Unruhestifter de luxe

Von Osimandia (ursprünglich erschienen auf „As der Schwerter“)

Unruhestifter de luxe

Am 12. August 2014 und somit drei Tage, nachdem der 18-jährige Schwarze Mike Brown von dem Polizisten Darren Wilson in Ferguson erschossen worden war, hielt der ebenfalls 18-jährige und ebenfalls schwarze Mikal Smith in der benachbarten Stadt Florissant eine Rede. Zu seinen Zuhörern gehörten unter anderem der Gouverneur von Missouri Jay Nixon, Offizielle der Regierung Obama sowie kommunale Spitzenpolitiker – nicht unbedingt ein Publikum, vor dem man aus dem Stegreif spricht.  Dennoch tat er, wie der The Jewish Daily Forward berichtet, angeblich genau das oder wirkte zumindest so, als täte er das, und zwar über

seine Erfahrungen als junger schwarzer Mann, zum Beispiel über die Entwürdigung, von der Polizei ohne erkennbaren Grund befragt zu werden. Am Ende seiner Rede erhielt er stehende Ovationen.

Der Jewish Daily Forward berichtet weiter:

Mikal Smith ist Absolvent von Cultural Leadership, einer Organisation im Großraum St. Louis, die Highschool-Schüler mittels einer einjährigen Intensivschulung in jüdischer und afroamerikanischer Geschichte und Kultur über Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit unterrichtet

Cultural Leadership

Cultural Leadership

und sie zu Unruhestiftern de luxe – „troublemakers of the best kind” – ausbildet. Sie vergeben sogar jedes Jahr einen gleichnamigen Preis.

Da Ferguson nun infolge eines tödlichen Polizeischusses auf Michael Brown, einen unbewaffneten schwarzen Teenager, ins Blitzlichtgewitter geraten ist, ist das, was Cultural Leadership als Lehrplan hat, Thema in den Schlagzeilen der ganzen Nation. Inzwischen sind seine Absolventen in der Frontlinie dabei, eine Reaktion darauf zu organisieren.

Aha.

Wer das einfach nur so aufs Geratewohl vermutet hätte, wäre als Verschwörungstheoretiker mit Judenobsession dagestanden, aber zum Glück sind wir so etwas nicht, sondern informieren uns direkt an der Quelle, die ganz offenbar stolz darauf ist, „spontane” Proteste sorgfältig zu organisieren und – wie die Überschrift besagt – die schwarz-jüdische Allianz in Ferguson neu aufzulegen. Und so sieht das konkret aus:

  • Aaron Johnson, ein Absolvent von Cultural Leadership aus der Klasse von 2010 organisierte am 23. August ein Training zur Wählerregistrierung und wird anschließend eine Kampagne zur Wählerregistrierung [„registration drive” – Belästigung der Wähler, die sich registrieren wollen?] anführen.

  • Mary Blair, die zu der neuen Klasse von 32 Studenten gehört, organisierte einen Schulstreik und stillen Protest an der Metro High School in St. Louis, der es in die lokalen Nachrichtenmedien schaffte.

„Schaffte“?

Da wird mal wieder die Legende gesponnen, Medienschaffende würden rumsitzen und warten, bis etwas passiert, und wenn ein Ereignis oder eine Aktion interessant genug ist, ihre Aufmerksamkeitsschwelle zu überschreiten, darauf anspringen und darüber berichten. Wer nicht imstande ist, etwas ausreichend Interessantes auf die Beine zu stellen, ist dieser Legende zufolge eben zu blöd dazu gewesen, genügend Mitstreiter zu finden, oder die Gruppe potentieller Mitstreiter ist im Gegensatz zu Unruhestiftern de luxe zu faul und desinteressiert und somit selber schuld, wenn sie es nicht in die Medien „schaffen“.

Ich denke hingegen, dass es ganz anders abläuft. Wenn eine Mary Blair, Studentin bei Cultural Leaders, einen kleinen Protest an einer Highschool organisiert, wissen die Medien durch „geheimnisvolle Kanäle” bereits vorher darüber Bescheid, schicken Journalisten und Fotografen hin und berichten darüber, als ob es eine ganz große und wichtige Sache wäre.

