Über die Linke und den Mythos vom „jüdischen Proletariat“

Von Andrew Joyce; Original: On The Left and the Myth of the ‘Jewish Proletariat’, erschienen am 7. August 2016 auf „The Occidental Observer“.

Übersetzung: Lucifex

 

„Die Last der Ausbeutung durch die Juden ist groß und ihre Schädlichkeit unbegrenzt. …Wenn wir es für möglich finden, die Revolution zu predigen, und nur gegen die Adeligen revoltieren, wie können wir dann die Juden verteidigen?“

Ukrainischer kommunistischer Revolutionär, 1876.[1]

In den Monaten unmittelbar vor seiner Krönung im Jahr 1189 wurde Richard Löwenherz sich der steigenden antijüdischen Stimmung im Volk Englands bewusst. Dieses böse Blut war das Ergebnis von Jahrzehnten des grassierenden Wuchers, der Beschlagnahmungen von Besitz, der sozialen Ungleichheiten und dessen, was der Historiker Robert Chazan als den „effektiven königlichen Schutz“ von Heinrich II. bezeichnete.[2]

Erpicht darauf, sich mit der Stimmung der Nation zu verbünden, besonders in den unsicheren frühen Tagen seiner Herrschaft, suchte Richard den Gefühlen der Massen zu gefallen, indem er Juden verbot, der Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei beizuwohnen. Die Nachricht von dem Verbot wurde vom Volk begrüßt, aber der Schritt war für Englands Juden zutiefst beunruhigend. Das Verbot wurde von den Hebräern der Nation nervös als eine Schwächung der lebenswichtigen jüdischen Beziehung zur Elite wahrgenommen. Diese Beziehung, besonders der Schutz, den sie jüdischen Kreditkaufleuten bot, war absolut wichtig für die ungestörte Fortsetzung der höchst feindseligen Finanzpraktiken der Juden unter den niedrigeren Schichten. Ohne diesen Schutz würde die Position der Juden in England nicht mehr haltbar sein. Daher traf in einem verzweifelten Versuch des Widerstands gegen einen Niedergang des jüdischen Einflusses eine Gruppe höherrangiger Juden an den Toren der Westminster-Abtei ein, die großzügige Geschenke trugen und unterwürfig sprachen. Die Mühe war vergebens.

Der jüdischen Gruppe wurde von Adeligen und Beamten der Eintritt verwehrt, und sie wurde dann wegen ihrer offenen Missachtung königlicher Befehle ausgezogen und ausgepeitscht. Nachdem diese Bestrafung ein öffentliches Schauspiel war, kam bald eine Geschichte in Umlauf unter der Landbevölkerung, dass der neue König mit allgemeinen Aktionen gegen die Juden einverstanden sei und dass die königliche Elite nun auf der Seite des Volkes stünde. In den folgenden Tagen wurden luxuriöse jüdische Häuser niedergebrannt, und Burgen, die jüdische Schuldenaufzeichnungen enthielten, wurden gestürmt und ihr Inhalt vernichtet. Diese Handlungen bauten jedoch auf der Annahme einer Rückendeckung durch die Elite auf, die es in Wirklichkeit nicht gab. Die Erwartungen der Massen wurden bald grob zerschlagen. Die Ausschließung der Juden durch Löwenherz war eine bloße Propagandamaßnahme gewesen, die ihn bei seinen Untertanen beliebt machen sollte, und die Auspeitschung der sich aufdrängenden Gruppe wurde ohne sein Einverständnis ausgeführt. In Wahrheit blieb der König der Macht des Mammons genauso verpflichtet wie seine Vorgänger. Wenn es hart auf hart kam, war die Landbevölkerung, anders als „seine“ Juden, entbehrlich. Richard verlor keine Zeit, die Rädelsführer der antijüdischen Aktionen zusammenzufangen und hinzurichten, einschließlich selbst jener, die jüdisches Eigentum versehentlich beschädigt hatten. Er erteilte dann Befehle an „die Sheriffs Englands, alle solchen Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern.“[3] Nach dieser Niederschlagung des Volkes sollten die Juden Englands erneut unter einem hohen Maß von königlichem Schutz verbleiben, bis „Löwenherz“ das Land verließ, um in den Dritten Kreuzzug zu ziehen – ironischerweise ein Unternehmen, das Menschen in fremden Nationen von der Tyrannei von „Ungläubigen“ befreien sollte. Die gesamte Affäre bleibt eine perfekte Veranschaulichung der jahrhundertealten symbiotischen Beziehung zwischen Juden und unseren einheimischen Eliten, und für die Bedrohung durch den parasitischen Kapitalismus, der sie aneinanderbindet.

