Star Dreck IV: Hollywoods Helden

Eli (Denzel Washington) marschiert in das heruntergekommene Wüstenkaff des Schurken Carnegie ein.

Eli (Denzel Washington) marschiert in das heruntergekommene Wüstenkaff des Schurken Carnegie ein.

von Deep Roots

Im GoV-Strang Umkehr ist möglich sowie auch in etlichen seiner eigenen Blogbeiträge vertrat der schwedische Blogger Conservative Swede die These, daß das Christentum die Schwäche der westlichen Welt durch „Umwertung aller Werte“ verursacht hätte, in der Weise, daß nun das Schwache als gut und das Starke als schlecht und böse gilt. Als ich über diese These nachdachte, an der mir zunächst etwas dran zu sein schien, um sie für einen eigenen „Situationserklärungsartikel“ zu verarbeiten, kam ich zu dem Schluß, daß sie nicht zutrifft. Egal, was man nun vom Christentum hält, und abgesehen von der ungeklärten Frage, warum sich dieser Effekt nur auf weiße Christen auswirken soll, nicht aber auf christliche Nichtweiße: sie stimmt einfach nicht mit der beobachteten Realität überein.

Auch heute, auch im sogenannten „Westen“, besteht in der breiten Öffentlichkeit ein ungebrochenes Verlangen nach Heldenfiguren im klassischen Sinn. Die Menschen wollen Geschichten über Helden sehen – über Superhelden mit magischen, übersinnlichen oder durch Mutationen verliehenen Superkräften, über hochbegabte, exzellent ausgebildete Geheimagenten, Polizisten, Raumfahrer, Schwertkämpfer und Kommandosoldaten, und über scheinbar gewöhnliche Menschen wie ihr und ich, die sich in außergewöhnlichen Situationen bewähren. Hollywood befriedigt diesen Bedarf in seinen Film- und Fernsehproduktionen und verdient dabei nicht nur massig Geld (wogegen nichts einzuwenden ist), sondern benutzt diese Helden auch gleichsam als Zuckerwürfel oder Impfköder, um uns „Schluckimpfungen“ mit antinationalem, globalistischem, feministischem, gutmenschlichem und anti-weißem Propagandadreck zu verabreichen, ohne daß wir uns dessen bewußt sind. Wohlgemerkt: das heißt nicht, daß diese Filme und Fernsehserien von der Qualität der Machart oder vom Unterhaltungswert her Dreck sind. In dem Fall wären sie wenigstens nicht so propagandawirksam, denn je mehr das Publikum vom Gebotenen in den Bann gezogen wird, desto bereitwilliger und unbewußter schluckt es auch die mitgeschmuggelten Propagandainhalte.

Diese Überlegungen inspirierten mich zu einem Artikel, den ich seither im Kopf herumtrug und der „Star Dreck“ heißen sollte, bezogen auf eben jenen durch Stars verkauften Propagandadreck und auf das „Star Trek“-Franchise, das hierfür besonders exemplarisch ist und in mindestens einem weiteren, separaten Artikel behandelt werden wird (ich war selber seit meiner Jugend ein „Trekkie“, bis ich mir dieser subversiven Gehirnwäsche bewußt wurde). Im Austausch mit Kairos zu diesem Thema kamen wir zu dem Schluß, daß es weit mehr Stoff hergibt als nur für einen Artikel, und daß Kairos über einige Serien besser Bescheid weiß als ich, sodaß wir beschlossen, eine in loser Folge erscheinende Artikelserie daraus zu machen, zu der jeder von uns Beiträge liefern würde (diese sind nicht als Rezensionen im herkömmlichen Sinn gedacht, sondern konzentrieren sich auf die in den Filmen und Fernsehserien enthaltenen Propagandaelemente). Nachdem Kairos nun schon einen Vorsprung von drei Artikeln hat (siehe Links ganz unten), liefere ich nun endlich meinen ersten Beitrag.

Neben Gutmenschenfilmen wie „Sommer in New York”, mit denen zu bereits einigermaßen Überzeugten gepredigt wird, auf daß sich die Gutis gegenseitig auf die Schulter klopfen können, muß es natürlich auch und vor allem Filme und Fernsehserien geben, die Leute wie uns ansprechen – konservative, patriotische Weiße – wenn die Umerziehungsagenda erfolgreich sein soll. Uns werden Helden und Geschichten präsentiert, mit denen wir mitleben sollen, sodaß wir die Propagandainhalte willig aufnehmen, sobald wir am Haken hängen. Hierbei wird in unterschiedlichem Tempo vorgegangen: bei manchen Serien kommt die Propagandamasche schnell zum Vorschein, bei anderen wird subtiler vorgegangen und erst nach längerem „Anfüttern“ das Gift druntergemischt. Ein Beispiel für erstere Vorgangsweise ist

E-Ring (Original: Military Minds)

E-Ring: Aunjanue Ellis, Dennis Hopper, Benjamin Bratt, Kelly Rutherford.

E-Ring: Aunjanue Ellis, Dennis Hopper, Benjamin Bratt, Kelly Rutherford.

In dieser Serie geht es um die Arbeit einer speziellen Abteilung innerhalb des Pentagon, die mit der Planung und Ausführung gefährlicher militärischer Spezialoperationen befaßt ist. Ihren Sitz hat diese Abteilung, die von Colonel Eli McNulty (Dennis Hopper) geleitet wird, im E-Ring des Pentagons (daher der Titel). In der 3. Episode „Hart an der Grenze“ („Escape and Evade“) soll der Hauptcharakter, Major Jim Tisnewski (Benjamin Bratt) im irakisch-iranischen Grenzgebiet aufklären, ob dort illegal iranische Truppen operieren. Er gerät in eine gefährliche Lage, in der er von Muselmännern bedrängt wird und aus der ihm ein irakischer (oder iranischer, das weiß ich nicht mehr so genau) Junge zu entkommen hilft. Wieder zurück im Pentagon, serviert Tisnewski seiner Kollegin, Master Sergeant Jocelyn Pierce (Aunjanue Ellis) irgendeinen salbungsvoll-weise klingenden Spruch, worauf sie ihn fragt, woher er den habe.

Er: „Aus dem Koran.“

Sie: „Sieht aus, als gäb’s mehr als nur ein Gutes Buch.“ („The Good Book“ ist im Englischen eine Umschreibung für die Bibel).

Nach dieser Episode habe ich die Serie nicht mehr weiter angesehen.

Ein Musterbeispiel für die subtilere Vorgangsweise mit langsamem Anfüttern ist die Serie „24“, die ich von der zweiten bis zur siebten Staffel gesehen habe und die für mich bis zum Beginn der siebten Staffel eine Kultserie war.

SD4-02 24 season 1

Diese Serie, in der eine fiktive Antiterroreinheit namens CTU (Counter-Terrorist Unit) in jeder Staffel eine in Echtzeit gezeigte terrorbezogene Notstandssituation innerhalb von 24 Stunden lösen muß, hat als Hauptprotagonisten den knallharten CTU-Agenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland). Dieser handelt mit äußerster Entschlossenheit und kompromißloser Härte auch gegen sich selbst, um Anschläge abzuwehren und die Täter zur Strecke zu bringen. Wie seine Kameraden ist er ein schneller, treffsicherer Schütze und technisch vielseitig versiert. Darüber hinaus ist er auch ein fast schon übermenschlich opferbereiter Patriot. Die Dramaturgie dieser Geschichten war so spannend und die in deren Verlauf aufgeworfenen Fragen danach, wie weit Verantwortliche in solchen Ausnahmesituationen gehen sollten, sowie die damit verbundenen persönlichen Dramen so bewegend, daß ich es nach jeder gesendeten Doppelfolge kaum erwarten konnte, daß es wieder weiterging.

SD4-03 Jack Bauer

Zwar sind mir schon im Laufe der Zeit ein paar kleinere Zugeständnisse an die Political Correctness aufgefallen, die ich aber noch tolerierbar fand. So wurden zwar China und Rußland beim Namen genannt, wenn sie die Gegner waren, aber wenn es gegen irgendein arabisches Land ging, hieß es nie „rufen Sie [z. B.] den libyschen Botschafter an“, sondern nur „Botschafter al-Soundso“, und wenn einem arabischen Botschafter militärische Konsequenzen angedroht wurden, hieß es nie „Raketen gegen [z. B] Syrien“, sondern nur „Raketen gegen Ihr Land“. Auch das Land des Warlords General Juma in der 7. Staffel muß ein fiktiver afrikanischer Staat namens „Sangala“ sein. Zu der Zeit war ich zwar auch schon „Counterjihadi“, aber hinsichtlich „Human Biodiversity“, Judeokratie und Hollywoodpropaganda noch nicht auf dem heutigen Erkenntnisstand.

Den ersten Knacks hat meine Einstellung zu der Serie am Beginn des Films „Redemption“ bekommen, der die Überleitung zur 7. Staffel darstellte. Zu der Zeit war Barack Obama gerade frisch im Amt als US-„Präsident“, und mir war schon einigermaßen bewußt geworden, daß die schon unübersichtliche Zahl schwarzer US-Präsidenten in Film und Fernsehen eine propagandistische „Artillerievorbereitung“ für die tatsächliche Übernahme dieses Amtes durch einen Schwarzen gewesen war. „Redemption“ spielt am Tag der Amtsübergabe des weißen Präsidenten Noah Daniels an seine Nachfolgerin, die ebenfalls weiße Allison Taylor. Da dachte ich mir: „A-ha! Der schwarze Präsident ist jetzt Realität, und nun beginnt man, uns eine Frau für dieses Amt ans Herz zu massieren!“ Und dann setzte bei mir eine Reihe mentaler „Klicks“ ein: Sämtliche bisher vorgestellten schwarzen US-Präsidenten (David Palmer und sein Bruder Wayne) waren recht positiv dargestellt worden. David Palmer (Dennis Haysbert) war ein sympathischer, integrer Ehrenmann mit souveränen Führungsqualitäten, sodaß ich mir (damals noch ahnungsloser in Rassefragen) dachte, daß ich mir einen solchen schwarzen Kandidaten ebenfalls zu wählen vorstellen könnte, wenn ich Amerikaner wäre. Sein Bruder Wayne, der nach Davids Ermordung Präsident wurde, hatte zwar nicht dessen Format, war aber dennoch redlich bemüht. Daneben gibt es noch die Schwester der beiden, Sandra Palmer (Regina King), die für eine eindeutig dem Council on American-Islamic Relations (CAIR) nachempfundene Organisation arbeitet, wodurch das Publikum wohl an die Vorstellung einer persönlichen Verbindung des US-Präsidenten zu islamischen Kreisen gewöhnt werden sollte.

SD4-04 David + Wayne Palmer Combo

Dann fiel mir auch nachträglich auf, daß sämtliche männlichen weißen Präsidenten, die in der Serie zu sehen waren, Negativfiguren gewesen waren. Charles Logan (Gregory Itzin), der Präsident in der 4. Staffel, ist ein unfähiger, feiger Unsympath ohne jegliche Führungsqualitäten, der in kritischen Situationen Zeit mit Schuldzuweisungen an Untergebene verschwendet, statt sich um eine rasche Problemlösung zu bemühen. Darüber hinaus stellt sich im Laufe der 5. Staffel heraus, daß Logan ein Landesverräter ist, der mit amerikanischen Verschwörern zusammenarbeitet und zusammen mit diesen der Drahtzieher des Mordes am Ex-Präsidenten David Palmer ist. In Staffel 6 ordnet Noah Daniels (Powers Boothe), damals noch Vizepräsident neben Wayne Palmer (der zu der Zeit nach einem Schlaganfall im Koma liegt), trotz Abratens seiner Berater einen nuklearen Angriff gegen das (natürlich ungenannte) Heimatland eines arabischen Terroristen an. Nur indem sie ihn mit einer Tonbandaufzeichnung erpressen, die beweist, daß eine enge Mitarbeiterin von ihm wichtige Geheimnisse an einen russischen Agenten ausgeplaudert hat, der sich als Liebhaber an sie herangemacht hatte, können die CTU-Leute ihn davon abbringen. Erst die Präsidentin Allison Taylor ist wieder eine Lichtgestalt, die sich als engagierte und entschlossene Landesmutti erweist. Daß sie von Cherry Jones gespielt wird, die in der Realität offen lesbisch lebt, kann man als weitere Spitze gegen die traditionellen Einstellungen sehen, gegen die Hollywood seinen Propagandakrieg führt.

SD4-05 Logan - Daniels - Taylor

Die weißen US-Präsidenten von „24”: Charles Logan (oben links/Mitte), Noah Daniels, Allison Taylor.

Einen Ethno-Drall gab es auch bei der Auswahl der Schurken: Wenn darin moslemische Terroristen oder sonstige nichtweiße Bösewichte vorkamen, dann meist nur als Erfüllungsgehilfen für einen dahinter steckenden Plan weißer, meist amerikanischer Finsterlinge, zu denen auch der Vater des Helden Jack Bauer gehörte, der sogar seinen Komplizen und Sohn (Jack Bauers Bruder) eigenhändig ermordete, um die Operation nicht zu gefährden (Botschaft: „Seht her, so fanatisch sind weiße Rechte!“).

Am Beginn von Staffel 7 steht eine amerikanische Intervention im fiktiven afrikanischen Staat Sangala bevor, um das „gute“ Regime von Premierminister Matobo gegen eine Machtübernahme des Warlords General Juma zu schützen. Die Beauftragten des letzteren haben in den USA ein Gerät gestohlen, mit dem sie sich in die dortige Flugverkehrskontrolle hacken und Kollisionen verursachen können. Präsidentin Taylor erhält ein Ultimatum: Abbruch der US-Intervention, oder es geschehen Terroranschläge in Amerika. Diese weist das Ultimatum – ganz „staatstragend“ im NWO-Sinne – zurück mit der Begründung, daß Amerika sich nicht durch Erpressungen daran hindern lasse, zugunsten der „Freiheit“ überall auf der Welt einzugreifen. Das Wohlergehen irgendwelcher Afrikaner ist ihr also wichtiger als das Leben amerikanischer Bürger, für die sie als Präsidentin verantwortlich ist.

SD4-06 President Allison Taylor 24 Season-7-Ep20

Auch als tatsächlich Verkehrsflugzeuge über amerikanischem Territorium zusammenstoßen, bleibt Taylor unbeirrt, ebenso, als ihr Mann von den Terroristen entführt und mit der Ermordung bedroht wird, falls die Invasion in Sangala nicht abgebrochen werden sollte. Der „First Gentleman“ wird befreit, und die CTU erbeutet eine Liste eines weißen Verschwörerzirkels, der bis in amerikanische Regierungskreise reicht und (wieder einmal) hinter all dem steckt. Hintergrund ist, daß die Sicherheits- und Militärfirma Starkwood unter Jumas Regime in Sangala einen Biokampfstoff produziert, von dem gerade etliche Mengen in die Staaten geschmuggelt werden. Starkwood, lange Zeit von der Regierung finanziert, bis Taylor das abgestellt hatte, will mit Raketen, die mit dem Biokampfstoff bestückt sind, eine Anschlagsserie in Amerika verüben, um die Regierung Taylor zu stürzen und den politischen Arm der Verschwörung als Notstandsregierung an die Macht zu bringen. Jack Bauer kann den Raketenstart verhindern, wird dabei aber mit dem Biokampfstoff infiziert, der eine nicht ansteckende, aber unheilbare Form der Creutzfeld-Jakob-Krankheit verursacht.

Mit dem letzten Kampfstoffbehälter wollen die Verschwörer nun einen Verzweiflungsanschlag durchführen: der in Washington lebende Moslem Jibran al-Zarian wird mit der Drohung, seinen Bruder zu ermorden, dazu gezwungen, mit dem Behälter in einer Tasche in der Washington Metro zu fahren, wo die Bombe (was al-Zarian nicht weiß) ferngezündet werden soll, so daß es nach dem Selbstmordanschlag eines fanatischen Moslems aussieht. Jack Bauer spürt den Imam auf, bei dem das Brüderpaar immer in die Moschee gegangen ist, und dieser hält Jack seine Vergangenheit samt der vielen harten Taten als CTU-Agent vor, für die er berüchtigt ist. Außerdem wirft er ihm vor, immer gleich reflexhaft Moslems zu verdächtigen. Nachdem al-Zarian und sein Bruder gerettet und der Anschlag verhindert ist, gesteht Jack Bauer ein, sich geirrt und vorschnell geurteilt zu haben, worauf der Imam seine Einsichtsbereitschaft lobt und großzügig-gönnerhaft sagt: „Ich verzeihe Ihnen.“

Ganz am Schluß von Staffel 7, als Jack auf dem Sterbebett liegt, kommt dieser Imam zu ihm, um ihm eine Art „Beichte“ abzunehmen und seelsorgerischen Beistand zu leisten! Daraufhin habe ich mir die 8. und letzte Staffel nicht mehr angetan.

Was mir auch erst im nachhinein klargeworden ist, sind weitere Propagandabotschaften. Zum einen wurde die Dramaturgie immer so hingebogen, daß Jack Bauer, seine CTU-Kameraden und die politische Führung aufgrund äußersten Zeitdrucks und der vielen Menschenleben, um die es ging, zu ungesetzlichen und extremen Maßnahmen „gezwungen“ waren, für die man als teilweise in die Hintergründe eingeweihter Zuschauer und als Befürworter eines harten Vorgehens gegen Kriminalität (was ich immer noch bin) einfach Verständnis haben mußte. Damit sollte das Publikum an den Gedanken gewöhnt werden, daß das NWO-Regime sich um seine eigenen Gesetze nicht zu kümmern braucht oder diese verbiegen darf, wenn „extreme Umstände“ dies verlangen. Zum anderen wurde der Eindruck vermittelt, daß es sich bei den obersten Staatsschützern der USA um unglaublich smarte und mit allen Mitteln ausgestattete Wunderwuzzis handelt, die alles Mögliche können:

– binnen weniger Minuten hochauflösende Satellitenkameras auf jede verdächtige Stelle richten, um Staatsfeinde bei ihrem Tun zu beobachten und sogar zu identifizieren;

– digitale Pläne aller möglichen Gebäude aus dem Netz herunterladen, sich darin zurechtfinden und Eingreifkräfte dort dirigieren;

– sich in verschiedenste Kommunikationskanäle und Sicherheitssysteme hacken, um Zugänge für die eignen Leute zu öffnen und für die Schurken zu sperren, und vieles mehr.

Botschaft: Legt euch nicht mit Zohan Washington an!

Bunte Helden, weiße Schurken: „Heroes“

Eine Tendenz, die einem in Film- und Fernsehproduktionen der jüngeren Zeit immer mehr auffällt, ist die Vermeidung nichtweißer Schurken. Angefangen hat das zunächst damit, daß einzelne ethnische Interessengruppen sich immer häufiger über die Präsentation ihrer Volksgruppe im Film beschwerten, z. B. die Chinesen wegen „Big Trouble in Little China“, wobei ich aber nicht den Eindruck hatte, daß dieser Film ein schlechtes Licht auf Chinesen im allgemeinen wirft. Dann kam „Der Anschlag“, die Verfilmung von Tom Clancys Roman „Das Echo aller Furcht“, den ich seinerzeit verschlungen hatte. Im Buch finden Palästinenser eine Atombombe, die während des Yom-Kippur-Krieges von einem abgeschossenen israelischen Flugzeug verloren worden und aufgrund unglücklicher Verkettungen von Umständen nicht vermißt worden war. Diese Bombe wurde unter Mitwirkung diverser Experten aufgerüstet, um für einen Anschlag in Denver verwendet zu werden. Meine Freude über die Nachricht der Verfilmung erhielt einen heftigen Dämpfer, als ich erfuhr, daß es darin aufgrund von Protesten moslemischer Gruppen nicht mehr um islamische Terroristen gehen sollte wie im Buch, sondern… um Nazis aus Österreich! Mit uns kann man’s ja machen! Natürlich habe ich den Film boykottiert. Damals dachte ich, daß bei Fortsetzung dieses Trends bald nur noch drei Gruppen als Filmschurken in Frage kommen würden: Roboter, Außerirdische und Deutsche bzw. Österreicher.

Mittlerweile habe ich jedoch den Verdacht, daß diese Ethno-Protestler nur vorgeschoben bzw. von interessierten Kreisen angestiftet worden waren, um einen „moralisch“ begründeten Vorwand zu haben, Schurkenrollen nur noch mit Weißen zu besetzen. Ein exemplarisches Beispiel hierfür ist die Fernsehserie „Heroes“ von Tim Kring (ratet mal, was das schon wieder für einer ist).

Die „Heroes“: Peter Petrelli, Claire und Noah Bennett, D.L. und Micah Hawkins, Nathan Petrelli, Nikki Sanders, Matt Parkman, Mohinder Suresh, Isaac Mendez, Hiro Nakamura, Simone Deveaux.

Die „Heroes“: Peter Petrelli, Claire und Noah Bennett, D.L. und Micah Hawkins, Nathan Petrelli, Nikki Sanders, Matt Parkman, Mohinder Suresh, Isaac Mendez, Hiro Nakamura, Simone Deveaux.

In dieser Serie, in der es um Mutanten mit verschiedensten besonderen Fähigkeiten geht, dürfen Weiße zwar immer noch bei den Guten mitmachen, die bunt gemischt sind: Da gibt es Weiße wie die Schülerin Claire Bennett und ihren Adoptivvater Noah, den Rettungssanitäter Peter Petrelli, den Maler Isaac Mendez, die Stripperin Nikki Sanders; Pseudo-Weiße (den Polizisten Matt Parkman, gespielt von Greg Grunberg); Inder (der Genetikprofessor Mohinder Suresh); Neger wie Nikki Sanders’ Mann D. L. Hawkins und ihren gemeinsamen Sohn Micah sowie Isaac Mendez’ Freundin Simone Deveaux und den „Haitianer“; Japaner (die Freunde Hiro Nakamura und Ando Masahashi sowie Hiros Vater, gespielt von George Takei) und Latinos (die illegale Einwanderin Maya Herrera). Bei Nikki Sanders (Ali Larter, die hier schon wieder einen Mudshark spielt) kommt noch dazu, daß ihre besondere Fähigkeit von eher „böserer“ Art ist: sie kann in die Persönlichkeit ihrer toten Zwillingsschwester Jessica wechseln und hat dann übernatürliche Stärke, die sie rücksichtslos einsetzt. Dagegen ist ihr schwarzer Mann D.L. Hawkins ein netter Kerl, der durch feste Hindernisse gehen kann und der von der Polizei unschuldig eines Mordes verdächtigt wird, den Nikki in ihrer bösen Zweitidentität begangen hat. Und natürlich ist ihr ebenfalls mit übersinnlichen Fähigkeiten begabter Sohn Micah klug und kann mit elektronischen Anlagen kommunizieren.

Die Schurken sowie die nicht zum Guten bekehrten Schurkenhelfer sind jedoch (zumindest in der ersten Staffel) ausschließlich weiß:

– der Oberbösling und Supermutant „Sylar“ Gabriel Gray,

– Linderman, der Chef der „Firma“, einer Organisation, die Mutanten wegen ihres Andersseins jagt und auf Dauer einsperrt oder notfalls tötet (Anspielung, Anspielung!),

– Angela Petrelli, die Mutter von Peter und seinem Bruder Nathan, die Gründungsmitglied der „Firma“ ist,

– Thompson, ein gnadenloser Agent und Killer der „Firma“

– Senator Nathan Petrelli schrammt nur knapp daran vorbei, der Versuchung zum Bösen zu erliegen (er wird nur durch seinen Bruder davor gerettet).

Die Schurken von „Heroes“ (im Uhrzeigersinn): Angela Petrelli, Sylar, Mr. Linderman, Mr. Thompson, Mr. Flint, „The German“, „Puppenspieler“ Eric Doyle.

Die Schurken von „Heroes“ (im Uhrzeigersinn): Angela Petrelli, Sylar, Mr. Linderman, Mr. Thompson, Mr. Flint, „The German“, „Puppenspieler“ Eric Doyle.

Auch die bösen Mutanten, die aus Level 5, dem Verlies der „Firma“, entkommen und ihre Fähigkeiten für kriminelle Zwecke einsetzen, sind weiß („Puppenspieler“ Eric Doyle, „The German“, Mr. Flint etc.), ebenso miese oder erbärmliche Alltagscharaktere, die den Helden begegnen (die blonde Tänzerin, die Hiro und Ando wegen der geldgefüllten Tasche reinlegt, die angeblich ihr gehört; der Privatdetektiv, der diese Tänzerin wie besessen verfolgt und der, als er sie endlich gestellt hat, eine unverantwortliche Schießerei ohne Rücksicht auf Umfeldgefährdung anfängt, und der fette Juwelenhändler, den Nikki in ihrer Jessica-Identität im Auftrag von Linderman buchstäblich zerlegt). Dagegen ist der Mulatte Steven Canfield, ein weiterer Ex-Gefangener von Level 5, ein liebenswerter Familienvater, der sich aber lieber von dem selbst erzeugten kleinen Schwarzen Loch verschlingen läßt, als sich für die „Firma“ einspannen zu lassen.

Dieses Schema war besonders in der ersten Staffel der Serie penetrant zu bemerken; in der zweiten Staffel, die hauptsächlich im alten Japan spielte, stellten zwangsläufig die Samurai des bösen „Weißbart“ den Hauptteil des Schurkenaufgebots. Hier ging es aber auch um einen innerjapanischen Konflikt, in dem die von Hiro Nakamura unterstützten Opfer von Weißbart ebenfalls Japaner sind. Allerdings konnte Tim Kring sich hier eine weitere Spitze gegen die Weißen nicht verkneifen: Hiro Nakamura muß in der Vergangenheit, in die er zurückgereist ist, zu seiner Enttäuschung feststellen, daß sein Idol, der historische Held Takezo Kensei, in Wirklichkeit ein Engländer namens Adam Monroe (David Anders) ist, ein haltloser Säufer und Opportunist, der erst mit Hiro als Mentor zu dem Helden wird, als den ihn die japanische Geschichte kennt. Das hindert ihn aber nicht daran, Hiro später (in der Jetztzeit) zu bekämpfen.

Takezo Kensei und Hiro Nakamura.

Adam Monroe / Takezo Kensei und „Karpfen” Hiro Nakamura.

Aber immerhin werden Micah Hawkins’ schwarze Cousins, bei deren Familie er von seiner Mutter nach der Ermordung seines Vaters untergebracht wird, als die minderleistenden Flaschen und Tunichtgute porträtiert, wie es in diesem Milieu wohl realistischer anzunehmen ist, als es sonst meist dargestellt wird. Und Nikki Sanders muß Micah und seine Cousine Monica am Schluß der 2. Staffel aus einem brennenden Lagerhaus retten, das von einer schwarzen Gangsterbande in Brand gesteckt wurde und schließlich explodiert. In den späteren Staffeln verwischte sich diese schematische Einteilung in bunte Gute und ausschließlich weiße Böse noch weiter, sodaß ich Tim Kring im Zweifelsfall zugute halten will, daß er bei der ersten Staffel vielleicht eher automatisch die verinnerlichten Denkweisen umgesetzt hat, die er zeitlebens aus seinem Umfeld aufgenommen hat, und später (eventuell nach kritischen Rückmeldungen des weißen Publikums) wieder davon abgegangen ist.

Schwarze Alphas, weiße Sidekicks

Auffallend an Hollywoods Behandlung des Rassenthemas ist, daß andere Nichtweiße, wie Asiaten, Latino-Mestizen oder Indianer zwar auch gepusht werden, aber nie so sehr wie Neger. Auch hier wurden Dosis und Zusammensetzung des Propagandacocktails nach und nach verändert. Während es schwarze Haupt- und Heldenrollen in den 1970ern noch hauptsächlich in den Blaxploitation-Filmen wie „Shaft“, „Foxy Brown“ oder „Cleopatra Jones“ gab, wo sie nicht neben Weißen agieren und mit ihnen konkurrieren mußten, waren schwarze Charaktere im Zusammenwirken mit weißen Filmfiguren bis in die frühen 1990er meist als deren Sidekicks, Partner oder höherrangige Untergebene zu sehen. Dabei wurden sie aber oft schon als die Schlagfertigeren, Gewitzteren, Entschlosseneren dargestellt (man denke z. B. an die Polizeifilme mit Eddie Murphy), oder als die Besonneneren und Kompetenteren, wie Denzel Washington als Erster Offizier des strategischen Raketenträger-Unterseebootes „USS Alabama“ in „Crimson Tide – In tiefster Gefahr“.

SD4-10 Crimson Tide Denzel Washington Gene Hackman

Denzel Washington (Lt. Cdr. Hunter) und Gene Hackman (Captain Ramsey) in „Crimson Tide”.

In diesem Film erhält der Kommandant der „Alabama“, Captain Frank Ramsey (Gene Hackman) im Zuge einer innerrussischen Krise (böse russische Nationalisten besetzen eine Raketenbasis auf Kamtschatka und drohen, diese abzufeuern) den Befehl, diese Basis nach Ablauf einer Stunde mit einem Präventivschlag zu zerstören, falls er bis dahin keinen Widerruf empfängt. In diesem Zeitraum wird die „Alabama“ von einem russischen Jagd-U-Boot angegriffen, wobei die Kommunikationsanlagen zerstört werden. Eine weitere wichtige Nachricht des Oberkommandos wird nur verstümmelt empfangen. Ramsey will die Raketen abfeuern, während Lt. Commander Hunter (Denzel Washington) sich weigert, die notwendige Zustimmung zum Abschuß zu geben, da er in der verstümmelten Nachricht einen Widerruf des Einsatzbefehls vermutet. Als Ramsey die Raketen vorschriftswidrig ohne Zustimmung seines Ersten Offiziers starten lassen will, enthebt Hunter ihn des Kommandos. Nachdem das Boot unter Hunter eine weitere Begegnung mit dem russischen Fahrzeug überstanden hat, übernimmt Ramsey mit Hilfe einiger bewaffneter Offiziere wieder das Kommando und leitet die Startphase der Raketen ein. Im letzten Augenblick wird der Raketenstart von Hunter verhindert, und nach Reparatur der Funksysteme stellt sich heraus, daß der Angriffsbefehl widerrufen wurde und Hunter die ganze Zeit recht gehabt hatte. Captain Ramsey erklärt nach einer Anhörung vor einem Untersuchungsausschuß der Navy seinen Rücktritt und spricht eine Empfehlung für Hunter aus.

In weiterer Folge wurden Schwarze in Film und Fernsehen zunehmend in überlegenen Positionen gezeigt, z. B. als US-Präsidenten (Denzel Washington, Danny Glover, Morgan Freeman, Dennis Haysbert, D. B. Woodside; Liste wahrscheinlich nicht vollständig). Auch als Gott wurden sie schon gezeigt, z. B. im Film „Teuflisch“, in dem der junge Nerd Elliott (Brendan Fraser) vom Teufel in Gestalt einer Frau (Liz Hurley) verführt und ständig in Schwierigkeiten gebracht wird. Einmal wird er ins Gefängnis gesteckt und lernt in der Zelle einen heruntergekommenen schwarzen Knastbruder kennen, der ihm weise Lebensratschläge gibt und bei dem durchklingt, daß das Gott sein soll. Später, als er sein Leben aufgrund dieser Ratschläge in den Griff gebracht hat, kommt Elliott mit seiner neuen Freundin in einem Park an einem Tisch vorbei, an dem „Teufeline“ Liz Hurley und dieser schwarze Gott (Gabriel Casseus) beim Schachspiel zusammensitzen. Als „Gott“ gerade nicht hinsieht, weil er sich wohlwollend zu Elliott umdreht, wird er übrigens von der Teufeline beim Schachspiel beschummelt (er ertappt sie aber gleich darauf).

SD4-11 Teuflisch

Schwarze Lebenshilfe gab es auch von Whoopi Goldberg in „Sister Act“ wo erst die als Schwester Mary Clarence verkleidete Loungesängerin Deloris Schwung und Lebensfreude hinter die grauen Mauern eines Klosters weißer Nonnen (die sich der Anleitung ihrer schwarzen Schwester unterordnen) bringt:

sister_act_001

Solchen eher netten Sachen sind aber nichts gegen den Giftcocktail von Rollenvorbildern, den Hollywood unserer Jugend mittlerweile einflößt. Sogar eine linksgestrickte Film- und Fernsehkritikerin (Elisabeth Sereda) hat sich schon über das Fehlen richtiger Kerle beim Film und das Überhandnehmen von Bubitypen beklagt, die nie erwachsen werden. Dabei ist mir aufgefallen, daß sämtliche Beispiele, die sie für letztere anführte, weiß waren. Dagegen präsentiert man uns im Kino nun zunehmend schwarze Alphatypen: maskuline Männer, zu denen alles aufschaut, die sich Vorgesetzten gegenüber kein Blatt vor den Mund nehmen, die souverän agieren und schlagfertig sind. Und ihre Sidekicks sind weiß. Beispiel: Jamie Foxx als FBI-Einsatzleiter Ronald Fleury in „Operation Kingdom“. Und erst recht der Über-Alphaneger „Blade“, gespielt von Wesley Snipes.

SD4-12 Blade 3 poster

Zur Zeit von Elisabeth Seredas Klage kam dann gerade „Salt“ mit Angelina Jolie in der Hauptrolle heraus, die von den Filmkritikern gleich als „Powerfrau“ bejubelt wurde, die keine männlichen Helden braucht. So sieht nun also das Programm des heutigen Hollywoodkinos aus: vorzugsweise schwarze Helden (eventuell mit weißen Sidekicks als Identifikationsfiguren für das weiße Publikum, das sich an den Platz in der zweiten Reihe gewöhnen soll), weiße Heldinnen und schwache weiße Bubitypen. Weiße Alphas sind allenfalls noch als Rollenvorbilder für den Dienst am Globalismus sowie im Sinne von Greg Johnsons Artikel Rassenvermischung: Nicht mehr nur für Verlierer? gefragt, um den weißen Kinogängern nichtweiße Partnerinnen als standesgemäß schmackhaft zu machen.

Aber die böseste Entwicklungsstufe der antiweißen Hollywoodpropaganda ist der Film „The Book of Eli“:

THE BOOK OF ELI

Im Jahr 2044 versucht der einsame Held Eli (schon wieder Denzel Washington) ein geheimnisvolles Buch quer durch die völlig verwüsteten USA nach Westen zu bringen. Dieses Buch, so stellt sich im Verlauf der Handlung heraus, ist die Bibel, von der im „Großen Krieg“ fast alle Exemplare vernichtet wurden, weil sie so gefährlich sei. (Ein Kritiker schreibt dazu wenigstens: „Das Buch ist die King James – Version der Bibel. Es scheint, daß es aus irgendeinem seltsamen Grund das letzte existierende Exemplar ist – alle anderen Exemplare wurden vernichtet, und der dafür angegebene spekulative Grund hat mich genervt, weil er für ein anderes religiöses Buch so viel angemessener wäre“). Aus dem gleichen Grund aber will Carnegie (Gary Oldman), der weiße Despot einer kleinen, überwiegend aus kriminellen Motorradbanden bestehenden Wüstenstadt, die Bibel in seinen Besitz bringen. Mit ihrer Hilfe, so glaubt er, ließen sich die Menschen besser beherrschen.

Eli, dem fast unbesiegbaren Einzelgänger, gelingt es nach mehreren Kämpfen, Carnegie zu entkommen; unterstützt wird er dabei von Solara (Mila Kunis), der Tochter von Carnegies blinder Konkubine Claudia (Jennifer Beals). Unterwegs stoßen die beiden auf ein Haus, in dem ein seltsames (weißes) Paar wohnt – Martha (Frances de la Tour) und George (Michael Gambon), bei denen es sich herausstellt, daß sie Fremde töten und aufessen, erkennbar an ihren Händen, die wegen übermäßigem Verzehr von Menschenfleisch zittern. Als Eli und Solara vor ihnen zu fliehen versuchen, treffen Carnegie und seine Männer ein. In der darauffolgenden Schießerei werden George und Martha sowie einige von Carnegies Männern getötet. Eli und Solara werden gefangen, und nachdem Eli auf die Drohung Carnegies, Solara zu töten, diesem die Bibel übergibt, schießt Carnegie ihn nieder und läßt ihn als vermeintlich tot liegen. Auf der Rückfahrt zur Stadt erwürgt Solara den Fahrer und verursacht einen Crash mit einem zweiten Fahrzeug, wobei einige weißen Schurken umkommen. Dann fährt sie zurück, um Eli zu helfen, während Carnegie wegen Treibstoffmangels mit der Bibel in die Stadt zurückkehrt

So soll’s (angeblich) sein: Schwarzer Held geht voran, weiße Frau dackelt hinterher, um ihm im Bedarfsfall beim Töten weißer Untermenschen zu helfen.

So soll’s (angeblich) sein: Schwarzer Held geht voran, weiße Frau dackelt hinterher, um ihm im Bedarfsfall beim Töten weißer Untermenschen zu helfen.

Schließlich gelingt es Eli und Solara, die Insel Alcatraz zu erreichen. Hier, auf der ehemaligen Gefängnisinsel, hat sich die Keimzelle einer neuen Zivilisation etabliert, die verlorenes Wissen wieder zu erwerben versucht. Zwar hat Eli das Buch an seinen Gegner Carnegie verloren, doch der muß entdecken, daß sein Raub ihm nichts nutzt: Das Exemplar ist in Blindenschrift geschrieben, und Claudia, Solaras blinde Mutter, weigert sich standhaft, sie für ihn zu entziffern. Carnegies Macht zerbricht, die Stadt zerfällt. Eli dagegen konnte die Blindenschrift lesen, hatte den Inhalt der Bibel auswendig gelernt und beginnt nun, ihn auf Alcatraz zu diktieren. Die Tatsache, daß er nicht selbst schreibt, sondern diktiert, sowie ein Kameraschwenk auf seine Augen lassen den Zuschauer vermuten, daß Eli blind ist und „von Gott geleitet“ (wie er selbst immer wieder betont) den zerstörten Kontinent durchquert und alle Feinde besiegt hat. Am Ende sieht man, wie ein Exemplar der neu gedruckten Bibel zwischen eine Torah und einen Koran ins Bücherregal gestellt wird.

SD4-15 Book of Eli Collage

Fassen wir also zusammen:

– ein schwarzer Held, der trotz seiner Blindheit fast unbesiegbar ist und den Kugeln nur streifen, weil Gott ihn leitet und beschützt, und der das Wort Gottes diktieren muß, weil er selber nicht lesen kann (was das wohl wieder für ein Kultur-Crossover sein soll?!);

– ein weißer Hauptschurke samt einer mindestens überwiegend aus weißen Kriminellen bestehenden Bande;

– ein weißes Paar von Menschenfressern, die von Carnegies Bande getötet werden;

– die einzigen guten Weißen, denen Eli auf seinem Weg durch Amerika begegnet, sind zwei Frauen, die ihm gegen andere Weiße helfen, wobei Solara letztere auch tötet.

Auch die Filmplakate transportieren die Propagandabotschaft von „Book of Eli“ (und von Hollywood im allgemeinen): der schwarze Mann soll „uns“ befreien, die weißen Frauen (und Gutmenschen) an die Hoffnung auf ihn glauben. Aber niemandem unter den Filmkritikern fallen diese Tendenzen auf; bei denen geht es eher um die Frage, ob der Film nicht zwischen den Zielgruppen durchfällt, weil gläubige Christen, die einen spirituellen Film sehen wollen, sich von den Gewaltszenen abgestoßen fühlen könnten, während diejenigen, die nur einen Actionfilm sehen wollen, sich an den religiösen Elementen stören könnten.

Dieses Filmplakat sagt alles über den Geist dieses Machwerks (achtet auf Elis drei getötete Gegner):

SD4-16 book-of-Eli2

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was es hierzu zu schreiben gäbe. Eine möglichst umfassende Aufzählung ist auch nicht Sinn und Zweck dieses Artikels, denn wer einmal darauf aufmerksam geworden ist, wie verbreitet die geschilderte Art von Propaganda ist, dem wird sie von da an überall auffallen. Leider ist man dann nicht mehr in der Lage, Filme und Fernsehserien so zu genießen wie früher, weil man sich bei jeder Sache fragt, was einem damit schon wieder eingeimpft werden soll, wodurch eine gewisse innere Distanz zur Filmhandlung geschaffen wird und man nicht mehr so mit ihr mitleben kann. Ähnlich wie in der biblischen Schöpfungsgeschichte: Vom Baum der Erkenntnis zu naschen, bedeutet Vertreibung aus dem Paradies. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns der Wirklichkeit außerhalb davon zu stellen.

Bisher in dieser Reihe erschienene Artikel (alle drei von Kairos):

STAR DRECK I – Buffy

STAR DRECK II – Firefly

Star Dreck III – Starship Troopers

[Edit Kairos: Und im August 2011 von mir erschienen:]

Star Dreck V – Affen und Gewalt

Weitere themenverwandte Artikel:

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Fiktive schwarze Helden: Star Trek von Hunter Wallace

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