Während die Leser und Zuschauer denken: „Das kommt deswegen in den Medien, weil es wichtig ist”, ist es genau umgekehrt: Es wird als wichtig empfunden, weil es in den Medien kommt. Und wenn etwas erstmal als wichtig empfunden wird (sogar so wichtig, dass die Medien „nicht daran vorbeikamen, darüber zu berichten”), hört der Fernsehzuschauer den verlockenden Ruf der Masse, steht von seinem Sofa auf und rennt auf die Straße. So kann eine winzige Aktion mit einem Dutzend Protestierenden am ersten Tag, wenn sie es „in die Medien schafft” 100 Protestierende am zweiten Tag auf die Straße locken und zu einer großen Randale mit Tausenden Teilnehmern am dritten Tag werden.

Auch Neger sind faul (Swim behauptet sogar: ziemlich faul) und ganz davon abgesehen haben die allermeisten Neger in Ferguson, geschweige denn in St. Louis und zahllosen weiteren amerikanischen Städten Mike Brown selbstverständlich nicht persönlich gekannt und hätten die Sache gar nicht mitbekommen, wenn sein Tod nur als kleine Notiz im Polizeibericht der Lokalzeitung erwähnt worden wäre. Sie hätten am Namen auch nicht erkannt, dass er schwarz war.

Es sieht also vermutlich nicht so aus:

boom

sondern vielmehr so:

Unruhestiifter - Medien - Boom

Wenn die Medien geruhen, über eine kleine oder gar mittlere Aktion nicht zu berichten, wird sie auch keine weiteren Mitstreiter anlocken – wie auch, wenn es keiner mitkriegt? – und innerhalb kürzester Zeit wieder einschlafen. Auch wenn diese vollständige Abhängigkeit von den Medien frustrierend ist, ist ein solcher Verlauf zur Entstehung von Massenprotesten viel logischer als die Vorstellung, es würde irgendwie „von selber” so lange größer werden, bis die Medien „nicht mehr wegsehen können.” Das sollte man auch im Zusammenhang mit PEGIDA und deren Ablegern im Hinterkopf behalten, denn auch negative Berichterstattung ist Berichterstattung und liefert die reine Information „Da geht was ab!”. Mit wohlwollender Berichterstattung hätte man die Zielgruppe, die den Massenmedien sowieso schon äußerst misstrauisch gegenübersteht, möglicherweise eher verprellt als angezogen.

Doch das nur am Rande und jetzt wieder zurück zu den Unruhestiftern de luxe aus Amerika:

Andere Absolventen, deren Zahl in die Hunderte geht, haben als Laufburschen für den Teilbereich „Dialog mit der Gemeinde” des Treffens in Florissant agiert.

Grassroots Organizing Columbia

Grassroots Organizing Columbia

Ich glaube nicht, dass ich die Person wäre, die ich heute bin, wenn ich nicht Cultural Leadership durchlaufen hätte” sagte Johnson, der inzwischen Organisator bei  Grassroots Organizing in Columbia (Missouri) ist, und der an der Universität von Missouri an seinem Master in „Public Policy” arbeitet. „Es war eine grundlegende Voraussetzung dafür, ein sozialer Aktivist dieser Art zu werden.”

Cultural Leadership rekrutiert viele seiner Studenten über lokale Gotteshäuser, aber auch über Schulen und Jugendgruppen. Die Organisation hat enge Bindungen zu Rabbinern, Pfarrern und Schulleitern im Großraum St. Louis, und diese machen häufig talentierte Studenten ausfindig und bringen sie mit Cultural Leadership in Kontakt.

(…)

Cultural Leadership wurde ursprünglich dazu entworfen, schwarze und jüdische Studenten zusammenzubringen und die historische schwarz-jüdische Allianz, die während der Bürgerrechtsbewegung besonders intensiv war, wiederzubeleben.