Hier sind wir im Jahr 2016, und so wenig hat sich geändert. Mehr noch, wir finden, dass ein weiteres „Löwenherz“ in Britannien Schlagzeilen im Zusammenhang mit geschützten Juden und einer leidenden Landbevölkerung macht. In einer der perverseren Beleidigungen, die dem gierigen Fressen des notorischen Finanzparasiten Philip Green am Pensionsfonds von British Home Stores (BHS) folgen sollten, ist herausgekommen, dass der jüdische Milliardär kürzlich seine dritte Luxusjacht gekauft hat, die passenderweise Lionheart heißt. Während Green und die 120 Millionen Dollar teure Lionheart gelassen auf dem Mittelmeer schwimmen, haben mehr als 20.000 ehemalige Beschäftigte von BHS damit zu kämpfen, über den Tag zu kommen, und fragen sich, ob sie jemals die Pensionen bekommen werden, für die sie ihr ganzes Arbeitsleben lang Beiträge geleistet hatten. Die Reaktionen der Elite auf diesen tragischen und wütend machenden großen Diebstahl sind kraftlos gewesen und waren sehr wie Richard Löwenherz‘ frühe Geste auf bloße symbolische Propagandaaktionen beschränkt. Greens Aktivitäten sind kürzlich von einem britischen parlamentarischen Komitee als die „systematische Plünderung“ eines einstmals blühenden Unternehmens bezeichnet worden, wobei die Banalitäten des Komitees mit den Worten schließen, dass die Green-Saga das Musterbeispiel des „inakzeptablen Gesichts des Kapitalismus“ sei. In einer der fadestmöglichen Aussagen zu den ungeheuerlichen Verbrechen dieses Spitzenräubers piepsten die Politiker, es gäbe „wenig, das den Ruf der Geschäftstüchtigkeit im Einzelhandel untermauert, für die er seine Ritterwürde erhielt.“ Diesen laschen verbalen Züchtigungen folgte die clownhafte und leere Erklärung von Premierministerin Theresa May, dass sie „den Kapitalismus reformieren“ wolle.

Auffallenderweise hat in diesen und ähnlichen Klagen über „die Freigebigkeit der Konzerne“ und „die Mängel des Kapitalismus“ jedes echte Interesse der extremen Linken am Fall Green gefehlt. Es gibt natürlich Ablenkungen, und diese ergeben sich hauptsächlich aus der gegenwärtigen Vorherrschaft des Kulturmarxismus im linken Denken statt dessen ökonomischen Gegenstücks. Westliche Sozialisten sind jetzt unaufhörlich und vom wirtschaftlichen Standpunkt kontraproduktiverweise mit der Unterstützung von Regierungsbemühungen zur Flutung unserer Nationen mit billigen exotischen Arbeitskräften beschäftigt. Die moderne Linke spielt somit eine entscheidende Rolle beim Drücken der Gehälter, Lebensbedingungen und öffentlichen Dienste für die Arbeiterklasse, für die sie zu sprechen behauptet. Zu anderen moralisch-ideologischen linken Kreuzzügen der jüngeren Zeit haben die Agitation für gleichgeschlechtliche Ehen, die Eröffnung verschiedener „Antirassismus“-Projekte und die Erzeugung und Ausweitung der Militanz von Black Live Matters gehört – wovon nichts den einheimischen Arbeitern in irgendeiner Form nützt.

Zusammenfassend gesagt scheint die moderne Linke ihr leeres Mantra aufgegeben zu haben, dass ein erfolgreicher „Klassenkampf“ eine Anzahl von „kapitalistisch inspirierten Vorurteilen“ beseitigen würde. Der „Klassenkampf“ ist somit der größeren Aufgabe der „Reformierung“ der Gesellschaft untergeordnet worden, eine Ambition, die beweisbar fremden Ursprungs ist und der weißen Arbeiterklasse unvermeidlich großen Schaden bringen wird.

