Lehrer

Von Kevin Alfred Strom; Original: Teachers, erschienen am 20. Februar 2016 in Kevin Alfred Stroms Essays auf Basis einer Radiosendung von American Dissident Voices vom selben Datum.

Übersetzung: Lucifex.

 

HEUTE möchte ich die Lehrer in meinem Leben ehren. In früheren Sendungen habe ich einiges von dem mit Ihnen geteilt, was ich von meinen Mentoren Revilo Oliver und William Pierce gelernt habe. Sie waren in der Tat großartige Männer und großartige Lehrer, und ich habe Glück, dass ich sie gekannt habe. Aber heute möchte ich anerkennen, was ich den wahrlich außergewöhnlichen Schullehrern verdanke, die mein Leben berührt und mir geholfen haben, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.

An allererster Stelle steht ohne Zweifel Mr. Frank Herlihy. Seine Kollegen nannten ihn beim Vornamen, aber selbst als ich ihn in seinen späteren Jahren kannte, lange nachdem ich erwachsen geworden war, war er für mich immer noch Mr. Herlihy. Ein rötlicher, fröhlicher, witziger und vitaler Mann von etwa 40, als wir uns begegneten, war Mr. Herlihy von irischer Abstammung. Er war mein Geschichtelehrer an der Mittelschule.

Obwohl er selbst sich wahrscheinlich als radikalen Konservativen bezeichnet hätte, hätte man ihn, wie ich glaube, als einen Freigeist und Freidenker mit einem starken Rasse- und Kulturbewusstsein beschreiben können. Sein Unterrichtsstil war alles andere als konservativ und grenzte an ausgesprochene Freiform und ans Experimentelle.

Er pflegte mit einer Lesung eines Kapitels aus unserem Geschichtelehrbuch zu beginnen, und wir bekamen nicht allzu viel Zeit dafür. Dann hielt er einen Vortrag über das Thema – einen schnellen, prägnanten Vortrag – mit einer Menge spontaner Anekdoten, Fragen und Antworten an die Schüler und von diesen, und respektloser Infragestellung einiger der Prämissen in dem Buch, oder sogar der Annahmen, die die meisten Schüler aus der breiteren Gesellschaft mitbrachten. Er brachte einen dazu, aufzupassen, und er brachte es so, dass es Spaß machte. Dann, nach etwa der halben Unterrichtsstunde, gab es einen Test. Ja, es gab jeden Tag einen Test. Er verlangte echtes, beweisbares Lernen an jedem einzelnen Tag – und nach meinem Wissen gab er nie Hausaufgaben auf. Nach dem Test gab – und erläuterte – er allen die Antworten: eine weitere Gelegenheit zum Lernen, falls man es beim ersten Mal nicht kapiert hatte. Dann schrieb er eine Zusammenfassung dessen, was wir am nächsten Tag behandeln würden, an die Tafel – sodass man vorauslesen konnte, wenn man wollte.

Für diejenigen, die den Test bestanden, war der Rest der Unterrichtsstunde Freizeit – eine großartige Belohnung für kluge Schüler in einem Schultag, der weitgehend von Plagerei erfüllt war. Er ermutigte uns dazu, unsere freie Zeit für intellektuell herausfordernde Beschäftigungen zu verwenden: Schach, philosophische und politische Debatten und Diskussionen, historische Filme (in jenen Tagen vor dem Video musste ein Projektor mitgebracht werden), und – ganz besonders – Lesen. Und was für einen Lesestoff er zur Verfügung stellte! Wie ich in „Mein politischer Bildungsweg“ sagte:

Wie viele andere 12- und 13jährige lasen „The American Mercury“, „American Opinion“, „Western Destiny“, Richard Cottens „Conservative Viewpoint“ oder H. L. Hunts „Lifeline“? Mein Geschichteunterricht war eine willkommene Insel der intellektuellen Freiheit, des Patriotismus und der Vernunft; ein Zufluchtsort vor den anti-weißen, antiwestlichen und antiamerikanischen Einflüssen, die es fast überall sonst an der Schule gab.

