Zwei Wölfe und ein Schaf: Demokratische Tyrannei

Wölfe

Von Baron Bodissey; das Original „Two Wolves and a Sheep: Democratic Tyranny“ erschien am 13. Dezember 2008 auf „Gates of Vienna“:

http://gatesofvienna.blogspot.com/2008/12/two-wolves-and-sheep-democratic-tyranny.html

Während der großen Zwielichtkämpfe moderner Zeiten – gegen die verschiedenen Formen des totalitären Sozialismus im 20. Jahrhundert, und gegen den totalitären Islam im 21. – ist viel Aufhebens um die Demokratie gemacht worden. Demokratische Regierungen anstelle existierender Despotismen einzurichten, wird als reiner Segen für den Westen betrachtet, und als nützlich für unsere nationale Sicherheit.

Aber was ist diese “Demokratie”, über die jeder spricht? Wir alle haben eine allgemeine Vorstellung davon: die Wahlurne, die violetten Finger, eine Gesetzgebung, die sich aus den gewählten Vertretern des Volkes zusammensetzt, und so weiter. Aber streng genommen ist die Demokratie nur eine Form der repräsentativen Regierung, und möglicherweise die schlechteste. Andere, robustere Formen beinhalten die konstitutionelle Republik und die konstitutionelle Monarchie, die beide lange und vornehme Stammbäume haben.

Es war einmal, da waren die Vereinigten Staaten eine konstitutionelle Republik, und keine Demokratie. Die Gründerväter betrachteten eine pure Demokratie in weiser Art als eine Gefahr für das Gemeinwohl.

Aber wir haben seit damals ihre weise Voraussicht lange vergessen, und das gegenwärtige allgemeine Verständnis des amerikanischen politischen Systems besagt, daß es eine Demokratie ist, in der die Mehrheit herrscht. Was immer 51% der Wählerschaft zu jedem gegebenen Zeitpunkt will, das müssen wir haben.

Diese Definition ist so weit verbreitet und tief verwurzelt, daß die meisten Leute sich nicht einmal mehr der ursprünglichen politischen Strukturen erinnern, welche die Republik zum Funktionieren brachten. Die Verfassung wird als altbackenes und lästiges Hindernis gesehen, etwas, das umgangen werden muß, um den Willen des Volkes umzusetzen.

Nichts illustriert die gegenwärtigen Trends besser als die anhaltenden Streitereien um Barack Hussein Obamas fehlende Geburtsurkunde. Am 8. Dezember hatte David Horowitz in einem Artikel mit dem Titel “Obama Derangement Syndrome” dies über die Geburtsurkundenkontroverse zu sagen:

Die Geburtsurkundeneiferer argumentieren im wesentlichen, daß 64 Millionen Wähler entrechtet werden sollten wegen einer umstrittenen Formalität bezüglich dessen, ob Obama auf U.S.-Boden geboren wurde. (McCain entging dem Problem knapp, indem er in der Panamakanalzone geboren wurde, die nicht länger amerikanisch ist.)

Welchen Unterschied macht es für die Zukunft dieses Landes, ob Obama auf U.S.-Boden geboren wurde? Befürworter dieser destruktiven Kampagne werden anführen, daß das Verfassungsprinzip hinsichtlich der Qualifizierung als Präsident alles andere aussticht. Aber wie lebensfähig wird unsere Verfassung sein, wenn fünf Höchstrichter entscheiden sollten, 64 Millionen Wählerstimmen für ungültig zu erklären? [Hervorhebung von mir (Baron Bodissey)]


Mr. Horowitz ist ein ehemaliger Mann der Linken, und er hat den volkstümlichen Enthusiasmus seiner früheren politischen Haltung nicht gänzlich aufgegeben. Seiner Ansicht nach ist die Verfassung der Vereinigten Staaten eine “umstrittene Formalität”, und er schaut die Idee schief an, daß sie den ausdrücklichen Willen des Volkes “ausstechen” kann.

Er hat dabei zahlreiche Gesellschaft. Die meisten Leute schätzen instinktiv jede Verfassungsbestimmung gering, die der populären Meinung zuwiderläuft. Aber sie übersehen eine unerfreuliche und gefährliche Wahrheit: uneingeschränkte Demokratie führt unvermeidlich zur Tyrannei.

Es gibt keine Ausnahmen. Wenn die Demokratie nicht mit Schutzmaßnahmen eingehegt wird, um die bestechlichen und kapriziösen Äußerungen des Volkswillens einzudämmen, dann wird nach und nach unausweichlich die Tyrannei per Wählerstimmen herbeigeführt.

Die Ersteller des Rahmenwerks verstanden diese Tatsache nur allzu gut. Aber zweihundert Jahre des oppurtunistischen Herumpfuschens haben alle Eindämmungen und Balancevorkehrungen erodiert und uns eine nackte und ungeschützte Version der Demokratie übriggelassen, die nur allzu leicht von denen manipuliert und korrumpiert wird, die bereits Machtpositionen innehaben. Das universale Wahlrecht, die Enstehung verschiedener Formen sozialistischer Ideologie, der Verfall der staatsbürgelichen Bildung und das Aufkommen der modernen Massenmedien haben alle zum Niedergang unserer verfassungsmäßigen Absicherungen beigetragen. Barack Hussein Obama ist nur zufällig der Glückliche, der am meisten durch das Ergreifen dieses historischen Moments zu gewinnen hat.

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Conservative Swede und ich haben dieses und ähnliche Themen in einer Serie von E-Mails diskutiert. Ein Teil unseres Dialoges ist nachfolgend wiedergegeben:

CS:

 

Dies ist eine erfundene Geschichte, das heißt, ein neuer, verbesserter – und von hier an gültiger – nationaler Mythos, daß die Demokratie die Verfassung aussticht; wenn also die Wahlmänner für Obama stimmen (wobei sie wissen, daß dies so ist!), dann übertrumpft das die Verletzung der Verfassung.

 

 

Aber trotz meiner Fähigkeit, die Dinge zu durchschauen und die Dinge kommen zu sehen, muß ich sagen, daß ich mich – wenn ich das noch mal lese – immer noch zu naiv finde. Ich habe angenommen, daß sie mehr Raffinesse bei ihrer Täuschung anwenden und sich Dinge ausdenken würden, die theoretisch besser klingen. Aber Horowitz und die Linken kümmern sich nicht darum. Sie gehen das mit der Bully-Methode an, die genauso gut funktioniert.

 

 

Also hatte ich recht damit, daß die Demokratie die Verfassung ausstechen würde, aber ich vergaß, daß dies ein geändertes Auftreten voraussetzt. Demokratie ohne eine Verfassung ist genau die Herrschaft des Mobs. Und das ist genau das, was wir von Horowitz und den Linken kommen sehen. Die Demokratie hat schließlich die Verfassung besiegt – willkommen in der Herrschaft des Mobs!

BB:

 

Die Verfassung ist schon eine ganze Weile nicht mehr in Funktion. Die Einbehaltung der Bundeseinkommenssteuer war verfassungswidrig. Kelo war verfassungswidrig. Die „Reform“ der Wahlkampffinanzierung war verfassungswidrig. Das kürzliche Wirtschaftsrettungspaket war verfassungswidrig.

 

 

Der Vorteil der Geburtsurkundenaffäre ist der, daß sie das Ableben der Verfassung offensichtlicher und öffentlich bekannter machen könnte. Was stillschweigend abgelaufen ist, wird offen werden. Wir werden in eine post-konstitutionelle Ära eintreten. Ich habe keine Vorstellung, was danach passieren wird, aber wenigstens wird das So-tun-als-ob vorbei sein.