Es gibt jedoch einen tieferen Grund für die linke Vernachlässigung des Green-Falles und vieler ähnlicher. Tatsächlich kann man es als Axiom betrachten, dass unsere ehemaligen Klassenkämpfer und Vorkämpfer des Kleinbauerntums, wenn bei zu vielen Anlässen eine Kippa über „dem inakzeptablen Gesicht des Kapitalismus“ zu sehen, ist, nervös mit den Füßen scharren und schnell weitergehen werden. Als der Socialist Worker kürzlich über die neuesten Enthüllungen aus Britanniens Sunday Times Rich List berichtete, ließ er sorgfältig weg, dass etwa die Hälfte der fünfundzwanzig reichsten „Briten“ in Wirklichkeit Juden, Araber und Inder waren. Es fehlte auch jedes Nachdenken über die erstaunliche Tatsache, dass Juden wie Philip Green mehr als 22 % der angegebenen „britischen“ Milliarden besaßen, trotzdem sie bloße 0,5 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs ausmachen. Statt einer Anklage gegen den „britischen“ Kapitalismus bot die Rich List in Wirklichkeit wertvolle Einsichten in die tastenden Tentakel des internationalen Finanzwesens und die Tyrannei unproduktiver ausländischer Spekulanten.

Gleichermaßen bemerkenswert, jedoch bisher unerforscht, war die recht offensichtliche ethnische Netzwerkerei der aufgelisteten jüdischen Milliardäre und ihre gemeinsame Überrepräsentation in den Annalen der Wirtschaftskriminalität. Zum Beispiel haben die an der Spitze der Liste stehenden Gebrüder Reuben eine lange und gewundene Handelsgeschichte mit anderen jüdischen Milliardären auf der Liste, einschließlich parasitischer Oligarchen wie Roman Abramowitsch. Dies berücksichtigt nicht einmal ihre gut belegten Verbindungen zu anderen jüdischen Schurken wie die notorischen „Amerikaner“ Marc Rich und Pincus Green. Trotz Bemühungen, irgendwelche anderen möglichen Verbindungen zwischen diesen „Briten“, „Irakis“, „Russen“ und „Amerikanern“ zu finden, scheinen die einzigen Gemeinsamkeiten ihr Judentum, Wirtschaftskriminalität, Arbeiterausbeutung und ihre extreme Abneigung gegen das Bezahlen von Steuern zu sein. Währenddessen zeigten die echt britischen Mitglieder der Liste keine Anzeichen der Bildung einer „kapitalistischen Clique“ von Steuerhinterziehern und Kriminellen und waren entweder aristokratische Erben von Vermögen wie der Herzog von Westminster oder sehr kreative Meritokraten wie der Erfinder Sir James Dyson.

Marxisten würden sich natürlich beeilen, sich mit der Behauptung zu verteidigen, dass sie gegen „die Bosse“ seien, ungeachtet ihrer Nationalität und Volkszugehörigkeit. Denken Sie jedoch nur einen Moment lang über die bewusste intellektuelle Anstrengung nach, die nötig sein muss, um die Tatsache zu ignorieren, dass Juden durch die ganze Geschichte hindurch am stärksten zu dem sehr „inakzeptablen Gesicht des Kapitalismus“ beigetragen haben, das nichtjüdische Sozialisten zu bekämpfen behaupten. Diese vorsätzliche Ignoranz und das damit verbundene Schweigen haben eine Situation geschaffen, in der sogenannte Vorkämpfer des Volkes in Wirklichkeit die lauten Cheerleader für die wirtschaftliche, spirituelle und physische Zerstörung dieses Volkes sind.

Dies erhebt eine Anzahl von Fragen.

