Die Logik des Terrors

Von Dunkler Phönix

– im Lichte der Tagesereignisse habe ich hier versucht zum einen die Strategie hinter dem „Terrorismus“ generell zu erläutern und zum anderen eine Analyse der strategischen und politischen Auswirkungen der Anschläge vom 13.11. zu liefern –

Die aktuellen Anschläge in Paris stoßen wieder auf breites „Unverständnis“ innerhalb der „westlichen Wertegemeinschaft. Seit mit „9-11“ der Terror einen Platz im öffentlichen Bewusstsein hat, beobachte ich dieses „Unverständnis.“ Viele scheinen zu glauben, das Ziel der Terroristen sei, Menschen zu töten und Angst und Schrecken zu verbreiten.

Das ist natürlich nicht falsch, aber nur die halbe Wahrheit. Nur Hollywood- Bösewichte wie der Joker bei Batman verbreiten Chaos, Angst und Schrecken nur um eben Chaos, Angst und Schrecken zu verbreiten. Echte Terroristen haben taktische und strategische Ziele, genauso wie reguläre Armeen. Jeder militärische Einsatz hat klar definierte strategische Ziele (Befreiung, Besetzung, Zerschlagung der Wehrfähigkeit des Gegners, Genozid) und jede Mission innerhalb eines Einsatzes hat klar definierte taktische Ziele (Einnahme oder Zerstörung wichtiger Infrastruktur, Besetzen und Halten von Verkehrsknotenpunkten).

Diese Ziele erreicht man mit militärischen Mitteln, also normalerweise mit dem Einsatz von Soldaten oder auch mit Artilleriefeuer, Luftschlägen, Verminung oder Nuklearangriffen.

Militärisches Agieren wird heutzutage von vielen als „an sich“ unmoralisch gewertet, weil militärische Aktionen so gut wie immer Menschenleben fordern. Sicherlich gibt es aber Situationen, in denen militärisches Vorgehen notwendig ist, weshalb ja auch zwischen Krieg (das Erreichen von taktischen und strategischen militärischen Zielen) und Kriegsverbrechen (bewusstes Vorgehen gegen zivile Ziele) unterschieden wird.

Terror ist nun nicht ein militärisches Ziel, sondern genauso wie die oben aufgelisteten Angriffsmethoden ein militärisches Mittel.

Terror ist lateinisch für „Furcht, Schrecken“ und Terrorismus oder terroristische Aktionen (die durchaus auch von regulären Militäreinheiten durchgeführt werden können) sind in der Tat gekennzeichnet durch Brutalität gegenüber zivilen Zielen und diese Maßnahmen sollen bewusst Angst schüren.

Eine reguläre Armee wird dann auf terroristische Mittel zurückgreifen, wenn in einem Besatzungszustand Widerstand durch die Zivilbevölkerung geleistet wird, eben um diesen Widerstand zu brechen.

Früher nannte man Terrorismus noch Guerillakrieg. Diese Art von Krieg zeichnet sich durch eine „Asymmetrie“ aus: Der Gegner hat eine technisch und personell überlegen ausgestattete reguläre Armee, man selbst kann nur auf wütende Bürger zurückgreifen. Da es Selbstmord wäre, der überlegenen feindlichen Armee auf offenem Schlachtfeld entgegenzutreten, wird man eine Taktik der Nadelstiche wählen, mit Attentaten, Bombenanschlägen und Angriffen auf Kleinstgruppen des Feindes aus dem Hinterhalt. Eine „saubere“ Kriegsführung ist so nicht möglich. Nicht nur der Guerilla kämpft unsauber, auch die reguläre Armee wird durch den „Kleinkrieg“ zu unschönen Aktionen („Säuberungen“, Massenerschießungen, Angriff auf zivile Ziele) gedrängt und zwar ganz bewusst.

Der Guerilla kann nur dann effektiv kämpfen, wenn er einen gewissen Rückhalt zumindest in Teilen des Volkes hat (z.B. in der ethnischen oder religiösen Minderheit, der er angehört).

Sein Ziel ist zunächst einmal das Vertreiben der gegnerischen Truppen.

Nun wird der Guerilla sich aber nach dem militärischen Sieg nicht zurücklehnen und andere machen lassen, d.h. der Guerilla hat normalerweise neben militärischen auch politische Ziele.

Bequemer Weise ist seine Kampfweise (der „Terrorismus“) nicht nur dazu angetan, die feindlichen Truppen zu dezimieren, demoralisieren und den Feind damit im besten Fall zum militärischen Aufgeben zu bewegen, sondern auch auf der politischen Ebene zu wirken. Denn egal ob gegen eine mehr oder weniger legitime „eigene“ Regierung oder gegen eine Besatzungsmacht ein Guerillakrieg geführt wird, der Feind wird sich genau dadurch legitimieren, dass er die Bevölkerung vor Gefahren – also insbesondere vor dem Guerilla – schützt. Der militärische Terror wird, vor allem wenn er nicht nur die regulären Truppen des Gegners, sondern auch zivile Ziele trifft, in der Bevölkerung eben den namensgebenden Schrecken auslösen und das „Mem“ verbreiten, dass die Regierung die Bürger nicht schützen kann. Gerade wenn die Regierung dann mit Zwangsmaßnahmen, Ausrufen von Ausgangssperren, Ausnahmezustand und weiteren Regulierungen antwortet, spielt das dem Guerilla in die Hände, weil er einerseits mit weiteren Anschlägen zeigen kann, dass die Regierung die Bürger nicht schützen kann und die Bürger andererseits die sukzessive Einschränkung der eigenen Freiheiten der Regierung übel nehmen wird.

Am Ende dieser Strategie steht die Übernahme der Regierungsgewalt durch den Guerilla, der nun, da der Terror „plötzlich“ aufgehört hat, der Bevölkerung sehr glaubhaft versichern kann, dass er im Gegensatz zur alten Regierung durchaus in der Lage ist, sie zu beschützen.

Der Guerilla erzeugt also die Bedrohung (bzw. ist die Bedrohung), auf welche die Regierung „nicht ausreichend reagiert“ und schützt am Ende die Bevölkerung vor sich selbst.

Selbstmordanschläge dagegen sind eine relativ neue Qualität der Guerillakriegsführung. Nicht nur eine politische oder paramilitärische Truppe als Ganzes, auch der einzelne Kämpfer hat ja taktische Ziele – und sein erstes Ziel ist, den Kampf zu überleben und die Früchte des militärischen Sieges zu ernten. Normalerweise erreicht er dieses Ziel durch das Ausschalten von Gegnern.

Einen Kämpfer so sehr zu fanatisieren, dass er ohne Rücksicht auf das eigene Leben militärisch agiert, geht eigentlich nur darüber, dass man das Todesopfer als notwendig für den Gesamtsieg einer gerechten Sache darstellt (z.B. ein Soldat oder ein kleiner Trupp deckt den Rückzug der ganzen Armee und setzt sich so dem Risiko der Vernichtung oder Gefangennahme aus oder ein „Kamikaze“ Angriff).

Aber sich bewusst selbst in die Luft sprengen und dabei andere Menschen (und zwar möglichst viele) mitzunehmen, ist keine Kriegstaktik mehr. Nicht nur der Attentäter selbst, auch die hinter ihm stehende Organisation müssen hochgradig verzweifelt, militärisch schlecht aufgestellt und absolut fanatisiert sein.

Die Selbstmordanschläge sind übrigens eine jüdische Erfindung, die Juden, die den Engländern Palästina entrissen taten das mit Selbstmordattentaten. Die Muselmanen haben die Methode nur übernommen bzw. liegt bei vielen „islamischen“ Selbstmordanschlägen (von der „Operation Susannah“ über 9-11 bis zu den aktuellen Anschlägen in Paris) die Vermutung nahe, dass zumindest die Planung vom israelischen Geheimdienst übernommen wurde (die Akteure von ISIS und co werden zum großen Teil irregeleitete Moslems sein).

Fakt bleibt: Wer eine Luftwaffe und Panzer einsetzen kann, wird nicht mit Selbstmordanschlägen Krieg führen.

Wichtig: Wer einen Guerillakrieg führen kann, der wird auch nicht auf Selbstmordattentate zurückgreifen!

Denn der Guerilla will ja neben den militärischen Zielen auch politische erreichen, d.h. er möchte, dass er und seine Leute die Herrschaft übernehmen. Dafür ist es aber notwendig, dass er überlebt. Der Selbstmordattentäter überlebt nicht, er kann keine politischen Ziele realisieren und auch keine politischen Forderungen stellen (natürlich können die Befehlshaber hinter dem Attentäter sehr wohl Forderungen stellen, bei deren Nichterfüllung sie mit weiteren Anschlägen drohen).

