Star Dreck VIIIa – Star Trek: Die Originalserie

01 Jack Bauer schießt das Raumschiff Enterprise ab

Von Deep Roots

Nun liegt er endlich vor – der Teil unserer Reihe „Star Dreck“, mit dessen Grundidee das Ganze überhaupt angefangen hat und von dem sich der Name der Artikelfolge ableitete (und es ist wegen des Umfangs ein Vierteiler geworden). Als ich mir ca. 2009 bis Anfang 2010 wieder einmal die Serie „Babylon 5“ angesehen hatte, sind mir darin mit meinem schon etwas geschärften nationalen Bewußtsein bereits die darin enthaltenen JNWO-Propagandaelemente aufgefallen, die ich früher noch nicht bemerkt hatte. Daraufhin habe ich mir die komplette Star-Trek-Serie „Deep Space Nine“, die mir von den modernen Serien des Trekiversums am besten gefallen hatte, noch einmal mit dem Vorsatz durchgeschaut, dabei von Anfang an bewußt auf solche Propaganda zu achten und Beobachtungen mitzunotieren. Daraus entstand zunächst die Idee, einen Artikel mit dem Titel „Star Dreck“ zu schreiben, in dem der multikulturalistische, antirassistische, antinationale, feministische und weißenfeindliche Propagandadreck, der uns in den Serien des Star-Trek-Franchise sowie in anderen Serien und Filmen mittels Stars als „Impfköder“ verabreicht wird, behandelt werden sollte. In einem Austausch darüber kamen Kairos und ich zu dem Schluß, daß es aufgrund des stofflichen Umfangs besser wäre, eine in loser Folge erscheinende Artikelreihe mit diesem Sammeltitel zu machen, deren Beiträge einzelnen Serien, Filmen oder Unterthemen gewidmet sein sollten.

Nach der „Deep Space Nine“-Retrospektive nahm ich mir in gleicher Weise die Originalserie „Raumschiff Enterprise“ vor, die in meiner Jugendzeit eine meiner vorrangigsten Kultserien gewesen war. Daß sie mich damals so beeindruckt hatte, lag unter anderem auch daran, daß sie zu jener Zeit noch beinahe zeitgenössisch war und neben Gerry Andersons später entstandener Serie UFO von der Machart her den Maßstab in Sachen Science-Fiction-Serien darstellte. Etwas in dieser Dimension Angelegtes gab es damals und noch eine ganze Weile danach nicht.

„Der Weltraum: Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit 400 Mann Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.“

„Der Weltraum: Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit 400 Mann Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.“

Planetenlandschaft in „The Cage“, später in der Serie wiederverwendet im Zweiteiler „Talos IV – tabu“.

Planetenlandschaft in „The Cage“, später in der Serie wiederverwendet im Zweiteiler „Talos IV – tabu“.

Vor dem Wiederansehen hatte ich noch erwartet, daß „Raumschiff Enterprise“ propagandistisch bloß ein milder Vorläufer späterer Serien wie „Die nächste Generation“ und „Deep Space Nine“ gewesen sei, aber mit meiner inzwischen erlangten „Hexensicht“ bezüglich der NWO-Agenda stellte ich schnell fest, daß auch hier bereits ordentlich Propaganda verabreicht worden war, wenn auch dem angepaßt, was man damals dem Publikum zumuten konnte. Wenn man bedenkt, daß die drei Staffeln des ursprünglichen „Star Trek“ in den Jahren 1966 bis 1969 veröffentlicht wurden – also großteils noch in der Prä-68er-Ära -, dann erkennt man, wie revolutionär diese Serie zu ihrer Zeit war.

DIE ORIGINALSERIE: „RAUMSCHIFF ENTERPRISE“

Die allererste Brücke der Enterprise im ersten Pilotfilm „The Cage“ mit Captain Christopher Pike (Jeffrey Hunter, links im Kommandantenstuhl), Mr. Spock (stehend hinter ihm) und Majel Barrett als Erster Offizier (am Pult).

Die allererste Brücke der Enterprise im ersten Pilotfilm „The Cage“ mit Captain Christopher Pike (Jeffrey Hunter, links im Kommandantenstuhl), Mr. Spock (stehend hinter ihm) und Majel Barrett als Erster Offizier (am Pult).

Anfang der 1960er-Jahre verfaßte Gene Roddenberry ein Konzept für eine Fernsehserie, die den Aufbruch der Menschheit zu den Sternen anhand der Abenteuer einer Raumschiffsbesatzung darstellen sollte, und legte es Oscar Katz, dem Produktionschef der Firma Desilu, vor. Dieser war begeistert und ging mit ihm zusammen zu mehreren Fernsehsendern, um für dieses Projekt zu werben. NBC zeigte Interesse und gab vier verschiedene Drehbuchentwürfe in Auftrag, von denen einer – „The Cage“ – für einen 1964 gedrehten Pilotfilm ausgewählt wurde. Darin spielte noch Jeffrey Hunter den Kommandanten, und es kamen nur zwei der später so bekannten Seriendarsteller vor: Leonard Nimoy als Mr. Spock und Majel Barrett, hier noch brünett, als Erster Offizier.

Noch einmal Majel Barrett als „Number One“ mit Captain Pike.

Noch einmal Majel Barrett als „Number One“ mit Captain Pike.

Die Verantwortlichen von NBC konnten sich jedoch für den Film nicht erwärmen und lehnten ihn mit der Begründung ab, er spreche das falsche Publikum an, sei zu intellektuell, um kommerziell verwertbar zu sein, und die Fernsehzuschauer würden eine Frau als Ersten Offizier und einen Außerirdischen als hochrangiges Besatzungsmitglied eines Erdenschiffes nicht akzeptieren. Dieser erste Vorstoß in Richtung Gender- und Diversitypropaganda scheiterte also noch am Widerstand wegen erwarteter Konsumentenverweigerung. Laut William Shatner soll auch das weibliche Publikum bei Testvorführungen die von Majel Barrett gespielte Figur gehasst haben, die sie „aggressiv“ („pushy“) und „nervig“ fanden. Roddenberry strich ihre Rolle, behielt aber Spock. Majel Barrett, die damals schon Roddenberrys Freundin war und später seine Frau wurde, erhielt von ihm in der Serie die Rolle der Krankenschwester Christine Chapel.

