V – Die außerirdischen Besucher – Teil 2

oder Star Dreck 7/2

von Dunkler Phoenix

Den ersten Teil dieses Artikels hatte ich damit beendet, dass ich das der Hollywoodpropaganda zugrundeliegende Weltbild analysiert habe.

Eben jenes scheint in „Staffel 3“ der Originalserie „V“ immer wieder durch. Eine Folge beginnt damit, dass in den Nachrichten davon berichtet wird, wie vereinte Streitkräfte von Israelis und Arabern die von den Außerirdischen besetzte Stadt Jerusalem befreien, wenn auch nur für kurze Zeit.In einer anderen wird davon berichtet, dass Weiße und Schwarze in Südafrika gemeinsam gegen die Außerirdischen kämpfen. Bezeichnend ist auch, dass ein Riesenschrank und Kampfkunstmeister der Aliens „Klaus“ genannt wird, während alle anderen Aliens englisch klingende Namen haben. Da wird (wie häufig in amerikanischen Serien) Roheit und Gewalt direkt mit Deutschtum assoziiert. Manchmal glaube ich, die Amis sehen uns wirklich so.

Der absolute Hammer ist aber die Szene in Folge 12, in welcher der Held Kyle einen kleinen Jungen, der den Besuchern das Lebensrecht auf der Erde abspricht, belehrt, dass sie jedes Recht hätten, hier zu leben, wenn sie sich an die Gesetze halten („everyone has the right to live, even a lizard. As long as they are willing to live under the same rules as we are.“ [wobei „lizard“ eine Bezeichnung für die reptiloiden Aliens ist]).

Das muss man sich mal vorstellen! Das sagt einer, nachdem die Resistance jetzt zwei Pilotfilme, drei „Final-Battle“ Folgen in Spielfilmlänge und zwölf weitere Folgen der Serie einen beinharten Überlebenskampf gegen einen gnadenlosen Gegner geführt haben.

Die Besucher und die Menschheit befinden sich in einem Zustand des totalen Krieges. Die Bersucher wollen den Menschen ihre lebenswichtigen Ressourcen abjagen und sie selbst als Nachspeise gleich mitnehmen. Für die Menschen geht es in diesem Krieg nicht um Land, Besitz oder Ressourcen, sondern schlicht um das berühmte „Sein oder Nichtsein.“

Und alles, was einem der Helden der Resistance, die mittlerweile kaum noch Kugeln für Besucher verschwenden, sondern sie zuweilen mit den bloßen Fäusten kaputtschlagen, zu diesem Existenzkampf einfällt ist, dass der Todfeind sich an die Gesetze der „Aufnahmegesellschaft“ halten soll?

Ob Mexikaner, Türke, Neger oder außerirdischer Reptilianer, wenn sie sich an die Regeln halten, gehören sie dazu. Ist klar, oder?

Wie soll eine Spezies von intelligenten Reptilien, die wahlweise Maus, Vogel oder Mensch zu dinieren gewohnt ist, das denn überhaupt zuwege bringen?

Aber wie gesagt, hier scheint eben das zu Grunde liegende Weltbild wieder durch: Eine Eroberung ist nur dann eine Eroberung, wenn sie von fiesen nazimäßigen Stammtischlern durchgeführt wird. Wenn sie sich „an die Gesetze halten“, dann haben sie das gleiche Lebensrecht.

Da fällt mir ein, dass der Gegenspieler des Helden (gespielt von Michael Ironside, den einige aus Starship Troopers kennen werden) in einer Szene von „the Final Battle“ gegen eine Zusammenarbeit mit der „Fünften Kolonne“, den Aliens, die ihre Leute verraten, votiert. Er sagt: „Wenn sie hierbleiben, dann werden sie sich vermehren“ (im Original: breed).

Ja, genau so ist es. Selbst wenn die bösen Aliens mit vereinten Kräften besiegt würden, aber die guten Aliens blieben auf der Erde, dann wäre das ein Problem (es sei denn, es sind nur sehr, sehr wenige, die bleiben, wie im Übergang von „the Final Battle“ zur dritten Staffel). Je mehr von ihnen hier blieben, desto schneller würden sie als eigenständige Gruppe zu agieren beginnen.

Die Serie, wie die gesamte Hollywoodpropaganda, gaukelt uns vor, dass das klappen würde, wenn sich die guten Aliens eben nur an die Regeln halten – so wie wir es zu begrüßen haben, wenn die Ausländervertretungsvereine „am demokratischen Prozess teilnehmen“, sprich: durch dauerhaftes Empörungsgetöne Vorteile für ihre ethnische Gruppe herauszuschlagen versuchen.

