Rhetorik ohne Argumente

rassisten

Von Dunkler Phönix

Es scheint mir, dass einige Kommentatoren, wenn sie das Wort „Rhetorik“ hören, ungefähr an folgende Situation denken:

Teilnehmer A: Argument a, Begründung a´, evtl. Beispiel a´´ .

Teilnehmer B: Bezugnehmend auf Argument a führe ich Argument b an, Begründung b´, evtl. Beispiel b´´.

Teilnehmer A: Bezugnehmend auf Argument b…

Das ist leider hoffnungslos naiv. Natürlich würde eine ideale Diskussion genau so ablaufen und sie wäre auch eine Grundlage dafür, dass beide Seiten ihre Argumente überprüfen und Dritte sich wirklich beide Seiten anhören und „eine Meinung bilden“ könnten.

Aber so eine ideale Diskussion gibt es fast nirgendwo. Selbst in Diskussionen unter Gleichgesinnten kommt es vor, dass Begründungen weggelassen, Argumente mit falschen Begründungen gestützt werden oder „isshaltso“ gebrüllt wird. In Diskussionen mit Andersdenkenden ist Unsachlichkeit die Regel und die Juden schließlich sind die Meister der argumentativen Täuschung.

Viele kennen das Gefühl von einer Sache (muss gar nicht mal was Politisches sein, es kann sich auch um was Alltägliches handeln) tief überzeugt zu sein und dann, jüdischer Lügenpropaganda ausgesetzt, stellt man das Ganze plötzlich doch infrage – selbst wenn man sich bewusst ist, dass man dieser Propaganda ausgesetzt ist.

Ob sie dies auf übernatürlichem Wege oder mit massenpsychologischen Mitteln, die ich nicht durchschaue, tun, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall wirkt das wie eine Art Magie, ein Fluch, der die meisten unseres Volkes in einem geistigen Gefängnis hält und selbst den Überzeugtesten und Radikalsten von uns zum Zweifeln bringen kann.

Natürlich lässt sich hier wieder „unsere Schwäche“ anführen, denn selbstredend sind wir es gewohnt in einem normalen Streit unter Volksgenossen auch die Seite des Gegners mitzubetrachten. Kurz: Wir gestehen die Möglichkeit ein, auch unserer Gegner könne im Recht sein, oder zumindest teilweise Recht haben oder letztendlich auch wenn er Unrecht hat seinen Standpunkt aus ehrlicher Überzeugung vertreten. Und wenn es um Volksgenossen, selbst und gerade um Antifanten und Liksversiffte, geht, dann stimmt das in aller Regel auch.

Aber Juden (und mit weniger Können, aber nicht weniger Bosheit auch andere Orientalen bzw. Nichteuropäer) lügen aus Gewohnheit. Entweder fällt es ihnen gar nicht auf, weil in ihrem Weltbild ihr Eigeninteresse zur Wahrheit wird (manche Philosophen lassen keine „absolute“ Wahrheit zu und sagen, wer „Wahrheit“ sagt, meint eigentlich sein Eigeninteresse – das zeugt von jüdischem Geist) oder sie haben einfach keinerlei Gewissen, so dass es ihnen nichts ausmacht zu lügen (ich nehme an, dass beides zutreffend ist).

Wer nun eine Argumentation wie oben exemplifiziert von einem Juden oder judenverseuchten Verräter erwartet, der wird irgendwann im Verlauf der Diskussion anfangen herumzustammeln, den Gegner anschreien oder aufgeben – alles Dinge, die vom Publikum als Niederlage bewertet werden. Entweder wird die dreiste Art des Gegenübers mit „Chutzpe“ ganze Paralleluniversen zu erfinden, in denen der Regen nach oben fällt, Schimpansen Menschenrechte haben, Nazis aber nicht und Dinge nichts mit sich selbst zu tun haben, unseren Kameraden sprachlos machen oder wütend oder frustriert.

Schon lange wollte ich einmal alle fiesen rhetorischen Tricks, die mir so einfallen, auflisten. Erstes Ziel ist natürlich, dass wir diese Tricks in der Rhetorik des anderen erkennen und dann als solche benennen können. Zweites Ziel ist, sich in den richtigen Situationen auch des ein oder anderen Tricks zu bedienen, dort wo es nicht unehrenhaft ist oder die Situation erfordert.

