Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 2

Date-Rape

Von F. Roger Devlin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Sexual Utopia in Power, Part 2 erschien am 13. Juli 2011 auf Counter-Currents Publishing / North American New Right.

Zuvor erschienen:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 1

Teil 2 von 4

Fallout der Revolution: „Date Rape“

Nach ein paar Jahren der sexuellen Revolution begannen schockierende Berichte zu erscheinen, daß große Zahlen junger Frauen – von einem Viertel bis zur Hälfte – Vergewaltigungsopfer seien. Schock verwandelte sich in Bestürzung, als die Opfer dazu gebracht wurden, ihre Geschichten zu erzählen. Wie sich herausstellte, lauerten ihnen die „Vergewaltiger“ nie in entlegenen Winkeln auf, waren nicht bewaffnet, griffen sie nicht an. Stattdessen finden diese „Date rapes“ an privaten Orten statt, üblicherweise in Zimmern von Collegewohnheimen, und gehen nicht mit Drohungen oder Gewalt einher. Eigentlich ähneln sie wenig dem, was die meisten von uns sich als Vergewaltigung vorstellen.

Was ging hier vor?

Man nehme ein Mädchen, das zu jung ist, um zu verstehen, was erotisches Verlangen ist, und setze es mehrere Jahre lang einer Propaganda aus, derzufolge sie ein Recht hat, alles auf diesem Gebiet so zu haben, wie sie es will – ohne entsprechende Pflichten gegenüber Gott, ihren Eltern oder irgendwem sonst. Man gebe ihr keine Anleitung darüber, was zu wollen gut für sie wäre, wie sie ihr eigenes Verhalten zu regeln versuchen könnte oder nach welche Eigenschaften sie bei einem jungen Mann suchen sollte. Man lehre sie weiters, daß die Vorstellung natürlicher Unterschiede zwischen den Geschlechtern ein lachhafter Aberglaube ist, den unser aufgeklärtes Zeitalter allmählich überwindet – mit der Folgerung, daß die sexuellen Gelüste von Männern nicht anders oder intensiver sind als ihre eigenen. Währenddessen halte man sie, während sie körperlich heranreift, geschützt in ihrem Elternhaus, abgeschirmt von Verantwortung.

Dann, im Alter von siebzehn oder achtzehn, bringe man sie plötzlich von ihrer Familie und all den Menschen weg, die sie je gekannt hat. Sie kann so lang aufbleiben, wie sie möchte! Sie kann selbst entscheiden, wann und wieviel sie lernt! Sie lernt die ganze Zeit neue Freunde kennen, junge Frauen und Männer. Es ist nichts Besonderes, sie zu sich einzuladen oder in ihre Zimmer zu gehen; jeder geht völlig locker damit um. Welchen Unterschied macht es, wenn es ein Junge ist, den sie bei einer Party kennengelernt hat? Er scheint ein netter Kerl zu sein, wie andere, denen sie im Unterricht begegnet.

Betrachten wir nun den jungen Mann, mit dem sie allein ist. Er ist weder ein Heiliger noch ein Verbrecher, aber wie alle normalen jungen Männer im Collegealter interessiert er sich intensiv für Sex. Es gibt Zeiten, wo er nicht lernen kann, ohne von dem Gedanken an den Körper irgendeiner jungen Frau abgelenkt zu sein. Er hat wenig echte Erfahrung mit Mädchen gehabt, und der Großteil davon war unglücklich. Er ist ein paarmal ohne viele Umschweife zurückgewiesen worden, und es war erniedrigender, als er zugeben möchte. Er hat den Eindruck, daß die Dinge für andere junge Männer nicht so schwierig sind: „Jeder weiß doch“, daß Männer seit den 1960ern allen Sex bekommen, den sie möchten, richtig? Er wird im Fernsehen mit Gerede über Sex bombardiert, in den Texten populärer Lieder, in Gerüchten über Freunde, die angeblich dieses oder jenes Mädchen „ins Bett gekriegt haben“. Er beginnt sich zu fragen, ob mit ihm vielleicht etwas nicht stimmt.

Weiters hat er dieselbe Erziehung über Sex erhalten wie das Mädchen, mit dem er jetzt zusammen ist. Er hat gelernt, daß Menschen das Recht haben, alles zu tun, was sie wollen. Die einzige Ausnahme ist Vergewaltigung. Aber das ist für ihn kaum relevant; er ist offensichtlich nicht fähig, so etwas zu tun.

Ihm ist auch beigebracht worden, daß es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dies bedeutet natürlich, daß Mädchen genauso dringend Sex brauchen wie er, obwohl sie schlauerweise so tun, als wäre es anders. Und werden ihre wahren Gelüste nicht durch all jene Titelseiten des Magazins Cosmopolitan bestätigt, die er ständig im Lebensmittelgeschäft sieht? Wenn Frauen so begierig darauf sind, solches Zeug zu lesen, warum sollte es so verdammt schwierig sein, nur ein Mädchen zu finden, das bereit ist, mit ihm ins Bett zu gehen?

Aber heute abend schien endlich etwas „klick“ gemacht zu haben. Er traf ein Mädchen bei einer Party. Sie plauderten, tranken vielleicht ein bißchen: sie strahlte über das ganze Gesicht, ganz anders als die Mädchen, die ihn an der Sekundarschule so schnell zurückgewiesen hatten. Sie ließ ihn danach sogar mit in ihr Zimmer kommen (oder kam in seines). Es braucht kein Genie, um zu durchschauen, was sie denkt, sagt er zu sich. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment für ihn; jede Unze seiner Selbstachtung steht auf dem Spiel. Er ist verwirrt, und sein Herz pocht, aber er versucht so zu tun, als wüßte er, was er tut. Sie scheint auch verwirrt zu sein, und er stößt auf nicht mehr als symbolischen Widerstand (so erscheint es ihm jedenfalls). Er genießt es nicht wirklich, und ist sich auch nicht sicher, ob sie es genießt. Aber das ist nebensächlich; es zählt nur, daß er sich endlich als Mann betrachten kann. Später können sie darüber reden, wie sie zueinander stehen wollen, ob sie seine reguläre Freundin sein wird etc. Eine Ehe nimmt nicht wirklich den obersten Platz in seinem Denken ein, aber er schließt sie vielleicht nicht aus – irgendwann einmal. Er fragt sie, wie sie sich danach fühlt, und sie murmelt, daß sie „okay“ sei. Dies beruhigt ihn. Ein unbehaglicher Abschied folgt.

Später in dieser Nacht oder am nächsten Morgen versucht unsere junge Frau sich darüber klar zu werden, was zum Teufel mit ihr passiert ist. Warum war er auf einmal so zudringlich geworden? Wollte er sie nicht einmal zuerst kennenlernen? Es war verwirrend, es geschah alles so schnell. Sex, hatte sie immer gehört, sollte etwas Wundervolles sein; aber dies hatte sie überhaupt nicht genossen. Sie fühlte sich irgendwie benutzt.

Natürlich fällt ihr zu keinem Zeitpunkt ein, ihr eigenes Recht in Frage zu stellen, mit dem jungen Mann intim geworden zu sein, wenn sie es gewollt hätte. Die Moralregel Nummer eins lautet, wie wir wissen, daß aller Sex zwischen einwilligenden Erwachsenen erlaubt ist. Sie ist sich nur nicht sicher, ob sie das wirklich gewollt hatte. Tatsächlich hat sie, je mehr sie darüber nachdenkt, umso sicherer das Gefühl, daß sie es nicht gewollt hatte. Aber wenn sie es nicht gewollt hatte, dann geschah es gegen ihren Willen, oder? Und wenn es gegen ihren Willen war, dann bedeutet das… daß sie vergewaltigt worden war?

Ich habe Verständnis für die junge Frau, angesichts einer Fehlerziehung, die vielleicht bewußt dazu bestimmt war, sie für die Situation unvorbereitet zu lassen, in die sie sich gebracht hatte. Aber auf die Frage, ob sie vergewaltigt wurde, muß die Antwort ein klares Nein sein.

Lassen Sie mich das mittels einer Analogie mit etwas erläutern, das weniger emotionsbeladen ist. Denken Sie an jemanden, der ein Lotterielos kauft, das den Preis nicht gewinnt. Nehmen wir an, er argumentiert wie folgt: „Ich habe mein Geld gesetzt, weil ich den Preis wollte. Ich hätte nicht bezahlt, wenn ich gewußt hätte, daß ich verlieren würde; daher ist mir mein Geld gegen meinen Willen weggenommen worden; daher bin ich das Opfer eines Diebstahls.“ Niemand würde dieses Argument als berechtigt akzeptieren. Warum sollten wir?

Aus dem sehr guten Grund, daß es das fundamentale Prinzip hinter aller persönlichen Verantwortung verleugnet. Diejenigen, die ihre eigenen Entscheidungen im Leben treffen wollen, müssen bereit sein, die Folgen dieser Entscheidungen zu akzeptieren. Man bedenke die Alternative: Wenn jeder Verlierer in einer Lotterie Anspruch auf Geldrückerstattung hätte, bliebe kein Geld für den Preis übrig, und daher gäbe es keine Lotterie. Aus ähnlichen Gründen hängen die meisten zivilisierten Institutionen davon ab, daß Menschen die Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen, Abmachungen einhalten und Verpflichtungen erfüllen, ungeachtet dessen, ob ihnen die Konsequenzen nun gefallen oder nicht.

Die Großmutter der jungen Frau in unserer Geschichte wußte nicht, daß sie ein „Recht“ besaß, mit jedem Jungen zu schlafen, der ihr gefiel – oder ihn in ihr Schlafzimmer einzuladen und zu erwarten, daß nichts passiert. Es waren die männlichen und weiblichen Sex-Utopisten der Nachkriegszeit, die sagten, daß Frauen unbegrenzte Freiheit gestattet werden sollte, in solchen Angelegenheiten selbst zu entscheiden. Leider betonten sie nicht sehr die Notwendigkeit, die Folgen schlechter Entscheidungen zu akzeptieren. Stattdessen behandelten sie die moralischen und sozialen Normen, die insbesondere Frauen traditionellerweise zu ihrer Anleitung benutzt hatten, als gänzlich irrationale Lustbarrieren. Unter ihrem Einfluß sind zwei Generationen von Frauen zu dem Glauben verleitet worden, daß zu tun, wie es ihnen gefällt, zu Glück führen und kein Risiko beinhalten sollte. Daher die moralische Sophisterei „Es gefiel mir nicht, ergo wollte ich es nicht, ergo war es gegen meinen Willen.“

Für jeden, der glaubt, daß eine Gesellschaft freier und verantwortungsvoller Personen einer vorzuziehen ist, die auf zentralisierter Kontrolle beruht, ist die Argumentation der „Date-rape“-Bewegung unheildrohend. Die Forderung, daß das Gesetz statt eines moralischen Prinzips und gewöhnlicher Besonnenheit Frauen in Situationen wie jener schützen sollte, die ich beschrieben habe, könnte nur erfüllt werden, indem man buchstäblich „einen Polizisten in jedes Schlafzimmer stellt.“ Wie sehr wir jedoch mit den fehlgeleiteten beteiligten jungen Leuten mitfühlen mögen (und ich meine die Männer genauso sehr wie die Frauen), so müssen wir darauf bestehen, daß es nicht zu unserer Verantwortung gehört, ein absolut sicheres Umfeld für sie zu schaffen, noch sie gegen die Folgen ihres eigenen Verhaltens abzuschirmen, noch sicherzustellen, daß Sex der Weg zu ihrem Glück sein wird. Denn es gibt einige Dinge von größerer Bedeutung als der Schmerz, den sie erlitten haben, und zu diesen gehört das Prinzip der Verantwortung, von dem die Freiheit von uns allen abhängt.

Es war nie die traditionelle Sichtweise, daß die erotische Macht einer Frau über Männer etwas sei, über das sie bedingungslose persönliche Rechte hätte. Stattdessen wurde der Gebrauch, den sie von dieser natürlichen Macht machte, als mit umfangreichen Verantwortlichkeiten beladen verstanden – gegenüber Gott, ihrer Familie, dem Mann, dem sie sich hingab, den durch diese Verbindung gezeugten Kindern, und ihrem eigenen langfristigen Wohlergehen. Um ihre Verpflichtungen als Geschöpf, Tochter, Ehefrau und Mutter zu erfüllen, brauchte sie beträchtliche Selbstkontrollfähigkeiten. Diese kultivierte und gesellschaftlich bestärkte sexuelle Selbstkontrolle wurde Sittsamkeit genannt. Sie erforderte hauptsächlich die Pflicht zur Keuschheit vor der Ehe und zur Treue in der Ehe; in zweiter Linie beinhaltete sie die Wahrung eines bestimmten Benehmens gegenüber Männern – höflich, aber reserviert.

Nun beinhaltet jede Pflicht ein Recht: Wenn wir eine Pflicht haben, für unsere Kinder zu sorgen oder unser Land zu verteidigen, besitzen wir notwendigerweise auch ein Recht dazu. Insofern früher sexuelle Rechte anerkannt wurden, wurden sie so verstanden, daß sie diesen Charakter haben, auf Pflichten zu ruhen. Daher hatte eine Frau in der Tat das Recht, die sexuellen Avancen jedes Mannes abzulehnen, der nicht ihr Ehemann war. Aber dies lag nur daran, daß es nicht so verstanden wurde, daß sie irgendein moralisches Recht hätte, ein Angebot von außerehelichem Sex oder Ehebruch zu akzeptieren (sogar ohne gesetzliche Sanktionen dafür).

Der Grund, warum Vergewaltigung als besonders anrüchige Form von Angriff betrachtet wurde, ist, daß sie dieses überpersönliche moralische Prinzip verletzte, durch das eine Frau ihre momentanen privaten Wünsche dem Wohlergehen jener unterordnete, die ihr am nächsten standen. Die Sittsamkeit mußte respektiert oder andernfalls geschützt werden, wenn sie ihre wesentliche soziale Funktion der Wahrung der Integrität von Familien erfüllen sollte.

Nach dem römischen Recht wurde es nicht als schweres Verbrechen betrachtet, eine Prostituierte zu vergewaltigen: Ein Mann konnte nicht die Sittsamkeit einer Frau verletzen, die keine zu verletzen hatte. Im späteren europäischen Recht wurde es zu einem Verbrechen gemacht, sogar Prostituierte zu vergewaltigen. Aber dies bedeutet nicht, daß das Konzept der Vergewaltigung von jenem der weiblichen Sittsamkeit getrennt worden war; es war vielmehr so, daß das Gesetz nun die Möglichkeit der Reue für Unsittlichkeit anerkannte und schützte. (Das Christentum ist hier relevant.)

Die sexuelle Revolution bekräftigte das Recht jedes Individuums auf Sex zu seinen eigenen Bedingungen – in anderen Worten, ein Recht auf völligen Egoismus in erotischen Angelegenheiten. Ein Effekt dieser Veränderung sollte die Beseitigung der moralischen Würde weiblicher Sittsamkeit sein. Sie sollte natürlich nicht verboten werden, wurde aber fürderhin als nicht mehr als ein persönlicher Geschmack verstanden, wie Sardellen oder Homosexualität. Als die anfängliche Erregung über die aufgegebene Zurückhaltung abgeebbt war, bemerkte man, daß die versprochene Glückseligkeit nicht eingetroffen war. Und ein Grund war, wie man bald begriff, daß die Bedingungen, die Männer für sexuelles Verhalten festlegen wollten, nicht identisch mit jenen waren, die von Frauen gewünscht wurden. Nachdem dies so war, beinhaltete die Gewährung eines Rechts auf Sex zu den eigenen Bedingungen an Männer die Verweigerung eines solchen Rechtes für Frauen. Die Anarchie, mit der die sexuelle Revolution begann, war zwangsläufig eine vorübergehende Phase.

Von sexueller Anarchie zu sexuellem Terror

Es ist ein Klischee der politischen Philosophie, daß, je weniger Selbstbeherrschung die Bürger auszuüben fähig sind, sie umso mehr von außen eingeschränkt werden müssen. Die praktische Notwendigkeit solch eines Ausgleichs ist in solch außergewöhnlichen Umbrüchen wie der Französischen und Russischen Revolution zu sehen. Zuerst werden alte und gewohnheitsmäßige Muster und Normen im Namen der Freiheit zur Seite geworfen. Wenn das daraus folgende Chaos unerträglich wird, gelingt es irgendeiner Gruppe mit der erforderlichen Ambition, Selbstsicherheit und Rücksichtslosigkeit, der geschwächten Gesellschaft ihre eigene Ordnung aufzuzwingen. Dies ist es, was im Fall der sexuellen Revolution allmählich ebenso geschah, wobei die Rolle der Jakobiner/Bolschewiken von den Feministinnen eingenommen wird.

Menschliche Wesen können nicht ohne soziale Normen auskommen, die sie in ihren persönlichen Beziehungen leiten. Von jungen Frauen kann nicht erwartet werden, daß sie ein persönliches System der sexuellen Ethik in der Art ausarbeiten, wie Descartes das Universum in seinem eigenen Geist rekonstruierte. Wenn man damit aufhört, sie auf die Ehe vorzubereiten, werden sie Anleitung suchen, wo immer sie sie finden können. In den vergangenen dreißig Jahren haben sie sie im Feminismus gefunden, einfach weil die Feministinnen alle anderen überschrieen haben.

Nachdem er dabei geholfen hatte, junge Frauen zu sexuellem Experimentieren zu ermutigen, fand der Feminismus sich in der Lage, aus der daraus resultierenden Unzufriedenheit Kapital zu schlagen. Ihr Programm für die Umschreibung der Regeln des menschlichen Sexualverhaltens ist in einer Weise eine Fortsetzung des utopischen Programms der Liberationisten und in anderer Weise eine Reaktion dagegen. Die Feministinnen billigen die Vorstellung eines Rechts, ohne Verantwortung gegenüber anderen zu tun, was einem gefällt; sie bestehen bloß darauf, daß nur Frauen dieses Recht haben.

Als sie sich nach irgendeiner gesetzlichen und moralischen Grundlage für die Durchsetzung dieses neuartigen Anspruchs umsahen, stießen sie auf das uralte Verbot der Vergewaltigung. Feministinnen verstehen Vergewaltigung jedoch nicht als Verletzung der Keuschheit oder ehelichen Treue einer Frau, sondern nur ihrer persönlichen Wünsche. Sie benutzen das alte Gesetz gegen Vergewaltigung nicht, um die Respektierung der weiblichen Sittsamkeit durchzusetzen, sondern Gehorsam gegenüber weiblichen Launen. Ihr Ideal ist nicht der Mann, dessen Selbstkontrolle einer Frau ermöglicht, ihre eigene auszuüben, sondern der Mann, der der Lust einer Frau dienstbar ist – der Mann, der sich nicht wie ein Gentleman verhält, sondern wie ein Dildo.

Aber bloße Mißachtung der persönlichen Wünsche einer Frau ist offenkundig nicht der Grund, warum Männer wegen des Verbrechens der Vergewaltigung entehrt, ins Gefängnis gesperrt oder in manchen Gesellschaften sogar getötet wurden. Nach der neuen Sichtweise, nach der Einwilligung statt des Ehebundes das Thema ist, kann derselbe Geschlechtsakt am Montag oder Mittwoch ein Verbrechen sein und ein Recht am Donnerstag, je nach den Stimmungsveränderungen einer Frau. Feministinnen behaupten, Vergewaltigung würde nicht ernst genug genommen; vielleicht wäre es besser zu fragen, wie man sie überhaupt ernst nehmen könnte, sobald wir sie einmal so definieren, wie sie es tun. Wenn Frauen die Freiheit haben wollen, mit Männern zu verfahren, wie es ihnen gefällt, warum sollten dann nicht Männer die Freiheit haben, mit Frauen zu tun, was ihnen gefällt?

Tatsächlich verdankt die Date-rape-Kampagne ihren Erfolg nur der verbliebenen Wirkung älterer Ansichten. Die Feministinnen selbst sind deswegen nicht verwirrt; sie schreiben offen von einer „Neudefinierung der Vergewaltigung.“ Natürlich läuft dies für diejenigen von uns, die immer noch traditionelles Englisch sprechen, auf ein Eingeständnis hinaus, daß sie Männer fälschlich beschuldigen.

Man hätte vielleicht mehr Mitgefühl für die „Date-rape-Opfer“, wenn sie wollten, daß die Männer sie heiraten, wenn sie fürchteten, für andere Freier „ruiniert“ zu sein, und bereit wären, ihre eigenen Verpflichtungen als Ehefrauen und Mütter zu übernehmen. Aber dies ist einfach nicht der Fall. Diejenigen, die die Date-rape-Kampagnen betreiben, wenn nicht die verwirrten jungen Frauen selbst, sind der bloßen Idee einer Ehe feindlich gesinnt und schlagen sie nie als Lösung vor. Sie wollen die Männer ins Gefängnis sperren, nicht verantwortungsvolle Ehemänner aus ihnen machen. Dies ist weit schlimmer als eine Mußehe, die es dem Mann wenigstens ermöglichte, als Vater für die Kinder zu agieren, die er gezeugt hatte.

Und welchen Vorteil haben Frauen davon, daß Männer als Date-Vergewaltiger eingesperrt werden, abgesehen von der Befriedigung eines Wunsches nach Rache? Die Männer bestraft zu sehen, mag sogar moralisch verwirrte Frauen in ihrem irrigen Gefühl bestätigen, Opfer zu sein – Groll tendiert dazu, sich von sich selbst zu nähren, wie ein Jucken, das durch Kratzen schlimmer wird. Frauen werden in dem Glauben bestärkt, daß es ihr Recht sei, daß das Verhalten von Männern immer so ist, wie sie es gern hätten. Sie werden weniger geneigt dazu, Männer mit Respekt zu behandeln oder zu lernen, sie zu verstehen oder Kompromisse mit ihnen zu schließen. In einem Wort, sie lernen, wie verzogene Kinder zu denken und zu handeln, alles zu erwarten und nichts zu geben bereit zu sein.

Männer reagieren darauf inzwischen auf Arten, die nicht schwierig vorherzusagen sind. Sie verweigern (zunächst) vielleicht nicht sexuelle Verbindungen zu solchen Frauen, weil die moralischen Mängel der Frau keine allzu große Wirkung auf den Geschlechtsakt selbst haben. Aber sehr rational werden sie jede tiefere Liebschaft mit ihnen vermeiden. Frauen erleben also weniger, kürzere und schlechtere Ehen und „eziehungen“ mit Männern. Aber sie geben sich nicht selbst die Schuld für die mißliche Lage, in der sie sich befinden; sie weigern sich, jegliche Verbindung zwischen ihrem eigenen Verhalten und ihrer Einsamkeit und Frustration zu sehen. Daher bekommen wir immer häufigere Charakterisierungen von Männern als Vergewaltiger und Räuber, die sich mysteriöserweise zu binden weigern.

Tatsächlich sind die einzigen, die von der Aufzwingung der neuen Standards profitieren, die Feministinnen, die sie erfanden. Das Überleben ihrer Bewegung hängt von einem fortdauernden Nachschub an verärgerten Frauen ab, die glauben, daß ihre Rechte verletzt werden; man kann nur zugeben, daß die Prinzipien, die die Date-rape-Kampagne untermauern, in bewundernswerter Weise so entworfen sind, daß sie solch einen Nachschub garantieren. Der Feminismus ist eine Bewegung, die an ihren eigenen Fehlschlägen gedeiht; daher ist er sehr schwer umzukehren.

Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary, elfte Auflage, listet die erste aufgezeichnete Verwendung des Begriffes „date rape“ mit 1975 auf. Innerhalb weniger Jahre finden wir, wie ein solch kompromißloser Traditionalist wie Thomas Fleming von Chronicles den Ausdruck genauso nüchtern verwendet wie jede feministische Eiferin. [1] Ein zweites Instrument der feministischen sexuellen Terrorherrschaft, „sexuelle Belästigung“, hatte seinen ersten Auftritt in ähnlicher Weise 1975. In weniger als einer Generation ist dies zu einer landesweiten Industrie geworden, die vielen Leuten einen bequemen Lebensunterhalt verschafft. Aber wieder finden wir dieses revolutionäre Konzept unbekümmert von vielen Konservativen akzeptiert. Sie sind zufrieden, ohne Argument zu akzeptieren, daß es ein weitverbreitetes Problem von Männern gäbe, die Frauen „belästigen“, und daß „etwas dagegen getan werden muß.“ Mein erster Gedanke wäre: Was taten die Römer dagegen? Was tat die christliche Kirche dagegen? Was ist mit den Chinesen oder Azteken? Die offenkundige Antwort lautet, daß niemand davon irgend etwas dagegen tat, weil das Konzept sich erst vor kurzem innerhalb des Kontexts der feministischen Bewegung entwickelt hat. Ist dies nicht Grund zum Argwohn? Warum sind Männer so schnell dabei, die Sprache ihrer erklärten Feinde zu übernehmen?

Das Denken hinter der Bewegung wegen der sexuellen Belästigung ist, daß Frauen einen Anspruch auf „eine Umgebung frei von unerwünschten sexuellen Avancen“ haben – was in schlichtem Englisch bedeutet, romantische Anträge von unattraktiven Männern. Jeder, der zum Ertragen eines von einer Firma erstellten Anti-Belästigungs-Videos gezwungen worden ist, kann sehen, daß das, was verurteilt wird, bloß traditionelles männliches Werbeverhalten ist.

Die Einführung des Gesetzes gegen Belästigung war von einer Kampagne zur Information junger Frauen über ihren neuen Anspruch begleitet. Colleges zum Beispiel richteten Belästigungsausschüsse ein, deren erklärter Zweck es war, „Opfer zum Vortreten zu ermutigen.“ (Ich habe das aus nächster Nähe gesehen.) Die Agitatoren wollten, daß so viele junge Frauen wie möglich erfolglose Freier wegen Fehlverhalten beschuldigen. Und sie hatten beträchtlichen Erfolg; viele Frauen bedienten sich ohne zu zögern der neuen Gabe. Junge Männer fanden, daß sie Besuche der Polizei riskierten, weil sie flirteten oder Frauen zu Rendezvous einluden.

Diese weibliche Schikanierung sollte der traditionellen männlichen Ritterlichkeit gegenübergestellt werden. Männer sind, zumindest in der westlichen Zivilisation, zu extremem Widerwillen gegen den Gebrauch von Gewalt gegen Frauen sozialisiert worden. Dies ist kein absolutes Prinzip: Wenige würden bestreiten, daß ein Mann ein Recht zur Selbstverteidigung gegen eine Frau hat, die ihn zu töten versucht. Aber viele Männer werden sich weigern, unter fast jeder geringeren Bedrohung gegen eine Frau zurückzuschlagen. Diese Einstellung ist weit von dem feministischen Prinzip der Gleichheit zwischen den Geschlechtern entfernt. Tatsächlich scheint sie eine Sicht auf die Männer als von Natur aus dominant zu implizieren: Sie ist eine Form von noblesse oblige. Und sie ist, soweit ich sehen kann, nicht auf irgendein langfristiges Eigeninteresse des Mannes reduzierbar; in anderen Worten, es ist ein Prinzip der Ehre. Der Kodex der Ritterlichkeit besagt, daß ein Mann kein moralisches Recht hat, Gewalt gegen Frauen einzusetzen, einfach weil er es kann.

Eine offensichtliche Schwierigkeit mit solch einem Kodex ist, daß er anfällig für Mißbrauch durch seine Nutznießerinnen ist. Ich hatte in der Grundschule eine Klassenkollegin, die irgendwo gehört hatte, „Jungen sollen Mädchen nicht schlagen.“ Leider interpretierte sie dies so, daß es akzeptabel sei, wenn Mädchen Jungen schlagen, was sie dann tat. Sie war echt empört, als sie herausfand, daß sie für gewöhnlich zurückschlagen.

Der besondere Charakter von noblesse oblige ist, daß es keinen entsprechenden Anspruch seitens des Nutznießers gibt. Nach traditioneller Sicht sollte es einem Mann tatsächlich widerstreben, Gewalt gegen Frauen einzusetzen, aber Frauen haben kein Recht, das vorauszusetzen. Das Widerstreben wird von einer Anerkennung der Schwäche der Frauen hervorgerufen, nicht als Anerkennung ihrer Rechte geboten.

Vielleicht weil Frauen das schwächere Geschlecht sind, haben sie nie irgendwelche ähnlichen Hemmungen gegen den Einsatz von Gewalt gegen Männer entwickelt. In einer traditionell geordneten Gesellschaft stellt dies keine Schwierigkeiten, weil die Verpflichtungen einer Frau gegenüber ihrem Ehemann klar verstanden und gesellschaftlich durchgesetzt werden. Aber die Situation ändert sich, wenn Millionen verzogener, beeindruckbarer junger Frauen davon überzeugt worden sind, daß Männer sie „belästigen“ und daß die angemessene Reaktion ein Appell an die Macht des Gesetzes und die Polizeibefugnisse des Staates ist. Tatsächlich ist das System nun darauf eingerichtet, sie dafür zu belohnen.

Männern wird andererseits häufig ein ordentlicher Prozeß verweigert, sie werden beruflich ruiniert und mit besonders strengen Strafen für jegliche Vergeltung gegen die Frauen bedroht, die sie eines neu erfundenen und schlecht definierten Verbrechens beschuldigen. Aus Gründen der klugen Vorsicht werden Männer sich äußerlich an die neuen Regeln halten. Aber es ist unwahrscheinlich, daß der traditionelle Widerwille in foro interno, Gewalt gegen Frauen einzusetzen, das gegenwärtige Muster weiblichen Verhaltens lang überleben kann. Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich darüber besorgt.

Anmerkung:

1. „Beware of What You Pray For“, Chronicles, 11. Februar 2005, und anderswo.

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Nächster Teil:

Die sexuelle Utopie an der Macht, Teil 3

Diesen Vierteiler und mehrere andere thematisch verwandte Essays von F. Roger Devlin sind von Counter-Currents Publishing als Buch mit dem Titel „Sexual Utopia in Power: The Feminist Revolt Against Civilization“ erhältlich; siehe die von mir übersetzte Buchankündigung

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(Quelle der Übersetzung  hier)

 

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