Gewalt ist golden

Gerald Brom Blood Charge

Von Jack Donovan, übersetzt von Deep Roots. Das Original Violence is Golden erschien am 15. März 2011 auf Jack Donovans Blog (ursprünglich am 11. November 2010 auf der inzwischen vom Netz genommenen Seite Arthur’s Hall of Viking Manliness) und am 8. Dezember 2011 hier auf Counter-Currents nachveröffentlicht. (Das Titelbild „Blood Charge“ von Gerald Brom wurde vom Übersetzer eingefügt.)

 

Viele Leute denken gern, sie seien „gewaltlos“. Allgemein behaupten Leute, den Gebrauch von Gewalt zu „verabscheuen“, und Gewalt wird von den meisten negativ gesehen. Viele unterscheiden nicht zwischen gerechter und ungerechter Gewalt. Manche besonders eitle, selbstgerechte Typen denken gerne, sie hätten sich über die garstigen, gewalttätigen Kulturen ihrer Vorfahren erhoben. Sie sagen: „Gewalt ist nicht die Antwort.“ Sie sagen: „Gewalt löst nichts.“

Sie irren sich. Jeder von ihnen vertraut auf Gewalt, jeden einzelnen Tag.

Am Wahltag stellen sich Menschen aller sozialen Schichten in einer Schlange an, um ihre Stimmen abzugeben, und dadurch hoffen sie zu beeinflussen, wer die Axt der Autorität führen darf. Diejenigen, die die Gewalt beenden wollen – als ob das möglich oder auch nur wünschenswert wäre – streben oft danach, ihre Mitbürger zu entwaffnen. Dies beendet die Gewalt nicht wirklich. Es gibt bloß dem Staatsmob ein Monopol auf Gewalt. Dies macht einen „sicherer“, solange man nicht den Boss verärgert.

Alle Regierungen – linke, rechte oder sonstige – sind schon von ihrer Natur her auf die Ausübung von Zwang ausgerichtet. Das müssen sie sein.

Ordnung erfordert Gewalt.

Eine Regel, die nicht letztendlich durch die Drohung mit Gewalt unterstützt wird, ist bloß ein Vorschlag. Staaten stützen sich auf Gesetze, die von Männern durchgesetzt werden, die bereit sind, Gewalt gegen Gesetzesbrecher anzuwenden. Jede Steuer, jedes Gesetzbuch und jede Lizenzpflicht erfordert eine eskalierende Folge von Strafen, die am Ende in der zwangsweisen Beschlagnahme von Eigentum oder in Einkerkerung durch bewaffnete Männer resultieren muß, die bereit sind, im Falle von Widerstand oder verweigerter Folgeleistung Gewalt anzuwenden. Jedes Mal, wenn eine „Soccer mom“ [Anm. d. Ü.: Bezeichnung für Mütter, die ihre Sprößlinge mit dem Auto von einer Sport- oder sonstigen Veranstaltung zur nächsten fahren] aufsteht und härtere Strafen für betrunkenes Autofahren fordert, oder für den Verkauf von Zigaretten an Minderjährige, oder für den Besitz eines Pitbullterriers, oder für das Nicht-Recycling, ersucht sie den Staat darum, Gewalt zur Durchsetzung ihres Willens zu gebrauchen. Sie bittet nicht mehr nett. Die Durchführbarkeit jedes Familiengesetzes, Waffengesetzes, Bauplanungsgesetzes, Verkehrsgesetzes, Einwanderungsgesetzes, Importgesetzes, Exportgesetzes und jeder Finanzvorschrift hängt sowohl von der Bereitschaft als auch von den Mitteln der Gruppe zur Durchsetzung der Ordnung durch Gewalt ab.

