London 7/7 – Die fast unglaubliche Geschichte von Peter Power

Der englische Originalartikel, aus dem hier ausschnittsweise übersetzt wurde, ist am 7. Februar 2008 (mit späteren Ergänzungen) unter dem Titel J7 EXCLUSIVE: Peter Power Dorset Police Suspension & the DPP File auf der Seite J7: The July 7th Truth Campaign erschienen. Übersetzt und mit einer Schlussbemerkung von Osimandia.

peterpowerAm Nachmittag und Abend des 7. Juli 2005 kamen Informationen über eine private Fima auf, die in London eine Terrorübung durchgeführt hatte, und zwar genau zur gleichen Zeit, zu der auch die wirklichen Explosionen im Londoner Verkehrsnetz stattfanden. Diese Enthüllungen kamen nicht von einer anonymen Quelle, sondern vom geschäftsführenden Direktor der Privatfirma, welche die Terrorübung durchgeführt hatte. Die Privatfirma ist Visor Consultants und der betreffende geschäftsführende Direktor ist Peter Power. Drei Jahre lang blieb der Kunde, für den die Terrorübung durchgeführt worden war, unbekannt, bis sich Peter Power im Oktober 2008 entschloss, diese Information der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Am 7.7.2005 und danach gab Peter Power eine Reihe von Interviews, in denen er sich auf die Terrorübung bezog, die er am Morgen des 7. Juli durchführte. Power ist seitdem regelmäßig als unabhängiger Sicherheitsexperte in Fernseh- und Radiointerviews ohne spezielle Verbindung zu den Ereignissen vom 7. Juli 2005 aufgetaucht.

J7 hat diese Interviews gesammelt, sodass Sie sich selber ein Urteil bilden können, was ein dermaßen bizarres und unwahrscheinliches Zusammentreffen von Ereignissen zu bedeuten hat.

Peter Power auf Radio 5 Live Drivetime.

Das erste von Mr Powers Interviews wurde am Nachmittag des 7. Juli 2005 auf BBC Radio 5 Live Drivetime gegeben, vermutlich nachdem Mr Power seine private Terrorübung zu Ende gebracht hatte.

Peter Power: … heute morgen um halb zehn haben wir tatsächlich eine Übung durchgeführt für äh eine Firma mit über tausend Leuten in London, mit dem Inhalt von Bomben, die gleichzeitig genau an den Bahnhöfen hochgehen, an denen es heute morgen geschah. Mir stehen immer noch die Nackenhaare zu Berge!

Peter Allen (Radio Five Live): Um das klarzustellen: Sie haben eine Übung durchgeführt, um herauszufinden, wie Sie mit so etwas umgehen, und dann geschah genau das, während Sie die Übung durchführten?

Peter Power: Genau! Und es war äh ungefähr um halb zehn heute morgen, wir haben das für eine Firma geplant und aus offensichtlichen Gründen möchte ich ihren Namen nicht preisgeben, aber sie werden zuhören und werden es wissen. Und wir hatten einen ganzen Raum voller Krisenmanager beisammen, die sich zum ersten Mal getroffen hatten und so haben wir innerhalb von fünf Minuten eine schnelle Entscheidung getroffen „Das ist echt“ und begannen mit der korrekten Aktivierung der Prozedur des Krisenmanagements und sprangen von „langsamen“ zum „schnellen“ Denken und so weiter.

Bitte beachten Sie, dass Power von „Bomben, die gleichzeitig hochgingen“ sprach. Beachten Sie weiter, dass nicht vor dem 9. Juli 2005, d.h. zwei Tage nach den Ereignissen, bekanntgegeben wurde, dass die Explosionen in den U-Bahnen „fast gleichzeitig“ stattfanden. Powers fiktives Szenario, wie es von dem Mann selber beschrieben wurde, glich dem endgültigen Bericht über 7/7 also mehr, als es die Berichterstattung tat, die der Öffentlichkeit zum Zeitpunkt seines Interviews von der Polizei und den Behörden dargeboten wurde.