Ich erinnere mich daran, dass er auch Publikationen mitbrachte, die andere Standpunkte repräsentierten. Die New Republic und National Review und andere lagen gleich neben all den örtlichen Tageszeitungen, historischen, künstlerischen und Bildungsjournalen und Cartos Newsletter Washington Observer und unzähligen anderen, an die ich mich jetzt nicht erinnern kann. Er brachte für seine Schüler auch Bücher mit – von klassischer Literatur bis zur Freidenkerei, von Upton Sinclair bis H. L. Mencken. Wir durften uns sogar die Bücher und Magazine ausborgen und mit nach Hause nehmen, wenn wir wollten. (In jenen Tagen eines fast gänzlich weißen Schulsystems im nördlichen Virginia gab es in unserer Klasse keine Störer, und so weit ich sagen konnte, stürzten sich alle Schüler mit Freuden in die intellektuellen Beschäftigungen, die Mr. Herlihy förderte.)

Es war eine berauschende Atmosphäre der Ideen wie nichts, das ich zuvor erlebt hatte, und es gefiel mir. Es gefiel mir so sehr, dass ich, als ich im nächsten Semester einem anderen Geschichtelehrer zugeteilt werden sollte, beim Schulsekretariat Himmel und Erde in Bewegung setzte und sogar riskierte, in einigen meiner anderen Schulfächer zurückzufallen, um wieder Mr. Herlihys Klasse zugeteilt zu werden.

Einmal gab es im Unterricht eine Diskussion über die gewerkschaftsfeindliche Position des konservativen Establishment-Journals National Review und das wirtschaftliche und politische Linkentum der Gewerkschaften. Mr. Herlihy, der kein doktrinärer „Freimarktkonservativer“ war, wies schnell darauf hin, dass die Gewerkschaften ungeachtet ihrer Mängel und ihrer verräterischen Führung ziemlich notwendig waren als Gegengewicht zur Macht der organisierten Finanz und Großwirtschaft, die genauso Missbrauch treiben und tyrannisch sein konnten wie die größten Regierungen. Einige von uns waren recht überrascht, das von Mr. Right-Wing Herlihy zu hören, aber so war es, und es brachte uns zum Nachdenken.

Bei einem anderen Anlass wurde der Projektor hereingebracht, und wir sahen mehrere alte Wochenschauen aus dem Zweiten Weltkrieg, nicht unähnlich dieser:

Sie waren übertrieben hurrapatriotische Propaganda, aber wir Schüler wussten das nicht. Sie wiederholten einfach die Meme, die uns Babyboomern unser ganzes Leben lang über diesen Krieg beigebracht worden waren – deutsche Greueltaten, Deutschland, das die Welt zu erobern und zu versklaven versuchte, und amerikanischer Patriotismus und Demokratie, die die Menschheit vor unaussprechlichen Schrecken retteten. Wir glaubten das alles. Inmitten eines der deutschfeindlichsten und propagandistischsten Filme hielt Mr. Herlihy dramatisch den Projektor an. Die Stimme des Sprechers verlangsamte sich zu einem unverständlichen Rumpeln und stoppte dann, als die Leinwand dunkel wurde. In dem abgedunkelten Raum trat Mr. Herlihy vor die Klasse. Er sprach:

„Ich möchte nur, dass ihr alle wisst, dass es in Deutschland nicht so war. Es war überhaupt nicht so. Ich bin ein Veteran dieses Krieges. Ich diente gleich nach dem Krieg während der amerikanischen Besatzung bei der Militärpolizei. Die Deutschen dieser Zeit waren keine Ungeheuer. Ja, sie haben während des Krieges einige ziemlich blutige Sachen getan, aber das taten wir auch. Wir auch. Genauso sehr, wie sie es taten. Und einige der Dinge, die den Deutschen gleich zu Ende des Krieges und sogar nach dem Krieg geschahen, Dinge, die euch nie gesagt wurden und die ich euch hier nicht sagen kann, waren schlimmer als alles, was ihr euch vorstellen könnt. Ihr müsst immer daran denken, dass die Sieger die Geschichtsbücher schreiben. Vergesst das nicht. Stellt selber Nachforschungen darüber an.“ Offenkundig emotional bewegt und möglicherweise mit dem Gefühl, dass er zu viel gesagt hätte, ging er zurück zum Projektor und ließ den Film wieder laufen. Wir sahen ihn an und versuchten zu begreifen, was er gesagt hatte.

Danach versuchten ein paar Schüler ihm mehr zu dem Thema zu entlocken. Er schlug vor, nachzulesen, was David Irving und General Patton zu sagen hatten. Er sagte dieser viel kleineren, vertrauenswürdigen Gruppe auch, dass das amerikanische Volk nicht zu den wahren Gewinnern dieses Krieges gehörte – dass aber die Leute dazugehörten, die uns jeden Tag Martin Luther King, „affirmative action“ und die „Gegenkultur“ aufdrängten.

Nachdem ich die Mittelschule verlassen hatte, hielt ich Kontakt zu Mr. Herlihy. Ich interessierte mich sehr für das Hören von Kurzwellenradio und für Radio im Allgemeinen, daher schleppte ich nach der Schule mein schweres Tonbandgerät in sein Klassenzimmer – meine alte Schule lag in Fußmarschdistanz von meinem Zuhause -, und wir hörten interessante Standpunkte, die von Ländern überall auf der Welt gesendet wurden, und auch die Geschichten, die vom Radioerzähler Jean Shepherd erzählt wurden, welche wir beide sehr amüsant fanden. Meine Aufnahmen von Radio Havanna boten einen interessanten Kontrapunkt zu den kontrollierten US-Medien und zur Neuen Linken. Und Radio RSA, die Kurzwellenstimme des von Weißen geführten Südafrika, bot ein weiteres Beispiel eines Landes, das von der „amerikanischen“ Propaganda in empörender Weise und ungerecht verleumdet wurde.

Schließlich ging Mr. Herlihy in Pension, und ich zog weg, daher liefen unsere Konversationen großteils über Telefon und waren viel eingeschränkter, als sie es in den alten Tagen gewesen waren. Er starb in den frühen 2000ern. So oft scheiden Menschen plötzlich aus diesem Leben, und wir bekommen nie eine Chance, ihnen zu sagen, was gesagt werden muss. Das war bei Mr. Herlihy nicht der Fall. Ich erhielt diese Chance ein paar Jahre vor seinem Tod. Ich traf ihn bei ihm zu Hause und sagte ihm, dass er mir das Geschenk des freien Denkens und der freien Forschung gegeben hatte – des Infragestellens und Selbstherausfindens von Dingen; des Verstehens, dass das, was das Establishment als „Wahrheit“ vorbringt, oft nur eine Halbwahrheit oder weniger ist. Ich sagte ihm, wie viel mir das bedeutet hatte und wie er mein Leben verändert hatte. Und ich dankte ihm dafür, dass er in mir die ersten schwachen Regungen des einzig wahren Patriotismus erweckt hatte – des auf Rasse beruhenden Patriotismus. Mr. Herlihy war ein wahrer Lehrer, der dieser Bezeichnung würdig war.

Ich möchte auch einigen der anderen Lehrer danken, die einen Unterschied in meinem Leben ausgemacht haben: Mrs. Rampoli, die einem Zweitklässler aus dem weit entfernten Alaska dabei half, sich in einer Klasse im ländlichen Minnesota einzufügen und zu Hause zu fühlen; Mrs. Pastor, die nicht lachte und tatsächlich mit Lob und Ermutigung zur Hand war, als ein Siebenjähriger versuchte – mit vielen Fehlern, die peinlich gewesen wären, wenn ich überhaupt genug gewusst hätte, um verlegen zu sein -, von ernsthaften Themen wie Krieg und Frieden und fremden Ländern zu reden; Mrs. Lindstrom, die mir erstmals die Kraft und Majestät großartiger Kunst zeigte; Mr. Zipp, der für mich den Vorhang vor den unendlichen Subtilitäten der Musik wegzog; Mr. Pigg und Miss Titus, die mir zeigten, dass es in Mathematik und Geometrie sowohl Spaß als auch erhabene Schönheit gab; Mr. Sane – mit dem überaus angemessenen Namen -, der mir mit großer Geduld bewies, dass die biologische Evolution nicht nur wahr, sondern auch der Schlüssel zum Verständnis der essentiellen Natur allen Lebens war – seiner Vergangenheit und seiner Zukunft; Mr. Maiolo, der mich die Magie der Literatur lehrte; und Mr. Malone, der uns am allerletzten Tag der High School eine Warnung gab, die ich nie vergessen werde.

