Vielmännerei im Wechsel – und wer sie durchsetzt, Teil 2

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Rotating Polyandry – & its Enforcers, Part 2 erschien am 23. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:
Vielmännerei im Wechsel – und wer sie durchsetzt, Teil 1

Teil 2 von 2

baskerville custody

Stephen Baskerville
Taken into Custody: The War Against Fatherhood, Marriage& Family
(„In Gewahrsam genommen: Der Krieg gegen Vaterschaft, Ehe und Familie“)
Nashville: Cumberland House Publishing, 2007

Während Michelle Langley sich auf die Psychologie des „befreiten“ weiblichen Sexualverhaltens konzentriert, beschreibt Stephen Baskervilles Taken into Custody uns detailliert die brutale Polizeistaatsmaschinerie, die in den vergangenen vierzig Jahren herangewachsen ist, um zu diesem Sexualverhalten zu ermutigen, es durchzusetzen und davon zu profitieren. Hier ist die Realität hinter solchen alltäglichen Euphemismen wie „Zusammenbruch von Ehen“ und „Sorgerechtsstreitigkeiten“:

Ein Mann kommt eines Tages nach Hause, um sein Haus leer vorzufinden. Auf dem Tisch liegt eine Notiz seiner Ehefrau, die besagt, daß sie die Kinder mitgenommen hat, um bei ihrer Schwester oder bei ihren Eltern oder bei ihrem Freund zu wohnen, oder in einem „Frauenhaus“. Bald danach klopft es an der Tür. Er wird aufgefordert, innerhalb von ein paar Stunden vor einem Familiengericht zu erscheinen. In einer Anhörung, die ein paar Minuten dauert, werden seine Kinder von Gesetz wegen seiner Obhut entzogen… und ihm wird befohlen, sich die meiste Zeit oder ständig von ihnen fernzuhalten. Er wird auch angewiesen, mit den Unterhaltszahlungen für die Kinder zu beginnen, eine Anweisung ergeht, seine Löhne zu pfänden, und sein Name kommt in eine Datenbank der Bundesregierung für die Überwachung von „Straftätern“. Falls er versucht, seine Kinder außerhalb der genehmigten Zeit zu sehen, oder falls er die Zahlungen nicht leistet, kann er verhaftet werden. Ohne daß ihm zu sprechen erlaubt wird, sagt man ihm, daß die Anhörung vorbei ist.

Der Mann kann der häuslichen Gewalt oder des sexuellen Kindesmißbrauchs beschuldigt werden, in welchem Fall es vielleicht gar keine Anhörung gibt… sondern die Polizei einfach an seine Tür kommen und ihm befehlen wird, sein Zuhause innerhalb von Stunden oder Minuten zu verlassen, selbst wenn kein Beweis gegen ihn vorgelegt worden ist… Dem Mann kann auch befohlen werden, Alimente und die Gebühren von Anwälten zu bezahlen, die er nicht angeheuert hat, und er kann mit Arrest bedroht werden, falls er sich weigert oder nicht zahlen kann… Falls er sich weigert, einen Anwalt zu engagieren, wird ihm befohlen werden, den Anwalt seiner Gattin zu bezahlen. So oder so wird er 50.000 bis 150.000 Dollar bezahlen, und möglicherweise viel mehr… Falls er sich weigert, Fragen zu beantworten oder zu bezahlen, kann er ohne Gerichtsverfahren ins Gefängnis gesteckt werden… Falls er Einsprüche erhebt, kann ihm befohlen werden, sich einer psychiatrischen Beurteilung zu unterziehen.

Bei seinem „Prozeß“ wird er über die intimsten Details seines Familienlebens befragt werden.

Und keine Antwort ist richtig. Falls er Überstunden macht, ist er ein Karrierist, der seine Kinder vernachlässigt. Falls er sich um seine Kinder kümmert, verabsäumt er es, so viel Einkommen für sie zu verdienen, wie er könnte. Falls er seine Kinder diszipliniert, ist er kontrollierend oder mißhandelt sie sogar. Falls er es nicht tut, ist er nachlässig. Falls er sie nicht badet, vernachlässigt er sie. Falls er es tut, belästigt er sie vielleicht.

All dies kostet ihn „400 bis 500 Dollar pro Stunde, und die Quälerei dauert so lange, wie die Anwälte und der Richter die Gebühren hochtreiben möchten.“

Was immer das Ergebnis des Verfahrens sein mag, während der restlichen Kindheit seiner Kinder werden sie und er unter ständiger Überwachung und Kontrolle durch das Gericht leben. Ihm wird gesagt werden, wann er seine Kinder sehen darf, was er mit ihnen tun darf, wohin er sie mitnehmen darf… welche Gottesdienste er mit ihnen besuchen kann (oder muß) und welche Themen er mit ihnen privat diskutieren darf. Ihm kann befohlen werden, zu bestimmten Stunden und in bestimmten Jobs zu arbeiten, wovon die Verdienste beschlagnahmt werden… Falls er seinen Job verliert oder ins Krankenhaus kommt, wird er zum Verbrecher erklärt und wegen Nichtbezahlung des Kindesunterhalts ins Gefängnis gesperrt. Sein Zuhause kann von Beamten des Gerichts betreten werden… Seine finanziellen Aufzeichnungen können vom Gericht eingefordert und untersucht werden, und sein Bankkonto wird geplündert werden…. Seine Kinder können gezwungen werden, als Informanten gegen ihn zu agieren. Ihm kann befohlen werden, sein Haus zu verkaufen und den Erlös Anwälten zu übergeben, die er nicht angeheuert hat.

Baskerville merkt an, daß gerade die Monstrosität der Ungerechtigkeiten, die gegen Väter begangen werden, manche Leute davon abhält zu akzeptieren, daß sie stattfinden. Eine häufige anfängliche Reaktion auf die Horrorgeschichten ist: „Wenn die Dinge wirklich so schlimm sind, hätten wir da nicht schon vorher davon gehört?“

Es gibt mehrere Gründe. Einer ist natürlich, daß Journalisten, deren Aufgabe es ist, uns über Korruption im öffentlichen Leben zu informieren, es vorziehen, uns mit Artikeln über „Schwulenehe“ und die Romanzen von Filmstars zu unterhalten. Aber ein zweiter ist, daß die Familiengerichte direkt Vergeltung gegen Elternteile üben, die sich zu organisieren oder zu äußern versuchen. Es ist in vielen Rechtssystemen ein Verbrechen, einen Familienrichter zu kritisieren; wo es das nicht ist, können Richter einfach individuelle Maulkorberlässe erteilen. Baskerville berichtet von Fällen von Vätern, die verhaftet wurden, weil sie mit Reportern über ihre Fälle sprachen. Hilfssheriffs fotografieren Demonstrationen von Vätergruppen. Internetseiten sind geschlossen worden. Archaische Gesetze gegen „ehrenrührige Verleumdung“ und „Skandalisierung des Gerichts“ sind wiederbelebt worden, um Kritiker zu belangen. Gerichtsbeamte sind eingeteilt worden, um die Kritiken von Vätern am Gericht in der Presse und in ihrer Privatkorrespondenz (deren Übergabe unter Androhung von Arrest befohlen werden kann) zu überwachen. Währenddessen steht es den Beamten frei, die Privatleben von Vätern in öffentlichen Versammlungen offen zu diskutieren und Informationen über ihre Fälle im Internet zu veröffentlichen.

Familiengerichtsverfahren finden hinter verschlossenen Türen statt, und in den meisten Fällen werden keine Aufzeichnungen gemacht. In Fällen, wo es welche gibt, sind sie manchmal von unbekannten Personen illegalerweise verfälscht worden. Richter führen die „Privatsphäre der Familien“ als Begründung für die Geheimhaltung an. Aber in Wirklichkeit muß der Clerk of Courts [Anm. d. Ü.: ein Gerichtsbeamter, der als Finanzvorstand und Informationsmanager fungiert] eine Menge Informationen über „Angeklagte“ (Väter) öffentlich machen: Sozialversicherungsnummern, geheime Telefonnummern und mehr. Ihnen ist jedoch verboten, den Namen des Richters preiszugeben, der dem Fall zugeteilt ist. Baskerville zieht den naheliegenden Schluß: Der Zweck all der Geheimhaltung und Zensur ist nicht der Schutz der Familienprivatsphäre, sondern daß die Gerichte straflos in sie eindringen können.

Ein drittes Hindernis für die öffentliche Anerkennung, daß unschuldige Männer vorschnell ohne ausreichende Beweise verurteilt werden, ist, daß Väter selbst die Propaganda über „deadbeat dads“ [Anm. d. Ü.: Versagerväter; Väter, die ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen] glauben. Selbst nachdem sie zu Opfern des Systems geworden sind, nehmen sie an, daß in ihrem besonderen Fall irgendein Fehler gemacht worden sein muß, während andere Männer die „wahren“ Zahlungsunwilligen sind, die die Regierung zu Recht verfolgt. Ein wichtiger Faktor, der zu dieser Verkennung beiträgt, ist eine sentimentale Sicht auf Mutterschaft und weibliche Unschuld, die von einem früheren Zeitalter übriggeblieben ist, aber jetzt beweisbar im Widerspruch zu den Tatsachen steht. Ein von Baskerville zitierter Autor berichtet: „All die auf häusliche Beziehungen spezialisierten Anwälte, mit denen ich sprach, stimmten darin überein, daß in Streitfällen, wo es um das Sorgerecht für die Kinder geht, es ‚fast immer’ die Frauen sind, die die Scheidung einreichen.“ Männer versuchen oft, die Scheidung zu vermeiden: „Achtundfünfzig Prozent der Männer zögerten ihre Scheidung wegen ihrer Auswirkung auf die Kinder hinaus. Viel weniger Frauen [nämlich 37 Prozent] hatten diese Sorge.“

Viele Konservative werden zweifellos zustimmen, daß Gewaltmethoden gegen rechtmäßig verheiratete und treue Väter unberechtigt sind, protestieren aber, daß sie vielleicht gegen jene Schufte notwendig sein könnten, die Frauen „nachstellen“, ohne sie zu einem Altar begleitet zu haben. Baskerville zitiert jedoch Beweise dafür, daß sogar unverheiratete Väter ihren Nachwuchs normalerweise nicht im Stich lassen:

Eine amerikanische Studie über junge, unverheiratete Väter mit niedrigem Einkommen präsentiert ein Bild, in dem sie, wenn es auch weit vom Ideal entfernt ist, ihre Kinder nicht im Stich lassen: 63 % hatten nur ein Kind, 82 % hatten Kinder von nur einer Mutter… 70 % sahen ihre Kinder mindestens einmal pro Woche… und große Prozentanteile davon berichteten, daß sie ihre Kinder baden, füttern, ankleiden und mit ihnen spielen; und 85 % leisteten informellen Kindesunterhalt in Form von Bargeld oder gekauften Gütern wie Windeln, Kleidung und Spielzeug.

Eine weitere Untersuchung, die im Norden von England durchgeführt wurde, fand heraus: „Der häufigste von den Vätern angegebene Grund, warum sie nicht mehr Kontakt mit ihren Kindern haben, war das Widerstreben der Mütter, sie zu lassen.“ Hier sehen wir einen der Gründe für die Ehe: nicht um Männer am Davonlaufen zu hindern, sondern um Frauen daran zu hindern, die Vater-Kind-Bindung zu stören.

In anderen Worten, Vaterschaft ist natürlich. Wenn Mußehen und Behörden zur Eintreibung von Unterhaltszahlungen für Kinder notwendig wären, um Männer zur Versorgung ihres Nachwuchses zu zwingen (wie so viele frömmelnde männliche Kommentatoren unterstellen), hätte die Zivilisation gar nicht erst entstehen können. Der Menschenmann kann einfach nicht so schlecht sein, wie er jetzt routinemäßig dargestellt wird, ob durch hasserfüllte Feministinnen oder durch pharisäerhafte Konservative.

Hier sind nur ein paar weitere Höhepunkte aus Baskervilles schonungslosem Katalog der Ungerechtigkeiten der Scheidungsindustrie:

Ein Mann im Vereinigten Königreich erhielt ein Gefängnisurteil von zehn Monaten, weil er sein Kind auf der Straße gegrüßt hatte.

Kinder sind eingesperrt worden, weil sie sich weigerten, gegen ihre Väter auszusagen. Ein siebzehnjähriges Mädchen wurde von zwei männlichen Kriminalpolizisten zu Boden gerungen und mit Handschellen gefesselt, weil es sich weigerte, die Wohnung seines Vaters zu verlassen.

Väter sind vom Bett ihrer sterbenden Kinder ferngehalten worden.

Elternteile, die das Sorgerecht haben, sind niemandem bezüglich der Verwendung der Kindesunterhaltszahlungen verantwortlich und müssen nichts davon für die Kinder ausgeben. [US-]Bundesstaaten benutzen „Kindesunterhaltsgeld“, um ihre Budgets auszugleichen, oder für jeden anderen Zweck, der ihnen gefällt.

Manche Staaten haben „beschleunigte Justizverfahren“ eingeführt, bei denen Väter nicht vor Richter geladen werden, sondern vor „Gerichtsbeauftragte“ (judicial commissioners) oder „marital masters“ [Anm. d. Ü.: wörtlich „Ehemeister“], im Grunde gewöhnliche Rechtsanwälte in Richterroben. Diese Personen fungieren oft auch als Lobbyisten für Gesetze im Zusammenhang mit Kindesunterhalt.

In Warren County, Pennsylvania, wurde ein Mann mit Gefängnis bedroht, sofern er nicht ein vorgedrucktes Geständnis unterzeichne, in dem stand: „Ich habe meine Partnerin physisch und emotional mißhandelt… Ich bin für die Gewalt verantwortlich, die ich anwendete. Mein Verhalten wurde nicht provoziert.“

Privatfirmen sind dazu gezwungen worden, Überwachungsfunktionen für das Scheidungsregime zu erfüllen. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Informationen über alle Angestellten zu liefern, einschließlich jener, die nie zu Kindesunterhaltszahlungen angewiesen wurden. Die Information geht an ein National Directory of New Hires („Nationales Verzeichnis von Neueinstellungen“), das für den Einsatz gegen jegliche Personen betrieben wird, die in der Zukunft vielleicht bei Unterhaltszahlungen in Rückstand geraten könnten. Diese Praxis „annektiert die Personalbüros von Privatfirmen als Verwaltungsagenten der Regierung.“ Es sind Bemühungen im Gange, ähnlichen Gebrauch von Kirchen und Gemeinschaftsorganisationen wie die YMCA und United Way zu machen.

Kindesunterhalt wird von Männern gefordert, bei denen bewiesen worden ist, daß sie nicht die Väter der fraglichen Kinder sind. Frauen dürfen manchmal vollen Kindesunterhalt von mehr als einem Mann beziehen.

Im Vereinigten Königreich und in Australien ist vorgeschlagen worden, von Privatfirmen für den Heimgebrauch erhältliche Vaterschaftstestsets zu verbieten, sodaß Männer verhaftet werden könnten, weil sie zu beweisen versuchten, daß sie nicht die Väter der Kinder sind, die zu unterhalten ihnen befohlen wurde.

Ebenfalls in Britannien können feministische Gruppen und Bürokraten Anklagen gegen Männer, die sie als Mißhandler im Visier haben, wegen häuslicher Gewalt vorbringen, aufgrund der Theorie, daß dem Opfer selbst „erspart werden sollte, gerichtliche Schritte zu unternehmen.“ Diese Ankläger aus dritten Parteien brauchen keine Beweise vorzulegen, daß das angebliche Opfer überhaupt existiert.

Manche Mütter in Massachusetts berichten, daß sie von Sozialdienstmitarbeitern unter Druck gesetzt und mit dem Verlust ihrer Kinder bedroht wurden, falls sie sich weigern, sich von ihren Ehemännern scheiden zu lassen.

Es sind nun Maßnahmen in Vorbereitungen, um „Komplizen von unterhaltssäumigen Vätern“ gerichtlich zu verfolgen, womit Eltern oder zweite Ehefrauen oder andere Verwandte von Vätern gemeint sind, von denen Kindesunterhalt eingetrieben wird. Eine zweite Ehefrau wurde angeklagt, „einen Flüchtigen zu beherbergen“. Die Bankkonten solcher Personen können bechlagnahmt werden, um Kindesunterhalt für die Väter zu bezahlen, denen sie „Beihilfe leisten.“

Teenagerjungen, die laut Gesetz von erwachsenen Frauen vergewaltigt wurden, können dafür verantwortlich gemacht werden, Kindesunterhalt für jene Frauen zu bezahlen.

In einem bizarren Fall in Iowa wurden die Ersparnisse eines elfjährigen Jungen (aus Dienstleistungen wie Schneeschaufeln) vom Staat beschlagnahmt, um Kindesunterhalt für ihn selbst zu bezahlen – was möglich ist, weil bei ihm als Minderjährigem der Name seines Vaters ebenfalls in seinem Bankkonto stand.

Meiner Meinung nach am beunruhigendsten: Vätern ist befohlen worden, sich mit etwas namens „Plethysmograph“ untersuchen zu lassen, wobei eine elektronische Scheide über den Penis plaziert wird, während sie pornographische Filme mit Kindern ansehen müssen.

Baskerville zählt zahlreiche gesetzliche Garantien auf, die von Familiengerichten verletzt werden, einschließlich mehrerer Verfassungszusätze, der Unschuldsvermutung, der Gewaltentrennung, des Habeas-Corpus Rechts [d. h. des Rechts auf richterliche Haftprüfung; d. Ü.] und der Verbote der Doppelbestrafung, rückwirkender Gesetze und Entziehungen der bürgerlichen Rechte. Die Gerichte geben offen zu, daß verfassungsmäßige Garantien in ihren Verfahren nicht gelten – gerechtfertigt, wie behauptet wird, weil sie „Gleichheitsgerichte“ statt Rechtsgerichte sind. Bundesgerichte überprüfen nie Fälle, die mit Familienrecht zusammenhängen; Familiengerichte sind nur Prüfungsausschüssen verantwortlich, die von Anwaltsverbänden kontrolliert werden, d. h., von Anwälten mit finanziellem Interesse an der Maximierung der Eintreibungen von geschiedenen Männern. Baskerville hebt zu Recht einen seltsamen Umstand hervor: Es gibt eine Menge Literatur, die die Judikative wegen der Usurpation legislativer Befugnisse geißelt, wegen der Ignorierung der ursprünglichen Absicht, der Falschanwendung des Vierzehnten Verfassungszusatzes und zahlreicher anderer Sünden; aber das System der Familiengerichte, das einen größeren Einfluß auf das Leben von mehr Menschen hat, ist der Prüfung fast gänzlich entgangen.

Die feministische Ideologie spielte bei der Schaffung der gegenwärtigen Situation sicherlich eine Rolle; aber wie üblich spielte mehr dabei mit als Ideen, die Konsequenzen haben. Viel von dem Wachstum der Scheidungsindustrie ist einfach ein Fall der normalen Tendenz von Bürokraten gewesen, ihren Reichtum und ihre Macht zu mehren zu suchen. Für die meisten dieser Personen ist der Feminismus mehr Vorwand als Motivation gewesen. Die Richter beschwören tatsächlich „in verworrener Weise sowohl die traditionellen Stereotype über die Mutterschaft als auch moderne Vorstellungen von Frauenrechten.“ Wahrscheinlich haben die meisten gar keine tiefen Überzeugungen in der Sache.

Dieselbe Kluft zwischen rationalisierender Rhetorik und der Realität materieller Interessen ist in der ganzen Scheidungsindustrie erkennbar, die nicht nur aus Richtern und Anwälten besteht, sondern auch aus einer Schar von „Experten“ – Psychiater, Psychologen, Sozialarbeiter, Mediatoren, Fürsorgegutachter, Besuchsrechtüberwacher und Trainer für verpflichtende „Elternerziehung“ und „Zornbewältigungsunterricht“. Alle werden durch Zwangseinhebungen von Vätern bezahlt.

Psychotherapeuten sind in der Industrie allgegenwärtig, teilweise weil sie ungenügende Nachfrage nach ihren Diensten auf dem Markt befürchten. Ein Anwalt sagt: „Wenn man zehn Psychiater in einen Raum setzt, bekommt man zehn verschiedene Meinungen.“ Baskerville liefert nur ein Beispiel: Bei einem Vater wurde von einem Psychiater sowohl eine „dysthymische Störung“ als auch eine „gemischte Persönlichkeitsstörung“ diagnostiziert, wozu „obsessiv-zwanghaftes Verhalten, Starrsinn, großspuriges Denken und passiv-aggressive Charakterzüge“ gehörten; ein zweiter Psychiater kam statt dessen mit „schizotypaler Persönlichkeitsstörung“ daher. Solche „Expertenmeinungen“ werden selten vor offenen Gerichten präsentiert, daher gibt es keine Möglichkeit für ein Kreuzverhör, und die Psychiater können von gerichtlicher Immunität gedeckt sein, sodaß sie für ihre Aussage nicht verantwortlich gemacht werden können. Wie ein Rechtsprofessor fragt: „Was hat all diese Leute plötzlich zu Verrückten und ungeeignet für die Elternschaft gemacht?“

Offensichtlicherweise ist es die Aufgabe des Experten, einen Anstrich der Rationalität für Gerichtsentsheidungen zu liefern, die entweder völlig willkürlich sind oder aus anderen Gründen getroffen wurden, wie der Maximierung des vom Vater eingetriebenen Geldbetrags. Falls ein Familiengericht nicht Zugang zu irgendeiner geheimen Kunst der Bestimmung „der besten Interessen des Kindes“ hat, bricht seine Behauptung zusammen, irgendetwas anderes als Kindesentführung zu betreiben. (Pseudorationalität dieser Sorte ist ein hervorstechendes Merkmal von Managerherrschaft im Allgemeinen: Glaubt z. B. irgend jemand ernsthaft, daß „Vielfaltsberater“ von Konzernen im Besitz irgendeiner fundierten Wissenschaft sind, die uns anderen fehlt?) Es ist nicht völlig überraschend, daß wenig Ausbildung nötig ist, um sich als solch ein „Experte“ zu qualifizieren. Gerichte können „Personen mit nur Bachelorabschlüssen oder weniger, einem oder zwei Wochenendseminaren oder Workshops und vielleicht einem vierstündigen Trainingsprogramm im Dienst“ ernennen.

Wie immer behaupten diejenigen, die die Macht ausüben, moralisch überlegen zu sein. „Väter berichten fast durchgängig, daß sie von Richtern mit Nebenbemerkungen beleidigt und belehrt werden, als ob sie ungezogegne Jungen oder Jugendstraftäter wären“, schreibt Baskerville. Die New York Daily News produzierte einen leichtgläubigen Bericht über die „Elternerziehungskurse“, die zu besuchen Richter nun häufig Scheidungspaaren befehlen; diese sollen notwendig sein, um „ihnen beizubringen, wie sie sich verhalten sollen; vielleicht sogar um sie durch Beschämung zu altersgemäßem Handeln zu bringen.“

Der Autor widmet zwanzig Seiten einem historischen Abriß über die Verwicklung der Bundesregierung in die Eintreibung von Unterhaltszahlungen für Kinder. Sie begann nicht als Reaktion auf irgendein weitverbreitetes Problem des Verlassenwerdens durch Elternteile, sondern auf politischen Druck von feministischen Gruppen und Anwaltsvereinigungen. Präsident Ford unterzeichnete 1975 etwas widerwillig ein Gesetz zur Schaffung des Office of Child Support Enforcement und warnte davor, daß es ein unberechtigter Eingriff der Bundesregierung in Familien und die Rolle der Bundesstaaten sei. Die ursprüngliche Begründung war, daß die Regierung bei Wohlfahrtszahlungen an unverheiratete Mütter sparen würde, indem man die Väter dazu brachte, mehr zu zahlen. Kritiker wiesen zu der Zeit darauf hin, daß die meisten wohlfahrtsbeziehenden Mütter nicht einmal gerichtliche Anweisungen auf Kindesunterhalt hatten und die meisten Väter sowieso zu arm waren, um zu bezahlen, was die Mütter an Wohlfahrtsleistungen erhielten.

1988 beschloß der Kongreß den Family Support Act mit zwei entscheidenden Bestimmungen: 1) die Bundesstaaten mußten angenommene (und buchstäblich zwangsweise) Richtlinien für Kindesunterhalt einführen, und 2) wurde der Einsatz der strafrechtlichen Exekutivmaschinerie von Wohlfahrtsfällen auf alle Anweisungen auf Kindesunterhalt ausgedehnt.

Väter, die keine Wohlfahrtsleistungen beziehen, sind sowohl weit zahlreicher als auch reicher als die Väter von Wohlfahrtsbabies, auf die man ursprünglich abgezielt hatte. Heute machen Väter ohne Wohlfahrtsbezug 83 Prozent der Kindesunterhaltsfälle aus (ein Anteil, der weiter wächst) und zahlen 92 Prozent des eingesammelten Geldes. Und doch hat es nie ein ernsthaftes Problem der Nichtzahlung seitens dieser Männer gegeben. Seit 1988 ist die Erhöhung der Einnahmen das wahre Ziel des Programms gewesen, und die angebliche Notwendigkeit, „zahlungsverweigernde Väter“ zur Unterstützung ihrer Kinder zu zwingen, ist nie etwas anderes als ein Schwindel gewesen, der die Öffentlichkeit verwirren sollte.

Seltsamerweise verliert das Programm auf Bundesebene in Wirklichkeit Geld; es kostete den Steuerzahler zum Beispiel im Jahr 2002 2,7 Milliarden Dollar, und das Defizit wächst weiter. Dieses Geld wird an Beamte der Bundesstaaten als Anreiz zur Erhöhung des Geldes, das sie eintreibeln, ausbezahlt: Je mehr sie von Vätern eintreiben, desto mehr belohnt sie die Bundesregierung, ungeachtet dessen, ob die Männer irgendeiner Sache schuldig sind. Im Jahr 2002 zum Beispiel trieb Ohio 228 Millionen ein, während Kalifornien 640 Millionen erhielt.

Um ihren Anteil an der Beute zu erhalten, müssen die Bundesstaaten die Zahlungen durch ihre strafrechtliche Exekutivmaschinerie laufen lassen. In anderen Worten, sie müssen alle geschiedenen Väter, sogar jene, die ihren Kindesunterhalt voll und pünktlich zahlen, wie Verbrecher behandeln. Und das tun sie; Beamte prahlen damit, daß sie soundsoviele Millionen Dollar von „zahlungsverweigernden Vätern“ eingesammelt hätten. Kriminalität wird von der Regierung einfach jedem geschiedenen Vater zugeschrieben.

Die gegenwärtigen Richtlinien für Kindesunterhalt sind, wie Baskerville berichtet, großteils die Schöpfung von einem Mann, eines Dr. Robert Williams. 1987 gründete er Policy Studies Inc., eine private Beratungs- und Inkassoagentur, die auf Regierungsverträge bei der Durchsetzung von Kindesunterhalt abzielt. Gleichzeitig entwarf er in seiner Eigenschaft als Berater des Department of Health and Human Services eine Anzahl von Musterrichtlinien für Kindesunterhalt. Offenbar war seinen Geschäftsinteressen am besten damit gedient, daß er die Richtlinien so drückend wie möglich machte. In Baskervilles Worten „nur durch Schaffung eines ausreichend hohen Maßes an Verpflichtungen, um Härten für Väter zu erzeugen, können die Richtlinien einen ausreichend großen Pool von Pleitegängern erzeugen, um Profit und Nachfrage für die Dienste seines privaten Inkassounternehmens sicherzustellen.“

Es funktionierte. Im folgenden Jahr wurde wie erwähnt der Family Support Act beschlossen, der von den Bundesstaaten forderte, ihre eigenen Richtlinien für Kindesunterhalt einzuführen, um sich für Zuteilungen der Bundesregierung zu qualifizieren, und man gab ihnen eine kurze Frist, in der sie sie entwerfen sollten. Die meisten taten das Leichteste und übernahmen einfach Williams’ eigene Richtlinien, die von Health and Human Services befürwortet wurden. Als die Regierung begann, eine Hysterie wegen „zahlungsverweigernden Vätern“ zu schüren, schossen die Einnahmen seiner Firma in die Höhe.

Eine Anzahl von Gerichten der Bundesstaaten haben Entscheidungen gegen die Richtlinien gefällt. Ein Kammergericht von Georgia bezeichnete sie als „dem gesunden Menschenverstand widersprechend“, nachdem sie in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Kosten des Aufziehens von Kindern stehen. Außerdem erzeugen sie „einen Geldregen für den Zahlungsempfänger… die vermutliche Zuteilung läßt den Elternteil ohne Sorgerecht in Armut, wärend der Elternteil mit Sorgerecht einen merklich höheren Lebensstandard genießt.“ Ein Gericht in Wisconsin wies darauf hin, daß die Richtlinien des Bundesstaates „eine so weit über den Bedürfnissen des Kindes liegende Zahl zur Folge hätten, daß sie irrational wäre.“ Alle derartigen Entscheidungen wurden nach Berufung der Regierung aufgehoben.

Geschiedenen Vätern werden die Autos weggenommen und ihre Führerscheine und Berufslizenzen widerrufen, was sie daran hindert, eine Anstellung zu bekommen oder zu behalten. Sie verlieren routinemäßig ihre Häuser, und viele landen in Obdachlosenunterkünften, die einer philosophisch als „besser als im Gefängnis zu sein“ beschrieb. Baskerville zitiert einen Fall eines Vaters, der wegen Mangelernährung ins Krankenhaus kam, weil ihm nicht genug Geld gelassen wurde, um sich angemessen zu ernähren.

Die Vereinigten Staaten haben nun einen größeren Prozentanteil ihrer Bevölkerung hinter Gittern als jede andere Nation der Welt. Wie viele dieser Häftlinge sind Väter, die wegen Nichtbezahlung von Kindesunterhalt eingesperrt wurden? Aus irgendeinem Grund will es uns das Bureau of Justice Statistics nicht sagen. Wir wissen aber, daß Vorschläge gemacht werden, die Überfüllung der Gefängnisse durch Errichtung spezieller Haftlager für Väter zu lindern.

Public-Relations-Kampagnen werden entworfen, um das, was geschieht, mit einem akzeptableren Gesicht zu versehen. Exekutivdirektor aus Virginia bezeichnet die Väter, die er verfolgt, als „Klienten“ und „Kunden“, die „einen Anspruch auf die Vorteile der Kindesunterhaltsdienste haben.“ Robert Williams’ Firma hat „Kundendiensteinheiten… für die Pflege der Kooperation mit jedem Kunden“ und „spezialisierte Kundendienstzentren… zur Erhöhung des Entgegenkommens gegenüber Kunden.“ Baskerville kommentiert trocken: „Diese… Unternehmer verabsäumen zu erwähnen, daß Kunden, die sich dafür entscheiden, keine Kunden ihrer Etablissements zu sein, verhaftet werden.“

Im Januar 2000 verkündete die HHS-Direktorin Donna Shalala stolz : „Die Durchsetzungsprogramme der Bundesregierung und der Staaten für Kindesunterhalt brachen im Fiskaljahr 1999 neue Rekorde bei den landesweiten Eintreibungen und erreichten 15,5 Milliarden Dollar, nahezu das Doppelte des 1992 eingesammelten Betrags.“ Zur selben Zeit sind die Eintreibungen gesunken, wenn man sie als Prozentsatz dessen mißt, was die Regierung behauptet, daß Väter „schulden“ würden. Der Grund? Die von Williams’ Richtlinien erzeugten Zinsen und Zahlungsrückstände werden schneller auf die Köpfe der Väter gehäuft, als tatsächliches Geld aus ihnen herausgepreßt werden kann. Der Großteil dieser fiktiven Schulden kann natürlich nie eingetrieben werden.

Die „häusliche Gewalt“, von der wir so viel hören, ist im Grunde nur ein weiterer Aspekt des Scheidungsspiels. Wenn eine Frau ihren Ehemann verläßt, wird ihr routinemäßig geraten, ihn der „Mißhandlung“ zu beschuldigen, entweder von ihr oder der Kinder. Kein Beweis ist nötig; der Ehemann wird ins Gefängnis geschleppt, und ihm werden die meisten Arten des Kontakts zu seiner Familie verboten. Die Gerichte selber sponsern Seminare darüber, wie man Anschuldigungen erfindet, und es gibt keine Strafen für Meineid.

Baskerville merkt an, daß die Literatur über „häusliche Gewalt“ kein Anliegen erkennen läßt, Männer direkt wegen Gewalttaten gerichtlich zu belangen. Tatsächlich gäbe es, wenn Männer ihre Frauen schlagen, keine Notwendigkeit einer besonderen Kategorie von Gewalt, die als „häuslich“ etikettiert wird; sie könnten einfach wegen Körperverletzung nach denselben Gesetzen belangt werden, die für andere Fälle gelten. Die Beschwerde von „Häusliche-Gewalt-Aktivisten“ ist fast ausschließlich, daß die „Mißhandler“ das Sorgerecht oder Besuchsrechte für ihre Kinder behalten könnten. Sie sprechen unheilvoll davon, daß die „Körperverletzer“ „Kindesentführungsdrohungen“ äußern würden. Dies bedeutet einfach, daß unfreiwillig geschiedene Väter ihre Kinder zurückwollen.

Es ist wichtig festzuhalten, daß Begriffe wie Mißhandlung (abuse), Gewalt (violence) und Körperverletzung (battery) in der surrealen Welt des Feminismus und des Scheidungsrechts nicht ihre traditionellen englischen Bedeutungen haben. Schon 1979 schrieben Feministinnen von Männern, die ihre Ehefrauen mißhandelten, „indem sie sie ignorierten und Überstunden machten“. Heute werden Frauen instruiert, daß Mißhandlung „Beschimpfungen“ einschließen würde, „einen negativ anzusehen“, „deine Meinungen zu ignorieren“ und (meiner Ansicht nach am bezeichnendsten) „sich zu weigern, dich Geld haben zu lassen“. Das US-Justizministerium hat erklärt, daß „die Untergrabung des Selbstwertgefühls eines Individuums“ häusliche Gewalt und somit ein Verbrechen nach Bundesrecht ist.

Das übliche Schicksal eines Mannes, der wegen „Mißhandlung“ angeklagt wird, ist ein Kontaktverbot (das manchmal Schutzanweisung genannt wird). Dies ist eine Verfügung, die vom Richter erlassen wird, ohne daß Beweise vorgelegt werden und ohne daß der Mann vorgeladen wird, um zu seiner Verteidigung zu sprechen; sie verbietet einen weiten Bereich ansonsten legalen Verhaltens. Sie erklärt den Mann zum Verbrecher und als zu verhaften, sollte er weiterhin friedlich in seinem eigenen Heim wohnen oder mit seinen eigenen Kindern verkehren. Ein Rechtsprofessor merkt an: „Ein teilweiser Grund, warum es die Verfügung gibt, ist, damit sie übertreten wird.“ Selbst wenn es keinen Beweis gibt, um ihn zu verurteilen, „kann das Kontaktverbot die Grundlage für Schuldhaftigkeit nach dem leichter beweisbaren Verbrechens der Verletzung der Verfügung liefern.“

Es heißt, daß Kontaktverbote „wie Süßigkeiten“ an alle verteilt werden, die sich darum bewerben. Väter, die ihre Kinder kontaktieren, werden wegen „Stalking“ belangt, ein Vergehen, das die Regierung als jegliche „nicht einvernehmliche Kommunikation“ definiert. (Versuchen Sie, die Bundessteuerbehörde wegen Stalkings anzuklagen.) Sogar Väter, für die Besuchsrechte für ihre Kinder festgelegt wurden, bleiben unter Kontaktverbot, das wie Stolperdrähte eine Verhaftung wegen des unschuldigsten Verhaltens auslösen kann. Zu den Handlungen, wegen denen Väter angeklagt worden sind, gehört das Öffnen einer Wohungstür, damit ein fünfjähriger Sohn nach der Mutter läuten kann, eine Notiz in den Koffer eines Sohnes zu legen, um die Mutter zu informieren, daß er während des Besuchs krank gewesen war, und der Besuch von Musikaufführungen, Sportveranstaltungen oder Gottesdiensten, bei denen ihre Kinder anwesend waren.

Richter erlassen diese Verfügungen, weil es negative Folgen für sie hat, wenn sie es nicht tun. Von der Bundesregierung finanzierte Feministengruppen veröffentlichen die Namen von Richtern, die auf ordentlicher Prozeßführung beharren. Ein Richter in Maine wurde wegen „mangelnder Sensibilität“ gegenüber Frauen, die um Kontaktverbote ansuchten, von seinem Posten entfernt. Ein pensionierter Richter sagt, daß seine Kollegen den angerichteten Schaden sehen, aber „wegen des politischen Klimas schweigen.“

Es sind Fälle von Ehemännern in die Nachrichten gelangt, die ihre mit ihnen zerstrittenen Ehefrauen angriffen, „obwohl sie unter Kontaktverbot“ standen. Baskerville ersucht uns, darüber nachzudenken, ob solche Männer ihre Frauen nicht vielleicht wegen der Kontaktverbote angreifen. Diese tyrannischen Handlungen haben sehr den Charakter einer vorsätzlichen Provokation. Ein Journalist schreibt: „Es ist erstaunlich, daß es nicht mehr Amokläufe gibt.“ Für Feministinnen beweist diese „männliche Gewalt“ einfach die Notwendigkeit für mehr Kontaktverbote. Eine Ideologie ist unfalsifizierbar.

Es gibt jetzt „überwachte Besuchszentren“, wo Väter bis zu 80 Dollar pro Stunde zahlen müssen, um ihre Kinder zu sehen. „Die Leute schreien einen vor den Kindern an“, sagt ein Vater; „sie versuchen den Vater in den Augen des Kindes zu entwürdigen.“ „Sogar das Umarmen deiner eigenen Kinder könnte deinen Besuch beenden“, sagt ein anderer. Es gibt Kameras an den Wänden, und mit Klemmbrettern bewaffnete Sozialarbeiter beobachten die Väter genau. Der Boston Globe berichtet: „Besuchszentren werden bei Familienrichtern so beliebt… daß gewisse Zentren… bis zu einjährige Wartelisten haben. Das hat dazu geführt, daß Besuche abgekürzt werden, um anderen Familien entgegenzukommen.“

Spezielle „integrierte Gerichte für häusliche Gewalt“ werden jetzt eingerichtet, um die Verurteilungen zu beschleunigen. „Es gibt keine Unschuldsvermutung, Hörensagen ist als Beweis zulässig, und Angeklagte haben kein Recht, ihren Anschuldigerinnen gegenüberzutreten. Eine Studie fand heraus, daß es keine Möglichkeit gab, daß ein Angeklagter für unschuldig befunden werden könne, nachdem alle verhafteten Personen… irgendeine Strafe erhielten.“ Staatsanwälte häufen Anklagen an, um zu Verständigungen im Strafverfahren anzuspornen; in anderen Worten, unschuldige Männer bekennen sich geringerer Anklagepunkte schuldig im Versuch, die gänzliche Ruinierung ihres Lebens zu vermeiden.

„Frauenhäuser“ sind eine weitere Institution der Scheidungsindustrie, die keinen Bezug mehr zu dem hat, was der Name anzuzeigen scheint. Statt erste Hilfe und andere körperliche Erleichterung für Frauen zu bieten, die von ihren Ehemännern brutal behandelt wurden, sind sie „Anlaufstellen für Scheidungen, wo man alles auf einmal erledigen kann.“ Sie unterstützen Frauen bei der Erfindung von Mißhandlungs- und Inzestvorwürfen gegen ihre Ehemänner und bieten „Befürwortungsschreiben“ zum Gebrauch gegen Väter vor dem Familiengericht an. Frauen berichten vom Einsatz starker Druckausübungstaktiken, um sie dazu zu bringen, sich von ihren Männern scheiden zu lassen; eine nannte ein Frauenhaus „eine Erfahrung aus der Hölle; die Botschaft war: du glaubst, was wir glauben, du tust, was wir sagen, oder verschwindest von hier.“ Viele Frauenhäuser sind Lesbenzirkel, wo heterosexuellen freiwilligen Mitarbeiterinnen verboten wird, ihre Hochzeitspläne mit Kolleginnen zu diskutieren.

Die große Ironie an der ganzen Mißhandlungsindustrie ist, daß Kindesmißhandlung mit viel größerer Wahrscheinlichkeit in den vaterlosen Heimen stattfindet, die jetzt in beispiellosen Zahlen geschaffen werden. Manchmal wird sie von den neuen Freunden der Mütter begangen, aber sehr oft von der Mutter selbst. Studien der Health and Human Services berichten, daß „Kinder in Haushalten von Alleinerzieherinnen dreimal so oft tödlich mißhandelt [ermordet] werden als in Haushalten von alleinerziehenden Vätern. 78 % der Täter von tödlicher Kindesmißhandlung [Mord] und 81 % der natürlichen Elternteile, die ihre Kinder schwer mißhandeln, waren Frauen.“ Ein Autor sagt: „Obwohl man als literarisches Thema fast nichts vom ‚guten Vater’ hört, der seine Kinder vor der ‚bösen Mutter’ beschützt (so idealisiert ist die Mutterschaft geworden), haben Väter im realen Leben oft die Beschützerrolle innerhalb von Familien gespielt.“ In anderen Worten, die Mißhandlungsindustrie nimmt Kindern ihre natürlichen Beschützer und fördert mehr Mißhandlung.

Vielleicht beschließen wir diese (sehr unvollständige) Untersuchung der Schrecken der Scheidungsindustrie am angemessensten, indem wir die Auswirkungen auf die Kinder selbst festhalten. Eine Studie, die auf Interviews mit Kindern beruht, berichtete, daß sie

mit bestürzender und rührender Intensität den Wunsch nach vermehrtem Kontakt mit ihren Vätern äußerten… Die auffallendste Reaktion unter sechs- bis achtjährigen Kindern war ihre tiefgreifende Traurigkeit. Die Wirkung der Trennung schien so stark zu sein, daß die üblichen Abwehrkräfte und Bewältigungsstrategien der Kinder unter Belastung nicht ausreichend hielten. Weinen und Schluchzen war nicht ungewöhnlich… Mehr als die Hälfte dieser Kinder vermißte ihren Vater intensiv. Viele fühlten sich von ihm im Stich gelassen und abgelehnt und drückten ihre Sehnsucht auf Arten aus, die an den Kummer um einen toten Elternteil erinnerten… Angesichts der Verzweiflung und Traurigkeit dieser Kinder und ihrer intensiven, fast körperlichen Sehnsucht nach dem Vater war es offenkundig, daß innere psychologische Bedürfnisse von großer Macht und Intensität ausgedrückt wurden.

Unvermeidlicherweise hat es Gerede von einer „Reformierung“ des Systems gegeben – nicht zuletzt von seinen Nutznießern, die davon sprechen, es „effizienter“ machen zu wollen. Warum wir uns wünschen sollten, Kinder „effizienter“ aus der Fürsorge ihrer Väter entfernt zu sehen, sagen sie uns nicht. Die Regierung geht mit Programmen für „verantwortungsvolle Vaterschaft“ schwanger, mit Initiativen für „gesunde Ehe“, Gesetzen zur „Verteidigung der Ehe“ und dergleichen. Dies sollte niemanden narren, der Dr. Baskervilles Buch aufmerksam gelesen hat; es sind nichts als weitere Anlässe zur Ausweitung der Macht und Günstlingswirtschaft der Regierung, während sie die Öffentlichkeit täuscht. Wenn Sie das nächste Mal einen Politiker versprechen hören, Ihre Ehe zu „stärken“, achten Sie nicht auf ihn.

Was getan werden muß, ist klar. In den Worten der Kolumnistin Kathleen Parker: „Die Scheidungsindustrie muß abgebaut und als das Monster, das sie ist, verbrannt und begraben werden.“

Nun müssen wir über die Mittel nachdenken, um das zu bewerkstelligen.

Ein Forscher berichtet, daß ihm in mehreren Städten dasselbe gesagt wurde: „Erschießt die Richter und Anwälte!“ Ein paar Männer tun mehr, als zu reden. „Statistiken sind spärlich [warum?], aber Richter und Anwälte im ganzen Land stimmen aufgrund all der Geschichten, die sie von Erschießungen, Bombenanschlägen, Messerangriffen und Verprügelungen hören, darin überein, daß das Familienrecht das gefährlichste Gebiet ist, auf dem man praktizieren kann,“ meldet eine juristische Fachzeitschrift. Laut dem Boston Globe tragen Richter jetzt Schußwaffen unter ihren Roben, um sich vor Vätern zu schützen. Baskerville behauptet, daß Metalldetektoren spezifisch aus Furcht vor Vätern in Gerichtsgebäuden installiert wurden. Frühere Angriffe auf Familienrichter, bemerkt er, wurden in der Presse großteils nicht gemeldet [warum?], aber die Erschießung eines Richters in Nevada im Jahr 2006 erhielt internationale Aufmerksamkeit. Der volle Ernst der Situation dringt endlich in das Bewußtsein der Öffentlichkeit. Der Autor fragt spitz: „Was erwarten Richter und Anwälte, wenn sie sich daran machen, den Leuten die Kinder wegzunehmen?“

Tatsächlich übertreibt er weder, noch benutzt er eine Metapher, wenn er die Kampagne der Regimes gegen die Väter als Krieg bezeichnet. Die männliche Verpflichtung zum Militärdienst – d. h., unter bestimmten Umständen zu sterben oder zu töten, wenn sie dazu aufgerufen werden – hat traditionellerweise auf der Verpflichtung eines Mannes zum Schutz seiner Familie beruht; die Pflicht zur nationalen Verteidigung leitet sich davon ab, wie die Nation selbst sich von der Familie ableitet. In den Worten des Autors „ist dies genau das, wozu Väter da sind: gewalttätig zu werden, wenn jemand ihre Kinder beeinträchtigt.“

Individuelle Racheakte, so herzerwärmend es sein mag, von ihnen zu lesen, werden dem System kein Ende setzen. Die Liquidierung des Scheidungsregimes kann nur durch organisierte politische Macht erreicht werden. Die Verbrecher und Parasiten, aus denen das Scheidungsregime besteht, haben einen großen Vorsprung; sie sind sehr gut organisiert, gut finanziert (großteils von ihren Opfern), entschlossen und, im Fall der Feministinnen, fanatisch. Sie werden mit Zähnen und Klauen um den Erhalt ihres Wohlstands und ihrer Macht kämpfen. Im Gegensatz dazu beginnen die Väter erst damit, bezüglich des vollen Ausmaßes der Situation aufzuwachen und Widerstand zu organisieren. Dr. Baskerville selbst ist Präsident einer solchen Organisation, der American Coalition for Fathers and Children.

Seine Empfehlungen für eine Reform sind alle gemäßigt und vernünftig – das ist vielleicht ihre hauptsächliche Schwäche. Sie beinhalten die Durchsetzung der Prinzipien ordentlicher Prozeßführung, wie sie in der U.S.-Verfassung verankert sind, eine Annahme des gemeinsamen Sorgerechts, die Reform der Gesetze für eine „einvernehmliche Scheidung“, um von untreuen Frauen (oder Männern) die Übernahme der Verantwortung für die Beendigung des Ehevertrags zu fordern, und daß die Beamten der Scheidungsindustrie für ihre Entscheidungen zur Verantwortung gezogen werden.

Ich bin unsicher, warum die Scheidung nicht einfach als rechtliche Kategorie abgeschafft werden könnte. Es muß natürlich schon Gesetze geben, die sich der Fälle von ehelicher Untreue oder Verlassen annehmen. Der Kolumnist Lloyd Conway hat eine einfache Politik für diese formuliert, die ich nicht verbessern kann: „Wenn ihr mit einer Revuetänzerin davonlaufen wollt, nur zu – nur laßt eure Geldbörse bei Mama. Und wenn der Milchmann Sonderzustellungen macht, dann können die Turteltäubchen die Schecks für den Kindesunterhalt zusammen ausfüllen.“ Scheidungsbeamte für ihre Entscheidungen zur Verantwortung zu ziehen, wird unnötig sein, wenn man sie statt dessen für das Ausstanzen von Autokennzeichentafeln verantwortlich macht. Das gesetzliche Sorgerecht wird weniger praktische Bedeutung haben, wenn es kein Regime zur Durchsetzung von Scheidungen gibt.

Ich fürchte, die Männer werden nichts weniger fordern müssen als die volle Wiederherstellung dessen, was Feministinnen Patriarchat nennen – die vom Mann geführte Familie als die normale soziale Einheit. Dies mag als „radikale“ Idee erscheinen angesichts dessen, wie weit unsere Gesellschaft vom Weg abgekommen ist, aber sie ist kaum revolutionär. Sie ist in Wirklichkeit nur die radikale Wiederherstellung der natürlichen und traditionellen Ordnung der menschlichen Familie. Baskerville hat Zweifel, ob eine Rückkehr zum Sorgerecht des Vaters „jenseits des Randes der politischen Debatte Akzeptanz finden“ kann. Ich denke, daß er sich da irrt. So etwas wie einen fixen „Rand“ der politischen Debatte gibt es nicht. Eine der wichtigsten Formen politischer Aktivität besteht genau im Verschieben des Randes. Es erforderte viel mehr Entschlossenheit seitens der Homosexuellen, um uns dahin zu bringen, daß die „Schwulenehe“ ohne eine Miene zu verziehen diskutiert wird, als es für normale Männer erfordern würde, um die Annahme des väterlichen Sorgerechts wiederherzustellen. Tatsächlich vermute ich, daß die Männer, sobald sie einmal politisch geeint wären, den Frauen fast alle Bedingungen diktieren könnten, die sie wünschen.

Männern stehen interessante Zeiten bevor. Der Kurs, den wir nehmen müssen, ist gefährlich, aber er ist weniger gefährlich, als weiterhin nichts zu tun.

TOQ, vol. 7, no. 2 (Sommer 2007)

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Dieser Zweiteiler und mehrere andere thematisch verwandte Essays von F. Roger Devlin sind von Counter-Currents Publishing als Buch mit dem Titel „Sexual Utopia in Power: The Feminist Revolt Against Civilization“ erhältlich; siehe die von mir übersetzte Buchankündigung

Neu von Counter-Currents: Sexual Utopia in Power

Sexual Utopia Cover Medium

Zuvor erschienene Übersetzungen von Essays aus diesem Buch:

Vorwort und Einführung zu „Die sexuelle Utopie an der Macht“

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Siehe auch:

Die Verschafung der Europäer, ein AdS-Gemeinschaftsartikel auf Basis eines Kommentars von Harald

Die vaterlose Zivilisation von Fjordman
Frauenfeindlichkeit beim schöneren Geschlecht von Jim Goad
Familie von Andrew Hamilton
Korrumpiert die Manosphere Männer moralisch? von Greg Johnson
Die Rambos vom Beltway von Gregory Hood (besondere Leseempfehlung im Zusammenhang mit dem obigen Artikel!)

Rethinking Democracy: Alain de Benoists The Problem of Democracy von F. Roger Devlin

Sexuelle Knechtschaft von Gregory Hood
Die sexuelle Konterrevolution von Gregory Hood

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Nächster Artikel aus diesem Buch: Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

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