Nur der ehemalige Mossad-Chef Efraim Halevy, der am 7. Juli 2005 in der Jerusalem Post von „mehreren gleichzeitigen Explosionen, die sich heute im Londoner Verkehrssystem in beinahe perfekter Ausführung ereigneten“ schrieb, war in der Lage, den gleichen Grad an „Durchblick“ wie Peter Power zu erreichen. Beachten Sie bitte: Der Originalartikel ist auf der Webseite der Jerusalem Post nicht mehr verfügbar, obwohl Kopien davon im Netz zu finden sind.

Peter Power auf ITV News 7/7 Vision um 20:20 Uhr

Kurze Zeit nach seinem Auftritt im BBC Radio gab Peter Power am 7.7. um 20:20 Uhr ITV News ein Fernsehinterview, das etwas mehr über die Natur der Operation enthüllte und auch ein bisschen auf die Art der Organisationen hindeutete, für welche die Übung organisiert worden sein könnte:

Peter Power: Heute führten wir eine Übung für eine Firma durch – bitte beachten Sie, dass ich privatwirtschaftlich tätig bin – 1.000 Leute waren an der gesamten Organisation beteiligt und wir setzten sie in der City ein, alle außer dem Krisenmanagement-Team. Und die merkwürdigste Sache dabei war, unser Szenario basierte auf gleichzeitigen Anschlägen auf U-Bahnstationen. So mussten wir schlagartig bei der Übung von „fiktiv“ auf „real“ umschalten. Und eines der ersten Dinge ist, sich diese Telefonnummer des Büros zu beschaffen, wenn man die Liste der vermissten Personen hat, und ihnen diese mitzuteilen. Und es dauerte lange Zeit….

Interviewer: Nur, um das klarzustellen: Sie haben heute tatsächlich eine Übung durchgeführt, die dieses Szenario praktisch vorausgesehen hat?

Peter Power: Äh, fast genauso. Ich war letzte Nacht bis 2 Uhr auf, weil das unser Job ist, meine eigene Firma. Visor Consultants, wir sind darauf spezialisiert, Leuten bei ihrem Krisenmanagement zu helfen. Wie springt man von „langsamem“ Denken zu „schnellem“? Und wir wählten in Zusammenarbeit mit ihnen ein Szenario – das auf einem Terroranschlag basiert, sehr nahe bei einer äh Liegenschaft, in der sich jüdische Geschäftsleute aufhalten, sie sind in der City und es sind auch mehr amerikanische Banken in der City als in ganz New York – es war logisch, das so zu machen. Und mir stellen sich immer noch die Nackenhaare…

Peter Power im Canadian Broadcasting Service

In den Tagen nach dem 7. Juli flog Peter Power – anstatt über seine Rolle im Zusammenhang mit einer „Firma mit über 1000 Personen“ an dem Tag, an dem im Londoner Verkehrssystem 56 Menschen getötet worden waren, vernommen zu werden – nach Toronto zu der 15. Weltkonferenz über Katastrophenmanagement.

Power erschien am Sonntag (10.7.) in einer Diskussionsrunde der Canadian Broadcasting Corporation [der dazu angegebene Link ist leider tot] , während der der Gastgeber den „außergewöhnlichen Zufall “ von Powers Übungsszenario erwähnte:

Evan Solomon: Wir haben etwas recht Außergewöhnliches erfahren – könnte Zufall sein oder nicht – und zwar, dass Ihre Firma am gleichen Tag, an dem die Bomben in London hochgingen, eine Übung durchführte, bei der das Hochgehen von drei Bomben simuliert wurde, in genau den gleichen U-Bahnstationen, in denen sie wirklich hochgingen. Wie kam es dazu? Zufall, oder handelten Sie aufgrund von Informationen, die Sie hatten?