Hier hätte die Geschichte von „Star Trek“ auch schon wieder zu Ende sein können, wenn die NBC-Chefs sich nicht zu dem einzigartigen Schritt entschlossen hätten, der Serie noch eine Chance zu geben und einen zweiten Pilotfilm in Auftrag zu geben: „Die Spitze des Eisbergs“ („Where No Man Has Gone Before“).

„Die Spitze des Eisbergs“: Mr. Spock (ganz links), Sulu und Scotty (hinten Mitte), Schiffsarzt Dr. Piper (neben Scott), Psychologin Dr. Elizabeth Dehner (Sally Kellerman) und Captain Kirk.

„Die Spitze des Eisbergs“: Mr. Spock (ganz links), Sulu und Scotty (hinten Mitte), Schiffsarzt Dr. Piper (neben Scott), Psychologin Dr. Elizabeth Dehner (Sally Kellerman) und Captain Kirk.

In diesem zweiten Versuch wurden nicht nur das Design und die Inneneinrichtung der Enterprise noch einmal geändert, sondern bis auf Spock auch die gesamte Besatzung ausgetauscht. Erstmals treffen wir nun auf Captain Kirk, Mr. Scott und Mr. Sulu, während statt „Pille“ McCoy noch ein anderer Schiffsarzt, Dr. Piper, an Bord wirkt.

„Where No Man Has Gone Before“, das bei NBC sofort Zustimmung fand, verzichtete zwar auf Frauenpower-Forcierung, legte dafür aber beim Multirassenthema schon ein paar Schäufelchen nach: Mit Sulu tritt erstmals ein Japaner als Mitglied der Brückenbesatzung auf, an einer weiteren Konsole auf der Brücke sitzt ein Mulatte (man bedenke: dies war 1966!), und schon im ersten Dialog wird Spocks gemischte menschlich-vulkanische Abstammung erwähnt.

Interessant ist, wie es zur Erfindung der Figur des Mr. Spock und der Rollenbesetzung mit Leonard Nimoy kam. In Das Licht der fernen Sterne schreibt George R. R. Martin, daß Spock mehr von D. C. Fontana geprägt worden sei als von Gene Roddenberry. Wer aber hatte die Idee, die Rolle mit Nimoy zu besetzen? Auf der (vergeblichen) Suche nach etwas ganz anderem, nämlich einer eventuellen jüdischen Identität von Joe d’Agostino, dem Casting Director von Desilu, bin ich auf das hier gestoßen:

Wer hätte es gewußt?

Nein, es war nicht Roddenberrys Idee, Nein, es war nicht Roddenberrys Assistentin Dorothy Fontana, die mit der Idee daherkam. Nein, es war nicht der Casting Director Joe d’Agosta. In einem Interview von 1982 mit dem Autor Marc Cushman gab Roddenberry jemand anderem das Verdienst. In einem Exklusivinterview mit Cushman gab Fontana jemand anderem das Verdients, und in einem Exklusivinterview mit Cushman gab D’Agosta ebenfalls jemand anderem das Verdienst. Wer war es also?

Versuchen Sie es mit diesem Kerl:

Gary Lockwood, der in „Die Spitze des Eisbergs“ Kirks durchknallenden Offiziersfreund Gary Mitchell spielte. (Anm. von Deep Roots: Im Hintergrund sieht man den vorhin erwähnten Mulatten an der Konsole.)

Ja, dieser Kerl.

Gary Lockwood sagte zu Autor Marc Cushman: „Nachdem The Lieutenant (Anm. D. R.: eine Fernsehserie von Roddenberry, bei der Lockwood mitspielte) abgesetzt war, lud Roddenberry mich zu einem Essen in sein Haus ein. Wir standen draußen auf seiner Terrasse und schauten über Los Angeles, beide ein wenig betrunken, und aus dem Nichts begann er mir über Star Trek zu erzählen. Er sagt: ‚Hey, ich wollte dir eine Frage stellen. Ich habe diesen Charakter, und ich denke, er wird Spock heißen, und er ist ein Außerirdischer, der mit einer Gruppe von Erdenleuten in diesem Schiff durch das Universum reist. Ich werde ihn sehr intelligent und entspannt und cool sein lassen, und vielleicht grün oder sowas. Hast du irgendeinen Rat, wen ich diesen Kerl spielen lassen soll?’ Und ich sagte: ‚Er ist also ein irgendwie fremdartig aussehender Kerl, und er wird ein wenig anders sein als die anderen? Nun, weißt du, da war ein Kerl in einer unserer Sendungen, ein Jude, und er war wirklich gut, aber er hatte ein irgendwie seltsames Gesicht, und er hatte einen dieser Namen – die Art, wegen der Juden gehänselt werden, weil ihre Mutter ihnen einen komischen Namen gab, wie… Leonard.’ Und Roddenberry wußte es sofort – nach der Art, wie er dreinsah und klang, als er sagte: ‚Nimoy.’ Und Ich sagte: ‚Ja, das ist er. Dieser Kerl. Er wäre großartig als dein Charakter.’“

Der Name Spock selbst tauchte übrigens an anderer Stelle erstmals in der Science Fiction auf, nämlich im 1964 erschienenen ersten Roman von Jack Vances Dämonenprinzen-Serie, „Jäger im Weltall“ („The Star King“). Darin ist es der Tarnname des Schurken Hildemar Dasce. Höchstwahrscheinlich hat Roddenberry das Buch gelesen und die Namensidee für seinen Vulkanier daraus bezogen.

