Häusliche Ökonomie, Teil 2

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Jan van Eyck, „Die Arnolfini-Hochzeit“, 1434

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Home Economics, Part 2 erschien am 31. Mai 2011 auf Counter-Currents Publishing. Dieser fünfteilige Essay ist auch in F. Roger Devlins Buch „Sexual Utopia in Power“ enthalten, das bei Counter-Currents erhältlich ist.

Zuvor erschienen: Häusliche Ökonomie, Teil 1

Teil 2 von 5

3. Die moderne Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe

Nachdem im ersten Abschnitt kurz die beiden Hauptarten untersucht wurden, auf die der Feminismus die frühere Position der Wertschätzung untergraben hat, die die Frauen in unserer Zivilisation genossen, lassen Sie uns mit der Betrachtung dessen fortfahren, wie diese Position früher gewahrt wurde.

Die Grundlage des Systems, fundamentaler als das Ideal der Ritterlichkeit, war die Institution der Ehe. Die strengstmögliche Erfüllung der Bedingungen der Ehe durch Frauen ist offensichtlich notwendig, bevor Männer glauben gemacht werden können, daß Frauen ätherisch reine, von Natur aus monogame Wesen sind, die sich selbstlos dem Wohl ihrer Familien in einer Weise widmen, die irdische, lusterfüllte Männer nicht begreifen können.

Die traditionelle Sexualmoral kann recht einfach zusammengefaßt werden: Männer und (besonders) Frauen haben eine gewisse Wahlfreiheit bei der Entscheidung, ob oder wen sie heiraten, aber sie haben nicht die Freiheit, für sich selbst zu entscheiden, was eine Ehe ist. In anderen Worten, wir unterwerfen uns der Ehe, die eine zeitlose Institution ist; wir passen sie nicht unseren Vorlieben an.

Was ist also eine Ehe? Ich definiere sie als eine lebenslange sexuelle und wirtschaftliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau. [1] In der Ehe pflegen ein Mann und eine Frau eine ausschließliche sexuelle Beziehung, die (in den meisten Fällen) Kinder von anerkannter Vaterschaft hervorbringt, und sie teilen ihre produktiven Fähigkeiten im Hinblick auf das Aufziehen ihrer Kinder; und diese beiden Dinge tun sie für die Dauer ihres natürlichen Lebens zusammen.

Im Gegensatz zu den oberflächlichen Ansichten vieler Menschen, insbesondere Frauen, ist eine Hochzeit nicht das definierende Attribut der Ehe: sie ist bloß eine Zeremonie, die normalerweise den Eintritt eines Paares in die Ehe kennzeichnet. Der einzige wesentliche Zweck einer Hochzeit ist die Bestätigung der Vaterschaft, die öffentliche Erklärung, wer der vermutliche Vater der zukünftigen Kinder der Frau ist.

Beim Eintritt in die Ehe ist Sex die starke Hand der Frau. Im frühen Erwachsenenalter, wenn Menschen sich normalerweise fortpflanzen, ist der männliche Geschlechtstrieb unvergleichlich stärker als der weibliche, und das Schamgefühl oder die Züchtigkeit der Frau am Höhepunkt. Deshalb sind beim Paarungstanz hauptsächlich die Frauen diejenigen, die die Wahl treffen. Aber der Mann ist von Natur aus die wirtschaftlich stärkere Partei. So wie die Natur die Frauen zu den Gebärerinnen und Pflegerinnen der Kinder gemacht hat, machte sie die Männer zu den hauptsächlichen Versorgern von Familien.

Allgemeiner Wohlstand, weiblicher Karrierismus und Einstellungsbevorzugung für Frauen erodieren alle die natürliche Stärke des Mannes. Weiters läuft die moderne Überbetonung des Sex und die entsprechende Vernachlässigung der wirtschaftlichen Seite der Ehe auf einen Fokus auf die natürliche Stärke der Frau hinaus statt auf jene des Mannes: die sexuelle Revolution hat die Position des Mannes nicht gestärkt, wie sie allgemein angepriesen wird, sondern sie untergraben.

Lassen Sie mich ein Beispiel für die typische moderne Nichtbetrachtung der Ehe vom wirtschaftlichen Standpunkt aus geben. Westliche Journalisten wie die heutigen Propagandisten gegen den „Islamofaschismus“ behaupten häufig, daß die Polygamie moralisch verwerflich sei, weil sie „Frauen erniedrigt“. Typischerweise bieten sie keine Erklärung dafür und betrachten das Ganze als selbstverständlich. Aber es ist nur der relative Wohlstand unserer Gesellschaft, der das so erscheinen läßt. Tatsächliche polygame Gesellschaften tendieren dazu, von allgemeiner Armut gekennzeichnet zu sein, wobei der Großteil des Reichtums in wenigen männlichen Händen konzentriert ist. Eine Frau in einer solchen Gesellschaft steht normalerweise nicht vor der Alternative zweier ansonsten vergleichbarer Freier, von denen einer ihr treu sein und der andere einen Harem haben wird. Ihre Wahl wird wahrscheinlich die sein, ihr Schicksal entweder an jenes eines mittellosen Mannes binden zu lassen oder leidlich von einem reichen oder mächtigen Mann erhalten zu werden, dessen Aufmerksamkeiten sie teilen wird müssen.

Es ist keineswegs selbstverständlich, daß westliche Frauen die Möglichkeit der formalen Polygamie ablehnen würden, wenn sie von den Umständen zu solch einer Wahl gezwungen würden; unsere gegenwärtige informelle Polygamie ist in Wirklichkeit weit mehr ein Produkt ihrer Entscheidungen als jener der Männer. In Wirklichkeit ist die Funktion der Monogamie wirtschaftlich gesehen gar nicht die Verbesserung der Bedingungen für Frauen, sondern vielmehr die Sicherstellung, daß relativ arme Männer Kinder zeugen können.

Die Tendenz zur Mißachtung der Ökonomie der Fortpflanzung hat viele Kommentatoren dazu ermutigt, das zu übernehmen, was man ein Modell der sexuellen Erpressung bei der Ehe nennen könnte, d h. deren Darstellung als die Erschleichung einer widerwilligen „Bindung“ des Mannes mittels der Drohung mit sexueller Frustration: als Triumph der Frau über den Mann statt als Heiligung ihrer Vereinigung.

Erinnern wir uns einiger offenkundiger Tatsachen: Sex ist für Männer außerhalb der Ehe immer durch das einfache Mittel des direkten Kaufs verfügbar gewesen. Prostituierte werden nicht weniger als Ehefrauen durch ihre Männer erhalten. Aber nachdem die Prostituierte zahlreiche „Ehemänner“ hat, braucht jeder nur einen kleinen Bruchteil ihres Unterhalts zu leisten. Dies macht die Prostitution für Männer aus der Perspektive des individuellen sexuellen Eigeninteresses zu einem weit besseren Handel als die Ehe. Wenn Männer von Frauen nichts als sexuellen Zugang wollten, schlägt das Mieten den Besitz: es gibt keinen guten Grund für sie, überhaupt zu heiraten.

Aber was würde man von einem Mann sagen, der zufrieden mit Prostituierten verkehrt, ohne jemals das Gefühl zu haben, daß in seinem erotischen Leben etwas fehlt? Ein bestimmter Typ von konservativem Kommentator wird sofort antworten, daß wir die Sittenpolizei holen sollten, um den Schuft zu verhaften; aber das wäre nicht ganz die Antwort auf die Frage, die ich hier stellen will. Ich frage nicht, was das richtige moralische Urteil zu einem solchen Fall oder die praktische Reaktion darauf wäre; ich frage, ob es nicht schlicht und einfach seltsam wäre – sexuell abnormal -, daß ein Mann nicht das Gefühl hat, daß die Ehe ihm etwas zu bieten hat, das Prostituierte nicht bieten. Die meisten Männer würden, wie ich denke, mit mir in dem Gefühl übereinstimmen, daß solch ein Kerl sich in einem Zustand befindet, der analog zu einem unmusikalischen oder farbenblinden oder lobotomierten Mann ist: etwas fehlt in seiner Wahrnehmung. Das reduktive sexuelle Modell der Ehe kann das nicht erklären.

