Straw Dogs (Filmrezension)

strawdogs

Eine Filmrezension von Alex Kurtagic, übersetzt von Deep Roots

Das Original wure am 18. Juli 2010 bei Counter-Currents Publishing veröffentlicht:

http://www.counter-currents.com/2010/07/straw-dogs/

Ich habe in früheren Artikeln wie auch in meinem dystopischen Roman “Mister” darauf hingewiesen, daß – je länger wir unsere Feinde so weitermachen lassen, wie sie es tun – umso härtere Maßnahmen nötig sein werden, um uns aus der gegenwärtigen Sauerei herauszuziehen.

Dies ist keine tiefschürfende Einsicht; es ist etwas, das jeder Schuljunge auf dem Spielplatz lernt. Wenn man eine Herausforderung ohne machtvolle Erwiderung durchgehen läßt, wird der Herausforderer sofort dazu ermutigt, ein Programm eskalierender Übergriffe zu starten. Je größer die Übergriffe, desto stärker der Gegenschlag, der nötig ist, um sie zu beenden. Nach einer Weile wird das Ausmaß der für die Wiederherstellung des Friedens nötigen Vergeltung so zerstörerisch, daß der Sieg über den Feind letztlich zu einem Pyrrhussieg wird. Es ist daher immer vorzuziehen, die erste Herausforderung sehr ernst zu nehmen und machtvoll oder sogar unverhältnismäßig zu erwidern, statt sie zu ignorieren oder im Versuch der Friedensbewahrung durchgehen zu lassen.

Vielleicht ist kein Film eine bessere Metapher dafür als der kontroversielle Psychothriller „Straw Dogs“ von 1971. Entstanden unter der Regie von Sam Peckinpah und mit Dustin Hoffman und Susan George in den Hauptrollen, ist dies die Geschichte eines jungen Paares – David Sumner, ein schüchterner amerikanischer Mathematiker, und Amy, seine eher kindliche Frau aus Cornwall – das auf eine Farm in einem kleinen Dorf in Cornwall zieht und schnell in Schwierigkeiten mit den Einheimischen gerät.

Nachdem er vier Arbeiter angeheuert hat, um sein Garagendach fertigzustellen, vertieft David sich in seine Arbeit, und Amy, die sich langweilt und nach Aufmerksamkeit sehnt, beginnt mit den Männern zu flirten – einer davon ist Charlie, der früher einmal etwas mit Amy gehabt hat. David hatte gegen Anfang des Films eine Statusherausforderung erlebt (siehe weiter unten), sich aber dazu entschieden, sie zu ignorieren, und damit müßiges Gerede und einen zunehmenden Autoritätsverlust gegenüber den Arbeitern ausgelöst.

Eines Abends findet David die Katze des Paares tot auf, am Hals in ihrem Schrank aufgehängt. Amy behauptet, daß die Arbeiter das als Provokation getan hätten, um zu beweisen, daß sie in sein Schlafzimmer gelangen könnten. David ist jedoch ein Feigling und hat nicht den Nerv, den Arbeitern entgegenzutreten. Stattdessen versucht er, ihre Freundschaft zu gewinnen, und lädt sie auf ein Bier ein. Amy ist entsetzt, aber David wendet ein, daß er sie “überraschen“ will. Sie läßt sich jedoch nicht täuschen, und als David wie erwartet die Katze nicht erwähnt, verliert sie sichtlich ihren Respekt für ihrem Mann.

Die Arbeiter schlagen vor, daß David mit ihnen auf Entenjagd geht, und David willigt ein, aber am vereinbarten Tag lassen die Arbeiter ihn auf einem einsamen Moor zurück, nachdem sie ihm versprochen haben, Enten in seine Richtung zu treiben. Charlie geht dann zurück zum Haus der Sumners und vergewaltigt Amy, die nach etwas Widerstand bald die Notzucht zu genießen scheint. Gegen deren Ende hin taucht jedoch ein weiterer Arbeiter auf und zwingt Charlie mit vorgehaltener Waffe, Amy niederzuhalten, während er sie seinerseits vergewaltigt.

Nachdem er mehrere Stunden wie ein Idiot im Moor herumgestanden ist, erkennt David schließlich, daß er reingelegt worden ist, und beschließt, zur Farm zurückzumarschieren. Als er dort ankommt, ist es dunkel, und er findet seine Frau im Bett vor, zerzaust und verschlossen; sie erzählt ihm nichts von der Vergewaltigung. David erzählt seiner Frau, wie die Arbeiter ihn reingelegt hatten, ist dabei aber belehrend — wie er es ihr gegenüber immer ist — und sieht dabei noch mehr wie ein Narr aus; Amy tadelt ihn wegen seiner Feigheit und weil er die Arbeiter nicht wegen der Katze zur Rede gestellt hat. Ganz seiner Art entsprechend, wirft David Amy jedoch vor, ihn zu ‘drängen’.

Am folgenden Tag feuert David die Arbeiter, aber selbst dabei ist er nervös und zaghaft. Später nehmen David und Amy an einem Gottesdienst in der Kirche teil. Amy wird vom Trauma der Vergewaltigung verfolgt, und David, der ihr Unbehagen bemerkt (aber immer noch nichts von dessen Ursache weiß) schlägt vor, daß sie vorzeitig gehen.

Das tun sie, aber es ist eine neblige Nacht, und auf der Fahrt nach Hause treffen sie auf den Dorftrottel Henry Niles. David nimmt ihn mit zur Farm. Er kann telefonisch niemanden um Hilfe erreichen, ruft jedoch schließlich das Pub im Dorf an, dessen Betreiber er eine Nachricht hinterläßt.

Dies stellt sich jedoch als Fehler heraus, denn Niles war früher am Abend mit Janice Hedden verschwunden, einem Mädchen aus dem Dorf, das später tot aufgefunden wurde: der Vater des Mädchens, Bobbie, ein arbeitsloser Säufer und Onkel von Charlie, war zur Zeit von Davids Telefonat auf Blut aus. Als er erfährt, daß Niles auf der Farm der Sumners ist, beschließen er und die Arbeiter, einschließlich der beiden, die Amy vergewaltigt hatten, dorthin zu fahren.

Alle zusammen betrunken, pochen sie an die Haustür der Sumners und fangen an, Fenster einzuschlagen. David weigert sich trotz der Proteste seiner Frau, ihnen Niles auszuliefern, und entscheidet, daß das eine Sache des Prinzips sei. Die Gewalt eskaliert, bis der örtliche Amtsrichter erscheint; letzterer wird jedoch von Janices Vater erschossen. An diesem Punkt, als sie erkennen, daß es keinen Weg zurück gibt, geben die Arbeiter jede Zurückhaltung auf und beginnen eine gewaltsame Belagerung. David versucht, sein Heim zu verteidigen, aber schließlich werden die Abwehrmaßnahmen durchbrochen, und einige der Arbeiter verschaffen sich Zutritt ins Haus. David tötet jedoch einen nach dem anderen. Die letzte Szene zeigt, wie David lächelnd Niles zurück ins Dorf fährt.

Der Film war als Untersuchung der Gewalt gedacht, und Dustin Hoffman soll eingewilligt haben, David Sumner zu spielen, weil er von der Idee eines Pazifisten fasziniert war, der sich seiner Fähigkeit zur Gewalt nicht bewußt ist.

Ich jedoch sehe den Film als Untersuchung des Pazifismus, und ich glaube, daß David Sumner recht gut illustriert, wie blöd wir für unsere rassischen Konkurrenten aussehen müssen, wenn wir angesichts ihrer Übergriffe stumm bleiben und Begründungen suchen für das Tolerieren endloser erzwungener Zugeständnisse und Erniedrigungen. Für sie sind wir David Sumner; für uns sind sie die betrunkenen Dörfler.

Die Dörfler sind grob, ungehobelt, viril, hart, clanorientiert und bedrohlich; sie tragen Wellington-Stiefel und grobe Kleidung; sie verkörpern niedere Gerissenheit, Exzess, niedrige Instinkte und manuelle Arbeit. David Sumner ist geschliffen, höflich, feminin, weich, individualistisch und physisch unbedeutend; er trägt Stoffschuhe, Baumwolle und Wolle; er verkörpert Intelligenz, Pazifismus, Mäßigung, hohe Prinzipien und geistige Arbeit.

Die traurige Moral des Films ist die, daß niedere Gerissenheit und rohe Gewalt tendenziell eine wirksame Strategie zur Ressourcenaneignung ist. Es ist auch sicherlich eine universale Strategie, die vom Großteil der Menschheit bevorzugt wird. Und selbst wenn David am Ende siegreich hervorgeht, müssen wir daran denken, was er verloren hat: seine Katze ist getötet worden, seine Frau ist vergewaltigt worden, sein Heim verwüstet, sein Friede gestohlen, und jeder gute Wille, den er noch unter den Dorfleuten genossen haben mag, ist völlig aufgebraucht. Man kann vernünftigerweise annehmen, daß er wegziehen wird müssen und wegen der Männer, die er getötet hat, vor Gericht kommen wird — er könnte sogar für einen oder alle dieser Todesfälle verurteilt werden, und seine Frau könnte ihn am Ende verlassen.

Trotz seiner Intelligenz, seiner hohen Prinzipien und seines guten Willens sind die bösen, faulen, betrunkenen und dummen Arbeiter unbeeindruckt und schaffen es, ihm alles wegzunehmen – alles, einschließlich seines Selbstverständnisses, denn durch seinen schlußendlichen Rückgriff auf Schlächterei gibt er den Intellektualismus, Pazifismus und die hohen Prinzipien auf, durch die er sich selbst zu defnieren strebte. Gut, die Arbeiter verlieren ihr Leben, aber was kümmert es sie? Ihre Leben schienen sowieso ziemlich nutzlos zu sein, und sie sind tot, sodaß sie unter ihrem Verlust nicht leiden.

Es gibt eine Anzahl entscheidender Punkte in diesem Film, die es wert sind, festgehalten zu werden:

Während Charlie Amy vergewaltigt, sieht man, wie sie von seiner offensichtlichen Maskulinität verzaubert wird, und sie läßt sich dementsprechend dominieren. Diese Szene war zu der Zeit kontroversiell und hatte Verbote und Schnitte zur Folge. Und doch ist es wahrscheinlich eine der lehrreichsten Szenen. Es gibt keinen Zweifel, daß sie in Charlie das wiederentdeckt, was ihrem Mann fehlt; wenn auch nur momentan, sind es ihre aufsteigende Verachtung für und Zorn auf ihren Mann wegen seines rückgratlosen Verhaltens, die sie dazu bringen, nur schwachen Widerstand zu leisten und schließlich dahinzuschmelzen und Charlies Usurpation anzunehmen.

Und trotz der zweiten Vergewaltigung durch einen von Charlies Freunden, der auch ein Komplize von Charlie ist, zeigen die beiden Männer in weiterer Folge weder Reue noch Besorgnis über die Möglichkeit, daß David es herausfindet. Es scheint ihnen für den Rest des Films nicht einmal in den Sinn zu kommen. Während dessen gesamter Dauer, vor und nach der Vergewaltigung, bleiben die Arbeiter geschlossen und wahren eine geeinte Front; im Gegensatz dazu sind die Sumners geteilt: sie untergraben einander, sie stichelt gegen ihn, er ignoriert sie, sie ist kleinlich, er ist belehrend; sie tadelt ihn, er nimmt sie nicht ernst; kurz, es gelingt ihnen nicht, als Einheit zu handeln — sich aufeinander abzustimmen, einander zu ergänzen und Synergie zu erreichen — was einer der Schlüssel zu einer soliden Ehe ist.

Obwohl Amys Zorn durch den Vorfall mit der Katze ausgelöst wurde, werden Davids Schwäche und die Risse in ihrer Ehe, die ihr bis zu diesem Punkt nicht ersichtlich sind, viel früher offenbart, während der Einführungsszenen des Films. Dieser beginnt in Amys Geburtsort in Cornwall. Sie ist offensichtlich fort gewesen, bei David in Amerika, und ist gerade erst zurückgekehrt; David hat ein Forschungsstipendium erhalten, und die naheliegende Farm soll als Rückzugsort dienen.

Amy begegnet Charlie, während David das Auto der Sumners mit Lebensmitteln belädt, und Amy und Charlie nehmen eine Konversation auf. Sie versucht, mit ihrem Ehemann anzugeben und erzählt Charlie von seinen Forschungen. Aber sie erklärt sie nicht genau, und David macht eine belehrende und geringschätzige Bemerkung.

Dies ist Fehler Nummer eins: ein verheirateter Mann sollte seine Frau nie vor Dritten unterminieren; nur ein Feigling würde das einer liebenden Frau antun, und nur ein Mann, der nicht daran interessiert ist, seine Frau zu behalten, würde auf die Art andere dazu einladen, sie ihm zu stehlen.

Dann, als David erfährt, daß Charlie arbeitslos ist, beschließt er, ihn anzuheuern, da der Arbeiter, den er zuvor zur Herstellung seines Garagendaches angeheuert hat, zu lang brauchte. David fragt nach einer Kostenschätzung, aber Charlie sagt einfach ‘Vernünftig,’ eine unspezifische Antwort, die David akzeptiert.

Fehler Nummer zwei: wenn es um dein Geld geht, verlangst du immer präzise Antworten; du stellst immer klar, wer der Boss ist.

David geht dann in den nahen Pub, um eine Packung Zigaretten zu kaufen. Bobbie Hedden, an der Bar zusammengekauert und betrunken, bemerkt, wie David hereinkommt, und sein Gesichtsausdruck zeigt verächtlichen Abscheu beim Anblick von Davids unmännlichen Schuhen; David, der das nicht wahrnimmt, wirkt sofort schwach in dem harten Arbeiterpub und steht mit großen Augen da, während er sich schneuzt. Bis er sich zur Bar begibt und seine Zigaretten bestellt — anscheinend die falsche Sorte, soweit es die Einheimischen betrifft — hat er sich bereits nicht nur als Außenseiter kenntlich gemacht, sondern auch als Beute: er spricht leise und unsicher und wird dementsprechend vom Barmann ignoriert.

Fehler Nummer drei: in einem harten Umfeld gelten harte Präsentationstaktiken; in dem Moment, wo der Neuankömmling die Szene betritt, steht er unter Beobachtung, und männliche Beobachter beginnen seine Position in der Machthierarchie festzustellen; es ist wichtig, selbstsicher und unzweideutig eine bestimmende Position einzunehmen und Herausforderer abzuschrecken, bevor sie sich heranwagen.

David geht dann zum Fenster und sieht, wie Charlie seine Hand um den Hals seiner Frau legt, in einer besitzergreifenden Geste männlicher Anspruchserhebung. Charlie probiert es aus, im Versuch, eine alte romantische Flamme wiederzubeleben. David beobachtet die Szene, sagt nichts und tut nichts; daher liegt es bei Amy, Charlie abzuweisen, was sie auch tut. Charlie weicht zurück, als David zurückkehrt. Trotz dem, was er gerade gesehen hat, bleibt sein Verhalten jedoch gefällig.

Fehler Nummer vier: erklärt sich von selbst.

Wir sehen also, daß die gespielte Höflichkeit von Charlie und seiner Arbeiter und in weiterer Folge ihre eskalierenden Übertretungen sehr subtile und flüchtige Ausgangspunkte haben. David, ein klassischer introvertierter, intellektueller Typ, mißt dem wenig Bedeutung bei, was ich hier ‘Primatenpolitik’ nennen möchte. Er hat wahrscheinlich niemals überhaupt darüber nachgedacht.

Vielleicht liegt das daran, daß David in einem verfeinerten Umfeld aufgewachsen ist und darin gelebt hat, in dem die anderen Leute ziemlich wie er waren, und wo er daher ein behütetes Leben geführt hat. Infolgedessen, bei sehr schwachen offensiven und defensiven Instinken, bleiben Machtmomente und Statusherausforderungen entweder unbemerkt oder unerkannt, wobei die Macht- und Statusgewinne unweigerlich an den Herausforderer gehen.

Das ist ziemlich analog der Position europäischstämmiger Völker im Verhältnis zu der ständig wachsenden Präsenz und zu den ständig eskalierenden Herausforderungen von Einwanderern aus der Dritten Welt in Europa und der ganzen englischsprachigen Welt.

Es heißt, daß der europäische Mensch das Produkt evolutionärer Umweltdruckfaktoren ist, die in einer relativen geographischen Isolation auftraten und daher abseits intensiver ethnischer und rassischer Konkurrenz. In dieser Umwelt, statt unter konkurrierenden menschlichen Kollektiven, die die Hauptquelle von Herausforderungen stellen, erscheinen Gruppenstrategien, die auf den Umgang mit Konkurrenz seitens letzterer abzielen, nicht so wichtig gewesen zu sein wie solche zur Bewältigung ersterer: es könnte sein, daß für den europäischen Menschen intelligente Kooperation statt gerissener Konkurrenz sich als bessere Anpassung erwiesen hat und in weiterer Konsequenz jeder angeborene Ethnozentrismus geschwächt oder rezessiv wurde.

Sei es wie es sei, es ist klar, daß der moderne europäische Mensch sich unwissentlich schon vor langer Zeit als Beute gekennzeichnet hat, und daß er das weiterhin tut, weil er wie David in dem Film an eine psychologische — und vielleicht sogar physiologische — Barriere stößt, wenn er vor der Notwendigkeit steht, die evolutionsgeprägten Neigungen seines Temperaments zu überwinden, die einst eine gute Anpassung waren, aber in der veränderten menschlichen Ökologie der traditionellen Heimatländer der Weißen zu Fehlanpassungen geworden sind.

Abgesehen von dem, was ich am Anfang dieser Rezension umrissen habe, ist eine entscheidende Lektion des Films die Wichtigkeit dessen, aufmerksam zu sein, wachsam zu bleiben und sogar Ausschau zu halten nach diesen subtilen Machtmomenten, die in einem Augenblick ablaufen, lange bevor eine sichtbare, greifbare Herausforderung stattfindet. Bevor die gegenwärtigen negativen Trends begründet wurden, gab es reichlich Gelegenheiten, schon ihren Ursprung zu verhindern — aber wir haben sie nicht bemerkt, und als wir sie bemerkten, haben wir nicht danach gehandelt, jedes Mal im Glauben, daß es nur ein geringfügiger Vorfall sei, der den Ärger und die Unerfreulichkeiten nicht wert sei, wenn man einen Wirbel darum machen würde. Selbst die kleinsten Übertretungen müssen sehr ernst genommen werden, und die Vergeltung muß schnell und überwältigend kommen.

Straw Dogs ist ein glänzend gemachter Film, und sowohl die Innen- wie auch die Außenaufnahmen sind höchst bewegend, manchmal wegen ihres bukolischen Charmes, manchmal wegen ihrer natürlichen Schönheit, manchmal wegen ihrer kalten Grimmigkeit. Es ist auch ein Film, der das abgenutzte alte Stereotyp über die ländlichen und kleinstädtischen Weißen fortsetzt: die enggestrickte Dorfgemeinschaft wird hier in unverhohlen negativer Weise dargestellt, bis zu dem Punkt, wo die Dörfler quasi-animalistisch, nahezu deformiert und eindeutig unheimlich erscheinen.

Dies wird wahrscheinlich bei einem jüdischen Publikum Widerhall finden, nicht nur, weil das Dorf etwas ist, was man sich als den schlimmsten Alptraum jedes Juden vorstellt, sondern auch weil Dustin Hoffman in seiner Physiognomie so offensichtlich semitisch und – verkopft, bebrillt, schmächtig, städtisch und hochgeistig — ein ziemlich üblicher Heldentyp im jüdisch-amerikanischen Kino ist. (Sumners Seitenhieb gegen das Christentum an einer Stelle im Film trägt zu dieser Wahrnehmung bei.)

Aber für diejenigen, die die europäischen Dorfleute und den Charme des Lebens in einer engen, freundlichen ländlichen Gemeinschaft kennen und schätzen, ähneln die Dörfler in dem Film nicht den wirklichen in Cornwall, sondern unseren neuen nichteuropäischen Mitbürgern und Neuankömmlingen — auch wenn viele der letzteren weit hässlicher, weit gröber, weit lüsterner, weit primitiver, weit raubgieriger und viel schneller bereit zu bösartiger Gewalt sind.

Es funktioniert in diesem Fall, aber eine solche negative Darstellung der cornischen Dorfleute sollte gleichwohl beanstandet werden. Das Herzogtum Cornwall hätte den Filmemachern sofort eine Verleumdungsklage hinknallen sollen, und sei es nur, um ihnen eine Lektion zu erteilen.

Dies ist sicherlich ein starker und exzellenter Film, auch wenn er vor Jahrzehnten gemacht worden ist – und ein Muß wegen seines Bildungswertes.

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Anm. D. Ü.: Nachfolgend noch der Link zu César Torts Artikel „Fuck Eunuch Males!“, durch den ich auf Alex Kurtagics Rezension aufmerksam wurde: http://caesartort.blogspot.com/2010/07/fuck-eunuch-males.html

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