Irischer Katholik oder tschechischer Jude? John Kerrys jüdische Wurzeln

Von Lisa Katz, übersetzt von Deep Roots. Das Original „Irish Catholic or Czech Jew? John Kerry’s Jewish Roots” erschien auf der Webseite About.com Judaism. (Anm. v. Lucifex: Der Originaltitel wurde seit der Veröffentlichung der Übersetzung auf „As der Schwerter“ offenbar auf „Is John Kerry Jewish or Catholic? John Kerry’s Jewish Roots“ geändert, wie ich bei einer Nachschau auf der Originalseite festgestellt habe; auch das Titelbild ist inzwischen ein anderes.)

John Kerry

Ich hab’ dich reingelegt! Und dich, und dich, und dich.

Selbst die besten Freunde von Senator John Forbes Kerry, eines praktizierenden Katholiken aus Massachusetts (dem Bundesstaat, der Amerikas größte irisch-katholische Bevölkerung enthält), hielten ihn für einen durch und durch amerikanisch-irischen Katholiken,

Die Entdeckung von Kerrys europäisch-jüdischen Wurzeln hat viele Leute überrascht, einschließlich des Senators selbst.

Benedikt Kohn (Urgroßvater)

Benedikt Kohn, der Urgroßvater von Senator John Kerry, wurde um 1824 im südlichen Mähren geboren. Benedikt war als Braumeister erfolgreich.

1868, nach dem Tod seiner ersten Ehefrau, zog er nach Bennisch (das heute Horni Benesov heißt) und heiratete Mathilde Frankel Kohn. Benedikt und Mathilde Kohn waren zwei der nur 27 Juden, die in Bennisch lebten, für das eine Gesamtbevölkerung von 4.200 im Jahr 1880 aufgelistet ist.

Bald nachdem Benedikt 1876 starb, zog Mathilde mit ihren Kindern Ida (7), Friedrich „Fritz” (3) und dem neugeborenen Otto nach Wien.

Fritz Kohn / Fred Kerry (Großvater)

Fritz und Otto zeichneten sich in ihren Studien in Wien aus. Jedoch litten sie wie andere Juden sehr unter dem Antisemitismus, der in Europa zu dieser Zeit vorherrschte. Als Folge davon gaben beide Kohn-Brüder ihr jüdisches Erbe auf und konvertierten zum römischen Katholizismus.

Zusätzlich beschloß Otto im Jahr 1897, den jüdisch klingenden Namen Kohn abzulegen. Er wählte einen neuen Namen, indem er einen Bleistift auf eine Landkarte fallen ließ. Der Bleistift landete auf Irlands Grafschaft Kerry. 1901 folgte Fritz dem Beispiel seines Bruders und änderte seinen Namen offiziell auf Frederick Kerry.

Fred, der als Buchhalter in der Schuhfabrik seines Onkels arbeitete, heiratete Ida Loewe, eine jüdische Musikerin aus Budapest. Ida war eine Nachfahrin von Sinai Loew, einem Bruder von Rabbi Judah Loew, dem als der „Maharal von Prag“ bekannten, berühmten Kabbalisten, Philosophen und Talmudisten, von dem manche sagen, er hätte den Charakter des Golem erfunden. Zwei von Idas Geschwistern, Otto Loewe und Jenni Loewe, wurden in Konzentrationslagern der Nazis getötet.

Fred, Ida und ihr erster Sohn Erich wurden alle als Katholiken getauft. Und 1905 wanderte die junge Familie in Amerika ein. Nachdem sie über Ellis Island eingereist war, lebte die Familie zuerst in Chicago und siedelte sich dann in Boston an. Fred und Ida hatten in Amerika zwei weitere Kinder, Mildred (1910) und Richard (1915).

Fred und Ida lebten in Brookline, wo Fred ein prominenter Mann im Schuhgeschäft wurde und regelmäßig die katholischen Sonntagsgottesdienste besuchte. Fred erzählte es niemandem, und niemand hätte erraten, daß die Familie jüdische Wurzeln hatte.