Die Ehe hat Männern tatsächlich eine Anzahl anderer Dinge abgesehen vom Koitus zu bieten, aber das wichtigste sind Kinder. Unsere Spezies ist die einzige, bei der die männlichen Individuen sich ihrer biologischen Verantwortung für bestimmten Nachwuchs bewußt sind. Die Entdeckung der Vaterschaft war eine größere Wasserscheide in der menschlichen Geschichte als die Entdeckung des Rades, des Feuers oder der Landwirtschaft. Zivilisation ist sehr weitgehend eine Sache der Elternschaft mit hoher Investition, und das erfordert starkes und fortdauerndes elterliches Engagement. Solch ein Engagement ruht auf einer grundlegenden anthropologischen Tatsache: nämlich, daß Männer gern für Kinder arbeiten, kämpfen und Opfer bringen werden, vorausgesetzt, daß sie sich ihrer eigenen Vaterschaft sicher sind. Keine Mußehen, keine Regierungsbehörden zur Durchsetzung von Kindesunterhalt, nicht einmal viel in der Art von Ermahnung ist notwendig, damit das stattfindet. Der menschliche Mann findet Befriedigung in der Vaterschaft. [2]

Aber die brutale wirtschaftliche Realität der Fortpflanzung ist, daß Frauen und Kinder Ressourcen konsumieren, die zu liefern Männer aufgefordert sind. Babies kommen anders als die Jungen vieler Tiere völlig hilflos zur Welt. Und in den späten Stadien der Schwangerschaft ist eine Frau selbst nahezu hilflos, während ihre Aufmerksamkeit in den ersten Wochen nach der Entbindung fast völlig von ihrem Kleinkind in Anspruch genommen wird. Männer springen dafür ein. Allgemein gesprochen heiratet eine Frau ein Essensticket; ein Mann heiratet Ärger und Kosten. Männer verstehen das. Es ist der Hauptgrund dafür, daß sie zögern, „sich zu binden“, ihre Zukunft Frauen zu überantworten, deren Charaktere und Absichten sie nicht sicher sein können. Traditionellerweise sind Männer dafür belohnt worden (z. B. mit höherem gesellschaftlichen Status), daß sie die Last und das Risiko der Gründung einer Familie aufnehmen. Von Frauen wiederum wurde erwartet, daß sie treu bleiben, sodaß ein Ehemann sicher sein konnte, daß seine Arbeit und seine Ressourcen nicht für den Unterhalt des Nachwuchses eines anderen Mannes verwendet wurden. Sexuelles Vergnügen geht darin gar nicht einmal ein.

Als Gegenstück zum Modell der sexuellen Erpressung könnte man leicht ein gleichermaßen einseitiges, ausschließlich wirtschaftliches Modell der Ehe zeichnen, ungefähr wie folgt: eine stiefmütterliche Natur zwingt Männer, die sich fortpflanzen möchten, zum Kauf eines sehr treibstoffineffizienten Inkubators. Manchmal erweist er sich als unfruchtbar, aber selbst dann kann er nicht umgetauscht oder zurückgegeben werden. Man kann auch nie völlig sicher sein, daß die Kinder, die er hervorbringt, seine sind.