Peter Power: Ich denke nicht, dass man sagen könnte, dass wir irgendeinen besonderen Einblick in das Terrornetzwerk hatten, ansonsten wäre ich selber ja verhaftet. Die Wahrheit ist…

Evan Solomon: Aber es ist Zufall.

Peter Power: Es ist Zufall, und es ist ein gespenstischer Zufall. Unser Szenario war sehr ähnlich – es war nicht vollkommen identisch, aber es basierte auf Bomben, die zu der Zeit an genau den gleichen Orten hochgingen, all solches Zeug. Aber es war insofern kein reiner Zufall, weil London eine Geschichte mit Bombenanschlägen hat, und der Grund, aus dem unsere Einsatzkräfte so hervorragende Arbeit geleistet haben und besser vorbereitet waren als wahrscheinlich in jeder anderen Stadt der Welt, ist der, dass sie es traurigerweise sein müssen. Daher brauchte es nicht wirklich höhere Mathematik und war auch nicht vollkommen außerhalb des Rahmens, auf dieses Szenario zu kommen, so ungewöhnlich es auch gewesen sein mag, die Übung beenden und in die Wirklichkeit überzugehen zu müssen; und es funktionierte sehr gut, obwohl es einige Sekunden gab, in denen die Leute nicht wussten, ob es real war oder nicht.

Weiter erzählte Power den Teilnehmern der Konferenz über Katastrophenmanagement, dass die Kanadier ihre Augen offenhalten sollten, und riet ihnen:

„Sie können sich nicht einfach zurücklehnen uns sich sagen: ‚ Alles ist in Ordnung, wir haben Glück gehabt. Wir sind ja nette Leute, uns passiert so etwas nicht. Die Alarmglocke läutet jetzt. Sie wollen sich doch nicht erst dann, wenn es passiert, sagen: ‚Ok, das war jetzt der Weckruf'“

Scheinberichterstattung und die 7/7 Terrorübung

Am 8. Juli 2005 , dem Tag nach dem, an demTod und Verwüstung über London gekommen waren, erschien auf Seite 5 der Manchester Evening News ein Interview mit Peter Power, in dem er eröffnete, dass er nicht nur zufällig eine Terrorübung durchgeführt hatte, die ‚auf Bomben beruhte, die am 7. Juli gleichzeitig in den U-Bahnstationen hochgingen, wo es passierte‘, sondern dass er auch eine Reihe von Scheinberichterstattungen für die Übungsoperation organisiert hatte, die anscheinend so realistisch waren, dass die Übungsteilnehmer verwirrt waren, was real war und was nicht:


Mr Power sagte:
„Ich war Polizeiinspektor zu der Zeit des King’s Cross Feuers und war an der Koordinierung dieser Operation beteiligt. Nachdem ich den Polizeidienst quittiert hatte, machte ich meine eigene Krisenmanagement-Beraterfirma auf. Gestern waren wir gerade bei einer Übung, die auch Scheinberichterstattungen beinhaltete, als es wirklich passierte.

Als die Nachrichten anfingen, davon zu berichten, sagten die Leute, wie realistisch unsere Übung war – sie erfassten nicht, dass wirklich ein Anschlag stattgefunden hatte. Als wir in eine wirkliche Krise involviert waren, wurden wir als Firma aktiv.“


Mr Power fügte hinzu:
„Während der Übung, an der wir gestern arbeiteten, betracheten wir eine Situation, in der Bomben an Schlüsselstellen des Londoner Verkehrssystem platziert waren – obwohl wir nicht speziell ein Szenario mit einer Bombe in einem Bus betrachteten.