Auf den Gedanken, einen eventuellen jüdischen Hintergrund von Joe d’Agosta zu recherchieren, bin ich gekommen, weil er als Besetzungschef für die Auswahl fast aller berühmten Trek-Darsteller der Ur-Serie verantwortlich war und bei dem knappen Budget als einzigen den beiden Juden Nimoy und Shatner feste Verträge und regelmäßige Gagen zusicherte, während alle anderen bloß als „recurring characters“ dabei waren und jederzeit aus der Serie verschwinden konnten, was mit Grace Lee Whitney (Janice Rand) dann auch passiert ist. Auch zwei weitere wichtige Darsteller sind Juden, nämlich Mark Lenard (Mark Rosenson), der zuerst den romulanischen Kommandanten in „Spock unter Verdacht“ und später Spocks Vater Sarek spielte, sowie „Chekov“ Walter Koenig.

Wie es ansonsten mit dem J-Faktor bei Star Trek aussah, konnte ich bei der zunehmend zurückhaltenden Informationspolitik von Google und Wikipedia nur sehr eingeschränkt ermitteln. Desilu-Produktionschef Oscar Katz war schon vom Namen her „einer“, und die Drehbuchautoren Harlan Ellison (der auch beratend wirkte), Robert Bloch und S. Bar-David sowie Sol Kaplan, der Komponist der Musik zur klassischen Serie (außer der Titelmusik) sind auch „welche“. Bei anderen, wie der Desilu-Miteigentümerin Lucille Ball, Fred Freiberger, dem Produzenten der dritten Enterprise-Staffel, und den Autoren D. C. Fontana, Theodore Sturgeon, John Meredyth Lucas oder Gene L. Coon konnte ich nichts finden. Ein bedeutender jüdischer Einflußgeber auf Gene Roddenberry dürfte aber der SF-Autor Isaac Asimov gewesen sein, mit dem er eng befreundet war (googelt nach unter „Memory Alpha Positronisches Gehirn“).

Mit der ersten Serienepisode „Das Letzte seiner Art“ („The Man Trap“), die wegen der erst später erfolgten Ausstrahlung von „Die Spitze des Eisbergs“ die erste Star-Trek-Episode war, die ein öffentliches Publikum zu sehen bekam, wurden nochmals geänderte Uniformen und weitere populäre Besatzungsmitglieder eingeführt: Dr. Leonard „Pille“ McCoy, Lt. Uhura und Yeoman Janice Rand.

Fast schon vollzählige Serienbesatzung: Spock, Uhura, Kirk, McCoy und Scotty. Sulu und Janice Rand waren damals auch schon dabei (hier nicht im Bild), Chekov und Christine Chapel aber noch nicht.

Fast schon vollzählige Serienbesatzung: Spock, Uhura, Kirk, McCoy und Scotty. Sulu und Janice Rand waren damals auch schon dabei (hier nicht im Bild), Chekov und Christine Chapel aber noch nicht.

In dieser Anfangsphase erscheinen Schiffe wie die Enterprise noch als reine Erdenschiffe, und es ist unklar, welchen staatsbürgerlichen Status Außerirdische wie Spock in deren menschlichen Besatzungen haben. In „Spock unter Verdacht“ („Balance of Terror“) ist immer noch die Rede von „der Erde“, „Erdaußenposten“ und einem früher stattgefundenen Krieg zwischen der Erde und den Romulanern. Auch im Zweiteiler „Talos IV – tabu“ („The Menagerie“) kommen noch menschen-zentrische Referenzen vor, die implizieren, daß die Erde eine unabhängige Menschenwelt ist und kein Teil einer interstellaren Multispezies-Föderation, deren Idee von den Autoren erst später etabliert wird. Erst in „Ganz neue Dimensionen“ („Arena“) ist erstmals von „der Föderation“ die Rede, die in „Die Reise nach Babel“ eingehender vorgestellt wird. In dieser Episode reist eine Anzahl von Botschaftern der Wesen, die in der Föderation der Planeten vereinigt sind, an Bord der Enterprise zum Planetoiden Babel, wo eine Konferenz über die Aufnahme der Welt Coridan in die Föderation stattfinden soll.

„Die Reise nach Babel“: Spocks Vater, der vulkanische Botschafter Sarek (Mark Lenard [Mark Rosenson]), Kirk, zwei Tellariten und ein Andorianer.

„Die Reise nach Babel“: Spocks Vater, der vulkanische Botschafter Sarek (Mark Lenard [Mark Rosenson]), Kirk, zwei Tellariten und ein Andorianer.

Die im Pilotfilm begonnene Integrationsagenda bezüglich der real existierenden nichtweißen Menschenrassen wurde auch in der Serie fortgesetzt, und zwar schon ab der ersten Episode „Das letzte seiner Art“, wo ein mexikanischer Raumflottencommander José Dominguez erwähnt und Lieutenant Uhura als Kommunikationsoffizier eingeführt wurde.

Uhura-Darstellerin Nichelle Nichols hatte vorgehabt, die Serie 1967 zu verlassen, weil sie zum Musiktheater zurückkehren wollte. Sie änderte ihre Meinung, nachdem sie mit Martin Luther King, jr. gesprochen hatte, der ein Fan der Serie war und ihr den Verbleib darin wegen ihrer Rollenmodellfunktion nahelegte („You don’t have a black role. You have an equal role.“). Zwischen Uhura und Kirk fand auch in der Episode „Platos Stiefkinder“ von 1968 der erste interrassische Kuß zwischen einem Weißen und einer Schwarzen im amerikanischen Fernsehen statt.

09 Kuß zwischen Uhura und Kirk

In „Gefährliche Planetengirls“ kommt bereits ein schwarzer Arzt, Dr. Mbenga, als Vertretung von Dr. McCoy in der Krankenstation vor. Und eine weitere männliche Figur, die zur Etablierung der Vorstellung von Negern als Offiziere der Sternenflotte und dazu noch als Wissenschaftler eingesetzt wurde, ist der Astrophysiker Lieutenant Boma, der kluge Neger in „Notlandung auf Galileo 7“, der sich immer wieder Auseinandersetzungen mit dem höherrangigen Spock leistet.

Notgelandet: Mr. Scott, Miss Mears (Phyllis Douglas), Lt. Boma (Don Marshall), Spock und McCoy.

