Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 1

Artemisia Gentileschi, „Susanna und die Ältesten“, 1622

Artemisia Gentileschi, „Susanna und die Ältesten“, 1622

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Feminine Sexual Counter-Revolution & its Limitations, Part 1 erschien am 27. Juni 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right. (Der Link zur Autorenkategorie „Fred Reed“ im Text wurde vom Übersetzer eingefügt.)

Teil 1 von 2

Wendy Shalit
Girls Gone Mild: Young Women Reclaim Self-respect And Find It’s Not Bad to Be Good
New York: Random House, 2007

Neu aufgelegt als:
The Good Girl Revolution: Young Rebels with Self-Esteem and High Standards
New York: Ballantine, 2008

Wendy Shalit gelangte erstmals 1995 zu öffentlicher Aufmerksamkeit mit einem lustigen Artikel im Magazin Commentary über den Aufstieg und Fall gemischtgeschlechtlicher Toiletten im Williams College („A Ladies’ Room of One’s Own“, August 1995). Studienanfänger beider Geschlechter sollten sich ein Studentenwohnheim teilen und entschieden durch Konsens, daß getrennte Toiletten für Männer und Frauen unnötig seien. In Wirklichkeit hätten alle Mädchen getrennte Einrichtungen bevorzugt, aber keine wollte es zugeben aus Angst, für prüde gehalten zu werden. Eine entwickelte Harntraktprobleme wegen ihres Widerwillens, die gemischtgeschlechtliche Toilette zu benutzen, bis ein Punkt extremer Dringlichkeit erreicht war. Weitere Untersuchungen enthüllten, daß die Männer mit dem Arrangement auch nicht unbedingt zufrieden waren. Eine Art Situation wie in „Des Kaisers neue Kleider“ hatte sich ergeben, in der eine Gruppe ihren Mitgliedern etwas aufzwang, das wenige oder niemand von ihnen wirklich wollte.

Shalit kam zu dem Verständnis, daß die sexuelle Revolution als Ganzes einen ähnlichen Charakter hatte: junge Leute hatten sexuelle Abenteuer, nicht weil sie persönlich es wünschten, sondern weil sie glaubten, daß es von ihnen erwartet wurde. Die Feministinnen am Campus des Williams College, die auf beiläufigen Sex drängten, schienen zutiefst unglücklich zu sein. Anderswo traf sie orthodoxe jüdische Mädchen – denen verboten war, ihre Verlobten vor der Hochzeit auch nur zu berühren – ging es einfach bestens. Den Beschämungstaktiken von Gleichaltrigen und einigen Professoren zum Trotz schrieb sie eine Abschlußarbeit über Sittsamkeit. Aus dem Projekt wurde schließlich das Buch A Return to Modesty: Rediscovering the Lost Virtue (New York: The Free Press, 1997), eine Untersuchung der Natur der Sittsamkeit, die sich auf die Bibel, Rousseau, Kierkegaard, Jean-Paul Sartres Freundin, Werke der bildenden Kunst, populäre Schallplatten und das Magazin Mademoiselle stützte.

A Return to Modesty stieß auf Empörung von zu erwartender Seite, wie Pornographen und Feministinnen. Baby-Boomer unter den Rezensenten warfen ihr vor, „die Uhr zurückzudrehen zu versuchen“, der New York Observer druckte auf der Titelseite eine Karikatur von ihr in der Uniform eines SS-Offiziers ab, und sie erhielt Todesdrohungen (S. 5). Ihre Nonchalance über diese Art von Kritik wird passend ausgedrückt durch die Aufnahme ihres persönlichen Rezepts für Apfelkuchen in diesem neuen Buch: ein Kuchen ins Gesicht ihrer „Bad girl“-Kritiker, sozusagen (S. 263). Ihre Selbstsicherheit ist ohne Zweifel durch die Tausenden dankbarer Briefe und E-Mails bestärkt worden, die sie von jungen Frauen erhalten hat.

Die interessanteste persönliche Erfahrung, die sie erzählt, beinhaltet eine auf den Erfolg ihres ersten Buches folgende Einladung, in einer PBS-Sendung namens „If Women Ruled the World“ („Wenn Frauen die Welt regierten“) aufzutreten. Während er sich darauf vorbereitete, sie zu interviewen, „begann der Produzent zu erklären, was er wollte, daß ich sage: daß eine gewisse Feministin der zweiten Welle die Frauenschaft gerettet hätte und daß ich, als junge Frau, ihr dankbar sei.“ Als sie Vorbehalte zu den Ideen der Frau äußerte, „begann der Produzent ungeduldig zu werden: ‚Was sie sagen’, sprudelte er hervor, ‚steht nicht im Drehbuch!“ (S. 19). Am Ende wurde sie nicht interviewt. Sie genoß schließlich die Lächerlichkeit, daß ein männlicher Fernsehproduzent eine Dokumentation über „starke Frauen“ machte und den weiblichen Interviewten genau sagte, was sie sagen sollten.

Ihr neues Angebot, Girls Gone Mild, ist weniger ehrgeizig als ihr vorheriges Buch und läßt philosophische Spekulationen über die Natur der Sittsamkeit zugunsten einer Berichterstattung über soziale und sexuelle Trends unter jungen Frauen weg. Das Werk stützt sich auf „über 100 ausführliche Interviews mit Mädchen und jungen Frauen im Alter von zwölf bis achtundzwanzig; fünfzehn Interviews mit jungen Männern und über 3000 E-Mail-Konversationen“ sowie eine ziemliche Menge von Reisen und Diskussionen mit Fachleuten verschiedener Art.