– – – – – – – – –

CS:

 

Der größte Trick des Teufels ist der, daß er uns dazu bringt, von der Demokratie als dem zu sprechen, wonach wir streben: wie wir uns an demokratische Werte halten, für unsere demokratischen Prinzipien kämpfen, nach mehr Demokratie streben werden, etc. Man hört auch vernünftige Leute in genau dieser Sprache reden. Wo es doch in Wirklichkeit genau die Demokratie und das Demokratiegerede sind, die die guten, zivilisierten und ausgewogenen republikanischen Regierungssysteme torpedieren, welche für eine (sehr lange und gedeihende) europäische Politiktradition typisch sind, von denen nicht mehr viel übrig ist (und die Menschen sind nicht einmal mehr in der Lage, diese Ideen auch nur zu formulieren).

 

 

Damit wie bei so vielen anderen Dingen, die die Leute nicht gelernt und nicht verinnerlicht haben, ist es so, daß es genau das ist, wonach man sie zu streben gelehrt hat, was uns in den Höllenschlund schleudert. Es ist genau unser Konzept von Moral, unsere Ideale und wie wir sie formulieren, das diesen zivilisatorischen Selbstmord verursacht. Solange das nicht umgekehrt wird, gibt es keinen Weg, um uns wirklich zu retten.

 

 

Nein, unsere Zivilisation ist nicht von Linken, Kulturmarxisten, der Frankfurter Schule etc. gekapert worden. Das Problem liegt in unserem fundamentalen Konzept von Moral, und dies erzeugt all die Probleme und erzeugt sie von neuem, und wendet die Gesellschaft beständig weiter und weiter nach links. Sicherlich haben die Linken aufgrund dessen ihren Spaß, aber das ist nur ein Epiphänomen.

BB:

 

Ja, du hast ganz recht. Die “pure Demokratie” hat triumphiert. Die beiden Wölfe haben darüber abgestimmt, was sie zum Abendessen wollen. Unser Land ist erledigt.

CS:

 

Es gibt sehr wenige von uns, die dieses Problem mit der Demokratie sehen. Noch weniger, die das Gesamtproblem mit unserem ganzen Konzept von Moral sehen. Und selbst jene unter uns, die das verstehen, rutschen leicht wieder zurück ins Gerede von Demokratie und Gutsein. Es ist ein sehr langer Marsch, unseren Weg zurück zu den Ideen vor der Aufklärung zu finden (welche auch an das Industriezeitalter angepaßt werden müssen). Selbst mir fällt es schwer, die politischen Ideale der, sagen wir, „der Republik“, zu formulieren. Es ist einfach zu leicht, wieder ins Demokratiegerede zurückzugleiten.

 

 

Demokratiegerede ist revolutionär und emotional und klingt so viel besser, wenn man die Leute zum Handeln versammeln will. Das Prinzip der Republik ist mehr etwas für Philosophen.

 

 

Und es ist noch schwerer, gegen unsere tief verwurzelten Konzepte von gut und böse vorzugehen. Das ist unsere grundlegendste soziale Grammatik. Die grundsätzlichsten Datenstrukturen unseres Denkens.

 

 

Brutale und unterdrückerische Tyrannei liegt unter unserem modernen Überbau demokratischer Ideale verborgen. Niemals haben Menschen unter solch einer brutalen und unehrlichen Tyrannei mit solch einem völligen Mangel an Solidarität untereinander gelebt. Aber natürlich sind die leitenden ideologischen Illusionen niemals so wunderbar gewesen; die Menschen sind in Junkies verwandelt worden. Dies ist unser Heroin.

BB:

 

Ja, dies ist wie ‚Brave New World’, nicht wie 1984. Wir haben unser eigenes „Soma”. Dies ist eine Tyrannei mit lächelndem Gesicht. Aber Frank Vanheckes Fall zum Beispiel zeigt, daß es wirklich eine Tyrannei ist. Für jene, die den Bereich akzeptabler Meinungen verlassen wird das lächelnde Gesicht zum finsteren Gesicht mit Kampfstiefeln.