Es war eine Standardübung, die wir ausführten.“

Tatsächlich sind Übungen zu Anschlägen in öffentlichen Verkehrsnetzen – die inzwischen anscheinend unter der amerikanisierten Bezeichnung „transit systems“ bekannt sind – ziemlich üblich in der Welt der staatlichen und privaten Terrorprävention. In der Folge wird eine Terrorübung beschrieben, welche die Regierung Singapurs am 8. Januar 2006 unter dem Namen „Operation Northstar“ durchführte und an der doppelt so viele Teilnehmer (2.000) wie an der von Peter Power in London beteiligt waren. [Anm.: d. Ü.: Um Überlänge zu vermeiden und weil es auch vielleicht auch ein bisschen langweilig ist, haben ich nur die Einleitung und die Kurzzusammenfassung am Ende übersetzt. Für näher Interessierte ist aber der vollständige Bericht darüber von einer Insiderquelle im englischen Originalartikel nachlesbar.]

Die Übung Northstar V ist die am größten angelegte Übung, die wir bislang durchgeführt haben. Wir simulierten ein Szenario mit mehreren Bombenexplosionen und einem chemischen Kampfstoff in vier U-Bahnstationen und einem Bus, um uns zu trainieren und unsere Fähigkeiten zu testen. Der Fokus der heutigen Übung (8. Januar 2006) lag darauf, unsere Männer in Uniform und 20 weitere Behörden zu testen. Wir werden aus dieser Übung lernen und unsere Pläne und Operationen verbessern.

(…)

An der Übung waren über 2.000 Personen, sowie Explosionskörper, Rauch und Feuersimulationen beteiligt. Es wurden ungefähr 500 simulierte Verletzte eingesetzt, um unsere Rettungskräfte am Tatort zu testen. Um es darüberhinaus noch realistischer zu machen, wurden Datum, Uhrzeit und die exakten Einzelheiten der Übung erst 15 Minuten vor der Übung bekanntgegeben, indem die Übung von lokalen Sendeanstalten angekündigt wurde. Das war eine vorsätzliche Maßnahme, um die Teilnehmer an der Übung besser beurteilen und testen zu können, einschließlich der Fahrgäste, die entweder in den Zügen oder den U-Bahnstationen waren, als die Übung begann.

Ein Rat dazu, wie man „Live“-Übungen im Vereinigten Königreich durchführt, beinhaltet, dass man (simulierte)Verwundete und Tote einbezieht, um „es realistischer zu machen“ und wird Firmen, die ihre Notfalloperationen testen wollen, von der Regierungs-Webseite London Resilience so empfohlen:

Live-Übungen reichen von kleinen Tests einer Komponente der Reaktion wie zum Beispiel Evakuierung bis hin zu einem vollumfänglichen Test der gesamten Organisation eines Zwischenfalls. Live-Übungen stellen das beste Mittel dar, eine zufriedenstellende Operation von Notfallkommunikation sicherzustellen, und der Einsatz von „Verwundeten und Toten“ kann zu mehr Realismus beitragen. Live-Übungen sind auch das einzige Mittel, um die entscheidenden Arrangements für den Umgang mit den Medien vollumfänglich zu testen.

Die Website der BBC zitiert sogar Roland Murphy von der London Underground:

Notfallübung in der U-Bahn (Letztes Update, Sonntag, 12. Juni 2005 11:31 GMT 12:31 UK)

Londons Notfalleinsatzkräfte sind zu einer Trainingsübung in der U-Bahn aufgerufen

Die Live-Übung wird am Bahnhof Tower Hill der District Line am Sonntag stattfinden.

Die Station ist bereits wegen umfangreicher Schienenarbeiten zwischen Whitechapel und Earl’s Count geschlosssen.

Roland Murphy von der London Underground sagte, dass gute Sicherheitsvorkehrungen bereits getroffen sind, „Wir können sie aber immer ausbauen und verbessern.“

Er fügte hinzu: „Alle Teilnehmer wissen nichts über die ‚Katastrophe‘, bis die Übung beginnt, damit sie so realistisch wie möglich damit umgehen.“

London Underground ist gesetzlich verpflichtet, jedes Jahr eine Notfallübung im Verkehrsnetz durchzuführen.

