirtschaftliche Finanz-Institute und Rating-Agenturen in keinster Weise demokratisch legitimiert sind.. Diese Branche definiert ihre raubgierige Rechenhaftigkeit zur ‚humanitären Rechtschaffenheit’ um, und setzt sich damit über jedes natürliche Völkerrecht. Das vorgebliche Ziel, nämlich die Begleichung von Schulden, ist aber nicht das eigentliche Ziel, sondern tatsächlich deren Verzögerung. Da im Verlaufe des Verfahrens Gebühren jeglicher Art, Mehraufwendungen und Mahnungen eine wesentliche Quelle des Inkassowesens sind, kann niemand der Beteiligten, außer der Schuldner, ein wirkliches Interesse an der Begleichung von Schulden haben, solange der Schuldner im Netz der Zahlungsverpflichtungen gehalten werden kann. Eine Kultivierung der Scham gegenüber Schuldverhältnissen sorgt für die zuverlässige Verschwiegenheit in den kreditbasierten Wirtschaftsprozessen. Die Eskalierung in Gestalt öffentlicher Gerichtsverfahren wird von allen Beteiligten gescheut, und eben diese Tatsache sorgt dann zuverlässig für das Dunkelfeld der moralischen Fragwürdigkeit, das alle Beteiligten in fataler Weise aneinander bindet. Über Geld wird eben nicht gesprochen, und im Besonderen nicht, wenn man es nicht besitzt, sondern schuldet.

    Eine Kritik an der zinsbasierten Ökonomie ist immer schwierig zu bewerkstelligen, da Schulden als Voraussetzung für den steigenden Wohlstand angesehen werden. Zumindest wenn der Wohlstand am bloßen Zuwachs im Erwerb von Dingen gemessen wird. Nur wird dabei übergangen, daß die Vorleistung zu der ein Investor mit Hilfe von Krediten, über seine eigenen Möglichkeiten hinaus, in der Lage ist, zuvor durch eine enorme Umverteilung des Vermögens von unten (den Kleinsparern) nach oben (des Großinvestor als Kreditgeber) ermöglicht wird. Die Zunahme von Wohlstand des Einen wird durch die Abwälzung der Risiken auf die breite Basis der Anderen erreicht. Kürzer ausgedrückt, der Reichtum der sogenannten Industrienationen, die mittlerweile Dienstleistungsnationen sind, ist die glänzende Seite der Medaille, deren Rückseite die Ausbeutung der sogenannten ‚Dritten Welt’ ist, bzw. ein Kredit auf die Zukunft, wie es an der Veränderung des Weltklimas noch zu erwarten ist. Bildlich noch deutlicher, muß der Vergleich mit dem ‚Schneeballsystem’ herangezogen werden, innerhalb dem der Zugewinn an einer Spitzenposition nur durch die Verteilung der Risiken an einer breiten Basis erreicht werden kann.
    Schulden müssen doch stets wieder abgedient werden, von den anderen weniger Skrupellosen oder der künftigen Generation, oder durch massive Störungen des ökologischen Gleichgewichts, wegen der unersättlichen Gewinnung von Rohstoffen, und Ablagerung von unverwertbarem Müll.

    Wie wurden die Völker Stück für Stück in die Tretmühle der Verschuldung gebracht?
    Neben den Mitteln des Krieges, der Ausbeutung, Entwurzelung und Verelendung der Völker, tritt numehr die sanfte Strategie des philanthropischen Kapitalismus auf den Plan. Über die strukturelle Entwicklungshilfe und die Gewähr von Mikrokrediten, wird das regionale ökonomische Gefüge unterminiert, und als minderwertig stigmatisiert. Der Aufbau hochtechnisierter Infrasturktur (Rohstoffgewinnung, Transportwege, Daten-Vernetzung) sorgt für die Anbindung der abgelegendsten Regionen, die bislang in Ökonomien der Selbstversorgung bestanden, an das Welthandelsnetz. Auf das internationale Börsenparkett gezerrt, lernen die Menschen (sie müssen es), sich in die ZinsesZins-Finanzwirtschaft, von Verschuldung und Schuldendienst, zu fügen. Die regionalen Produkte und Dienstleistungen treten von nun an in einen mörderischen Wettbewerb mit den beschleunigten Strömen der Waren, Finanzen und Daten der ganzen Welt. Auf diese Weise ereignet sich die Ablösung der nationalen Erwerbszweige von ihrer ursprünglichen Herkunft, sie werden zu wurzellosen Import- und Exportartikeln (z.B. kann sich Griechenland die Bedienung des Schuldendienstes für Eurofinanz, gewiß nicht mit dem historisch gewachsenen Olivenanbau leisten; die familiär geführten Betriebe gehen zugrunde, und Oliven werden zu einem Import-Artikel aus Übersee– ins Land der Oliven)

    Wie aber gelang die Transformation des Schulden-Begriffes schließlich von einer ökonomischen zur moralischen Kategorie?
    Die Beglaubigung ursprünglich auf den ‚Gläubiger’ gerichtet, wurde durch den überhöhten Bezug des „Volkes Gottes“ der Juden in allen Lebensbereichen direkt in die Nähe der göttlichen Sphäre gerückt. Der ihnen verpflichtete ‚Schuldner’ wurde damit in die Tiefe einer existenziellen Schuldigkeit gestoßen, gleichsam als ob er sich gegen Gott selbst etwas zuschulden kommen hat lassen. Jede Handlung, die im Politischen oder Ökonomischen den Interessen der talmudistischen Finanz-Elite widerspricht, pervertiert bei den Völkern und Nationen fortan in ein andauerndes schlechtes Gewissen. Eine durch Zins- und Zinseszins auflaufende Schuld erzeugt den Druck einer schier uneinlösbaren Verschuldung, und gleicht einem aus sich selbst ausweitenden Fluch, der sich über die Menschheit legt, die ihren Schuldendienst durch Leistungssteigerung büßen hat (exponentielles Wirschaftswachstum); der sich über die gesamte Natur legt, die sich restlos als Ressource den Begehrlichkeiten der Eliten zur Verfügung zu halten hat (Einbindung aller Lebewesen in den Verwertungszirkel)
    „Der Geniestreich des Christentums besteht darin, daß Gott selbst sich für die Schuld der Schöpfung opfert; Gott also sich selbst an sich bezahlt macht, und den Menschen ablöst, wofür der Mensch aus sich heraus unablösbar verschuldet ist. In Jesus opfert sich der Gläubiger seinem Schuldner – aus Liebe zu seinem Schuldner!“

    Antwort

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