Der evolutionspsychologische Leitfaden, wie man Mädchen bekommt

Mate

Das Original erschien auf Counter-Currents unter dem Titel The Evolutionary Psychologist’s Guide to Picking Up Girls am 26. 10. 2015. Es handelt sich um eine Rezension F. Roger Devlins, der das Buch Mate: Become the Man Women Want. New York: Little, Brown & Co 2015. bespricht. Übersetzung: Tekumseh.

 

Es gab eine Zeit, als ein junger Mann keine Ahnung von evolutionärer Psychologie haben musste, um sich ein Mädel zu finden.  Die ältere Generation versorgte die jüngere mit standardisierten sozialen Ritualen fürs Kennenlernen; für die gegenseitige Einschätzung, ob man zusammenpasste; dafür, (schließlich) einen lebenslangen Bund einzugehen, um eine neue Generation zur Welt zu bringen und großzuziehen.

Für die meisten Leute war das keine extrem spannende Angelegenheit, aber weil sie damit auch nicht rechneten, waren sie nicht besonders enttäuscht darüber. Sozialer Druck und keine allzu hohen Erwartungen sorgten dafür, dass sogar die Unscheinbaren einander heirateten, anstatt alleine zu bleiben.

Wohlstand lässt die Ansprüche steigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte im Westen die Phase größten Wohlstandes bei weitester Verbreitung, die es je gegeben hatte. Nicht nur die müßigen Reichen, wie das auch in vergangenen Zeitaltern der Fall war, sondern auch der Durchschnittsbürger begann, Ehe und Kindererziehung als ein Hindernis für die individuelle sexuelle Erfüllung zu betrachten. Unvorbereitete und atomisierte junge Leute glaubten an die Phantasien von Playboy und Cosmo; was sie schließlich bekamen, war ein grausamer Darwin’scher Wettbewerb, der oft in Sterilität, Beziehungsabbruch und einem einsamen Tod endete.

Es ist, retrospektiv gesehen, überraschend, wie viel Zeit verging, bis jemand auftauchte, der jungen Männer Rat spendete, die mit dieser neuen Situation klarzukommen versuchten. Sprecher aus der älteren Generation ohne wirkliches Verständnis von moderner Biologie glauben noch immer, dass die Abschaffung der Monogamie jedem jungen Mann einen Harem zur Verfügung stellt; ihre Rettungsphantasien zieren bis heute paläokonservative Zeitschriften.

Aber ein soziales Bedürfnis wird irgendwann Unternehmer auf den Plan rufen, die behaupten, es befriedigen zu können. Der erste am Markt war ein Schwachkopf namens Eric Weber, der mit einem tragbaren Kassettenrecorder (ca. 1970) kreuz und quer durch Manhattan lief und hübsche Mädchen fragte, nach welchen Eigenschaften sie in einem Mann suchten. Er publizierte die Ergebnisse in einem wertlosen Buch namens How to Pick Up Girls [Wie man Mädchen abschleppt]; er schaltete im Playboy Kleinanzeigen und schaute fortan zu, wie ihm das Geld in Strömen zufloss. Viele Nachahmer folgten, aber es brauchte noch lange Zeit, bis Bücher erschienen, von denen die Leser tatsächlich so sehr profitierten wie die Autoren.

Heute ist das Feld hart umkämpft. Dem kurzfristigen Abschleppen [engl.: scoring; d. Ü.] wird viel zu viel Platz eingeräumt; leider entspricht das aber der Natur des Zielpublikums. Trotzdem sind viele der vermittelten Punkte ebenso wertvoll für Männer, die längerfristige Perspektiven haben.