Ein Polizeikordon wird um die Station errichtet werden und Trinity Square, Savage Gardens, Wakefield Gardens und Coopers Row werden den größten Teil des Tages geschlossen bleiben.

In einer BBC-Berichterstattung nach dieser Übung berichtete Linda Smith von der Feuerwehr gegenüber BBC London über die kontrollierten Bedingungen unter denen die Übung durchgeführt wurden war.

„Die Kadetten, die als Opfer eingesetzt wurden, waren voll eingeweiht, und selbstverständlich hätten normale Passanten der Öffentlichkeit nicht gewusst, was vor sich geht.“ sagte sie.

„Wir haben es an einem Sonntag gemacht, die Gegend wurde mit einem Kordon abgeriegelt, die Öffentlichkeit hatte keinen Zugang, auch nicht über die Fußwege in diesem Bereich.“

Es ist möglich, dass die Berater von Visor Consultant, die Erfahrungen und „gelernten Lektionen“ von 7/7 nutzten, um bei Live-Übungen in Singapur, die Bomben auf Züge und einen Bus beinhalten, zu assistieren. Ihre eigene Webseite besagt:

Zusätzlich zu den Direktoren haben wir spezielle Berater, die regelmäßig an Projekten beteiligt sind, die vom Abhalten von Workshops in Singapur bis hin zur Hilfestellung eines Notfallausrüsters im Vereinigten Königreich reichen, um einen erfolgreichen Krisenmanagement-Test durchzuführen. Sieben unserer wichtigsten Berater sind Chris Needham-Bennett, Dr. Anne Eyre, Ian Ross, Tom Pine, Kathryn Holloway, Brian Hiscutt und David Tredrea.

[Anm. d.Ü.: Deshalb ist wohl die Übung in Singapur eingefügt, denn über die Übung in London wurde leider niemals mehr bekannt als das, was Peter Power am Tag der Anschläge sagte]

Peter Powers Antwort auf die anfänglichen Nachfragen

Vielleicht nicht ganz überraschend verursachen Berichte über eine Terrorübung, die simulierte Bomben beinhaltet, die gleichzeitig in den U-Bahnhöfen hochgehen sollen, in denen dann tatsächlich welche hochgingen, mehr als nur ein bisschen Fassungslosigkeit unter denjenigen aus der Öffentlichkeit und von alternativen Medien, die darüber Bescheid wissen. Die Flut von Anfragen zu der Natur der Übung war dermaßen groß, dass Peter Power die folgende – einzige – allgemein gehaltene Antwort darauf gab:

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Angesichts der Masse von Emails zu den Ereignissen des 7. Juli und einem üblicherweise darin ausgedrückten Irrglauben, unsere Übung bedeute Vorauswissen oder sei etwas wie eine Verschwörung (mehrere Webseiten interpretieren unsere Arbeit an diesem Tag auf inakkurate, naive, ignorante oder feindselige Weise) wurde beschlossen, eine einzige Email-Antwort wie folgt herauszugeben:

Es wird bestätigt, dass eine kleine Anzahl von „Walk Through“ Szenarien, die im voraus gut geplant waren, an jenem Morgen für eine Privatfirma in London (als Teil eines umfassenderen Projekts, das vertraulich bleibt) durchgeführt wurden, und dass zwei dieser Szenarien direkten Bezug zu terroristischen Bomben hatten, und zwar gleichzeitig wie diejenigen, die tatsächlich mit so tragischen Folgen explodierten. Eines der Szenarien war insbesondere den tatsächlichen Ereignissen sehr ähnlich.

Jeder mit dem Wissen über die andauernde Bedrohung unserer Hauoptstadt ist sich jedoch bewusst, dass (a) die Notfalldienste schon mehrere ihrer eigenen Übungen basierend auf Bomben im U-Bahn-System durchgeführt haben (über die auch in den Hauptnachrichtensendern berichtet wurde) und dass (b) die BBC eine ähnliche Dokumentation zum gleichen Thema ausgestrahlt hat, wenn auch mit sehr viel schlimmeren Konsequenzen. Es ist daher kaum überraschend, dass wir ein plausibles Szenario gewählt haben – aber das Timing und das Drehbuch war dessenungeachtet dennoch ein bisschen befremdlich.