Über die historischen Verbindungen zwischen Schwarzen und Juden in den USA hat sich Louis Farrakhan von der Nation of Islam bereits auch so seine Gedanken gemacht, Forschungen dazu betrieben und sie in mehreren Büchern festgehalten. Schwarze, die diese Bücher gelesen haben, sind möglicherweise nicht allzu begeistert von der Rolle der Juden in ihrer Vergangenheit, und Juden hassen selbstverständlich den Spielverderber Louis Farrakhan wie die Pest und

verabscheuen auch die Nation of Islam selbst. In einer geheimen ADL-Akte von 1942, „Temple of Islam Infiltration“, hieß es, daß „ein in unseren Diensten stehender Neger“ sich bei einer Razzia des FBI gegen die Chicagoer Moschee, die 82 Verhaftungen zur Folge hatte, „als ziemlich entscheidend“ erwiesen hatte. 1959 schickte das American Jewish Committee schwarze Spione von der Urban League, um Bericht über einen Auftritt des damaligen NOI-Führers Elijah Muhammed in Newark zu erstatten.

Aber solch unangenehme Dinge und vor allem auch die tragende Rolle der Juden bei der Sklaverei und beim transatlantischen Transport der schwarzen Sklaven fechten Cultural Leadership nicht an.

Sinnigerweise beginnt die auf ihrer Webseite angeführte historische Allianz dann auch erst mit dem Jahr 1838 knapp 30 Jahre bevor die Sklaverei am Ende eines fürchterlichen Bürgerkrieges, in dem 600.000 überwiegend weiße Amerikaner ihr Leben ließen, abgeschafft wurde. Über die Zeit davor wird diskret der Mantel des Schweigens gehüllt.

Cultural Leadership zitiert viel lieber William Cooper Nell von The Colored Patriots of America mit der Aussage:

Mit Ausnahme der Juden, findet sich unter allen Himmeln kein anderes Volk, das mit unbarmherzigeren Vorurteilen und Verfolgung konfrontiert ist als die freien Farbigen der USA.“,

Theodor Herzl mit dem Ausspruch:

„Es ist unsere Aufgabe, den Neger zu retten“

und erwähnt rührenderweise sogar, dass Studenten an der schwarzen Universität Hampton Institute im Jahr 1905 die stolze Summe von 52 Dollar für das Jewish Relief Fund Committee  gesammelt haben, um jüdischen Opfern des russischen Antisemitismus Erleichterung zu verschaffen, und dass im Jahr 1945 ein schwarzes Bataillon das Konzentrationslager Gunskirchen, ein Außenlager von Mauthausen, befreit hat. Diese Begebenheit inspirierte Sonia Weitz, Überlebende von fünf Nazi-Todeslagern, in denen 80 ihrer Familienmitglieder ums Leben kamen, und ehemalige Direktorin des Holocaust-Centers in Boston, zu dem Gedicht

THE BLACK MESSIAH

A black GI stood by the door

(I never saw a black before)

He’ll set me free before I die,

I thought, he must bei the Messiah.

A black Messiah came for me

He stared with eyes that didn’t see,

He never heard a single word

Which hung absurd upon my tongue.

And then he simply froze in place

The shock, the horror in his face,

He didn’t weep, he didn’t cry

But deep within his gentle eyes

A flood of devastating pain

His innocence forever slain.

For me, within yet another dawn

I found my black Messiah gone

And on we went our separate ways

For many years without a trace.

But ther’s a special bond we share

Which has grown strong because we dare

To live, to hope, to smile … an yet

We vow not ever to forget.

Saint Obama

Wir Deutschen haben Juden bislang uns gegenüber nur als vorwurfsvoll und kritisch erlebt. Solche schmeichelhaften Elogen sind wir nicht gewohnt, sollten aber im Hinterkopf behalten, dass es sie gibt, und zwar keineswegs nur gegenüber Negern, sondern vermutlich immer genau dann, wenn sie jemanden als Werkzeug benötigen. Wir sollten uns also in dem Fall, dass wir Adressaten solcher Hymnen werden, nicht dankbar freuen, dass die Nazi-Arie beendet ist (oder eine kleine taktische Pause macht) sondern uns stattdessen fragen, zu wessen Vernichtung wir warum in „gerechter Empörung” losreiten sollen. Es ist keine gute Idee, diesem Drang nachzukommen, wie Engländer und weiße Amerikaner derzeit schmerzlich erleben! Auch die Serben haben Judas spezielle Vorstellung von Dankbarkeit mittlerweile erfahren dürfen.

Bei der Geschichte der Negersklaverei zeigt sich ebenfalls ein immer wiederkehrendes Muster. Zuerst fügen Juden einem Volk oder einer Rasse (bei der Sklaverei den Schwarzen) großes Leid und Schaden zu und machen Profit dabei, wobei sie Werkzeuge und Mitprofiteure bei einem anderen Volk oder einer anderen Rasse finden (bei der Sklaverei weiße Engländer und Amerikaner). Wenn die Sache zu ihrem Ende kommt, schwenken sie schlagartig um, kehren ihre eigene Rolle komplett unter den Teppich, spielen sich gegenüber den Gelackmeierten als Retter auf und lenken deren Hass auf ihre ehemaligen Werkzeuge. Auch wir deutschen Nationalisten sollten diesbezüglich sehr wachsam und vorsichtig mit Ami-Bashing und dem Gerede über das „perfide Albion“ sein.

Die herzergreifende schwarz-jüdische Allianz von Cultural Leadership in Missouri feierte dieses Jahr ihren 10. Geburtstag. Hier finden sich Bilder von diesem Ereignis, auf denen auch einige der hier Genannten zu besichtigen sind (für uns Deutsche ist der Name der Fotografin das Sahnehäubchen obendrauf).

  • Gegründet wurde Cultural Leadership im Jahr 2004 von Karen Kalish (Foto weiter unten)
  • Das Modell, nach dem es entstand, war Operation Understanding DC, das 1993 ebenfalls von Karen Kalish in Washington gegründet wurde. Operation Understanding arbeitet mit schwarzen und jüdischen Highschool-Schülern, die sich selber sagen: „Wir identifizieren uns mit unserem ethnischen Hintergrund (etwas, das bei Weißen „Rassismus” heißt), wir interessieren uns für dieses Thema und wir wollen Teil dieser Arbeit sein.” Jedes Jahr werden sechs afroamerikanische Mädchen, sechs afroamerikanische Jungen, sechs jüdische Mädchen und sechs jüdische Jungen ausgewählt, mit denen sich die Organisation jeden zweiten Sonntag fünf Stunden lang trifft. Die Studenten werden auf dreierlei Art bearbeitet – Unterricht, Reisen und Aktionen. Sie verbringen zwei Drittel des Programms damit, Informationen aufzunehmen; dann gehen sie raus und beziehen andere Leute im direkten Gespräch mit ein. Das Ziel ist ein Schneeballeffekt, indem sie auf andere mit dem, was sie gelernt haben, zugehen.
  • Operation Understanding DC wiederum wurde nach dem Modell von Operation Understanding Philadelphia ins Leben gerufen, das im Jahr 1985 von William Gray gegründet wurde, der die Ehre hat, dafür posthum als Unruhestifter de luxe betitelt zu werden. Der Schwarze William Gray und der Jude George Ross hatten in einem Gespräch ihre Besorgnis über das belastete Verhältnis zwischen Schwarzen und Juden geteilt. Die zwei Männer waren besorgt, dass die neue Generation von schwarzen und jüdischen Highschool-Schülern keine Ahnung von ihrer gemeinsamen Geschichte haben könnten (wovon William Gray offenbar selber auch keine Ahnung hatte, zumindest nicht von der etwas älteren.)

Die ganze Sache kostet natürlich auch Geld. Davon wird unter anderem eine dreiwöchige Transformationsreise  (ja sie nennen das wirklich „Transformational Journey”!) finanziert, die folgendermaßen abläuft:

Die Transformationsreise ist eine dreiwöchige Reise, die all unsere Studenten zusammen unternehmen. Anfang Juni brechen wir in St. Louis auf und fliegen nach New York City; von dort geht es weiter mit dem Bus nach Philadelphia und dann nach Washington, DC; es folgt ein Flug nach Atlanta, mit dem Bus geht es weiter nach Tennessee und Alabama, ins Mississippidelta und nach Memphis. Während der gesamten Reise besuchen wir Orte, die sowohl für die Bürgerrechtsbewegung als auch für den heutigen Kampf um Gleichstellung bedeutsam sind.