Grundlegend ist Schopenhauers „eristrische Dialektik“, in welcher er die wichtigsten unehrlichen Argumentationsfiguren diskutiert. Ich werde die genaue Aufteilung und die Fachbegriffe, die man z.B. bei jewpedia ganz gut nachlesen kann, weglassen und mich stattdessen auf Anwendung und Begegnung der Scheinargumente konzentrieren.

Beliebt ist das Unterschieben von Thesen, indem entweder so getan wird, als hätte man mehr gesagt, als man hat oder Begriffsunklarheiten ausgenutzt werden oder eine relative Behauptung verabsolutiert wird.

Beispiele:

„Die weiße Rasse ist die beste auf dem Planeten!“

Erweiterung: „Du willst alle anderen Rassen versklaven oder vernichten!“

Natürlich folgt aus der Bevorzugung des Eigenen nicht, dass man alle anderen vernichten möchte, aber es wird so getan.

„Wir sollten möglichst alle nichteuropäischen Ausländer aus Europa rausschmeißen.“

Verabsolutierung: „Und dann kann kein Chinsese mehr hier studieren und kein Schweder mehr durchreisen?!“

Gerne werden auch Behauptungen, die harmlos erscheinen, eingestreut und wenn man diese dann zugegeben hat, werden erst die Schlüsse gezogen.

Beispiel: Jeder gibt gerne zu, dass sich auch irgendwo ein netter Ausländer finden lässt. Hat er das dann zugestanden, wird dies als Argument gegen Rückführung genommen (hier kommt der Fehlschluss hinzu, dass ein Türke, mag er noch so toll und nett sein, dadurch kein Bleiberecht erhält).

Beliebt ist auch das „sokratische“ Fragespiel, bei dem so lange Fragen gestellt werden, bis man sich in Widersprüche verwickelt oder absichtlich so gefragt wird, dass man einer Scheinbehauptung zustimmt, welche dann wiederum als Stütze für die gegnerische Argumentation genommen wird.

Immer wenn ein Gegner in schneller Reihenfolge komplizierte Fragen stellt und erwartet, dass man möglichst schnell darauf antwortet, sollte man misstrauisch werden. Man kann diesem Spiel nur begegnen, indem man seinerseits keine kurzen Antworten gibt, sondern mit langen Ausführungen reagiert, welche vom Thema abweichen. Der Gegner wird einem dann – zu Recht – vorwerfen, man schwafele herum und beantworte seine Fragen nicht. Wenn man sich nun auf das Spiel eingelassen hat muss man seinerseits behaupten, man hätte die Frage doch beantwortet und wolle noch einmal versuchen es deutlicher zu sagen, gefolgt von einem weiteren Monolog, der die Frage nicht direkt beantwortet.

Mit Euphemismen und Dyseuphemismen arbeitet der Gegner besonders gerne. Alles, was er tut, ist philanthropisch, politisch korrekt, für die Mönschönröchte, etc. und alles was wir tun ist hasserfüllter Hasshasshass. Man muss dem begegnen, indem man aufdeckt, was der Euphemismus verbergen soll: Wen sie Freiheitskämpfer nennen, der ist ein Terrorist und wen sie Terrorist nennen, der ist ein Freiheitskämpfer. „Oversea-contingency-opearations“ sind Kriege, „Nazis“ sind Menschen, die sich die eigene Ausrottung nicht gefallen lassen, „Aktivisten“ sind Stadtguerillatruppen und die Antifa hat natürlich nur „Zusammenstöße“, während Pegida „gewalttätige Ausschreitungen“ begeht.

Schön ist auch das „kleinere Übel“, ein Scheinargument, bei dem die Alternative als so schlecht dargestellt wird, dass die eigene Position, sei sie auch noch so blöde, angenommen werden muss.