Mr. Malone war mein Wissenschaftslehrer in meinem Abschlussjahr. Er war hochgewachsen, dünn, aber breitschultrig, dunkelhaarig und braunäugig, und sah robust aus. Er war ein stiller, ernsthafter Mann von großem Wissen und Können, aber seine Worte schweiften selten von dem Thema ab, um das es gerade ging. Das heißt, bis zum allerletzten Unterrichtstag unseres Abschlussjahres.

Die letzten Prüfungen waren lange vorbei, und es war in unseren Unterrichtsstunden an diesem letzten Tag wenig zu tun außer uns miteinander zu unterhalten, Jahrbücher zu unterschreiben, Lebewohl zu sagen, Erinnerungen auszutauschen und von Zukunftsplänen zu reden. Mr. Malones Unterrichtsstunde war die letzte des Tages, und gegen deren Ende kamen ein paar Durchsagen über das schulweite Lautsprechersystem. Nach den Durchsagen spielte eine Gruppe von Schülern etwas populäre Musik über das Lautsprechersystem, wie ich annehme, als eine Art Feiern unserer unmittelbar bevorstehenden Freiheit. Eines der Lieder, die sie spielten, war der populäre „Top 40“-Hit „Brother Louie“ – ein Lied, das den interrassischen Sex feierte.

Bevor der Sänger zum Refrain kommen konnte, stand Mr. Malone von seinem Tisch auf, ging zielstrebig zum Lautsprecher und schaltete ihn ab. Er wandte sich der Klasse zu. Mit ungewohnter Emotion sprach er: „Ich will dieses Stück Dreck nicht in meiner Klasse gespielt haben. Die Leute, die das und anderen Schmutz produzierten, versuchen uns zu zerstören. Uns zu töten. Durch Vermischen der Rassen. Sie wollen alles zerstören, was wir sind und wofür wir stehen. Ihr glaubt mir vielleicht nicht. Ihr denkt vielleicht, ich bin ein alter Mann, der die neuen Gebräuche nicht versteht. Aber gedenkt meiner Worte. Diejenigen, die diesen Dreck machten, sind Dreck. Sie sind unsere Feinde. Ihr werdet das eines Tages sehen.“ Die Schüler, die sich einen Moment zuvor in einer entspannten, gesprächigen und beinahe partymäßigen  Stimmung befunden hatten, waren so still, dass man sie atmen hören konnte. Sie schienen an ihrem Platz festgeheftet zu sein und starrten Mr. Malone an. Die Schlussglocke läutete, und der Bann war gebrochen. Ohne ein weiteres Wort gingen wir Schüler der Reihe nach hinaus zu den Bussen und in unser neues Leben.

Mr. Malone, ich wünschte, ich hätte die Reife gehabt, um Ihnen für Ihre Warnung zu danken und sie voll zu verstehen. Falls Sie an einem Ort sind, wo Sie meine Worte hören können, so danke ich Ihnen jetzt.

Menschliche Leben sind sehr kurz. Die beiden grundlegendsten Dinge, die wir haben müssen, damit unser Volk und unsere Kultur über diese kurze Generation hinaus weiterlebt, sind Kinder und Lehrer. All jene von unserer Rasse mit guten Genen sollten tun, was notwendig ist, um Eltern zu werden, vielfache Eltern. Und ich glaube, dass alle von uns, die die ewigen Wahrheiten über Rasse kennen, auch Lehrer werden und ohne Ende an jedem Tag unserer Leben lehren müssen. Mr. Malone und Mr. Herlihy und Dr. Pierce und Dr. Oliver unterrichteten mich. Jemand unterrichtete sie. Jemand unterrichtete Sie. Jetzt sind Sie an der Reihe.

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