Wir treffen mehr als 50 Redner, um alles, was wir aufnehmen können, darüber zu lernen, was notwendig ist, um die Welt zu verändern. Wir reden mit Agenten des Wandels wie dem Kongressmann John Lewis, der Obersten Richterin Ruth Bader Ginsburg, Reverend Al Sharpton, dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Ed Koch, Geoffrey Canada, Marc Moril und der Kongressfrau Debbie Wassermann-Schultz.

Das sind selbstverständlich samt und sonders Schwarze oder Juden.

Wir besuchen so wichtige Institutionen wie das United States Holocaust Memorial Museum, das Museum of Tolerance New York (Ein Museum des Simon Wiesenthal Zentrums), und das National Civil Rights Museum im Lorraine Motel.

Wir nennen das „Transformationsreise”, weil unsere Studenten an irgendeinem Punkt während oder nach der Reise herausfinden, dass sie sich gleichzeitig auf eine spirituelle Reise begeben haben und dass ihr Leben sich als Folge davon grundlegend und dauerhaft verändert hat.

Böse Zungen würden das Gehirnwäsche nennen, aber Transformationsreise ist eigentlich schon deutlich genug, um bei Eltern das rote Alarmlämpchen angehen zu lassen. Diese werden allerdings nicht nur mit einem Betrag von 1.000 Dollar miteinbezogen, sondern auch mit der Verpflichtung, alle sechs Wochen zu einem Elterntreffen aufzukreuzen. Für die Frühindoktrination der Kleineren aus den Schulklassen 8 und 9 gibt es Sommercamps.

Da kommen Gedanken auf wie: Schwarze sind irgendwie auch Schafe. Bissige Schafe, unbeherrschte Schafe, gefährliche Schafe für naive Weiße mit Amy-Biehl-Syndrom, schwarze Schafe sozusagen, aber nichtsdestotrotz: Schafe.

Karen Kalish (Mitte) mit den Eltern eines Absolventen.

Karen Kalish (Mitte) mit den Eltern eines Absolventen.

Die 1.000 Dollar Unkostenbeitrag reichen freilich bei weitem nicht aus. Das jährliche Budget beträgt 300.000 Dollar und jetzt geht es erst richtig ins Pilzgeflecht. Cultural Leadership wurde in den ersten Jahren zu einem entscheidenden Maß von der Righteous Persons Foundation finanziert:

Tief bewegt von der Erfahrung der Regieführung bei dem Film „Schindlers Liste” entschloss sich Steven Spielberg, mit seinem Anteil an den eingespielten Gewinnen dazu beizutragen, eine blühende und bedeutungsvolle jüdische Gemeinschaft zu unterstützen. Zu diesem Zweck gründete er die Righteous Persons Foundation (RPF), die seit ihrer Gründung im Jahr 1994 Zuwendungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar erhalten hat. In jüngeren Jahren hat Herr Spielberg Geldmittel aus seinen Filmen „München” und „Lincoln” in die Stiftung eingebracht.

Alle, die einen oder gar alle drei der genannten Filme gesehen und nicht illegal heruntergeladen sondern ordnungsgemäß dafür bezahlt haben, dürfen sich somit glücklich schätzen, auch ihr Scherflein zu der schwarz-jüdischen Allianz und den Protesten in Ferguson beigetragen zu haben. Wir gratulieren herzlich zu diesem uneigennützigen sozialen Engagement.

In jüngerer Zeit kommt die Finanzierung vor allem von Natan, einem so genannten „Giving Circle”, einer neuen Art von Stiftung, die angeblich vor allem für Minderheiten interessant ist.