„Natürlich läuft in der Demokratie nicht alles gut, aber wenn wir das System infrage stellen, dann sind es nur noch wenige Schritte bis zu Weltkrieg und Holocaust.“ Es lässt sich nahezu jede schlechte Auswirkung von Multikulti, jedes Verbrechen der „Eliten“ mit der Nazikeule kleinreden, weil egal wie korrupt und verlogen sie sind, immerhin sind sie alles, was zwischen uns und einer Wiederkehr des absolut Bösen steht, was ja niemand wollen kann.

Schließlich kann man auch einfach behaupten, man habe Recht, obwohl das gar nicht stimmt. Wir kennen das von diversen Orientalen. Statt auf Recht setzen sie auf Macht. Sie behaupten einfach irgendeinen absurden Scheiß und hoffen, dass der Gegner zu eingeschüchtert ist, um zu widersprechen. Tut er es doch, kann man ja immer noch das Opfergeheul anstimmen…

Dann gibt es allerlei Spitzfindigkeiten, die sich als „ad hominem“ Argumente zusammenfassen lassen, wie den Gegner unglaubwürdig machen, indem man etwas, das er früher gesagt hat, als falsch präsentiert, seinen Charakter infrage stellt oder ihm Behauptungen unterschiebt. Gerne wird der Gegner auch so gereizt, dass er anfängt zu übertreiben oder sich in Widersprüche verwickelt. Immer dort, wo man in einer Debatte emotional reagiert, wird der Gegner sich an genau diesem Punkt festbeißen, weil er dort eine argumentative Schwäche oder einen anders gelagerten „wunden Punkt“ vermutet. Man sollte sich daher bemühen, seine Gefühle in einer Debatte nicht zu zeigen, sondern umgekehrt bewusst Emotionen dort in die Ansprache zu legen, wo man es für wichtig hält.

Alle Nazivorwürfe und dergleichen gehören in diese Kategorie. Auch die Figur zu sticheln, man habe da wohl einen wunden Punkt erwischt, wenn man sich keine Beleidigungen gefallen lässt, gehört dazu. Das kennen wir insbesondere von unseren Insektenfreunden. Erst wird „ad hominem“ geschossen und wenn man sich dann dagegen verwehrt, kann man „keine Kritik vertragen“ und wenn man zurückschießt ist man selbst das „hysterische Weibsbild“, das nur „ad hominem“ könne.

Generell gilt, dass der Gegner immer dann eine Ablenkungsdebatte anfangen wird, wenn er befürchtet, dass man mit dem momentanen Gegenstand punkten könne, z.B. auf die allgemein bekannte Kriminalitätsproblematik bei jungen Orientalen die vorbildlichen Führungszeugnisse von Chinesen oder Juden anführen.

Gerne wird sich auch auf Autoritäten berufen („Freud (Marx. Derrida, Lacan, werauchimmer) hat gesagt…“), wobei die Aussagen der Autorität auch gerne verdreht oder komplett fehlgedeutet werden – hauptsache irgendein wichtiger Mensch stützt meine Position!

Umgekehrt kann man dem Gegner auch einfach vorwerfen, er rede Unsinn, das wäre unverständlich oder passe überhaupt nicht in ein anständiges Weltbild. Das erleben wir immer wieder von „Normalos“, die auf unsere Art zu sprechen allergisch reagieren. Ein Kommentator fand mal das Wort „Vermischung“ an sich so anstößig, dass ihm das reichte, uns als urböse wahrzunehmen.

Das ist der Hauptzweck der politischen Korrektheit. Durch das Verbot direkter Benennung von Dingen und die Gewöhnung an „höfliche“ Umschreibungen wird irgendwann das Sagen der Wahrheit selbst als obszön empfunden!

Gerne wird auch eingestanden, theoretisch könne stimmen, was der Gegner sagt, aber umsetzen ließe sich das nicht. Damit soll dann die Debatte vom Tisch sein. Dagegen kann man sich nur wehren, indem man sagt, nur weil etwas real nicht umsetzbar ist, heißt das noch nicht, dass das Gegenteil wünschenswert ist.

Schließlich gibt es noch den Gegenvorwurf und die Komplexhexerei. Der Gegenvorwurf ist jedem verheirateten Mann bekannt, der es schon einmal gewagt hat, seine Frau in irgendeinem Aspekt ihres Lebens zu kritisieren. In der politischen Debatte wird der Gegenvorwurf vor allem genutzt, um das Entlarven von Scheinargumenten zu verhindern („das machst du doch genauso“). Die Komplexhexerei schließlich ist die Einschüchterung des unsicheren Lesers durch unnöitge Verkomplizierung eines Sachverhaltes („Polykausalismus“).

Gegen all die Scheinargumente kann man sich nur wehren, indem man sie als solche entlarvt, was die Debatte für die Zuschauer schnell langweilig machen, den Gegner aber auch, wenn man es richtig macht, genial entlarven kann. Am Besten belässt man es nicht bei der Entlarvung, sondern schießt direkt passende Gegenargumente hinterher.

Fiktive Diskussion 1: Der Ehrliche gegen den Manipulateur

E: Ich möchte mich heute gegen das hier geplante Flüchtlingsheim aussprechen. Wir haben in unserem Viertel schon genug Probleme mit den ansässigen Banden und Drogenhändlern, man traut sich ja kaum noch auf die Straße.

M: Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung! Die Flüchtlinge sind keineswegs alle kriminell!

E: Aber viele von ihnen schon.

M: Das ist rassistisch!

E: Ich bin kein Rassist!

M: Aber Sie haben gesagt, alle Flüchtlinge wären kriminell und das ist rassistisch! Sie sind wahrscheinlich auch der Ansicht, man sollte Juden kennzeichnen und…

E: Ich habe überhaupt nichts gegen Juden!

M: Das haben sie 1933 auch behauptet und wir alle wissen, was dann passierte. Sie empfinden sicherlich auch die muslimischen Mitbürger als Problem?

E: Na ja, wenn sie Kopftücher tragen und sich nicht integrieren…

M: Was heißt denn schon „Integration“? Und überhaupt, das mit den Kopftuchmädchen hat schon Sarrazin gesagt und der ist ja als Rassist entlarvt worden.

E: Äh…

M: Und die Polen und Tschechen und Russen sind für Sie auch Untermenschen?!

E: Ich habe nie…

M: Sie wollen am liebsten alle, die Ihnen nicht „deutsch“ genug sind in die Gaskammer stecken, nicht wahr?! Außerdem, wer sind Sie denn überhaupt? Ihr Schwager war von 1985-87 in der NPD tätig, das sagt doch alles über Sie. Und überhaupt, wenn Sie gegen Flüchtlinge sind, dann müssen Sie auch gegen Jesus sein, weil Maria und Josef waren auch Flüchtlinge!

E: Äh…

(…)

Wir sehen hier eine aggressive, unzusammenhängende und unsachliche Diskussion durch „M“, auf die ein Diskutant, der Argumente austauschen wollte, einfach keine Antwort haben kann. Gleich zu Anfang unterschiebt „M“ hier eine These, die er als rassistisch benennt, die E so aber gar nicht gesagt hat. Dann kommt das „name calling“ („Sie Rassist!) und schnell wird eine Erweiterung vorgenommen, indem behauptet wird, der Gegner sei auch Antisemit. Das Abstreiten wird mit der Figur (die oben gar nicht vorkam) quittiert, dass man „damals“ ja auch abgestritten hätte, antisemitisch zu sein. Um zu verdecken, dass dieses Argument sehr schwach ist, wird schnell das Thema gewechselt und nach den Muslimen gefragt. Dann wird der Begriff „Integration“ problematisierend in die Luft gestellt ohne ihn weiter zu behandeln und auf die Negativautorität Sarrazin Bezug genommen (merke: egal, wie schön jemand ein Argument formuliert, es findet sich immer irgendein NS- Scherge oder gegenwärtiger Bösewicht, der was ähnliches gesagt hat). Nun ein wenig „Nazikeule“ von allen Seiten, so dass sich im Publikum fest verdrahtet hat, dass wer gegen ein Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft ist, eigentlich mit Mengele gleichzusetzen ist. Zuletzt noch der „ad hominem“, indem irgendein Verwandter ausgegraben wird, der irgendwann mal in einer rechten Partei war und zuletzt die völlig falsche Behauptung, das heilige Paar hätte auch Flüchtlingsstatus genossen (stimmt nicht, die waren in Bethlehem wegen der Volkszählung), so dass auch noch schön hängenbleibt, nicht der Manipulateur, sondern der Ehrliche sei ein Antichrist.

Die Techniken sind zur Verdeutlichung leicht überzeichnet – leider wirklich nur leicht, denn genau auf diesem Niveau bewegen sich die Manipulateure.

Wie kann man dem nun entkommen?

Fiktive Diskussion 2: Der Manipulateur gegen den Schlauen

S: Ich möchte mich heute gegen das hier geplante Flüchtlingsheim aussprechen. Wir haben in unserem Viertel schon genug Probleme mit den ansässigen Banden und Drogenhändlern, man traut sich ja kaum noch auf die Straße.

M: Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung! Die Flüchtlinge sind keineswegs alle kriminell!

S: Das habe ich ja auch nicht gesagt. Ich sagte wir haben schon genug Probleme und ich weiß nicht, wie wir diesem Strom von Menschen begegnen sollen.

M: Aber wir müssen denen doch helfen, die haben doch ein Recht zu leben!

S: Und meine Kinder nicht?

M: Natürlich dürfen Ihre Kinder auch leben, wir alle leben zusammen in einer tollen Gummibärchen Multikultur.

S: Warum sollte hier das klappen, was z.B. in Brasilien oder vielen afrikanischen Ländern überhaupt nicht funktioniert? Warum sollen die europäischen Länder Millionen muslimischer Flüchtlinge aufnehmen, die von ihrer Sprache und Kultur her doch viel besser in arabische Länder integrierbar wären?

M: Integration ist keine Leistung des Ankommenden, sondern auch des Aufnehmenden.

S: Und wir haben in den letzten Jahren Weiß- Gott gezeigt wie gastfreundlich wir sein können. Aber mittlerweile sind wir bei ganz anderen Dimensionen, hier geht es um die Frage, was passiert, wenn wir im eigenen Land zur Minderheit werden.

M: Ach was, von wegen „Überfremdung“, das stimmt doch alles nicht.

S: Wenn man sich die Zahlen anschaut…

M: Ja, aber das ist doch gut so! Rein und arisch hatten wir schonmal, hat nicht funktioniert. Ein bisschen Mokka in die Einheitsmilch, genetische Vielfalt, tralalila!

S: Ein bisschen Mokka bedeutet aber für uns, dass wir als Volk zu existieren aufhören, dass wir unsere ethnische Einzigartigkeit verlieren. Und diese ist nach dem Völkerrecht geschützt. Ich höre niemanden schreien, die Japaner müssten mehr Afrikaner aufnehmen oder die Aborigines sollten sich mit Europäern vermischen.

M: Ja, aber die Wilden… äh, die Naturvölker haben sich ja auch nicht mit so einer schrecklichen Schuld beladen. Der Holocaust, die Sklaverei und überhaupt…

S: Wollen Sie sagen, weil unsere Ahnen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, hätten wir kein Recht zu existieren?

M: Nein, natürlich nicht, ich wollte nur sagen, dass wir uns weiter entwickelt haben und kosmopolitisch geworden sind. Wir sind doch alle voll tolerant und gut drauf und so.

S: Und die anderen Völker sind nicht so entwickelt wie wir und dürfen daher ihre ethnische Einzigartigkeit erhalten? Das finde ich rassistisch!

M: Nein, Sie verstehen mich falsch, so etwas wie Völker gibt es doch gar nicht, das ist nur ein soziales Konstrukt.

S: Also sind wir schuldig und gezwungen Flüchtlinge aufzunehmen – aufgrund eines sozialen Konstruktes? Und wenn ein Türke einen deutschen Pass kriegt, dann gehört er doch zu diesem „sozialen Konstrukt“ und muss sich dann auch schämen und kosmopolitisch sein und seine Identität aufgeben?

M: Ja, so ungefähr…

(…)

Wir sehen hier, dass der Manipulateur schnell in die Enge getrieben werden kann, wenn man ihn dazu zwingt, sein eigenes Weltbild zu explizieren, statt das des Gegners auseinanderzunehmen. Das antirassistische Weltbild ist voller Widersprüche, die man nur benennen muss und der Manipulateur hat keine Chance als sich entweder in diesen Widersprüchen zu verstricken oder, so wie es klügere Manipulateure tun (der im Beispiel ist rhetorisch nicht sehr gewandt), er muss versuchen das Thema zu wechseln oder wieder auf die ad hominem Ebene zu gehen, was man dann wiederum gut abwehren kann. Generell gilt: Reine Defensive reicht nicht, man muss immer in der Offensive bleiben und wenn man in eine Verteidigungshaltung gedrängt wird, sofort wieder zuschlagen. Wer sich erklärt, distanziert oder entschuldigt wird als Verlierer der Diskussion wahrgenommen. Wir sehen hier, dass man Tricks am Besten als solche benennt („das habe ich gar nicht gesagt!“). Zwar machen sie es in der Realität geschickter als im Beispiel, aber auch die echten Manipulateure werden, wenn sie an einer Front nicht weiterkommen, schlicht das Schlachtfeld oder gleich die Waffengattung verändern und z.B. von der Behauptung, es gäbe gar keine Überfremdung zu der Behauptung, wir seien schon so multikulturalisiert, dass wir gar nichts mehr dagegen machen können, springen. Sie sind sich dabei gar nicht mal bewusst, dass sie sich in einen Widerspruch verwickeln, weil es ihnen in dem Gespräch ja gar nicht um das Finden der Wahrheit, sondern nur um politische Agitation geht, d.h. egal, was der Gegner sagt, es muss falsch sein. Das kann man herrlich ausnutzen, um wie im Beispiel die Widersprüche und damit die unsachliche Argumentation aufzudecken.

Zuletzt noch eine Warnung: Viele Manipulateure werden versuchen einen zu Aussagen zu bewegen, die sie als rassistisch, antisemitisch oder hasserfüllt deuten können und zwar nicht (nur) mit der Absicht, dies ihrem Gegner vorzuwerfen, sondern (vor allem) mit dem Ziel, den Gedankenverbrecher später zu denunzieren. Wer also im offenen Raum (z.B. Pegida) diskutiert, sollte alle Themen, die von § 130 StGB berührt werden, meiden wie der Teufel das Weihwasser. Man sollte sich aber auch nicht dahin dressieren lassen, jedes Mal langwierig abzustreiten, dass man was in diese Richtung gesagt hätte, dann kommt man schnell aus der Defensive gar nicht mehr heraus. Besser ist es da, wie im Beispiel gezeigt, den Spieß umzudrehen und so zu tun als empfinde man das, was der Gegner sagt, als politisch inkorrekt.

Sie werden immer versuchen uns als Monster darzustellen, deren Ansichten so weit ab von aller Vernunft und allem Volksempfinden sind, dass man uns nur noch auf den Scheiterhaufen stecken kann. In Wahrheit ist es genau umgekehrt: Wir sprechen das aus, was die meisten denken.

Ich möchte auch noch einmal daran erinnern, dass man immer wissen muss, wen man überzeugen will. Den Manipulateur und seine Gutmenschenherde wird man nicht überzeugen, man spricht immer zum Unentschlossen, zum Dritten, zum Zuhörer einer Diskussion. Ein Gespräch ohne ein solches Publikum ist daher generell zu vermeiden. Hat man Publikum, muss man wissen, wie weit man gehen kann, damit der Diskurs „anschlussfähig“ ist. Normale Bürgerliche sind stark konditioniert und werden mit Begriffen wie z.B. Weiße Rasse oder Volksgemeinschaft „getriggert.“ Natürlich ist es sinnvoll, den ein oder anderen Trigger als solchen zu entlarven und z.B. genüsslich einen „Muselmanen“ oder „Neger“ fallen zu lassen und die empörte Reaktion darauf lächerlich zu machen. Das muss aber – je nach Publikum – in der richtigen Dosis stattfinden.

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Vgl. auch:

Der Neandertaler im Spiegel

Rhetorik Reihe

Tipps und Tricks

 

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(Gefunden: hier)

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