1921 betrat Fred Kerry im Alter von 48 Jahren ein Bostoner Hotel und schoß sich in den Kopf. Manche sagen, der Selbstmord sei wegen finanziellem Streß oder Depressionen erfolgt. Vielleicht war die Wandlung vom tschechischen Juden zum amerikanischen Katholiken eine zu große und ohne Unterstützung erfolgte spirituelle, psychologische und soziale Veränderung.

Richard Kerry (Vater)

Richard war sechs Jahre alt, als sein Vater Selbstmord beging. Es hieß, daß er die Tragödie bewältigte, indem er sie ignorierte. Richard besuchte die Phillips Academy, die Yale University und die Harvard Law School. Nachdem er im U.S. Army Air Corps gedient hatte, arbeitete Kerry im U.S.-Außenministerium und später im Foreign Service. [Anm. d. Ü.: die amerikanischen Luftstreitkräfte waren ursprünglich bloß eine Zweigorganisation der U.S. Army, wie in Österreich heute noch die „Fliegertruppe des Bundesheeres“ und hießen in der Zwischenkriegszeit „U.S. Army Air Corps“ und im Zweiten Weltkrieg „U.S. Army Air Forces“. Erst 1947 wurden sie als „U.S. Air Force“ zu einer selbständigen Teilstreitkraft neben der Army, der U.S. Navy und dem U.S. Marine Corps.]

Er heiratete Rosemary Forbes, die Begünstigte der Stiftungen der Familie Forbes. Die Familie Forbes häufte im Chinahandel ein riesiges Vermögen an.

Richard und Rosemary hatten vier Kinder: Margery (1941), John (1943), Diana (1947) und Cameron (1950). John, ein Senator von Massachusetts, ist der Nominierte der Demokraten für die Präsidentschaftswahl von 2004. Cameron, der eine Jüdin heiratete und 1983 zum Judaismus konvertierte, ist ein prominenter Bostoner Anwalt.

John Forbes Kerry

1997 erfuhr Außenministerin Madeleine Albright, daß drei ihrer vier Großeltern jüdisch waren. Dann verkündete Wesley Clark, daß sein Vater Jude war. Und nun hat ein Rechercheur entdeckt, daß John Kerry in Wirklichkeit John Kohn ist.

Was soll’s also, daß John Kerry jüdische Wurzeln hat? Wenn die Entdeckung in Europa in den 1940ern gemacht worden wäre, wäre Kerry in ein Konzentrationslager der Nazis geschickt worden. Wenn die Entdeckung in Amerika in den 1950ern gemacht worden wäre, dann wäre Kerrys politische Karriere negativ beeinflußt worden. Heute jedoch scheint die Entdeckung von Kerrys jüdischen Wurzeln belanglos zu sein, und es ist unwahrscheinlich, daß sie das Präsidentschaftsrennen von 2004 beeinflußt.

Die Geschichte von Kerrys jüdischer Vergangenheit ist von Interesse, weil sie die Geschichte vieler europäischer Juden widerspiegelt, die ihr jüdisches Erbe auf dem Weg nach Amerika um die Jahrhundertwende ablegten. Bei der Geschichte fragt man sich, wie viele Amerikaner heute jüdische Wurzeln haben, von denen sie nichts wissen.

*    *    *

Siehe auch Beginner’s Guide to Jewish Genealogy. Get Started Tracing Your Jewish Roots” von Kimberly Powell:

http://anonym.to/?http://genealogy.about.com/od/jewish/a/family_tree.htm

*     *     *

Neue Kommentarpolitik auf „Morgenwacht“: Wie bereits hier unter Punkt 1 angekündigt, am Schluß dieses Kommentars wiederholt als Absicht geäußert und in diesem Kommentar endgültig festgelegt, werden neue Kommentatoren nicht mehr zugelassen und sind die Kommentarspalten nur noch für die bereits bekannte Kommentatorenrunde offen.