Mit mehr oder weniger vereinzelten Terroranschlägen, gerade wenn es Selbstmordanschläge sind, lassen sich also tatsächlich kaum politische Ziele erreichen und militärische schon gar nicht. Im Gegenteil geben sie der Regierung des angegriffenen Landes die Möglichkeit, eine Einheitsfront „gegen den Terror“ zu etablieren, Maßnahmen in punkto „Sicherheit“ zu ergreifen und Bürgerrechte einzuschränken. Wenn der Terror daraufhin nicht eskaliert, sondern zurückgeht oder gar ausbleibt, dann haben die Terroranschläge für den Terroristen keinerlei strategisches oder politisches Ziel erreicht. Er muss das Level des Schreckens immer weiter und weiter erhöhen, bis der Feind vor der Wahl steht entweder massiv gegen die eigene Bevölkerung (oder zumindest die Teile, die den Terroristen potentiell unterstützen) vorzugehen oder die eigene Unfähigkeit, die Bürger zu schützen, einzugestehen.

Der „islamische“ Terror im „Westen“ seit 9-11 ist in keiner Weise geeignet irgendwelche politischen oder auch nur strategischen Ziele zu erreichen. Er spielt nur den Regierungen in die Hände, welche Gründe für eine Totalüberwachung ihrer Bürger suchen. Daher ist die Annahme, dass nicht nur 9-11, sondern so ziemlich jeder „islamische“ Anschlag im Westen seitdem ein „inside job“ war, wobei ich natürlich nicht die nötige Akteneinsicht habe, um in jedem Fall zu entscheiden, ob man nur Dinge hat geschehen lassen (let it happen) oder selbst nachgeholfen (made it happen) hat.

Auch das Phänomen IS geht ja nachweislich auf CIA und Mossad zurück, genau wie Osama und Al Kaida wurde diese Truppe von den Geheimdiensten ausgebildet und gegen unliebsame Machthaber im mittleren Osten in Stellung gebracht.

Der IS- Terror in Europa wird keinerlei für die angeblichen Ziele der IS (Islamisierung, Kalifat, Theokratie) nützlichen Auswirkungen haben, so lange er vereinzelt und ungezielt bleibt. Erst massives und immer brutaleres Vorgehen wird die Bürger so in Angst und Schrecken versetzen, wie es nötig ist, um das politische Angebot des IS (lieber in Sicherheit in der islamischen Theokratie als im freien Westen in ständiger Angst) überhaupt für einige (insbesondere „moderate“ Moslems) interessant zu machen. Diejenigen, die wissen, dass sie von so einer Theokratie nichts als den Tod zu erwarten haben (also tatsächlich jeder, der die „westlichen Werte“ irgendwie teilt, vom schwulen Hippster über den Konservativen bis zum liberalen Moslem), werden aber auch durch massiven Terror nicht zum Umschwenken bewegt werden und plötzlich den IS unterstützen.

Wenn der IS (im Auftrag der Hintermächte) nicht nur „ein bisschen Terror“ verbreiten, sondern tatsächlich ein europäisches Kalifat errichten soll, dann wird er das unter Zuhilfenahme aller moderaten bis radikalen Muselmanen tun (während die liberalen unter ihnen genauso behandelt werden wie die Ungläubigen), d.h. ganz wie in Syrien und im Irak ist dann mit brutalster Behandlung von Gefangenen und Massentötungen zu rechnen.

Um aber die Voraussetzung dafür zu schaffen, genügt es nicht, wenn der IS Terroranschläge verübt. Er muss dann zumindest gebietsweise die militärische Kontrolle über europäische Regionen übernehmen (was ja angesichts der Massen von „Flüchtlingen“ gar nicht unmöglich ist).

Daher ist mit Hinblick auf die Anschläge vom 13. November die Frage zu stellen, was der IS eigentlich mit solchen Anschlägen bezweckt?! Es wurden, nach derzeitigem Wissensstand, keine politischen Forderungen gestellt. Wenn nun der Terror nicht unverzüglich in eine neue Dimension (andere Orte, evtl. in anderen europäischen Ländern, mehr Tote) überführt wird, dann verpufft die für den IS nützliche politische Wirkung. Wie nach 9-11 und anderen Anschlägen wird die Regierung ein paar Maßnahmen beschließen, die Ermittler werden ein paar Hintermänner und Terrorzellen hochnehmen, die Leute werden trauern, aber früher oder später geht das Leben im „Westen“ normal weiter, so dekadent und unislamisch wie zuvor.

Wenn man hinter den aktuellen Ereignissen seit dem Sommer 2015 eine islamische Verschwörung vermutet, dann muss doch festgestellt werden, dass es für die Krieger Allahs gar nicht besser laufen kann. Zu Hunderttausenden und Millionen lässt man sie widerstandslos ins „gelobte Land“ Europa, geht das einige Jahre so weiter ist Europa ganz „von selbst“ islamisiert worden. Warum sollte der IS gerade jetzt Paris angreifen, die Bevölkerung aufschrecken und den Islam wieder einmal als eine gefährliche Religion der Fanatiker und der Gewalt darstellen? Sind die so ungeduldig? Wo tausende „normale“ Flüchtlinge in ihren Zelten und Turnhallen sitzen und sich denken „wartet nur ab, ihr Scheiß- Europäer!“ soll ausgerechnet die disziplinierte und vollkommen fanatisierte IS- Truppe sich denken „so, jetzt machen wir mal ein paar Anschläge, die schließen die Grenzen schon nicht.“

Das Normalste der Welt wäre doch nun eine Schließung aller europäischer Grenzen, ein Generalverdacht gegenüber allen in Europa lebenden Moslems und dem entsprechende polizeiliche und selbst militärische Maßnahmen zur Eindämmung der Terrorgefahr. Das wird natürlich nicht passieren. Aber woher weiß der IS das?

Der weiß das doch nur dann, wenn ihm völlig klar ist, dass die „westlichen“ Regierungen eines sicherlich nicht sind: europäisch! Der weiß das nur dann, wenn es keine islamische Verschwörung gibt, sondern ganz andere Kräfte dahinterstehen!

Die Masseneinwanderung nach Europa werden auch „echte“ islamische Kräfte begrüßen, um ihre Religion hier zu verbreiten, aber warum sollten sie jetzt, da die Kuh zum Melken freigegeben ist, versuchen sie zu schlachten?

Die „double bind“- Reaktion der MSM auf die Anschläge spricht auch schon wieder Bände: Die einen werden durch das „bitte nicht die Moslems in Geiselhaft“ nehmen besänftigt und in ihrem Weltbild bestätigt („die sind ja nicht alle so!“), die anderen werden dadurch bewusst aufgehetzt und ebenfalls in ihrem Weltbild bestätigt. Der Riss in der Gesellschaft wird vertieft, jeder wird gegen jeden aufgehetzt.

Die „Befürchtung“, dass die fremdenfeindlichen Übergriffe nun zunehmen werden, wird nur allzu sicher Realität werden und wenn nicht, dann schreibt man sie herbei, wie beim „Wochenende der Schande“ vor zwei Wochen, wo die eventuelle Möglichkeit, dass vielleicht irgendwann mal ein Flüchtling bei einer Auseinandersetzung mit Einheimischen sein Leben lassen könnte, als so dramatisch dargestellt wurde, als wenn Hitler längt wiederauferstanden und das Vierte Reich ausgerufen hätte.

Im Gegensatz zu den barbarischen Aktionen in ihrem Operationsgebiet in der Levante (Kopfabschneiden, systematisches Vergewaltigen) kann der Terror im Westen für den Islamischen Staat keinerlei strategische oder politische Ziele verwirklichen. Die Barbarei dort unten ist ja in erster Linie Propaganda, Negativwerbung für sich selbst. Angeblich sind ja auch schon ganze Armeen, z.B. in Afghanistan, vor einigen hundert IS Kämpfern geflohen, weil sie diesen Ruf haben, die letzten Unmenschen zu sein.

Aber sinnlos ein paar hundert Franzosen (unter den Opfern sind ja wahrscheinlich auch Moslems) umzubringen ist mit keinerlei islamischem Fanatismus, keinem militärischen oder politischne Kalkül zu erklären. Er nützt nur einem: Unseren verkommenen Regierungen und ihren Hintermännern.

Die nächste „Forderung“ der Medien an die Politik wird folgerichtig nicht die Schließung der europäischen Grenzen sein, sondern eine französische Unterstützung des Kriegs gegen Syrien.

* * *

(Gefunden: hier)

Siehe auch Anschläge von Paris: das Blut an den Händen der Regierenden von Manfred Kleine-Hartlage

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