Im Herbst 2002 kam eine Gruppe junger „Professionals” [worin auch immer] in New York City zusammen, um sich einen neuen Denkansatz jüdischer Philanthropie auszuarbeiten: eine gedankenvolle, engagierte Erfahrung strategischer Philanthropie, in die sie sowohl ihren Verstand als auch ihr Geld einbringen konnten, um neue Ideen zu unterstützen sowie die jüdische Welt und Israel zu transformieren.

Sie wollten sich zusammen in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter einbringen, die durch ihre Großzügigkeit und Hingabe an jüdische Philanthropie zusammenfand. Sie wollten die Kontrolle darüber haben, wohin ihr Geld fließt, und Transparenz darüber, wie es von denen verwendet wird, die es erhalten. Und sie wollten einen wirklichen Einfluss ausüben – neue Ideen mit dem Potential zu systemischem Wandel unterstützen.

Sie nannten die neue Stiftung Natan, eine Form des hebräischen Wortes „geben” in Gedenken an JJ Greenberg, dessen hebräischer Name Natan war, einem jung verstorbenen jüdischen Philanthropenführer und die Verkörperung von Großzügigkeit, Freude und einer Leidenschaft für jüdisches Leben.

Anfänglich hatten sie die Unterstützung bereits etablierter jüdischer Stiftungen [Aha! Also war doch nicht allzu viel eigene Großzügigkeit erforderlich], angeführt von der Andrea and Charles Bronfman Philanthropies (ACBP).

ACBP betreibt und unterstützt Programme in Kanada, Israel und den Vereinigten Staaten, um die Einheit des jüdischen Volkes zu stärken, die Lebensqualität in Israel zu verbessern und das kanadische Erbe [oder was auch immer jüdische Philanthropen sich darunter vorstellen] zu pflegen.

Natan ist darüberhinaus nach eigenen Angaben die treibende Kraft hinter Amplifier: The Jewish Giving Circle Movement. Dabei handelt es sich sozusagen um einen „Circle” aus zusammenarbeitenden „Giving Circles”, der sich folgendermaßen selbst beschreibt:

Amplifier ist ein Netzwerk von Giving Circles, motiviert von jüdischen Werten und inspiriert von Machern des Wandels, die überall auf der Welt Veränderungen bringen wollen.

Auch über JJ Greenberg und die ACBP lassen sich weitere vernetzte jüdische Philanthropenvereine finden und „Amplifier: The Jewish Giving Circle Movement” besteht  aus 44 Giving Circles, die alle mit einem Link unterlegt sind.

Natan ist selbstverständlich nur der größte Unterstützer von Cultural Leadership, beileibe nicht der einzige! Weitere Ressourcen der Unruhestifter de luxe von Ferguson sind auf lokaler Ebene:

  • Anti Defamation League (ADL) in St. Louis
  • The Diversity Awareness Partnership
  • Hatebreakers
  • National Conference for Community and Justice of Metropolitan St. Louis
  • Student-to-Student
  • Urban League of Metropolitan St. Louis
  • Wyman Center
  • Youth Leadership St. Louis

und auf (amerikanisch) nationaler Ebene:

  • Anti Defamation League (ADL)
  • Foundation for Ethnic Understanding
  • The Jewish Federations of North America
  • National Association for the Advancement of Colored People (NAACP)
  • National Urban League
  • Southern Poverty Law Center

Selbstredend hat auch jede dieser Organisation wieder eine Webseite, auf der zahllose andere mit ihr verbundene Organisationen aufgelistet sind.

Hier machten sich erste Anzeichen von Erschöpfung und Überdruss an jüdischer Philanthropie bei mir bemerkbar, weshalb ich dem geneigten Leser die weitere Forschungsreise durch das Pilzgeflecht jüdischer Großzügigkeit selber überlasse. Vermutlich pflegen sie alle mehr oder weniger „jüdische Werte”, unterstützen und verbessern ein „lebhaftes und blühendes jüdisches Leben” und/oder bringen Menschen zusammen („bring people together”), machen einen Unterschied („make a difference”), sind Agenten des Wandels („change agents”) und streben danach, weltweit Transformationen aller Art auszulösen.