Notgelandet: Mr. Scott, Miss Mears (Phyllis Douglas), Lt. Boma (Don Marshall), Spock und McCoy.

In dieser Episode tritt übrigens auch ein hoher Funktionär der Föderation auf, der Kirk auf der Mission zu Marcus III vorgesetzt ist und bezeichnenderweise den Titel eines Kommissars trägt.
Politische Kommissare sind ein Merkmal jüdischer totalitärer Systeme wie der Sowjetunion und der EU, unabhängig davon, ob es sich um einen „harten“ oder „weichen“ Totalitarismus handelt.

Eine Steigerung von der Integration von Negern und deren Darstellung als fähige Mitglieder von Raumschiffbesatzungen hin zu deren Erhöhung als Führungsfiguren gibt es nicht nur in „Das Spinnennetz“, wo ein schwarzer Captain tot an Bord des Enterprise-Schwesterschiffes Defiant aufgefunden wird, sondern auch in „Kirk unter Anklage“, wo der schwarze Captain Stone Kommandant der Raumbasis 11 ist und in dieser Stellung auch noch die Gerichtsverhandlung über den scheinbaren „Weißen“ Kirk führt.

„Kirk unter Anklage“: Captain Kirk ist als Angeklagter in einer Kriegsgerichtsverhandlung dem schwarzen Prozeßführer Captain Stone (Percy Rodriguez) unterstellt – eine 1966 noch sehr gewöhnungsbedürftige Situation.

„Kirk unter Anklage“: Captain Kirk ist als Angeklagter in einer Kriegsgerichtsverhandlung dem schwarzen Prozeßführer Captain Stone (Percy Rodriguez) unterstellt – eine 1966 noch sehr gewöhnungsbedürftige Situation.

Ein geradezu numinoser Neger wird uns in „Computer M5“ mit dem Computerwissenschaftler Dr. Richard Daystrom (William Marshall) präsentiert, dessen neueste Erfindung, der Computer M5, Raumschiffe eigenständig steuern können und deren Besatzungen weitgehend überflüssig machen soll und auf der Enterprise für einen Praxisversuch installiert wird. Zur Unterstreichung von Dr. Daystroms Genius läßt D. C. Fontana, die Autorin dieser Folge, Spock sagen: „Ich bin mit den Theorien und Erfindungen von Dr. Daystrom vertraut. […] Die Computersysteme unserer Raumschiffe stammen fast alle von Dr. Daystrom.“

Schwarzes Genie, wenn auch fehlbar: Dr. Richard Daystrom in „Computer M5“.

Schwarzes Genie, wenn auch fehlbar: Dr. Richard Daystrom in „Computer M5“.

Zwar stellt sich im Laufe der Episode heraus, daß M5 durch Einprogrammierung problematischer Charakterzüge seines Schöpfers außer Kontrolle gerät und zerstört werden muß, aber das überragende schwarze Wissenschafts- und Technikgenie kommt damit trotzdem als Vorstellung in die Köpfe, was das eigentliche Ziel ist.

Dabei geht es nicht nur darum, daß Weiße Neger als ihnen gleichgestellt akzeptieren, sondern auch darum, den Negern einzureden, sie seien zur Augenhöhe mit den Weißen fähig und berufen und würden ungerechterweise aufgrund des „Weißenprivilegs“ unten gehalten, wenn sie im Durchschnitt deutlich niedrigere Positionen in der Gesellschaft (damals noch nur der amerikanischen) einnehmen als die Weißen. So war es bei Whoopi Goldberg, die in der Nachfolgeserie „Die nächste Generation“ die weise El-Aurianerin Guinan spielte und Uhura als ihr Rollenvorbild bezeichnete. Sie habe ihrer Familie, nachdem sie Uhura erstmals im Fernsehen gesehen hatte, gesagt: „I just saw a black woman on television, and she ain’t no maid!“ („Ich habe gerade eine schwarze Frau im Fernsehen gesehen, und sie ist kein Dienstmädchen!“). Die NASA setzte Nichelle Nichols später in einer Werbekampagne ein, um Frauen und „Afroamerikaner“ zum Eintritt in ihren Dienst zu ermutigen. Eine Entsprechung zu Dr. Daystrom als genialer schwarzer Erfinder gibt es in der „Prequel-Serie“ „Star Trek: Enterprise“, wo der Neger Emory Erickson (Bill Cobbs) als Erfinder des Transportersystems im Star-Trek-Kosmos vorgestellt wird.

Uhura wird immer wieder zur Darstellung von Rassenfragen aus Sicht der Macher von „Star Trek“ verwendet. Ein Beispiel dafür ist dieser Dialog zwischen ihr und Abraham Lincoln in der Episode „Seit es Menschen gibt“:

Lincoln: „Eine hübsche Negerin. Oh, verzeihen Sie. In meiner Zeit wurde dieser Ausdruck als ein Besitzanspruch verstanden.“
Uhura: „Sie haben mich nicht beleidigt. In der heutigen Zeit gibt es diese Probleme nicht mehr.“

Bezeichnend für das in „Star Trek“ propagierte Geschichtsverständnis ist auch, daß Lincoln einen besonderen emotionalen Wert für Kirk hat, der nach Lincolns Tod sagt: „Ihn das zweite Mal sterben zu sehen, hat ganz schön wehgetan.“ Und Surak, der Vater der vulkanischen Philosophie und Zivilisation, bezeichnet die Einladung Lincolns als „Einladung von unserem gemeinsamen Präsidenten“. Gemeinsamer Präsident?! Der Menschen und Vulkanier? Hier wird mit Lincoln ganz eindeutig einem Verfechter der jüdischen Multirassen- und Großunionsagenda gehuldigt, womit moderne Vertreter dieser Sorte moralisch geadelt werden sollen.

