Sure 5: Der Tisch (Al-Maida)

Aus der Koranausgabe der Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh, Buch-Nr. 028019; nach der Übertragung von Ludwig Ullmann (1840) neu bearbeitet und erläutert von L. W.-Winter. Leider scheint nirgends auf, wann diese Neubearbeitung erstellt wurde; in der Einführung von L. W.-Winter heißt es jedoch: „Mehr als sechshundert Millionen Anhänger zählt der mohammedanische Glaube heute.“ Da heute schon von etwa 1,3 Milliarden Moslems weltweit die Rede ist, muß diese Fassung jedenfalls schon mehrere Jahrzehnte alt sein.

Der Anlaß für die Veröffentlichung dieser Fünften Sure, die chronologisch die 114. und damit die letzte war (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Koransuren), welche weiters alle vorhergehenden abrogiert, war die von Osimandias Kommentar Nr.122 zu “Kann man mit Islamkritikern reden?“ ausgelöste Diskussion um diese Sure und speziell den Vers 22, der Manfred Kleine-Hartlage zu diesem Kommentar veranlaßte:

„Jetzt bin ich baff: Die Stelle sagt tatsächlich eindeutig, dass Allah das Land für die Juden bestimmt hat. Vielleicht sollte die israelische Regierung mal spaßeshalber eine entsprechende Fatwa bei der Al-Azhar einholen, nur um die frommen Gelehrten ein wenig ins Schwitzen zu bringen. :D “

Fette Hervorhebungen im Text sind von mir. Ich habe die Fußnoten von L. W.-Winter, die im Buch immer unten auf der jeweiligen Seite stehen, in Abständen zwischen den Versen der Sure eingefügt, damit man nicht immer bis zum Ende des Artikels scrollen muß, wenn man sie nachlesen möchte.

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FÜNFTE SURE: DER TISCH1 (Al-Maida), offenbart zu Medina

[1] Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen.

[2] O Gläubige, haltet eure Verträge1. Es ist euch erlaubt, das unvernünftige Vieh zu essen, ausgenommen das, was verboten ist2, und ausgenommen die Jagdbeute, während ihr auf Wallfahrt seid (was sonst wohl erlaubt ist3), denn Allah verordnet, was er will.

[3] O Gläubige, entweiht nicht die heiligen Gebräuche Allahs4 und nicht den heiligen Monat (Moharam) und nicht die Opfertiere und deren Schmuck5. Beleidigt auch die nicht, welche zum Heiligen Tempel wallfahrten, um Allahs Huld und Wohlgefallen zu erlangen. Habt ihr Iram (den Pilgermantel) abgetan (die Wallfahrt vollzogen), dann mögt ihr auf die Jagd gehen. Nicht verleite euch Haß gegen die, welche euch vom heiligen Tempel Haram abhalten (das Kampfverbot im heiligen Raum und Monat – gegen die den Tempelbesuch behindernden Koreischiten). Steht euch als Gerechte in Gottesfurcht bei, seid nicht sündig in Feindschaft. Fürchtet Allah; er ist streng im Strafen.

[4] Es ist euch verboten zu essen: von selbst Gestorbenes (Verendetes), Blut und Schweinefleisch und das, bei dessen Schlachtung ein anderer als Allahs Name angerufen worden war, und Ersticktes und Erschlagenes oder durch Fall zu Tode Gestürztes oder das durch die Hörner eines anderen Tieres Getötete (und Angefressene) und das von wilden Tieren Zerrissene, außer ihr selbst habt es erst völlig getötet6, und das, was Götzen zu Ehren geschlachtet wird7. Auch ist es Sünde, durch Werfen des Loses etwas zu verteilen8. Wehe an jenem Tage denen, welche von eurer Religion abfielen. Fürchtet nicht diese, sondern nur mich. Heute habe ich für euch eure Religion vollendet9 und meine Gnade an euch erfüllt und euch (den) Islam zur Religion gegeben. Wer aber, durch Hunger gezwungen, Verbotenes genießt, ohne Absicht, sündigen zu wollen, dem verzeiht Allah, gegen den ist er barmherzig.

1) So genannt nach den Versen [113, 115] f. dieser Sure, in denen der Tisch erwähnt wird, der Jesu vom Himmel zugekommen war. Siehe Note 46. Oft heißt diese Sure auch nach dem Anfang derselben: Die Verträge.

2) Das Schwein.

3) Jagd war nur während der Pilgerschaft verboten.

4) Die Zeremonien bei der Wallfahrt.

5) Die nach Mekka gebrachten Opfertiere wurden mit allerlei Zierat, z. B. mit Kränzen um den Hals, geschmückt.

6) Wenn das von Tieren Zerrissene noch Leben hatte als es in eure Hände kam, und ihr es ordnungsgemäß geschlachtet habt.

7) Im Original heißt es: was auf Steinen geschlachtet wird. Die heidnischen Araber pflegten vor ihren Häusern Steine aufzustellen und auf diesen ihren Götzen zu opfern.

8) Die Sitte, durchs Pfeillos zu entscheiden und das Schicksal zu befragen, war bei den heidnischen Arabern, wie überhaupt bei den Orientalen, verbreitet.

9) Die Kommentatoren schließen aus dieser Stelle, daß dies die letzte Offenbarung Mohammeds gewesen sei und nach dieser keine religiösen Offenbarungen mehr erfolgt seien.

[5] Sie werden dich fragen, was ihnen zu essen erlaubt sei. Antworte: „Alles, was zuträglich und gesund ist, ist erlaubt, und das, was Jagdtiere, die ihr wie Hunde abgerichtet habt, für euch fangen, welche ihr aber lehren müßt, das Wild so zu töten, wie es Allah befahl. Was diese für euch fangen, das eßt und gedenkt Allahs dabei und fürchtet ihn; denn Allah ist schnell im Zusammenrechnen.“

[6] An diesem Tag ist euch alles, was gut ist, zu genießen erlaubt, auch die Speisen der Schriftbesitzer (was Juden oder Christen bereiteten), sowie eure Speisen auch ihnen erlaubt sind. Es ist euch auch erlaubt, freie keusche Frauen zu heiraten, die gläubig sind, auch freie keusche Frauen von denen, welche die Schrift vor euch erhalten haben, wenn ihr ihnen ihre Morgengabe gabt und züchtig mit ihnen lebt und sie nicht nur zu Konkubinen und Beischläferinnen macht oder heimlich Huren nehmt. Wer aber den Glauben verleugnet, dessen Werke sind vergeblich und der gehört in jener Welt zu denen, welche verdammt sind.

[7] O Gläubige, bevor ihr euch zum Gebet anschickt, wascht euer Gesicht, eure Hände bis zum Ellbogen, reibt naß eure Köpfe und reinigt eure Füße bis an die Knöchel ab; habt ihr euch durch Beischlaft verunreinigt, so wascht euch ganz. Seid ihr aber krank oder auf der Reise oder geht einer aus einem heimlichen Gemach (nach Verrichtung der Notdurft) oder ihr habt Frauen berührt und ihr findet kein Wasser, so nehmt feinen reinen Sand und säubert euer Gesicht und eure Hände damit. Allah will euch damit keine Last aufbürden, sondern euch reinigen und seine Gnade an euch vollbringen, damit ihr dankbar werdet.

[8] Erinnert euch an Allahs Gnade und das Bündnis – zu El-Akaba -, das er mit euch geschlossen hatte, als ihr sagtet: „Wir haben gehört und wollen gehorchen.“ Daher fürchtet Allah; denn Allah kennt das Innerste des Herzens.

[9] O Gläubige, beobachtet Gerechtigkeit, wenn ihr ein Zeugnis vor Allah10 ablegt. Laßt euch nicht durch Haß gegen jemanden verleiten, Unrecht zu tun, sondern handelt nur gerecht; das führt euch der Frömmigkeit näher. Fürchtet nur Allah; denn Allah kennt euer Tun.

[10] Allah hat denen, welche glauben und Gutes tun, Versöhnung und großen Lohn versprochen.

[11] Die Ungläubigen aber, welche unsere Zeichen für Lügen halten, sollen der Hölle Gefährten werden.

[12] O Gläubige, seid eingedenk der Gnade Allahs gegen euch: Als einst Menschen (in Feindschaft) ihre Hände gegen euch ausstrecken wollten, da hielt er ihre Hände zurück; darum fürchtet Allah, nur auf ihn mögen die Gläubigen vertrauen.

[13] Allah hatte früher ein Bündnis mit den Kindern Israels geschlossen und unter ihnen zwölf Fürsten ausgewählt11, und Allah sprach: „Ich werde mit euch sein, wenn ihr das Gebet verrichtet und Almosen gebt und meinen Gesandten glaubt und sie unterstützt und Allah auf gute Zinsen leiht12. Dann will ich euch eure Sünden verzeihen und euch in wasserreiche Gärten bringen. Wer aber von euch darauf im Unglauben verharrt, der irrt vom rechten Weg ab.“

[14] Weil diese nun ihr Bündnis gebrochen haben, deshalb haben wir sie verflucht und ihr Herz verstockt, so daß sie Worte von ihrer wahren Stelle gerückt13 und einen Teil dessen, woran sie gemahnt worden waren, vergessen haben. Du aber laß nicht nach, ihre Betrügereien aufzudecken. Betrüger sind sie bis auf wenige. Doch vergib und verzeih ihnen; denn Allah liebt die, welche Gutes tun.

[15] Auch mit denen, welche sagen: „Wir sind Christen“, hatten wir einen Bund geschlossen; aber auch sie haben einen Teil dessen vergessen, wozu sie ermahnt worden waren. Darum haben wir Feindschaft und Haß14 unter ihnen bis zum Auferstehungstag erregt, dann wird ihnen gezeigt werden, was sie taten.

[16] O ihr Schriftbesitzer, unser Gesandter ist nun zu euch gekommen, um euch viele Stellen in der Schrift anzuzeigen, die ihr weggelassen habt. Manche wird auch er übergehen15. Nun ist euch ein Licht und eine deutliche Schrift von Allah zugekommen.

[17] Hierdurch will Allah die, welche nach seinem Wohlgefallen streben, auf den Weg des Friedens leiten und sie aus der Finsternis in das Licht nach seinem Willen führen und ihnen den rechten Weg weisen.

[18] Wahrlich, das sind Ungläubige, welche sagen: „Allah ist doch Christus, der Sohn Marias.“ Sage ihnen: „Wer könnte es Allah verwehren, wenn er Christus, den Sohn Marias, mit seiner Mutter, samt allen Erdbewohnern vertilgen wollte?“ Allah gehört ja das Reich der Himmel und der Erde, und was zwischen ihnen ist. Er erschafft, was er will, denn Allah ist allmächtig.

[19] Die Juden und Christen sagen: „Wir sind die Kinder Allahs und einzig von ihm Geliebten.“ Sag ihnen: „Warum straft euch Allah denn eurer Sünden wegen? Nein, ihr seid nur Menschen wie andere, die er erschuf.“ Er verzeiht, wem er will, und bestraft, wen er will. Allah ist Herr über die Himmel und die Erde, und was zwischen ihnen ist, und zu ihm kehren alle Dinge zurück.

[20] O ihr Schriftbesitzer, nun ist unser Gesandter nach einem Zeitraum von Propheten16 zu euch gekommen, sonst hättet ihr sagen können: „Es ist keiner zu uns gekommen, weder Gutes verkündend noch uns warnend.“ Nun aber ist ein Verkünder guter Botschaft und Ermahner zu euch gekommen, und Allah ist allmächtig.

[21] Besinnt euch, als Moses zu seinem Volke sagte: „Erinnert euch der Gnadenbeweise Allahs gegen euch, der euch Propheten und Könige eingesetzt und euch gegeben hat, was sonst keiner Nation in der Welt gegeben war17.

[22] Mein Volk betritt das Heilige Land, welches Allah dir bestimmt hat. Wendet euch nicht ab, sonst könntet ihr verderben und untergehen.“

[23] Sie aber antworteten: „O Moses, es wohnt ein Volk von Riesen darin, wir wollen nicht früher hineingehen, ehe jene nicht fortgezogen sind. Sobald aber diese aus dem Land verjagt sind, wollen wir einziehen.“

[24] Darauf sagten zwei Männer18, welche Allah fürchteten und die Gnade Allahs schon erfahren hatten: Geht nur zum Tore der Stadt hinein, und wenn ihr eingezogen seid, werdet ihr siegen. Vertraut nur auf Allah, wenn ihr Gläubige seid.“

[25] Sie aber antworteten: „O Moses, wir gehen nimmer hinein, solange jene darin sind. Gehe du hin und dein Herr und kämpft. Wir wollen so lange hierbleiben.“

[26] Moses sagte: „O Herr, ich habe nicht die Macht, über jemanden zu gebieten, nur über mich und meinen Bruder; darum mache einen Unterschied zwischen uns und diesem frevelhaften Volke.“

[27] Allah antwortete: „Das Land sei ihnen nun vierzig Jahre verboten; so lange sollen sie auf der Erde umherirren. Sei weiter nicht besorgt um dieses frevelhafte Volk.“

[28] Erzähle ihnen die Geschichte der zwei Söhne Adams19, wie sie sich in Wahrheit zugetragen hat. Als diese ihr Opfer brachten und das Opfer des einen angenommen und das des anderen nicht angenommen wurde, sagte Kain: „Ich will dich umbringen.“ Abel aber antwortete: Allah nimmt nur das Opfer der Frommen an.

[29] Wenn du deine Hand ausstrecken solltest, um mich zu erschlagen, so will ich doch die meinige nicht ausstrecken, um dich umzubringen, denn ich fürchte Allah, den Herrn der Welten.

[30] Ich wünsche nur, daß du meine und deine Sünden trägst und ein Gefährte des Höllenfeuers wirst; denn das ist der Lohn der Ungerechten.“

[31] Doch Kain verhärtete sein Herz und tötete seinen Bruder, und so gehörte er nun zu den Verloreren.

[32] Da schickte Allah einen Raben, der in der Erde scharrte, um Kain zu lehren, wie er den Leichnam seines Bruders bergen könne20. Da sagte Kain: „Wehe mir, ich bin ja nicht einmal so geschickt wie dieser Rabe, daß ich den Leichnam meines Bruders (die Tat an meinem Bruder) zu bergen wüßte.“ Und nun gehörte er zu den Bereuenden.

[33] Daher haben wir den Kindern Israels vorgeschrieben, daß wer einen umbringt, nicht um zu vergelten oder weil dieser Verderben auf der Erde anrichtete (aus Vergeltung oder im Krieg), es so sei, als habe er alle Menschen umgebracht. Wer andererseits eines einzigen Menschen Leben rettet, nur einen am Leben erhält, sei angesehen, als habe er das Leben aller Menschen erhalten. Unsere Gesandten sind schon früher zu ihnen (den Juden) mit deutlichen Beweisen gekommen; nachher waren doch noch viele von ihnen lasterhaft auf der Erde. (Anm. Deep Roots: siehe auch, was Irmin Vinson in Holocaust-Gedenken über die talmudische Originalversion dieser Regel schreibt)

[34] Doch der Lohn derer, welche sich gegen Allah und seinen Gesandten empören und sich bestreben, nur Verderben auf der Erde anzurichten, wird sein: daß sie getötet oder gekreuzigt oder ihnen die Hände und Füße an entgegengesetzten Seiten21 abgehauen oder daß sie aus dem Lande verjagt werden. Das ist ihre Strafe in dieser Welt, und auch in jener Welt erwartet sie große Strafe.

[35] Doch die, welche bereuen, bevor ihr sie gefangen habt und zwingt, mögen wissen: Gegen sie ist Allah verzeihend und barmherzig.

10) Es ist hier nicht nur an das Zeugnis vor Allah, sondern auch vor irdischen Richtern gedacht.

11) Nach Anzahl der Stämme.

12) Zu den heiligen Kriegen Geld vorschießt.

13) In der Heiligen Schrift namentlich solche Stellen, die sich auf Mohammed beziehen sollen.

14) Die vielen christlichen Sekten, die sich gegenseitig verketzern.

15) Wahl übersetzt: Und er wird euch viel vergeben. Sale bemerkt, daß nur solche Stellen, deren Wiederherstellung in der Heiligen Schrift überflüssig ist, übergangen werden. Und ich meine: Mohammed läßt sich hier von Allah die überzeugende Legitimation erteilen, wegzulassen, was seiner Lehre widerspricht, wie er selbst im Koran Überholtes später aufhebt.

16) Der Zeitraum, der zwischen der Erscheinung eines früheren und des nächsten nachfolgenden Propheten liegt.

17) Das Manna, die Wolkensäule, die Meeresspaltung und so weiter.

18) Kaleb und Josua, zwei von den zwölf Kundschaftern, die Moses nach Kanaan entsandte (V. Mos. 30).

19) Die Geschichte von Kain und Abel, welche bei den Moslems Kabil und Habil heißen.

20) Im Original: die „Scham“, die unbedeckten Geschlechtsteile seines Bruders. Es wird ferner erzählt, daß Kain nicht wußte, wie er den Körper seines Bruders verbergen könnte, bis er gesehen hatte, wie ein Rabe die Erde aufscharrte, um einen anderen toten Raben zu begraben.

21) Entweder die rechte Hand und der linke Fuß oder der rechte Fuß und die linke Hand.

[36] O Gläubige, fürchtet Allah und strebt nach Vereinigung mit ihm und kämpft für seine Religion, damit ihr glücklich werdet.

[37] Die Ungläubigen aber, und hätten sie auch alles, was in der Welt ist, und noch viel mehr dazu – um sich am Auferstehungstage von der Strafe loszukaufen -, nein, es wird nichts von ihnen angenommen, auf sie wartet große Strafe.

[38] Sie werden verlangen, aus dem Höllenfeuer herauszukommen. Sie werden aber nicht herauskommen, sondern ihre Strafe wird ewig dauern.

[39] Einem Dieb und einer Diebin haut die Hände ab, zur Strafe dessen, was sie begangen haben. Diese warnende Strafe (ist) von Allah; denn Allah ist allmächtig und allweise.

[40] Wer aber, nachdem er gesündigt hat, bereut und sich bessert, zu dem wird Allah sich wieder hinwenden; denn Allah ist verzeihend und barmherzig.

[41] Weißt du denn nicht, daß Allah die Himmel und die Erde beherrscht? Er straft, wen er will, und verzeiht, wem er will; denn Allah ist aller Dinge mächtig.

[42] O Gesandter, betrübe dich nicht über die, welche im Unglauben verharren, über die, welche mit dem Mund wohl sagen: „Wir glauben“, aber in ihrem Herzen doch nicht glauben, oder über die Juden, welche nur auf Lügen horchen, um sie weiterzuerzählen, und auf andere, die nicht zu dir kommen – die Rabbinen -, hören. Sie verkehren auf ihre Art die Worte der Schrift an ihren Stellen und sagen: „Wenn euch dies Buch gebracht wird, dann nehmt es an. Wird es euch nicht gebracht, seid vorsichtig auf eurer Hut!“ Für die, welche Allah in Versuchung führen will, wirst du bei Allah nichts vermögen. Alle die, deren Herz Allah nicht reinigen will, haben in dieser Welt Schmach und in jener Welt große Strafe zu erwarten.

[43] Sie hören auf Lügen und essen, was verboten ist. Sie werden zu dir kommen22, richte dann zwischen ihnen oder entferne (wende) dich von ihnen. Wenn du dich von ihnen entfernst, werden sie dir durchaus nicht schaden können. Wenn du aber richtest, dann richte zwischen ihnen nur nach Gerechtigkeit; denn Allah liebt die Gerechten.

[44] Doch wie sollten sie sich deiner Entscheidung unterwerfen? Sie haben ja die Thora, worin die Urteile Allahs enthalten sind. Sie werden dir daraufhin doch den Rücken zukehren23; denn sie sind keine Gläubigen.

[45] Wir haben die Thora offenbart, die Leitung und Licht enthält; nach ihr richteten die gottergebenen Propheten die Juden; auch die Rabbinen und Schriftgelehrten urteilten nach dem Buch Allahs, das ihnen zur Aufbewahrung gegeben war, und sie waren Zeuge davon24. Darum fürchtet nicht die Menschen, sondern nur mich und verkauft meine Zeichen nicht für geringen Preis. Wer sein Leben (und seine Urteile) nicht nach der Offenbarung Allahs und nach dem, was er herabsandte, richtet, der gehört zu den Ungläubigen.

[46] Wir haben ihnen vorgeschrieben, daß man also richten solle: Leben für Leben und Aug um Auge, Nase um Nase, Ohr für Ohr, Zahn um Zahn und Wunde mit Wiedervergeltung zu bestrafen25. Sollte aber einer darauf als Almosen vergeben (auf Sühne verzichten), dem werden seine Sünden verziehen, und es mag zu seiner Versöhnung angenommen werden. Wer aber nicht nach den Offenbarungen Allahs urteilt, der gehört zu den Ungerechten.

[47] Wir haben Jesus, den Sohn der Maria, den Fußstapfen der Propheten folgen lassen, bestätigend die Thora, welche in ihren Händen war, und gaben ihm das Evangelium, das Leitung und Licht und Bestätigung der Thora enthält, welche zuvor in ihren Händen war, den Gottesfürchtigen zur Leitung und Erinnerung.

[48] Die Besitzer des Evangeliums sollen nun nach den Offenbarungen Allahs darin urteilen; wer aber nicht nach den Offenbarungen Allahs urteilt, der gehört zu den Frevlern.

[49] Wir haben nunmehr dir das Buch (den Koran) in Wahrheit offenbart, die früheren Schriften in ihren Händen bestätigend, und dich zum Wächter darüber eingesetzt. Urteile du nun nach dem, was Allah offenbart, und folge durchaus nicht ihrem Verlangen, daß du von der Wahrheit abgehst, welche dir zuteil geworden ist. Einem jeden Volke gaben wir Norm (Religion) und einen offenen Weg26. Wenn es Allah nur gewollt hätte, so hätte er euch allen nur einen Glauben gegeben; so aber will er euch in dem prüfen, was euch zuteil geworden ist27. Wetteifert daher in guten Werken, denn ihr werdet alle zu Allah heimkehren, und dann wird er euch über das aufklären, worüber ihr uneinig wart.

[50] Und du (o Mohammed) richte zwischen ihnen nur nach den Offenbarungen Allahs und folge nicht ihrem Verlangen. Hüte dich vor ihnen, sonst verführen sie dich, von einem Teil dessen abzuirren, was Allah dir offenbart hat. Wenden sie dir den Rücken (folgen sie nicht deiner Entscheidung), so wisse, daß Allah sie für die Vielzahl ihrer Sünden bestrafen will. Ein großer Teil der Menschen ist wahrhaftig frevelhaft!

[51] Verlangen sie vielleicht die Entscheidungen aus der Zeit der Unwissenheit28? Wer aber kann besser als Allah unter einem Volke von richtiger Erkenntnis (das fest zu seinem Glauben steht) entscheiden?

22) Die Juden und Christen werden in Streitigkeiten unter sich dich zum Richter nehmen. Es bleibt dir aber die Entscheidung, ob du urteilen willst oder nicht.

23) Sie werden dein Urteil, wenn es ihnen nicht gefällt, doch nicht beachten.

24) Darüber zu wachen, daß sie nicht verfälscht werde.

25) Der Talmud jedoch lehrt, daß viele Strafen nicht als wirkliche Leibesstrafen, sondern nur als entsprechende Geldstrafen zu nehmen seien; dies scheint auch Mohammed im folgenden Verse anzunehmen.

26) „Mit Absicht hat Allah mehrere Religionen zugelassen.“ So deuten die meisten Kommentatoren. Ich nehme dies wörtlicher: So gab Allah im Laufe der Jahrtausende immer wieder deutlich seinen Willen kund und schrieb einen klaren Weg vor.

27) Er will sehen, ob jeder an den besonderen Offenbarungen und Rechtsvorschriften, die ihm zuteil geworden sind, auch festhält.

28) Der Zeitraum vor dem Koran, in welchem die Araber dem Götzendienst huldigten, wird die Zeit der „Unwissenheit“ genannt.

[52] O Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden; denn sie sind nur einer des anderen Freund (gegeneinander). Wer von euch sie zu Freunden nimmt, der ist einer von ihnen. Ein ungerechtes Volk leitet Allah nicht.

[53] Dur wirst sehen, wie die, deren Herz schwach ist, zu ihnen hineilen und sprechen: „Wir befürchten, es möchte uns ein Unglück befallen.“ Es kann aber leicht sein, daß Allah einen Sieg gibt oder sonst eine Anordnung trifft und sie dann das, was sie insgeheim irrig dachten, bereuen.

[54] Dann werden die Gläubigen sagen: „Sind das die Leute, die bei Allah einen festen Eid geschworen haben, es mit euch zu halten?“ Ihre Werke sind vergeblich, und sie gehören zu denen, welche untergehen werden.

[55] O Gläubige, wer unter euch von seinem Glauben abfällt, an dessen Stelle wird Allah ein anderes Volk setzen, welches er liebt und das ihn liebt, das liebevoll gegen die Gläubigen und streng gegen die Ungläubigen sein wird und welches für die Religion Allahs kämpft und das sich nicht vor den Schmähungen der Verleumder fürchtet. Dies ist die Güte Allahs, welche er schenkt, wem er will; denn Allah ist unendlich und allweise.

[56] Euer Beschützer ist Allah; und sein Gesandter, auch die Gläubigen, die das Gebet verrichten und Almosen geben und sich tief vor ihm beugen, auch sie sind es.

[57] Wer sich nun Allah und seinen Gesandten und die Gläubigen zu seinen Freunden nimmt, der gehört zu der Partei Allahs, und zu denen, welche obsiegen.

[58] O Gläubige, nehmt nicht die, welchen die Schrift vor euch zugekommen ist, und nicht die Ungläubigen, welche euren Glauben verspotten und verlachen, zu Freunden, sondern fürchtet Allah, wenn ihr Gläubige sein wollt:

[59] auch die nicht, welche darüber spotten und scherzen, wenn ihr zum Gebet ruft; dies tun jene, weil sie ein unverständiges Volk sind.

[60] Sage zu den Schriftbesitzern: „Zieht ihr euch wohl aus einer anderen Ursache von uns zurück, als weil wir an Allah und an das glauben, was er uns und was er früher offenbarte, und weil der größte Teil von euch sündhaft ist?“

[61] Sage ihnen: „Kann ich euch etwas Schlimmeres verkünden als die Vergeltung Allahs? Die, welche Allah verflucht hat und über welche er zürnte, hat er in Affen und Schweine verwandelt29, und die den Tagut (Irrgötzen) verehren, die befinden sich in einem noch schlimmeren Zustand; denn sie sind von der geraden Bahn noch weiter abgewichen.“

[62] Kommen sie zu euch, so sagen sie wohl: „Wir glauben“; doch sie kamen im Unglauben, und ungläubig gehen sie auch wieder fort; aber Allah weiß, was sie verbergen.

[63] Du wirst viele von ihnen zur Sünde und Bosheit hineilen sehen und Verbotenes essen, aber wehe ihnen wegen dem, was sie tun.

[64] Wenn die Rabbinen und Schriftgelehrten ihnen ihre Gottlosigkeit und den Genuß des Verbotenen nicht wehren können, dann wehe ihnen wegen ihres Tuns.

[65] Die Juden sagen: „Die Hand Allahs ist gebunden“ (Allah kann nicht gütig sein); aber ihre Hände werden gebunden werden (am Jüngsten Tage werden die Juden vor Allah mit an den Hals gefesselten Händen treten), und sie verflucht sein wegen dieser Rede. Nein! Allahs Hände sind ausgestreckt (ausgebreitet), um damit auszuteilen, was er will. Die Offenbarung, welche dir von deinem Herzen zuteil geworden ist, wird ihre Ruchlosigkeit und ihren Unglauben noch vermehren; Haß und Feindschaft haben wir bis zum Auferstehungstage unter ihnen gestiftet. Sooft sie ein Kriegsfeuer entzünden, wird Allah es wieder auslöschen. Sie streben, auf der Erde Verderben zu stiften, aber Allah liebt nicht die Übeltäter.

[66] Wenn die Schriftbesitzer nur glauben und Allah fürchten wollten, werden wir ihre Sünden vergeben und sie in wonnevolle Gärten versetzen.

[67] Wenn sie die Thora und das Evangelium beachten, und was ihnen von ihrem Herrn offenbart worden ist, so werden sie des Guten genießen, das über und unter ihnen ist30. Es gibt auch rechtliche Leute unter ihnen, die meisten aber tun nur Böses.

[68] O du Gesandter, veröffentliche alles, was dir offenbart worden ist; tust du das aber nicht, so hast du deine Sendung nicht vollbracht. Allah wird dich vor den Menschen schützen; denn Allah leitet nicht ein ungläubiges Volk.

[69] Sage ihnen: „O ihr Schriftbesitzer, ihr gründet euch auf nichts, bis ihr die Thora und das Evangelium beachtet, und was euch sonst von eurem Herrn offenbart worden ist.“ Doch das, was dir von deinem Herrn offenbart wurde, wird die Ruchlosigkeit und den Unglauben vieler unter ihnen nur vermehren; aber wegen des ungläubigen Volkes betrübe dich nicht.

[70] Wahrlich die, welche glauben, die Juden, Sabäer und Christen, wenn sie an Allah und den Jüngsten Tag glauben und nur tun, was recht ist, so kommt weder Furcht noch Trauer über sie.

[71] Als wir ein Bündnis mit den Kindern Israels geschlossen hatten, da schickten wir ihnen Gesandte. Sooft die Gesandten nun zu ihnen kamen, mit solchem, was ihrem Herzen nicht angenehm war, so beschuldigten sie einige des Betruges, und einige töteten sie sogar.

[72] Sie glaubten, daß sie dafür nicht gestraft würden; blind und taub waren sie. Doch Allah wandte sich ihnen wieder zu31; darauf wurden viele von ihnen wieder blind und taub32; aber Allah sieht ihr Tun.

29) Sure II [66], IV [48]. Die Jungen verwandelte Allah in Affen, die Alten in Schweine.

30) Den Segen des Himmels und der Erde.

31) Auf ihre Reue und Buße.

32) Sie verschlossen vor der göttlichen Offenbarung Augen und Ohren und wurden ungläubig.

[73] Wahrlich, das sind Ungläubige, die sagen: Allah sei Christus, der Sohn der Maria. Sagt ja Christus selbst: „O ihr Kinder Israels, dient Allah, meinem und eurem Herrn.“ Wer Allah irgendein Wesen zugesellt, den schließt Allah vom Paradies aus, und seine Wohnung wird das Höllenfeuer sein, und die Gottlosen werden keinen Helfer haben.

[74] Auch das sind Ungläubige, welche sagen: „Allah ist der dritte (einer) von dreien“; denn es gibt nur einen einzigen Gott. Enthalten sie sich nicht, so zu sprechen, wird diese Schriftbesitzer schwere Strafe treffen.

[75] Sollten sie daher nicht zu Allah zurückkehren und ihn um Verzeihung bitten? Denn Allah ist versöhnend und barmherzig.

[76] Christus, der Sohn Marias, ist nur ein Gesandter, so wie ihm Gesandte auch vorangegangen sind, seine Mutter war eine wahrhafte und wahrhaftige Frau (keine Göttin), beide aßen gewöhnliche Speisen33. Seht, wir bewiesen ihnen deutlich (die Einheit Allahs), doch seht nun, wie sie (von der Wahrheit) abweichen.

[77] Sage ihnen: „Wollt ihr außer Allah etwas verehren, was euch weder Schaden noch Nutzen bringen kann?“ Allah hört und weiß alles.

[78] Sage ihnen: „O ihr Schriftbesitzer, überschreitet doch nicht gegen die Wahrheit die Grenzen eurer Religion und folgt nicht dem Verlangen der Menschen34, welche schon früher geirrt und manchen verführt haben. Sie sind von der rechten Bahn abgewichen.“

[79] Die Ungläubigen unter den Kindern Israels wurden schon verflucht von der Zunge Davids und Jesu, des Sohnes der Maria, weil sie sich empört und versündigt

[80] und sich die Frevel, welche sie ausübten, nicht untereinander verwehrt hatten; darum wehe ihnen wegen ihres Tuns.

[81] Du wirst sehen, daß viele von ihnen sich mit Ungläubigen befreunden. Wehe ihnen wegen dem, was ihre Seele voranschickt35. Darüber entbrennt der Zorn Allahs, und ewig werden sie in der Qual bleiben.

[82] Hätten sie nur an Allah und an den Propheten geglaubt, und an das, was ihm offenbart worden ist, so hätten sie nicht jene zu Freunden genommen, doch die meisten von ihnen sind Übeltäter.

[83] Du wirst finden, daß unter allen Menschen die Juden und Götzendiener (Heiden) den Gläubigen am meisten feind sind; du wirst ferner finden, daß den Gläubigen noch die am besten gesinnt sind, welche sagen: „Wir sind Christen.“ Das kommt daher, weil diese Priester und Mönche haben und auch weil sie keinen Stolz besitzen (nicht hochmütig sind).

[84] Wenn sie hören werden, was dem Gesandten offenbart worden ist, so wirst du ihre Augen in Tränen überfließen sehen wegen der Wahrheit, die sie nun wahrnehmen, und sie werden sagen: „O Herr, wir glauben, und schreibe uns zu denen ein, die Zeugnis davon geben!

[85] Und warum sollten wir auch nicht an Allah glauben und an die Wahrheit, die uns zugekommen ist, und nicht ernstlich wünschen, daß der Herr uns mit diesem frommen Volk ins Paradies führen möge?“

[86] Für diese Rede belohnt sie Allah mit wasserreichen Gärten, in welchen sie ewig bleiben werden. Das ist die Belohnung der Gerechten!

[87] Die Ungläubigen aber, welche unsere Offenbarung des Betruges beschuldigen, werden der Hölle Genossen sein.

[88] O Gläubige, verbietet auch nicht das Gute, das euch Allah erlaubt hat36. Seid keine Übertreter, denn Allah liebt die Übertreter nicht.

[89] Eßt, was euch Allah zur Nahrung gegeben hat, was erlaubt und gut ist, und fürchtet Allah, an den ihr glaubt.

[90] Allah wird euch nicht wegen eines unbedachten Wortes in euren Eiden strafen; wohl aber wird er euch für das, was ihr mit Vorbedacht in euren Eiden aussagt (und wozu ihr euch eidlich verpflichtet) zur Rechenschaft ziehen. Die Sühne eines solchen Eides besteht in der Speisung von zehn Armen mit solcher Speise, wie ihr sie eurer eigenen Familie gebt, oder sie so zu kleiden oder in der Auslösung eines Gefangenen. Wer aber das nicht vermag, der faste drei Tage. Dies ist die Sühne eurer Eide, die ihr unrichtig geschworen habt. Darum haltet eure Eide. Allah macht euch darum mit seinen Zeichen bekannt, damit ihr dankbar (und fromm) werdet.

[91] O Gläubige, der Wein, das Spiel, Bilder37 und Loswerfen sind verabscheuungswürdig und ein Werk des Satans; vermeidet sie, damit es euch wohl ergehe.

[92] Durch Wein und Spiel will der Satan nur Feindschaft und Haß unter euch stiften und euch vom Denken an Allah und von der Verrichtung des Gebetes abbringen. Solltet ihr daher nicht davon ablassen wollen?

[93] Gehorcht Allah und gehorcht den Gesandten und seid auf eurer Hut. Solltet ihr euch aber abwenden, so wißt wenigstens, daß es Pflicht unseres Gesandten ist, hiergegen öffentlich zu predigen.

[94] Die glauben und das Gute tun, haben keine Sünde davon, daß sie vordem (vor dem Verbot: Wein und Spiel) davon gekostet haben; wenn sie nur jetzt Allah fürchten und glauben und Gutes tun und auch ferner Allah fürchten und Gutes tun; denn Allah liebt die, welche Gutes tun.

[95] O Gläubige, Allah will euch auch bei der Wallfahrt, mögt ihr das Wild mit euren Händen oder Spießen erreichen, prüfen38, damit Allah seine Verehrer im Verborgenen kennenlerne. Wer sich aber jetzt noch dagegen vergeht, den erwartet große Strafe.

[96] O Gläubige, tötet kein Wild, während ihr auf der Wallfahrt seid. Wer dennoch mit Vorsatz getötet hat, der soll ebensoviel, als er tötete, an zahmem Vieh ersetzen, nach der Entscheidung zweier religiöser Männer unter euch, und dies soll als Opfer nach der Kaaba (in die heilige Moschee zu Mekka) gebracht werden; oder er soll als Sühne zwei Arme speisen oder statt dessen fasten, damit er das Unheil seiner Tat sühne. Was bereits geschehen ist, hat Allah verziehen, wer aber die Sünde wiederholt, an dem wird Allah Rache nehmen; denn Allah ist allmächtig und vermag sich zu rächen.

[97] Der Fischfang ist euch erlaubt, und seine Speise diene euch und den Reisenden als Lebensmittel; nur Wild im Lande zu jagen, während ihr auf der Wallfahrt seid, ist euch verboten; darum fürchtet Allah, zu dem ihr einst versammelt werdet.

[98] Allah hat die Kaaba, das heilige Haus, das Menschen zur Friedensstätte bestimmt39 und den heiligen Monat Moharam verordnet und die Opfer mit ihrem Zierat, damit ihr wißt, daß Allah alles kennt, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und sein Wissen alle Dinge umfaßt.

[99] Wißt, daß Allah streng im Bestrafen ist, aber auch, daß Allah verzeihend und barmherzig ist.

[100] Der Gesandte erhielt nur den Ruf, zu predigen; Allah kennt, was ihr offen kundtut und was ihr verheimlicht.

[101] Wenn dir eine Menge des Bösen auch noch so sehr gefallen sollte, so ist doch Böses und Gutes nicht einerlei; darum fürchtet Allah, ihr, die ihr verständigen Herzens seid, damit ihr glücklich werdet.

[102] O Gläubige, fragt nicht nach Dingen, welche euch nur Kummer machten, wenn sie euch entdeckt würden; doch wenn ihr euch nach der Offenbarung des Korans danach erkundigt, so sollen sie euch entdeckt werden, und Allah verzeiht es euch; denn Allah ist versöhnend und huldvoll.

[103] Auch vor euch haben sich Leute danach erkundigt und haben danach doch nicht geglaubt.

[104] Wegen Bahira, Saiba, Wassila und Hami40 hat Allah nichts befohlen, sondern die Ungläubigen haben Lügen hierbei über Allah erfunden; denn der größte Teil von ihnen ist unwissend.

33) Sie hatten ihre Bedürfnisse wie alle Menschen.

34) Nämlich ihrer früheren Geistlichen.

35) Die Sünden, welche der Mensch in die Ewigkeit vorausschickt.

36) Dies ist gegen das überstrenge Mönchsleben gerichtet.

37) Götzenbilder oder besondere Abbildungen von Geschöpfen überhaupt (war auch den Juden verboten). In dieser Sure [91] und [92] verbietet Mohammed das beliebte Glücksspiel: Meisar. Durch Pfeilwurf wurde ein Kamel ausgespielt, sodann geschlachtet und zum Teil an die Armen verteilt. Siehe zweite Sure [220]: …aber doch auch Nutzen… Verhaßt war Mohammed die Zukunftsbefragung durch Pfeilwurfspiel: V [4].

38) So soll bei einer Wallfahrt einst, auf der das Jagen verboten ist, den Pilgern so viel Wild begegnet sein, daß sie im Gehen aufgehalten wurden, was für sie eine Versuchung sein sollte.

39) Hier soll man namentlich in Zeiten der Gefahr und Not Sicherheit, Ruhe und Rettung finden. Die Ahmadiyya-Mission sagt: …das unverletzliche Haus als eine Stütze und Erhebung für die Menschheit…

40) Prototypnamen von Opfertieren in heidnischer Zeit. Diese Tiere waren gezeichnet, jedoch wie andere auf Weidegang. Bahira: Kamelkuh, die zehn Kälber geworfen hatte; Saiba: Kamelstute; Wassila: Schaftier; Hami: Kamelhengst, dessen Zeugung sicher zehn Kamele nachgewiesen waren. Mit diesen Opfern waren Aberglauben-Riten verbunden, daher von Mohammed verboten.

[105] Sagt man zu ihnen: „Wendet euch dem zu, was Allah und der Gesandte offenbart haben“, so antworten sie: „Wir halten die Religion, welche wir bei unseren Vätern fanden, für zureichend.“ Aber wie, wenn nun ihre Väter auch unwissend und nicht recht geleitet waren?

[106] Oh, Gläubige, tragt Sorge für euer Seelenheil, dann wird kein Irrender euch schaden können, da ihr recht geleitet seid. Zu Allah werdet ihr alle zurückkehren, und er wird euch dann alles sagen, was ihr getan habt.

[107] O Gläubige, wenn einer von euch dem Tode sich nähert und die Zeit zu eurem Testament ist da, so nehmt aus eurer Mitte zwei Zeugen, rechtliche Männer, dazu; oder seid ihr gerade auf Reisen und der Tod befällt euch, nehmt zwei andere Männer, die nicht aus eurer Mitte sind41. Nach dem Mittagsgebet sperrt diese ein (haltet sie zurück), damit sie, wenn ihr an ihrer Redlichkeit zweifelt, bei Allah schwören und sprechen: „Wir wollen unser Zeugnis nicht für irgendeine Bestechung verkaufen, und wäre es auch zum Besten eines Verwandten, und wollen auch nicht das Zeugnis Allahs verheimlichen (das Allah gebot), sonst wären wir Sünder.“

[108] Würde aber von beiden ein Unrecht bekannt, so sollen zwei andere, die nächsten Blutsverwandten, an ihre Stelle treten, bei Allah den Betrug jener beschwören und sagen: „Unser Zeugnis ist wahrhafter als das jener, wir sind nicht treulos, sonst wären wir Frevler.“

[109] Es läßt sich auch leicht machen, daß sie ihr Zeugnis in Gegenwart jener ablegen, damit sie fürchten müssen, daß nach ihrem Eid ein Gegeneid geschworen wird; darum fürchtet Allah und gehorcht; denn Allah leitet nicht ein ungerechtes Volk42.

[110] An einem gewissen Tage43 wird Allah die Gesandten versammeln und sagen: „Was hat man euch geantwortet, als ihr predigtet?“ Sie aber werden antworten: „Wir haben keine Kenntnis davon, du aber kennst alles Verborgene44.“

[111] Darauf sagt Allah: „O du Jesus, Sohn der Maria, gedenke meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, ich habe dich ausgerüstet durch den heiligen Geist, damit du schon in der Wiege, und auch als du herangewachsen warst, zu den Menschen reden konntest; ich lehrte dich die Schrift und die Weisheit, die Thora und das Evangelium. Du schufst mit meinem Willen die Gestalt eines Vogels aus Ton; du hauchtest in ihn, und mit meinem Willen wurde er ein wirklicher Vogel45. Mit meinem Willen heiltest du einen Blindgeborenen und einen Aussätzigen, und mit meinem Willen ließest du Tote aus ihren Gräbern treten. Ich hielt die Kinder Israels ab, Hand an dich zu legen, als du mit deutlichen Beweisen zu ihnen kamst und sie, welche nicht glaubten, sagten: ‚Dies ist alles offenbare Täuschung’“.

[112] Als ich den Aposteln befahl, daß sie an mich und meinen Gesandten glauben sollen, da antworteten sie: „Wir glauben, bezeuge du es uns, daß wir ganz dir ergeben sind.“

[113] Erinnere dich, als die Apostel sagten: „O Jesus, Sohn der Maria, vermag dein Herr auch einen Tisch uns vom Himmel herabzusenden46?“ Er antwortete: „Fürchtet nur Gott, wenn ihr wahre Gläubige sein wollt.“

[114] Sie aber antworteten: „Wir wollen aber davon essen, damit unser Herz sich beruhigt und wir wissen, daß du die Wahrheit uns verkündet hast und wir Zeugnis davon geben können.“

[115] Darauf sagte Jesus, der Sohn der Maria: „O Gott, Herr, sende uns einen Tisch (mit Speise) vom Himmel, daß dies ein festlicher Tag für uns werde, für den ersten und letzten von uns, als ein Zeichen von dir. Nähre uns, denn du bist der beste Ernährer.“

[116] Darauf erwiderte Allah: „Ich will euch den Tisch herabsenden, wer aber von euch dann nicht glauben wird, den werde ich bestrafen, wie ich kein anderes Geschöpf in der Welt bestrafen werde.“

[117] Und wenn Allah einst Jesus fragen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du je zu den Menschen gesagt: Nehmt außer Allah noch mich und meine Mutter zu Göttern an?“, so wird er antworten: „Preis und Lob nur dir, es ziemte mir nicht, etwas zu sagen, was nicht die Wahrheit ist (wozu ich kein Recht hatte); hätte ich es aber gesagt, so wüßtest du es, denn du weißt ja, was in mir, ich aber nicht, was in dir ist; denn nur du kennst alle Geheimnisse.

[118] Ich habe nichts anderes zu ihnen gesagt, als was du mir befohlen hast, nämlich: Verehrt Gott, meinen und euren Herrn. Solange ich bei ihnen war, war ich Zeuge ihrer Handlungen; nun da du mich zu dir genommen hast, bist du ihr Wächter; denn du bist Zeuge aller Dinge.

[119] Strafst du sie, so sind es deine Diener; verzeihst du ihnen – du bist der Allmächtige und Allweise.“

[120] Allah antwortet: „An diesem Tage soll den Wahrhaften ihre Wahrhaftigkeit Nutzen bringen; wasserreiche Gärten sollen sie erhalten und ewig darin bleiben.“ Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie sollen Wohlgefallen haben an ihm. Das wird eine große Seligkeit sein!

[121] Allah gehört das Reich der Himmel und der Erde, und was darinnen ist; und Allah ist allmächtig.

41) Die nicht eures Glaubens sind.

42) Zu Vers [108, 109] eine moderne Auslegung: Haben die zwei ersten Zeugen falsch ausgesagt, dann sollen zwei andere vortreten, welche eine falsche Aussage behaupten und eben gegen die ersten Zeugen aufgetreten sind. Diese beiden nunmehrigen Zeugen sollen nun bei Allah schwören, ihr Zeugnis sei wahrhaftiger als das der ersten Zeugen. SO wird wahrscheinlich, daß diese beiden letzteren wahr aussagen, da sie ja selber weitere eidesstattliche Aussagen nach ihrer eigenen befürchten müssen.

43) Am Jüngsten Tage.

44) Wir wissen nicht, ob die Äußerungen der Menschen aufrichtig waren oder nicht; du aber kennst ihre Herzen.

45) Vergleiche III [50] N.7.

46) Über die Legende vom Tisch und den Speisen, nach welchem auch diese Sure benannt ist, fabeln die Ausleger auf verschiedene Weise. Es scheint aber nichts anderes zu sein als das Abendmahl, das Mohammed auf seine Art darstellt.

*  *  *  *  *  *  *

Zum Schluß noch dieser Ausschnitt aus der Einführung von L. W.-Winter:

Ein bestechender Erfolg war 1860 der Forschung Theodor Nöldeckes, Göttingen, beschieden, der die zeitliche Folge der Offenbarungen Mohammeds in folgende vier Perioden aufgliederte und innerhalb dieser die Entstehung der Suren einteilte:

1. Periode im ersten bis fünften Jahr von Mohammeds Auftreten:

Sure: 96, 74, 111, 106, 108, 104, 107, 102, 105, 92, 90, 94, 93, 97, 86, 91, 80, 68, 87, 95, 103, 85, 73, 101, 99, 82, 81, 53, 84, 100, 79, 77, 78, 88, 89, 75, 83, 69, 51, 52, 56, 70, 55, 112, 109, 113, 114, 1.

2. Periode: fünftes und sechstes Jahr:

Sure: 54, 37, 71, 76, 44, 50, 20, 26, 15, 19, 38, 36, 43, 72, 67, 23, 21, 25, 17, 27, 18.

3. Periode: siebtes Jahr bis zur Flucht aus Mekka am 16. Juni 622:

Sure: 32, 41, 45, 16, 30, 11, 14, 12, 40, 28, 39, 29, 31, 42, 10, 34, 35, 7, 46, 6, 13.

4. Periode: medinensische Suren:

Sure: 2, 98, 64, 62, 8, 47, 3, 61, 57, 4, 65, 59, 33, 63, 24, 58, 22, 48, 66, 60, 110, 49, 9, 5.

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3 Kommentare

  1. Deep Roots

     /  Juni 17, 2016

    @ reinigungskraft: Faszinierend!

    Da ist mir gleich wieder der Artikel Paulus: Der Erfinder des Christentums von Michael Zick eingefallen. Das prä-paulinische Jerusalemer Ur-Urchristentum hatte ja anscheinend zunächst nur eine Art Reformjudentum sein sollen, wenn auch ein sehr ketzerisches. Erst der zum Paulus gewandelte Jude Saulus hat es in – aus der Sicht jüdischer Interessen – sehr weitsichtiger Weise für ethnische Nichtjuden geöffnet und die Grundlagen dafür geschaffen, daß das Christentum zu einer universalistischen, volkstums- und rasseblinden Weltreligion werden konnte.

    Und sechs Jahrhunderte später ist dann unter den Arabern, den semitischen Verwandten der Juden, noch so eine „abrahamitische“ Universalreligion entstanden: der Islam, der aber von seiner Grundausrichtung her deutlich kriegerischer ist als das Christentum und somit für jüdische Zwecke die Rolle der „Kampfhundsekte aus Mekka“ ausfüllte. Dazu würde es sehr passen, wenn deren Gründer Mohammed nicht bloß von durch christliche und jüdische Religionselemente beeinflußt gewesen wäre, die er aus seinem Umfeld aufgeschnappt hat, sondern auch von seiner Abstammung her zumindest teilweise einen jüdischen Hintergrud gehabt hätte.

    Noch eine Leseempfehlung: Die Herabkunft des Islam von Revilo Oliver; hier der Eröffnungssatz:

    WIE DAS CHRISTENTUM, IST DER ISLAM im Grunde ein jüdischer Kult für Goyim. …

    Antworten
  2. Deep Roots

     /  Juni 17, 2016

    Übrigens haben die Juden wirklich einen Hau bezüglich der Vermeidung mißliebiger Symbole. Im Wiki-Artikel über Tel Aviv steht im Abschnitt „Straßenkreuzungen“ dies:

    „Für die hebräische Schrift wurde eine abweichende Form des Pluszeichens konzipiert, dem der untere Teil des senkrechten Balkens fehlt, sodass seine Form nicht an ein (christliches) Kreuz erinnert. Der als Talmudgelehrte und Leitfigur der nationalreligiösen Bewegung bekannte Rabbi Adin Steinsaltz sprach in einem Spiegelinterview von absurden Äußerlichkeiten: Neben dem modifizierten Additionszeichen sei das Kreuz als Form auch bei Straßenkreuzungen Tel Avivs planerisch vermieden worden, weswegen der Verkehr dort bis heute recht chaotisch sei.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tel_Aviv-Jaffa#Stra.C3.9Fenkreuzungen

    Ich glaube, so weit gehen nicht einmal die Muselmanen, über deren Anti-Kreuz-Spinnereien die PI-Schafe sich gern ereifern.

    Antworten

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