Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 2

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 2 erschien am 28. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:
Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

Teil 2 von 2

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Betrachten wir Wendy Shalits aus Anekdoten und Frauenmagazinen gepflückte Darstellung der sexuellen Situation, vor der Frauen heute stehen. Die bescheidene Firmendrohne, die Belästigungsanklagen und den Verlust des Lebensunterhalts zu fürchten hat, wenn sie dem Mädchen in der benachbarten Arbeitsbox zuzwinkert, wird bei der Lektüre dieses Materials das Gefühl haben, durch Alices Spiegel getreten zu sein. Hier ist ein Bereich, in dem Männer Frauen darauf reduziert haben, darum zu kämpfen, welche ihnen den meisten und besten Sex bieten kann, und fieberhaft das Kamasutra nach irgendeiner neuen Stellung oder Technik zu durchsuchen, der es gelingen wird, ihren übersättigten Appetit zu befriedigen.

Die Männer, die diese Welt bewohnen, sorgen sich nicht darum, daß Frauen treu bleiben, sondern daß sie nicht „anhänglich“ werden. Cosmo unterstützt sie und rät Frauen, sofort nach dem Sex zur Tür hinauszuhuschen aus Angst, sich in die Großen Wichtigen Dinge hineinzudrängen, die ihr Mann an diesem Tag zu tun hat und in die sie nicht einbezogen sind – und dazu könnte leicht eine Verabredung mit einer weiteren Freundin gehören. „Es ist traurig zu sehen, daß es dazu gekommen ist“, sagt eine Frau: „daß die Kerle die Latte höher legen und die Mädchen sich darum balgen, dem zu entsprechen. Frauen wollen einfach wissen, was sie tun müssen, um diese Kerle dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben“ (GGM, S. 176). Eine junge Frau erklärt: „Wenn ich nicht tue, was immer [mein Freund] will und er aus welchem Grund auch immer mit mir Schluß machen würde, hätte er in zwei Tagen jemand anders. So funktioniert es einfach“ (GGM, S. 177). „Die Männer, die die Betten dieser Frauen teilen“, sagt Shalit, „werden wie Könige oder Prinzen behandelt, deren Autorität von Gott selbst kommt, wohingegen die eigenen Gefühle der Frauen und sogar die Sorge um ihre Gesundheit extrem eingeschränkt sind“ (GGM, S. 81). Shalit rät einer solchen Frau, sie solle „zum nächsten Ausgang rennen, nicht gehen, und auf dem Weg nach draußen versuchen, nicht über all die nackten Frauen zu stolpern“ (GGM, S. 79.

All diese Geschichten lassen es sicherlich so erscheinen, als wäre die Position des Mannes in dieser schönen neuen Welt der sexuellen Revolution stärker als unter der Monogamie, während jene der Frau schwächer ist. Tatsächlich könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. Lassen Sie mich eine einfache Frage stellen, die Shalit nie berücksichtigt: Es war immer so, daß es ungefähr ein Mädchen für jeden Jungen gab; wenn Männer jetzt Harems haben, wo kommen dann die zusätzlichen Frauen her?

Die Antwort ist gleichermaßen einfach und offensichtlich. Die meisten Männer haben natürlich keine Harems, und es gibt nicht mehr Frauen als früher. Manche Männer haben Harems, weil von der Monogamie „befreite“ Frauen sich nur mit ungewöhnlich attraktiven Männern paaren. Diese Situation demonstriert nicht die Schwäche der Position der Frau, sondern deren Stärke. Wenn der männliche Geschlechtsinstinkt der hauptsächliche Bestimmungsfaktor bei der Paarung wäre, dann wäre das allgemeine Muster, daß die attraktivsten Frauen gruppenvergewaltigt werden.

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Um zu verstehen, was wirklich vorgeht, wird es notwendig sein, ein grelles Licht auf eine Sache zu werfen, bei denen die Frauen es instinktiv vorziehen, sie unter Verschluß zu halten: der weibliche Geschlechtstrieb. Shalit nimmt fast nie Bezug darauf, und das ist sogar in gewisser Weise angemessen, nachdem solche Zurückhaltung ein Teil der weiblichen Sittsamkeit ist, die sie wiederherzustellen versucht. Aber das bedeutet, daß ein Schleier über einige wichtige Umstände gezogen wird, denen man sich ehrlich stellen muß, wenn die Ehe und die natürliche Familie als soziale Normen wiederhergestellt werden sollen.

Wenn ein junges Mädchen sich der Jungs erotisch bewußt wird, wird sie von der Natur mit Scheuklappen ausgestattet, die die Mehrheit davon – einschließlich vieler, die gute Ehemänner abgeben können – aus ihrem Gesichtsfeld ausschließt. Was einen Mann in ihr schmales Sichtfeld bringt, ist das, was „sexuelle Attraktivität“ genannt wird. Was ist das?

Es ist nicht möglich, das herauszufinden, indem man die Frauen selbst fragt. Sie werden darauf beharren, bis sie blau im Gesicht sind, daß sie nur einen sensiblen, respektvollen Kerl wollen, der sie richtig behandelt. „Intelligenz, Freundlichkeit, Persönlichkeit [und] ein gewisser Sinn für Humor“ machen Wendy Shalits Liste der angeblich gesuchten männlichen Qualitäten aus (RM, S. 116). In einer Passage über den Niedergang der männlichen Höflichkeit gibt sie todernst die folgende lächerliche Behauptung von sich: „Wenn… ein Mann es wagt, einer Frau die Tür zu öffnen, wird er sofort geschnappt“ (RM, S. 156).

Wenn Frauen behaupten, nach Freundlichkeit, Respekt, einem Sinn für Humor etc. zu suchen, meinen sie höchstens, daß sie diese Eigenschaften gern bei den Männern finden würden, die sich bereits in ihrem erotischen Gesichtsfeld befinden. Wenn ein Mann fragt, wonach Frauen suchen, versucht er herauszufinden, wie er in dieses Gesichtsfeld gelangen kann. Frauen sagen das normalerweise nicht, entweder weil sie es selbst nicht wissen oder weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Der Rat, den sie tatsächlich geben, schadet einer Menge einsamer Männer, die ihre Paarungsbemühungen irrtümlich darauf konzentrieren, Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber undankbaren Gören zu zeigen, anstatt daran zu arbeiten, die Dinge zu erlangen, auf die Frauen wirklich ansprechen.

Zum Glück müssen wir uns nicht auf weibliche Aussagen verlassen. Bei Frauen ist es wie bei Politikern: wenn man sie verstehen will, muß man ignorieren, was sie sagen, und beobachten, was sie tun. Reichliche Beweise, die über einen weiten Bereich der Geschichte und der Kulturen gesammelt wurden, lassen keinen Platz für Zweifel: Frauen werden von Männern angezogen, die eine Kombination aus physischer Erscheinung, sozialem Status und Ressourcen besitzen.

In der Umwelt, in der wir uns entwickelten, war die sorgfältige Partnerwahl entscheidend für den Erfolg einer Frau bei der Weitergabe ihrer Gene. Wenn ihr Mann nicht stark genug war, um ein erfolgreicher Jäger zu sein, oder nicht von ausreichend hohem Rang innerhalb des Stammes, um Nahrung von anderen zu beschlagnahmen, konnten ihre Kinder in Schwierigkeiten sein. Die Frauen, die bei der Fortpflanzung erfolgreich waren, waren diejenigen mit einer sexuellen Vorliebe für effektive Versorger. Es gab eine Selektion zugunsten eines erotischen „Tunnelblicks“, der Frauen dazu bringt, ihre Paarungsbemühungen auf die Spitze des Rudels zu konzentrieren – die „Alphamänner“ mit guter körperlicher Ausstattung, sozialem Rang und wirtschaftlichen Ressourcen (oder einer Fähigkeit zu deren Erwerb). Heute ergibt die weibliche Vorliebe für hochgewachsene Männer, um nur ein Beispiel zu nennen, nicht mehr viel Sinn, aber sie und wir haben sie am Hals.

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Was Frauen instinktiv wollen, ist, daß 99 Prozent der Männer, auf die sie stoßen, sie in Ruhe lassen, abzischen, sich verpissen – während der eine, zu dem sie sich hingezogen fühlen, all ihre Träume wahrmacht. Einer der Schlüssel zur Entzifferung der weiblichen Sprache ist, daß der Ausdruck „Männer“ für sie nur die sehr beschränkte Zahl der Männer bezeichnet, die sie sexuell attraktiv finden. All die schmutzigen Artikel in Cosmo darüber, „ihm den Sex zu geben, nach dem er giert“ und „ihn im Bett wild zu machen“, betreffen diesen Mann ihrer Träume, der sich durch irgendeinen erstaunlichen Zufall üblicherweise auch als der Traummann einiger anderer Mädchen herausstellt.

Während ihrer heiratsfähigen Jahre sind viele Frauen mindestens so sehr damit beschäftigt, männliches Begehren abzutörnen (d. h., den 99 Prozent zu sagen, sie sollen sich verpissen) als damit, es anzutörnen (Mr. Alpha dazu zu bringen, sich zu binden): sie bekommen mehr Aufmerksamkeit, als sie Zeit zu verarbeiten haben. Gerissene Feministinnen, viele davon Lesben, haben diesen Umstand bis zum Anschlag ausgenützt und naive junge Frauen davon überzeugt, daß sie „belästigt“ werden. Bei der stillen Beobachtung der Raserei wegen der sogenannten Belästigung während der vergangenen zwei Jahrzehnte habe ich mich gefragt, wie diese Frauen nicht begreifen konnten, daß die Männer, über die sich sich beschwerten, ihren Pool potentieller Ehemänner darstellten und daß sie es sich nicht leisten konnten, sie alle zu verprellen. Ich habe ihre Intelligenz eindeutig überschätzt. Und Wendy Shalit unterscheidet sich in dieser Hinsicht auch nicht davon; sie verwendet den Begriff „Belästigung“ genauso reichlich und unkritisch, wie jede männerhassende Feministin es sich nur wünschen könnte.

Aber Nordamerikas führende Sprecherin für weibliche Sittsamkeit würde junge Frauen sicherlich nie dazu ermutigen, Beziehungen einfach auf der Grundlage ihrer sexuellen Triebe zu haben?

Nun, schauen wir mal. An einer Stelle in ihrem ersten Buch diskutiert sie die Verwendung des umstrittenen Medikaments Prozac durch eine Frau, um ihr zu helfen, „beim Date ruhig zu sein.“ Sie platzt dann damit heraus: „Vielleicht sollte eine Frau beim Date nicht ruhig sein – vielleicht sollte es schwindelerregend und trudelnd und all das andere sein. Vielleicht sollte der Boden nachgeben“ (RM, S. 165). Was sie hier beschreibt, ist weibliche sexuelle Erregung; sie nimmt eine emotionale Form an. Ihre Aussage ist die genaue weibliche Entsprechung dazu, daß ein Mann sagt: „Männer sollten beim Date nicht ruhig sein – sie sollten nur mit jungen heißen Fegern mit fantastischen Beinen, Sanduhrfigur etc. gehen.“ Was würde Wendy Shalit von diesem Rat halten?

Nun, lassen sie mich klarstellen: Ich habe an sich überhaupt nichts dagegen, daß jede Frau einen umwerfend gutaussehenden, erfolgreichen Mann heiraten kann, der sie ewig in gesegneter Leidenschaft hinsinken lassen kann, bla bla bla; ich weise nur darauf hin, daß die Welt nicht so funktioniert und daß die Männer nicht schuld daran sind, daß es so ist.

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Außerdem ist in der Definition der Ehe nichts davon enthalten, daß der Mann (oder die Frau) attraktiv ist. Das liegt daran, daß das Ehegelöbnis die Pflichten der beiden Gatten darlegt. Pflicht impliziert Möglichkeit. Ein Mann kann für gewöhnlich, mit beträchtlicher Selbstkontrolle und Opfern, einer einzigen Frau treu bleiben und sie und die Kinder erhalten; er kann kein Held aus einem Liebesroman werden und das Leben seiner Ehefrau in ewige Flitterwochen verwandeln.

Die traditionelle Antwort auf die Frage: „Wie bringe ich Mr. Tall-Dark-and-Handsome dazu, sich zu binden?“ lautet: „Das werden Sie wahrscheinlich nicht.“ Jene Männer finden reißenden Absatz, und sie gehen üblicherweise an die attraktivsten Frauen. Aber das garantiert natürlich die Zufriedenheit jener Frauen auch nicht: vier Frauen verließen Cary Grant. Es ist ein Teil der Volksweisheit aller Zeitalter und Völker gewesen, daß sexuelle Anziehung eine unzureichende Grundlage für die Ehe ist.

Monogamie bedeutet, daß Frauen sich nicht mit einem noch so attraktiven Mann paaren dürfen, sobald er von einer anderen Frau beanprucht worden ist. Sie verschafft einer Frau keinen attraktiveren Partner, als sie ansonsten bekäme; sie verschafft ihr normalerweise einen weniger attraktiven. „Befreites“, hypergames weibliches Paarungsverhalten – d. h., was wir jetzt haben – ist das, was den meisten Frauen sehr attraktive Partner sichert. Aber natürlich „binden“ sich jene Partner nicht – sind in Wirklichkeit nicht in der Lage, sich an all die Frauen zu binden, von denen sie begehrt werden. Die durchschnittliche Frau muß sich entscheiden, entweder den attraktivstmöglichen „Sexpartner“ zu haben oder einen dauerhaften Ehemann. Wenn sie es mit der Suche nach Bindung ernst meinte, wäre die rationale Prozedur eigentlich, sich einen besonders unattraktiven Mann auszusuchen, d. h. einen, um den es die geringstmögliche Konkurrenz gibt. Dieser Gedanke kommt jungen Frauen jedoch selten.

Damit ein gewöhnlicher Mann sich mit einer Frau paart, muß entweder 1) er sich in ihr erotisches Gesichtsfeld vorarbeiten (z. B. durch Anhäufung von Reichtum und Erlangung von Status – nicht, indem er beweist, daß er „freundlich“ und „respektvoll gegenüber Frauen“ ist), oder 2) sie die Scheuklappen ablegen und ihr eigenes Gesichtsfeld erweitern, bis es ihn einschließt. Dieses Letztere ist, was ich den „Großmuttereffekt“ nenne. Jungen Frauen wurde früher routinemäßig von den Älteren geraten, sie sollten nicht ihr Verhalten gegenüber Männern auf sexueller Anziehung beruhen lassen, gewöhnliche Männer verachten und sich in unanständiger Weise gutaussehenden Männern mit hohem Status an den Hals werfen. Die meisten jungen Frauen schlossen daraus, daß Oma einfach zu alt sei, um Liebe zu verstehen. Aber manchmal hat der Rat vielleicht tatsächlich eine leichte Wirkung gehabt. Man bedenke den Text eines populären Liedes von 1963:

I always dreamed the boy I loved would come along
And he’d be tall and handsome, rich and strong.
Now that boy I love has come to me,
But he sure ain’t the way I thought he’d be.
He doesn’t look like a movie star,
He doesn’t drive a Cadillac car,
He sure ain’t the boy I’ve been dreaming of,
But he’s sure the boy I love.

(Am Schluß des Liedes erfahren wir, daß der Freund von Arbeitslosengeld lebt.)

Shalit ist keine Oma. Abgesehen davon, daß sie jungen Frauen sagt, daß das Dating schwindelerregend sein soll, drängt sie sie häufig dazu, „hohe Standards“ beizubehalten, und spricht mit sehnlicher Nostalgie von der Zeit, als von einem Freier verlangt wurde, einer Frau „seine Würdigkeit zu beweisen“. Dies klingt zweifellos entzückend, aber die Wirkung beruht auf zweideutigen Begriffen. Romantische junge Männer werden sich die „Würdigkeit“, die sie beweisen müssen, als eine moralische Qualität vorstellen wollen – eigentlich, ein Gentleman zu sein. Junge Frauen interpretieren das mit größerer Wahrscheinlichkeit so, daß sie einen Helden aus einem Liebesroman „verdienen“. Für sie legt das „Beibehalten hoher Standards“ nahe, daß sie ihre Scheuklappen auf engstmöglicher Einstellung lassen sollten.

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Dies ist nicht Sittsamkeit, sondern Verblendung. Der Grund, warum Männer vor der sexuellen Revolution Ehefrauen fanden, war nicht, daß sie „würdiger“ waren als die „Date rape“-Sexverrückten von heute (wie viele männliche konservative Kommentatoren unterstellen), sondern daß den Frauen nicht von so etwas wie Cosmopolitan und Gossip Girl ihre Erwartungen geformt und ihre Vorstellungen verdorben worden waren. Die Botschaft der Populärkultur von der grenzenlosen Befriedigung hat unwissende Mädchen so bezüglich Sex aufgeregt, daß Casanova selbst nicht in der Lage wäre, sie zu befriedigen. Das vage Gerede unserer Autorin über „Würdigkeit“ und „hohe Standards“ trägt nichts dazu bei, dieser Tendenz entgegenzuwirken, und könnte sie bestärken.

In diesem Buch wie in ihrem letzten bietet Shalit keine Gedanken dazu, was mit der Mehrheit der Männer zu tun sei, die weniger als schwindelerregend attraktiv sind. Dies jedoch ist eine entscheidende Frage für jede Gesellschaft. Es ist nicht einfach eine Sache verletzter Gefühle. Offen gesagt haben die Gefühle solcher Männer niemanden jemals sehr gekümmert, wie sie selbst früh und gut lernen. Der Grund, warum ihre sexuelle Situation eine legitime Angelegenheit für öffentliche Besorgnis ist, ist, daß „der Teufel für müßige Hände Arbeit schafft.“ Arme Junggesellen mit niedrigem Status sind in jeder Gesellschaft überall die am meisten zu Lastern, Kriminalität und Gewalt neigende Gruppe. Niemand hat jemals einen besseren Weg zum Einsatz ihrer Zeit und Energie entdeckt, als Väter aus ihnen zu machen. Das zu tun, wird jedoch die unermeßliche Kalamität mit sich bringen, daß bestimmte Frauen einfach ruhige Dates werden haben müssen.

Die Frauen, von denen die Autorin schreibt, daß sie damit zu kämpfen haben, ihre „Sexpartner“ zu einer Bindung zu bewegen, wären überrascht zu erfahren, daß die Gleichgültigkeit dieser Männer gegenüber ihren Bedürfnissen und Gefühlen genau ihrer eigenen Gleichgültigkeit gegenüber der Mehrheit der Männer entspricht, die außerhalb ihres Gesichtsfelds bleiben. Der Hauptunterscheidungspunkt ist eigentlich, daß die Unzufriedenheit der Frauen weitgehend das Ergebnis ihres eigenen schlechten Urteilsvermögens und Verhaltens ist; jene der Männer ist das oft nicht.

Shalit jedoch redet, als ob es immer die eigene Schuld eines Mannes sei, wenn er keine Ehefrau findet. Daher schreibt sie extrem kritisch über Männer, die Pornographie benutzen, als „sich zu infantiler Sexualität zurückentwickelnd“ und „unfähig zur Aufrechterhaltung einer reifen sexuellen Beziehung zu einer Frau“ (RM, S. 53). Dies ist vielleicht eine vernünftige Position für jemanden, der glaubt, daß Männer einfach dadurch Ehefrauen bekommen können, indem sie Frauen Türen aufhalten. Aber wenn Frauen damit beschäftigt sind, wenigen hochattraktiven Männern Harems zu bieten, werden sich viele Männer zwangsweise „unfähig zur Aufrechterhaltung einer reifen sexuellen Beziehung zu einer Frau“ finden. Daraus folgt nicht, daß mit diesen Männern irgend etwas nicht stimmt. Die Schuld liegt bei Frauen, die ihre traditionelle Rolle der Durchsetzung der Monogamie aufgegeben haben. Vielleicht sollte man statt dessen überlegen, ob nicht das hypergame Paarungsverhalten und das karrieristische Aufschieben der Ehe durch junge Frauen die Haupttriebkraft hinter dem explosiven Wachstum der Pornoindustrie ist.

Seit die sexuelle Revolution begann, haben viele „Beta-Männer“ sich die Haare gerauft im Versuch zu entdecken, was auf Erden sie tun müssen, um sich für das Cosmo-Mädchen von nebenan akzeptabel zu machen. Sie haben sagen hören, daß Frauen nicht zum Sex gedrängt werden wollen und nach einem Mann suchen, der sich bindet. Wenn also eine Frau nicht wohlwollend auf seine ersten Avancen reagiert, überlegt sich Mr. Beta, daß er seine Bindungsbereitschaft demonstrieren muß. Er wird der engelhaften Kreatur „seine Würdigkeit beweisen“, indem er geduldig, freundlich, aufmerksam und respektvoll ist – genau das, was Frauen von Männern zu wollen behaupten. Er bekommt dann eine Anschuldigung wegen Belästigung hingeklatscht. Falls die Frau eine Arbeitskollegin ist, wird er wahrscheinlich seinen Job verlieren. (Viele – vielleicht die meisten – Arbeitgeber werden einen Mann auf die Beschwerde einer Frau hin ohne Anhörung feuern.) Der Verlust des Einkommens trägt natürlich nichts zur Verbesserung seines Erfolgs bei anderen Frauen bei.

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Dieses Muster kann viele Jahre lang wiederholt werden, bis er weit in seinen Dreißigern unerwarteterweise bemerkt, daß er einladende Blicke von verzweifelten, frustrierten Giftnudeln an der Menopause zu bekommen beginnt, die von attraktiveren Männern abgelegt wurden (oder die sich von solchen Männern haben scheiden lassen). Traurigerweise sind viele Männer so einsam, daß sie solchen Frauen entgegenzukommen versuchen. Dann finden sie sich auf der Empfängerseite all des Grolls gegen „Männer“ wieder, der sich durch all diese Jahre in den Köpfen der Frauen aufgebaut hat. (Weiblicher Zorn neigt dazu, sich weniger auf die bestimmte Person zu fokussieren, die ihn verursacht hat.)

Es gibt Grund zu glauben, daß solches Entgegenkommen gegenüber Frauen bereits weniger häufig zu werden beginnt: gewöhnliche Männer sind verständlicherweise zunehmend angewidert davon, die Sauereien anderer Leute aufzuräumen. Sie beginnen wie folgt zu überlegen:

Wir können giftige, Cosmo-benebelte, von Geschlechtskrankheiten infizierte Xanthippen nicht aus unseren Schulen, Arbeitsplätzen oder der Regierung fernhalten, aber zumindest können wir sie aus unseren Betten raushalten. Laßt sie die glamourösen Karrieren haben, die zu erlangen die feministische Schwesternschaft so hart gekämpft hat. Sie brauchen unsere Gehaltschecks nicht, um sie ein Leben lang mit Liebes-Schundromanen und Magazinartikeln über die „Umkehrung des Altersprozesses“ oder „Sieben Arten von Orgasmus, und wie man sie alle gleichzeitig haben kann“ zu versorgen. Jeder muß in seinem Leben Entscheidungen treffen und die Folgen akzeptieren; sie haben die ihren vor langem getroffen.

Diese männliche sexuelle Konterrevolution – „die Rache der Nerds“, wie man sie nennen könnte – wird wahrscheinlich schließlich bedeutender und wirksamer sein als Shalits ausschließlich weibliche Strategie, die Höschen bis nach der Hochzeit anzubehalten. Was wird das Gutes bringen, wenn es keine Hochzeit geben wird?

Männer brauchen niemandem ihre Würdigkeit zu beweisen. Sie sind diejenigen, die die hauptsächlichen Kosten der Ehe tragen. Es ist die Verantwortung einer Frau zu beweisen, daß sie des Privilegs würdig ist, die Gefährtin eines Mannes zu werden und seine Kinder zu gebären. Es erfordert eine strenge Erziehung, eine kleine Wilde zu solch einer Dame zu formen. Heute ist diese Art von Erziehung großteils ein Ding der Vergangenheit: heiratsfähige Frauen werden schwierig zu finden, und der Preis für die Suche nach ihnen wird zu hoch.

Ein Mann sollte sein Selbstbild nie auf dem beruhen lassen, was Frauen in irgendeinem Fall von ihm denken, weil die Anliegen von Frauen zu materialistisch und ichbezogen sind. („Wer verheiratet ist, sorgt sich um die weltlichen Dinge, wie er seine Frau erfreuen könnte“, wie St. Paulus es ausdrückte.) Die Männer, die die größten Dinge für unsere Zivilisation zustande gebracht haben, haben im Großen und Ganzen nicht den Helden von Liebesromanen für Frauen geähnelt; in Wirklichkeit sind sie überproportional Junggesellen gewesen. Sobald ein Mann begreift, was das weibliche Hingezogensein auslöst, und versteht, daß die Beurteilungen der Frauen von Männern großteils Rationalisierungen dieses Hingezogenseins (oder dessen Fehlens) sind, wird er nicht dazu neigen, ihre Meinung von ihm überzubewerten.

Ich habe oben erwähnt, daß Shalits Schreibe stark von weiblichem Narzißmus gekennzeichnet ist; Passivität ist ein zweiter weiblicher Wesenszug, der ihre Darstellung der Erfahrungen von Frauen stark einfärbt.

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Männer sind im Großen und Ganzen Macher. Es wird von ihnen erwartet, in die Welt hinauszugehen und etwas zu erreichen, nach Erfolg zu streben, aber Niederlagen hinzunehmen, wenn sie das müssen, und immer strikt für ihre Handlungen verantwortlich zu sein. Frauen sind anders. Man denke an populäre Liebesromane, jenes weiblichste der Literaturgenres: ihr Schlüsselbegriff ist „Passion“, was Passivität impliziert. Ein Held erscheint einfach auf dem Schauplatz; die Hilflosigkeit der Heldin, ihm zu widerstehen, wird stark hervorgehoben. Er hebt sie in seinen großen, starken Armen auf und trägt sie davon in ein Reich endloser, wonniger Gefühle. Er tut, wärend sie bloß ist.

Liebesromane sind, um es milde auszudrücken, inkonsistent mit der traditionellen christlichen Sicht auf die Ehe, in der eine Frau freiwillig einen Bund eingeht und nachfolgend strikt dafür verantwortlich gemacht wird, in Übereinstimmung mit dessen Bedingungen zu leben. Den Gegensatz könnte man so ausdrücken: die christliche Sicht auf das Frauentum ist ethischer Art, während die Liebesromanheldin bloß ein natürliches Wesen ist.

Die Frauen in Wendy Shalits Anekdoten sind von letzterer Art: sie scheinen nie irgendetwas zu tun. Sie sind wie Heldinnen in Liebesromanen, indem sie sich passiv allem unterwerfen, was irgendein Mann mit ihnen tut, nur daß sie sich am Ende immer elend zu fühlen scheinen.

In A Return to Modesty, als erstes Beispiel, beschreibt die Autorin T-Shirts, die von den Feministinnen am Campus des Williams College entworfen wurden und solche bezaubernden Botschaften tragen wie „I HATE YOU!“ und „Don’t touch me again!“ („Rühr mich nicht wieder an!“). Auf einem der Hemden stand: „Why does this keep happening to me? When will this end?“ („Warum passiert mir das ständig? Wann wird das enden?“) (RM, S. 9). Die Frau, die mit dieser Botschaft an unsere Aufmerksamkeit und unser Mitgefühl appelliert, nimmt sich anscheinend überhaupt nicht als Akteurin wahr; schlechte Dinge (die vermutlich mit Männern zu tun haben) „passieren ihr einfach ständig“.

Oder Shalit erzählt von einem unvorsichtigen Besuch um 1 Uhr nachts im Schlafzimmer ihrer Beraterin im Sommerlager, als sie zarte 15 war: „Eines Abends fand ich mich [Hervorhebung von mir (d.h., Devlin)] plötzlich ein Stockwerk über dem Zimmer wieder, in dem ich üblicherweise schlief. Dieses Zimmer war zufälligerweise das Schlafzimmer meiner Lehrerin. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Umstände, unter denen ich dort gelandet war…“ (RM, S. 184 – 185). Ein Mann wäre vielleicht versucht darauf hinzuweisen, daß es wahrscheinlich damit zu tun hatte, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ich möchte nicht zu grob zu einem 15jährigen Mädchen sein, aber wenn Tausende erwachsene Frauen sich darüber beklagen, sich im Bett mit Männern „wiederzufinden“, die kein Interesse daran haben, sie zu heiraten, fällt es schwerer, nachsichtig zu sein.

Das Problem mit einer passiven Geisteshaltung ist, daß sie eine Abdankung von persönlicher Verantwortung mit sich bringt. Shalit möchte unser Mitgefühl für die Art, wie ihre Interviewpartnerinnen von ihren Freunden behandelt werden, aber sie vermeidet es sorgfältig zu erwähnen, wie die Männer dazu kamen, deren Freunde zu sein. In jedem Fall geschah es, weil die Frauen sie auswählten. Die Regel der Natur ist, daß männliche Individuen sich präsentieren, während die weiblichen auswählen.

Betrachten wir nun etwas detaillierter eine von Shalits Anekdoten über unglückliche Frauen, die mir besonders lehrreich zu sein scheint:

Eine Freundin von mir hatte eine Affäre mit einem Professor, als sie 21 war. Sie war zu der Zeit in seiner Klasse und wahnsinnig in ihn verliebt; er hatte keine Absicht, irgendetwas anderes zu tun als sie zu benutzen und sich ihrer kurzerhand zu entledigen. Ich war sprachlos, nicht darüber, daß das, was ihr passiert war [Hervorhebung von mir (d. h., Devlin)], sie zutiefst mitgenommen hatte, sondern daß sie das Gefühl hatte, sie müßte sich entschuldigen: „Dies wird wirklich kitschig klingen, aber, ähm… ich meine, um Gottes Willen, er hat mir die Jungfräulichkeit genommen!“ (RM, S.11).

So sehr ich es hasse, die Wirkung dieses berührenden Melodramas zu verderben, das die Autorin hier heraufbeschwört, so glaube ich doch, daß ein paar Anmerkungen und Fragen angebracht sind. Erstens ist der Verlust der Jungfräulichkeit nicht etwas, das einer Frau einfach „passiert“. Sowohl die Autorin als auch die Interviewte reden so, als ob der Mann die Jungfräulichkeit seiner Schülerin „genommen“ hätte, so wie ein Taschendieb einem ahnungslosen Opfer eine Geldbörse raubt. Wie genau war die Aufmerksamkeit dieser jungen Dame beschäftigt, während die unaussprechliche Befleckung ihrer Unschuld stattfand?

Zweitens, was genau ist mit der Behauptung gemeint, daß die junge Frau „wahnsinnig verliebt“ war? Liebe ist vielleicht der ultimative zweideutige Begriff; lassen Sie mich daher zum Zweck der Klarstellung der Anekdote der Autorin eine kurze von mir gegenüberstellen.

Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, einem Pflegeheim ein paar Besuche abzustatten. Die meisten der Bewohner empfangen nie Besucher; sie sitzen einfach da, an den Rollstuhl gefesselt, und warten auf den Tod. Was sie an Pflege erhalten, bekommen sie von Niedriglohnarbeitern, die Suaheli, Amharisch und ein Babel anderer Sprachen sprechen. Der Himmel weiß, wo ihre Kinder oder Enkel sind. Aber ein paar Fälle sind anders, wie ich bemerkte. Ein Mann, der einst Bomber an Hitlers Luftwaffe vorbeinavigierte, war dort, unfähig, selbst zu essen. Jeden Tag erschien seine Frau, saß bei ihm und löffelte das Essen geduldig in seinen Mund. War er ein „Alpha-Mann“? Ließ er sie in Leidenschaft hinsinken? Unterstützte er sie noch? Bot er ihr überhaupt irgendwelche Vorteile? Nein: und doch erschien sie weiterhin täglich einen Monat nach dem anderen und beklagte sich nie, bis zu dem Tag, als er starb. Dieses Verhalten kann nicht in Begriffen des rationalen Eigeninteresses erklärt werden, und ich behaupte, daß man es vernünftigerweise „Liebe“ nennen könnte.

Aber die Existenz von Liebe in diesem Sinne kann bei einer jungen Frau nicht bewiesen werden – nicht einmal bei einer frisch verheirateten; sie braucht eine Lebensspanne, um sich zu offenbaren. Daher ist niemand in einer Position, wo er sicher sagen kann, ob Shalits „wahnsinnig verliebte“ Freundin wirklich dazu bereit war, „in Reichtum oder in Armut, in Krankheit und Gesundheit“, etc. zu dem Professor zu stehen – nicht einmal die junge Frau selbst. Selbst wenn er sie en forme geheiratet hätte, gibt es eine gute statistische Chance dafür, daß sie sich schließlich nach ein paar Jahren von ihm hätte scheiden lassen (und ihm, wie es untreue Ehefrauen immer tun, die Schuld für das „Kaputtgehen“ der Ehe gegeben hätte). Wir können es einfach nicht wissen.

Wenn die Autorin diese Frau als „wahnsinnig verliebt“ beschreibt, bezieht sie sich jedoch nicht auf irgendeinen tatsächlichen Dienst oder ein Opfer, sondern auf eine Emotion. Diese Art von Liebe, die insbesondere für junge Leute charakteristisch ist, könnte man besser Verknalltsein nennen. Sie ist eine natürliche Erscheinung, die sich mit der Zeit immer abnützt. Sie verdient nicht den Respekt, den wir einer lebenslang bewiesenen ehelichen Loyalität zollen.

Shalits Freundin hat wahrscheinlich den Podiumseffekt erlebt. Wenn ein Mann zu einem Publikum spricht, vermittelt das dem weiblichen Geist subrational, daß er Status hat: er spricht, während andere bloß zuhören. Das Phänomen ist Drehbuchautoren von Hollywood seit langem bekannt. Viele alte romantische Komödien mit Cary Grant enthalten eine Szene, wo die Heldin ihm zusieht, wie er eine Ansprache vor einem Publikum hält. Shalit könnte uns wahrscheinlich selbst eine Menge über den Podiumseffekt erzählen, wenn sie wollte; sie erwähnt „meine Bewunderung für meinen [zukünftigen] Mann, nachdem ich ihn bei einem Passah-Sederabend sprechen hörte“ (GGM, S. 103). (Nicht, nachdem er ihr eine Tür aufgehalten hatte!) Auf jeden Fall ist der Podiumseffekt ein Hauptgrund für die irrtümlich so bezeichnete Situation des „lüsternen Professors“.

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Drittens und letztens, betrachten wir die Behauptung, daß der Professor „keine Absicht hatte, irgendetwas anderes zu tun als sie zu benutzen und sich ihrer kurzerhand zu entledigen.“ Während ich das Herumhuren von Professoren mit Studentinnen nicht billigen möchte, sollte auch darauf hingewiesen werden, daß die meisten Männer sich nicht wie Schurken in billigen Sendungen die Hände reiben und kichern: „Hehe, ich werde dieses Mädchen benutzen, um meine niederträchtige Lust zu stillen, und sie dann mit gebrochenem Herzem im Ruin zurücklassen!“ Wenn er eine Affäre eingeht, weiß ein Mann, wie eine Frau, vielleicht nicht einmal genau, was er will oder beabsichtigt.

Aber die Erfahrung deutet darauf hin, daß, wann immer eine Liebesaffäre nicht zur völligen Zufriedenheit einer Frau läuft, sie dazu neigen wird, den Ereignissen eine tendenziöse und sich selbst entschuldigende Interpretation unterzuschieben: sie „liebte“ ihn, während er sie „nur benutzte“. Einer der Gründe für die Institution der Ehe ist, wie ich zu glauben begonnen habe, zu verhindern, daß Frauen das tun; die öffentliche Anerkennung der Legitimität durchzusetzen wenn ein Mann sich eine Partnerin nimmt. Die Ehe ist das, was Männer sagen läßt: „Es ist in Ordnung – sie ist meine Frau.“ Das sentimentale Szenario vom herzlosen Schuft, der dem naiven Mädchen „nachstellt“, ist gefährlich, weil es so stark sowohl die weibliche Passivität und Verantwortungslosigkeit als auch den männlichen Beschützerinstinkt anspricht. Ohne irgendeine gesellschaftlich sanktionierte Form der sexuellen Vereinigung könnten die Beschützertriebe von Männern in den Schnellgang schalten, und wir würden es erleben, wie sie in der Stadt herumballern im Versuch, junge Frauen davor zu „beschützen“, Mütter zu werden.

Ich bin zum Beispiel auf männliche Kommentatoren gestoßen, die behaupten, daß Professoren, die Studentinnen „nachstellen“, (in bestimmten Fällen) als Vergewaltiger behandelt werden sollten. Dies ist eine radikale Abweichung von der christlichen Sicht auf Frauen als moralische Akteurinnen, und der hohe Status von Frauen in der westlichen Gesellschaft ist im Grunde an solch eine Sichtweise gebunden.

Soweit ich sehen kann, steht uns, falls wir nicht willens sind, Frauen strikt für ihre Handlungen verantwortlich zu machen, nur ein logischer Rekurs zur Verfügung: eine Rückkehr zur antiken römischen Rechtsdoktrin, daß eine Frau eine ewige Minderjährige ist. Dies würde ein Ende nicht bloß der zeitgenössischen „Frauenbefreiung“ nach sich ziehen, sondern auch einer ganzen Rechtstradition, die sich innerhalb der Christenheit im Laufe von Jahrhunderten entwickelt hat. Für den Anfang bedeutet das, daß Frauen nicht länger erlaubt werden könnte, Grundeigentum zu besitzen oder Verträge abzuschließen. Obwohl erniedrigend für Frauen und selbst für Männer unbequem, ist solch ein System zumindest in sich konsistent.

Was sowohl inkonsistent als auch moralisch nicht haltbar ist, ist das, zu dessen Förderung sich der Feminismus und die fehlgeleitete Ritterlichkeit gewisser männlicher Konservativer jetzt zusammentun: Freiheit für Frauen zu tun, was ihnen verdammt nochmal gefällt, mit Schuldzuweisung und Bestrafung für Männer, falls die Frauen mit den Ergebnissen ihres eigenen Verhaltens nicht glücklich sind.

In Summe würde ich Männern raten, sich nicht zu leicht von Geschichten über Frauen, die hilflos zur Beute von Verführung und Sitzenlassen werden, zu Tränen rühren zu lassen. Schon immer, lange vor der Morgendämmerung der Geschichte, als menschliche Wesen erstmals die Verbindung zwischen Koitus und der Geburt von Kindern begriffen, haben alle Gesellschaften von ihren Frauen ganz selbstverständlich sexuelle Zurückhaltung verlangt. Es ist ein höchst verdächtiger Umstand, daß die politisch am meisten „ermächtigten“ Frauen der Weltgeschichte plötzlich sexuell hilflos geworden sein sollten.

Ein weiterer Ausdruck von Shalits weiblich-passivem Denkmuster ist, daß sie bei der Betonung dessen, daß Sex für die Ehe vorbehalten sein sollte, fast nichts darüber sagt, wie Mädchen verheiratet werden sollten. Ihre Strategie für sie läuft darauf hinaus, daß „eines Tages euer Prinz kommen wird“. Nachdem sie sich ausschließlich auf junge Frauen konzentriert, ist nicht klar, was sie den Millionen einsamer Karrierefrauen sagen würde, die diesem Rat buchstabengetreu gefolgt sind und sich in der Situation „wiederfinden“, daß sie von der Menopause überholt werden, während sie immer noch darauf warten, daß der schwindelerregende Mann ihrer Träume erscheint.

Die Autorin zitiert zustimmend eine Anzahl angeblich sittsamer junger Frauen, die sagen: „Ich habe noch keinen gefunden, der es wert ist, geheiratet zu werden.“ Dies ist kein Selbstrespekt, sondern Selbsttäuschung, und ich kaufe es ihnen nicht ab. Ein heute zufällig auf der Straße ausgewählter Mann wäre oft genauso gut wie jeder Kerl, mit dem solch ein Mädchen sich schließlich zufrieden gibt, unter der Annahme, daß sie es überhaupt schafft, sich rechtzeitig für einen zu entscheiden.

Eine weitere von Shalits Frauen sagt: „Ich bin enthaltsam, weil ich ein Ziel im Leben habe. Ich möchte Ärztin oder Diplomkrankenschwester werden. Wenn ich ein Baby habe oder irgendwas, das mein Ziel blockiert, werde ich das nicht erreichen können. Daher ist es zur Zeit mein Ziel, fokussiert zu sein und in der Schule zu bleiben.“ Für junge Frauen wie diese, merkt Shalit an, „symbolisiert ein Baby zu haben, ‚stecken zu bleiben’“ (GGM, S. 65 – 66). Die Autorin scheint nicht wahrzunehmen, daß dies bloß feministischer Karrierismus und Geburtenfeindlichkeit wie üblich ist und nichts mit Sittsamkeit zu tun hat.

Frauen befinden sich aus gutem Grund in ihren frühen Zwanzigern am Höhepunkt ihrer sexuellen Attraktivität für Männer: dies ist auch der Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit, die um das Alter von 26 einen steilen, irreversiblen Niedergang beginnt. Shalit selbst hat die Ehe anscheinend bis etwa 28 aufgeschoben. In Teilen von Skandinavien – jener Avantgarde der westlichen Dekadenz – hat das Durchschnittsalter von Frauen bei ihrer ersten Hochzeit nun 30 überschritten. Eine von Shalits Sittsamkeitsaktivistinnen hatte ihr erstes Kind mit 37, und sie tut die Freunde der Frau, die vor den Gefahren gewarnt hatten, verächtlich ab, indem sie einfach anmerkt, daß das Baby in diesem bestimmten Fall gesund geboren wurde. Vor einigen Jahren entdeckte eine Umfrage, daß 89 Prozent der jüngeren, sehr erfolgreichen Frauen glauben, daß sie die Schwangerschaft sicher bis in ihre Vierziger aufschieben können. Im Jahr 2002 versuchte die Amerikanische Gesellschaft für Fortpflanzungsmedizin, solche Fehlvorstellungen mit einer Anzeigenkampagne des öffentlichen Dienstes richtigzustellen; das Projekt wurde wegen Opposition feministischer Gruppen aufgegeben.

Im Amerika der 1950er – im Babyboom – sank das Durchschnittsalter der Frauen bei der ersten Heirat auf bis zu 20. Ich betone das Wort „Durchschnitt“: viele Mädchen waren jünger und heirateten direkt aus der Schule oder sogar noch vorher. Bis zum heutigen Tag ist eine Heirat mit 16 für Mädchen (mit elterlicher Einwilligung) in allen 50 Bundesstaaten legal. Während des christlichen Mittelalters war eine Braut oft noch ein bißchen jünger. Die meisten Amerikaner von heute haben keine Ahnung, wie bizarr ihr Entsetzen über „Teenagerschwangerschaften“ in anderen Zeiten und an anderen Orten erschienen wäre.

Zum Abschluß, und als Dienst an den Leserinnen von The Last Ditch, möchte ich enthüllen, was einen Mann dazu bringt, sich zu binden. Es ist eigentlich etwas extrem Simples, obwohl es in Frauenmagazinen sorgfältig unerwähnt bleibt: Kinder. Ein normaler Mann fühlt sich moralisch an eine Frau gebunden, die ihm Kinder gebärt, bei denen er das Gefühl haben kann, daß es seine sind. Das Überleben unserer Zivilisation hängt vielleicht davon ab, daß die Frauen sich schleunigst wieder mit dieser uralten und zeitlosen Realität vertraut machen.

Quelle von Counter-Currents: http://www.thornwalker.com/ditch/

* * *

(Quelle der Übersetzung hier)

Nächster Teil aus dem Buch „Die sexuelle Utopie an der Macht“:  Häusliche Ökonomie, Teil 1

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Ein Kommentar

  1. Dies ist der 500. Beitrag hier auf Morgenwacht!

    Und es ist ein passender Beitrag zum morgigen „Weltfrauentag“, wie auch die anderen Essays aus F. Roger Devlins Buch „Die sexuelle Utopie an der Macht“, die ich heute eingestellt habe und demnächst noch veröffentlichen werde.

    Antworten

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