Ich begann mich zu fragen, wie wohl die Welt aussehen würde, wenn Juden nur schlagartig alle gleichzeitig aufhören würden, wohltätig zu sein, und der ketzerische Gedanke kam auf, dass diese Welt durchaus nahe an dem sein könnte, was man so gemeinhin unter dem Paradies oder zumindest einem Idyll versteht. Eine solche Welt ist vermutlich für alle heute lebenden Menschen schlicht und einfach unvorstellbar. Rassenunruhen und Massenrandalen wie die in Ferguson oder auch die Aktivität oder auch nur bloße Existenz von Antifa und breiten demokratischen Bündnissen wären wahrscheinlich ein unbekanntes Phänomen, die Zahl von scheußlichen Revolutionen und Kriegen zumindest deutlich vermindert, und ob es irgendwo auf der Welt Menschenrechtsaktivisten, Antirassisten und Propagandisten von „diversity”, „Gendergerechtigkeit” und Sexköfferchen in der Grundschule geben würde, muss eine offene Frage bleiben. Womöglich würden wir in einer solchen Welt noch nicht einmal wissen, dass die Zuwanderung von zahllosen außereuropäischen Menschen eine Bereicherung für uns alle darstellen würde, wenn denn jemand verrückt genug wäre, sich so etwas Abwegiges überhaupt theoretisch vorstellen zu können.

Karen Kalish, die Gründerin von Cultural Leadership bei der Verleihung des Martin-Luther-King-Preises

Karen Kalish, die Gründerin von Cultural Leadership bei der Verleihung des Martin-Luther-King-Preises

Cultural Leadership ist seit seinem erst zehnjährigen Bestehen auch bereits mit fünf Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem im Jahr 2012 mit dem „Distinguished Organization Award” der Dr. Martin Luther King, Jr. State Celebration Commission of Missouri, (mit der Topleveldomain .gov!). Im Jahr 2007 wurde in weiser Voraussicht auf Ferguson den Unruhestiftern de luxe sinnigerweise der Preis „For helping to create a violence-free, stress-free society” der etwas „esoterisch” anmutenden International Art of Living Foundation zuerkannt, die auch hierzulande vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen hat.

Die derzeitige Vorsitzende Holly Ingraham ist Mitglied von St. Louis Cross Cultural Engagement: Building a Diverse and Dynamic Community.

Cultural Leadership ist dennoch wohl eine eher kleine und unbedeutende Filiale des planetenübergreifend agierenden jüdischen Weltreparaturservice-Unternehmens Tikun Olam, auf die ich lediglich zufällig wegen ihres Beitrags zu den Ferguson-Krawallem gestoßen bin, und die an sich für uns keine große Bedeutung hat. Ich habe sie und ihre Verbindungen allein aus dem Grund so akribisch (aber selbstverständlich nicht vollständig) untersucht, um einmal beispielhaft darzustellen, dass das daran hängende Netzwerk unüberschaubar und nahezu unendlich ist.

Zum Ende sei hier noch eine Aufstellung präsentiert, was herausragende Unruhestifter de luxe geleistet haben:

  • Blake Harris gründete eine multikulturelle Verbindung an der Universtität von Missouri-Columbia
  • Jeremy Cropf war der erste Erstsemesterstudent überhaupt, der an der Universität von New York zum Präsidenten von STAND (Student Taking Action Now Darfur) gewählt wurde.
  • Richie Gallant and Tyjuan Morrow gründeten Students Working for a Purpose (SWAP), ein Peer-to-Peer-Mentoring-Programm und erhielten einen mit 1.000 Dollar dotierten Preis von Ashoka’s Youth Venture (international community of young changemakers) dafür.
  • Kyriah Shannon führte zum ersten Mal in sechs Jahren die Einhaltung und Beachtung des Black History Month an der Ladue High School ein.
  • Candice Nichols arbeitete daran, eine „Jim Crow Woche” an der Classical Leadership Academy einzuführen
  • DeAnna Tipton tat dasselbe an der St. Elizabeth Academy.
  • Hannah Rosenthal führte mit ihrem Diversity Club eine Kampagne durch, um aus der Ladue High School „Keinen Platz für Hass” zu machen, ein Programm der ADL, das daran arbeitet, Respekt, Charakter und Einigkeit in Schulen zu fördern.
  • Hedy Epstein protestierte in St. Louis so engagiert wegen des Todes von Mike Brown, dass sie von der Polizei wegen der Weigerung, der Anordnung zur Auflösung der Demonstration Folge zu leisten, festgenommen werden musste.