Kurz gesagt, unsere Übung (die lediglich einige Personen als Krisenmanager umfasste, die auf eine simulierte Serie von Anschlägen reagieren sollten, die auf dem Papier 1000 Personen umfasste) wurde schnell zur Realität und die Teilnehmer an diesem Morgen reagierten in der Tat sehr gut auf die plötzlich eingetretenen realen Ereignisse.

Über diese Nachricht hinaus werden keine weiteren Kommentare mehr dazu abgegeben, und angesichts der außergewöhnlichen Masse an Nachrichten von schlecht informierten Personen werden ab jetzt keine weiteren Antworten mehr an irgendjemanden gegeben, der nicht in der Lage ist, nachzuweisen, dass er in gutem Glauben handelt (d.h. akkreditierte Journalisten/Akademiker).

Peter Power.

Obwohl er am 7. Juli 2005 eine Terrorübung durchgeführt hat, war Peter Power seither wiederholt als unabhängiger Terrorismusexperte gefragt, unter anderem zu der Exekution von Jean Charles de Menezes am U-Bahnhof Stockwell und auch zu offiziellen Berichten über die Ereignisse des 7. Juli 2005. In jedem dieser Fälle wird Power als jemand vorgestellt, der keinen besonderen Bezug zu den Ereignissen von 7/7 hat, und er wurde auch im weiteren nie mehr über die Natur und das Ausmaß der Übung befragt, die er durchgeführt hatte, nicht einmal über „das eine Szenario, das insbesondere den tatsächlichen Ereignissen sehr ähnlich“ war.

Kann es tatsächlich möglich sein, dass kein einziger akkreditierter Journalist oder Akademiker gewagt hat, Peter Power über die Operation an diesem Tag oder das „umfassendere Projekt“, dessen Teil sie war, zu befragen? Wenn man nach dem kompletten Fehlen von Information über die Natur der Übung urteilt, sieht es tatsächlich so aus, ausgenommen ein kleinmütiger Artikel auf der Webseite von Channel 4, der den Versuch macht, bezüglich der potentiellen Bedeutung des Zusammentreffens abzuwiegeln.

Peter Powers Terro-Übung „debunked“ von Channel 4 News

Während das merkwürdige Zusammentrefen der Terrorübung von Visor Consultants am Tag des 7. Juli 2005 abgesehen von gelegentlicher beiläufiger Erwähnung nur wenig Eingang in die darauffolgende Medienberichterstattung fand, veröffentlichte Channel 4 am 17. Juli 2005 einen Artikel, in dem der Journalist JJ King – anstatt darauf bedacht zu sein, mehr über die Natur von Powers Übung herauszufinden – sich des langen und breiten darüber auslässt, zu erklären, warum einige Zeit nach den Ereignissen, vermutlich nachdem sich Mr. Powers Nackenhaare wieder gelegt hatten, Power seine Version von „einer Übung, an der mehr als 1.000 Personen beteiligt waren“, die jedermann alarmiert hatte, zu „mehr als 1.000 Personen auf dem Papier“ geändert hat.

Gemäß dem Autor JJ King, ist diese kleine Revision der ursprünglichen Aussage Powers ausreichend Grund, Powers ursprüngliche Aussage zu ignorieren. King argumentiert weiter, dass, weil solche Übungen üblich sind, gar nichts ungewöhnlich daran ist, wenn eine solche Übung gleichzeitig und am gleichen Ort wie ein wirklicher Anschlag stattfindet. Bezeichnenderweise war eine weitere Gelegenheit, an der koordinierte Terrorübungen gleichzeitig mit wirklichen Terroranschlägen stattfanden, zufällig der Tag des 11. September 2001, als eine Reihe von Militärmanövern durchgeführt wurden, die einen Anschlag auf das World Trade Center zum Inhalt hatten.

Interessanerweise vermerkt King jedoch noch die Beobachtungen von einem der Produktionsassisten des CBC-Programms:

Colman Jones, ein Produktionsassist bei CBS berichtete am Sonntag auf seinem Blog [der nicht mehr existiert], dass er Peter Power, während er die Teilnehmer aus dem Gebäude begleitete, gefragt habe, warum es nicht mehr Medienberichterstattung dazu gegeben habe:

„Sie haben versucht, es unter der Decke zu halten“

hat Power angeblich geantwortet, und zwar mit etwas, das Jones als ‚wissendes Lächeln‘ bezeichnete.

King schließt seinen Artikel folgendermaßen:

‚Wenn Sie Hufe hören, denken Sie an Pferde, nicht an Zebras‘

so lautet die oft zitierte volkstümliche Version von Occam’s Rasiermesser.
Wo es an journalistischem Verstand fehlt, tun Bogger gut daran, sich an diese Weisheit zu halten.

Angesichts investigativer Journalisten, die wiederholt dabei versagt haben, zu berichten, oder auch nur investigativ zu sein, der riesigen Zahl von Irrtümern und Ungereimtheiten im offiziellen Bericht des Home Office und der vielen Geschichten, die vorsätzlich von den Medien über die Ereignisse des 7. Juli gesponnen wurden, rät J7 [Anm.d.Ü.: Und AdS], dass Blogger und die allgemeine Öffentlichkeit sehr gut daran tun, sich an etwas anderes zu halten als an den „journalistischen Verstand“, der sich beharrlich und wiederholt einem Rendezvous mit Journalisten verweigert.

Ende der Übersetzung.


Der englische Originalartikel geht noch sehr viel weiter in Details über weitere Aktivitäten des Terrorexperten Peter Power sowie auch überTerrorübungen und die Berichterstattung darüber, z.B. auch über eine Sendung des BBC-Programms Panorama aus dem Monat Mai 2004, in dem es um ein fiktives Szenario ging, bei dem London Ziel eines Terroranschlags wurde. Ein Übungsszenario, das dem von Peter Power am 7. Juli 2005 nicht ganz unähnlich war und drei Explosionen in U-Bahnzügen sowie eine in einem Straßenfahrzeug zum Inhalt hatte. Hier das Video in voller Länge:

In den folgenden Jahren hat sich Peter Power dreimal als Kommentator im Internet zu Wort gemeldet, einmal 2006 auf dem Newsnight Editors‘ Blog und einmal 2007 zu einem Youtube-Video einer Gruppe, die sich „We are Change UK“ nannte und das seine Terrorübung zum Thema hatte. [Das Video ist nicht mehr verfügbar, das tut youtube leid – und mir auch]. Seine Kommentare sind im englischen Original nachlesbar. Meiner Ansicht nach sind sie nicht wert, übersetzt zu werden, da sie außer gehässigen Bemerkungen über „Lehnstuhl-Verschwörungstheoretiker“, mit denen eine rationale Diskussion leider nicht möglich ist, nicht viel mehr als inhaltsleeres Blabla zur Terriorbedrohungslage in langen, gewundenen, schwer verständlichen Sätzen beinhalten. Es scheint, seine Nackenhaare haben sich dauerhaft gelegt.

Am 3. Oktober 2008 gab er schließlich überraschend die Firma, die damals (tatsächlich oder angeblich) sein Auftraggeber für die Terrorübung war – mit deren großzügigem Einverständnis – bekannt. Es handelt sich dabei um Reed Elsevier.

Er beendet diesen Kommentar wie folgt:

Dass eine Übung in die Realität übergeht, ist gar nicht so ungewöhnlich. Im Januar 2003 wurden zum Beispiel 30 Personen verletzt, als ein Zug der U-Bahn entgleiste und mit voller Geschwindigkeit gegen eine Mauer prallte. Gleichzeitig führte die Londoner Polizei eine Übung für ihre Unfallopferbehörde durch, und das Team beendete dann rasch die Übung und setzte sich in Aktion, um sich um den wirklichen Notfall zu kümmern.

Eine erstaunlich große Zahl von Menschen kann derartige Zufälle nicht als solche akzeptieren. Es muss immer eine Verschwörung dahinter stecken, trotz des offenkundigen Punktes, dass gewissenhafte Forschung immer die Wahrscheinlichkeit solcher Zufälle bestätigt. Und wenn wir schon dabei sind: Der einzige Grund, aus dem ich an jenem Tag gebeten worden war, in den Fernsehnachrichten zu sprechen, als noch sehr viel Verwirrung über die wirkliche Tragödie vorherrschte, war der, mehr Organisationen dazu zu ermutigen, ihre eigenen Übungen sorgfältig zu planen und sich zu vergegenwärtigen, dass die Bedrohung durch Terrorismus immer besteht und sehr real ist. Eine tragische Konsequenz daraus ist, dass der Islam, der (neben dem Judentum und dem Christentum) eine große abrahamitsche, monotheistische Religion ist, von einigen Personen unverdienterweise verunglimpft worden ist.

Peter Power

Visor Consultants

Friday, October 03, 2008 1:29:00 PM

Bei den Anschlägen vor acht Jahren gab es noch sehr viel mehr Ungereimtheiten. Zum Beispiel auch bezüglich der Attentäter. Am Morgen des 7, Juli 2005 fuhren sie mit dem Zug nach London und kauften sich dafür Rückfahrkarten – ein bisschen ungewöhnlich für Selbstmordattentäter. Da der Zug, den sie nehmen wollten, ausfiel, und der darauffolgende auch, mussten sie einen viel späteren nehmen, und kamen damit zu spät zu den Terroranschlägen, die allerdings planmäßig auch ohne die Terroristen stattfanden. Was diese vier Moslems, die möglicherweise zu den 1.000 an der Übung beteiligten Personen gehörten und vielleicht auch in diesem Rahmen die Rolle der simulierten Attentäter innehatten , dachten, als sie – in London angekommen – hörten, dass ihre Übung Wirklichkeit geworden war, und was sie daraufhin unternahmen, bzw. an wen sie sich aufgrund dieses Schocks wandten, liegt im Dunkel. Ihre Rückfahrkarten haben sie jedenfalls nicht genutzt, sie sind seither nie wieder aufgetaucht, und man kann wohl mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie auf die eine oder andere Art ums Leben gekommen sind.

Überlebende sagten dazu passend auch aus, sie haben keine arabisch aussehenden Männer in den Zügen gesehent. Bilder der zerstörten Züge zeigen, dass die Unterseiten nach innen und nicht nach außen geborsten waren, was eindeutig darauf schließen lässt, dass die Sprengladungen unterhalb der Züge und nicht innerhalb dieser angebracht worden sein mussten. Eine höchst ausführliche mehr als 2-stündgie Dokumentation der Ereignisse [die ich auch noch nicht vollständig gesehen habe] bietet das untenstehende Video 7/7 Ripple Effect 2, das aber leider nicht auf deutsch verfügbar ist.

Aber auch die Seite J7, von der dieser Artikel entnommen wurde, bietet sehr umfangreiche und meiner Einschätzung nach übersichtliche gut recherchierte Information für die „Lehnstuhl-Verschwörungstheoretiker, die einfach nicht begreifen wollen,dass es Zufälle gibt
und mit denen man nicht rational diskutieren kann“ unter unseren Lesern.

Alles, was zu einem kompletten Vertrauensverlust gegenüber Politik und Medien beiträgt, ist gut.

 *     *     *

(Gefunden: hier)

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