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6 Kommentare

  1. Deutscher

     /  Januar 10, 2019

    Klingt Katz nicht auch sehr jüdisch. Nun ja – dann muß man auch immer die bösen Nazis erwähnen. Was soll ein solcher Artikel?

    Antwort
  2. Zwei der Dinge, die immer wieder erstaunlich sind:

    Erstens, wie viele Neukommentatoren meine Zulassungssperre für neue Kommentatoren entweder nicht wahrnehmen oder einfach ignorieren und trotzdem Kommentare abgeben (am Schluß dieses Artikels ist mein diesbezügliches Sperr-G’setzl zwar bis jetzt noch nicht angefügt gewesen, wie bei vielen anderen Beiträgen, wo ich noch nicht dazu gekommen bin, es nachträglich anzuhängen [das ist hier jetzt vollzogen], aber jeder neue Leser muß das trotzdem schon aus neueren Artikeln mitbekommen haben).
    [(((Robert Lindauer-Krameer-Brockmann))) hat es auch schon wieder mit zwei Kommentaren versucht.]

    Zweitens, wie viele nicht kapieren, was ich mit der Übersetzung und Veröffentlichung von Texten jüdischer Autoren bezwecke.

    Natürlich ist Lisa Katz Jüdin, und dieser Artikel soll anhand eines konkreten, prominenten Beispiels aufzeigen, wie viele Politiker und andere öffentliche Figuren in Wirklichkeit zumindest teilweise jüdischer Abstammung sind, und daß die Betreffenden das in manchen Fällen selbst lange nicht gewußt haben. Und weil dieser Artikel von einer Jüdin stammt, können Leser, die das Judenproblem noch nicht ganz wahrhaben wollen, das nicht als etwas abtun, das „böse Antisemiten“ sich aus den Fingern gesogen haben.

    Um das wieder einmal klarzustellen, habe ich den Kommentar von „Deutscher“ ausnahmsweise freigeschaltet.

    Zum Thema Kryptojudentum sind hier schon einige Artikel erschienen, siehe zum Beispiel auch Guck’ mal, noch ein Jude! („Peekaboo, another Jew“) von Tanstaafl, worin es um den venezolanischen Präsidenten (((Nicolás Maduro))) und die Häufigkeit von sephardischen Kryptojuden in Lateinamerika geht.

    Antwort
  3. Sara

     /  Januar 10, 2019

    Ich habe zweimal kommentiert und es waren eigentlich zwei neutrale Kommentare, die keine Beleidigungen enthielten. Man hat sie trotzdem nicht freigeschaltet, was ich schade finde denn ich war nur neugierig. Ich bleibe weiterhin eine stille Leserin auch wenn ich manchmal gerne fragen würde. Na ja….

    Antwort
  4. Noch einmal eine ausnahmsweise Freischaltung…

    Ich erinnere mich an Kommentare einer Sara (ich glaube, es waren zwei), die zwar keine Beleidigungen enthielten, aber doch einigermaßen kritisch-vorwurfsvoll im Sinne von Antirassismus waren (ich weiß nicht, ob Du das warst).

    Diese Sara verwendete aber eine Email-Adresse, wo ich beim Nachgoogeln draufgekommen bin, daß es einen afrikanischen (Zulu) Frauennamen Ndoni gibt (bei manchen Lesern – deren Zahl aber derzeit nicht höher als 230 sein kann – wird es jetzt vielleicht gedanklich „klick!“ gemacht haben…).

    Wie gesagt weiß ich nicht, ob Du diese Sara warst, und ich weiß auch nicht, ob meine Neukommentatorensperre damals schon eingeführt war, aber daß ich auf diese Kommentare nicht eingegangen bin, lag nicht daran, daß ich mich nicht damit argumentativ hätte auseinandersetzen können, sondern daß ich keine Lust dazu hatte und auch keine Zeit dafür aufwenden wollte. Osimandia hat es am Beginn ihrer Antwort an den Kommentator „FairNessel“ in Weihnachtsgrüße aus der Matrix so treffend ausgedrückt, daß ich es hier einfach zitieren kann, auch als Vorab-Klarstellung an alle zukünftigen Kommentatoren dieser Art:

    Liebe FairNessel,

    grundsätzlich wünschen wir keine Kommentare wie Deinen, den Du unter „Weißer Zorn II“ geschrieben hast.

    Das liegt nicht daran, dass wir nicht in der Lage sind, uns mit gegenteiligen Meinungen auseinander zu setzen, sondern dass wir keine Lust dazu haben, weil es uns in unserem Bestreben nach Wahrheitssuche aufhält und behindert, immer wieder bei „Adam und Eva“ anfangen zu müssen.

    Das, was Du geschrieben hast, ist uns nicht neu. Wir leben nicht hinter dem Mond, wir waren auch in der Schule und haben auch einen Fernseher (ok – meiner steht seit Jahren im Keller), wir wissen, was in der Matrix erzählt wird und könnten, wenn wir wollten, dieses süßliche Textbaustein-Blabla ohne große Anstrengung perfekt runterleiern, ohne dass auch nur ein Matrixbewohner bemerken würde, dass wir keiner von ihnen sind.

    Dieser Blog ist dafür eingerichtet, über Sachverhalte zu informieren, die zwar nicht geheim sind (wenn sie das wären, würden wir sie ja auch nicht kennen), aber so verborgen, dass die meisten sie nicht mitbekommen. Es gibt auch massive emotionale Barrieren in jedem von uns, diese Wahrheiten überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn zu akzeptieren. Es ist ein harter Weg, diese Barriere zu überwinden, aber es lohnt sich. Des weiteren versuchen wir ernsthaft, Erkenntnis zu gewinnen. Das ist ohnehin keine leichte Aufgabe und sie wird noch dadurch erschwert, dass wir uns damit sehr mächtige und skrupellos bösartige Kreise zum Todfeind machen könnten, und dass die Erkenntnis, die man bei ehrlicher Suche gewinnt, nicht gerade eine schöne ist, sondern sogar dazu geeignet sein kann, in Depression und Resignation zu versinken.

    Wir richten uns nicht an jeden, sondern an eine Leserschaft, die geistig offen und auch schon weitgehend klarsehend ist, und geben uns Mühe, diesen Menschen Informationen zu vermitteln, die man nicht so leicht findet, sowie Gedankengänge mit ihnen zu teilen, die sie häufig sehr wertvoll ergänzen, woraus auch wir in unserer Erkenntnissuche weiterkommen.

    An Personen wie Dich, die voll und ganz in der Propagandamatrix gefangen sind, richtet sich dieser Blog eigentlich nicht, wir gehen nicht davon aus, dass Du uns verstehst und halten uns daher normalerweise nicht mit der Beantwortung solcher Kommentare auf. Heute und bei Dir machen wir eine Ausnahme, weil auch Du eine kleine Ausnahme bist. Normalerweise sind Leute mit Deinen Ansichten uns gegenüber extrem feindselig, bösartig und meist auch vulgär. Du warst das zumindest nicht in dem üblichen Ausmaß. Außerdem ist Vorweihnachtszeit – es ist ein schöner Brauch, diese ruhigen, langsamen, dunklen Tage für Gespräche und Versöhnliches zu nutzen – und wir können mit der Antwort auf Deinen Kommentar auch noch einmal das eine und andere Grundlegende für andere Leser klarstellen.

    Vielleicht waren Deine Kommentare, Sara, auch wirklich andere, neutrale, an die ich mich nur nicht erinnere, und an sich würde ich solche Kommentare (von neuen Besuchern) auch gern freischalten können, ohne mich jedes Mal fragen zu müssen, ob ich mit diesem Kommentator nicht irgendwann später Ärger haben werde. Welche Überraschungen man diesbezüglich erleben kann, wird Dir klar sein, wenn Du die Diskussion zwischen mir (als Deep Roots) und reinigungskraft (der seit Jahren ein geschätzter Weggefährte war) ab diesem Kommentar ganz durchgelesen hast, bis zu meinen Kommentaren, wo ich klarstelle, daß Deep Roots = auch Lucifex, und daß ich fürderhin keine neuen Kommentatoren mehr freischalten werde.

    Wenn man nicht einmal bei vertrauten Kommentatoren sicher sein kann, nicht irgendwann in eine solche rechthaberisch ausufernde Unsinnsdebatte verwickelt zu werden, dann will ich keine neuen mehr. Inzwischen gibt es auf „Morgenwacht“ schon über tausend Beiträge, und bei jedem davon kann es sein, daß eines Tages jemand seinen Widerspruchssenf dazu abgibt oder sonst etwas schreibt, das ich nicht unerwidert lassen kann, und nachdem ich in meiner Blogtätigkeit um Jahre hinter dem zurückliege, was ich so alles machen möchte, will ich mir mit so etwas nicht die Zeit und Gedankenkraft stehlen lassen.

    Und dieses Problem kommt nicht nur von der Seite der Gutmenschen, Linken, jüdischen Trolle, antifantischen Info-Phisher und Halbschlafschafe, die sich für aufgewacht halten.

    In der „Spackosphäre“, dem Trash-TV der deutschsprachigen rechten/nationalen Blogosphäre, gibt es einfach viel zu viele Hohlweltler („Innenweltkosmiker“), Glashimmelgläubige, Scheibenerdler, Virenleugner, Germanische-Heilkunde-Prediger, Halleluja-Schlümpfe, Kreationisten, Deutschnationalsolipsisten, Chronologiefantasten, Reichsdeppen, Insektengiftspritzer (das bezieht sich auf Leute wie „killerbee“ und seine Anhänger, die das „Weiße-sind-selber-schuld“-Selbstmordmem propagieren), „We-wuz-kangz“-Germanen (Frankstein, bastimaxi, Gottfried Feder etc.), Feudalismusapologeten („Traditionalisten“ im Sinne Evolas), gemeinsinnsvergessene Survivalfreaks („Postcollapse“) und simple Arschgesichter, die mir meine Kommentarstränge genauso vermüllen würden, wie sie es anderswo tun, wenn ich sie ließe.

    Und eine weitere Kategorie sind diejenigen, die es für eine gute Idee halten, hier Sachen zu posten, die mich in Schwierigkeiten bringen und zur Löschung meines Blogs führen könnten, wie zum Beispiel Aufrufe zu Straftaten oder tiefes Surfen in die §130-Brandung. Ich habe keine Lust, vom (((System))) gehonigmannt zu werden.

    So, ich glaube, ich habe nichts von dem vergessen, was ich im Zuge einer Antwort an Dich wieder einmal anbringen wollte, damit neue Leser verstehen, warum ich meine Neukommentatorensperre eingeführt habe und bis auf seltene Ausnahmen konsequent durchziehe.

    Antwort
  5. Sara

     /  Januar 15, 2019

    Hallo Lucifex, ich wollte nur etwas klarstellen, kein Problem wenn du jetzt diesen Kommentar nicht frei schaltest. Ich schreibe dann nicht mehr.
    Ich glaube ich habe mal eine Frage gestellt in einem Text in dem es um IQ und Korruption ging,- warum China eine hohe Korruptionsrate wie Südosteuropa hat, trotz der hohen IQ, – weiß ich jetzt aber nicht mehr wie der Bericht heißt. Es war nicht im antirassistischen Sinne gemeint. Ich lese gerne über „Juden“ und „Rasse“, hatte keine Vourteile für den Verfasser beim Lesen.
    Bin weder Jüdin (Sara aus den Häbr. „Prinzessin“), noch Afrikanerin (Ndoni- Zulu?! Es ist nur die kurze Form des Andonius…aber egal).

    Antwort
  6. Ah, dann warst das damals doch Du, Sara, und ich habe Deinen Kommentar damals „kritischer“ aufgefaßt, als er gemeint war (man wird da auf Dauer empfindlich). Der Name Andonius war mir nicht geläufig, daher hatte dich angenommen, „andoni“ könnte für „A. Ndoni“ stehen. Naja, immerhin hast Du damit zu einem kleinen Mosaikstein in meinem SF-Roman „Ace of Swords: Alles auf eine Karte“ beigetragen, so wie auch ein gewisser Bernd Röhlke, dessen Kommentar wirklich antirassistisch-kritisch war und den ich nicht an die Oberfläche habe kommen lassen.

    Ich weiß auch nicht mehr, welcher Artikel das damals war, wo es um IQ und Korruption ging. Die Korruption ist tatsächlich in ganz Ostasien sehr ausgeprägt, wie auch im Essay Eine gediegene Studie über die Rodney-King-Unruhen von 1992 von C. F. Robinson erwähnt wird, wo der Autor schreibt (fette Hervorhebung von mir):

    Latashas Ermordung wurde zu einem Symbol für die Frustration des schwarzen Los Angeles über die Koreaner. Seit drei Jahrzenten waren Koreaner in schwarze Gegenden gezogen und hatten dann den Markt beherrscht. Was in dem Buch nicht erwähnt wird, aber sicherlich unfair ist, ist die Tatsache, daß Koreaner ebenfalls für von der Regierung gestützte kleine Geschäftskredite für Minderheiten qualifiziert waren, obwohl sie wie Invasoren von außen gekommen waren. Die südkoreanische Regierung beschränkte den Kapitalabfluß aus ihrem Land, aber Korea ist so extrem korrupt, daß es schwierig zu glauben ist, daß die Geldeinschränkungen tatsächlich durchgesetzt wurden, daher begannen die Koreaner keineswegs „mit nichts“. Stevenson zeigt, daß die Frustrationen zwischen Schwarzen und Koreanern sich seit mindestens 1974 aufgebaut hatten.

    Interessant sind im Zusammenhang mit der globalen Verteilung der Korruptionsneigung die „World Corruption Maps“ von Transparency International, wie diese hier mit Stand 2007:

    Jetzt, wo ich diese Karte herausgesucht habe, kommt mir auch die Erinnerung, daß Dein seinerzeitiger Kommentar vielleicht zu jenem Artikel bild der wissenschaft: „Die meisten Morde geschehen in Afrika“ abgegeben wurde, wo ich sie eingefügt hatte.

    Jedenfalls sieht man hier, daß die Korruption in allen nichtweißen Ländern und in Ländern mit nichtweißen Bevölkerungsanteilen stark verwurzelt ist und daß es in den weißen Länder weltweit gesehen am wenigsten Korruption gibt. Das ist auch relevant hinsichtlich des von weißen Rechten oft erhobenen Vorwurfs gegen die Weißen, sie seien wegen ihrer weltweit am ausgeprägtesten Neigung zum Individualismus mindestens zum Teil selbst schuld an ihrer JNWO-Misere („Arisches Problem“). Wegen dieses Individualismus, so diese Annahme, würden sie mehr als die kollektivistischeren nichtweißen Völker und Rassen dazu neigen, egoistisch zu sein und der Verfolgung persönlicher Ziele und der persönlichen Vorteilsnahme den Vorrang gegenüber dem Gemeinwohl ihres Volkes und ihrer Rasse zu geben.

    Nun, was ist denn Korruption, wenn nicht persönliche oder nepotistische Vorteilsnahme und Verfolgung persönlicher oder familiärer Ziele auf Kosten der Allgemeinheit? Und siehe, die ach so individualistischen, angeblich egoistischen Weißen sind hier weltweit die Saubersten und unterscheiden sich stark von den ach so kollektivistischen Nichtweißen.

    Woran es liegt, daß die Korruption auch bei den Ostasiaten allgemein so verbreitet ist, kann ich nicht genau sagen; offenbar hängt sie nicht nur mit IQ-Unterschieden zusammen. Teilweise kann es gerade am Nicht-Individualismus liegen, an einem zu engen Kollektivismus, der zu Nepotismus und Klüngelwirtschaft zugunsten von Familien- und Sippenangehörigen führt, was eben in Asien ein Grund sein könnte. Bei Negern und anderen Völkern mit niedrigem Durchschnitts-IQ wird auch die mangelnde Fähigkeit zur Vorstellung „was, wenn das jeder machen würde?“ eine Rolle spielen, die Gedaliah Braun in Moral und abstraktes Denken anspricht. Und eine dritte Grundursache für Korruption ist eine multiethnische, multikulturelle Gemengelage, wo mehrere Völker unter der Herrschaft irgendwelcher Monarchen zusammengefaßt sind, was am Südrand des asiatischen Kontinents schon ab prähistorischen oder frühgeschichtlichen Zeiten möglich gewesen sein kann, nachdem die dort lebenden Menschen anders als ihre europäischen Zeitgenossen auch in der Eiszeit in mildere Breiten ausweichen konnten und schon früher entsprechende Bevölkerungsdichten entwickelten. Wenn man die Erfahrung macht, daß man mit anderen Völkern oder Stämmen in einem Herrschaftsgebiet lebt, wo man mit ihnen konkurrieren muß und das eigene Volk oft nicht das Sagen hat, dann ist einem das Gemeinwohl des Gesamtstaatswesens egal, und man ist mehr auf Vorteilsnahme für sich, den eigenen Familien- und Freundeskreis und die eigene Volksgruppe bedacht. Und wenn so eine „Kultur der Korruption“ einmal etabliert ist, dann ist es sehr schwer, wieder davon wegzukommen, selbst wenn man wieder einen eigenen Ethnostaat hat, denn dann muß zunächst einmal eine idealistische Minderheit damit anfangen, auf korrupte Vorteilsnahme zu verzichten, auch wenn man von anderen deshalb der Blödheit bezichtigt wird („sei kein Depp, die anderen machen es ja auch!“), und mindestens soviel zum Gemeinwesen beizutragen, wie man von diesem bekommt.

    Das ist vermutlich auch der Hauptgrund für die Korruption in dem zuweilen „Intermarium“ genannten osteuropäischen Landstreifen zwischen der Ostsee im Norden und der Ägäis und dem Schwarzen Meer im Süden, trotzdem die Osteuropäer durchschnittlich ähnlich intelligent wie andere Europäer sind: die dort lebenden Völker waren meist seit dem Mittelalter Teil irgendwelcher multiethnischer Imperien, deren Machtzentren oft außerhalb davon lagen: des Deutschen Reiches, des russischen Zarenreichs, der Habsburgermonarchie, des Sowjetimperiums, des SHS-Staates und später Jugoslawiens, des Osmanischen Reiches und des Byzantinischen Reiches. Am extremsten ist das bei den Griechen der Fall, die zwischen der Eingliederung in das Imperium Romanum und der Verdrängung der Osmanen vom europäischen Kontinent in den 1820er-Jahren nie einen Ethnostaat hatten. Ungefähr vier Jahrhunderte lang war für sie „der Staat“ das Osmanische Reich, eine feindliche Macht, die ihnen immer nur etwas wegnahm (sogar ihre Kinder) und der man möglichst wenig zu geben trachtete. Dieses feindselige oder mißtrauische Verhältnis zum Gesamtstaat hat sich dann anscheinend auch auf die neuzeitliche griechische Regierung übertragen und bis heute einigermaßen gehalten, was sich in Korruptionsblüten wie zum Beispiel der Praxis zeigt, daß für schon lange verstorbene Angehörige weiterhin Pension kassiert wird und lokale Behördenvertreter einschließlich des Bürgermeisters gegenüber der Regierung den Mund halten.

    Und heute hat die EU die Rolle der korruptionsfördernden quasi-imperialen Macht inne, von der man sich möglichst wenig sagen lassen möchte, der man möglichst wenig gibt und von der man sich an Leistungen herausholt, soviel man eben kann.

    Antwort

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