Was wissen junge „rote“ Radikale wirklich über die jüdische Geschichte? Wie interpretieren sie diese Geschichte? Wie ist diese Geschichte für sie interpretiert worden? Wenn man versucht, Untersuchungen über die Meinungen und das Wissen des durchschnittlichen jungen „roten“ Radikalen über die Judenfrage anzustellen, fällt einem als erstes ein Mangel an organisierten Diskussionsforen auf. Der nichtjüdischen extremen Linken fehlt eine Tiefe der Überzeugung und Energie, und dies widerspiegelt sich in ihrem Fehlen eines systematischen Ansatzes zur Kommunikation. Hinsichtlich der Größe ist das Reddit-Forum r/socialism wahrscheinlich das größte linksextreme Diskussionsforum, aber dessen Zahlen verblassen neben jenen seiner nationalistischen Äquivalente. Das Diskussionsforum RevLeft.com (das einst als das „Rote Stormfront“ angekündigt wurde) und das Reddit-Forum r/communism sind beide hinsichtlich registrierter Mitglieder etwa zehnmal kleiner als ihre weiß-nationalistischen Äquivalente und etwa zwanzigmal kleiner hinsichtlich ihrer Besucher. Abgesehen von den Zahlen scheint das Ausmaß des Engagements der Teilnehmer ebenfalls schwach zu sein, ein Punkt, der vielleicht am deutlichsten von der regelmäßigen Mühe von RevLeft.com veranschaulicht wird, ihr monatliches Operationsziel von 110 Dollar zu erreichen (sie haben dieses Monat 40 Dollar zu wenig). Dass das Aufbringen von 110 Dollar von einer Mitgliederschaft von 23.000 solch eine Schwierigkeit ist, ist eine aufschlussreiche Ironie für eine Gruppe von Individuen, die mit dem Kampfruf „share the wealth“ [„den Reichtum teilen“] auftrumpft. Tatsächlich haben mehrere Mitglieder von RevLeft öffentliche Kommentare geschrieben, in denen sie ihren Unglauben bekunden, dass Stormfronts „Agenten des Kapitalismus“ anscheinend locker das Sechzigfache des Monatsziels von RevLeft aufbrachten.

Es gab andere Ungleichheiten. Als ich meine Untersuchung linksextremer Diskussionsgruppen mit den Befunden von Seth Stephens-Davidovitz‘ „The Data of Hate“ verglich, wurde aus der Qualität und Thematik der geschriebenen Artikel/Kommentare [Anm. d. Ü.: Im Original steht „posts“] klar, dass, während das Altersprofil dieser linken Gruppen und von Stormfront ungefähr ähnlich war, Letztere ein deutlich höheres Bildungsprofil hatten. Erstere Gruppen hatten auch ein begrenztes und repetitives Repertoire an Diskussionssträngen, das darauf hindeutete, dass ihre Mitglieder keine, in den Worten von Stephens-Davidovitz zur Beschreibung der Mitglieder von Stormfront, „Nachrichten- und Politikjunkies“ waren. Das soll heißen, dass junge Linke nicht so belesen oder mit aktuellen Angelegenheiten befasst zu sein scheinen. Die linken Foren bewiesen auch ein bedeutend schwächeres Verständnis der Mechanik moderner Politik. Die gesammelte Bedeutung dieser Untersuchungsergebnisse stellte sicher, dass methodologisch gesprochen der Lohn meiner Untersuchungen mager sein würde.

Diskussionen über Juden und Antisemitismus, ob in der Theorie oder Geschichte, sind auf eine Handvoll im Reddit-Forum r/communism beschränkt. Dies überraschte mich angesichts dessen, dass es in der Mainstream-Geschichtsschreibung allgemein akzeptiert wird, dass Juden in außerordentlichem Ausmaß unter den Entwicklern des revolutionären Sozialismus im neunzehnten Jahrhundert vertreten waren.[4] Paul Johnson, ein Historiker über die Juden, schreibt, dass der Kommunismus selbst aus der „außergewöhnlichen Fähigkeit zum Hass“ in Karl Marx entstand, dass Marx‘ Methodologie „gänzlich rabbinisch“ war und dass seine gesamte Doktrin „tief in jüdischer Apokalyptik und jüdischem Messianismus verwurzelt“ war.[5] Nachdem Kritiker des revolutionären Sozialismus seit weit über einem Jahrhundert stets diese jüdischen Wurzeln hervorgehoben haben, einschließlich Kritiker aus dem Kommunismus selbst, ist es recht bemerkenswert, dass zeitgenössische rote Radikale sich nicht in größerem Ausmaß mit dem Thema befassen.

Insofern Antisemitismus auf r/communism diskutiert wird, finden diese Diskussionen auf einem sehr oberflächlichen Niveau statt. Etwas von der Oberflächlichkeit dieser Diskussionen scheint Absicht zu sein, in dem Sinne, dass es einen spürbaren Widerstand gegen eine sinnvolle Untersuchung des Themas gibt. Als zum Beispiel ein Forumsteilnehmer fragte, warum es für die UdSSR so notwendig war, Antisemitismus mit der Todesstrafe zu bestrafen, stieß das auf ablehnende Reaktionen, die von abgekupferten Mantras über die Ursprünge des Rassismus im Klassensystem bis zum noch fauleren „Tod allen Judenfeinden“ reichten. Der allgemeine Ton der Diskussion zeigt an, dass dies eine unwillkommene Frage war.