Diese ungalante Interpretation der Ehe ist keine Erfindung meiner eigenen frauenfeindlichen Feder. Etwas sehr Ähnliches kann man bei einer Anzahl antiker und mittelalterlicher Autoren finden. Das Folgende ist aus dem Hippolytos von Euripides entnommen:

Frauen! Diese Münze, bei der Männer herausfinden, daß sie gefälscht ist! Warum, Herr Zeus, hast du sie dem Licht der Sonne ausgesetzt? Wenn du so entschlossen warst, die Rasse des Menschen zu züchten, hätten deren Quellen nicht Frauen sein sollen: sodaß wir in Häusern frei vom Makel der Anwesenheit von Frauen gelebt haben könnten. Aber jetzt erschöpfen wir unsere Vermögen, um diese Plage in unsere Häuser zu bringen. Der Vater, der sie zeugt, muß ein Mitgiftgeschenk hinzufügen, um sie einem anderen Haus aufzuladen und die Last loszuwerden. Und der, der die verfluchte Kreatur nimmt, bereichert das Juwel seines Herzens mit teurer Verzierung, Schönheit, auf Abscheulichkeit gehäuft. Mit lieblichen Kleidern überlistet sie der arme Elende und gibt den Reichtum aus, der sein Haus stützt…

Die Passage geht weiter, aber Sie verstehen schon.

Ich bin mir bewußt, daß viele Leser über die Freimütigkeit – manche könnten sagen, den Zynismus – mit dem ich über diese Angelegenheiten schreibe, verärgert sein werden. Traditionellerweise sind die rohen sexuellen und ökonomischen Tatsachen der Ehe höflich mit überlagerten Ideen wie romantische Liebe und Galanterie verhüllt worden. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden solche antiquierten Moden mit zunehmender Grobheit durch betrügerische Sex-„Wissenschaftler“ und Pornographen vom Geschlechtsakt weggerissen. Aber die ökonomischen Realitäten sind nicht gleichermaßen ans Tageslicht gezerrt worden. Im Gegenteil, unser Wohlstand hat es leicht gemacht, sie noch mehr als in der Vergangenheit herunterzuspielen.

Ein Beispiel für solche höfliche Verhüllung findet man in der traditionellen Etikette hinsichtlich der Begrüßung frisch vermählter Paare. Es war gebräuchlich, zum Mann „Gratuliere“ zu sagen, aber niemals zu der Frau; der Braut entbot man nur „beste Wünsche.“ Hier wurde so getan, als wäre dem Mann ein unverdienter Glücksfall zuteil geworden. Die Realität ist natürlich, daß der Mann die Hauptlast in der Ehe übernimmt. Für Frauen ist sie eine wirtschaftliche Goldgrube. [3]

Ein Faktor bei der Auflösung der Ehe und der Geschlechterrollen ist, daß die Frauen, verwöhnt vom Wohlstand, tatsächlich die ritterliche Heuchelei zu glauben begannen und die zugrundeliegende wirtschaftliche Realität vergaßen. Sie erwarten von Männern, daß sie dankbar für die Gelegenheit sind, sie zu erhalten. (Wendy Shalit ist ein herausragendes Beispiel für diese Mentalität.) Es ist ein Fall, wo die Galanterie durch ihre Nutznießerinnen mißbraucht wird. Unter solchen Umständen können Männer sich einfach nicht weiter in der alten Weise verhalten, als ob nichts verkehrt wäre. Es liegt an ihnen, sich gegen die Kräfte zu wehren, die gegen sie in Stellung gebracht wurden, teilweise, indem sie ein paar unbequeme Wahrheiten über die wirtschaftlichen Realitäten der Ehe betonen. Vielleicht ist es Zeit, daß junge Männer aufhören, bei Dates zu bezahlen, und geziert erklären, daß sie „ihre Geldbörsen für die Ehe schonen.“ Wenn das für traditionelle Empfindungen zynisch klingt, so ist meine Antwort, daß solcher Zynismus einfach der Preis für die Wiederherstellung der natürlichen Familie als die Grundlage unserer Zivilisation sein könnte.

4. Die weibliche Hingezogenheit zu „Versorgern“ ist natürlich und unveränderlich

Die meisten Männer kommen schließlich zu der melancholischen Erkenntnis, daß die Partnerwahl einer Frau weitgehend und oft hauptsächlich von ökonomischen Erwägungen motiviert wird. In ihrem Drang nach Macht machten die Feministinnen den Männern rosige Versprechungen, daß sie das ändern könnten; daß Frauen nur deshalb Versorger suchten, weil sie unfairerweise aus dem Bereich der Produktion ausgesperrt wurden (von dem die Feministinnen annehmen, daß er nur außerhalb des Zuhauses liegen könnte). Sobald Frauen sich in der Erwerbsbevölkerung etablierten, würde der Druck auf Männer zu ihrer Versorgung erleichtert werden. Frauen würden sich weniger materialistisch verhalten und Partner auf der Grundlage persönlicher Qualitäten auswählen.

Zur selben Zeit, und ziemlich inkonsistent, wurde den Frauen versichert, daß sie von den Überfliegern unter den Männern begierig gesucht sein würden, wenn sie ihre Karrieren an die erste Stelle setzen würden. Ein beliebtes Selbsthilfebuch für Frauen aus den frühen 1980ern trug den Titel Men Are Just Desserts („Männer sind nur die Nachspeise“).

Wie üblich behandelten die Feministinnen etwas als historisch konditioniert, das in Wirklichkeit natürlich war. Die weibliche Neigung, als Versorger taugliche Partner zu suchen, entwickelte sich lange vor der Morgendämmerung der Geschichte, als wirtschaftliche Erwägungen Jägerfähigkeiten und bloßes Überleben bedeuteten statt Sports Utility Vehicles und Urlaube auf Hawaii. Frauen, die es zu Männern hinzog, welche zur Versorgung von Nachwuchs fähig waren, hatten mehr überlebende Nachkommen. Daher sind sie heute dazu festverdrahtet, solche Männer zu suchen. Was in Wirklichkeit geschieht, wenn eine Frau anfängt, 100.000 Dollar pro Jahr zu verdienen, ist daher nicht, daß sie aufhört, einen Mann zu suchen, der sie versorgen kann, sondern daß sie Männer nur als Versorger (und daher Partner) wahrnimmt, wenn sie noch mehr verdienen. Wenn das feministische Projekt durchgeführt ist, bekommt die Mehrheit der Männer nicht weniger materialistische Ehefrauen; sie bekommen einfach gar keine Ehefrauen.

Selbst wenn genügend reiche Männer im Umlauf wären, so sind solche Männer selten daran interessiert, die alten Jungfern aus den Firmen zu heiraten, die verzweifelt hinter ihnen her sind. Dies führt zu einer Art tragikomischer Situation. Es gibt heute ein ganzes Genre von Selbsthilfeliteratur, das sich an gutsituierte berufstätige Frauen richtet und ihnen zu zeigen verspricht, wie ein Autor es ausdrückt, „wie man einen Mann durch Schmeichelei, Verlockung, Überlistung und sonstige Manipulation in eine Ehe bekommt.“ [4] Eine Firma in Manhattan berechnet solchen Frauen 9.600 Dollar für eine Schönheits- und Persönlichkeitsüberarbeitung, die in einer Scheinhochzeit kulminiert. Die Ersatzzeremonien sind oft unmöglich zu Ende zu führen, weil die „Bräute“ weinend zusammenbrechen. Beruflich erfolgreiche Männer beginnen ihrerseits von häufigen lästigen Anrufen von Partnervermittlungsagenturen zu berichten, die sie im Namen dieser verzweifelten Frauen anrufen.

Offensichtlicherweise werden die meisten dieser Frauen bei ihrer Suche scheitern, egal wie viele Selbsthilfebücher sie lesen oder wieviel Geld sie ausgeben. Es gibt immer noch einen Jungen für jedes Mädchen auf der Welt, aber es gibt keinen statusmäßig höherstehenden Jungen für jedes Karrieregirl an der Menopause, das törichterweise seine heiratsfähigen Jahre an die Erlangung von Reichtum und Status für sich selbst verschwendet hat. In anderen Worten, diese Frauen sind Opfer ihres eigenen Erfolgs; ihre Leben sind das, was sie daraus gemacht haben. Frei nach Oscar Wilde: ein Mann würde ein Herz aus Stein brauchen, um ihre Situation zu betrachten, ohne zu lachen.

In einer wohlhabenden Gesellschaft können sich sogar Männer mit weit unterdurchschnittlichen Versorgerfähigkeiten leicht mit einer über dem Erhaltungsniveau liegenden Rate fortpflanzen. Sie könnten eigentlich auch bessere Ehemänner und Väter sein als die meisten reichen Männer. Rational betrachtet sollte daher allgemeiner Wohlstand zu einer blühenden Gesellschaft mit mäßig großen Familien führen. Aber der weibliche Geschlechtsinstinkt ist, wie der Leser möglicherweise bemerkt haben wird, nicht rational. Er wird von relativem statt von absolutem Reichtum ausgelöst, und daher wird die sexuelle Attraktivität von Männern immer noch von ihrem Status innerhalb der sozialen Hierarchie bestimmt, wie er von Frauen wahrgenommen wird.

Ein weiterer Faktor, der nun gegen die Eheaussichten gewöhnlicher Männer arbeitet, ist der Einfluß „romantischer“ Bücher und Filme auf die Fantasien der Frauen.

Hollywood-Komödien sind zum Beispiel seit langem dem primitiven weiblichen Instinkt entgegengekommen, einen Partner mit unbegrenzter Versorgerfähigkeit zu suchen. Ein Standardheld ist der gutaussehende Jet-Set-Junggeselle. Sein Reichtum ist einfach da, ohne daß er sich zu dessen Erwerb irgendwelche Mühe machen müßte, was ihm die Freiheit läßt, seine volle Aufmerksamkeit der Umwerbung der Heldin zu widmen.

In That Touch of Mink („Ein Hauch von Nerz“, 1962) fliegt Cary Grant Doris Day in seinem Privatjet nach Philadelphia, um einen Teller Fettucine zu essen. Sie kommt mit, als er eine Rede vor der UNO hält. Sie gehen zu einem Spiel der Yankees und sitzen mit den Spielern auf der Spielerbank (ihm gehört anscheinend das Team). Er stattet sie mit einer neuen Garderobe aus, zusammen mit einer privaten Modenschau. Er kauft während der Hochsaison alle Tickets für einen Flug zu den Bermudas auf, sodaß sie das Flugzeug ganz für sich haben kann. Nichts von dieser Fantasie beruht auf dem rationalen Interesse der Heldin, daß die Kinder angemessen versorgt werden; es ist reiner weiblicher Luxus. Grant wird gegen einen „gruseligen“ Rivalen ausgespielt, dessen Unwürdigkeit darin besteht, daß er an einem gewöhnlichen Bürojob festhalten muß, in East New Jersey Ferien macht statt auf Bermuda, und von Fertiggerichten und billigem Wein lebt.

Dieser Film wird zusammen mit vielen anderen wie ihm tatsächlich als Beispiel für gesunde Unterhaltung aus einem unschuldigeren Zeitalter angeführt. Der durchschnittliche beschränkte konservative Medienkritiker kann nichts Verwerfliches wahrnehmen, nachdem es keinen expliziten oder außerehelichen Sex gibt. In Wirklichkeit kommen solche „romantischen“ Filme einer Art Goldgräberpornographie gleich. Im Gegensatz zu Jane Austens Handlungssträngen, wo man auf echte Risiken und Schwierigkeiten stößt und moralische Lektionen gelernt werden können, sind diese Filme bloße Wunscherfüllung. Sie locken Frauen in die Enttäuschung, indem sie ihnen beibringen, unrealistische Erwartungen an die Liebe und das Leben zu haben. Und natürlich erzeugen sie absurd unerreichbare Standards für Männer.