Hedy Epstein ist im Gegensatz zu den anderen Aufgeführten allerdings keine Absolventin von Cultural Leadership und auch ein bisschen älter als diese. Der Titel „Unruhestifterin de luxe” steht ihr aber dessenungeachtet vollumfänglich zu, denn wie die Huffington Post berichtet, tut sie solcherlei Dinge nach eigenen Angaben bereits, seit sie ein Teenager war. Als 15-Jährige kam sie mit einem Kindertransport von Freiburg im Breisgau nach England, wo sie in den Folgejahren den Holocaust überlebte, während sie die Operation Tigerfish – den verheerenden Bombenangriff auf das malerische Schwarzwaldstädtchen –   vielleicht wie zahllose Freiburger nicht überlebt hätte. Das mag uns daran erinnern, dass es keineswegs zwingend zum eigenen Schaden sein muss, ein Unruhestifter de luxe oder „Troublemaker of the Best Kind” zu sein.

Troublemaker of the Best Kind Award

Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare

  1. Als jetzt die Meldungen mit den erschossenen Schwarzen und weißen Polizisten kamen, hatte ich ich mich sofort an Osimandias Booom-Graphik erinnert. Ein ausgezeichneter Artikel, der alles erklärt. Danke für die Rettung dieses Artikels.

    Antworten
  2. Die Boom-Grafik ist wirklich genial, und ihre Aussage trifft auch sehr gut auf den gegenwärtigen Black-Lives-Matter-Wirbel zu, der erst durch den Medienhype und den jüdischen Aktivismus dieses Ausmaß erreichen konnte. (Typisch für den manipulativen Stil der Medien ist auch dieses vermutlich gestellte „Bild, das um die Welt geht“ von der bebrillten Negerin, die sich „mit wehendem Kleid mutig drei gepanzerten Polizisten entgegenstellt“; ebenso das Verschweigen der vielen anderen Fälle von gewalttätigen „Rache“akten von Negern gegen weiße Polizisten und Zivilisten, die in nahem zeitlichem Zusammenhang zum Schussattentat von Dallas stattfanden. Außerdem erwähnen die europäischen Medien auch nicht, dass laut Aussage des Bürgermeisters von Dallas, wie in der Washington Post wiedergegeben, bei der „friedlichen Demonstration“ von Dallas etwa 20 Zivilisten mit Gewehren über der Schulter und mit Munitionsgürteln bzw. Patronentaschen [„ammo gear“] herumliefen.)

    „Unruhestifter de luxe“ konnte ich dank UBasser hier wiedergeben, der ihn schon seinerzeit bei sich auf „Morbus Ignorantia“ nachveröffentlicht hat.

    Antworten
  3. pils

     /  Juli 19, 2016

    Seit längerer Zeit habe ich mal wieder auf PI gelesen. Da gibt es einige sehr interessante Kommentare. Es scheint so als ist sie zur zeit sehr aktiv und es tut gut sie mal wieder zu lesen. Das was ich instinktiv unmittelbar unabhängig von Sprache spüre das schreibt sie auf. So funktioniert Verstehen.

    Antworten
  4. zippelmütz

     /  Juli 21, 2016

    Danke, Lucifex, daß Du diesen Artikel gerettet hast. Er liest sich so taufrisch wie am ersten Tag, und er ist so erhellend über die Medienzusammenhänge, in denen wir uns alle bewegen.

    Antworten
  5. Pils, auf Pi gibt es neben N. auch von Karlfried immer wieder sehr gute (und darüber hinaus unangreifbare, sehr gut formulierte) Kommentare. Suche meist über Ctrl F danach.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: