Wo geht Europa hin?

Europa 2067

Von Baron Bodissey; Original: Where is Europe Headed?, erschienen am 7. Mai 2008 auf Gates of Vienna.
Übersetzung: Lucifex (unter Verwendung des von Dunkler Phönix als Einleitung für diesen Artikel übersetzten Teils)

Archonix, einer unserer regelmäßigen Leser und Kommentatoren aus dem Vereinigten Königreich, erläutert im Kommentarstrang eines unserer gestrigen Artikel, warum die EU langfristig nicht funktionieren wird.

Er richtet seine Worte an einen anderen Kommentator [„The Poster Formerly Known as Gordon“; d. Ü.], der seine Gedanken so beschließt:

Die Fjordmans und DeWinters Europas müssen sich vom Nationalismus trennen und ein neues Europa akzeptieren, mit einer neuen föderalen EU-Struktur, mit Vertretern aus den einzelnen europäischen Staaten, die sowohl die europäische Union als auch eine europäische kulturelle und zivilisatorische Identität gegen Angriffe aus der islamischen Welt unterstützen.

Archonix erwidert (der Klarheit wegen leicht editiert):

Gordon, du schreibst im allgemeinen vernünftig, aber du hast dir selbst widersprochen:

Der Wille der europäischen Eliten kann ohne Rückgriff auf Kalaschnikows überwunden werden. Er kann überwunden werden durch Wahlen, die in einzelnen europäischen Nationen abgehalten werden

und:

das entscheidende Problem mit dem antimoslemischen politischen Lager in Europa, wie es von Fjordman in seinen Kolumnen hier verkörpert wird, ist, daß die Sache des Schutzes der westlichen und europäischen Zivilisation durch individuelle Nationalismen tödlich verseucht ist…

Wenn das Abstimmen in den nationalen Wahlen zur Reduktion oder Abschaffung der Macht der EU nicht „Nationalismus“ ist, dann weiß ich nicht, was Nationalismus ist.

Wir brauchen kein „föderales“ Europa oder irgendeine Art von politischer Union, um mit diesem Problem fertigzuwerden. Wir brauchen starke Grenzen. Wir brauchen Nationalismus, Patriotismus, Individualismus und das Recht, unsere Nationen zu verteidigen.

Ihr versteht die Geschichte Europas nicht, den Grund, warum es eine dumme Idee ist zu versuchen, uns in irgendeine Art von Union zu quetschen, ob föderal oder nicht. Europa hat nicht eine einzige Kultur, oder auch nur die Metakultur, die die Vereinigten Staaten haben. Ich reise durch die USA und ich weiß, daß ich Unterschiede finden werde, aber es gibt da eine übergreifende Kultur, die es hier herüben nicht gibt. Ein Deutscher ist kein Spanier ist kein Italiener ist kein Bulgare. Sie unterscheiden sich so sehr voneinander wie du von einem Chinesen.

Diese Situation kann keine politische Union irgendeiner Art lange tragen, weil sie Kompromisse erzwingen wird, nicht im Detail, sondern in grundsätzlichen Fragen, die durch kulturelle Unterschiede zustande kommen. Integration wäre der Tod dieser Kulturen, und was würde sie dafür erreichen? Nichts!

Diese einzelnen Kulturen sind das, wofür wir kämpfen – sieh dir die Länder an, die sich am meisten wehren. Sie sind diejenigen, die ihre Kultur nicht auf dem Altar der Political Correctness geopfert haben. Sieh dir Schweden an, wo die bloße Idee einer schwedischen Kultur als rassistisch betrachtet wird, oder hier im Vereinigten Königreich, wo sogar unsere nominell konservativen Politiker von der Bedrohung fremder Kulturen durch die Einheimischen sprechen.

Dein Plan für die EU würde diese Einstellung auf dem ganzen Kontinent zementieren, indem diese verschiedenen einzelnen Kulturen in eine politische Zwangsjacke gezwungen würden. Mir ist egal, wie „föderal“ sie sein würde. Es gibt Kompromisse, die in jeder politischen Union gemacht werden müssen und die letztendlich das kulturelle Gleichgewicht der Nationen verändern, aus denen diese Union besteht.

Was wir brauchen, sind starke nationale Identitäten und eine Allianz, die auf einer Sache beruht: dem Recht einer Nation, ihren eigenen Weg zu wählen. Wir brauchen dafür keine übergreifende Regierung oder irgendwelche föderalen Strukturen, wir brauchen keine Währung oder Flagge oder ein verdammtes Parlament, oder einen Senat oder einen Präsidenten oder irgendwas davon. Es ist notwendig, dass unsere einzelnen Kulturen stark sind und die Menschen vereinen, die sie umfassen.

Kein „föderales Europa“ wird jemals diese Kraft haben.

Du bist Amerikaner. Deine Erfahrung sind die Vereinigten Staaten, und möge es lange eine positive Erfahrung bleiben, aber deine Erfahrung ist auf eine relative Monokultur beschränkt. Du verstehst offensichtlich nicht, dass die Idee, gegensätzliche Kulturen könnten irgendwie innerhalb einer einzigen Gesellschaft funktionieren, Teil des Problems ist. Das können sie nicht. Dafür sind Grenzen da. Dafür ist der Zaun um unseren Garten da, um den Hund des Nachbarn draußen zu halten und ihn davon abzuhalten, in die Stiefmütterchen zu k*cken. Ich mache doch keine „Teilungs-Übereinkunft” oder irgendeine Art „Union” mit dem Nachbarn und seinem Hund und reiße dann den Zaun zwischen unseren Gärten ein, damit wir uns gemeinsam gegen den Hund von der anderen Straßenseite verteidigen können. Ich stelle einen größeren Zaun auf und rate dem Nachbarn, das gleiche zu machen. Warum sollte ich des Nachbarn Hund auf meinen Rasen machen lassen, nur weil wir uns beide gegen den Hund von der anderen Straßenseite wehren müssen? Ich kann ihm meinen Gartenschlauch leihen, um den Köter nass zu machen, klar, aber das ist ein Handelsabkommen, eine Allianz, keine Garten”union”, weil es noch immer mein Garten ist. Wenn ich den Zaun niederreiße, wie lange wird es dauern, bis wir anfangen darüber zu streiten, wo der Hund hinmachen darf? Der Nachbar versteht nicht, warum mich das fertigmacht, wenn ein Hund auf meinen schönen Rasen macht, weil er immer mit Hunden zusammengelebt hat, er ist daran gewöhnt. Das ist seine Kultur. Meine Kultur ist es, die Köter mit Wasser nass zu spritzen.

Und dann könnte er natürlich anfangen zu argumentieren, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee ist, den Hund von gegenüber auch in unseren gemeinsamen Garten zu lassen. Schließlich ist es nur ein Hund, so wie sein eigener. Also lässt er ihn durch sein Tor rein und ich habe plötzlich zwei Hunde, die mir den Rasen vollmachen. Hoch geht der Zaun, aber nun streiten wir darum ob ich überhaupt das Recht habe das in unserem gemeinsamen Raum zu machen…

Siehst Du, worauf es hinausläuft? Eine nationale Grenze ist einfach ein größerer Zaun und eine einfallende Kultur ist nur ein größerer Hund. Wir können den Hund auf unseren Rasen machen lassen oder wir können ihn zurückschicken und das Tor zumachen. Als Nation können wir das tun, als Teil einer bundesstaatlich organisierten Europäischen Union sind plötzlich 26 Schlupflöcher da, an die wir denken müssen, weil dieser Hund in irgendeine dieser 26 anderen Nationen eindringen kann, manche davon könnten annehmen, dass es zu ihrem Vorteil ist eine einfallende Kultur hereinzulassen, damit sie ihre Konkurrenten zurückschlagen können.

Siehst du, das ist es, womit du es hier letztlich zu tun hast, Gordon. Nationen, einzelne Nationen, mit einer Geschichte, die in manchen Fällen bis zur Zeit Christi zurückreicht, und in den meisten Fällen sicherlich bis ins frühe fünfte Jahrhundert. Das sind Kulturen, die in manchen Fällen völlig inkompatibel miteinander sind; der einzige Unterschied ist, dass sie sich nicht darauf verlegen, sich auf Marktplätzen in die Luft zu sprengen.

All diese wackligen Linien, die du auf einer Karte Europas siehst, repräsentieren die allmähliche Festsetzung jener Kulturgrenzen durch – ja – Kriege, Tausch, Bevölkerungsverschiebungen und Verträge. Der Zweite Weltkrieg könnte die letzte Zementierung dessen gewesen sein.

Wenn nur die Leute hinter der EU – und hinter der allgemeineren Malaise, die unsere Nationen befällt – nicht dahergekommen wären und all die Zäune niedergerissen und eine neue und invasive Kultur hereingelassen hätten. Nun stehen wir wahrscheinlich vor weiteren tausend Jahren der Umbrüche und Kriege, weil solche Leute von Unionen und föderalen Strukturen daherschwafeln.

Sie ignorieren die Tatsache, dass es der Nationalismus ist, eine Allianz starker, einheitlicher Kulturen, die uns gegen die islamische Invasion verteidigen würden. All das Gerede von „Unionen“ und Föderationen und so weiter schwächt diese Kulturen, genauso wie Eisen durch eine Beimischung von Schlacke geschwächt wird.

 

Unnötig zu sagen, dass ich Archonix zustimme. Den Bürgern der Nationen Europas wurde von ihren Eliten langsam eine Falle gestellt, damit sie diesen fatalen Sturz erleiden. Die Durchschnittsperson achtete wenig darauf, weil es unschuldig genug auf einem wirtschaftlichen Weg begann – was war der Gemeinsame Markt anderes als eine europäische Version von NAFTA? Und was konnte das schon schaden?

Aber die Eliten, angefangen mit Charles de Gaulle, wussten, dass es dort nicht enden würde, wie Bat Ye’or jenseits aller Zweifel bewiesen hat.

Ich wünschte, dass Fjordman sich irren möge, aber das ist nicht der Fall. Der Dunkle Prophet Norwegens hat nur zu recht gehabt in seinen Beschreibungen und Vorhersagen dessen, was mit Europa passiert ist und was kommen wird.

In einem letzten Verrat wurde den Bürgern Europas nicht einmal eine Mitsprache bei ihrem Schicksal gewährt. Eine Kreatur namens „Vertrag von Lissabon“ wurde in Portugal geworfen und wird sich nun daran machen, die Länder Europas zu verschlingen und zu verdauen. Niemand kann wirklich wissen, was dieser metabolische Prozess hervorbringt, obwohl wir durch den Nebel etwas sehen können, wonach es de Gaulle gelüstete: ein vereintes Europa und Arabien. Diese Sauerei wird hässlich sein und ohne Ende Kriege und Konflikte hervorbringen.

Der Vertrag von Lissabon wird in die Geschichte als ein Verrat eingehen, der zu Krieg und Zerstörung führte, genauso wie der bestrafungsorientierte Vertrag von Versailles mit unvermeidlichen Schritten zum Zweiten Weltkrieg führte.

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Ein Kommentar

  1. Archonix übertreibt zwar, wenn er schreibt, dass die einzelnen Kulturen und Völker Europas sich voneinander so stark unterscheiden wie ein Amerikaner von einem Chinesen. Aber es stimmt, es gibt kulturelle, ethnische Unterschiede zwischen den europäischen Völkern, und diese sollen erhalten bleiben und sind andererseits ein Grund, warum eine politische Union zwischen ihnen eine fatale Fehlentwicklung ist.

    Auch zwischen den weißen Amerikanern gibt es nicht nur individuell, sondern auch regional deutliche Unterschiede. Laut Colin Woodard, American Nations und die Wahl von 2012 von Hunter Wallace gibt es dort elf Kulturregionen mit eigener Mentalität und politischer Kultur, die jahrhundertealte Ursprünge haben und dadurch bedingt sind, aus welchen europäischen Ländern ihre Bewohner ursprünglich eingewandert sind.

    Davon abgesehen finde ich Archonix’ Ausführungen hervorragend, und dass er das, was wir verteidigen, nur auf unsere „Kulturen“ reduziert und die lebendige Grundlage dieser Kulturfamilie unerwähnt lässt, eine Anzahl verwandter Völker mit bestimmten erblichen Eigenschaften, die diesen Kulturen zugrunde liegen und sie ermöglichen, sehe ich ihm nach.

    Zu Baron Bodisseys Erwähnung von Bat Ye’ors Eurabia-These habe ich auch noch anzumerken, dass ich diese für eine Desinformationsthese halte, die von den wahren Motiven und Betreibern hinter der islamischen „Einwanderung“ (und nicht nur dieser!) nach Europa ablenken soll. Bat Ye’or liegt nichts an den Europäern selbst; sie hat andere Motive.

    Siehe dazu Haaretz: Eurabia-These „Protokolle der Weisen von Brüssel“?.

    Noch ein paar desillusionierende Sachen über die von der Counterjihad-Szene zu Unrecht hochgejubelte Bat Ye’or sind in Deutschfeindlichkeit. Erfahrungen mit Bat Ye’or von Manfred Kleine-Hartlage nachzulesen.

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