Das hier besprochene Buch stellt eine wertvolle Ergänzung zum Genre dar; es ist das Produkt einer ungewöhnlichen Partnerschaft zwischen dem Evolutionspsychologen Geoffrey Miller und dem Bestsellerautor Tucker Max. Miller ist Psychologieprofessor an der Universität von New Mexico und Autor von „The Mating Mind: How Sexual Choice Shaped the Evolution of Human Nature“ [Der auswählende Geist: Wie sexuelle Wahl die Evolution der menschlichen Natur formte; d. Ü.], das hier rezensiert wurde. Das Buch ist ein Versuch, Darwins Theorie der sexuellen Selektion aus dem Werk The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex [Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl] im Gegensatz zu seiner aus The Origin of Species [Über die Entstehung der Arten oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein] allgemein bekannten Theorie der natürlichen Selektion  wiederzubeleben. Das gängige Beispiel zur sexuellen Selektion ist der Pfauenschweif: Er ist hinderlich, verschlingt eine große Menge Energie und macht den Pfauenhahn verwundbarer für Fressfeinde – trotzdem hält er sich, einfach weil Pfauenhennen ihn mögen. Nach Darwin zögerten leider viele Biologen bei der Anwendung der Theorie der sexuellen Selektion, weit über Pfauenschweife hinauszugehen. Millers These in The Mating Mind ist, dass sexuelle Selektion alle möglichen verblüffenden Phänomene erklären kann, die bisher nur unzureichend durch die Theorie der natürlichen Selektion oder überhaupt nicht erklärt werden konnten. Miller ist auch der Autor von Spent: Sex, Evolution, and Consumer Behavior [Geldausgeben: Sex, Evolution und Konsumentenverhalten], einem Buch, das die Erkenntnisse der evolutionären Psychologie auf das Feld  des Marketings überträgt. (Rezensiert hier.)

Das – Selbstbezeichnung! – „Arschloch“ Tucker Max verbrachte die Blüte seiner Jugend damit, sich zu betrinken, Blödsinn zu machen und One-Night-Stands zu haben. Das Außergewöhnliche ist, dass er darüber ein Buch geschrieben hat: „I Hope They Serve Beer in Hell“ (2006) [Ich hoffe, in der Hölle servieren sie Bier.] Es wurde ein Bestseller – die Bibel der College-Party-Ausrüstung und hat ein völlig neues literarisches Genre inspiriert, das als fratire [fraternities sind Studentenverbindungen – nicht vergleichbar mit unseren Burschenschaften; d. Ü.] bekannt ist. Vier Fortsetzungen sind erschienen. Eine ehemalige Miss Vermont hat vergeblich versucht, ihn zu verklagen, weil ihr One-Night-Stand in eine komische Stelle eingeflossen ist. Einer der größten Wünsche Mr. Maxens ist, dass eine Abtreibungsklinik zu seinen Ehren [nach ihm] benannt wird.

Die zentrale Botschaft von Mate kann zusammengefasst werden als: „Zurück zur Steinzeit.“ Die ungefähr 95% der menschlichen Geschichte – zwischen dem Auftreten der ersten Hominiden vor zwei oder drei Millionen und der Entwicklung der Metallbearbeitung vor ein paar Tausend Jahren – sind die Umwelt der evolutionären Anpassung des Menschen [EEA bzw. Environment of Evolutionary Adaptedness ist auch im deutschen Schrifttum ein gängiger Begriff; d. Ü.] Frauen sind nicht dazu programmiert, sich Männer auszusuchen, deren Eigenschaften im heutigen Leben sinnvoll scheinen, sondern solche, deren Eigenschaften im Paläolithikum positiv für ihre weiblichen Ahnen waren.

Die Autoren erklären beispielsweise, wie man den oft gehörten weiblichen Wunsch nach einem „starken aber sensiblen“ Mann aus dieser evolutionären Perspektive verstehen muss. Im zivilisierten Westen müssen sensible Männer ihre Frauen nicht physisch verteidigen, sofern sie diese nicht in die „lebendigen“ [fremd-] ethnischen Viertel ausführen. Zivilisation ist aber noch immer zu neu und zerbrechlich für die weiblichen limbische Systeme, als dass sie sich bereits darin niederschlagen hätte können: Darum wünschen sie sich Männer, die problemlos einen Speer in einem Säbelzahntiger versenken können.

Sie ziehen es selbstverständlich vor, wenn ein Mann gütig und fürsorglich ist. Die beiden Qualitäten sind ihnen aber nicht gleich wichtig.

„In jeder Beziehung mit einer Frau wird man wohl 95% der Zeit in sanfter, zärtlicher Stimmung sein und im Verteidigungsmodus nur 5%.  Wie man aber in diesen 5% der Verteidigungsfälle agiert, macht einen größeren Prozentsatz ihrer Gunst aus als die stilleren 95% des sanften Modus’.“

Der Grund warum „assholes finish first“ [Arschlöcher als erste durchs Ziel gehen; d. Ü.] (um einen Titel eines anderen Buchs von Max Tucker zu zitieren) ist, dass die paläolithische Menschenfrau sich mehr Gedanken um Säbelzahntiger und plündernde Krieger feindlicher Stämme machen musste als um Romantik. Ihre weiblichen Nachfahren von heute werden nach wie vor einem draufgängerischen Mann, der sie herablassend oder vernachlässigend behandelt, den Vorzug gegenüber einem netten Kerl geben, der nicht weiß, wie man sich durchsetzt.

Unter den wertvollsten Kapiteln von Mate ist eines, das „Verstehe, wie es ist, eine Frau zu sein.“ heißt. Üblicherweise bringt die menschliche Egozentrik mit sich, dass Männer dazu neigen, Rückschlüsse über die weibliche Sicht auf Männer dadurch zu gewinnen, indem sie ihre Erlebnisse mit Frauen [mental] spiegeln. Die feministische Ideologie hat diese bequeme Spekulation sehr unterstützt. Wie die Autoren herausstreichen, sind so viele Männer blind gegenüber dem weiblichen Blickwinkel, dass jeder, der ihn zu verstehen lernt, einen enormen Vorteil hat. Beispielsweise ist die Hingezogenheit einer Frau zu diesen Beschützer-Eigenschaften ebenso die Wurzel für diese merkwürdige Dialektik zwischen Furcht und Erregung, die der weiblichen Sexualität innewohnt: Der Mann, der sie am besten beschützen kann, könnte sie leicht mit bloßen Händen töten. Ein anderes Beispiel: Der weibliche Zynismus über Männer, die sich für eine Frau interessieren, wird durch das unrepräsentative Beispiel derjenigen genährt, die sie anbaggern.

Die Erfahrung von Frauen mit Verehrern kann man sich analog zum Menschenbild eines Großstadtpolizisten vorstellen. Bullen verbringen 90 Prozent ihrer Zeit mit den schlechtesten 5 Prozent der Gesellschaft. Nach einer Weile entwickeln sie einen sehr zynischen Blick auf die Menschen. Das liegt aber nicht daran, dass alle Leute schlecht wären, sondern daran, dass die Polizisten nur die schlechtesten sehen. Analog verbringen Frauen einen großen Teil ihrer Zeit damit, jenen kleinen Prozentsatz von Männern abzuwehren, der besonders aufdringlich, unangenehm oder verrückt ist. Psychopathen sind sexuell draufgängerisch, ungehemmt und selbstbewusst, weswegen sie – obgleich sie nur 4 Prozent der männlichen Bevölkerung Amerikas ausmachen – wohl ca. 40 % der Männer stellen, die eine bestimmte Frau angemacht haben.

Eine andere Botschaft von Mate betrifft das Signalisieren: Selbst wenn man es hat, muss man wissen, wie man es herzeigt. Intelligenz ist eine der von Frauen meistgeschätzten Eigenschaften; jeder kennt aber die sozial unbeholfenen Computer-Nerds, die bei Frauen immer abblitzen. Das liegt daran, dass sie ihre Intelligenz nicht in einer Weise zeigen, die Frauen wahrnehmen. Frauen direkt von der eigenen Intelligenz oder anderen begehrenswerten Eigenschaften zu erzählen, ist ein anderer üblicher Fehler – anstatt Intelligenz zu signalisieren, zeigt der Prahler seine eigene Unsicherheit.

Frauen haben über die Jahrtausende die Fähigkeit bis zur Meisterschaft entwickelt, männliche Vorspiegelungen zu durchschauen. In den meisten Fällen ist der einzige Weg, eine positive Eigenschaft zu signalisieren, sie sich anzueignen. Mate erweist sich also schlussendlich als eine Art generelles Selbstvervollkommnungsbuch, welches den [mutmaßlichen] Erfolg bei der Partnersuche als Köder verwendet. Es gibt Kapitel zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit [also Fitness; d. Ü. J] und der sozialen Fertigkeiten; der Steigerung des Selbstvertrauens; der richtigen Ernährung und sogar eines, das sich der Frage widmet, wo man die Art Frau findet, die man sucht. Der Großteil der Empfehlungen kann das Leben eines Mannes in vieler Hinsicht verbessern, ganz abgesehen von der Partnersuche.

Ich empfehle das Buch von ganzem Herzen.

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Siehe auch:

Die Frage des weiblichen Masochismus von F. Roger Devlin sowie die darin verlinkten vorherigen Essays aus einem Buch „Sexual Utopia in Power“

„Game“ – Leitfaden für weiße Nationalisten von Michael Bell

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(Gefunden:  hier)

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