In einem anderen Diskussionsstrang wird der Fortbestand des Antisemitismus in der UdSSR trotz des Erscheinens des Kommunismus und der Abschaffung klassenbasierter Vorurteile zusammen mit Stalins späterem Argwohn gegen Juden schwach einem vagen „Krypto-Konservatismus“ in der sowjetischen Gesellschaft zugeschrieben.

Und schließlich lockte ein Strang, der Linke dazu aufrief, Informationen und Fakten zu liefern, die „den Antisemitismus wild angreifen und widerlegen“ sollten, bloß achtzehn Antworten hervor, von denen keine auch nur eine einzige Behauptung von „Antisemiten“ anficht. Dies trotz der Ermutigung durch einen Diskussionsteilnehmer, der schrieb: „Als jüdischer Kommunist schätze ich diesen Genossen wirklich.“ Auf kein einziges Werk über die jüdische Geschichte, ob Mainstream oder andere, wird auf r/communism verwiesen.[6]

Diskussionen über Juden und Antisemitismus kommen auf RevLeft beträchtlich häufiger vor. Während sie auch etwas anspruchsvoller sind, sind diese Diskussionen auch voller unzutreffender Wahrnehmungen der Geschichte und voller Argumente, denen die historischen Belege glatt widersprechen. Ein Beispiel, das es wert ist, sich darauf zu konzentrieren, stammt aus einem Strang, der „die Theorie vom jüdischen Bolschewismus widerlegen“ sollte. Hier wird das Argument vorgebracht, diese Theorie sei entstanden „wegen des seltsamen historischen Zufalls, dass Juden sowohl als Finanzkapitalisten wie auch als besonders unterdrückte Arbeiter und Bauern überrepräsentiert gewesen sind.“ Wenn wir für eine Sekunde die Gewohnheit roter Radikaler und jüdischer Apologeten ignorieren, sich auf „seltsame historische Zufälle“ als ernsthaftes intellektuelles Argument zu stützen, in welchem Ausmaß ist es überhaupt möglich, Juden im zaristischen Osteuropa als „besonders unterdrückte Arbeiter und Bauern“ zu bezeichnen?

Die moderne Geschichtsschreibung hat in Wirklichkeit die Theorie von einem jüdischen Proletariat im Russland, Polen und Litauen des neunzehnten Jahrhunderts völlig widerlegt. Wir wissen jetzt, dass dieser Mythos von einem jüdischen Proletariat seit der Morgendämmerung der Sowjetunion popularisiert und verbreitet worden war, wo es, wie ein Historiker ausdrückte, „nicht leicht war, über die Schlüsselrolle zu schreiben, die von Juden in der Ausbeutung der Landbevölkerung gespielt wurde.“[7] Dies war im Wesentlichen ein bolschewistisches Tabu, das sowohl kulturell als auch politisch eingeführt wurde, um die Geschichte umzuschreiben und die Fiktion von Juden und Arbeitern als gemeinsame Opfer des Zaren und der Adeligen zu präsentieren.

In Wahrheit unterschied sich das jüdische Wirtschaftsprofil immer radikal von jenem der Bauern und Arbeiter. Yankel’s Tavern: Jews, Liquor, and Life in the Kingdom of Poland ist einer der interessanteren Texte über die jüdische Geschichte, die in den letzten Jahren bei Oxford University Press herauskamen. Im Laufe des Buches erläutert der Historiker Glenn Dynner, dass Juden das städtische und halbstädtische Leben in Osteuropa ungefähr drei Jahrhunderte lang dominierten und oft Gasthäuser betrieben, die Alkohol auf Kredit verkauften wie auch Bargeldkredite vergaben. In einem Muster, von dem wir wissen, dass es sich über Regionen und Zeiten erstreckte, einschließlich des Englands von Richard Löwenherz, erläutert Dynner, dass die örtlichen Adeligen Monopole betrieben, aber „dem Juden ermöglichten… von einzigartigen Chancen im Dienst des Edelmannes zu profitieren, am bedeutendsten durch Vermietung und Betrieb seiner Gasthäuser und Destillerien. Dieses Szenario herrschte in den gesamten ehemals polnischen und litauischen Ländern des Zaren vor.“[8] Juden wurden von Adeligen dazu eingeladen, als Räuber an der Bauernschaft zu handeln, und bekamen dafür „Privilegien, wirtschaftliche Gelegenheiten und Schutz“ geboten.[9] Der Bauer „blieb währenddessen ein Leibeigener.“[10]

In Wirklichkeit gab es keine Gemeinsamkeit zwischen den Arbeitern des Feldes und den Juden. Dynner zitiert den jüdischen Autor S. Y. Abramovitsch (1835 – 1917) mit den Worten: „Die Märkte und die Läden, die Händler und die Mittelsmänner, die Tavernen und Gasthäuser, waren alle jüdisch.“[11] Die Bauern bearbeiteten die Felder in der Umgebung und wurden oft dazu gezwungen, ihr mageres Taschengeld in den jüdischen Tavernen auszugeben, wo ihre Betrunkenheit und ihre erzwungene Verschuldung ihr Leben zum Vorteil der Juden und der egoistischen Eliten zu ruinieren pflegte. Osteuropa war auf dem aufgebaut, was Dynner als „ein interethnisches merkantiles System“ beschreibt, zu dem „eine Symbiose zwischen dem landbesitzenden Adel und jüdischen Kaufleuten gehörte.“[12] Genauso wie die Produktion von Spirituosen und der Großhandel damit, der in der Form von Wein auch seit langem die Juden Frankreichs angelockt hatte, [13] erlaubte das osteuropäische Arenda-System „eine noch stärkere Symbiose zwischen Adeligen und Juden.“ Innerhalb dieses Systems „verpachteten adelige Landbesitzer ihre Mühlen, Wegezölle und Gasthäuser fast ausschließlich an Juden.“[14] Stichproben aus zeitgenössischen Aufzeichnungen zeigen Zahlen von etwa 94 % der osteuropäischen Gasthäuser in identifizierbar jüdischen Händen.[15] Viele Juden wurden „außerordentlich reich“, indem sie die Landbevölkerung ausbeuteten, und eine große Zahl ließ ihren Reichtum den Chassidim zufließen.[16] Geld wurde somit den nichtjüdischen Arbeitern weggenommen und versorgte eine jüdische Gemeinschaft, die auf der totalen Ablehnung von Berufstätigkeit aufgebaut war.

Als das Jahrhundert voranschritt, begannen reformistische Staatsbeamte über die Emanzipierung der Bauern und die Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Rechte nachzudenken. Dies stand in direktem Konflikt mit dem, was Dynner „die Allianz Adelsherr-Jude“ nennt, und veranlasste den Adeligen dazu, „bei Beamten im Namen ‚seines‘ Juden zu intervenieren.“[17] Statt das Los der Landbevölkerung zu verbessern, waren die Adeligen und die Juden scharf darauf, ihnen jeden Cent abzupressen. In vielen Gebieten wurde es illegal gemacht, Alkohol anderswo zu kaufen oder seinen eigenen herzustellen, und in manchen Gebieten wurde der Spirituosenkauf von Juden vom Adeligen vorgeschrieben. Diese Praxis ermöglichte es dem Adelsherren, jedes überschüssige Geld abzuzapfen, das zu erhalten den Bauern gelungen war, und in dieser Praxis, erläutert Dynner, waren die Juden „voll mitschuldig.“[18] Juden profitierten auch davon, Kredit anzubieten – gegen Zinsen. Durch die Verschuldung von Bauern waren Juden in der Lage, große Mengen von den kleinen Besitztümern der Bauern zu erlangen, was es ihren Söhnen ermöglichte, mit Leichtigkeit in den Handel mit Gebrauchtmöbeln und in das Pfandleihgeschäft einzusteigen. Es gab in jenen Tagen die Bemerkung, dass die Juden von jedem Besitztum wussten, das ein Bauer hatte, „jede Garbe auf dem Feld, jedes Stück Vieh in der Herde.“ Eine populäre Redensart lautete: „Der Bauer trinkt im Gasthaus, und der Jude erledigt ihn.“[19] Ein preußischer Bericht von 1844 über neu erworbene polnische Länder besagte, dass „die wirtschaftlichen und beruflichen Gewohnheiten der Juden, besonders jene, die durch Kleinhandel und den Verkauf von Alkohol geschaffen wurden, die unteren Schichten des Volkes immer noch schädigen.“[20]

Jedoch handelten nicht alle Mitglieder der Elite als Verräter an ihrem Volk. Im Jahr 1802 schrieb König Friedrich Wilhelm von Preußen einem polnischen Adeligen, worin er seine Unzufriedenheit darüber ausdrückte, dass er seine Bauernschaft mit jüdischen Pächtern in seinen Gasthäusern missbräuchlich ausnutzte.[21] Im Jahr 1821 vertrieb der ukrainische Militärgouverneur Nicholas Repnin die Juden aus Tschernigow und Poltawa, wobei er erklärte: „Manche Landbesitzer, verführt durch das Geld, das sie von Juden erhielten, schützten sie gedankenlos… Nachdem sie gleichgültig gegenüber dem Wohlergehen der Bauern sind, die ihnen gehören, wollen sie zu ihrem eigenen selbstsüchtigen vorübergehenden Vorteil Juden im Land haben, um durch sie zu Geld zu kommen.“[22] Währenddessen arbeiteten wohlwollende Staatsbeamte hart darauf hin, die Leibeigenen endlich zu emanzipieren.

Die Emanzipation der Leibeigenen wird von Historikern allgemein als nachteilig für die Juden betrachtet, ein vielsagender Hinweis auf ihre Ungleichheit der Interessen. Das volle Bild ist ziemlich komplex. Jüdische Historiker haben sich bemüht zu behaupten, dass die Emanzipation der Leibeigenen die gesamten unteren Schichten (magischerweise einschließlich der Juden) aus den Feldern und in die Fabriken gedrängt habe. Jedoch deuten neue Daten darauf hin, dass, während die Zahl der Juden, die Handwerker wurden, in den 1850ern bescheiden zunahm, eine bedeutend größere Zahl bloß in andere Bereiche des Handels übersiedelten. Der Kleinhandel allein (Kleinkredite, Pfandleiherei, Gebrauchtwaren) entfiel auf knapp unter 40 % der jüdischen Bevölkerung des Russischen Reiches im Jahr 1897.[23] Adelige, die früher in einer Allianz mit den Juden gewesen waren, hatten nun keine Gratis-Arbeitskräfte auf den Feldern mehr und begannen daher einen langsamen Niedergang. Ihre Loyalität zu den Juden wurde nicht erwidert. In einem Szenario, das auf perverse Weise gerecht war, erläutert Dynner, gerieten viele Adelige nun in eine Verschuldung gegenüber Juden und verloren oft ganze Landstriche wegen Zahlungsunfähigkeit an sie. Der jüdische Holzhandel begann im Gefolge der Bankrotte der Adelsherren zu boomen. Ein jiddischer Autor schrieb: „Die dichten Wälder Polens stöhnten, dünnten sich aus und fielen in jüdische Hände. Die Stämme wurden zu Flößen gebunden. Und während der Sommersaison ließen die Juden die Stämme auf der Weichsel und der Zholdevka nach Deutschland hinunterschwimmen.“[24] Für einen Zeitraum, von dem jüdische Apologeten und kommunistische Historiker uns glauben machen wollen, dass Juden in Fabriken schufteten, erläutert Dynner, „Die Frage, ob der Geldverleih der polnischen Juden – der von frühmodernen Historikern so heruntergespielt wird – nach der Emanzipation der Bauern zunahm, kann zu diesem Zeitpunkt mangels Daten nicht definitiv beantwortet werden, aber es besteht der Eindruck, dass er explosiv wuchs.“[25] Kurz gesagt drängte die Emanzipation die Juden aus den Gasthäusern und in ein vielfältigeres Spektrum ausbeuterischer Praktiken.

Juden schlossen sich nicht dem Proletariat an, sondern verkörperten stattdessen weiterhin „das inakzeptable Gesicht des Kapitalismus“, wie sie es jahrhundertelang so häufig getan hatten. Aus genau diesem Grund erlebte der Zeitraum von 1880 – 1945 eine beinahe ständige Serie von Konflikten und Unruheherden zwischen Juden und Nichtjuden in Osteuropa. Es war eine der größten Täuschungen des Bolschewismus, diese Geschichte zu verdecken und zu verzerren, und es bleibt eine große Täuschung unter jungen roten Radikalen. Durch schlaue Propaganda, und in manchen Fällen durch judeo-bolschewistische Abschlachtung der Opposition, ging der ständige und ewige Feind der Arbeiter als ihr Vorkämpfer hervor. Während der Arbeiter weiterhin ausgeblutet wird, lenken und manipulieren Juden weiterhin nach links neigende Nichtjuden weg von der klareren Sicht wahrer Sozialisten wie Wilhelm Marr, Adolf Stocker, Georg Ritter von Schönerer, Pierre-Joseph Proudhon und Alphonse Toussenel. Es ist kein „seltsamer historischer Zufall“, dass Antifascist Action (AFA), der militanteste Flügel der modernen harten Linken, 1985 in London aus der Jewish Socialists‘ Group und ihren Partnern geboren wurde. Wir können sicher sein, dass das von diesen asiatischen Barbaren versprochene „Arbeiterparadies“ sich wenig von den Blutbädern von Béla Kohn oder der ukrainischen Terror-Hungersnot unterscheiden würde, die zwölf Millionen nichtjüdische Seelen auf dem Altar von Marx‘ „gänzlich rabbinischer“ Doktrin opferte.