Auffallend ist, daß hinsichtlich Rassenintegrationswerbung in „Raumschiff Enterprise“ die Neger im Vergleich zu anderen Nichtweißen besonders stark gepusht werden. Neben all den bereits erwähnten Negern nimmt sich der Asiatenanteil bescheiden aus, mit Sulu auf der Brücke und der gelegentlich vorkommenden Asiatin auf dem Brückenmannschaftsbild weiter oben. In „Der Obelisk“ geht es allerdings um Indianer (Navajo, Delawares, Irokesen), die auf einem erdähnlichen Planeten ein friedliches Leben führen, das sich von ihrer historischen Praxis ihres Zusammenlebens im alten Nordamerika stark unterscheidet. Im Lauf der Episode stellt sich heraus, daß die Erbauer des Obelisken, den die Indianer verehren, von Ausrottung bedrohte Völker auf andere Planeten gebracht haben, damit sie weiterleben können. Dies veranlaßt die Männer der Enterprise zu der Vermutung, daß es deswegen so oft humanoide Wesen auf anderen Planeten gibt. JWO-erfahrene Zuseher erkennen darin schon wieder eine Variante des Betroffenheitsgetues um „arme verfolgte ethnische Minderheiten“ samt Schuldgefühlsappell an weiße Zuseher. Daß diese Weltraumindianer als Hinrichtungsmethode ausgerechnet die Steinigung praktizieren, hat mich gleich wieder zu dem Gedanken „Wie typisch!“ angeregt.

Eine Rassenbenachteiligungsgeschichte ist „Die Wolkenstadt“: Auf dem Planeten Ardana wohnt der wohlhabende Teil der Bevölkerung komfortabel in der Wolkenstadt Stratos City, während der als Troglyten bezeichnete Rest in den Minen unter der Oberfläche lebt und für die Stratos-Leute das Mineral Zienit abbauen muß. Dieses Kastensystem wird damit gerechtfertigt, daß die Troglyten weniger intelligent als die Himmelsbewohner sind.

Plasus, der Hohe Rat von Stratos City: „Troglyten sind ein Konglomerat der minderwertigen Arten. Abstrakte Konzepte wie die von Stratos können sie nicht begreifen.“
McCoy: „Ihr IQ liegt 20 % unter dem Durchschnitt.“
Spock: „Aber sie haben gemeinsame Ahnen.“

Wie sich herausstellt, sondert das Rohzienit ein Gas ab, das den IQ verringert und die Emotionen stärkt, was Gewalt fördert. Troglyten, die eine Zeitlang als Dienstboten auf Stratos gewesen sind, waren der Gaswirkung entzogen und haben sich in Intelligenz und Verhalten den Himmelsbewohnern angeglichen. Kirk bietet Filtermasken an, deren Wirksamkeit der Hohe Rat nicht wahrhaben will, denn für ihn ist es Tatsache, daß Troglyten den Stratosianern von Geburt an unterlegen sind. Schließlich wird bewiesen, daß Kirk und Spock doch recht hatten, und fortan wird die Kasteneinteilung zwischen Erd- und Himmelsbewohnern aufgehoben. Alle müssen sich am Zienitabbau beteiligen, erhalten dafür sowohl Filtermasken als auch abwechselnd Zugang zur Wolkenstadt.

Kirk: „Und doch hat ein falscher Gedanke die Troglyten jahrhundertelang in den Minen festgehalten: daß ihr dumm seid von Natur aus.“

Plasus (Jeff Corey, Mitte), seine Tochter Droxine (Diana Ewing, links) und die gefangene Dienerin Vanna (Charlene Polite, Mitte), eine Troglytenführerin, die nun gefoltert werden soll.

Plasus (Jeff Corey, Mitte), seine Tochter Droxine (Diana Ewing, links) und die gefangene Dienerin Vanna (Charlene Polite, Mitte), eine Troglytenführerin, die nun gefoltert werden soll.

Zwar werden in dieser Geschichte beide Seiten von weißen oder zumindest einigermaßen weiß wirkenden Schauspielern dargestellt („Plasus“ Jeff Corey ist vermutlich Jude), weshalb man oberflächlich besehen bloß einen Klassenkampf-Subtext vermuten würde. Aber das ist nur ein Kunstgriff, damit das überwiegend weiße Fernsehpublikum sich besser mit den Troglyten identifizieren kann und in weiterer Folge mit den „Opfern“ sympathisiert, um die es hier eigentlich geht. Denn das mit dem 20 % niedrigeren Durchschnitts-IQ (was ungefähr US-Negern entspricht) und der gewaltfördernden Emotionalität macht klar, daß Stratos für die weiße Welt steht und die Troglyten für die Dritte Welt, insbesondere für Afrika. Eine Entsprechung zu Kirk in unserer Realität könnte im Sinne dieser Episode sagen: „Und doch hat ein falscher Gedanke die Schwarzen jahrhundertelang in Afrika festgehalten: daß ihr dumm seid von Natur aus.“

Auch die Akzeptanzwerbung für Rassenvermischung kommt bereits in „Raumschiff Enterprise“ nicht zu kurz. In „Brautschiff Enterprise“ („Elaan of Troyius“) besteht die Mission der Enterprise darin, die Elasianerin Elaan (France Nuyen) zum Herrscher der von ihr verachteten grünhäutigen Troyiuser zu bringen, den sie heiraten soll, damit der Friede zwischen den beiden Planeten gesichert ist.

France Nuyen als „Elaan“ im Transporterraum der „Enterprise“.

France Nuyen als „Elaan“ im Transporterraum der „Enterprise“.

In dieser 1968 produzierten Folge vermittelt Kirk zwar noch recht konservative Verhaltensweisen bei der Bändigung widerspenstiger, hochmütiger Frauen. Als Elaan ihn anfaucht, sie habe ihm nicht erlaubt, sich zu entfernen, sagt er nur trocken: „Stellen Sie sich vor, ich frag’ gar nicht.“ Und dem troyiusischen Botschafter Petri, der seine liebe Not mit ihr hat, rät er, ihr zu zeigen, wo der Bartl den Most holt (Petri: „Wer bitte ist Bartl?“).

Captain Kirk und der troyiusische Botschafter Petri.

Captain Kirk und der troyiusische Botschafter Petri.

Es wird auch gezeigt, wie Elaan sich in Kirk verliebt, der ihre Shit tests besteht und ihr Kontra gibt. Das ist aber nur eine weitere Variante der jüdischen Taktik, den umzuerziehenden konservativen Goyim in Teilbereichen vorläufig recht zu geben und ihnen zu präsentieren, was ihnen gefällt (wie auch beim Scheitern von Dr. Daystrom und seinem Computer M5, oder wie in der realen Welt die jüdischen Gestalten im koscheren Counterjihad), um ihnen etwas anderes unterschieben zu können, das für ihre Agenda vordringlicher ist. Am Ende, nach einer spannenden Auseinandersetzung zwischen der Enterprise und einem Kreuzer der Klingonen, willigt Elaan doch ein, den Herrscher einer fremden Spezies um des interplanetaren Friedens willen zu heiraten. (Zu France Nuyens rassischem Hintergrund habe ich herausgefunden, daß sie die Tochter einer Französin und eines Vietnamesen ist. Auf Wikipedia steht über sie: „Bis heute nimmt sie an, dass ihre Eltern, die als Zigeuner ihren Lebensstil gefunden hatten, von den Nationalsozialisten ermordet wurden“, und im englischen Wiki: „During World War II, her mother and grandfather were persecuted by the Nazis for being Roma“. Somit war das mit der Zigeunerei nicht nur der „Lebensstil“, sondern der wahre ethnische Hintergrund ihrer „französischen“ Mutter, was den dunklen Teint erklärt.)

Auch in „Brautschiff Enterprise“ gibt es wieder einen Hochkommissar der Föderation, der zu den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Troyius reist.

Eine sehr exotische Interspezies-Beziehung zeigte die Folge „Metamorphose“, wo Kirk, Spock, McCoy und die todkranke Föderationsbeauftragte Nancy Hedford auf einem Asteroiden dem vor über hundert Jahren verschollenen Erfinder des Warpantriebs, Zefram Cochrane, begegnen. Dieser sieht trotz seines Alters nur wie Mitte dreißig aus, weil er mit einem unsterblichen wolkenförmigen Energiewesen zusammenlebt, das ihn liebt und jung erhält.

15 TOS2x09f Metamorphose - Zefram Cochrane

Diese Wolke ist weiblichen Geschlechts (was immer das bei solch einem Wesen heißen soll) und lebt mit Cochrane erotische Fantasien aus. So genießt sie es, sich über ihn zu stülpen und langsam mit ihm zu verschmelzen. Am Ende übernimmt die Wolke den Körper der sterbenden Nancy, vereinigt sich mit ihr zu einer einzigen Person und gibt dabei ihre Unsterblichkeit auf. Cochrane weigert sich, mit den Enterprise-Leuten in die Zivilisation zurückzukehren und bleibt mit dem Doppelwesen, das ihn liebt, auf dem Asteroiden zurück.

Sicher, solche rassischen Propagandabotschaften waren in der Ur-Serie noch nicht ganz so dicht gesät wie in den späteren und in den Filmen. Es gab auch eine Menge bloß mehr oder weniger käsiger oder alberner Füllepisoden. So wie es auch beim Transnationalismus-Thema einen allmählichen Übergang von einer unabhängigen Erde und ihrer Raumflotte hin zu einer interstellaren Föderation gab, wurde auch hinsichtlich rassischer und Spezies-Diversity der Bereich dessen, was man dem Publikum zumutete, nur nach und nach erweitert. Das zeigt sich auch an der Zusammensetzung der Raumschiffbesatzungen: Waren es am Anfang von „Raumschiff Enterprise“ noch praktisch rein menschliche und mit nur wenigen Ausnahmen weiße Besatzungen, mit Spock als einzigem Außerirdischen, und etwas später nach Spezies segregierte Schiffe (normalerweise Menschenschiffe wie die Enterprise, aber daneben auch Schiffe, die wie die Intrepid in „Das Loch im Weltraum“ von lauter Vulkaniern bemannt waren), so verschob sich das Besatzungsspektrum in späteren Serien immer mehr hin zu Nichtweißen und Außerirdischen. In „Der Abgesandte“, dem Pilotfilm von „Deep Space Nine“, sind in den Anfangsszenen an Bord von Commander Siskos Schiff Saratoga die Weißen und insbesondere weiße Männer stark in der Minderheit: mit Benjamin Sisko gibt es auf der Brücke einen schwarzen Kommandanten, daneben einen Vulkanier, einen weißhäutigen Außerirdischen, zwei rassisch undefinierbare, südländisch aussehende Frauen, und erst während der hektischen Evakuierung der in der Schlacht bei Wolf 359 zerstörten Saratoga sieht man einmal eine blonde Frau und den einen oder anderen weißen Mann.

Feministische Propaganda kommt in der Originalserie noch relativ wenig vor, zumindest von der Art, die einem heute noch als solche auffällt. Am meisten gab es davon in der allerletzten Episode „Gefährlicher Tausch“: Die Enterprise rettet zwei überlebende Mitglieder einer Expedition auf Camus II, die dort die Überreste einer untergegangenen Zivilisation erforscht hat. Eine der beiden ist Dr. Janice Lester, Kirks Studienkollegin und Ex-Flamme aus seiner Akademiezeit. Diese ist verbittert, weil die bösen Männer den armen Frauen nicht zutrauen, ein Raumschiff zu führen, und wirft Kirk vor, er hätte sie an der Sternflottenakademie nie ernst genommen. Mit einem Gerät, das sie auf Camus II gefunden hat, führt sie einen Körpertausch mit Kirk durch, um in seiner Rolle unerkannt das Kommando über die Enterprise zu übernehmen und endlich beweisen zu können, daß sie als Frau ebenfalls dazu befähigt ist. Zwar gelingt es Kirk schließlich, seinen eigenen Körper und sein Schiff wieder zurückzugewinnen, aber das Prinzip ist das gleiche wie in „Computer M5“: Puh, noch einmal gut ausgegangen für Kirk und das mit ihm mitfiebernde Publikum, aber vorher hatte Janice Lester noch eine Weile Gelegenheit, sich als Raumschiffkommandantin zu beweisen.

Eine Sache, die mich mit der Zeit besonders zu stören begonnen hat, ist das, was ich inzwischen „Spockismus“ nenne: die Art, wie Spock seine vulkanische Philosophie und angebliche Logik (die oft recht lückenhaft oder widersinnig ist) benutzt, um eine Art „Culture of Critique“ der Zukunft zu predigen, die zwar „die Erdenmenschheit“ allgemein aufs Korn nimmt, aber darauf abzielt, daß hauptsächlich die überwiegend weißen Zuschauer das auf sich beziehen und sich zu Herzen nehmen.

Ein Beispiel: Die Episode „Kampf um Organia“, nach einem Klingonenangriff auf die Enterprise.

Kirk: „Das bedeutet Krieg. Wir wollten ihn nicht, aber jetzt haben wir ihn.“

Spock: „Seltsam, wie oft es den Menschen gelingt, etwas zu bekommen, das sie gar nicht wollen.“

Oder in „Der Zentralnervensystem-Manipulator“, wo es diesen Dialog zwischen Spock und Dr. McCoy gibt:

Spock: „Unbegreiflich: Seit vierzig Jahrhunderten verherrlicht ihr die organisierte Gewalt und nennt es Krieg. Aber wenn ein Einzelner gewalttätig ist, sperrt ihr ihn ein.“

McCoy: „Und wie haben die Vulkanier dieses Problem gelöst?“

Spock: „Wir legten unsere Emotionen ab. Denn ohne Emotionen – gibt es kein Motiv für Gewalt.“

Absoluter Blödsinn! Auch ohne Emotionen (außer man ist so emotionslos, daß man nicht einmal Interesse an der Verfolgung von Eigeninteressen hat und somit lebensuntüchtig ist) kann man Interessen haben, die am besten mit Gewalt zu verwirklichen sind. Und gerade Emotionen wie Mitgefühl können als Verhaltensregulator wirken, die Gewalttätigkeit dämpfen. Außerdem schwindelt sich diese moralisierende Gleichsetzung von organisierter Gewalt zwischen Gruppen mit der gemeinschaftsschädigenden Gewalt von Verbrechern innerhalb einer Gruppe über die Tatsache hinweg, daß es eben Interessenkonflikte zwischen Gruppen geben kann, die nur gewaltsam gelöst werden können, während menschliche Gemeinschaften ein Interesse daran haben müssen, gewalttätige Übergriffe Einzelner gegen Gruppenmitglieder zu verhindern.

Wie unsinnig diese angebliche Überlegenheit der Emotionslosigkeit bei der Entscheidungsfindung in Wirklichkeit ist, wird in dieser Passage aus Elizabeth Whitcombes Essay Warum Musik? Ein Blick auf Kunst und Propaganda deutlich:

Emotion hat heuristische Eigenschaften. Wir entwickelten Emotionen, weil sie uns ermöglichen, schnelle Urteile zur Unterstützung unserer evolutionären Ziele zu fällen. Dies bedeutet, daß Emotionen, wenn Zeit und Energie knapp sind, uns eine provisorische Entscheidungsfähigkeit geben. Diese Fähigkeit zu beurteilen, was für uns wichtig ist, ist eigentlich das, was es uns ermöglicht, effektiv Überlegungen anzustellen!

In seiner Arbeit Descartes’ Error beschreibt Professor Antonio Damasio, was mit Patienten geschieht, bei denen ein Teil ihres emotionalen Hirnbereichs geschädigt wurde. Sie stellen sehr gut Überlegungen an, aber sie haben Schwierigkeiten, damit aufzuhören. Sie können nicht mehr beurteilen, was für sie praktisch relevant ist und was nicht. Sie könnten den ganzen Tag mit der Entscheidung verbringen, für wann sie ihren nächsten Arzttermin festsetzen möchten.

Nimm das, Spock!

Hier haben wir ein weiteres Beispiel dafür, wie grundfalsch die Ideen und Meme sind, die man uns mit „Star Trek“ schon seit der Originalserie immer anzudrehen bestrebt war.
Bei Spock bestand die Masche (neben seiner sonstigen „Culture of Critique“) darin, daß er vorzugsweise anhand gesunder Emotionen, die aber der JNWO-Agenda im Weg stehen, die angebliche Überlegenheit der vulkanischen Emotionslosigkeit gepredigt hat, während er in anderen Fällen mit Argumenten, Werturteilen und Vorwürfen in Richtung der (weißen) Erdenmenschen kam, die auf unangemessener Gefühligkeit beruhten und uns von der Wahrung unserer Interessen abbringen sollten.

In „Ganz neue Dimensionen“, der Star-Trek-Version von Fredric Browns Kurzgeschichte „Arena“, wird die Enterprise heimtückisch mit einer gefälschten Nachricht des Stationskommandanten auf Cestus 3 (einer „terranischen Beobachtungsstation“ – ein Widerspruch zur erstmaligen Erwähnung der Föderation in dieser Episode) in einen Hinterhalt gelockt. Eine hinuntergebeamte Landungsgruppe unter Kirks Führung stellt fest, daß die Basis zerstört und die gesamte Besatzung einschließlich Frauen und Kindern getötet wurde. Bald erfolgt ein überraschender Feuerüberfall, der sie in Deckung zwingt (Shatner und Nimoy erlitten bei den Dreharbeiten dazu Tinnitus, weil sie zu nahe an einem extrem lauten Special effect waren).

16 TOS1x18b Arena - Cestus 3

Wieder auf der Enterprise, will Kirk das Raumschiff der Echsenwesen, die beide Überfälle verübt haben, verfolgen und zerstören, und Spock rät ihm ebenfalls dazu, damit der Feind seine Heimatbasis nicht erreicht und Ergebnisse einer eventuellen Aufklärung für eine Invasion nicht weitergeben kann. Später, als Kirk das Schiff wirklich nach einer Verfolgungsjagd mit Warp 7 eingeholt hat und es angreifen will, hat Spock plötzlich Zweifel, ob eine Vernichtung überhaupt nötig ist.

