Vielmännerei im Wechsel – und wer sie durchsetzt, Teil 1

Von F. Roger Devlin, übersetzt von zippelmütz. Das Original Rotating Polyandry – & its Enforcers, Part 1 erschien am 22. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Teil 1 von 2

langley women infidelity

Michelle Langley
Women’s Infidelity: Living In Limbo
[dt: Die Untreue der Frauen: Leben im Limbo]
St. Louis: McCarlan Publishing, 2005

Michelle Langleys Women’s Infidelity ist wahrscheinlich das erste Buch, das je im The Occidental Quaterly besprochen wurde und bei dem es in der Anzeige heißt „wird in einem neutralen Umschlag ohne Erwähnung des Inhalts verschickt“. Aber selbst wenn man keine untreue Ehefrau ist, gibt es gute Gründe, Langleys Dokumentation der sozialen Auflösung Aufmerksamkeit zu zollen. Eine fortgeschrittene Zivilisation erfordert hohe Investitionen in Elternschaft, um sich zu erhalten. Die größte Bedrohung ordentlicher Elternschaft in unserer Zeit ist die Scheidung, überwiegend eingereicht durch die Ehefrau (70-75% der Fälle, laut Langley).

Die zentrale These ihres Buches ist eine unpopuläre, die früher schon von diesem Rezensenten in diesem Journal dargelegt wurde: Frauen sind kein bißchen mehr„von Natur aus“ monogam als Männer.

Die biochemische Forschung weist auf einen natürlichen vierjährigen Sexualzyklus für den weiblichen Menschen hin. Diese Zeit reicht für die durchschnittliche Mutter in der Wildnis offenbar aus, um nach der Geburt ihre Überlebensfähigkeit ohne männliche Versorgung wiederzuerlangen. Bei Abwesenheit von irgendeinem System von Ehe ist es die natürliche Tendenz der Frau, sich nach dieser Zeit von ihrem Gefährten zu „befreien“. Wenn ihre Hormone sie treiben, sich wieder fortzupflanzen, nimmt sie sich einfach einen neuen Gefährten.

Langley zitiert Helen Fischers Anatomy of Love: A Natural History of Mating, Marriage, and Why We Stray [„ Anatomie der Liebe: eine Naturgeschichte über das Paaren, die Ehe und warum wir fremdgehen“] und Burnham und Phelans Mean Genes: From Sex to Money to Food: Taming Our Primal Instincts [„Gemeine Gene: Von Sex über Geld bis zum Essen: Zähmung unserer Urinstinkte“] zur Unterstützung dieses Befunds. Ausweislich des letzteren, kommen Trennungen und Scheidungen „in mehr als 60 radikal verschiedenen Kulturen“ am häufigsten im vierten Ehejahr vor.

Das wilde weibliche Sexualverhalten wird von einer Anzahl von Chemikalien geregelt. Die Euphorie der Verliebtheit ist verbunden mit dem Stimulantium Phenylethamin, das im Körper von Natur aus bei erotischer Anziehung erzeugt wird. Wie andere Drogen macht es süchtig, und die Leute gewöhnen sich Schritt für Schritt daran, so daß immer höhere Stufen für die gleiche Wirkung benötigt werden. Mit der Zeit verliert es seine Macht über uns, und Verliebtheit wird ersetzt durch das ruhige Gefühl der Verbundenheit mit unserem Gefährten. Es sind dabei auch neurochemische Faktoren im Spiel. Aber das Gefühl der Anhänglichkeit oder Bindung ist eher mit dem Effekt eines Beruhigungs- oder Narkosemittels vergleichbar als mit einem Aufputschmittel.

Als nächstes sind Hormone zu beachten. Der Sexualtrieb, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, ist verknüpft mit dem Testosteronspiegel. Der ist selbstverständlich bei den Männern immer höher; aber der Unterschied ist am größten im frühen Erwachsenenalter, wenn die Leute sich traditionell ihre Gefährten gesucht haben. Wenn die Männer älter werden, geht ihr Testosteronspiegel allmählich zurück, der Spiegel der Frauen steigt. So um die 30 werden die Frauen haariger und ihre Stimmen werden tiefer, und sie verhalten sich bestimmender. Und, in den Worten der Autorin, „ist es auch recht normal für sie, daß sie eine dramatische Steigerung in ihrem Verlangen nach anderen Männern erfahren.” (Langley zitiert dazu Theresa Crenshaws The Alchemy of Love and Lust [„Die Alchemie von Liebe und Lust“] und Michael Liebowitzs The Chemistry of Love [„Die Chemie der Liebe“]).

Die Autorin ist selbst keine professionelle Forscherin in einem dieser Gebiete. Sie berichtet, daß sie selbst nach 4 Jahren glücklicher Ehe und kurz nach ihrem 27. Geburtstag anfing, sich aus unerfindlichen Gründen gelangweilt und unglücklich zu fühlen. Sie wandte sich an einige Bücher und Fachpersonen, und die waren sich alle einig, das Problem sei ihr Ehemann; sie übernahm diese inzwischen konventionelle Ansicht eine Zeitlang auch für sich selbst. Glücklicherweise – und anders als die meisten Frauen – hörte sie nicht auf, weiter nach Antworten zu graben. Sie traf Frauen – zuerst zufällig – die ähnliche Erfahrungen beschrieben, und interviewte sie. Später fing sie an, Frauen für lange Interviews zu suchen. Dann interviewte sie auch Männer. Es verdient erwähnt zu werden, daß sie es schaffte, mehrere Stunden die Woche in diese Forschungsarbeit zu stecken, ohne irgendeinen Abschluß in Soziologie oder irgendeine Subvention aus Steuergeld. Stück für Stück zeigten sich gleichbleibende Muster in den Geschichten, die sie hörte. „Als ich aufhörte zu zählen, hatte ich 123 Frauen und 72 Männer interviewt… ich fand es faszinierend, daß etwas derart Herausstechendes derart geheimgehalten werden konnte.“

Und was lernte sie dabei? Zuerst einmal, daß Frauen eher als Männer sexuelle Anziehung mit Liebe verwechseln. Die Geschlechter sprechen unterschiedlich von den Gefühlen, die mit den frühen Stadien einer romantischen Affäre verbunden sind:

Die meisten Männer, mit denen ich gesprochen habe, nennen es Betörung, aber die meisten Frauen, mit denen ich gesprochen habe, nennen es Verliebtsein… speziell Frauen neigen wohl zu dem Glauben, wenn sie den Richtigen finden, halten die intensiven Gefühle an. Es wurde ihnen der Glaube eingeimpft, daß sie nur mit jemand Sex haben sollten, den sie lieben. Wenn also eine Frau einen Mann begehrt, denkt sie, sie ist verliebt, und wenn das Verlangen nachläßt, denkt sie, sie ist nicht mehr verliebt.

Frauen sprechen oft davon, daß sie „Verbindlichkeit“ bei Männern suchen, aber dabei würde man wohl eine Vorliebe für heiratswillige Männer gegenüber anderen erwarten. Langley beobachtete die genau gegenteilige Tendenz bei den von ihr Interviewten:

Sie gehen oft Beziehungen mit Männern ein, die emotional unzugänglich sind. Anstatt Männer zu wählen, die daran interessiert sind, eine Beziehung zu entwickeln, wählen diese Frauen Männer aus, die ihnen das Gefühl von Unsicherheit geben. Unsicherheit kann Motivation und Aufregung erzeugen. Frauen, die in ihrer Ehe Aufregung suchen (und viele tun das), werden oft auf die Möglichkeit einer echten Beziehung zugunsten der Aufregung einer Fantasiebeziehung verzichten … es ist nicht ungewöhnlich für Frauen, Männer anzuschmachten, die vor einer Bindung zurückscheuen, während sie die Aufmerksamkeit von Männern, die bindungswillig sind, zurückweisen.

Bei vielen uninformierten und oberflächlichen Kommentaren zur sexuellen Revolution wird angenommen, daß „Männer Sex wollen und Frauen Heirat“. Langley zieht dabei eine gültige Unterscheidung: Frauen möchten geheiratet werden, aber nicht verheiratet sein. Sie lieben oft weniger ihre Ehemänner als ihre Brautfantasien, in denen der Mann als notwendiges Requisit dient.

Frauen möchten ein Brautkleid tragen und eine Hochzeitsfeier haben. Viele Frauen haben sich ihr ganzes Leben lang auf diesen Tag gefreut, wodurch ihnen letztendlich ein riesiger Absturz bevorsteht.

Die meisten Frauen sind am glücklichsten, wenn sie darauf fokussiert sind, einen Teil der heiraten-und-danach-glücklich-leben-Fantasie zu erfüllen. Sie sind zufrieden, selbst in relativ nicht-erfüllenden Beziehungen, solange ein Teil der Fantasie übrigbleibt, um ihn zu spielen…

Wenn eine Frau geheiratet werden will, wird sie üblicherweise eine Menge übersehen, und mitunter zulassen, daß sie ziemlich schlecht behandelt wird. Nachdem sie geheiratet hat, ist nicht nur die Aufregung der Jagd vorbei, sondern nach ein paar Jahren Ehe hat sich auch das Hochgefühl der gegenseitigen Anziehung verflüchtigt. An diesem Punkt finden viele Frauen, daß die Ehe ihrer Erwartungen nicht einmal annähernd erfüllt hat. Einige Frauen haben das Gefühl, sie seien dumm gewesen, sie überhaupt so unbedingt gewollt zu haben.

Männer, die unter Druck gesetzt werden, „sich zu binden“, versuchen manchmal auf das hinzuweisen: „Warum ist das so eine große Sache? Was wird denn anders sein, wenn wir verheiratet sind?“ Die Männer haben natürlich recht: eine Hochzeitsfeier hat keine magische Kraft, lebenslanges Glück zu produzieren. Unglücklicherweise scheint das etwas zu sein, was die Frauen erst aus Erfahrung lernen.

Eine Sache, die sich üblicherweise nach der Hochzeit wirklich ändert, ist die Willigkeit der Frau, die Fehler ihres Mannes zu übersehen. Viele Männer werden einem sagen: „Als ich und meine Frau nur miteinander gegangen sind, konnte ich nichts falsch machen; jetzt, wo wir verheiratet sind, kann ich nichts richtig machen.“ Tatsächlich, sagt unsere Autorin, beginnen Frauen, die die Unzulänglichkeiten ihrer Männer toleriert haben und ihnen zu gefallen suchten, weil sie ihren Fantasien nachliefen, die Ehe oft mit einer ziemlichen Menge an unterdrückter Wut, die üblicherweise mit der Zeit ausbricht. Der Ehemann seinerseits fühlt sich wie das Opfer einer Lockvogel-Verkaufstaktik. Man fragt sich, was aus der Menschheit würde, wenn Frauen ihren Freunden platt sagen würden: „Du mußt mich heiraten, damit ich aufhören kann, so zu tun, als liebte ich dich, wie du bist, und anfangen kann, mich über all die Arten zu beschweren, wie du mich enttäuschst.“

Langley unterscheidet auf Basis ihrer Interviews vier typische Stadien im Zusammenbruch der Ehe.

(1) Die Ehefrauen fangen an, ein vages Gefühl zu haben, daß „irgendwas in ihrem Leben fehlt“. Danach erleben sie einen Verlust an Interesse an sexuellen Beziehungen mit ihrem Ehemann. Die Autorin sagt deutlich, daß die Interviewten nicht „mißbraucht“ oder sonstwie mißhandelt wurden. Nichtsdestotrotz, in manchen Fällen „behaupteten die Frauen, wenn ihr Ehemann sie berührte, fühlten sie sich vergewaltigt, sie sagten, ihre Körper würden erstarren, und sie hätten Enge in der Brust und/oder ein Übelkeitsgefühl im Magen.“

(2) Nach einer bestimmten Zeitspanne erfahren sie ein unerwartetes Wiedererwachen ihres sexuellen Verlangens – aber leider nicht nach ihren angetrauten Ehemännern. In vielen Fällen lebten die Frauen dieses neue Verlangen nicht so schnell aus. Üblicherweise gingen sie durch eine Periode, in der sie sich schuldig fühlten, und manchmal versuchten sie diese Gefühle zu lindern, indem sie aufmerksamer ihrem Ehemann gegenüber waren.

Frauen, sagt Langley, gehen in die Ehe in der Annahme, sie seien von Natur aus monogam. „Zu versuchen, treu zu sein, kommt ihnen nicht natürlich vor.“ Sie sagen das Eheversprechen auf in einem ähnlichen Geist wie sie „etwas Geborgtes, etwas Blaues“ tragen – es ist halt das, was man bei einer Hochzeit so macht. Selbstverständlich ist ein solcher Eid kein ernsthaftes Vorhaben wenn sie annimmt, daß sie nie die Versuchung spüren wird, ihn zu brechen.

Entsprechend fangen die meisten Frauen im Laufe der Zeit an, ihre außerehelichen erotischen Interessen zu rationalisieren. Wenn Frauen einfach verheiratet sein wollen und keine natürliche Neigung zu anderen Männern haben, „wird bei jedem Unglücklichsein oder jeder Untreue von Seiten der Frauen angenommen, es sei wegen der Männer, mit denen sie verheiratet sind.“ Das erscheint mir ein extrem wichtiger und leicht übersehener Befund zu sein: die weithin propagierte Annahme, daß Frauen von Natur aus monogam seien, hilft mit, die gegenwärtige „der Mann ist immer schuld“-Mentalität zu nähren. Folglich ist es, so seltsam das klingt, zur Wiederherstellung der tatsächlichen Praxis der Monogamie wohl nötig, die Annahme zu diskreditieren, Frauen hätten dazu eine natürliche Neigung.

Sobald die Frauen anfangen zu glauben, an ihren launischen Begierden könnten sie ihren Ehemännern die Schuld geben, werden sie „negativ und sarkastisch, sobald sie über ihre Ehemänner und ihre Ehen sprechen.“ Von da ab ist es üblicherweise nur noch eine Frage der Zeit und Gelegenheit, bis sie zum tatsächlichen Ehebruch schreiten.

(3) Frauen, die in außereheliche Affären verwickelt sind, sprechen von „Gefühlen, wie sie sie noch nie zuvor hatten. Sie fühlten sich wieder ‚lebendig‘.“ Diese Euphorie war jedoch kombiniert mit Schmerz und Schuld. Oft schworen sie sich vor einem Rendezvous, daß es ‚das letzte Mal‘ sei, waren aber nicht in der Lage, diesen Vorsatz einzuhalten. Die Autorin interpretiert das als Suchtverhalten, das mit der Hirnchemie erotischer Anhänglichkeit zu tun habe. Sie vermutet, daß das „High“, das der Ehebruch produziert, deswegen intensiver ist als das rechtmäßige Umwerben, weil es mit Schande, Schuld und Geheimhaltung assoziiert ist: eine plausible Hypothese, und ein mögliches Thema für zukünftige Forschung.

Üblicherweise handelten die Frauen nicht entschieden, um ihre Ehe zu beenden, die ihnen trotz allem ein Gefühl von Sicherheit gab. Eine Scheidung ruft Trennungsangst hervor, was eine Art chemischer Entzug ist. Gewohnheitsmäßige Bindungen erzeugen ein sicheres, komfortables Gefühl, wie ein Beruhigungsmittel; und der Verlust einer Person, mit der man eine Bindung hat, erzeugt ein Panikgefühl wie bei einem Kind, das in einem Kaufhaus verloren geht, schreibt Langley. Daher lebten diese Frauen jahrelang „in einem Limbo-Zustand“, unfähig sich zu entscheiden, ob sie verheiratet bleiben wollten oder die Scheidung einreichen. Die meisten erwarteten, sie würden irgendwann Klarheit über ihre Begierden erreichen, aber das passierte selten. Die Hypothese der Autorin ist, daß „es nie eine Klarheit gibt, weil sie in Wirklichkeit nur Schmerz vermeiden wollen. Sie hoffen, daß es sie eines Tages nicht mehr schmerzt, ihren Angetrauten zu verlassen, oder daß sie eines Tages kein Verlangen mehr nach einem anderen haben und zu ihrem Angetrauten zurückkehren.“ (Sie vergißt dabei zu erwähnen, daß es vielen Frauen auch „wehtun“ würde, auf die finanzielle Unterstützung ihrer Ehemänner zu verzichten.)

Manchmal bricht der Geliebte die Beziehung mit der Ehebrecherin ab, aus vielerlei Gründen. In diesen Fällen erlebten die Frauen „extremen Kummer, wurden schwer depressiv und drückten eine enorme Wut gegen ihren Ehemann aus“ (Hervorhebung von mir [d.h., Devlin]). Tatsächlich, so Langleys Hypothese, erlebten sie eine weitere Art von Entzug – sie waren Aufputschmittelsüchtige, die zu einem „kalten Entzug“ gezwungen waren. Diesen Frauen „war es höchst wichtig, eine Beziehung zu finden, die ihnen das Gefühl gab, das sie in ihren Affären erlebt hatten.“ In der Zwischenzeit „nahmen einige Frauen wieder sporadische sexuelle Beziehungen zu ihren Ehemännern auf, im Versuch, die Ehe zu halten.“ Obwohl sie sich nicht länger von ihrem Ehemann angezogen fühlten, „lebte die Begierde vorübergehend wieder auf, wenn sie den Verdacht hatten, daß ihre Ehemänner fremdgingen (oder) Anzeichen zeigten, daß sie weiterziehen würden.“ Mit anderen Worten, selbst Frauen, die über Jahre untreu waren, möchten, daß ihre Ehemänner bei ihnen bleiben – sie wollen nicht, daß er sie verläßt.

(4) Schließlich kommen einige Frauen zu einer Art Lösung. Das kann Scheidung sein oder der Entschluß, verheiratet zu bleiben und ihre Affären unbegrenzt weiterzuverfolgen. Langley erwähnt keinen einzigen Fall, in dem die Ehebrecherin vorbehaltlos und aufrichtig zu ihrem Ehemann zurückkehrte. Die, die sich scheiden ließen und wieder heirateten, drückten manchmal Bedauern darüber aus, „ihre Kinder und Ex-Angetrauten verletzt zu haben, nur um sich in der neuen Beziehung wieder in den gleichen Gefühlen wiederzufinden.“ Mit anderen Worten, sie hatten das Ende des zweiten wilden sexuellen Zyklus erreicht, und die Langeweile war zurückgekehrt. Der „natürliche“ weibliche Geschlechtstrieb resultiert in aufeinanderfolgender Vielmännerei. Langley betitelt ein Kapitel sogar mit „Die Beziehungsjagd: Die weibliche Version von Nachjagen und Wegwerfen“. Man kann den Gedanken schwer vermeiden, daß diese Frauen allen eine Menge Ärger erspart hätten, wenn sie sich an ihr ursprüngliches Eheversprechen gehalten hätten.

Wie andere Beobachter der gegenwärtigen Szenerie, vermerkt die Autorin die Allgegenwärtigkeit weiblicher Wut. „Es ist unmöglich … irgendetwas über die Frauen in diesem Land heute zu verstehen, solange man nicht versteht, daß a) sie wütend sind und b) diese Wut auf Männer gerichtet ist. Frauen suchen heutzutage keine Gleichheit. Sie wollen Vergeltung – Rache.“

Viel davon hat mit feministischer Indoktrination zu tun. Ein ideologisches Regime (und den Feminismus könnte man inzwischen, denke ich, durchaus legitimerweise ein Regime nennen) malt die Vergangenheit in den schwärzestmöglichen Farben, um seine eigenen Versagen zu tarnen. Nach der offiziellen „Herstory“ war das Leben der Frauen vor dem glorreichen Anbruch des Feminismus praktisch die Hölle auf Erden. Sie wurden geschlagen und brutal behandelt, als Hexen verbrannt, mit Gewalt von Bildung abgehalten, nach der sie angeblich dürsteten. Theologen lehrten angeblich, daß sie keine Seele hätten. Leider scheint Langley zumindest einen Teil dieses Mumpitz zu akzeptieren: „Wenn sich die Frauen entscheiden, ihre Ehemänner zu verlassen, wird der ganze Schmerz der Vergangenheit zusammen mit all dem Schmerz, den Frauen im Laufe der Geschichte durch Männer erleiden mußten, in Form von Wut auf ihre Ehemänner losgelassen, egal ob ihre Ehemänner sie schlecht behandelt haben oder nicht“ (Hervorhebung von mir [d. H. Devlin]).

Langley steht auf sichererem Grund, wenn sie meint, daß es die Frauen in Wirklichkeit genießen, wütend zu sein, weil es ihnen eine Art Macht gibt: „Wütende Leute bringen nicht nur die Menschen um sie dazu, auf rohen Eiern zu gehen, sie motivieren sie auch, genau das zu tun, was die wütende Person will. Manche Frauen bleiben noch lange nach der Scheidung von ihrem Ehemann wütend, weil sie, solange sie wütend sind und ihre Ex-Ehemänner sich schuldig fühlen, Macht über sie haben.“

Ein dritter Faktor sind die unrealistischen Erwartungen der Frauen, die sie heutzutage an die Ehe haben: „daß sie nicht den erwarteten Lohn [der] fortdauernden Begeisterung über das Heiraten und Verheiratetsein bekommen.“

Man sollte auch festhalten, daß allein schon diese Worte „Vergeltung“ und „Rache“ andeuten, daß die Ehemänner ihren Frauen irgendwie unrecht taten. Wenn das nicht der Fall ist, und Langley gibt zu, daß das heutzutage meist nicht der Fall ist, wären die passenden Worte für das Verhalten der Frauen „mutwillige Grausamkeit“ oder „Sadismus“. Diese Annahme wird durch einige Beobachtungen der Autorin selbst erhärtet: „Ich habe festgestellt, daß, sobald eine Frau einen bestimmten Punkt erreicht, nicht nur ihre Wut weiterbesteht, sondern sie auch ständig denjenigen, der sie wütend gemacht hat, bestrafen und ihm Schmerz zufügen will … die Männer, mit denen ich sprach, benutzten oft das Wort böse, um das Verhalten ihrer Frau zu beschreiben.“

Betrachten wir mal die Männer, die die Autorin interviewt hat, und ihre Reaktionen auf diese weiblichen Verhaltensmuster. Langley listet drei Hindernisse für das männliche Erkennen weiblicher Untreue auf: 1) eine Art edelmütige Haltung, daß „meine Frau einfach nicht ‚diese Sorte‘ Frau ist“, die üblicherweise auf Wunschdenken hinausläuft; 2) das unrichtige Schließen vom mangelnden Interesse der Frau an sexuellen Beziehungen mit ihnen auf nichtvorhandenes Interesse an Sex im allgemeinen; und 3) daß sie Eheprobleme nicht mit anderen Männern diskutieren und Erfahrungen damit mit ihnen vergleichen, wie es die Frauen routinemäßig untereinander tun.

Die Autorin betont die Leichtgläubigkeit der Männer, die sie interviewt hat. Die Ehefrau von einem war ausgezogen und hatte sich eine Wohnung gemietet; drei Jahre später hatte er immer noch keinen Verdacht, daß sie mit einem anderen Mann zusammen sein könnte. Oftmals waren die Frauen, die die Gutgläubigkeit ihrer Ehemänner ausnützten, selbst höchst eifersüchtig: „Manche der Ehemänner hatten es sich angewöhnt, in Restaurants oder an anderen öffentlichen Orten den Blick zu senken, weil sie fürchteten, ihre Frau würde sie beschuldigen, eine andere Frau anzuschauen. Manche behaupteten auch, ihre Frau wolle nicht, daß sie bestimmte Fernsehprogramme anschauten.“ Psychologen nennen das Projektion: die automatische Zuschreibung der eigenen Gedanken und Motive an andere. Daher neigen unehrliche Frauen dazu, argwöhnisch zu sein, und sind treue Ehemänner vertrauensselig.

Nach der Erfahrung der Autorin wird es den Männern jedoch von ihren Frauen nicht sehr gewürdigt, daß sie ihnen so sehr vertrauen:

Einige der Frauen verübelten ihren Ehemännern ihren mangelnden Argwohn … obwohl die Frauen den Männern nie irgendwelche Anhaltspunkte dafür geben, daß sie auch nur etwas weniger als 100% treu seien, halten sie die Männer für dumm, wenn sie ihnen glauben. Frauen denken einfach, Männer sollten wissen, daß sie, wenn sie sagen „ich würde dich nie betrügen“, in Wirklichkeit meinen: „ich würde dich nie beschummeln… solange du mich glücklich machst und mir nicht langweilig wird.“

Wenn die Männer das wüßten, wäre es natürlich unwahrscheinlich, daß viele von ihnen heiraten wollten.

Frauen wollen vielleicht, daß die Männer sie glücklich machen, aber sie sagen nicht, und wissen es wahrscheinlich selbst nicht, wie das bewerkstelligt werden könnte. „Frauen wollen, daß Männer ihre Gedanken lesen – oder genauer, ihre Gefühle – weil es das ist, was sie mit Leichtigkeit tun… Frauen wollen, daß die Männer ihre Bedürfnisse und Wünsche vorhersehen.“ (Jedem ihrer Befehle zu gehorchen reicht nicht). Frauen haben in der Tat eine ausgeprägtere Fähigkeit, die Bedürfnisse und Gefühle von Anderen ohne verbale Kommunikation wahrzunehmen, eine evolvierte Anpassung an die Erfordernisse des erfolgreichen Aufziehens von Kleinkindern. Wenn sie von ihren Ehemännern erwarten, daß sie dieselbe Fähigkeit haben sollten, sind sie faktisch darüber verärgert, daß ihre Ehemänner keine Frauen sind.

Schließlich gehen die Frauen doch aus sich heraus und sagen ihren Ehemännern, daß sie „unglücklich“ seien. Aber das bedeutet nicht, daß sie irgendeine Absicht hätten, an der Verbesserung der Ehe zu arbeiten; Frauen bringen gewöhnlich keine offenen, spezifischen Beschwerden vor, bis sie

zu 100% mit der Beziehung fertig sind – was bedeutet, daß sie jedes Gefühl dafür verloren haben … es ist nicht ungewöhnlich, daß Frauen schließlich weniger für ihren Ehemann empfinden als für einen Fremden auf der Straße… Wenn die Frauen anfangen, sich Männern gegenüber spezifisch über ihre Bedürfnisse zu äußern, dann es in der Regel, um ihre Ehemänner über all die vielen Gebiete Bescheid wissen zu lassen, auf denen sie versagt haben. Mit anderen Worten, ihre Ehemänner sind bereits gefeuert worden; ihre Ehefrauen liefern ihnen bloß noch die Kündigungsgründe … Sie hat sich bereits einen neuen „Mr. Right“ ausgesucht oder ist begierig, einen zu finden. Sie sucht wieder nach dem Gefühl der Aufregung.

Männer verstehen das selten. Die Autorin stellte fest, daß die meisten Männer sich selbst die Schuld gaben und „sich selbst geißelten” für die Dinge, die sie ihrer Meinung in der Ehe nach falsch gemacht hatten. Ihre anfängliche Reaktion auf das von ihren Frauen erklärte Unglücklichsein war, zu versuchen, sie glücklich zu machen. „In den meisten Fällen machten die Ehemänner vergebliche Versuche, ihre Frauen glücklich zu machen, indem sie aufmerksamer waren, mehr Zeit zuhause verbrachten und im Haus halfen. Ungeachtet der früheren und gegenwärtigen Beschwerden dieser Frauen, war das letzte was sie wollten, mehr Zeit mit ihren Ehemännern zu verbringen.“ (Langley merkt an, daß Frauen sich oft beschweren „mein Gatte beachtet mich nicht“, nennt das aber einen Code für „ich will einen anderen Mann“). Tatsächlich wurden die Ehefrauen oftmals genau wegen der Anstrengungen ihrer Ehemänner wütend, ihnen zu gefallen, weil dies ihr Schuldgefühl wegen der Untreue verstärkte. Manche nahmen auch eine Ähnlichkeit wahr zwischen diesem Verhalten und ihren früheren Versuchen, ihre Ehemänner an sich zu binden; Frauen wissen besser als alle anderen, daß Anstrengungen zu gefallen eine Form von Manipulation sein können.

Die Frauen reagierten manchmal mit einer Art Gegenmanipulation: „sie dachten, wenn sie kalt wären und ihre Ehemänner furchtbar behandelten, würden die Männer gehen, oder sie bitten, zu gehen.“ Manchmal passiert das – was übrigens erklärt, warum die Statistiken über die Einreichungen von Scheidungen irreführend sein können. Eine recht große Portion der grob 30 Prozent an Scheidungen, die formell von Männern eingereicht wurden, ergibt sich daraus, daß die Ehefrau vorsätzlich ihren Mann in diesen Schritt hineinmanövriert hat.

Aber es ist nicht immer leicht für Frauen, auf diese Art eine Scheidung zu erreichen: „Manche der Frauen konnten kaum glauben, was sich die Männer alles gefallen ließen.“ (So viel dazu, daß Männer sich nicht engagieren). Die Autorin erzählt von Fällen, in denen die Frauen bewußt ihre Ehemänner zu provozieren suchten, sie zu schlagen, weil sie kalkulierten, daß das im bevorstehenden Streit um das Sorgerecht für die Kinder zu ihrem Vorteil wäre. Ein Grund, warum heutzutage Ehemänner so schwer zu provozieren sind, ist, daß ihnen klar ist, daß das einzige Resultat eine Gefängnisstrafe wegen „häuslicher Gewalt“ oder eine einstweilige Verfügung gegen den Umgang mit ihren Kindern wäre.

Die meisten der Männer hatten sonst niemanden, mit dem sie reden konnten, außer ihren Ehefrauen, weshalb sie, glaube ich, so verzweifelt an ihnen festhielten… Manche der Männer waren so abhängig von ihren Ehefrauen, sie dachten nicht, daß sie ohne sie leben könnten, aber eine Sache, die alle Männer gemeinsam hatten, war die Angst, ihre Kinder zu verlieren.

Die Männer, die ich interviewte, fürchteten, ihre Familie zu verlieren, aber die Frauen schienen diese Angst nicht zu haben. Für die Frauen war es der Verlust ihrer Ehemänner, nicht ihrer Familie. In den meisten Fällen wurden die Männer gezwungen, aus dem Haus und von ihren Kindern wegzuziehen. Sie verloren alle ihre Bindungen und hatten das Gefühl, ihre gesamte Identität zu verlieren.

Viele Männer dachten an Selbstmord, als ihre Frau sie verließ, und taten das noch lange danach. Ein paar sagten, sie fühlten sich als könnten sie jemanden umbringen.

Auf der anderen Seite war „das Wort, das die Mehrheit der Frauen, die ich interviewt habe, benutzte, um ihre Ehemänner zu beschreiben, ‚erbärmlich‘“. Wenn sich das volle Maß der emotionalen Abhängigkeit des Ehemanns von ihnen zeigt, sind die Frauen nicht gerührt oder befriedigt; sie empfinden Verachtung dafür, weil sie es als Schwäche sehen.

Manchmal trat eine andere Frau in das Leben des verlassenen Ehemanns:

aber die Affären blieben üblicherweise im Kummer des Mannes stecken. In ein paar Fällen war der Mann unfähig, eine sexuelle Beziehung zu der Frau zu haben, mit der er sich traf… zu sagen sie hatten Schmerzen wäre eine Untertreibung… die Männer entwickelten diese Beziehungen, damit sie jemanden hatten, mit dem sie sprechen konnten. Die meisten sagten, eine Affäre zu haben sei das letzte, was sie im Sinn hatten, aber sie wußten nicht, was sie sonst tun sollten. Sie fühlten sich einsam und isoliert. Viele Männer sagten, die Frau, die ihnen geholfen hatte, hätte ihnen das Leben gerettet, und das mag die buchstäbliche Wahrheit sein.

Was sollen wir von all dem halten?

Männer haben einen inneren Widerwillen dagegen, sich in der Art der Feministinnen zur Verteidigung ihrer Interessen zusammenzutun. Ein Grund dafür ist, glaube ich, daß sie fürchten, es sähe unmännlich aus. Während Feministinnen über „unkomfortable Umgebungen“ labern wie Prinzessinnen auf der Erbse, lernen die Männer früh, große Mengen an Schmerz und Enttäuschung herunterzuschlucken: das ist einfach ein Teil dessen, was es ausmacht, ein Mann zu sein. Die Abhärtung, die ihnen von ihren Vätern und Peergroups zuteil wird, kommt ihnen üblicherweise sehr zugute. Sie müssen schließlich lernen, ihren eigenen Weg in einer unfairen Welt zu gehen, die sich nicht um ihre Gefühle kümmert.

Aber alle Männer haben ihre Grenzen. Ich sehe nicht, wie irgendeine Gesellschaft von Männern erwarten kann, das abstoßende Verhalten von ihren Frauen auszuhalten, das Michelle Langley beschreibt. Berichte von Selbstmorden und anderem gewalttätigen Verhalten von Seiten verlassener Ehemänner, denen der Zugang zu ihren Kindern verweigert wird, erreichen das Internet. Trotz der machtvollen Präsenz feministischer Torhüterinnen werden auch die „alten“ Nachrichtenmedien dies nicht ewig völlig ausblenden können. Die Gegenreaktion, von der die Feministinnen lange geredet haben, fängt gerade an.

Der Leser hat wahrscheinlich nun erfaßt, daß Women’s Infidelity nicht die Art Buch ist, die einen jungen Mann dazu inspiriert, rauszugehen und sich zu verlieben. So besorgt ich auch über die fallenden Geburtenraten bin, wie wir es alle sein müssen, kann ich nicht guten Gewissens einen jungen Mann, der im heutigen Amerika erwachsen wird, dazu drängen, zu heiraten, oder auch nur Dates zu haben. Es hat einfach keinen Zweck, weiter nach den alten Regeln zu spielen mit Frauen, die diese Regeln offen verachten. Stattdessen würde ich ihm empfehlen, hart zu arbeiten, Geld zu sparen, sich zu weigern, mit verwöhnten Frauen Kontakt zu haben, und Michelle Langley zu lesen, wenn er wissen will, was er damit verpaßt. Wenn man dann den Wunsch zu heiraten immer noch nicht ablegen kann, wäre das Erlernen einer osteuropäischen Sprache keine schlechte Investition.

Die Realität der Ehe in jedem Zeitalter ist in der Tat so, daß es nie leicht gewesen ist, sie zu einer vom rein eigennützigen Standpunkt aus vernünftigen Entscheidung für einen Mann zu machen. Der Geschlechtsinstinkt und romantische Illusionen können nur begrenzte Wirkung haben. Deswegen war es oft notwendig, zufriedene Junggesellen zu ermahnen, es sei „unreif und unverantwortlich“, wenn sie sich keine Frau nähmen. Dazu und darüberhinaus wurde oft zur Braut eine Mitgift geboten, um den Handel zu versüßen. Die Beschreibung dieses uralten Brauchs durch unsere Autorin ist ganz entzückend: „Weiber wurden als wertlose Bürde angesehen, so daß Männer bezahlt werden mußten, um sie zu heiraten.“

Langley berichtet, daß sie nur zwei Männer interviewte, die effektiv auf die Herausforderung durch die Illoyalität ihrer Ehefrauen reagierten.

Der erste Mann ergriff die Initiative und reichte die Scheidung ein, als seine Frau zu mehreren Gelegenheiten äußerte, sie sei unglücklich und denke über eine Trennung nach. Bevor die Scheidung gültig wurde, versuchte seine Frau eine Versöhnung, aber er ließ sich wegen ihres fehlenden Interesses, vor seiner Einreichung der Scheidung an der Ehe zu arbeiten, nicht darauf ein.

Der zweite Fall war ein Mann in zweiter Ehe, der all die üblichen Fehler beim ersten Mal gemacht hatte, dem es aber anders als den meisten Ehemännern gelang, aus seiner Erfahrung zu lernen. Sobald seine zweite Frau anfing, über eine vage „Unzufriedenheit“ zu klagen, schloß er daraus, daß sie einen anderen Mann getroffen habe. Er schrieb klare Bedingungen für die weitere Ehe mit ihr nieder und weigerte sich, irgendeine Trennung zuzulassen, weil er wußte, daß sie nur ein Vorspiel zur Scheidung wäre. Er bestand darauf, daß sie ihre außereheliche Beziehung sofort abbrach, und schrieb: „Ich werde nicht zulassen, daß meine Stimmung nur wegen deiner Unentschiedenheit kaputtgeht.“ Anstatt zu versuchen, alle möglichen Gründe für die Unzufriedenheit seiner Frau zu beseitigen, sagte er ihr einfach: „Lamentieren ist nicht mehr akzeptabel .Wenn du willst, daß ich etwas tue oder lasse, mußt du mir sagen, was es ist. Ich erwarte nicht von dir, daß du meine Gedanken liest, und ich werde nicht mehr versuchen, deine zu lesen.“ Das funktionierte.

Ein Mann kann seine Frau nicht zur Treue zwingen, aber er kann sie zwingen, eine klare Wahl zu treffen; er kann sich weigern, ihr die Gelegenheit zu geben, sowohl eine Ehe wie auch eine Affäre zu haben, im „Limbo“ der Unentschiedenheit zu verharren. Langley berichtet sogar, daß einige untreue Ehefrauen selber „wollten, daß ihr Ehemann ihnen ein Ultimatum stellt – einen Tritt in den Hintern, sozusagen.“

Ein Ultimatum, das sei beachtet, ist inkompatibel mit solch heiligen Platitüden wie „Beziehung“ und „bedingungslose Liebe“. Eine Lektion, die man aus Women’s Infidelity ziehen kann, ist, daß Ehemänner weniger an ihre Ehefrauen gebunden sein sollten anstatt mehr. Ohne gesetzliche Durchsetzung des Ehevertrags scheint die Drohung, sie zu verlassen, manchmal das einzige zu sein, was die Frauen auf Linie bringt. Anstatt uns über Männer zu ereifern, die „lieben und verlassen“, täten wir wohl besser daran, Tickerband-Paraden zu Ehren von Ehemännern abzuhalten, die sagen „genug ist genug“ und gehen; zumindest hätten Ehefrauen einen Anreiz, ihre Männer zufrieden zu halten. Jedenfalls verdienen die Frauen, die Langley beschreibt, wohl kaum unsterbliche Loyalität.

Das konservative Kommentariat ist wie üblich ahnungslos bezüglich dieser Realitäten. Alles was sie zu bieten haben, sind leere Predigten über die Heiligkeit des Eheversprechens und frömmelnder Stuß über Männer, die auf angeblich schwache und hilflose Frauen „Jagd machen“ und sie verlassen. Das ist keine Hilfe für einen Ehemann, der mit der Realität einer untreuen Ehefrau und der Aussicht auf Verlust seiner Familie ohne eigenes Verschulden konfrontiert ist. Solange Männer nichts weiter tun als ihre Eheversprechen gegenüber Frauen zu halten, die auf ihren eigenen herumtrampeln und das Vertrauen ihrer Ehemänner mißbrauchen, kann die Situation nur noch schlimmer werden.

Wenn man eine fundamentale soziale Institution zerstört – und keine ist fundamentaler als die Ehe – ist das übliche Ergebnis eine kraftvolle Lektion darüber, warum diese Institution überhaupt eingeführt wurde. Noch nie zuvor konnten wir tatsächlich beobachten, wie sich Frauen verhalten, wenn sie nicht durch Ehre, Scham, religiöse Unterweisung oder Furcht vor sozialer Schande und finanziellem Ruin gezügelt werden. In den Worten unserer Autorin: „Wir fangen erst an, flüchtige Eindrücke vom natürlichen sexuellen Verhaltens von Frauen zu bekommen.“ Wenn ihre Geschichten einen flüchtigen Eindruck geben, schaudert es einen bei der Vorstellung, wie wohl der volle Anblick aussehen wird.

Langley ist besser im Beschreiben und Diagnostizieren als in der Beschreibung von Abhilfemöglichkeiten. Sie schließt tatsächlich mit der Hoffnung, daß ihr Werk dazu dienen könnte, „Scham als sexuelle Abschreckung für Frauen zu verringern.“ In anderen Worten, Frauen sind noch nicht schamlos genug. Nach ihrer Ansicht war die einzige Rechtfertigung dafür, Frauen in der Vergangenheit durch Beschämung zur ehelichen Treue zu veranlassen, die Linderung der Angst des Ehemanns bezüglich seiner Vaterschaft. Sie glaubt, da es nun DNS-Tests gibt, sei dieser Aspekt der traditionellen Sexualmoral inzwischen veraltet. Sie reiht sich damit in die lange Reihe der Personen ein, die sich vorstellten, irgendein technischer Fortschritt – Pillen, Latex, neue Abtreibungsprozeduren – würde Männern und Frauen erlauben, auf Selbstkontrolle und Treue zu verzichten. Aber das wird die Kooperation von Männern erfordern.

Wie stellt sie sich vor, wie ein Ehemann reagieren wird, wenn seine Frau ihm sagt „ich werde mit einem anderen Mann schlafen, aber keine Sorge, wir werden das Baby einfach einem DNS-Test unterziehen, um die finanziellen Verpflichtungen zu klären“? Ich denke mal, der Ehemann wäre mit diesem Arrangement ungefähr so glücklich wie eine Ehefrau mit einem Mann, der sagt: „Ich geh mit meiner Sekretärin ins Bett, aber keine Sorge, ich werde ein Kondom benutzen, daher wird niemand sich eine Krankheit holen, und mein ganzes Einkommen geht weiterhin an unsere Kinder.“ – Sexuelle Eifersucht ist ein evolvierter irrationaler Trieb, der nicht mit bloßer Vorsicht oder ökonomischer Rationalität erklärt werden kann.

Wie viele Gegenwartsschriftsteller, diskutiert Langley Sex in der Länge und der Breite, ohne viel das Offensichtlichste daran zu bedenken, nämlich: da kommen die Babies her. Sie ist selbst kinderlos, und die Möglichkeit, daß das vage „fehlende Irgendwas“ im Leben von gelangweilten, unglücklichen Matronen vielleicht „Kinder“ sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn.

Meine Urgroßmutter hat neun Kinder in einer Welt ohne Supermärkte, Kühlschränke und Waschmaschinen großgezogen. Sie hatte nicht viel Zeit, nach „bedingungsloser Liebe“ oder „Verbindlichkeit“ zu suchen, weil sie zu beschäftigt war, es selbst zu praktizieren. Die meiste Zeit ihres Lebens war ausgefüllt mit der unaufhörlichen Beschaffung und Zubereitung von Essen für ihren Ehemann und die Kinder. Trotzdem kam sie gut zurecht ohne Liebesromane, Sorgerechtablenkungsmanöver oder Psychotherapie; sie war, sagte man mir, immer fröhlich und zufrieden. Das ist etwas, was jenseits der Vorstellungskraft von unfruchtbaren, verbitterten Feministinnen liegt. Es ist die Befriedigung, die aus dem Wissen kommt, daß man eine wertvolle Aufgabe so gut man kann erfüllt, eine Befriedigung, die nichts anderes im Leben geben kann. Wir leben heute, weil das die Art war, wie sich die Frauen früher verhalten haben; wir können nicht lang mit dem gegenwärtigen System der aufeinanderfolgenden Vielmännerei fortbestehen.

TOQ, vol. 7, no. 2 (Summer 2007)

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Quelle der Übersetzung  hier. Nächster Teil:

Vielmännerei im Wechsel – und wer sie durchsetzt, Teil 2

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