Wenn ein Umweltschützer fordert, daß wir „die Wale retten“, behauptet er effektiv, daß die Rettung der Wale so wichtig ist, daß sie es wert ist, Menschen zu schaden, die Walen schaden. Der friedliche Umweltschützer ersucht den Leviathan, den Gebrauch von Gewalt im Interesse des Schutzes von Leviathanen zu autorisieren. Wenn Staatsführer zustimmen und sagen würden, daß es wirklich wichtig sei, „die Wale zu retten“, sich aber dann weigern, jene zu bestrafen, die Walen schaden, oder sich weigern, jene Strafen unter Androhung gewaltsamer Polizei- oder Militäreinsätze durchzusetzen, dann wäre die geäußerte Einstellung eine bedeutungslose Geste. Diejenigen, die Walen schaden wollten, würden sich frei dazu fühlen, das – wie es heißt – ungestraft zu tun.

Ohne Handeln sind Worte bloß Worte. Ohne Gewalt sind Gesetze bloß Worte.

Gewalt ist nicht die einzige Antwort, aber sie ist die endgültige Antwort.

Man kann moralische Argumente und ethische Argumente und Appelle an Vernunft, Emotion, Ästhetik und Mitgefühl anführen. Menschen werden von diesen Argumenten sicherlich bewegt, und wenn sie ausreichend überzeugt werden, dann entscheiden sie sich – natürlich vorausgesetzt, daß es ihnen nicht übermäßig ungelegen kommt – oft dazu, ihr Verhalten zu mäßigen oder zu ändern.

Jedoch erzeugt der willentliche Gehorsam vieler unvermeidlicherweise eine Schwachstelle, die darauf wartet, von jedem Beliebigen ausgenützt zu werden, der soziale und ethische Normen abschüttelt. Wenn jeder Mann seine Waffen niederlegt und sich weigert, sie aufzuheben, dann kann der erste, der sie aufhebt, alles tun, was er will. Der Friede kann nur so lange ohne Gewalt aufrechterhalten werden, wie jeder sich an die Abmachung hält, und um den Frieden zu bewahren, muß jede einzelne Person in jeder nachfolgenden Generation – selbst lange, nachdem der Krieg vergessen ist – weiterhin einwilligen, friedlich zu bleiben. Für immer und ewig. Kein Übeltäter darf jemals fragen: „Oder was?“, denn in einer wahrhaft gewaltlosen Gesellschaft lautet die beste Antwort: „Oder wir halten dich nicht für einen sehr netten Menschen und werden nicht mit dir teilen.“ Unserem Unruhestifter steht es frei zu antworten: „Ist mir egal. Ich nehme mir, was ich will.“

Gewalt ist die endgültige Antwort auf die Frage: „Oder was?

Gewalt ist der Goldstandard, die Reserve, die Ordnung garantiert. In Wirklichkeit ist sie besser als ein Goldstandard, denn Gewalt hat universalen Wert. Gewalt transzendiert die Launen von Philosophie, Religion, Technologie und Kultur. Man sagt, daß die Musik eine universale Sprache sei, aber ein Faustschlag ins Gesicht schmerzt gleich, egal, welche Sprache man spricht oder welche Art von Musik man bevorzugt. Wenn ihr in einem Raum mit mir eingesperrt seid und ich mir ein Rohr schnappe und euch gegenüber eine Geste des Zuschlagens damit mache, dann wird euer Affenhirn, egal, wer ihr seid, sofort das „oder was“ verstehen. Und dadurch wird eine gewisse Ordnung erreicht.

Das praktische Verständnis der Gewalt ist so grundlegend für das menschliche Leben und die menschliche Ordnung wie die Vorstellung, daß Feuer heiß ist. Man kann sie einsetzen, aber man muß sie respektieren. Man kann gegen sie handeln, und man kann sie manchmal kontrollieren, aber man kann sie nicht wegwünschen. Wie ein Flächenbrand ist sie manchmal überwältigend, und man wird nicht wissen, daß sie kommt, bis es zu spät ist. Manchmal ist sie größer als man selbst. Fragt die Cherokee, die Inkas, die Romanows, die Juden, die Konföderierten, die Barbaren und die Römer. Sie alle kennen das „Oder was?“.