Multikulturelle Gesellschaften erfordern autoritäre Regime, weil der Wettstreit der verschiedenen Gruppen früher oder später in Bürgerkrieg endet, was schon die Frankfurter Schule wusste und mit ihrem Kulturzersetzungsprogramm, das bis heute nahtlos fortgesetzt wird, zu erreichen suchte.
Demokratie ist nur innerhalb homogener Gemeinschaften möglich, die ein starkes gemeinsames Interesse, eine gemeinsame Identität und große innere Solidarität aufweisen.

Das mag jetzt für die meisten Leser nichts Neues sein, aber Hollywood arbeitet hart daran, dass der Durchschnittskonsument diese einfache Erkenntnis niemals erlangt.

Die Serie wird meines Erachtens nach von Folge zu Folge episodenhafter, schwülstiger und durchschaubarer. Folge 15 hält mit der „Wildcats“ Gang inklusive Quotenneger ein besonderes Schmankerl bereit. Zuerst glaubt man, der Neger sei auch der Verräter, aber natürlich ist es der Weiße. Zudem verliebt sich eine weibliche Wildkatze in Willie, das freundliche Alien, das bei der Resistance mitmacht und als sie erfährt, dass er ein Außerirdischer ist und er sagt, er könne niemals zur Familie gehören, sagt sie. „Vielleicht nicht vom Blut her, aber das ist egal. In meinem Herzen gehörst du zur Familie.“ Kein Kommentar.

In Folge 16 sehen wir dann die Geburt eines Alienbabys, die Eltern sind Deserteure, die Resistance agiert als Geburtshelfer, Donovan riskiert sein Leben, um den Vater des Babys zu retten, was die anderen Aliens in Erstaunen versetzt. „Er riskiert sein Leben, um einen von uns zu retten?“

Tja, die doofen Aliens haben eben noch nicht verstanden, dass es nicht darauf ankommt, wo man herkommt, sondern nur darauf, dass man für die richtige Seite kämpft. Es scheint, als wenn Ironside Recht behält und die Aliens schon mit dem „breeding“ anfangen.

Wie wir von unseren Türken wissen ist das auch eine Art, ein Land zu erobern.

Willie, der charmant und überzeugend von jemandem gespielt wird, den viele aus einer ganz anderen Rolle kennen werden (es ist Robert Englund, der auch Freddie Kruger aus „Nightmare on Elm Street“ verkörperte), hat übrigens (im englischen) sehr witzige Sprachdreher. Kostproben:

(Zu einem Resistance Kämpfer, der im Begriff ist ein gekapertes UFO gegen ein anderes Alienschiff zu rammen): „You are a great zero!“ (gemeint: hero)

„She has a pornographic memory“ (gemeint: photographic.“)

(Auf die Frage, ob die Besucher nicht eigentlich nur lebende Tiere essen): „Yes, but I am a vererinerian!“

Zum Ende der Serie nimmt der Catfight zwischen der bekannten Alienkommandeurin Diana und ihrer Rivalin einen immer größeren Raum ein. Man erfährt viel über die Gesetze und die Struktur der Armee der Besucher: Wie in nahezu allen bösen Armeen Hollywoods herrscht hier das Prinzip nach oben buckeln, nach unten treten, jeder ist sich selbst der Nächste, jeder versucht in der Kommandokette aufzusteigen, Verrat und Mißgunst sind an der Tagesordnung und helfen den Menschen mehr als jeder Resistance Kämpfer. Wenn ein Kommandant versagt, weil die Rebellen mal wieder zu schlau waren, wird er normalerweise einfach getötet und der nächste rückt nach.

Dasselbe passiert zum Beispiel in „´Star Wars“, wenn Darth Vader seine Kommandeure hinrichtet, weil sie versagt haben.

So verknüpft Hollywood das Prinzip der persönlichen Verantwortung mit der Diktatur. Anscheinend übernehmen nur in Diktaturen (oder unter rückständigen Asiaten) Männer die Verantwortung für ihr Handeln. In der „aufgeklärten Demokratie“ darf man auch schonmal einen Fehler machen, keiner ist schuld, niemand wird verantwortlich gemacht.

Mehrmals macht einer der Rebellen einen Riesenfehler, ohne dass das Konsequenzen hat. Ich meine, man muss den ja nicht gleich grillen, aber diese Gleichgültigkeit gegenüber Fehlern, wenn das Leben aller am seidenen Faden hängt, ist schon bezeichnend.

