Problemlösungen

Asteroideneinschlag

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt und mit einem Anhang von Deep Roots. Das Original Problem Solving erschien am 27. Oktober 2008 in Kevin Alfred Stroms Essays. (Bildauswahl von Deep Roots.)

(Ursprünglich veröffentlicht am 4. Juni 2006 als Radiosendung von American Dissident Voices)

Manche Menschen sind Problemverursacher, und manche sind Problemlöser. Eine Gesellschaft zu haben, die in größerem Ausmaß als je zuvor aus letzteren besteht, könnte eines Tages für das menschliche Überleben absolut notwendig sein.

DIE ERDE WIRD REGELMÄSSIG von Objekten aus dem Weltraum getroffen.

Manche dieser Objekte sind groß genug, um massive Zerstörungen zu verursachen, die selbst die eines ausgewachsenen Atomkrieges zwergenhaft erscheinen lassen. Ein paar dieser Ereignisse sind der Auslöschung allen Lebens auf Erden schmerzlich nahegekommen und haben tatsächlich das Aussterben Tausender von Spezies verursacht – einschließlich der dominanten Lebensformen jener Zeiten.

Ich erwähne diese Tatsachen nur, um Ihnen ein einziges Beispiel dafür zu geben, warum kreative Intelligenz – die Art von Intelligenz, die der westliche Mensch im höchsten Maße besitzt, und die Art von Intelligenz, die wir aus uns herauszüchten, indem wir primitivere Rassen importieren und uns mit ihnen vermischen – von solch absolut entscheidender Wichtigkeit ist.

Erst 1908 prallte ein Objekt aus dem Weltraum auf unsere Welt. Es explodierte über dem russischen Sibirien und kam dem Einschlag auf der Erde bedrohlich nahe. Selbst so, wo es in der Luft explodierte, machte es 1.200 Quadratmeilen [knapp 500 km²] Wald platt, wobei riesige alte Bäume – 60 Millionen davon – sofort wie Streichhölzer abgebrochen wurden. Nahe dem Zentrum wurden Bäume und Tiere verdampft oder sofort eingeäschert. Man glaubt, daß dieses Ereignis, genannt Tunguska-Ereignis, von einem sehr kleinen Asteroiden verursacht wurde, von dem man meint, daß er bloß einen Durchmesser von 60 yards [54 m] hatte. Er explodierte drei bis vier Meilen hoch in der Luft [5 – 6,5 km].

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Der Feuerball bewirkte mehr, als Bäume plattzumachen. Obwohl das Gebiet spärlich bevölkert war, beschädigte er in einer Entfernung von Hunderten Meilen Gebäude und schmetterte Menschen zu Boden. Sogar 300 Meilen vom Zentrum des Ereignisses entfernt berichteten Zeugen, sie hätten einen „ohrenbetäubenden Knall“ gehört und eine riesige feurige Wolke gesehen. Manche Zeugen beschrieben eine „Säule bläulichen Lichtes, nahezu so hell wie die Sonne“. Der Staub von dem Ereignis erhellte 48 Stunden lang den Nachthimmel in London, England – nach manchen Berichten mit genug Licht, um dabei zu lesen. Die New York Times vom 3. Juli 1908 berichtete, daß „Dienstag und Mittwoch nachts am Nordhimmel bemerkenswerte Lichter beobachtet wurden.“

Der Aufprall des Asteroiden auf der Erdatmosphäre allein erzeugte einen überhitzten Wind, der alles auf seinem Weg zerstörte.

Nun stellen Sie sich vor, das Tunguska-Ereignis wäre über New York City oder Paris geschehen statt über Sibirien. Nikolai Wassiljew von der Russischen Akademie der Wissenschaften hat gesagt: „Wäre solch ein kosmischer Körper über Europa explodiert statt über der verlassenen Region Sibiriens, dann hätte die Zahl der menschlichen Opfer 500.000 oder mehr betragen, ganz zu schweigen von der anschließenden ökologischen Katastrophe. Vor zwei Jahren passierte ein Asteroid von wahrscheinlich mehreren hundert Metern Durchmesser die Erde in einer Entfernung von nur 700.000 Kilometern. In astronomischem Maßstab ist das sehr nahe. Die Tunguska-Episode stellt den einzigen Fall in der Geschichte des zivilisierten Menschen dar, daß die Erde mit einem wirklich großen Himmelsobjekt zusammengestoßen ist, obwohl in der geologischen Vergangenheit unzählige solcher Kollisionen stattgefunden haben. Und viele weitere werden zwangsläufig geschehen.“

Stellen Sie sich vor, der Asteroid hätte 60 Meilen Durchmesser gehabt statt 60 yards: die dreimillionenfache Masse des Tunguska-Asteroiden. Stellen Sie sich vor, er hätte aus etwas festerem Material bestanden und wirklich die Erde getroffen.

Aber wir brauchen uns diese oder noch extremere Szenarien in Wirklichkeit gar nicht vorzustellen. Sie sind wirklich geschehen, wie jüngere wissenschaftliche Studien in erschreckendem Detail gezeigt haben.

Erst seit den letzten zehn Jahren oder so wissen die Wissenschaftler, daß ein massiver Einschlag aus dem Weltraum auf der Erde, wahrscheinlich ein Asteroid, vor 65 Millionen Jahren geschah und das Aussterben der Dinosaurier und den Aufstieg der Säugetiere verursachte, was schließlich zu menschlichem Leben führte. Wissenschaftler haben einen riesigen Krater in Mexiko gefunden, der bestätigt, was zuvor nur eine dürftige Theorie war. Und um sie zu bestärken, fanden sie an Plätzen überall auf der Erde starke Konzentrationen von Iridium – eine Asteroiden“signatur“ – in Bodenschichten, die auf diese Zeit zurückgehen; genau das, was man von solch einer gewaltigen Explosion erwarten würde, die eine weltumkreisende Wolke ausgeworfenen Materials zur Folge hätte, welche viele Jahre bestehen bleiben, das Klima in einen jahrelangen Winter verwandeln und den Lauf des Lebens auf diesem Planeten für immer verändern würde.

Der Chicxulub-Krater, wie er genannt wird, auf der Halbinsel Yucatan wurde von einem Asteroiden verursacht, der auf einen Durchmesser von 6 Meilen geschätzt wird.

Und erst vor ein paar Tagen wurde verkündet, daß ein viel größerer Krater in Wilkes-Land in der Antarktis entdeckt worden ist – ein Krater mit etwa 300 Meilen Durchmesser, in der Größe von Ohio – der offenkundig für ein früheres Aussterben verantwortlich war, das Austerbeereignis am Übergang von der Perm- zur Triaszeit vor 251 Millionen Jahren, als fast alles Tierleben auf Erden ausgelöscht wurde, das größte Massenaussterben der [Erd-] Geschichte. Man glaubt, daß das Objekt, das den Krater im Wilkes-Land verursachte, etwa 30 Meilen Durchmesser hatte.

Es gibt etwa 500.000 Asteroiden mit Durchmessern über 1 Kilometer – und sie stoßen ständig zusammen und werden in erratische Umlaufbahnen geschickt. Laut der B612 Foundation, einer Gruppe von Forschern und Wissenschaftlern, zu der der ehemalige Astronaut Russell Schweickart als Vorsitzender gehört, schwimmt die Erde in einem buchstäblichen „Schwarm“ von erdnahen Objekten, von denen jedes beim Einschlag auf der Erde Verheerungen anrichten könnte. Das Ziel der Stiftung ist die Entwicklung von Mitteln, um Asteroiden auf neue, nicht kollisionsträchtige Bahnen abzulenken.

Schweickart sagt uns, daß es mehrere Gegebenheiten gibt: „1) Die Erde wird selten von Asteroiden getroffen, die bei ihrer Sonnenumrundung unseren Orbit kreuzen; 2) Die Konsequenzen solcher Einschläge reichen vom Äquivalent einer 15-Megatonnen-Explosion bis zu einem zivilisationsbeendenden Gigatonnenereignis; und 3) Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben wir die Technologie, um zu verhindern, daß solche Ereignisse in der Zukunft stattfinden – wenn wir richtig vorbereitet sind.“

Nun versuche ich hier nicht sensationalistisch zu sein und Sie davon zu überzeugen, daß morgen ein großer Einschlag stattfinden wird. Niemand weiß, wann uns die nächste derartige Katastrophe treffen wird, und niemand weiß, wie groß sie sein wird. Aber ich versuche ein wichtiges Argument vorzubringen:

Laut Dr. Christopher Chyba von der Princeton University und dem Wissenschaftsautor Robert Britt wird die Biosphäre wahrscheinlich „regelmäßig, etwa alle 100 Millionen Jahre, von gigantischen Einschlägen zerrüttet, die menschliches Leben unmöglich machen würden…“

Chyba fügte bei einer Nachrichtenkonferenz im NASA-Hauptquartier hinzu: „Eine Biosphäre hat nur eine bestimmte Zeitspanne, um eine technische Intelligenz zu entwickeln, die in der Lage ist zu erkennen, daß es eine Einschlagsgefahr gibt, diese Gefahr zu katalogisieren und … den nächsten Einschlag zu vermeiden.“

„Fazit“, laut Britt: „Nur eine Zivilisation, die klug genug ist, um die Gefahr auszumachen und zu mindern, kann überleben.“

Und Einschläge auf der Erde sind nur eine Bedrohung. Es gibt viele andere Szenarien, nach denen die Erde potentiell unbewohnbar wäre. Sollten wir nicht einen Reserveplan für diese Möglichkeit haben, sodaß unsere Gene überleben werden, selbst wenn die Erde nicht überlebt? Interstellare Raumfahrt könnte eines Tages unsere einzige Option sein.

Laut Geoffery A. Landis vom Glenn Research Center der NASA: „Die Erde selbst ist kein gänzlich sicherer Ort. Es wäre eine gute Sache für unser Überleben, wenn wir auf mehr als einem Planeten leben würden.“

Nur die Intelligenz, die uns das Verständnis unseres Platzes im Universum brachte, kann uns retten, wenn die Stunde Null kommt – und ich spreche nicht nur von Einschlägen aus dem Weltraum. Pandemien, von einem Feind ausgelöste nanotechnologische Kriegführung, Klimaveränderungen und andere Umweltkatastrophen, und tausend andere potentielle Bedrohungen dräuen in der unbekannten Zukunft. Nur die Intelligenz, die uns die westliche Wissenschaft brachte, kann auch nur die Anwesenheit solcher Bedrohungen ausmachen, bevor es zu spät ist, ganz zu schweigen davon, sie zu bekämpfen. Nur die Kreativität, die den westlichen Menschen kennzeichnet, kann Lösungen für die Art von Katastrophen entwickeln, die geringere Kreaturen für immer auslöschen würden.

Aber die Intelligenz und Kreativität, die den westlichen Menschen kennzeichnen, sind selbst bedroht.

Der von jüdischen Suprematen geförderte Aberglaube von der „Rassengleichheit“ führt die Nationen des Westens dazu, sich buchstäblich selbst auszulöschen durch Bevölkerungsaustausch ihrer Gründerrasse durch die wimmelnden Massen der Dritten Welt, deren Reaktion auf eine kosmische Bedrohung ein Schulterzucken wäre, während sie sich auf Ausschweifungen, Unzucht und hirnlose Gewalt unterhalb des tierischen Niveaus konzentrieren – oder die das Desaster „bösen Geistern“ zuschreiben und für den Rest ihres elenden Lebens versuchen würden, es durch Wudu-Gesänge oder Santeria-Opferungen zu mildern.

Und die Völker des Westens selbst, mit versagenden Bildungseinrichtungen und mit Religionen unter dem Daumen jüdischer Suprematen und jüdischer Mythen, verlieren zunehmend ihren Bezug zu wissenschaftlichen Kenntnissen und zur Wirklichkeit selbst, während sie zu einem Weltverständnis herabsinken, das Tausende Jahre hinter der Zeit zurückliegt. Statt die Welt zu sehen, wie sie von den besten Köpfen unserer Zivilisation gesehen wird, sieht unser Volk sie zunehmend durch die Linse eines Schulsystems, das ihnen beizubringen verabsäumt, wie man Frankreich und Rußland auf einer Landkarte findet, sie aber über die Wurzeln von „hip-hop“ und des „weißen Rassismus“ unterrichtet – oder durch die Linse der Schriften primitiver und krass ethnozentrischer nichtweißer Wüstennomaden, deren Wissen vom Universum im Grunde Null war.

So verdummen wir uns mit einem dysfunktionalen Schulsystem und mit Aberglauben, die sich gegen das rationale Denken aussprechen. Und wir verdummen uns auch biologisch, durch einige der tragischsten Folgen dieser Aberglauben: offene Grenzen und Rassenvermischung. Wir importieren und vermischen uns mit zig Millionen Mestizen aus Zentralamerika mit einem durchschnittlichen IQ von etwa 80 und fast keinen Genies – und wir importieren und vermischen uns mit Afrikanern mit durchschnittlichen IQs im 60er- und 70er-Bereich, dem Debilen-Bereich nach unserem Standard, und fast ohne Leute, die auch nur mäßig intelligent sind. Und so viel von unserem nationalen Wohlstand und Energie und Anstrengungen werden von den schrecklichen sozialen Kosten des Umstands absorbiert, daß wir diese Primitiven unter uns haben – Verschwendung von Wohlstand und Energie und Anstrengungen, die für uns eines Tages den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten könnten.

Sehen Sie sich an, wie wir unsere Ressourcen aufteilen:

Die B612 Foundation erhält kein Geld von der Regierung. Am meisten gibt die NASA für das Studium potentiell auf der Erde einschlagender Objekte aus – und die gibt nur 4 Millionen Dollar pro Jahr dafür aus: weniger als ein Fünfzigstel des Betrages, der an einem einzigen Tag für den Irakkrieg ausgegeben wird. Die Gesamtzahl der Menschen, die erdnahe Objekte überwachen (die meisten davon Amateure) entspricht laut dem Astronomen David Morrison vom Ames Research Center der NASA einer oder zwei Schichten von Angestellten in einem einzigen McDonald’s-Restaurant.

Vergleichen Sie dies mit der riesigen und wachsenden Infrastruktur, die sich damit befaßt sicherzustellen, daß unsere sich rasch vermehrende Unterschicht untergebracht und ernährt und unterhalten wird. Vergleichen Sie es mit der riesigen Menge von nationalem Wohlstand – und sogar der Leben intelligenter, kreativer weißer Männer und Frauen – die jeden Tag weggeworfen werden, um die Grenzen des eroberten Irak für Israel zu sichern.

Wie ich sagte, erwähne ich das Thema der unvermeidlichen aus dem Weltraum kommenden Katastrophe als nur ein Beispiel für die Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen werden und die die besten Köpfe erfordern werden, die unsere Rasse zu ihrer Lösung hervorbringen kann. Die nächste Herausforderung könnte anders sein: ein neues Virus, das zehnmal hartnäckiger und tödlicher ist als AIDS, ein Superhurrikan, der Katrina wie einen Aprilschauer erscheinen läßt, eine von China oder Israel entwickelte Weltuntergangswaffe, die die ganze Zivilisation als Geisel hält, eine plötzliche Veränderung des Golfstroms, die eine katastrophale Klimaveränderung auslöst, ohne daß ein Komet oder Asteroid nötig ist – wer weiß, was kommen könnte? Die Frage, die nach unserer Aufmerksamkeit schreit, lautet nicht nur „werden wir bereit sein, wenn uns die Katastrophe trifft?“, sondern auch „was tun wir uns selbst an? – Wie verändern wir uns selbst, und arbeiten diese Veränderungen für uns oder gegen uns, wenn die Stunde Null kommt?“

Wenn diese Stunde kommt, werden wir als Rasse und als Zivilisation bereit stehen, mit unseren besten Köpfen an den Kontrollen einer fortschrittlichen Technologie, die in der Lage ist, buchstäblich das Schicksal von Sternsystemen zu verändern – sodaß unsere Genmuster weiterleben und sich für immer entwickeln werden, was immer die kosmische Herausforderung sein mag?

Oder werden wir in den Genen des Dschungels feststecken, beherrscht – trotz der Anwesenheit von ein paar hochintelligenten Weißen – von den Bedürfnissen und Wünschen der Primitiven unter uns, und hilflos dastehen, mit unseren TV-Fernbedienungen, unseren Fastfood-Verpackungen, unseren heiligen Büchern und unseren Totemstäben in der Hand – unfähig, irgendetwas zu tun, um den heranrasenden Tod unserer Welt abzuwenden?

Die Entscheidung liegt bei uns, meine Damen und Herren. Die Entscheidung liegt bei uns.

* * * * * * *

Quelle der Übersetzung:  hier

 

Anhang des Übersetzers vom 3. April 2013:

Als thematisch passende Ergänzung hänge ich hier einen Artikel aus dem aktuellen Heft 4-2013 von „Sterne und Weltraum“ an (auch die Bilder sind von dort):

DER TSCHELJABINSK-METEOR – EIN BLITZ AUS HEITEREM HIMMEL

Erstmals seit Menschengedenken stürzte ein Asteroid über dicht bewohntem Gebiet ab. Es gab Verletzte und große Sachschäden. Dabei hätte der Absturz vom 15. Februar 2013 noch schlimmere Folgen haben können. Wir fassen einen Augenzeugenbericht und die bisherigen Erkenntnisse zusammen.

Morgens um neun war die Welt noch in Ordnung: Vor Sonnenaufgang begann der Fotograf Marat Achmetwalejew, die winterliche Idylle in der Nähe von Tscheljabinsk mit seiner Kamera einzufangen. Die 180-Grad-Panoramaaufnahme entstand zwischen 09:14:27 und 09:15:59 Uhr Ortszeit.

Morgens um neun war die Welt noch in Ordnung: Vor Sonnenaufgang begann der Fotograf Marat Achmetwalejew, die winterliche Idylle in der Nähe von Tscheljabinsk mit seiner Kamera einzufangen. Die 180-Grad-Panoramaaufnahme entstand zwischen 09:14:27 und 09:15:59 Uhr Ortszeit.

Es war ein frostiger Morgen in Tscheljabinsk, der Millionenstadt am Ostrand des Urals, der die Grenze zwischen Europa und Sibirien markiert. Am Vortag hatten die Temperaturmessungen noch um den Gefrierpunkt gelegen. Doch über Nacht war das Quecksilber auf -17 Grad Celsius gefallen, es war wolkenlos und windstill. Viele Bäume hatten sich mit einer weißen Schicht aus Rauhreif überzogen.

Während die Menschen in der von Industrieanlagen geprägten Stadt an diesem Freitag, dem 15. Februar, ihren Arbeitstag begannen, beschloss der Fotograf Marat Achmetwalejew, noch in der Morgendämmerung in die Natur hinauszufahren, um den Zauber der malerischen Winterlandschaft mit seiner Kamera einzufangen. Gegen 9 Uhr Ortszeit – etwa 20 Minuten vor Sonnenaufgang – begann er im bläulichen Licht des anbrechenden Tages mit seinen Aufnahmen. Die Szenerie am teilweise zugefrorenen Flüsschen Miass strahlte eine märchenhafte Ruhe und Schönheit aus (siehe Bild oben).

Achmetwalejew hatte gerade die Kamera auf seinem Stativ nach Osten ausgerichtet, als er aus den Augenwinkeln heraus am Himmel etwas aufleuchten sah. Instinktiv zog er die Kamera in diese Richtung und fotografierte weiter. Das rätselhafte Objekt zog eine Leuchtspur hinter sich her, und plötzlich blitzte es auf – heller als die Sonne (siehe Bild unten). Unvermittelt war die Landschaft um den verblüfften Fotografen in gleißendes Licht getaucht. Seine Augen schmerzten, die Blendung war schier unerträglich. Für den Bruchteil einer Sekunde fühlte er Hitze im Gesicht. Der erste Gedanke, der dem geschockten Achmetwalejew durch den Kopf schoss: eine Atombombe! Er spürte, wie sein Herz raste und seine Hände zu zittern begannen.

Unvermittelt zerstörte ein gleißend heller Feuerball die Idylle. Wegen der zuvor genutzten manuellen Belichtungseinstellung ist die Aufnahme, die um 09:20:33 Uhr entstand, stark überbelichtet.

Unvermittelt zerstörte ein gleißend heller Feuerball die Idylle. Wegen der zuvor genutzten manuellen Belichtungseinstellung ist die Aufnahme, die um 09:20:33 Uhr entstand, stark überbelichtet.

Nach ein paar Sekunden versuchte er, seine verwirrten Gedanken zu ordnen. Hatten die Medien nicht berichtet, dass heute ein Asteroid ganz nahe an der Erde vorbeifliegen würde? Könnte es der Absturz eines Flugzeuges gewesen sein, dessen Zeuge er gerade geworden war?

Dann, zwei Minuten nach dem gleißenden Lichtblitz, folgte ein heftiger Knall. Dieser Stoßwelle schloss sich weiteres Getöse an, als würden im nahe gelegenen Kiefernwald nacheinander Bomben detonieren. Aufgeschreckt durch den Donnerhall stoben Vögel auf und flogen in alle Richtungen davon.

Dort, wo die unheimliche Leuchterscheinung über den Himmel gezogen war, stand nun eine lange Rauch- und Staubfahne, die sich langsam verbreiterte. Nervös fingerte Achmetwalejew an den Einstellungen der Kamera herum, bis er auch dieses Szenario eingefangen hatte. Die Sonne stand inzwischen knapp über dem Horizont und beleuchtete diese fremdartige Wolke, die dem ansonsten strahlend blauen Himmel ein unwirkliches Aussehen verlieh (siehe Bild unten, ein aus vier Einzelbildern zusammengesetztes Panorama, das zwischen 09:38:43 und 09:39:07 Uhr Ortszeit entstand).

Tscheljabinsk 3 Rauchfahne

Noch war Achmetwalejew nicht bewusst, welch außergewöhnliches Naturereignis er eben verfolgt hatte. Wie er hatten Tausende Menschen in der Region Tscheljabinsk den Feuerball am Himmel entlang ziehen sehen. Zahlreiche Videokameras hatten das Ereignis aufgezeichnet – darunter viele, die hinter den Windschutzscheiben von Autos montiert waren. Die Angewohnheit vieler Autofahrer in Russland, sogenannte Dashcams während der Fahrt mitlaufen zu lassen, um sich vor der Willkür der Verkehrspolizei zu schützen und um bei fingierten oder tatsächlichen Unfällen ihre Unschuld belegen zu können, sorgte für eine umfangreiche Dokumentation des Geschehens.

Wer den Feuerball selbst nicht gesehen hatte, wurde durch den anschließenden Knall aufgeschreckt. Die Stoßwelle ließ in mehreren Städten der Region Fensterscheiben platzen und Deckenverkleidungen herabfallen. Dabei wurden durch herumfliegende Glassplitter mehrere hundert Menschen verletzt.

Wenngleich in den ersten Minuten und Stunden die Verwirrung groß war, erkannten Experten recht schnell, dass ein Feuerball oder Bolide die Ursache dieser Zerstörung gewesen war. So nennt man einen Meteor, der außergewöhnlich hell ist – in diesem Falle sogar extrem hell. Infolgedessen muss der in die Atmosphäre eingedrungene Himmelskörper ungewöhnlich groß gewesen sein. Im Folgenden präsentieren wir die wichtigsten Erkenntnisse über dieses Naturereignis in Form von Fragen und Antworten.

Am 15. Februar leuchtete über der Region Tscheljabinsk ein heller Meteor auf. Was geschah genau?

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie in der hellen Morgendämmerung ein Objekt aufleuchtet und aus östlicher Richtung kommend rasch über den Himmel zieht. Der Himmelskörper trat um 09:20 Uhr Ortszeit (04:20 MEZ) in die Erdatmosphäre ein und zerplatzte nach 32,5 Sekunden über der Region Tscheljabinsk. Mit knapp 20 Grad war der Eintrittswinkel sehr flach, deshalb die relativ lange Flugstrecke von einigen hundert Kilometern.

Wie groß war der Himmelskörper?

Experten schätzen den Durchmesser des Himmelskörpers auf 15 bis 17 Meter. Das entspricht einer Masse von 7.000 bis 10.000 Tonnen. Das war also kein Staubkorn oder kiselsteingroßes Objekt mehr, von denen die normalen Sternschnuppen oder Feuerbälle erzeugt werden, sondern ein hausgroßer Asteroid.

Wie lässt sich die Größe ermitteln?

Es gibt ein globales Netz aus Infraschallstationen, das zu einem internationalen Überwachungssystem zum Aufspüren von Nuklearversuchen gehört. Infraschall ist Schall mit Frequenzen unterhalb von zehn Hertz, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Die Infraschallsensoren hingegen messen noch kleinste Druckunterschiede. Insgesamt 17 Stationen haben die Stoßwelle des detonierenden Meteors registriert. Das Signal ist das stärkste, welches das Überwachungssystem jemals aufgezeichnet hat. Aus dem Signal lässt sich auf die freigesetzte Energie und somit auf die Größe des Himmelskörpers schließen.

Welche Energie setzte der zerplatzende Asteroid frei?

Fast soviel Energie wie die Explosion von 500.000 Tonnen des Sprengstoffs TNT. Wir befinden uns hier in einem Energiebereich, wie er zur Charakterisierung von Kernwaffen verwendet wird: Die Bombe von Hiroshima zum Beispiel hatte ein Energieäquivalent von 13.000 Tonnen TNT.

Wie muss man sich die Energiefreisetzung vorstellen?

Der Asteroid ist mit 18 Kilometern pro Sekunde, also etwa 65.000 Kilometern pro Stunde, in die Atmosphäre eingetreten. Das ist ein Vielfaches der Schallgeschwindigkeit. Die Luftmoleküle, auf die der Asteroid trifft, können nicht ausweichen und werden stark komprimiert. Als Folge erhitzt sich die aufgestaute Luft, sie wird ionisiert. Das, was zur Seite ausweichen kann, erzeugt die Leuchtspur des Meteors. Das, was nicht ausweichen kann, überträgt enorme Mengen an thermischer und mechanischer Energie auf den Asteroiden. Dieser erhitzt sich von außen nach innen. Zum Teil verdampft sein Material. Irgendwann wird die Aufheizung und mechanische Spannung so groß, dass das Material seinen Zusammenhalt verliert – der Körper zerplatzt in dem Bruchteil einer Sekunde. Dieses Zerplatzen löst eine Stoßwelle aus. Im Falle von Tscheljabinsk passierte das in einer Höhe von 15 bis 20 Kilometern über dem Erdboden.

Zerlegt sich auf diese Weise jeder in die Atmosphäre eindringende Asteroid?

Das hängt im Einzelfall von der Größe und der Beschaffenheit des Körpers ab. Eher brüchiges oder poröses Material wird weitgehend verdampfen oder zerplatzen. Ein solider Eisenmeteorit hingegen hat eine gewisse Chance, den Höllenritt durch die Atmosphäre zum Teil zu überstehen. Und ist das Geschoß größer als 100 Meter, kommt unabhängig von der Beschaffenheit einiges auf dem Erdboden an.

Wodurch entstanden die Schäden in der Region von Tscheljabinsk?

Nur durch die Stoßwelle, die der zerplatzende Asteroid ausgelöst hat. Sie ließ Tausende von Fensterscheiben zu Bruch gehen und beschädigte auch viele Gebäude. Mehrere hundert Menschen wurden dabei verletzt, die meisten durch herumfliegende Glassplitter. Nur wenige Trümmerstücke des kosmischen Eindringlings erreichten die Erde. Diese Fragmente richteten keinen nennenswerten Schaden an.

Wie viele Fragmente wurden gefunden?

Bis Ende Februar wurden mehr als 100 Bruchstücke entdeckt, das größte davon wiegt rund ein Kilogramm. Vermutlich ist ein noch größerer Brocken durch die Eisdecke des Tschebarkulsees gestürzt. Die Suche danach gestaltet sich schwierig. Erste Analysen der Fragmente weisen auf einen gewöhnlichen Chondriten, also einen Steinmeteoriten, hin. Das ist die häufigste Meteoritenart.

Was ist über die ursprüngliche Bahn des Asteroiden bekannt?

Eine vorläufige Rekonstruktion der Bahn zeigt, dass der Himmelskörper zur Klasse der Apollo-Asteroiden gehörte. Er bewegte sich zwischen dem Asteroidengürtel und der Venusbahn, kreuzte also wohl schon häufig die Bahn der Erde.

Gab es einen Zusammenhang mit dem Asteroiden 2012 DA 14, der nur wenig später nahe an der Erde vorbeizog?

Definitiv nicht. Die beiden Himmelskörper hatten völlig verschiedene Bahnen.

Hätte man den Tscheljabinsk-Asteroiden vorher entdecken und die Menschen warnen können?

Nein. Dazu war er zu klein und zu lichtschwach. Heutige Überwachungsteleskope können nur Objekte entdecken, die eine scheinbare Helligkeit von mindestens 24 mag haben. Diese Grenzhelligkeit erreichte der Asteroid erst zwei Stunden vor dem Absturz über Tscheljabinsk. Außerdem kam er aus der Richtung der aufgehenden Sonne. Da hätte ihn kein optisches Teleskop rechtzeitig erfassen können.

UWE REICHERT

Weblinks unter http://www.sterne-und-weltraum.de/artikel/1185536

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