Es könnte gut sein, dass manche unserer jungen Leute es mit ihrem Wunsch, „das System zu bekämpfen“, ernst meinen. Jedoch müssen sie sehen, dass zu diesem „System“ immer eine niederträchtige symbiotische Beziehung zwischen verräterischen Eliten und einem fremden Volk gehört hat. Sie können nicht behaupten, einen Kopf von Orthros anzugreifen, während sie den anderen füttern und streicheln. Sie können nicht behaupten, „das Establishment zu bekämpfen“, während sie seinen Interessen dienen. Geschichte, Fakten und Wissenschaft widersprechen ihrer giftigen Doktrin; einer Doktrin, die dazu bestimmt ist, sie zu blenden, zu spalten, irrezuführen und letztendlich wieder in die Leibeigenschaft zurückzuführen, unter der ihre Vorfahren litten. Es ist eine Doktrin, die dazu bestimmt ist, die ausbeuterische symbiotische Beziehung, die wir jetzt erleben, durch eine reinere Tyrannei zu ersetzen. Unsere Eliten sind immer nur Mittel zum Zweck, und auch sie werden schließlich, wie sie es in der Vergangenheit getan haben, dem „jüdischen Proletariat“ Platz machen. Ich kann mir keinen besseren Schluss vorstellen als ein Zitat des großen Alexander Solschenizyn:

Es dauert nicht lange zu beweisen, wie exzessiv, und vor allem wie übereifrig, Juden am Missbrauch des halbtoten Russlands durch die Bolschewiken teilnahmen. … Das russische Volk hat nie zuvor Juden an der Macht erlebt. Nun jedoch erlebt es sie auf Schritt und Tritt, und ihre Macht ist brutal und unbegrenzt.

 

Fußnoten:

[1] S. Wistrich, From Ambivalence to Betrayal: The Left, The Jews and Israel (University of Nebraska Press, 2012), S.187.

[2] R. Chazan, The Jews of Medieval Christendom: 1000-1500 (Cambridge University Press, 2006), S.160.

[3] R.V. Turner & R. Heiser, The Reign of Richard Lionheart: Ruler of The Angevin Empire, 1189-1199 (Routledge, 2013), S.92.

[4] P. Johnson, A History of the Jews (London, 1987), S. 346.

[5] Ebd, S. 347.

[6] Dies ist anscheinend ein Teil einer breiteren Feindseligkeit gegen den wissenschaftlichen Prozess, gegen Wissenschaft und Empirie in dem Forum. In einem Strang stellt ein Kommentator klar, dass „(Pseudo)Naturwissenschaft dazu benutzt wird, um Rassismus, Sexismus und Kapitalismus zu rechtfertigen, und weitverbreitet bleibt.” Wie bei jedem Kult ist der einzige objektive „Beweis“, der von den Kommentierenden in den Forumssträngen akzeptiert wird, die Zitierung ihrer verehrten Doktrin.

[7] G. Dynner, Yankel’s Tavern: Jews, Liquor and Life in the Kingdom of Poland (Oxford University Press, 2014), S.9.

[8] Ebd, S.2-3.

[9] Ebd, S.4

[10] Ebd, S.3

[11] Ebd, S.6.

[12] Ebd.

[13] Ebd, S.20

[14] Ebd, S.6

[15] Ebd, S.16.

[16] Ebd, S.7.

[17] Ebd, S.17.

[18] Ebd, S.26.

[19] Ebd.

[20] Ebd, S.55.

[21] Ebd, S.54.

[22] Ebd, S.79.

[23] Ebd, S.136.

[24] Ebd, S.138.

[25] Ebd, S.142.

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