Kirk darauf: „Unsere Leute auf Cestus 3 wurden ermordet. Wenn wir sie nicht bestrafen, kommen sie wieder und greifen andere Einrichtungen an.“

Spock: „Ich möchte nur daran erinnern, daß wir es mit denkenden Wesen zu tun haben.“

Was soll das nun wieder für eine „Logik“ sein? Wenn diese Wesen so gut denken können, daß sie schnelle, kampfkräftige Raumschiffe bauen können, und wenn sie denken, daß sie damit einen Erdaußenposten heimtückisch überfallen und brutal vernichten können und sollen, dann würde es gerade eben nüchterne Logik gebieten, sie zu verfolgen und zu vernichten, ehe sie ihre Heimatbasis erreichen und dort Informationen über die Schwächen von Föderationsstationen überbringen können. Sie mit der Begründung „es sind denkende Wesen“ zu verschonen ist dagegen ideologisch eingefärbte Gefühlsduselei.

Und aus diesem Stoff ist die vulkanische „Logik“ durchgehend gestrickt. Warum sollte z. B. Spocks Vater Sarek mit seinem Sohn nicht reden wollen und ihn schneiden, weil er mit dessen Entscheidung für die Föderationsraumflotte nicht einverstanden war? Ist das etwa keine Emotion?

In der Episode mit Abraham Lincoln, „Seit es Menschen gibt“, sagt Spock über die vulkanische Philosophie: „Sie geht davon aus, daß erst die Vielfalt der verschiedenen Dinge das Leben lebenswert macht“, was mich an Lily Munsters Sager erinnert: „It takes all kinds of people to make a world.“ In derselben Folge kommt Spock auch wieder mit seiner vulkanischen Frieden-um-jeden-Preis-„Logik“.

Überhaupt erscheinen mir die Vulkanier als eine Art „Weltraumjuden“, wie man sie in der Science Fiction a la Hollywood offenbar liebt: außerirdische Völker, die dem Überlegenheitsideal entsprechen, das die Juden von sich vermitteln wollen. Alte, weise Zivilisationen, technisch weiter fortgeschritten als die Menschen und schon länger interstellare Raumfahrt treibend; den Menschen in manchen Dingen moralisch, körperlich und geistig überlegen (langlebiger, physisch widerstandsfähiger, intelligenter, Sonderfähigkeiten wie Telepathie etc.), die trotz des auf anderen Welten gepflogenen Interspezies-Kosmopolitentums auf ihren eigenen Welten unter sich bleiben. In „Babylon 5“ sind das die Minbari, die noch dazu das militärische Potential zur Vernichtung der Erde samt den Menschen haben (kosmische Samson-Option!). In „Star Trek“ ist der Planet Vulkan das kosmische Israel, mit solchen wie Spock als Diaspora-Leute, die in der Galaxis herumreisen und die „Goyim“ ständig belehren.

Deutlich wird dies in „Weltraumfieber / Pon Farr“: die Vulkanier empfangen nur ungern Fremdweltler zu Besuch, und T’Pau (Celia Lovsky), die Spocks Hochzeits- bzw. Brautkampfritual leitet, ist die einzige Person, die jemals einen Sitz im Föderationsrat abgelehnt hat. Eine weitere Positionierung der vulkanischen Kultur als überlegen gegenüber anderen (eigentlich natürlicheren) erfolgt in „Spock unter Verdacht“ („Balance of Terror“), worin erstmals die Romulaner in den Star-Trek-Kosmos eingeführt und als Verwandte der Vulkanier enthüllt werden. Hier dienen die Romulaner als Kontrastmittel, als Beispiel für einen Weg, den die Vulkanier nicht beschritten haben.

Ein Israel-Bezug ist mir auch in „Ein Planet, genannt Erde“ aufgefallen, jener Episode, in der die Enterprise bewußt in die 1960er Jahre zurückreist, um einen Vorfall aufzuklären. Darin sah man bei jeder Orbitalszene wie auf dem Bild unten „zufällig“ immer Israel und den Nahen Osten unter dem Schiff vorbeiziehen.

17 TOS2x26b Ein Planet, genannt Erde

Wie bereits erwähnt, war ich seit meiner Jugend lange ein enthusiastischer Trekkie. Die Enterprise war das Abenteuer-Traumschiff meiner Fantasie, und Kirk und Spock zählten zu den Helden meiner jüngeren Jahre. Heute aber halte ich Spock und seinen Captain Kike einfach nicht mehr aus.

Mittlerweile vermute ich, daß der ganze Kult um „Star Trek“ ursprünglich ein von jüdischer Seite künstlich angeschobenes Phänomen war und erst später zum Selbstläufer wurde. In den drei Jahren, in denen die ursprüngliche Serie gedreht und erstausgestrahlt wurde, hatte sie immer nur eine kleine, wenn auch leidenschaftliche Fangemeinde, durch deren Engagement sie zweimal vor der drohenden Einstellung gerettet wurde, ehe 1969 das endgültige Aus kam. Neben unpolitischen SF-Fans, die sich bloß über eine für damals epische Weltraumserie freuten, werden das hauptsächlich Juden und jüdisch-linksverstrahlte Weiße gewesen sein. Erst im Laufe des folgenden Jahrzehnts, in dem die allgemeine 68er-Gegenkultur bereits immer mehr Fuß gefaßt hatte, wuchs der Trek-Kult, der Paramount schließlich 1979 zu dem Aufwand für den ersten großen Enterprise-Kinofilm ermutigte und ab 1987 mit „Star Trek: The Next Generation“ die erste von bisher vier Nachfolgeserien im Fernsehen ermöglichte.

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Fortsetzung: Star Dreck VIIIb – Star Trek: Die nächste Generation

Siehe auch:

Warp Speed to Nonsense: Every episode of Star Trek summarized, critiqued and made fun of (just a little)

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