U.S.S. Liberty: Überlebende Seeleute brechen ihr Schweigen 40 Jahre nach israelischem Angriff auf Schiff der U.S. Navy

USS Liberty Ward Boston

Von Paul Craig Roberts, übersetzt von Deep Roots. Das Original Surviving Sailors Break Their Silence 40 Years After Israeli Attack on US Navy Ship erschien am 21. Juni 2008 auf VDARE. – http://www.vdare.com/articles/surviving-sailors-break-their-silence-40-years-after-israeli-attack-on-us-navy-ship (Bilder von mir eingefügt).

 

Der 8. Juni 1967 – der vierte Tag des Sechstagekrieges zwischen Israel und Ägypten, Syrien und Jordanien – war ein schöner Tag im Mittelmeer. Die USS Liberty befand sich in internationalen Gewässern vor der Küste von Ägypten. Israelische Flugzeuge waren am Morgen über die „USS Liberty“ geflogen und hatten gemeldet, daß das Schiff amerikanisch war. Die Besatzung, die sich nahe an der Kriegszone befand, war durch die Anwesenheit israelischer Flugzeuge beruhigt. Aber um 2:00 Uhr nachmittags sahen Seeleute, die an Deck sonnenbadeten, Düsenjäger in Angriffsformation auf sie zukommen. Rote Blitze an den Tragflächen der Flugzeuge wurden von Explosionen, Blut und Tod gefolgt. Ein schöner Nachmittag wurde plötzlich zum Alptraum. Wer griff die „USS Liberty“ an, und warum? Der Angriff auf die „Liberty“ war ein Angriff auf Amerika.

Die „Liberty“ war ein Aufklärungsschiff. Ihre Aufgabe war es, die sowjetische und arabische Kommunikation zu überwachen, um sowohl Israel als auch Washington zu warnen, sollten die Sowjets auf Seiten ihrer arabischen Verbündeten in den Krieg eintreten. Die „Liberty“ war nur mit vier Maschinengewehren bewaffnet, um Enterer abzuwehren. Ihre Anforderung einer Zerstörereskorte war abgelehnt worden.

USS Liberty

Der Angriff auf die „Liberty“ ist gut dokumentiert. Ohne Warnung wurde die „Liberty“ von aufeinanderfolgenden Wellen ungekennzeichneter Düsenflugzeuge angegriffen, die Kanonen, Raketen und Napalm einsetzten. Die angreifenden Jets störten alle US-Kommunikationsfrequenzen, ein Hinweis darauf, daß sie wußten, daß die „Liberty“ ein amerikanisches Schiff war.

Bei dem Luftangriff gelang es nicht, die „Liberty“ zu versenken. Nachdem der Angriff etwa 30 Minuten gedauert hatte, erschienen drei Torpedoboote, über denen der Davidsstern wehte. Die israelischen Boote befanden sich nicht auf einer Rettungsmission. Sie griffen die „Liberty“ mit Kanonen, Maschinengewehren und Torpedos an. Ein Torpedo traf die „Liberty“ mittschiffs und tötete sofort 25 Amerikaner, während er die unteren Decks flutete. Die israelischen Torpedoboote zerstörten die Rettungsflöße, die die „Liberty“ zu Wasser ließ, als die Besatzung sich darauf vorbereitete, das Schiff zu verlassen, wodurch die Botschaft übermittelt wurde, daß es keine Überlebenden geben würde.

Die „USS Liberty" fährt während des Angriffs israelischer Torpedoboote Ausweichmanöver.

Die „USS Liberty“ fährt während des Angriffs israelischer Torpedoboote Ausweichmanöver.

Um annähernd 3:15 Uhr erschienen zwei israelische Hubschrauber französischen Fabrikats, die bewaffnete israelische Soldaten beförderten, über der „Liberty“. Phil Tourney konnte ihre Gesichter in einer Entfernung von nur 15 bis 18 Meter [50 – 60 Fuß] sehen. Er zeigte ihnen den Stinkefinger. Die überlebenden Besatzungsmitglieder sind davon überzeugt, daß die Israelis ausgeschickt wurden, um zu entern und alle Überlebenden zu töten.

Die israelischen Jets zerstörten die Funkantennen der „Liberty“. Während des Angriffs der Flugzeuge spannten Mannschaftsmitglieder Drähte, die es dem Schiff ermöglichten, einen Hilferuf auszusenden. Die „USS Saratoga“ und die „USS America“ starteten Jäger, um die angreifenden Flugzeuge zu vertreiben, aber die Mission wurde auf direkten Befehl aus Washington abgebrochen.

Als die „Liberty“ die Sixth Fleet verständigte, daß sie wieder angegriffen werde, diesmal von Überwasserschiffen, befahl der Flottenkommandeur den Trägern „America“ und „Saratoga“, Jäger zu starten, um die Angreifer zu vernichten oder zu vertreiben. Der Befehl war unverschlüsselt und wurde von Israel aufgefangen, das seinen Angriff sofort abblies. Die Torpedoboote und die schwebenden Hubschrauber rasten davon. Israel verständigte Washington schnell davon, daß es irrtümlich ein amerikanisches Schiff angegriffen hätte, und die US-Jäger wurden ein zweites Mal zurückgerufen.

Die „USS Liberty“ erlitt Verluste von 70 %, wobei 34 getötet und 174 verwundet wurden. Obwohl das teure, hochmoderne Schiff von der heroischen Besatzung über Wasser gehalten wurde, stellte es sich später als irreparabel heraus und wurde zum Abwracken verkauft.

Schäden an der „Liberty” nach dem Überfall; man beachte das Torpedoloch auf dem linken Bild und die Einschläge von Maschinenkanonen auf dem mittleren.

Schäden an der „Liberty” nach dem Überfall; man beachte das Torpedoloch auf dem linken Bild und die Einschläge von Maschinenkanonen auf dem mittleren.

Warum kam keine Hilfe?

Es ist von der US-Regierung nie eine Erklärung für die Befehle von Verteidigungsminister Robert McNamara und Präsident Lyndon B. Johnson an die Sixth Fleet zum Abbruch der Rettungsmission abgegeben worden. Lt. Commander [Korvettenkapitän] David Lewis von der „Liberty“ sagte Kollegen, daß Admiral L. R. Geis, der Befehlshaber der Trägerstreitmacht der Sixth Fleet, ihm gesagt hätte, daß, als er McNamaras Befehl zum Rückruf der Rettungsmission in Frage stellte, auf einmal LBJ in der Leitung gewesen sei und gesagt hätte, es sei ihm egal, ob das Schiff sinken würde, er würde einen Verbündeten nicht in Verlegenheit bringen. Der Kommunikationsoffizier, der die Übertragung abwickelte, hat dasselbe berichtet.

Die angeschlagene "Liberty" nach dem Angriff, mit dem amerikanischen leichten Lenkwaffenkreuzer CLG-4 "Little Rock" im Hintergrund.

Die angeschlagene „Liberty“ nach dem Angriff, mit dem amerikanischen leichten Lenkwaffenkreuzer CLG-4 „Little Rock“ im Hintergrund.

Eine BBC-Dokumentation über den israelischen Überfall berichtet von Verwirrung über die Identität des Angreifers, was beinahe einen US-Angriff gegen Ägypten zur Folge gehabt hätte. Richard Parker, politischer Berater der USA in Kairo, bestätigt in der BBC-Dokumentation, daß er eine offizielle Mitteilung erhalten hatte, daß ein amerikanischer Vergeltungsangriff gegen Ägypten unterwegs sei.

Die offizielle Position der US-Regierung zur „USS Liberty“ deckt sich mit der von Israel: Der Angriff war unbeabsichtigt und eine Folge israelischer Fehler. Dies ist die offizielle Position, obwohl CIA-Direktor Richard Helms, Außenminister Dean Rusk, Vizeaußenminister Lucius Battle und eine lange Liste von Offizieren der US Navy, Regierungsbeamten und Überlebenden der „Liberty“ zu Protokoll gaben, daß der israelische Angriff Absicht war.

Laut Helms, Battle und den Protokollen einer Konferenz im Weißen Haus glaubte Präsident Johnson, daß der Angriff Absicht war. Helms sagt, daß LBJ wütend war und sich beschwerte, als die New York Times die Geschichte auf Seite 29 versteckte, daß Johnson aber entschieden hatte, daß er öffentlich Israels Erklärung akzeptieren mußte. „Der politische Druck war zu groß“, sagte Helms.

US-Kommunikationspersonal, Geheimdienstanalysten und Botschafter berichten, daß sie von den USA abgefangene israelische Befehle zum Angriff auf die „Liberty“ gelesen hätten. In einer abgehörten Nachricht berichtet ein israelischer Pilot, daß die „Liberty“ ein amerikanisches Schiff ist und ersucht um Wiederholung und Erklärung seines Befehls zum Angriff auf ein amerikanisches Schiff. Ein Israeli, der sich als einer der Piloten identifizierte, kam später nach Amerika und traf sich mit dem US-Abgeordneten Pete McCloskey und Überlebenden der „Liberty“. Der Pilot sagte, er hätte sich geweigert, an dem Angriff teilzunehmen, als er sah, daß es ein amerikanisches Schiff war. Er wurde bei der Rückkehr auf seine Basis verhaftet.

Die „Liberty“ hatte die US-Flagge gesetzt. Die Markierungen des Schiffes, GTR-5, auf beiden Seiten des Bugs waren mehrere Fuß hoch. Am Heck war das Schiff deutlich als „USS LIBERTY“ gekennzeichnet. Die „Liberty“ irrtümlich für ein ägyptisches Schiff zu halten, wie Israel behauptet, war unmöglich.

USS Liberty AGTR-5 ca 1965

Zerfetzte Flaggen zeigen die Wildheit der Angriffe

Die Israelis behaupten, die „Liberty“ hätte keine Flagge gesetzt gehabt, aber es existieren zwei US-Flaggen voller Löcher von dem Angriff. Als die erste Flagge heruntergeschossen war, ersetzten Besatzungsmitglieder durch eine 7 x 13 Fuß große Flagge [2,10 x 4 m]. Diese Flagge mit ihren Kampfnarben ist beim NSA-Hauptquartier in Fort Mead, Maryland, ausgestellt.

Admiral John S. McCain Jr., der Vater des gegenwärtigen US-Senators [d. Ü.: bzw. inzwischen gescheiterten Präsidentschaftskandidaten], befahl Admiral Isaac C. Kidd und Captain Ward Boston, ein Untersuchungsgericht abzuhalten und die Ermittlungen in nur einer Woche abzuschließen. In einer unterzeichneten eidesstattlichen Erklärung sagte Captain Boston, daß Präsident Johnson eine Vertuschung befohlen hatte und daß er und Admiral Kidd an der Durchführung einer richtigen Untersuchung gehindert wurden. Überlebenden der „Liberty“ wurde befohlen, nie mit irgendjemanden über den Vorfall zu sprechen. Ihr Schweigen wurde schließlich gebrochen, als Lt. Commander Jim Ennes sein Buch Assault on the Liberty veröffentlichte.

Es ist nun eine gesicherte Tatsache, daß der Angriff auf die „Liberty“ vorsätzlich war und von Präsident Johnson und jeder Administration seither vertuscht wurde. Es hat niemals eine Untersuchung durch den Kongreß gegeben, noch sind jemals von der Mehrheit der Überlebenden offizielle Zeugenaussagen aufgenommen worden. Außerdem wurden Zeugenaussagen, die mit der Vertuschung in Konflikt standen, aus dem offiziellen Protokoll gestrichen worden.

Angewidert von der offiziellen Haltung der US-Regierung, die die Berichte der Überlebenden außer Acht ließ, organisierte Admiral Tom Moorer, der pensionierte Chief of Naval Operations und Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, die Moorer-Kommission, um die bekannten Fakten über den Angriff und die Vertuschung öffentlich zu machen. Die Kommission bestand aus Admiral Moorer, dem ehemaligen Obersten Militärstaatsanwalt der US Navy, Admiral Merlin Staring, dem General des Marine Corps Raymond G. Davis und dem ehemaligen US-Botschafter in Saudi-Arabien, James Akins.

Der Kommissionsbericht kam zu dem Schluß:

„daß es zwingende Beweise gibt, daß Israels Angriff ein vorsätzlicher Versuch war, ein  amerikanisches Schiff zu zerstören und seine gesamte Mannschaft zu töten.

 Daß das Weiße Haus aus Furcht vor einem Konflikt mit Israel die US Navy absichtlich daran hinderte, der USS Liberty zu Hilfe zu kommen, indem sie die militärische Rettungsmission der Sixth Fleet zurückrief, während das Schiff angegriffen wurde.

Daß überlebende Besatzungsmitglieder mit ‚Kriegsgericht, Gefängnis oder Schlimmerem’          bedroht wurden, falls sie die Wahrheit enthüllen würden, und von ihrer eigenen Regierung im Stich gelassen wurden.

Daß es eine offizielle Vertuschung gegeben hat, die in der amerikanischen          Marinegeschichte ohne Beispiel ist.

Daß eine Gefahr für unsere nationale Sicherheit besteht, wann immer unsere gewählten        Amtsträger bereit sind, amerikanische Interessen denen irgendeiner fremden Nation          unterzuordnen.“

Warum hat Israel die „Liberty“ angegriffen? Ging etwas Supergeheimes vor sich, das so schädlich ist, daß es um jeden Preis geschützt werden muß?

Manche Experten glauben, daß Tel Aviv beschloß, die „Liberty“ zu versenken, weil die Überwachungsleistung des Schiffes Israels unmittelbar bevorstehende Invasion und Eroberung von Syriens Golanhöhen entdecken würde, eine Aktion, bei der Washington dagegen war. Andere glauben, daß Israel besorgt war, daß die „Liberty“ Israels Massaker an Hunderten ägyptischer Kriegsgefangener entdecken würde, ein Kriegsverbrechen, das zeitgleich mit dem Angriff auf das US-Schiff stattfand. Wieder andere glauben, daß Israel vorhatte, dem Angriff Ägypten in die Schuhe zu schieben, um Amerika in den Krieg hineinzuziehen. Es ist bekannt, daß die USA Israel mit Aufklärungsdaten versorgten und daß es verdeckte gemeinsame US-israelische Operationen gegen die Araber gab, die Washington dringend geheimzuhalten suchte.

Überlebende, mit denen ich gesprochen habe, sagten, daß der Angriff der leichte Teil dieses Erlebnisses war. Der schwere Teil war, mit 40 Jahren offizieller Vertuschung und Verrat durch die US-Regierung zu leben. Ein Überlebender sagte, daß er gebeten worden sei, seine Baptistenkirche zu verlassen, als er über die „Liberty“ sprach, weil der Pastor und andere Kirchgänger mehr Loyalität gegenüber Israel empfanden als gegenüber einem Mitglied der Kirchengemeinde, das seinem Land gedient hatte. Die Position seiner Kirche war, daß, wenn unsere Regierung Israel glaubte, die Überlebenden das auch tun sollten.

Der Überlebende Phil Tourney sagte, „gezwungen zu werden, mit einer Vertuschung zu leben, ist wie wenn man vergewaltigt wird und niemand einem glaubt.“

Der Überlebende Gary Brummett sagte, daß er „sich fühlt wie jemand, der 40 Jahre lang wegen einer ungerechtfertigten Verurteilung eingesperrt war.“ Bis die US-Regierung die Wahrheit über den Angriff anerkennt, sagt Brummett, sind die Überlebenden gezwungen, mit der Wut und Betroffenheit darüber zu leben, von dem Land verraten zu werden, dem sie dienten.

Der Überlebende Bryce Lockwood ist 40 Jahre lang wütend gewesen. Der Torpedo, der seine Schiffskameraden tötete, sein Schiff zum Wrack machte und seine Gesundheit schädigte, war „made in the USA“.

Der Überlebende Ernie Galbo sagte, daß „ihn vier Jahrzehnte lang das Wissen gequält hat“, daß sein Oberbefehlshaber die US-Jagdflugzeuge zurückgerufen hat, die den Großteil der Verluste der „Liberty“ hätten verhindern können.

Jeder Amerikaner sollte von der Tatsache beunruhigt sein, daß der Präsident der Vereinigten Staaten und der Verteidigungsminister die US Sixth Fleet daran hinderten, ein Schiff der US Navy und seine 294köpfige Besatzung vor einem fremden Angriff zu schützen. Sie sollten auch beunruhigt darüber sein, daß der Präsident der Navy festzustellen befahl, daß der Angriff unabsichtlich erfolgt sei.

Brandschäden an den Aufbauten der „Liberty” nach dem Angriff.

Brandschäden an den Aufbauten der „Liberty” nach dem Angriff.

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Dieser Artikel beruht zur Gänze auf dokumentierten Quellen und auf Interviews mit sechs der Überlebenden, Capt. Ward, Boston und Bill Knutson, dem Ersten Offizier der Jagdstaffel der USS America, die zur ersten abgebrochenen Rettungsmission ausgeschickt wurde. Der Bericht der Moorer-Kommission ist online auf usslibertyinquiry.com verfügbar. Betreffs der BBC-Dokumentation über die USS Liberty, „Dead in the Water“, siehe www.whatreallyhappened.com. Siehe auch Army War College document. Eine deteillierte Darstellung, die zeigt, daß die angreifenden israelischen Piloten wußten, daß die Liberty ein amerikanisches Schiff war, ist in der Ausgabe der Chicago Tribune vom 2. Oktober 2007 zu finden: New revelations in attack on American spy ship – chicagotribune.com. [Anm. d. Ü. der im Original enthaltene Link führt jetzt zum Hustler Magazine – ob sich da jemand eine weitere Verschleierungsaktion erlaubt hat?] Siehe die New York Times vom 24. September 1995 bezüglich des israelischen Massakers an ägyptischen Kriegsgefangenen. Die USS Liberty site ist voller Informationen.

Dr. Paul Craig Roberts war während der ersten Amtszeit von Präsident Reagan Vize-Finanzminister. Er war Mitherausgeber des Wall Street Journal. Er hatte zahlreiche akademische Anstellungen inne, einschließlich des William E. Simon Chair, Center for Strategic and International Studies, Georgetown University, und Senior Research Fellow an der Hoover Institution, Stanford University. Er wurde vom französischen Präsidenten Mitterand zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. Er ist der Autor von Supply-Side Revolution : An Insider’s Account of Policymaking in Washington und Alienation and the Soviet Economy und ist mit Lawrence M. Stratton Ko-Autor von The Tyranny of Good Intentions : How Prosecutors and Bureaucrats Are Trampling the Constitution in the Name of Justice. Klicken Sie hier für Peter Brimelows Interview mit Roberts im Forbes Magazine über die jüngste Epidemie von Fehlverhalten im Bereich der Strafverfolgung.

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Ausgewählte Kommentare aus dem Originalstrang auf „As der Schwerter“:

Deep Roots:

Da sieht man wieder einmal, was man davon hat, wenn man den Israelis (oder überhaupt Juden) hilft: Ohne die massive wirtschaftliche, politische und militärische Unterstützung durch die USA, für die dabei überhaupt nichts herausspringt, würde es Israel heute gar nicht mehr geben. Und doch beißen sie die Hand, die sie füttert, streichelt und schützt, auf diese infame Weise! Dankbarkeit ist keine jüdische Kategorie, jedenfalls nicht gegenüber Goyim.

Hier haben wir auch den Fall, daß die „Führer“ der mächtigsten Nation der Welt, der Supermacht USA, vor dem zigfach kleineren Israel und dessen Diaspora-Gemeinde kuschen und sich diesen Verrat gegenüber den eigenen Bürgern (noch dazu Angehörigen der Streitkräfte!) aufnötigen lassen. Aber wenn irgendjemand auf die extrem unverhältnismäßige jüdische Macht in den westlichen Gesellschaften hinweist, wird er als paranoider, antisemitischer Spinner niederkritisiert.

Und von den europäischen Regierungen kann man in dieser Hinsicht erst recht nichts Besseres erwarten. Denen ist jede Schandtat gegenüber ihren eigenen Bürgern zuzutrauen, wenn ihnen ihre jüdischen Oberherren das befehlen oder wenn sie sich dadurch nur Ärger mit ihnen ersparen können. Wir werden von Schädlingen, Verbrechern, Verrätern – kurz, Feinden regiert, die wir dafür auch noch bezahlen müssen.

Übrigens: Erinnert ihr euch noch an den Fall, wo dieses Überwachungsschiff der Deutschen Marine während des Libanonkrieges von 2006 vor der libanesischen Küste lag, wo dann israelische Kampfflugzeuge im Tiefflug darüber hinwegbrausten und dabei mit ihren Bordkanonen über es hinwegfeuerten?

Aus dieser Zeit ist mir auch noch ein Fall erinnerlich, wo israelische Flugzeuge in so aggressiver Weise auf eine Stellung französischer UNO-Soldaten zuflogen, daß die Franzosen nur wenige Sekunden später zum Selbstschutz hätten feuern müssen, wenn die Israelis nicht vorher abgedreht hätten.

Und ein UN-Beobachtungsposten wurde von den Israelis stundenlang bombardiert – mit der Begründung, daß sich drumherum Hisbollah-Kämpfer festgesetzt hätten – obwohl die Besatzung des Postens sie per Funk ersucht hatte, damit aufzuhören. Das Bombardement ging weiter, bis alle vier UN-Beobachter – darunter ein Major des österreichischen Bundesheeres – tot waren.

Osimandia:

Gut, dass Du diese Dinge erwähnst, Deep Roots.

Ich kann mich noch dunkel an die Geschichte mit dem UN-Beobachtungsposten erinnern. Ich erinnere mich aber – da das damals noch in meiner pro-israelischen Phase war – dass ich es für einen Skandal hielt, bei dem die UN-Beobachter zwar die Opfer waren, die Bösewichter aber aus irgendeinem Grund die Hisbollah, während die Israelis irgendwie „nicht anders konnten” und die ganze Sache so aussah, als ob die UNO ihre eigenen Beobachter opfert, damit die armen Israelis vor dem Dilemma stehen, entweder vor der ganzen Welt schlecht dazustehen oder selber gemeuchelt zu werden.

Das scheint irgendwie immer nur Juden zu passieren: Sie müssen immer Dinge tun, die dann angeprangert werden, weil die Goyim nicht verstehen, dass diese Dinge unbedingt getan werden mussten, um ein drohendes Massaker an Juden oder gleich die Auslöschung Israels oder gar einen Völkermord – einen „zweiten Holocaust” zu verhindern.

Ich glaube allerdings nicht, dass die Leute, die Verständnis dafür haben, dass der Mossad einfach Agenten in die Emirate (oder war es Dubai?) schickt, um dort in aller Selbstverständlichkeit in einem Hotel einen missliebigen Araber umzulegen, auch Verständnis dafür hätten, wenn deutsche Patrioten auf diese Weise im Ausland missliebige Politiker umlegen würden. Irgendwie herrscht die Meinung vor: Bei uns ist das ja nicht so bedrohlich, wir können uns ja auch anders wehren (zum Beispiel mit Wählen oder friedlichen Demonstrationen), wir stehen ja auch nicht kurz vor der Auslöschung, Israel aber schon. Juden stehen immer kurz vor der Auslöschung – das propagieren sie auch mit dem Holzhammer- und somit soll jede ihrer Aktionen als verzweifelte Selbstverteidigung aus einer ansonsten ausweglosen Lage gesehen werden.

An die beiden anderen Ereignisse kann ich mich nicht erinnern. Ich bin aber überzeugt, dass ich es damals mitbekommen habe, schließlich habe ich regelmäßig Nachrichten gesehen (wie es sich gehört, man will ja nicht „politisch ungebildet” sein und hat auch als Demokrat eine „Verantwortung, sich seriös zu informieren”… Oh Gott!) Ich habe das also offensichtlich vergessen.

Das Vergessen ist auch ein Teil der Propagandabemühungen. Was nicht regelmäßig in den Nachrichten ist, geht unter. Man könnte sagen, dass das nicht die Schuld der Medien ist, sie können ja schließlich wirklich nicht permanent alles wiederholen, und man ist selber blöd, wenn man Dinge vergisst. Aber unterschwellig ist es doch eine Propagandataktik, sie nutzt die natürliche Vergesslichkeit der Menschen (an der man nichts ändern kann, alle Strategien, die eine Änderung der Menschen zur Grundlage haben, sind unrealistisch) aus, um überall lose Fäden hängen zu lassen. Dinge werden berichtet, aber nicht aufgeklärt.

Normalerweise wäre es die Aufgabe investigativer Journalisten, so etwas bis zum Grund aufzuklären. Wenn das einmal getan ist, muss man es in der Tat nicht permanent wiederholen, aber dann hat sich – wenn auch nicht die Details – bei den so aufgeklärten Menschen verinnerlicht: „Die oder jene waren schuld und haben was Unrechtes getan.” Solche investigativen Journalisten gibt es – die Liberty-Geschichte ist vollkommen aufgeklärt, aber sie war nie in den Nachrichten der Massenmedien. Das Wissen „damals haben die Israelis ein amerikanisches Schiff beschossen, wahrscheinlich um es den Ägyptern in die Schuhe zu schieben” ist niemals Allgemeingut geworden.

Ähnlich ist es auch mit der Operation Susannah. Als sich in den 50er Jahren Ägypten und die USA annäherten, haben ägyptische Juden (unter israelischer Befehlsgewalt) „islamistische” Attentate auf amerikanische und britische Einrichtungen in Ägypten verübt, um das zu verhindern. Das flog auf. Islamistische Attentate waren damals noch niemandem ein Begriff, es gab sie also schon als False Flag, bevor es sie wirklich gab. Ich glaube nicht, dass alles False Flag Aktionen sind, aber ich glaube immer mehr, dass die Moslems in diese Art des modernen Jihad hineingezogen wurden.

Übrigens musste Bat Ye’Ors Familie in den 50er Jahren Ägypten verlassen. Ich habe ein Interview mit ihr gelesen, in dem sie darüber berichtet, wie Ägypten plötzlich „antisemitisch” wurde. Einfach so, aus dem Nichts. Dass die Operation Susannah einen wahnsinnigen Verrat darstellte, dass Ägypten und andere arabische Länder nach dieser Aktion Juden in ihrer Mitte sehr wohl berechtigt als Gefahr ansahen, davon berichtet sie selbstverständlich nicht.

IanS:

@osimandia:

„Übrigens musste Bat Ye’Ors Familie in den 50er Jahren Ägypten verlassen. Ich habe ein Interview mit ihr gelesen, in dem sie darüber berichtet, wie Ägypten plötzlich „antisemitisch” wurde. Einfach so, aus dem Nichts. Dass die Operation Susannah einen wahnsinnigen Verrat darstellte, dass Ägypten und andere arabische Länder nach dieser Aktion Juden in ihrer Mitte sehr wohl berechtigt als Gefahr ansahen, davon berichtet sie selbstverständlich nicht.“

Nun vergleiche dies mal mit dem Verrat der Juden im Ersten Weltkrieg am Deutschen Reich, also ihrem Gastgeber und dem darauffolgenden Stimmungsumschwung gegen eben diese gerade erst wenige Jahrzehnte zuvor zugewanderte Minderheit.

1916 hatte England den Krieg verloren und nur noch für drei Wochen Lebensmittelvorräte und beratschlagte bereits eine bedingungslose Kapitulation (sic!), als schliesslich „deutsche” Juden England überredeten, den Krieg nur nicht zu beenden. Dafür handelten sie als Pfand die Übergabe Palästinas aus. Im Gegenzug sorgten die Zionisten nun für den Jahre zuvor geplanten Kriegseintritt der USA. (Quellen: Benjamin Freedman, G.E.Griffin: Kreatur von Jekyll Island)

Horus:

Und hier meine Version von „Liberty”:

In meiner Version ist das Besondere nicht der Angriff auf die Liberty, sondern die Frage, warum er nicht bis zum Ende durchgeführt wurde! Ich gehe von der Hypothese aus, daß alles zu größeren Teilen geplant als nicht geplant ist. d.h. politische Operationen aller Art, Wirtschaftskriege, militärische Kriege sind öfter geplant als zufällig – und die Ablaufkomponenten in ihnen sind überwiegend geplant als ungeplant, d.h. es gibt eine Strecke, die von einem konspirativ in Gang gesetzten Ablauf WAHRSCHEINLICH in der vorausberechneten Zeit überwunden wird. Auf dieser Strecke kann die Konspiration den Ablauf nicht vollständig steuern. Der Plan basiert auf dem höchstwahrscheinlich zu erwartenden durchschnittlichen Verlauf. Für den Fall eines abweichenden Verlaufs gibt es eine zweite, überraschende Option, einen Plan B.

Im zweiten Weltkrieg – ich gestatte mir mal einen hübschen weiten Sprung – entsprach es der höchstwahrscheinlichen Durchschnittserwartung, daß Deutschland entweder an Frankreich scheitern – oder aber sehr viel länger bis zu einem Sieg brauchen würde, als es dann tatsächlich der Fall war. Plan A zufolge würde die rote Armee ihre schwerfällige Mobilisierung, ihren grenznahen Aufmarsch sowie ihre gewaltige Modernisierung und mechanische Hochrüstung – vgl. Victor Suworow – Der Eisbrecher – vollendet haben, BEVOR Deutschland sich nach Osten wenden konnte. Bekanntlich war Deutschland mit der Überwindung der Strecke Westfeldzug früher fertig – UND Plan B, die Inszenierung der mehreren Balkankonflikte hielten Deutschland erneut nicht lange genug auf. Plan A und Plan B waren gescheitert – und Deutschland stand zu früh an der russischen Grenze. Daher kam es mit seinem Angriff dem selbstverständlich geplanten russischen Angriff auf Deutschland unerwartet und ohne eigenes Wissen zuvor und fuhr mitten in die ausgedehnten Angriffsvorbereitungen. Die 40 Tage des Frankreichfeldzuges waren auch für die besten Konspiratoren zuwenig, 6 Monate Standfestigkeit hätte man der Grande Armee allermindestens zugetraut. Das brachte alles durcheinander – ersteinmal.

In dem Krieg, in dem die Liberty ein Rolle spielte, sollte Ägypten bestraft werden. In dieser Kampagne sollte der Schaden, den Ägypten – und weitere Nahost Israel-Gegner Israel einen so bedeutenden Schaden zufügen, daß die Rettung Israels, die Erhaltung des Weltfriedens nur durch einen massiven Eingriff der USA in Vollzug einer drastischen Positionierung als anerkannter Weltpolizist bewirkt werden könnte- aufbauend auf und anschließend an Geschehnisse der Suez – Krise – Einleitung der Machtverlagerung von den westeuropäischen Mächten auf die USA und ihren Kryptogegner Sowjetunion. Gemäß Plan A würde Israel so sehr in Bedrängnis geraten, daß zu seiner Rettung eine drastische Intervention der USA nötig sein würde – eine möglicherweise atomare Bombardierung Kairos. Es waren Flugzeuge mit solcher Bewaffnung, die gegen Ende des Liberty-Vorfalls von der Saratoga starteten, nicht nur Jäger! Aufgrund der schmalen Landbreite Israels und der Schwierigkeit, einen zahlenmäßig überlegenen, mechanisch hochmobilen Aggressor stoppen zu müssen, bevor dieser – immer Alternative A, also dynamisches, militärisches Vordringen der Ägypter tief nach Israel hinein und zu schwache Gegenwehr vorausgesetzt – eine zu gute Verhandlungsposition durch Landbesetzung erreichen können würde, war es nötig, in Planvorbereitung A der Weltöffentlichkeit gegenüber einen frühzeitigen Eingreifens-Notwendigkeitstatbestand für die USA bereitzuhalten, bevor Israel niedergeworfen sein würde. Dieser Eingreifenstatbestand mußte drastisch, blutig, und vom Charakter des Gegnerhandelns her besonders tückisch, böse und ungerechtfertigt sein. Und die Gegenreaktion mußte waffentechnisch SCHNELL und DRASTISCH genug sein, um einen zu siegreich zu Land vordringenden Gegner wirksam zu stoppen. Ein ägyptischer Luftangriff ohne vorherige Kriegserklärung auf ein „unbewaffnetes”, nur der Beobachtung dienendes amerikanisches Schiff mit 180 Toten und gleichzeitig drohender Vernichtung Israels – das war das Eingreifensszenario für taktische Atombomber. Und das war der Liberty – Vorfall, ein maßgeschneidertes Pearl Harbour des Mittelmeeres. Aber die Basis von Plan A wurde unterlaufen: Die Gegenwehr der IDF war zu stark und die Angriffsstärke der Ägypter fiel überraschend schnell zusammen. Die Zeitstrecke, während der Israel als Rettungsfall erschien, war unerwartet kurz und nach wenigen Tagen absehbar beendet. Die im Rahmen der false flag Operation angestrebte Versenkung der Liberty klappte nicht im ersten und auch nicht im zweiten Anlauf – das war auf der inneren, kleinen Operationsebene das erste militärische Kuriosum – ein unbewaffnetes Schiff konnte von der IDF nicht innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes spurlos wegversenkt werden. Das zweite unerwartete Ereignis war die improvisierte Kommunikationsfähigkeit der Liberty, die nach Wegschießen der Antennen mittels gespannter Drähte weiterfunkte. Diese Kommunikationsfähigkeit war eine informatorische Bedrohung für die Konspiratoren, denn es war nicht abzuschätzen, wer sonst diese Hilferufe – „werden von israelischen Kräften angegriffen” auffangen und weiterverarbeiten – oder insgeheim verwenden würde – die Sowjetunion? Man bedenke, daß in den späteren Kampagnen der USA und Israels diese Komponente – Vernichtung der Kommunikations- und Ortungsfähigkeit eines Gegners oder Beteiligten ZU ANFANG eines Konflikts zuverlässig erreicht wurde – eine zentrales Element also! Es mußte also aus zwei bis drei Gründen, die sich kurz hintereinander manifestierten – der Angriff blitzartig abgebrochen – und nach wahrscheinlich heißen Diskussionen im Hintergrund – auf eine improvisierte Rückzugslinie umgeschaltet werden „versehentlicher israelischer Angriff”. Das war bestimmt nicht die geplante Auffangalternative B ! Das war Notfallplan C. Denn selbst, wenn Israel unerwartet schnell gerettet war und also besagte Flugzeuge wieder umkehren konnten, sollte die Liberty vermutlich geopfert und nie wieder etwas funken können.

Osimandia:

Eine sehr interesssante Überlegung, Horus.

Ich habe mich in der Tat auch gefragt, warum die Liberty nicht komplett versenkt wurde. Ich erinnere mich daran, irgendwo gelesen zu haben, ein sowjetisches U-Boot sei in der Gegend rumgeschippert und hätte deutlich gemacht, dass es den Vorfall mitbekommen hat (vielleicht durch Auftauchen?), was der Grund für den Abbruch der Aktion gewesen sei. Ich erinnere mich aber nicht mehr an die Details und weiß auch nicht mehr, WO ich das gelesen habe, nur absolut sicher, DASS ich es gelesen habe. Das schien mir damals ein einleuchtender Grund für den Abbruch des Angriffs gewesen zu sein.

Da es aber im allgemeinen nirgends erwähnt wird, hielt ich es nicht für eine sehr gesicherte Information. Im Zusammenhang mit dem, was Du vermutest, ist es mir wieder eingefallen.

Submarine:

Vor fünfzig Jahren Kennedy, die Lobby und die Bombe von Laurent Guyénot

Vor genau 50 Jahren spielte sich eine wichtige Episode in der Geschichte der “Amerikanischen Demokratie” ab; ein epischer Kampf, dessen Ende die Zukunft der Welt beeinflusste. Laurent Guyénot erinnert uns an das Thema.

………Während Kennedy die Hilfe für Israel gesenkt hatte, erhob Johnson sie von 40 Millionen auf 71 Millionen und 130 Millionen im Folgejahr. Während die Kennedy-Regierung den Verkauf von ein paar defensiven Flugkörper-Batterien nach Israel genehmigt hatte, finanzierte unter Johnson mehr als 70 % der Hilfe den Kauf von Militärausrüstung, einschließlich von 250 Panzern und 48 offensiven Skyhawk Flugzeugen. Die Militärhilfe an Israel erreichte 92 Millionen im Jahr 1966, mehr als die Summe aller vorhergehenden Jahre kombiniert. Umgekehrt, indem Johnson Ägypten und Algerien der US-Hilfe beraubte, zwang er sie, sich an die Sowjetunion zu wenden, um weiterhin ihre Abwehrkräfte aufrechtzuhalten. Im Juni 1967 gab Johnson Israel ein “gelbes Licht” für seinen angeblichen “Präventivkrieg” gegen Ägypten, mit dem Schreiben vom 3. Juni, in dem er den israelischen Ministerpräsident Levi Eshkol versicherte, „die territoriale Integrität des Staates Israel schützen” zu wollen und […] eine so effizient wie mögliche amerikanische Unterstützung für die Erhaltung des Friedens und der Freiheit von Ihrer Nation und der Region zu bieten.“ [19]………………

………..Der Tod von Kennedy erleichterte wieder diesen machiavellistischen Terrorismus, aus dem sich Israel eine Spezialität gemacht hat. Zwei Tage vor Ende des Sechstage-Krieges startete die israelische Armee gegen das Schiff USS Liberty ihre bekannteste und unheilvollste Aggression unter falscher Flagge. Eines sonnigen Tages, am 8. Juni 1967, bombardierten drei Mirage-Bomber ohne israelische Kennzeichen und drei Torpedoboote mit israelischer Flagge, beschossen und torpedierten während 75 Minuten dieses unbewaffnete, leicht erkennbare Schiff der NSA (National Security Agency) in internationalen Gewässern, mit der offensichtlichen Absicht, niemanden überleben zu lassen, da auch die Rettungsboote beschossen wurden. Sie hielten erst ein, als sich ein sowjetisches Schiff näherte, nachdem sie 34 Mitglieder der Besatzung vor allem Ingenieure, Techniker und Übersetzer getötet hatten. Es wird angenommen, dass, wenn die Israelis es geschafft hätten, das Schiff ohne Zeugen zu versenken, ihre Verbrechen Ägypten aufgebürdet hätten, um so die Vereinigten Staaten in den Krieg auf Israels Seite hineinzuziehen. Laut Peter Hounam, Autor von Operation Cyanide: Why the Bombing of the USS Liberty Nearly Caused World War III (2003) [Warum die Bombardierung von der USS Liberty fast den III. Weltkrieg verursachte (2003)], war der Angriff auf das Liberty-schiff durch das Weiße Haus heimlich genehmigt worden, im Rahmen des Projekts Frontlet 615, „ein geheimes politisches Übereinkommen aus 1966, in dem Israel und die Vereinigten Staaten sich verpflichteten, Nasser zu vernichten.“ Die damaligen Anordnungen des Weißen Hauses, die die Rettung mehrere Stunden verzögerten, lassen den Gedanken zu, dass Johnson nicht nur die Israelis im Nachhinein abgedeckt, sondern auch mit ihnen komplottiert habe. Oliver Kirby, damals Deputy Director for Operations [stellvertretender Direktor für Operationen] an der NSA, berichtete dem Journalisten John Crewdson von der Chicago Tribune (2. Oktober 2007), dass die Abschriften der von der NSA abgefangenen und sofort nach Washington gesendeten Kommunikationen der israelischen Flugzeuge keinen Zweifel über die Identität der Angreifer zuließen und die Tatsache, dass sie ihr Ziel den USA angehörend, vor dem Angriff erkannt hatten : „Ich bin bereit, auf einen Stapel von Bibeln zu schwören, dass wir wussten, dass sie wussten“, [dass das Schiff ein amerikanisches war] [22]. Nachdem Israel demaskiert war, gab es vor, einen Fehler des Ziels begangen zu haben und bot seine Entschuldigung an, mit welcher Lyndon Johnson sich begnügte unter dem Vorwand, „ich werde nicht unsere Verbündete verärgern“ [23] Als Johnson im Januar 1968 den israelischen Ministerpräsident Levi Eshkol in Washington empfing und ihn dann auf seine Ranch in Texas einlud, waren die Beziehungen herzlich. Israel zog daraus eine Lektion der Straflosigkeit, deren Einfluss auf sein zukünftiges Verhalten nicht unterschätzt werden sollte: der Preis, der beim Scheitern einer Operation unter falscher Flagge gegen die Vereinigten Staaten bezahlt werden muss, ist null. Ein Scheitern ist in der Tat unmöglich, da die Amerikaner die Führung selbst übernehmen, um das Verbrechen Israels zu decken. Noch besser, Johnson belohnt Israel durch die Aufhebung aller Beschränkungen für militärische Ausrüstung: US-Waffen und Flugzeuge fließen sofort nach Tel Aviv, was aus Israel bald den ersten Kunden der US-Rüstungsindustrie macht. Laurent Guyénot

http://www.voltairenet.org/article178380.html

Man weiss ja nie, wie lange dieser Artikel im Netz bleibt.

Osimandia:

Vielen Dank für den Link auf den Artikel, submarine.

Ich hatte das mit dem sowjetischen Schiff, das sich näherte und vermutlich auch die Attacke säuberlich dokumentierte (das war ja ein Geschenk des Himmels für die Sowjets), auch schon irgendwo gelesen, konnte es aber nicht mehr finden. Ich bin daher sehr froh, dass Du die Quelle aufgetrieben hast, denn das ist ein sehr wichtiges Detail:

Ohne diese Information erscheint der Angriff auf die Liberty vollkommen sinnlos, und man könnte wirklich denken: „Wieso sollten die so etwas tun und es dann nicht zu Ende bringen?” Ohne dass das Schiff komplett und ohne Überlebende versenkt wurde, konnte man es ja nicht den Ägyptern in die Schuhe schieben (ist ja auch nicht gemacht worden), daher war der einzige Effekt eine Peinlichkeit für die Israelis: „Uuups. Tut uns leid, war ein Versehen.” – “Ach, macht doch nichts, kann ja vorkommen.“

Interessant ist auch, dass die Sowjetunion und Russland bis heute das nie an die Öffentlichkeit gezerrt haben. Eine Krähe hackt der anderen aber wohl nur dann ein Auge aus, wenn es unbedingt sein muss. Und wenn die Sowjetunion kein Interesse an einem Kriegseintritt der USA gehabt hätte, hätte es wohl nach der geplanten False-Flag-Aktion sein müssen. Zumindest wären die USA durch die UdSSR erpressbar gewesen, das wollten sie dann wohl doch lieber nicht – Israel wär’s vermutlich egal gewesen. Möglicherweise hat sich das sowjetische Schiff, das die Aktion bereits aus der Ferne mitbekommen hat, sogar absichtlich genähert und offen gezeigt, um damit die Aktion zu beenden, ohne einen internationalen Eclat produzieren zu müssen. Und wenn’s ein Thriller wäre, dann hätten patriotischere Kreise aus der NSA (deren Schiff es ja war) inoffizielle Geheimdienstkanäle benutzt, um die Sowjets darauf aufmerksam zu machen .. aber ich muss aufhören, bevor die Fantasie mit mir durchgeht.

Die Medien saßen bestimmt schon auf fertigen Berichten (Vorlage: Lusitania und Stil: 9/11), mit denen sie das amerikanische Publikum zur Weißglut aufgereizt hätten. Da müssen sich einige schön in den Hintern gebissen haben.

*  *  *

Siehe auch:

Die Lavon-Affäre: Wie man Juden gut und Moslems schlecht aussehen lässt von Enza Ferreri

Susannah und die Islamisten von Osimandia

Ostwind, Regen: Verrat in Pearl Harbor  von Kevin Alfred Strom

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