Die grundsätzliche Anerkenntnis, daß Ordnung Gewalt erfordert, ist keine Offenbarung, aber manchen mag sie als eine solche erscheinen. Die bloße Vorstellung kann manche Leute rasend machen, und manche werden sie wütend zu bestreiten versuchen, mit allen Arten von verschwurbelten und hypothetischen Argumenten, weil sie nicht sehr „nett“ klingt. Aber es muß etwas nicht „nett“ sein, um wahr zu sein. Die Wirklichkeit reißt sich kein Bein aus, um sich Fantasien oder Sentimentalitäten anzupassen.

Unsere komplexe Gesellschaft stützt sich in einem Ausmaß auf stellvertretende Gewalt, daß viele Durchschnittsmenschen im Privatsektor durchs Leben gehen können, ohne wirklich Gewalt verstehen oder tief darüber nachdenken zu müssen, weil wir fern von ihr sind. Wir können es uns leisten, sie als ein fernes, abstraktes Problem wahrzunehmen, das durch hochgesinnte Strategie und soziale Programmierung gelöst werden soll. Wenn die Gewalt an unsere Tür klopft, machen wir einfach einen Telefonanruf, und die Polizei kommt, um die Gewalt zu „stoppen“. Wenige Zivilisten nehmen sich wirklich die Zeit, um daran zu denken, daß wir im Grunde einer bewaffneten Bande Schutzgeld zahlen, damit sie kommt und geordnete Gewalt für uns ausübt. Wenn diejenigen, die uns Gewalt antun wollen, friedlich weggebracht werden, stellen die meisten von uns nicht wirklich diese Verbindung her, wir versichern uns nicht einmal, daß ein Straftäter sich wegen der Waffe an der Hüfte des Polizisten verhaften läßt, oder wegen des stillschweigenden Verständnisses, daß er schließlich von noch mehr Polizisten gejagt werden wird, die die Autorität haben, ihn zu töten, falls er für eine Bedrohung gehalten wird. Das heißt, falls er für eine Bedrohung für die Ordnung gehalten wird.

In den Vereinigten Staaten sind etwa zweieinhalb Millionen Menschen eingesperrt. Über neunzig Prozent davon sind Männer. Die meisten davon haben sich nicht selbst gestellt. Die meisten davon versuchen nicht nachts zu fliehen, weil da jemand in einem Wachtturm ist, der bereit ist, sie zu erschießen. Viele sind „gewaltlose“ Straftäter. Soccer moms, Buchhalter, Promi-Aktivisten und freilaufende Veganer schicken alle ihre Steuerdollars ein und geben stellvertretend Milliarden über Milliarden aus, um eine bewaffnete Regierung zu füttern, die die Ordnung durch Gewalt aufrecht erhält.

Erst wenn unsere geordnete Gewalt der ungeordneten Gewalt weicht, wie nach Naturkatastrophen, werden wir gezwungen zu sehen, wie sehr wir uns auf jene verlassen, die die Ordnung durch Gewalt aufrecht erhalten. Menschen plündern, weil sie es können, und töten, weil sie denken, daß sie damit davonkommen können. Mit Gewalt fertig zu werden und gewalttätige Männer zu finden, die einen vor anderen gewalttätigen Männern beschützen, wird plötzlich zu einem realen und dringlichen Anliegen.

Ein Kumpel erzählte mir einmal eine Geschichte über einen Vorfall, der von einem Freund der Familie erzählt wurde, der ein Cop war, und ich denke, sie bringt den Punkt rüber. Ein paar Teenager hingen im Einkaufszentrum vor einem Buchladen herum. Sie blödelten herum und redeten mit ein paar Cops, die dort herumhingen. Der Cop war ein relativ großer Kerl, keiner, mit dem man sich anlegen wollte. Einer der Jungs sagte dem Cop, er würde nicht einsehen, warum die Gesellschaft eine Polizei brauche.

Der Cop lehnte sich vor und sagte zu dem spindeldürren Jungen: „Hast du irgendwelche Zweifel darüber, ob ich dir die Arme brechen und dir dieses Buch wegnehmen könnte, wenn mir danach wäre?“

Der Teenager, offensichtlich erschüttert von der Brutalität der Aussage, sagte: „Nein.“

„Deshalb brauchst du Cops, Junge.“

George Orwell schrieb in seinen „Notes on Nationalism“, daß für den Pazifisten die Wahrheit „Diejenigen, die der Gewalt ‚abschwören’, können das nur tun, weil andere in ihrem Interesse Gewalt üben“ offenkundig, aber unmöglich zu akzeptieren ist. Viel Unvernunft fließt aus der Unfähigkeit, unser passives Verlassen auf Gewalt zum Schutz zu akzeptieren. Eskapistische Fantasien von der Sorte von John Lennons „Imagine“ korrumpieren unsere Fähigkeit, die Welt so zu sehen, wie sie ist, und uns gegenüber ehrlich bezüglich der Natürlichkeit von Gewalt für das Tier Mensch zu sein. Es gibt keinen Beweis für die Idee, daß der Mensch ein von Natur aus friedliches Wesen ist. Es gibt reichlich Beweise für die Vorstellung, daß Gewalt immer ein Teil des menschlichen Lebens gewesen ist. Jeden Tag graben Archäologen einen weiteren primitiven Schädel mit Beschädigungen durch Waffen oder stumpfe Gewalteinwirkung aus. Die allerersten Gesetzbücher waren schockierend grausig. Wenn wir uns heute weniger bedroht fühlen, wenn wir das Gefühl haben, in einer gewaltlosen Gesellschaft zu leben, dann nur, weil wir dem Staat so viel Macht über unser Alltagsleben abgetreten haben. Manche nennen dies Vernunft, aber wir könnten es genauso gut Faulheit nennen. Eine gefährliche Faulheit, scheint’s, angesichts dessen, wie wenig die meisten Leute ihrer Aussage nach den Politikern vertrauen.

Gewalt kommt nicht von Filmen oder Videospielen oder von Musik. Gewalt kommt von Menschen. Es ist höchste Zeit, daß die Leute aus ihren 1960er-Dunst aufwachen und anfangen, wieder ehrlich bezüglich Gewalt zu sein. Menschen sind gewalttätig, und das ist in Ordnung. Man kann es nicht durch Gesetze zum Verschwinden bringen oder sich drumherumreden. Aufgrund der verfügbaren Beweise gibt es keinen Grund zu glauben, daß der Weltfriede jemals erreicht wird, oder daß die Gewalt je „beendet“ werden kann.

Es ist Zeit, mit dem Sorgenmachen aufzuhören und zu lernen, die Streitaxt zu lieben. Die Geschichte lehrt uns, daß jemand anders es tun wird, falls wir es nicht tun.

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Ein Kommentar

  1. „Und wir wollen nicht sein eine Vertretung eines Berufs, einer Klasse, eines Standes, einer Konfession oder eines Landes, sondern wir wollen den Deutschen so weit erziehen, dass vor allem alle begreifen müssen, dass es kein Leben gibt ohne Recht und dass es kein Recht gibt ohne Macht und dass es keine Macht gibt ohne Kraft und dass jede Kraft im
    eigenen Volk sitzen muss.“
    (Aus einer Wahlrede AH, 27. Juli 1932)
    gefunden im sehr aktuellen pdf
    http://trutzgauer-bote.info/wp-content/uploads/2016/06/Menuhin-Gerard-Wahrheit-sagen-Teufel-jagen.pdf

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