Willkommen im Dschungel: Unamusement Park erforscht den Kongo (1)

„Willkommen im Dschungel… es wird jeden Tag schlimmer“

„Willkommen im Dschungel… es wird jeden Tag schlimmer“

Von Unamused, übersetzt von Deep Roots. Das Original Welcome to the jungle: Unamusement Park explores the Congo (part 1) erschien am 23. August 2011 auf Unamusement Park. (Dies ist Teil 1 von 4)

Was zum Geier streben diese durchgeknallten Kongolesen überhaupt an?

Das ist eine Frage, die wir alle uns vier- oder fünfhundertmal gestellt haben. Heute bricht Unamusement Park in den Dschungel auf, auf der Suche nach Antworten.

Und vielleicht auch nach ein paar Blutdiamanten.

Warnung: Diese Serie, wie alle Inhalte von „Park“, ist extrem rassistisch, was heißen soll, daß wir Fakten über nichtweiße Menschen herausfinden – in diesem Fall über die Kongolesen – und dann aus jenen Fakten vernünftige Schlüsse ziehen, ohne (und dies ist entscheidend) anzunehmen, daß nichtweiße Menschen in jeder einzelnen Weise perfekt und wundervoll sind, und daß all ihre Probleme – ich meine, Mühen – von Weißen verursacht werden, die nicht tanzen, Sport treiben, sich cool geben, Frauen treffen, ihre unterbewußte weiß-suprematistische Psychose kontrollieren oder überhaupt irgendetwas richtig machen können ohne die geduldige Nachhilfe, moralische Unterstützung und strenge Aufsicht ihrer allgütigen Oberherren aus den Minderheiten: den Weisen Latinas, den Magischen Negern und einer ganzen Bande anderer Farbiger Charaktere. Passen Sie also auf davor. (Vor dem „Rassismus“, meine ich, nicht den Bandwurmsätzen.)

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Wie ist also der Kongo überhaupt? In einem Wort: entsetzlich. Einfach entsetzlich. Hier ist eine kleine Auswahl der Entsetzlichkeiten, die man im ärmsten Land auf Erden finden kann:

Krokodile im Flugzeug

Der Kongo hat mehr tödliche Flugzeugabstürze erlebt als jedes andere afrikanische Land seit 1945 (AP, 2008). Als Folge davon ist der Luftraum der Europäischen Union für alle im Kongo beheimateten Fluglinien gesperrt. Laut EU-Sprecher Michele Cercone „gibt es einen allgemeinen Mangel an effektiver Kontrolle durch die dortigen zivilen Luftfahrtbehörden, um technische Mindeststandards für Flugzeuge zu überwachen und aufrechtzuerhalten“.

Dieser „allgemeine Mangel an effektiver Kontrolle … um technische Mindeststandards für Flugzeuge zu überwachen und aufrechtzuerhalten“ bezieht sich unter anderem auf einen Absturz im Jahre 2010, bei dem 20 Menschen starben und der durch ein freilaufendes Krokodil an Bord verursacht wurde (MSNBC, 2010). Und erst letzten Monat wurden 127 Passagiere und Besatzungsmitglieder getötet, als die Piloten einer Boeing 727 die Landebahn in Kisangani während eines Gewitters verfehlten (BBC, 2011) – oder waren es 90? Oder 82? Oder vielleicht 75? Das Verkehrsministerium des Kongo konnte sich nicht entscheiden. Ein Teil des Problems war, daß „Fluglinien in dem afrikanischen Land nicht immer eine vollständige Passagierliste führen“ (NYC Aviation, 2011).

Natürlich tun sie das nicht.

Dieselbe Fluglinie, Hewa Bora Airways, verlor eine DC-9 beim Abheben von Goma im April 2008, wobei 40 Menschen getötet wurden, die meisten davon auf dem Boden, und ein kleineres Flugzeug im September dieses Jahres, wobei 17 getötet wurden. Warum fliegen die Kongolesen also immer noch mit Hewa Bora Airways? Weil sie nirgendwohin fahren können (AP, 2011):

Wenige passierbare Straßen durchqueren das Land nach Jahrzehnten des Krieges und korrupter Herrschaft, was die tief verarmte Bevölkerung des Landes dazu zwingt, sich auf schlecht gewartete Flugzeuge und Boote zu verlassen, um herumzukommen.

Kinshasa: beschissene Hauptstadt eines beschissenen Landes

Kinshasa, die größte Stadt und Hauptstadt des Kongo, ist eine der zehn gefährlichsten Städte der Welt (Detroit News, 2010). Ebenfalls auf dieser Liste: Detroit, Michigan (zu 82 % schwarz) und New Orleans, Louisiana (zu 67 % schwarz). Und genauso wie in Amerika verbreiten die örtlichen Medien in Kinshasa „Hassbotschaften… die die Kongolesen dazu aufhetzen, ‚Weiße und Ausländer’ als Zielgruppe zu nehmen und Rache an ihnen zu nehmen“ (AllAfrica, 2006). Nun , das ist mehr oder weniger wie in Amerika.

Kinshasa ist die Art von Örtlichkeit, wo die Polizei schnell handeln muß, um „13 mutmaßliche Hexer zu verhaften, die beschuldigt werden, schwarze Magie einzusetzen, um die Penisse von Männern zu stehlen oder schrumpfen zu lassen, nach einer Welle der Panik und versuchter Lynchmorde, die von der angeblichen Hexerei ausgelöst wurde“ (Reuters, 2008).

Gerüchte über Penisdiebstahl begannen letzte Woche in Kinshasa zu zirkulieren, der wuchernden Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo mit etwa 8 Millionen Einwohnern. Sie beherrschten schnell Telefonanrufsendungen im Radio, wobei den Zuhörern geraten wurde, sich vor Mitreisenden in Gemeinschaftstaxis in Acht zu nehmen, die Goldringe trugen.

Was wir heute bei Unamusement Park gelernt haben: besteigen Sie in Kinshasa niemals ein Gemeinschaftstaxi zusammen mit einem Mann, der goldene Ringe trägt. Er ist wahrscheinlich ein Zauberer, der Ihren Penis durch schwarze Magie schrumpfen läßt. Nein, wirklich:

„Es ist real. Erst gestern gab es hier einen Mann, der ein Opfer war. Wir sahen es. Was übrig blieb, war winzig“, sagte der 29jährige Alain Kalala, der nahe einer Polizeistation in Kinshasa Telefonwertkarten verkauft.

Nun, das wäre damit geklärt.

Die kongolesische Reaktion ist verständlich, wirklich. Immerhin haben wir das 7. Jahrhundert n. Chr., und wir sollten erwarten, daß die Bedrohung durch magischen Genitaldiebstahl ein – was? Wir haben nicht das 7. Jahrhundert? Das 21.? Oh. Ich schätze, die Kongolesen sind dann einfach ein Haufen gottverdammter Wilder. (Mehr dazu später.)

Arme Pygmäen

Im Jahr 2009 sodomisierten kongolesische Soldaten laut einer Regionalrechtegruppe männliche Pygmäen, „im Dorf Kisa im Walikale-Territorium, um übernatürliche Kräfte und Schutz zu erlangen“ (Agence France-Presse, 2009):

Der Dorfhäuptling wurde in Gegenwart seiner Frau, seiner Kinder und seiner Schwiegertochter ausgezogen und sodomisiert.

Die Kinder ihrerseits wurden vor ihrem Vater ausgezogen und vergewaltigt.

Was kann ich dazu wohl sagen? Hurra für die afrikanische Kultur?

Vergewaltigung: ein nationaler Zeitvertreib

Der Kongo ist „der schlimmste Ort auf Erden, um dort eine Frau zu sein“ bezeichnet worden, und das aus gutem Grund (AP, 2011): jeden Tag werden 1.152 Frauen vergewaltigt – das sind 48 pro Stunde. Ganz eindeutig brauchen sie dringend einen SlutWalk.

Der Kongo, eine Nation von 70 Millionen Menschen, die gleich groß ist wie Westeuropa, ist von Jahrzehnten des Krieges heimgesucht worden. Seine weiten Wälder sind voller Milizen, die Vergewaltigungen systematisch benutzt haben, um Gemeinschaften zu zerstören.

Die Analyse, die im Juni im American Journal of Public Health veröffentlicht werden wird, zeigt, daß im Kongo während eines 12monatigen Zeitraums zwischen 2006 und 2007 mehr als 400.000 Frauen vergewaltigt worden waren.

Jawohl: die Kongolesen benutzen Vergewaltigungen als Kriegswaffe, weil die das Gewebe der Gesellschaft so wirksam zerstören. Dies wird von Melanne Verveer bestätigt, der Sonderbotschafterin des Außenministeriums für globale Frauenfragen (AP, 2009):

Hunderttausende Frauen, Mädchen und Babies sind während 12 Jahren des Konflikts im östlichen Kongo vergewaltigt worden, Opfer einer Kriegswaffe, die fast immer straflos eingesetzt wird, sagte man den Senatoren am Mittwoch.

„Vergewaltigung wird als Waffe eingesetzt, weil sie wirksam ist,“ sagte Verveer. „Sie zerstört das Gewebe der Gesellschaft von innen und tut das wirksamer als Schußwaffen oder Bomben.“

„Zusätzlich zu diesen Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, von denen es im Laufe des Konflikts Hunderttausende gegeben hat, verstümmeln die Täter die Frauen im Laufe des Überfalls,“ sagte sie. „Der Zweck ist anscheinend, ein dauerhaftes und unauslöschliches Signal für andere zu hinterlassen, daß die Frau vergewaltigt worden ist.“

Zu allem Übel, sagte sie, zitierte sie einen Bericht des Human Rights Integrated Office im Kongo, der von „einem ausgeprägten Mangel an Ernsthaftigkeit“ der Gesetzeshüter und Amtsrichter gegenüber vergewaltigten Frauen sprach… Verveer sagte, daß von den 14.000 Vergewaltigungsfällen, die zwischen 2005 und 2007 von den Provinz-Gesundheitszentren des Kongo registriert wurden, nur 287 vor Gericht kamen.

Letztes Jahr wurden 200 Frauen nahe eines UNO-Stützpunktes einer Gruppenvergewaltigung unterzogen (AP, 2010).

Es gab keine Kämpfe und keine Toten, sagte er [Will F. Cragin vom International Medical Corps], nur „eine Menge Plünderungen und die systematische Vergewaltigung von Frauen“ durch 200 bis 400 Rebellen.

Vier kleine Jungen wurden ebenfalls vergewaltigt, sagte Dr. Kasimbo Charles Kacha, der Bezirksoberarzt.

„Viele Frauen sagten, daß sie zu Hause vor ihren Kindern und Ehemännern vergewaltigt wurden,“ sagte Cragin. Andere wurden in den nahen Wald gezerrt.

Er sagte, daß es, bis sie Hilfe erhielten, für alle außer drei der Überlebenden zu spät war, um Empfängnisverhütung und Medikamente gegen AIDS zu verabreichen.

Ja, es scheint, daß die kürzliche kongolesische Vergewaltigungsepidemie nicht wirklich gegen die fortlaufende kongolesische AIDS-Epidemie geholfen hat (The Independent, 2004).

Mehr als 40.000 Frauen und Mädchen wurden laut einem gestern veröffentlichten Bericht von Soldaten in dem sechsjährigen Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo vergewaltigt und als Sex-Sklavinnen benutzt und brauchen dringend medizinische Behandlung.

Vermutlich brauchen die 400.000 zwischen 2006 und 2007 Vergewaltigten sie genauso dringend.

Floriane, 21, wurde von Milizen aus dem Wald entführt und von 2001 bis 2004 gefangen gehalten. „Es war schrecklich. Sie schlugen mich immer mit einer Eisenstange auf meine Arme, wie ein Tier. Ich kann meinen Arm jetzt nicht bewegen. Da wir als Sex-Sklavinnen betrachtet wurden, vergewaltigten mich manchmal bis zu fünf Soldaten, und ich wurde schwanger. Es war eine sehr schwierige Geburt, weil ich im Busch gebar. Die Soldaten wollten mich nicht gehen lassen, und noch an dem Tag, als ich gebar, vergewaltigten mich mehrere Soldaten,“ sagte sie Amnesty.

Es gibt nur zwei Krankenhäuser im östlichen Kongo, wo der Großteil der Kämpfe stattgefunden hat, die Vergewaltigungsopfer behandeln können. Der Großteil der Behandlung von Vergewaltigungsopfern ist von humanitären Hilfsorganisationen geleistet worden statt von der Regierung, und sogar die Hilfsorganisationen warnen, daß sie nicht alle Menschen erreichen können, die Hilfe brauchen. Médecins Sans Frontières schätzt, daß sie in manchen Regionen nur 5 % der Frauen helfen, die sexuell mißbraucht worden sind. In vielen Fällen wurden Frauen vergewaltigt, als sie zu medizinischen Zentren marschierten, um Behandlung zu suchen.

Gesundheitsorganisationen warnen davor, daß die Vergewaltigungen eine massive Zunahme der Infektionsrate mit HIV/AIDS verursacht haben. Es wird geschätzt, daß mehr als 20 % der Bevölkerung im östlichen Kongo infiziert ist, und daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung das Virus innerhalb der nächsten 10 Jahre erwischen könnte, was die Infektionsrate zu einer der höchsten der Welt macht. Während Milizen und Soldaten aus benachbarten Ländern zurück nach Hause ziehen, werden sie die Infektion verbreiten.

Das ist alles ganz schön verdammt schlimm. Geht’s noch schlimmer?

Natürlich! Dies ist immerhin der Kongo.

„Warnung“, beginnt ein Bericht von MSNBC Network aus dem Jahr 2006 über den Krieg im östlichen Kongo, „lesen Sie diese Geschichte nicht, falls Sie leicht durch drastische Informationen beunruhigt werden oder minderjährig sind oder leicht durch Berichte über grausige sexuelle Gewalt aus der Fassung gebracht werden“ (Newsweek 2006). Der Untertitel des Berichts lautet: „Die Berichte über die Greueltaten aus dem Kongo waren so höllisch, daß westliche medizinische Experten sich – zunächst – weigerten, sie zu glauben.“ Wheeeeee

„Fisteln,“ entdecken wir,

sind eine Art von Schaden, den man in der entwickelten Welt selten sieht. Viele Geburtshelfer kennen diesen Zustand nur aus ihren medizinischen Texten, als seltene Komplikation, die mit schwierigen oder abnormalen Entbindungen einhergeht: ein Riß der Wände, die die Vagina von der Blase oder dem Rektum trennen. … Im östlichen Kongo ist das Problem jedoch praktisch eine Epidemie. Als 2003 im dortigen Krieg ein Waffenstillstand erklärt wurde, begannen so viele Fälle aufzutauchen, daß westliche Medizinexperten sie zunächst für unmöglich erklärten – besonders als örtliche Ärzte erklärten, daß die meisten der Fisteln, die sie sahen, die Folgen von Vergewaltigungen waren.

Sind Sie nicht froh, daß wir den Kongo erforschen?

Es war kein Geheimnis gewesen, daß nahezu alle Seiten im komplexen Bürgerkrieg im Kongo auf systematische Vergewaltigungen der Zivilbevölkerung zurückgriffen, und die Schätzungen reichten bis zu einer Viertelmillion sexueller Übergriffe während des vier Jahre dauernden Konflikts. Aber sobald die Kämpfe erstarben, begannen die Opfer aus den Dschungeln und Wäldern zu kommen. Und ihr Zustand war schlimmer, als sich irgend jemand vorgestellt hatte. Tausende von Frauen waren so brutal vergewaltigt worden, daß sie Fisteln hatten. Sie wanderten zu den Krankenhäusern, durchtränkt von ihrem eigenen Urin und Fäkalien, durch ihre Verletzungen inkontinent geworden.

Ich weiß, was Sie denken: wie brutal müßte eine Vergewaltigung denn sein, Unamused, um eine Fistel hervorzurufen?

Gewöhnliche Vergewaltigungen, sogar brutale, verursachen üblicherweise keine Fisteln, obwohl es medizinisch nicht unmöglich ist. Die Ärzte im östlichen Kongo sagen, daß sie Fälle gesehen haben, die aus Gruppenvergewaltigungen resultierten, wo große Zahlen von Milizionären dem Opfer wiederholt Gewalt antaten. Aber häufiger wird der Schaden durch die absichtliche Einführung von Gegenständen in die Vagina des Opfers verursacht, nachdem die Vergewaltigung selbst vorbei ist. Die Gegenstände können Stöcke oder Rohre sein. Oder Waffenläufe. In vielen Fällen schießen die Angreifer dem Opfer aus nächster Nähe in die Vagina, nachdem sie damit fertig sind, es zu vergewaltigen. „Oft achten sie dabei sorgfältig darauf, daß die Frau nicht stirbt“, sagt Dr. Denis Mukwege, der medizinische Direktor des Panzi Hospital. „Die Täter versuchen den Schaden so schlimm wie möglich zu machen, um es als eine Art Kriegswaffe einzusetzen, als eine Art Terrorismus.“ Statt die Frau einfach zu töten, geht sie dauerhaft und offensichtlich gezeichnet zu ihrem Dorf zurück. „Ich glaube, es ist eine Strategie, die von diesen Gruppen angewendet wird, um die Gesellschaft zu zerrütten, die Ehemänner zur Flucht zu veranlassen, zu terrorisieren.“

Jetzt wissen Sie es!

Ein paar ausgewählte Zitate aus dem Rest des Artikels:

„All die bewaffneten Männer vergewaltigen“, sagt Dr. Mukwege. „Wenn wir eine Verletzung sehen, können wir sagen, wer der Täter ist; es gibt bei jeder Gruppe besondere Methoden, Arten von Verletzungen. Die Interahamwe führen nach der Vergewaltigung Gegenstände ein; eine Gruppe in Kombi setzt die Pobacken der Frauen hinterher in Brand oder zwingen sie, sich auf die Kohlen eines Feuers zu setzen. Es gibt eine weitere Gruppe, die sich auf das Vergewaltigen von 11-, 12-, 3-, 14jährigen Mädchen spezialisiert, eine, die sie schwängert und dann abtreibt.“ Das jüngste Fistelopfer durch Vergewaltigung, die sein Krankenhaus erlebt hat, war 12 Monate alt; das älteste 71.

Letzten April, sagt Dr. Mukwege, wurde ein 5jähriges Mädchen zu ihm gebracht. Ihre Peiniger hatten sie vergewaltigt und dann eine Pistole in ihre Vagina abgefeuert. Sie wurde im Panzi Hospital zweimal erfolglos operiert, bevor sie in ein Spital in den Vereinigten Staaten geschickt wurde, wo Chirurgen zwei weitere Male den Schaden zu reparieren versuchten. Auch ihnen gelang es nicht. Sie wird den Rest ihres Lebens mit einem Kolostomiebeutel verbringen.

Eines späten Abends überfiel eine Gruppe bewaffneter Männer der Interahamwe ihr Dorf [der 20jährigen Bahati] im südlichen Kivu, tötete 10 der Männer und entführte 10 Frauen und Mädchen. Sie sagt, daß sie und die anderen Gefangenen angekettet gehalten wurden, außer wenn sie losgebunden wurden, um gruppenvergewaltigt zu werden. Sie wurde nach fünf Monaten schwanger, und ihre Entführer praktizierten eine grobe Abtreibung, indem sie etwas in sie hineinschoben – sie sagt, sie wisse nicht, was sie verwendeten. Ihre Ärzte sagen, daß die Abtreibung wahrscheinlich die Fistel verursachte.

Benga, 16, und Masoro, 17 … wurden an Bäume gebunden gehalten, außer wenn sie häusliche Arbeiten verrichteten oder vergewaltigt wurden. [Merken Sie sich das für später] Ihre Mütter wurden vor den Mädchen vergewaltigt. Benga bricht in Tränen aus, als sie sich dieses Erlebnisses erinnert. „Ihre Absicht ist es einfach, Leute zu ruinieren, Leute zu vergewaltigen,“ sagt sie. „Ich weiß nicht, warum.“

Ja, warum ist das so?

Niemand kann sagen, warum. Die Antwort ist beinahe zu gräßlich, um darüber nachzudenken, und unmöglich zu verstehen.

Wir sind selber gräßlich genug, um darüber nachzudenken, später in dieser Serie.

Zehn Jahre totaler Krieg

Im Jahr 2008 veröffentlichte das International Rescue Committee einen Bericht über die Auswirkungen der letzten zehn Jahre des Krieges im Kongo (CBC News, 2008):

Geschätzte 5,4 Millionen Menschen wurden durch Konflikte und deren Nebenwirkungen von 1998 bis April 2007 im Kongo getötet, sagt ein am Dienstag vom International Rescue Committee veröffentlichter Bericht.

Die meisten Todesfälle lagen an der humanitären Krise, die von dem Krieg verursacht wurde, welche die Gesundheitsversorgung schlimm erodierte und Hungersnöte verursachte, sagt der Bericht der international anterkannten Nichtregierungs-Hilfsorganisation. Der Bericht fand heraus, daß Ausbrüche leicht zu behandelnder Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Lungenentzündung, Unterernährung, Masern und Keuchhusten die hauptsächlichen Killer im Kongo gewesen sind, besonders unter Kindern.

Nahezu die Hälfte der Todesfälle gab es unter Kindern unter fünf Jahren, obwohl sie nur 19 % der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Der Bericht wurde am selben Tag veröffentlicht, an dem der State of the World’s Children Report der UNICEF veröffentlicht wurde, der das sub-saharische Afrika als die Region mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate der Welt nannte.

Die Studie des International Rescue Committee fand heraus, daß weiterhin ungefähr 45.000 Kongolesen jeden Monat sterben, obwohl ein Friedensabkommen den Krieg 2002 formal beendete. …

„Der Konflikt und seine Nachwirkungen übertreffen hinsichtlich der Todesfälle jeden anderen Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte der Präsident der Hilfsorganisation, George Rupp.

r-Selektion

Falls all diese Schreckensgeschichten aus dem Kongo Ihnen Sorge bereitet haben, daß die Kongolesen bald ausgestorben sein werden, vernichtet durch Bürgerkrieg, Hungersnot, Krankheiten und freilaufende Krokodile in Flugzeugen – nun, falls Sie so empfinden, dann sind Sie auf der falschen Webseite, Kumpel, aber keine Bange: mit Stand von 2011 hat der Kongo die 11.höchste Geburtenrate der Welt, und wenn man seine Todesrate (die 34.höchste) in Rechnung zieht, dann ist die Bevölkerungswachstumsrate des Landes mit 2,835 % die 14.höchste der Welt (CIA).

Falls Ihnen andererseits die Geburtenrate des Kongo Sorge bereitet hat, daß die Kongolesen bald aus Afrika ausschwärmen und in unsere netten weißen Nationen kommen werden, ihre einzigartige Sorte schwarzer Dysfunktionalität – Bürgerkrieg, Hungersnot, Krankheiten, im Flugzeug beförderte Krokodile etc. – nach Europa und Amerika bringend, dann sollte Ihnen sehr bange sein.

Forstetzung: Teil 2

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