Sie beginnt mit der Beschreibung der populären Bratz-Puppen, mit hochhackigen Schuhen, Lippenstift und „Komm her“-Blick, die nun an Mädchen im Alter von 7 bis 12 vermarktet werden. Ein Hochglanzmagazin, das es zu den Puppen gibt, ersucht seine jungen Leserinnen, über solch gewichtige Fragen nachzudenken wie „Bist du immer die erste in deiner Gruppe, die die schärfsten neuen Sachen trägt?“ und „Magst du es, wenn die Leute dich auf der Straße ansehen?“ (S. xvii). Für ihre jüngeren Schwestern gibt es bereits eine Serie „Bratz Babyz“ – Babypuppen mit Netzstrümpfen und Miniröcken (S. xv). Solche Waren beeinflussen natürlich das Verhalten der Mädchen. Ein Leser schrieb Shalit von

zwei kleinen Mädchen, die in unserer Straße wohnen und vielleicht fünf und sieben Jahre alt sind, die Plateauschuhe, Miniröcke, bauchfreie T-Shirts etc. tragen. Eines Tages sahen sie ein paar Jungen auf dem Feld in der Nähe unseres Hauses Basketball spielen und brezelten sich auf mit Make-up, Handtaschen etc., um dort hinzugehen und zu posieren (S. xix)

Es gibt jetzt sogar ein Wort für solche Kinder: prostitots. (Shalit erwähnt, was Ihrem Rezensenten höchst verdächtig erscheint, nicht den Umstand, daß die weitverbreitete Hysterie wegen „Pädophilen“ sich gleichzeitig entwickelt hat.)

Andererseits berichtet sie über Mädchen, die erfolgreiche Boykotte („girlcotts“ genannt) von Firmen inszeniert haben, die unanständige Kleidung vertreiben (S. 224 – 231). Diese Gegenströmung scheint an Stärke zu gewinnen: Die Jungfräulichkeitsrate unter Teenagern ist seit zehn Jahren durchgehend gestiegen (S. 75).

Die Augenlider Ihres männlichen Rezensenten wurden jedoch schwer, als die Autorin auf die Einzelheiten der Inszenierung einer „sittsamen Modeschau“ durch Amateure einging (S. 170 – 172). Während es zweifellos dem vorzuziehen ist, daß man Mädchen als Models für Tangas oder Negligés von Frederick’s of Hollywood auftreten läßt, könnten wir ihnen besser raten, die Zeit und das Geld, das sie für persönliche Verzierung verwenden, überhaupt zu beschränken. Wie wäre es damit, ersatzweise eine Veranstaltung abzuhalten, wo wir die Mädchen in Fässer mit Schulterträgern kleiden und sie den Gebrauch verschiedener Haushaltsreinigungsmittel lehren?

Jugendliche, die über ihre Bratz-Puppen hinausgewachsen sind, können zu Gossip Girl übergehen, einer populären Romanreihe, die Shalit als „Marquis de Sade für Teenies“ beschreibt. Die Leserinnen werden zu Fantasien darüber verleitet, Modelverträge zu haben, von Designermode überquellende Wandschränke, Schubladen vollgestopft mit Diamant-Accessoires und komplizierte Liebesleben, zu denen auch ein „Freund der besten Freundin“ gehört. Ein weiblicher Charakter wird so beschrieben: „scheut sich nicht, schmutzige Methoden anzuwenden, um zu bekommen, was sie will“ (S. 181 – 182). Mädchen, die nicht die nötige Mühe investieren können, die Bücher zu lesen, haben jetzt die Option, die Fernsehserie anzusehen.

Als Gegensatz stellt die Autorin dem Leser „L. T. Meade“ oder Elizabeth Thomasina Meade Smith (1854-1914) vor, eine amerikanische Autorin von 280 Büchern für Mädchen, einschließlich solch gewagter Titel wie A Very Naughty Girl, The Rebel of the School und Wild Kitty. Diese Bücher wurden mit etwa derselben Geschwindigkeit ausgestoßen wie die „Gossip Girl“-Romane, aber sie enthielten alle eine moralische Botschaft. Zum Ende jedes Romans, schreibt Shalit, „wurde ein Charakterfehler getilgt, aber das Temperament des Mädchens blieb in voller Kraft erhalten.“ Zur Läuterung gehört oft, daß die Heldin die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen lernt, die von ihrem vorherigen egozentrischen Verhalten verletzt wurden. So bescheiden Meades künstlerische Ziele auch waren, so sind ihre Charaktere doch verschieden: jedes „schlimme“ Mädchen ist auf etwas andere Weise schlimm. Die Gossip Girls sind mehr oder weniger austauschbare Nummern, die aus Habgier, Lust und Gerissenheit zusammengesetzt sind (S. 184 – 186). Zur Beachtung für Heimunterrichter: Sie werden vielleicht darüber nachdenken wollen, Barnes & Noble zugunsten eines Antiquariats zu übergehen.

In vielen von Shalits Anekdoten kommt die seltsame neue „Generationenkluft“ zwischen Babyboomer-Eltern und ihrem Nachwuchs vor. Diejenigen, die alt genug sind, um sich an die Zeit zu erinnern, als „das Establishment“ ein Kampfbegriff war, werden amüsiert darüber sein, von rebellischen Teenagermädchen zu lesen, die erklären: „Wir sind das Establishment, weil niemand sonst etwas etablieren will“ (S. 60).

Die Boomer dachten – und denken immer noch -, daß Partnerwerbungsrituale und eheliche Treue bloße Ketten für das gesunde Verlangen waren. Daher ermutigen sie ihre eigenen Kinder dazu, zu tun, was ihnen gefällt. Aber die alten Regeln waren weniger Fesseln als vielmehr Wegweiser; die jungen Leute fühlen sich ohne sie nicht befreit, sondern verloren. In anderen Worten, daß man ihnen sagt: „Tut, was immer ihr wollt!“ ist nicht hilfreich für Jugendliche, die sich immer noch darüber klar zu werden versuchen, was sie wollen. Oft wird die wohlmeinende Ermutigung ihrer Eltern von ihnen als Druck zu einem sexuellen Verhalten erlebt, das sie nicht wirklich wünschen. Mädchen berichten, daß sie Sex mit Fremden haben, einfach um „sich anzupassen“. Ein Teenagerjunge schluchzt: „Ich glaube nicht, daß meine Mama mich liebt“, weil sie nichts tut, um ihn daran zu hindern, mit einer älteren Frau zu schlafen (S. 8).

Lobenswerterweise widmet die Autorin Aspekten der Populärkultur Raum, die viele Autoren (und möglicherweise manche Leser dieser Webseite) für ihrer Beachtung nicht wert halten, wie das Magazin Cosmopolitan. Sie stellt die rhetorische Frage:

Zählt es überhaupt, was die Frauenmagazine sagen? „Seriöse Autoren“ sagen mir oft, daß „wir alle wissen“, daß Frauenmagazine nicht ernstzunehmen sind. Da bin ich anderer Ansicht. Das Abtun von Cosmo durch die Intelligenzia maskiert sich als Verfeinerung, könnte aber kaum ahnungsloser sein. Vielleicht ist es notwendig, das Offensichtliche festzustellen: Der Grund, warum diese Magazine überall in jedem Supermarkt erhältlich sind, ist, daß Zig Millionen Frauen sie kaufen und lesen (S. 82 – 83).

Tatsächlich ist Cosmopolitan das bestverkaufte Magazin in amerikanischen College-Buchläden. Es ist nicht übertrieben, es einen wichtigen Teil der amerikanischen Frauenbildung zu nennen. Als die Autorin gegenüber einer jungen, religiös praktizierenden Frau erwähnte, daß manche Leute nicht denken, daß man Cosmo ernst nehmen sollte, war sie „schockiert und zog scharf den Atem ein: ‚Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Cosmo? Das ist wie die Bibel!“

Ein Redakteur des Magazins Seventeen sagte ihr:

Ehrlich gesagt hielt ich nicht viel von Teenie-Magazinen, bevor ich bei einem arbeitete, aber ich weiß, daß Mädchen Seventeen sehr ernst nehmen. Manchmal erschreckte es mich zu erfahren, wie sehr Mädchen sich wirklich an das Magazin um Rat wandten. Sie würden nicht glauben, was für Fragen sie zu stellen pflegen – Dinge, die sie ihre Eltern hätten fragen sollen, aber nicht konnten oder wollten. (S. 83)

In anderen Worten, diese billigen, massenproduzierten Publikationen verfügen über enorme moralische Autorität über ihre Leserschaft: Was sollen wir annehmen, wie gut der Selektionsprozeß für Redakteure ihre Fähigkeit sicherstellt, der Verantwortung gewachsen zu sein?

Frauenmagazine enthalten, im Gegensatz zu jenen, die an Männer vermarktet werden, fast nichts als Ratschläge. Männer suchen natürlich schon Rat, aber üblicherweise in bestimmten und begrenzten Bereichen, wo sie ihr Ziel bereits im Blick haben. Frauen sind vergleichsweise steuerlos. „Das eine, das ich wieder und wieder hörte“ (von Interviewten), sagt Shalit, „war, wie dringend sie eine Anzahl neuer Rollenmodelle brauchten“ (S. xi). Soviel zu den unabhängigen Frauen, die der Feminismus uns versprach.

In der Tat wäre es, wenn unsere natürlichen Wahrnehmungen nicht durch 40 Jahre feministischer Heuchelei über „weibliche Führerinnen“ verzerrt wären, völlig offenkundig, daß die meisten Frauen ein starkes Bedürfnis nach Anleitung empfinden, und dies ist ein Grund, warum die Ehe für ihr Glück so wichtig ist. Ihr Zorn und ihre Frustration über Männer heute liegt teilweise daran, daß die Männer ihnen nicht die liebevolle, aber feste Führung bieten, die sie brauchen.

Shalit widmet ein Kapitel der Porträtierung junger Frauen, die sich aktiv zugunsten vorehelicher Keuschheit aussprechen. Es ist bemerkenswert, daß die meisten von ihnen schwarz sind. Die Autorin merkt an, daß schwarze Colleges wie Spellman strengere Regeln haben als elitäre, großteils weiße Institutionen im Nordwesten wie jenes, das sie selbst besuchte, und „alle Autoren, die mich angegriffen haben und Sittsamkeit als ‚elitäres weißes’ Konzept bezeichneten, in Wirklichkeit elitäre Weiße sind“ (S. 66). Ihr passieren sogar ein paar Standardformulierungen über „beleidigende rassistische Stereotypen“ und „das schmerzliche Erbe der Sklaverei“. Lesern von The Last Ditch ist möglicherweise bewußt, daß solche „Stereotype“ eine reale biologische Grundlage haben: Afrikaner sind in Wirklichkeit weniger monogam als Europäer. Aber die Autorin berichtet bloß, was sie sieht, wenn sie über das Hervorstechen schwarzer Frauen in der Sittsamkeitsbewegung schreibt. Woran könnte das liegen?

Shalit gibt zu, daß das Tabu gegen die ehrliche Diskussion über Rasse dies zu einem schwierig anzugehenden Thema macht. Sie fand nur einen Soziologen, der bereit war, sich damit zu befassen, unter der Bedingung der Anonymität. Er sagte ihr einfach: „Schwarze Frauen haben den höchsten Preis für die sexuelle Revolution in den Vereinigten Staaten bezahlt“ (S. 72).

Hier ist meine Vermutung: Es ist eine alte Beobachtung, daß die Sexualmoral unter Menschen mit bescheidenen Mitteln am strengsten ist; lockereres Verhalten findet unter den sehr Reichen statt (weil sie es sich leisten können) und unter den sehr Armen (weil sie die Folgen nicht einzukalkulieren brauchen). Die schlimmstmögliche Situation entsteht, wenn die Armen durch Wohlfahrtszahlungen künstlich „reich“ (nach ihren eigenen Maßstäben) werden. Nun, die elitären weißen Blagen, die der sexuellen Revolution auf den Campus in den Sechzigern den Weg bereiteten, konnten von dem Kapital zehren, das von den in Depression und Krieg gehärteten Eltern mühevoll aufgebaut worden war. Am anderen Extrem werden wenig intelligenten Unterschicht-Schwarzen ihre Babies durch die Steuerzahler subventioniert; sie werden eigentlich dafür belohnt, daß sie keinen männlichen Brotverdiener haben. Man wird unter ihnen noch weniger sexuelle Treue finden als unter weißen College-Kids oder der Hollywood-Schickeria. Shalit lotete jedoch nicht die sozialen Tiefen der Wohnbauprojekte aus. Die schwarzen Frauen, mit denen sie sprach, schaffen es, sich über Wasser zu halten, und diese Gruppe, die nicht subventioniert wird und in bescheidenen Verhältnissen lebt, hat am meisten vom Verlassenwerden durch Männer zu fürchten. Die wirtschaftliche Verschlechterung könnte mit der Zeit vielen weißen Frauen ähnliche Anreize präsentieren. Das verbrecherische Verhalten der „Familiengerichte“ bei der systematischen Belohnung des Verlassens durch Frauen verzögert diese Entwicklung jedoch.

Einer der vielen Gründe für die Beschränkung sexueller Beziehungen auf die Ehe ist, daß sie die Konkurrenz zwischen Personen des gleichen Geschlechts verringert, was Freundschaft und Vertrauen zwischen ihnen möglich macht. Shalit widmet diesem Thema ein Kapitel. In einer traditionellen religiösen Gemeinschaft in Israel beobachtete sie, wie Frauen fallen ließen, was sie gerade taten, und tanzten, bis sie vor Freude platzten, wann immer sie erfuhren, daß eine von ihnen verheiratet werden sollte. „Die Vorstellung, daß Frauen wahrlich glücklich füreinander sind, ohne jegliche Vorbehalte, war für mich neu und auch sehr bewegend“ schreibt sie (S. 134).

Im Gegensatz dazu stehen in Amerika auf populären T-Shirts für Mädchen Botschaften wie „Do I Make You Look Fat?“ („Lasse ich dich fett aussehen?“) und „Blondes are Adored… Brunettes are Ignored“ („Blondinen werden angebetet… Brünette werden ignoriert“). Zu den Motiven hinter dem kürzlichen erfolgreichen „girlcotting“ von Geschäften, die solche Leibchen verkaufen, gehört eigentlich das Bewußtsein der Mädchen, daß sie zu Cliquen und zum Mobbing untereinander ermutigen (S. 225).

Es heißt, daß eine wachsende Zahl amerikanischer Mädchen sich dafür entscheidet, nur mit Jungen zu verkehren, weil, wie die Mutter eines solchen Mädchens erläutert, „Teeniemädchen oft brutal manipulativ und gemein sind“ (S. 128). Experten berichten, daß „Mädchen bedeutend mehr Gewalttaten begehen als noch vor einer Generation“ (S. 243). Die Autorin erzählt beunruhigende Geschichten von Mädchen, die durch das Mobbing ihrer „Freundinnen“ tatsächlich in den Selbstmord getrieben wurden (S. 254 – 255).

Mädchen verhalten sich vielleicht teilweise deshalb so schlimm, weil es das ist, was ihnen nun beigebracht wird. Die Autorin erzählt von einer Mutter, die „entschlossen war, eine Feministin großzuziehen“. Als ihr kleines Mädchen zwei Jahre alt war, beschwerte sich die Kindertagesstätte darüber, daß es die Fünfjährigen tyrannisierte (sie pflegte aufzuspringen, um sie zu schlagen). Die Mutter sagt: „Ich ermutigte sie dazu, ‚ranzugehen’“. Eine weitere Anwältin sagte ihr: „Ich bin sehr argwöhnisch dagegen, Mädchen zu sagen, sie müßten moralisch gut sein. Genau das ist Sexismus“ (S. 251). Shalit zitiert Artikel aus dem populären feministischen Magazin Bitch, die selbstlose und rücksichtsvolle Frauen verspotten und unvorteilhaft mit anderen vergleichen, die eine „dunkle Seite“ zeigen (S. 241). Eine gewisse Elizabeth Wurtzel hat ein ganzes Buch mit dem Titel Bitch geschrieben, in dem sie erklärt: „Daß eine Frau genau das tut, was ihr gefällt, und auf die Bedürfnisse, Forderungen und Wünsche anderer Leute verzichtet, bleibt weiterhin revolutionär“ (S. 242).

Eine sehr erfolgreiche Redakteurin eines Frauenmagazins hat ein Ratgeberbuch für junge Ehefrauen geschrieben, in dem es heißt: „Geben, Hingabe, Opfer bringen… dies sind die Handlungen einer guten Ehefrau, nicht wahr? Nein. Dies sind die Handlungen einer Arbeitssklavin, einer Idiotin, einer dämlichen Kuh.“ Stattdessen werden Frauen dazu gedrängt, eine Ehefrau nachzuahmen, die die Kleider ihres Mannes in den Garten warf, um ihn zu lehren, seine Socken nicht auf dem Boden liegenzulassen: „Er verstand, daß ich es ernst meinte.“ Oder eine andere, die wollte, daß ihr Ehemann ihr bei der Wäsche hilft, und ihn anschrie: „Bist du ein besch*** Vollidiot, daß du nicht siehst, wie ich die Stiegen rauf und runter laufe? Hör mir zu, und hör mit deinem Bockmist auf.“ Oder eine andere, die diese zwischenpersönliche Fertigkeit entdeckte: „Steh einfach da und fang zu schreien an. Wenn du lange genug dastehst und schreist, wird irgend jemand erkennen, daß du in der Mitte des Raumes stehst und schreist [und fragen]: ‚Warum schreist du?’“ (S. 245 – 247).

Was könnte mit den Männern heute nicht stimmen, daß sie sich weigern, sich zu binden?

Es ist bemerkenswert, daß eine Frau mit solch traditionellen Vorstellungen über Ehe, Sittsamkeit und weiblichen Anstand nie den Feminismus an sich verdammt. Stattdessen behauptet Shalit, eine „vierte Welle“ der Bewegung wahrgenommen zu haben, die durch die Ablehnung von Pornographie und beiläufigem Sex charakterisiert ist. Ihr Rezensent ist nicht optimistisch bezüglich der Möglichkeit, daß schließlich eine X-te feministische Welle daherkommt, um all die Probleme zu lösen, die von den Wellen 1 bis (X – 1) geschaffen wurden. Shalit ist besser, wo sie zugibt, daß der Feminismus „zu einer Art Rorschach-Test geworden ist: das Wort selbst ist beinahe bedeutungslos geworden – und kann sich auf diametral entgegengesetzte Ideen beziehen“ (S. 208). Die jungen selbsternannten Feministinnen, die sie zitiert, klingen wirklich extrem verwirrt. Sie sagen Dinge wie: „Ich denke nicht, daß die Feministinnen der ersten Welle wollten, daß wir mehr wie Männer sind“ (S. 218) und „Beim Feminismus ist es immer um die Wertschätzung des häuslichen Lebens gegangen“ (S. 222). Manche verwenden einfach das Wort „feministisch“, wenn sie „feminin“ meinen (S. 121).

Mein Eindruck ist jedoch, daß ein paar Dinge in der Tat durch all diese Wellen und Permutationen fortbestanden haben: eine Betonung der „Ermächtigung“ von Frauen und die Annahme, daß die Männer an den meisten ihrer Probleme schuld seien. In zumindest diesem minimalen Sinn könnte man Wendy Shalit eine Feministin nennen.

* * *

Ihr Rezensent sympathisiert völlig mit einer Rückkehr zur weiblichen Sittsamkeit und mit der Beschränkung sexueller Beziehungen auf die Ehe. Aber dies läßt eine Menge Spielraum für Meinungsverschiedenheiten darüber, wie unsere Gesellschaft so weit vom Weg abgekommen ist, und über die besten Mittel für eine Rückkehr zu normaler, gesunder Partnerwerbung und Monogamie. Insbesondere die Vorstellung, daß alle unsere Probleme davon kommen, daß die Frauen Sex außerhalb der Ehe verfügbar machen – und infolgedessen, daß eine Strategie des „Wartens bis zur Hochzeit“ alles wieder in Ordnung bringen wird -, verdient einen genauen, kritischen Blick. Wendy Shalits Schriften liefern eine brauchbare Gelegenheit dazu. Ihre Vorschläge haben beträchtliche Grenzen, von denen eigentlich die meisten aus einer einzigen Quelle stammen: weiblicher Narzißmus und das mit ihm einhergehende Desinteresse an der männlichen Perspektive.

Ich möchte fair sein, daher weise ich darauf hin, daß ihr erstes Buch, A Return to Modesty (im folgenden als RM abgekürzt), Funken eines solchen Interesses enthielt. Das Gesetz bezüglich sexueller Belästigung, beklagte sie, „behandelt Männer wie Hunde. Es sagt zu ihnen: Sitz, Junge, sitz! Tue X nicht, weil ich es sage“ (RM, S. 102). Sie merkte einsichtsvoll an, daß Frauen wünschenswertes männliches Verhalten weit wirksamer durch moralische Autorität hervorrufen können, als sie es jemals durch die Polizeimacht des Staates erzwingen könnten. Dies ist weit entfernt von der üblichen feministischen Mentalität.

In ihrem neuen Buch Girls Gone Mild (im folgenden GGM) jedoch wird der männliche Standpunkt völlig mißachtet. (Sie gibt die Vernachlässigung zu, bietet aber armselige Gründe dafür: GGM, S. 277). Sie beschreibt sogar ihre Empörung über eine Frau, die sie nach einer langen Diskussion über Mädchen und ihre Probleme daran erinnerte, daß die Jungs doch auch Gefühle haben: „Ich war sprachlos. Emotionale, verträumte Mädchen sind ein Dorn in unserer Seite, aber wenn Jungs romantisch sind, ist jede ihrer Tränen kostbar“ (GGM, S. 90).

Mein Punkt ist nicht, daß wir Jungs verhätscheln sollten; ich lenke einfach die Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeit, die Shalit, zusammen mit den meisten Frauen, damit zu haben scheint, sich gedanklich an die Stelle eines Mannes zu versetzen. Es kann leicht sein, daß es dafür eine evolutionäre Erklärung gibt. Männer beschützen instinktiv Frauen, weil die Zukunft des Stammes in den Kindern liegt, die sie gebären. Frauen haben sich an diesen Stand der Dinge angepaßt, und das färbt ihre moralische Sichtweise ein. Sie verwenden nicht viel Zeit darauf, sich um das Wohlergehen von Männern zu sorgen. Sogar daß man sie dazu gebracht hat, das Abendessen für ihre Ehemänner zu kochen, ist wahrscheinlich ein Triumph der Zivilisation. Ihre natürliche Neigung ist, Männer für sich selbst sorgen zu lassen und ihre Chancen im Leben zu ergreifen. Gleichzeitig zählen sie darauf, daß Männer sie gegen die härteren Aspekte der Wirklichkeit abschirmen, und werden extrem ungehalten über jegliche Männer, die das nicht tun. In anderen Worten, Frauen neigen von Natur aus zu der Annahme, daß Männer die Verantwortung für alle übernehmen müssen, während sie nur für sich selbst und die Kinder verantwortlich sind. Junge, immer noch kinderlose Frauen haben an niemanden zu denken außer an sich selbst und verfallen leicht in Selbstbefangenheit. Ein populäres Frauenmagazin trägt tatsächlich den Titel Self. Ich würde den Job nicht haben wollen, ein Magazin dieses Titels gegenüber Männern zu bewerben.

Ein Aspekt des weiblichen Narzißmus ist, daß sie nicht im Sinne moralischer Gegenseitigkeit denken. Zum Beispiel gibt es hier einen männlichen Kolumnisten (Fred Reed), der die Intoleranz mexikanischer Frauen gegenüber Untreue lobt: „Sie können auch brutal eifersüchtig sein, was bis zur Entfernung von Körperteilen geht. Aber dafür respektiere ich sie. Jede Frau, die es wert ist, sie zu haben, hat jedes Recht, von ihrem Mann zu erwarten, daß er seine Hose oben läßt, außer in ihrer Gegenwart. Er schuldet ihr, was sie ihm schuldet. Fair ist fair.“ So denkt ein Mann. Eine Frau denkt wahrscheinlicher: „Ich darf tun, was mir gefällt, und du darfst tun, was mir gefällt: fair ist fair.“

Verdächtigt mich der Leser, daß ich mir hier eine unfaire Bemerkung erlaube? Bedenken Sie zuerst diese Passage aus Shalits erstem Buch: „Viele Bücher über Etikette, sowohl in England als auch in Amerika, betonten das Vorrecht einer Frau, einen Mann auf der Straße als erste zu grüßen, insbesondere wenn er kein enger Freund war. Falls sie sich dafür entschied, ihn zu grüßen, war er verpflichtet, in gleicher Weise zu reagieren, aber wenn sie an ihm vorbeiging, gab es absolut nichts, was er dagegen tun konnte“ (RM, S. 56).

Ich möchte keinen Widerspruch gegen diese Etikette-Regel erheben, bei der es leicht sein kann, daß sie einen vernünftigen Grund hat. Mein Punkt ist einfach, daß diese Einseitigkeit für Shalit nicht problematisch oder erklärungsbedürftig zu sein scheint. Ein Mann würde vielleicht zumindest fragen, ob es irgendeinen größeren Zusammenhang gibt, der erklärt, warum in diesem bestimmten Fall alle Rechte bei der Frau liegen sollten und keine beim Mann.

Zweitens, betrachten wir die wichtigere Sache der sexuellen Intimität. Shalit ist natürlich entschieden dafür, daß ein Mann vor der Hochzeit keine sexuellen Rechte hat. Bezüglich eines Mädchens, dessen Freund sie nach acht Monaten der Umwerbung wegen Sex „unter Druck setzte“, lautet ihre Beurteilung: „Wenn er Sie wegen Sex unter Druck setzt, dann liebt er Sie wahrscheinlich nicht“ (GGM, S. 29). Nun ist Partnerwerbung typischerweise eine Interaktion, bei der der Mann die sexuelle Hingabe der Frau anstrebt und die Frau eine Zusicherung auf Bindung seitens des Mannes. Würde die Autorin mit einem Mann sympathisieren, der argumentierte: „Wenn eine Frau mich wegen einer Bindung unter Druck setzt, dann liebt sie mich wahrscheinlich nicht“? Es klingt nicht danach: anderswo zitiert sie zustimmend eine Frau, die „gekränkt“ darüber ist, daß Mädchen, wenn sie „gegenüber ihren Freunden Andeutungen bezüglich Ehe machen, wie Müll fallengelassen werden“ (RM, S. 227). Sie bezieht sich sogar auf die Autorität eines anderen ihrer alten Bücher über Etikette, um zu zeigen, daß „eine junge Frau annehmen konnte, daß ein Mann sie heiraten wollte, wenn er einfach eine ziemliche Menge Zeit mit ihr verbrachte“ (GGM, S. 28). (Ich vermute, daß acht Monate als „eine ziemliche Menge Zeit“ zählen würden.) In anderen Worten, Frauen haben das Recht, Bindung von Männern zu erwarten, aber Männer sind schlecht, wenn sie sexuelle Hingabe von Frauen anstreben; die Instinkte von Frauen sind moralisch berechtigt, aber die von Männern nicht. (Außerdem sagt Shalit nie ein Wort über die legitime männliche Furcht vor einer Scheidung, was leicht der Grund sein konnte, warum der junge Mann in ihrer Anekdote „Druck“ auf seine Freundin wegen Sex ausübte, statt einfach einen Heiratsantrag zu machen.)

Ein altmodischer Kerl mag vielleicht der Mißbilligung der Autorin für vorehelichen Sex zustimmen, aber wahrscheinlich unter der Annahme, daß sie zumindest die Ansprüche des Ehemannes nach der Zeremonie anerkennen würde. Diese Annahme wäre jedoch irrig. Sobald das Paar verheiratet ist, werden die sexuellen Wünsche der Ehefrau und die Pflicht des Ehemannes, diese zu befriedigen, zu ihrer ausschließlichen Sorge (RM, S. 115 – 115). Als sie auf den Fall eines Paares stößt, wo der Mann die Seite war, die weniger auf körperliche Intimität aus war, liegt ihre Sympathie wiederum bei der Frau; sie fragt: „Wenn er kein Interesse an einer wechselseitig befriedigenden Beziehung hat, warum dann nicht einfach gehen?“ (GGM, S. 177).

Ich glaube, Shalit ist keineswegs ungewöhnlich narzißtisch für eine Frau. Die meisten nehmen die Verpflichtung der Männer, die Bedürfnisse und Wünsche der Frauen vor ihre eigenen zu stellen, als selbstverständlich an, und empfinden daher keine besondere Dankbarkeit, wenn Männer das tun. Viele Frauen haben zum Beispiel keine Ahnung, wie intensiv der Geschlechtstrieb eines jungen Mannes sein kann, und sind daher nicht bereit, diese starke Naturkraft mit dem notwendigen Respekt zu behandeln. Shalit scheint sich nie bewußt zu sein, daß Männer sich von ihren eigenen sexuellen Trieben „unter Druck gesetzt“ fühlen, oder daß ein normaler, gesunder junger Mann, der acht Monate lang mit einem Mädchen gegangen ist, bevor er diese Triebe kundtut, bereits eine ziemliche Menge Selbstkontrolle bewiesen hat.

Mangel an einem Gefühl der moralischen Gegenseitigkeit und an einer Fähigkeit zur Empathie mit Männern verleitet viele Frauen tatsächlich zu einer Art schizophrener Einstellung zum männlichen Verlangen. Meistens beklagen sie sich darüber, wie lästig es ist, und scheinen sich zu wünschen, daß es gänzlich verschwinden möge. Aber sie wollen natürlich schon, daß irgendein Mann sie heiratet. In anderen Worten, es wird erwartet, daß das sexuelle Verlangen der Männer schwach genug ist, um Frauen niemals Unannehmlichkeiten zu bereiten, aber gleichzeitig stark genug, daß sie gern all ihre Unabhängigkeit und den Großteil ihres Einkommens dafür eintauschen, wann immer irgendeine Frau doch beschließt, sich einen Partner zu nehmen. Der Ersehnte würde scheinbar ein Mann sein, dessen natürliche Triebe wie ein Wasserhahn sind, die Frauen nach Belieben auf- und zudrehen könnten.

Es ist wahr, daß wirkliche Männer diesem „Dildo-Ideal“, wie man es nennen könnte, nicht entsprechen. Keine Wiederherstellung der weiblichen Sittsamkeit wird jedoch diese Situation ändern, oder die Notwendigkeit eliminieren, daß Frauen mit Männern Kompromisse eingehen. Kinder, die darauf bestehen, daß alles nach ihrem Willen gehen muß, lernen mit der Zeit, daß niemand mehr mit ihnen spielen möchte; Frauen, die Wendy Shalits Rat folgen, „zu warten und ihre Standards hoch zu halten“, könnten herausfinden, daß das Warten bis zur Menopause dauert.

Als die sexuelle Revolution begann, stellten die Frauen sich vor, daß die „Sklaverei“ der Ehe in unfairer Weise zwischen ihnen und der endlosen erotischen Erfüllung stehe. Vierzig Jahre später stellen viele sich statt dessen vor, daß die Verfügbarkeit von außerehelichem Sex für Männer ihrer Hochzeit im Weg stünde. „Wenn andere Frauen keine Schlampen wären“, argumentieren sie, „wäre der Mann meiner Träume gezwungen, meinen wahren Wert zu entdecken und mit einem Diamantring zu mir gekrochen zu kommen.“ Eine der Interviewpartnerinnen aus Shalits erstem Buch beklagt sich zum Beispiel: „Als ich nach drei Rendezvous mit [einem bestimmten Mann] nicht schlafen wollte, ließ er mich fallen, einfach so! Wenn Sie mich fragen, liegt das daran, daß es für sie viel zu leicht ist. Warum sollten sie Zeit mit einem Mädchen wie mir verschwenden, wenn sie es gratis bekommen können?“ (RM, S. 104).

Nun, woher weiß die Frau, daß dies der Grund dafür war, daß er sie „fallen ließ“ (sie nicht mehr umwarb)? Nicht ein einziges Mal habe ich eine Frau sagen hören: „Ich bin solch eine Nervensäge, daß die Männer nach nur drei Rendezvous zum Ausgang stürmen.“ Sich auf die angeblich allgemeine Verfügbarkeit von Sex zu berufen, ist für Frauen zu einem Weg geworden zu vermeiden, sich der Realität der Zurückweisung zu stellen. Männer brechen ihr Liebeswerben aus allen möglichen Gründen ab: sie spüren vielleicht, daß ein bestimmtes Mädchen vielleicht nicht treu sein wird, nicht sorgfältig mit Geld umgeht, zu viele schlechte Gewohnheiten hat oder schlicht nichts für sie ist. Auf Eheringe zu warten wird die Probleme dieser Frauen nicht lösen und ihnen nicht ermöglichen, glücklich bis ans Ende ihrer Tage zu leben. Wenn wir einen Zauberstab schwingen und den außerehelichen Sex über Nacht verschwinden lassen könnten, wären viele Frauen schockiert zu entdecken, daß sich immer noch keine gutaussehenden Filmstars mit Blumen und Schokolade vor ihrer Tür sammeln.

Tatsächlich habe ich Bemerkungen von Männern zu der Seltsamkeit gehört, daß Sex die einzige Karte zu sein scheint, die Frauen im Partnerschaftsspiel noch auszuspielen haben. Sie wissen nicht, wie man einen Haushalt führt, Kinder großzieht oder einen Ehemann behandelt. Stattdessen denken sie wie Prostituierte gänzlich im Sinne der Maximierung dessen, was sie für Sex bekommen können. Sogar Shalit gibt zu, daß sie zur Zeit ihrer Hochzeit nicht kochen konnte. (Dieses Apfelkuchenrezept von ihr beginnt so: „Sie werden zwei vorgefertigte Tiefkühl-Tortenböden brauchen…“). Während ein erneuerter Fokus auf weibliche Sittsamkeit willkommen wäre, wird das allein junge Frauen nicht auf ihre häuslichen Pflichten vorbereiten. Die Einstellung: „Ich bin zu gut, um herumzuschlafen“, ohne Männern irgend etwas außer Sex bieten zu können, wird vielleicht keine Epidemie von Heiratsanträgen zur Folge haben, sondern weitverbreitete weibliche Ehelosigkeit, die nur von gelegentlichem Lesen von The Vagina Monologues belebt wird, dem feministischen Stück, in dem Frauen darüber schwärmen, wie wundervoll ihre eigenen intimen Körperteile sind.

Quelle von Counter-Currents: http://www.thornwalker.com/ditch/

* * *

(Quelle der Übersetzung hier)

Nächster Teil: Die weibliche sexuelle Konterrevolution und ihre Grenzen, Teil 2

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare

  1. Deep Roots

     /  März 7, 2016

    Leser, denen es wie mir einen Stich versetzt hat zu sehen, wie F. Roger Devlin sich hier mit Wendy Shalit ausführlich auf eine jüdische Autorin bezieht, werden sich mit fortschreitender Lektüre des Artikels wieder etwas entspannt haben: Devlin befaßt sich durchaus auch kritisch mit den in Shalits Büchern geäußerten Thesen und Ansichten. In Teil 2 des obigen Artikels wird er da noch besser, aber wie schon in den bisher von mir übersetzten Artikeln stellt er auch hier keinen Zusammenhang zwischen der jüdischen Identität von Shalit und den problematischen Teilen in ihren Ausführungen sowie überhaupt zwischen dem Feminismus und der jüdischen Rolle darin her,

    Dabei dürften die Bücher von Wendy Shalit ein weiteres Beispiel dafür sein, wie Juden sich eines unvermeidlich wachsenden Unbehagens über eine von ihrem Volk geförderte Bewegung oder Entwicklung annehmen, den kritisch gesinnten „Goyim“ in Teilen ihrer Beschwerden darüber recht geben, sie aber auf unzureichende, nebensächliche oder falsche Problemlösungen umzuleiten und die Aufmerksamkeit von der jüdischen Urheberschaft an dem Problem und vom jüdischen Interesse daran abzulenken versuchen. (Manche wie Shalit machen damit auch noch ein Geschäft.) Ein anderes Beispiel für eine ganze Bewegung dieser Art ist der jüdisch gelenkte „Counterjihad“.

    Ich vermute auch, daß diese asymmetrische Moral, die Devlin an den Frauen kritisiert und auch in Shalits Schriften wahrnimmt („Ich darf tun, was mir gefällt, und du darfst tun, was mir gefällt: fair ist fair“) – dieses mangelnde Gefühl für moralische Gegenseitigkeit und die fehlende Empathie gegenüber Männern – etwas ist, wo Shalits Beurteilungen und Einstellungen stark von ihrer jüdischen Identität mit eingefärbt werden; daß das bei weißen oder überhaupt nichtjüdischen Frauen nicht so stark ausgeprägt ist. Es wäre auch interessant, wenn man nachprüfen könnte, ob Jüdinnen unter Shalits Gesprächspartnerinnen in den Büchern nicht stark überrepräsentiert sind, worauf die Bezugnahme auf die orthodoxen jüdischen Mädchen und die Frauen in Israel hindeutet. Und insoweit solche Wesenszüge bei Frauen allgemein vorhanden sind, wäre das eine weitere Bestätigung dafür, daß Juden eine feminine Rasse sind.

    Antworten
  2. Thorn

     /  März 11, 2016

    … daß Juden eine feminine Rasse sind.

    Sind Juden eine Rasse? Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich sie als ‚Volk‘ (im ethnischen Sinne) betrachten kann/soll(te)?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: