Santa Claus: Immer noch weiß

odin

Odin

Von Jim Goad; Original: Santa Claus: Still White, erschienen am 16. Dezember 2013 in Taki’s Magazine. (Das Bild von Megyn Kelly wurde vom Übersetzer eingefügt.)

Obwohl Santa Claus nicht existiert, bin ich trotzdem überzeugt, daß er weiß ist. Für mich ist es eine Glaubenssache, daß er so weiß ist wie sein Bart und so weiß wie die polaren Eiskappen. Als bleicher Mann von ausschließlich nordeuropäischer Abstammung entscheide ich mich auch zu glauben, daß Santa Claus ein Mann ist – ein heterosexueller Mann, der es genießt, Mrs. Claus ab und zu richtig gut durchzuvögeln.

Aisha Harris wäre anderer Meinung. Aisha ist eine Bloggerin von slate.com. Sie hat ihren Vornamen mit dem Mädchen gemeinsam, das als Sechsjährige mit Mohammed verheiratet wurde und ihre Ehe im unreifen Alter von neun Jahren vollzog – während Ol’ Mo 53 war – aber ich sehe nicht, daß diese Tatsache in dem Artikel erwähnt wird, der letzte Woche einen Durchfall an Berichterstattung auslöste.

Der Essay hieß „Santa Claus Should Not Be a White Man Anymore“, und verzeiht mir, wenn ich es für ein wenig dreist halte, daß Aisha annimmt, sie hätte die Autorität zu solchen Erklärungen. Aisha schreibt von der Scham und dem Schmerz und der Verwirrung und dem Herzeleid, das sie jede Weihnachten erlebte, wenn sie in die erschreckende große weiße Welt hinausging und rücksichtslos mit „bleichen“ Santas konfrontiert wurde, die eine „Haut so rosig wie Kaugummi“ hatten. Aisha bemerkte nicht, daß sie, wenn sie immer noch in der Heimat ihrer Vorfahren leben würde, es wahrscheinlich nicht mit solchen Kleinigkeiten zu tun hätte. Dort in jenen nicht-winterlichen Klimaten würde sie vielleicht sogar wissen, wie Pferdebremsen schmecken.

Bei der Ausdrucksweise, die Aisha in ihrem Artikel verwendet, um Santas Physiognomie, wie sie allgemein verstanden wird, zu verspotten, würden sich wahrscheinlich den nach Mikroaggressionen schnüffelnden fortschrittlichen Wachhunden die Nackenhaare sträuben, würde sie auf irgend jemand anderen angewandt außer weißen Männern. Harris nannte Santa „melaninarm“, einen „fetten alten weißen Mann“, einen „alten männlichen Weißen“ und einen „fetten weißen Kerl“:

„Ich schlage vor, daß Amerika Santa-als-fetten-alten-weißen-Mann aufgibt und ein neues Symbol für Weihnachtsfreuden schafft. Ab jetzt sollte Santa Claus ein Pinguin sein… Richtig: ein Pinguin… Warum, fragen Sie? Zum einen könnte es, wenn man aus Santa Claus ein Tier statt eines alten männlichen Weißen machen würde, Millionen nichtweißer Kinder die Unsicherheit und Scham ersparen, an die ich mich aus der Kindheit erinnere.“

Ein junger, schwarz-weißer Pinguin, sagst du? Vorzugsweise einer, der sich wahrscheinlich in einen jungen, regenbogenfarbigen Zwitter-Pinguin verwandeln würde? Und dann ein junger Mensch im Kostüm eines regenbogenfarbenen Zwitter-Pinguins, weil sich die Tierrechtsaktivisten beschwerten? Mir gefällt überhaupt nicht, worauf das alles hinausläuft, Aisha. Kein winziges bißchen. Du bekommst diese Weihnachten ein Stück Kohle von mir.

Dennoch fühle ich mich bemüßigt, mich für manche meiner Brüder zu entschuldigen, die witzelten, daß Santa Claus, wenn er schwarz wäre, mit einem leeren Sack in Häuser einbrechen und sie mit einem vollen verlassen würde. Dieser sogenannte „Witz“ war nicht komisch, noch war er angemessen in diesen sehr, sehr, sehr sensiblen Zeiten des Wandels und Fortschritts.

Auf dem Nachrichtenkanal von Fox News machte die blonde Polit-Sexbombe Megyn Kelly sich über Aishas Tirade von wegen verwandeln-wir-Santa-in-einen-Pinguin lustig:

Megyn Kelly Fox News Jesus und Santa nachweislich Weisse

„Für all euch Kinder, die ihr zu Hause zuseht: Santa ist einfach weiß… Santa ist, was er ist… Nur weil man sich mit etwas unwohl fühlt, heißt das nicht, daß es sich ändern muß, wißt ihr? Ich meine, Jesus war auch ein weißer Mann… Ich meine, er war eine historische Gestalt, das ist eine nachweisliche Tatsache, wie Santa – ich möchte nur, daß die zusehenden Kinder das wissen.“

Angesichts des medialen Monster-Shitstorms, den ihre Kommentare auslösten, sollte Kelly später behaupten, daß sie nur scherzte, als sie sagte, daß Santa existiert und weiß ist. Ich habe das Video wieder und wieder genau angesehen, als ob es der Zapruder-Film wäre, und ich kann immer noch nicht sagen, ob sie es ernst meinte oder nicht. Ich bin nicht einmal sicher, ob es zählt.

Natürlich war es nicht Aisha Harris’ dümmlicher und kindischer Appell nach einem zweirassigen Santa-Pinguin, der zu Sturzfluten von Mediengespött führte; es waren Megyn Kellys Kommentare, daß sowohl Jesus als auch Santa Claus weiß sind.

Es wurde verbreitet darauf beharrt, daß Jesus nicht weiß sei, er sei Jude. Dies würde zu der Schlußfolgerung führen, daß Juden nicht weiß sind. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Die meisten der „snark bombs“ waren gegen Kellys Behauptung gerichtet, daß Santa Claus weiß ist. CNNs Don Lemon, dessen Haut mehr die Farbe einer Kokosnußschale hat als die einer Limone, erklärte vergnügt: „Santa Claus ist schwarz“, aber niemand beschwerte sich. Von seinem Schreibtisch in Manhattan spottete Jon Stewart (geb. Leibowitz) über die ländlichen Hinterwäldler, die an einen weißen Santa glauben: „Ja, West Virginia, es gibt einen Santa Claus.“ Chris Hayes von MSNBC, der genau wie Rachel Maddow ist, nur mit weit weniger Testosteron, spöttelte über die „Angst vor einem schwarzen Santa“.

Sie erinnerten uns daran, daß Santa Claus auf dem heiligen Nikolaus beruht, einem Griechen, der auf dem Gebiet der heutigen Türkei lebte und wahrscheinlich olivfarbene Haut gehabt hätte, keine Sommersprossen, und daher gar kein weißer Mann sei.

Es stimmt, daß linguistische Verballhornung „Sankt Nikolaos“ mit der Zeit in „Santa Claus“ verwandelt hat. Es stimmt ebenfalls, daß der St. Nick des wirklichen Lebens für seine Gewohnheit des Geschenkemachens bekannt war. Aber da scheinen die meisten Ähnlichkeiten zu enden. Ansonsten gerät die Legende von St. Nikolaus auf andere seltsame Pfade, zum Beispiel wie er gerne Seeleuten half und wie er drei arme Töchter davor rettete, zu Nutten zu werden, und das, wo er drei Jungen wieder auferstehen ließ, die von einem Fleischer zu Tode gehackt worden waren.

Andere bedeutende Elemente der Legende von Santa Claus scheinen von der nordeuropäischen Mythologie geliefert worden zu sein, die in das Christentum subsumiert wurde, als es den Kontinent eroberte. Norddeutsche und Skandinavier feierten um die Wintersonnenwende ein Fest namens Jul. Zur Zeit von Jul pflegte der weißbärtige heidnische Gott Odin nachts den Himmel auf seinem achtbeinigen Pferd zu überqueren. Kinder stellten Stiefel neben den Kamin, gefüllt mit Stroh als Futter für Odins Pferd. Am Morgen erwachten sie und fanden das Stroh durch Geschenke und Süßigkeiten ersetzt. Man denkt, daß Odins achtbeiniges Pferd sich später in acht winzige Rentiere verwandelte, und die Stiefel wurden zu Weihnachtssocken.

Die Briten, Niederländer und andere sollten dem Santa-Mythos mehrere Schichten hinzufügen, aber wichtig ist, daß über St. Nikolaus’ griechische Ursprünge hinaus alles andere an der Legende in Nordeuropa gekeimt und entwickelt worden zu sein scheint. (Weitere Modifikationen wurden in Amerika am Santa-Claus-Mythos vorgenommen, aber Thomas Nast und Clement Clarke Moore hatten ebenfalls eine Haut, die so rosig wie Kaugummi war.) Santa Claus ist eine hauptsächlich nordeuropäische Kulturikone und daher so weiß wie es nur geht.

Dennoch kommen hier die Gerechtigkeitskrieger aus wärmeren Klimaten und versuchen wieder einmal, das europäische kollektive Unterbewußtsein zu beschummeln. In anderen Kontexten würde das, was sie tun „Kulturaneignung“, „Kolonialismus“ oder sogar „Intoleranz“ genannt werden. Letzte Woche wurde mitten in dem Trubel um Aisha Harris und Megyn Kelly ein weißer Lehrer in New Mexico „gemaßregelt“, weil er einem schwarzen Schüler sagte, daß Santa Claus weiß ist.

Erst sagen sie uns, daß sie nicht wollen, daß der Zwarte Piet schwarz ist, und jetzt sagen sie uns, daß sie nicht wollen, daß Santa weiß ist. Ich denke, es ist Zeit, ihnen zu sagen, daß sie aufhören sollen, uns zu sagen, was wir tun sollen.

Falls euch das nicht gefällt, nun, dann geht und erfindet eure eigenen Fantasiefiguren für das Fest. Noch besser, ihr spürt euren biologischen Vater auf und bringt ihn dazu, euch ein paar Spielsachen zu Weihnachten zu kaufen. Wir haben euch die Präsidentschaft gegeben, aber ich werde euch nicht Santa Claus überlassen. Ich ziehe eine Linie im Schnee, und falls ihr sie übertretet, riskiert ihr den Zorn Odins.

*   *   *   *   *   *   *

Siehe auch:

Rassismusdebatte – Fox News: Jesus und Santa “nachweislich Weiße” von Krone.at (aus dem das Bild von Megyn Kelly stammt)
Frohe Weihnachten, Ungläubige! von Greg Johnson
Weihnachtsgrüße aus der Matrix von Osimandia, wo sie auch das Thema des weißen Jesus behandelt

Hollywoods Krieg gegen Weihnachten von Edmund Connelly
Der jüdische Krieg gegen Weihnachten von Edmund Connelly
The Jewish Grinch who stole Christmas von Burt Prelutsky (trotz des Titels deutsch)

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