Das ist hochgradig ineffizient. Selbstredend muss nicht jeder Fehler gleich mit der Höchststrafe geahndet werden, aber wir sehen in unserer „Demokratie“, was es bedeutet, wenn man Menschen in Führungspositionen nicht für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen kann. Eine klare Kommandostruktur bedeutet auch, dass der jeweils Verantwortliche auch wirklich die Verantwortung übernimmt und sich nicht mit „den Umständen“ oder der Inkompetenz seiner Untergebenen (für die ist er ja auch verantwortlich, er hätte sie besser ausbilden sollen) herausredet. Wir kriegen dieses Prinzip aber als „Faschismus“ präsentiert, nur die Bösen machen das. Da ja normalerweise die Guten gewinnen, gibt es in den Filmen und Serien zusätzlich den lächerlichen Effekt, dass die Bösen immer nur bestrafen, weil ja die allermeisten Aktionen, die sie durchführen, scheitern.

Soweit meine Gedanken zur 80er Serie. Ich denke, dass der Stoff noch viel komplexer ist und ich habe viele Facetten hier aus Platzgründen nicht besprochen. Mir sei auch die Bemerkung gestattet, dass es mir zwar wichtig ist, die mitgelieferte Propaganda analysiert und offengelegt zu haben, ich aber trotzdem die Serie für sehr gut gemacht halte und sie weiterempfehle. Wenn man die Propaganda nicht, wie es in den heutigen Serien zur Norm geworden ist, mit dem Holzhammer verabreicht kriegt, sondern sie nur Teilbereiche der Handlung berührt, dann kann man auch als nerviger politischer Querkopf noch Spaß an gut gemachter Unterhaltung haben.

Damit komme ich zum Remake „V“ (2009-2011), von dem ich eben jene Holzhammerpropaganda erwartet hatte und es gibt sogar einige, die der Serie das unterstellen (z.B. weil die bösen Besucher hier alle weiß sind, wobei der gute Besucher (bzw. der Verräter) ein Schwarzer ist).

Ich habe eine ganz andere Interpretation der Serie. Ich behaupte nicht, dass die Macher die Serie so gemeint haben, wie ich sie hier interpretieren werde, ich behaupte nur, dass ich sie so aufgefasst habe:

Für mich beschreibt die neue „V“ Serie ganz genau den asymetrischen Kampf, den WIR Nationalisten gegenwärtig führen.

Wie im Original kommen die Besucher getarnt als menschenähnliche Wesen zur Erde, versprechen den Weltfrieden, Heilung von Krankheiten und was nicht alles. Aber anders als im Original wird keinem Alien öffentlich die menschliche Haut abgezogen, so dass sich weltweiter Widerstand regt. Im Gegenteil, die meisten Menschen sind überzeugt, dass die Anwesenheit der Besucher ein Geschenk Gottes ist. Das wird verstärkt durch die Einflüsterungen von Besuchern, die als Menschen getarnt schon lange auf der Erde sind (so wie der alte Pfarrer, von dem es bis zum Ende der Serie nicht rauskommt, ob er auch ein Besucher ist, der aber so penetrant darauf besteht, dass die Besucher Gottes Willen ausführen, dass man sich fast sicher sein kann, dass er „einer von denen“ ist). Die Widerständler gegen die „sanfte“ Alieninvasion müssen nicht nur gegen die Aliens kämpfen, sondern auch gegen die menschliche Gesellschaft, welche die Gutheit der Besucher zu ihrem Credo erklärt hat. Erica, die Protagonistin der Serie (Elisabeth Mitchell), ist zum Beispiel FBI Agentin und später Leiterin der Task Force, die gegen ihre eigene Rebellenorganisation ermittelt.

Natürlich stellen sich Paranoia und Verzweiflung ob der Blindheit der anderen ein, selbst Familienmitglieder, wie Ericas Sohn Tyler, halten die Sehenden für Spinner, brechen den Kontakt ab oder melden ihre Angehörigen den Behörden oder gleich den Besuchern. Der gesamte Krieg läuft unter größter Geheimhaltung. Während die Alienkommandantin Anna (großartig gespielt von Morena Baccarin) in der Öffentlichkeit so tut, als würden die Besucher den Menschen wohlgesonnen sein, muss Erica in der Öffentlichkeit so tun, als wäre der Schutz von Anna und den Besuchern ihre größte Herzensangelegenheit. Immer wieder ergeben sich Szenen und Blickwechsel, bei denen man annehmen kann, dass auch Anna das falsche Spiel von Erica durchschaut, oder zumindest misstrauisch ist.

Die Verräter unter den Aliens gibt es auch hier, allerdings haben sie eine etwas solidere Motivation als im Original. Annas Mutter Diana (gespielt von Jane Badler, welche in der Originalserie die gleichnamige Oberbösewichtin mimte) und einige andere Aliens haben menschliche Gefühle entwickelt, die den Besuchern eigentlich fremd sind. Daher sympathisieren sie mit den Menschen und wollen einen Frieden mit ihnen erreichen. Würde Anna gestürzt könnte Diana (oder später Lisa, Annas Tochter) den Thron besteigen und einen solchen Frieden mit den Menschen aushandeln.

Die Rebellen werden natürlich als „Terroristen“ deklariert, jeder Kollateralschaden ihrer Aktionen wird aufgebauscht, während die Besucher im Geheimen unzählige Menschen umbringen.
Die Gruppe selbst definiert sich über ihre Ethik. Sie wollen einen Krieg führen, ohne „so zu werden wie die“, sie wollen keine menschlichen Verluste (wenn sie auch zum Töten von Aliens mehr als bereit sind), sprich: einen sauberen Kampf. Im Verlauf der Serie müssen sie unter Schmerzen und Verlusten einsehen, dass es keinen „clean fight“ gibt, jedenfalls keinen, den man gewinnen kann.

Trotzdem opponieren sie gegen einen Mossadagenten, der mit Selbstmordattentätern gegen die Aliens vorgeht und ändern nach dessen Tod die Taktik des Widerstandes hin zu Attentatsmissionen auf die Führungsfiguren der Besucher.

Auch wenn hier eine Gruppe gezeigt wird, die sich im „heißen“ Kampf, im direkten Überlebenskampf gegen einen überlegenen und mitleidlosen Feind befindet, während unser Feind zwar nicht nachgiebiger, aber viel schwieriger zu fassen und unser Kampf derzeit zum allergrößten Teil ein geistiger ist, sehe ich große Parallelen.

Allein die Paranoia, die so weit geht, dass man nicht einmal dem besten Freund trauen kann, ist etwas, das jeder von uns, der sich noch nicht öffentlich den Ruf ruiniert hat, kennt. Ein Thema, dass enge Freunde, gar Familienmitglieder dazu bringen kann, sich von einem abzuwenden? Oh, ja! Ebenso erscheinen mir die Taktiken der Besucher eins zu eins bei unseren Feinden abgeschaut: Den Gegner verunglimpfen, entmenschlichen, sich selbst zur Fackel der Freiheit und zum Friedensbringer stilisieren, rücksichtslos gegen einzelne Gegner vorgehen, ihre bürgerliche (oder gleich die gesamte irdische) Existenz vernichten, Mütter gegen ihre Söhne ausspielen, sich die positiven Gefühle, die Menschen füreinander haben, zunutze machen, um sie zu erpressen

Auch wir müssen bei neuen Kontakten immer auf der Hut sein. Freund oder Feind? Oder streckt gar ein „Alien“ unter der menschlichen Haut des anderen?

Das totalitäre Regime, das die Besucher in Kooperation mit den menschlichen Behörden aufbauen und in dem Denunziation an der Tagesordnung ist, gleicht so stilecht dem von den „Eliten“ erträumten Globutopia, selbst die Kontaktaufnahme mit dem Vatikan und seine anschließene Vereinnahmung hat etwas erschreckend Reales.

Ich weiß, dass man die Serie sicherlich anders deuten kann und bin mir zu fast hundert Prozent sicher, dass die Macher etwas anderes im Sinn hatten, als gerade unsere Situation zu beschreiben. Und doch gibt es diese Parallelen .

Außer dem Fakt, dass Rasse für niemanden in der Serie eine große Rolle spielt, ist mir auch nicht viel von der üblichen Hollywood Propaganda aufgefallen. Im Gegenteil: Wenn auch nicht anzunehmen ist, dass die Besucher tatsächlich eine Parabel für Juden darstellen sollen, das sind sie wohl nur für mich, scheint es mir doch recht offensichtlich, dass hier zumindest im Ansatz die Globalamerikanisierung und die Verteufelung jedes Widerstands gegen die NATO als „Terrorismus“ kritisiert wird.

Zudem rutscht die Serie auch nicht in das beliebt gewordene Egoiisten- Lustprinzip Schema ab, wie Comedyserien a la „Two and a half men“ oder „how I met your mother“, in denen die Moral so extrem demontiert wird, dass es kaum auszuhalten ist, vermeidet aber auch das andere Extrem der Hypermoralisierung, wie wir es aus den diversen Star Trek Serien kennen.

Die Helden sind gute, ehrliche Leute. Einige werden korrumpiert, zum Beispiel weil sie Familienmitglieder schützen wollen, die in der Hand der Besucher sind, die meisten bleiben aufrecht. Immer wieder gibt es Differenzen darüber, wie der Krieg zu führen ist, wo die moralische Grenze ist. Auch in dieser Serie fällt es – ähnlich wie im Original – nicht negativ auf, dass der Held weiblich besetzt ist. Obwohl Erica die typische Powerfrau ist (als FBI Agentin mit Schusswaffe und Nahkampffähigkeiten) ist sie auch eine Mutter, ihre weibliche Seite kommt nicht zu kurz, im Gegenteil, sie führt den Krieg auf eine weibliche Art, wenn es sowas gibt, was analog zum Original gut damit korrespondiert, dass auch die Aliens in einem Matriarchat leben.

Vielleicht ist das sogar die große Propagandabotschaft, die Hollywood in diese Serie gepackt hat, die starken Frauen. Alienkönigin Anna ist ja nicht nur eine „starke Frau“, sondern gar eine mächtige Herrscherin. Mich stören diese Figuren so, wie sie in der Serie dargestellt werden, allerdings nicht.

Abschließend ist die Frage zu stellen, was wir denn, wenn wir die Serie schon so auf uns beziehen wollen, wie ich das getan habe, nun aus ihr lernen können.

Nun, da wäre zum einen der Rat, dass wir uns zu gegebener Zeit, also lieber heute, als in einer brenzligeren Phase des Konfliktes, die Frage stellen sollten, wie wir diesen Konflikt führen wollen. Was sind wir bereit aufzugeben, welche Mittel sind wir bereit anzuwenden? Wollen, müssen wir uns eine Form von Moralität bewahren, die unser Feind nur vortäuscht zu haben, oder ist das kontraproduktiv? Sind wir überhaupt geschaffen für einen harten Konflikt oder wollen wir lieber in der zweiten oder dritten Reihe marschieren (das ist keine Schande! Eine Schande ist nur, wenn man sich erst zu viel zutraut und dann kneift.)? Sind wir der psychischen Belastung, die unser Kampf für viele von uns bedeutet, überhaupt gewachsen? Wie würden wir – das ist selbstredend ein reines Gedankenspiel ohne realen Hintergrund. Selbstredend – einen Freiheitskampf gegen einen überlegenen Gegner organisieren? Wie stehen die Chancen zu gewinnen?

Die Serie endet damit, dass Anna die Menschheit in eine Art Trance versetzt hat, während Erica von ihrem Kollegen, den sie bisher für einen Kollaborateur gehalten hat, in eine geheime Organisation eingeführt wird, die im Regierungsauftrag heimlich gegen die Besucher vorgeht. Der Leiter dieser Organisation wird von Marc Singer, der auch im Original den Protagonisten Donovan mimt, gespielt.

Obwohl sich hier quasi der Kreis schließt, bleibt das offene Ende doch sehr unbefriedigend. Wie viele gute Serien aus der Traumfabrik wurde diese wegen „Zuschauermangel“ frühzeitig eingestellt (es wäre Potential für mindestens vier bis fünf weitere Staffeln dagewesen), während die niveauloseste Scheiße wieder und wieder verlängert wird.

Da ich mich ja längst als Verschwörungstheoretiker geoutet habe kann ich umunwunden zugeben, dass ich das mit dem „Zuschauermangel“ nicht eine Sekunde lang glaube.

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In der Star Dreck Reihe bisher erschienen:

STAR DRECK I – Buffy von Kairos

STAR DRECK II – Firefly von Kairos

Star Dreck III – Starship Troopers von Kairos

Star Dreck IV – Hollywoods Helden von Deep Roots

Star Dreck V – Affen und Gewalt von Kairos

Star Dreck VI – Six Feet Under von Sternbald

Nächster Beitrag aus der Reihe Star Dreck:

Star Dreck VIIIa: Star Trek – Die Originalserie von Deep Roots

 

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Frank Sinatra: “The House I Live In” von James Edwards

Star Trek und die multirassische Zukunft von Jonathan Pyle

Fiktive schwarze Helden: Star Trek von Hunter Wallace

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(Gefunden:  hier)

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