Oder denken Sie an das verwandte Phänomen der Schund-Liebesromane. Der Markt für solche Bücher explodierte mysteriöserweise ungefähr um dieselbe Zeit, in der Frauen in großer Zahl in die Erwerbsbevölkerung einzutreten begannen. Die wegbereitende Firma Harlequin Enterprises Ltd. erlebte, wie ihre Einnahmen im Jahrzehnt der 1970er auf das Zweihundertfache wuchsen. [5] Heute hat Harlequin viele Konkurrenten, und manche Quellen melden, daß das Romantik-Genre mehr als die Hälfte der Taschenbuchverkäufe in den Vereinigten Staaten ausmacht. Die Lektion, die man daraus ziehen kann, lautet anscheinend, daß Frauen, wenn sie in die Lage kommen, sich selbst zu erhalten, nicht aufhören, an Männer zu denken; statt dessen wird die Ehe mit einem realen, aber unvollkommenen Versorger durch endlose Fantasien darüber ersetzt, in die Arme unmöglich perfekter Versorgerpartner gerissen zu werden. Ich kannte einmal eine beruflich erfolgreiche, ausgebildete Krankenschwester, die Tausende jener Bücher besaß; die Wände jedes Zimmers in ihrem Haus waren mit ihnen ausgekleidet. Sie muß sie jede wache Stunde gelesen haben, die nicht der Arbeit oder dem Essen gewidmet war. Nicht zufällig hatte sie weder Ehemann noch Kinder.

Warren Farrell erläuterte schon 1986, warum solche Literatur das funktionale Äquivalent von Pornographie für Frauen ist. [6] Aber während sehr viel geschrieben worden ist, um die Ausbreitung der Pornographie in unserer Gesellschaft zu beklagen, ist fast keine ernsthafte Aufmerksamkeit den Ursachen und Auswirkungen der Liebesromane gewidmet worden. Ich vermute, daß ihr Einfluß in Wirklichkeit schädlicher ist als die Pornographie, weil Frauen eine so viel größere natürliche Macht als Männer zur Bestimmung der Liebeswerbe- und Ehemuster in der realen Welt haben.

Anmerkungen

1. Zahlreiche formale Definitionen der Ehe sind vorgeschlagen worden, und ich möchte nicht behaupten, daß meine alle anderen überflüssig machen wird. Ihre unmittelbare Inspiration war der Text „Two Becoming One Flesh: Marriage as a Sexual and Economic Union“ („Zwei, die ein Fleisch werden: Die Ehe als sexuelle und wirtschaftliche Vereinigung“) von Allan Carlson, Intercollegiate Review, Herbst-Winter 2004.

2. Evolutionärer Druck im prähistorischen Europa könnte zur Bestärkung dieser väterlichen Tendenz bei unseren Vorfahren gedient haben, die es in einem gewissen Grad bei allen Rassen gibt: siehe z. B. Prof. Kevin MacDonalds Essay „What Makes Western Culture Unique?“ („Was macht die westliche Kultur einzigartig?“), The Occidental Quarterly, 2:2 (Winter 2002–2003). (Der Essay ist auf Kevinmacdonald.net veröffentlicht.)

3. Viele Feministinnen haben richtigerweise wahrgenommen, daß die Ritterlichkeit eine Art von Schwindel ist, der zur Verhüllung unerfreulicher Wahrheiten über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern dient; aber sie glauben fälschlicherweise, daß die Realitäten weibliche „Sklaverei“ und „Unterdrückung“ sind, und daß die Männer die beabsichtigten Nutznießer der Verhüllung sind.

4. Von Sylvia Ann Hewlett, Creating a Life: Professional Women and the Quest for Children („Ein Leben schaffen: Berufstätige Frauen und das Streben nach Kindern“, New York: Talk Miramax, 2002).

5. Warren Farrell, Why Men Are the Way They Are („Warum Männer so sind, wie sie sind“, New York: McGraw-Hill, 1986), S. 60.

6. Farrell, S. 56 – 62.

* * *

(Quelle der Übersetzung hier)

Fortsetzung: Häusliche Ökonomie, Teil 3

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