 

 

Was wir zum Zweck der Diskussion brauchen, ist eine Alternative zum Wort „Demokratie“. Victor Davis Hanson (der ein Fan der Griechen ist und dem Ideal dere Republik anhängt) spricht von „repräsentativer Regierung“, was ein recht guter Kurzbegriff für das ist, was wir meinen.

 

 

Wählen ist nur brauchbar in Gruppen von begrenzter Größe, die relativ homogen in ihrer Zusammensetzung sind. Die ursprünglichen amerikanischen Strukturen waren so aufgebaut – die „Demokratie“ war gänzlich lokal. Die größeren Institutionen waren aus Vertretern der auf örtlicher Ebene gewählten Körperschaften aufgebaut, und der Senat war bewußt zur Kontrolle der Demokratie gedacht. Jeder der drei Regierungsbereicht war dafür konstruiert, jede mögliche Tyrannei in den beiden anderen zu verhindern.

 

 

Aber all diese Sicherungen sind jetzt natürlich weggeworfen worden.

 

 

Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine repräsentative Regierung aufgebaut werden kann, die wirklich die Bedürfnisse und den Willen des Volkes reflektiert. Tyrannei ist nicht die einzige Alternative zur Demokratie; es gibt andere mögliche Formen. Und wenn sie funktionieren sollen, müssen sie alle mit Kontrollmechanismen für die Äußerungen der Demokratie ausgestattet sein.

 

 

Offen gesagt, ich betrachte die pure Demokratie als Fluch für das Staatswesen.

 

 

Demokratie ist das, was uns Obama bringt, nationale Gesundheitsfürsorge, das Bildungsministerium und Rettungspakete der Bundesregierung für Privatfirmen. Demokratie resultiert unvermeidlicherweise darin, daß sich die Menschen per Wählerstimme Zugriff aufs öffentliche Vermögen verschaffen.

 

 

Demokratie läßt zu, daß die Verfassung gestürzt und durch die Tyrannei der Mehrheit ersetzt wird.

 

 

Ich bevorzuge das Ideal der repräsentativen Regierung, die unsere (sterbende) konstitutionelle Republik einschließt, die konstitutionelle Monarchie und andere lebensfähige Formen der Selbstregierung, die eine Anzahl konkurrierender Machtblöcke unterstützen und aufrechterhalten, welche die Entstehung von Tyrannei verhindern.

 

 

Pure Demokratie könnte nur in einem kleinen homogenen Staat wie, sagen wir, Andorra, funktionieren.

 

 

Ohne Kontrolle wird Demokratie immer per Wahl die Tyrannei herbeiführen.

 

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Hier sind wir also, vor der Apotheose der westlichen Zivilisation, in der vollen Blüte der Demokratie. Zwei Wölfe, ein Schaf, die darüber abstimmen, was sie zum Abendessen wollen.

Wer sind also die Wölfe, und wer die Schafe?

In Europa umfaßt Wolf #1 die sozialistischen Parteien der verschiedenen Schattierungen, zusammen mit dem vollen bürokratischen Staatsapparat, und Wolf #2 beinhaltet die moslemischen Einwanderer, die dabei helfen, sie an der Macht zu halten. Zusammen können diese zwei Gruppen die gewöhnlichen eingeborenen europäischen Schafe jederzeit überstimmen.

In den Vereinigten Staaten wird ein Wolf verkörpert von der Kombination aus Wohlfahrtsempfängern Volksgruppen außerhalb der WASPs [White Anglo-Saxon Protestants], die verläßlich für die Machterhaltung des liberal-sozialistischen Regimes stimmen. Der andere Wolf setzt sich aus Regierungsangestellten auf Bundes-, Staats- und lokaler Ebene zusammen, plus den Gewerkschaften und anderen Remoras [Schiffshalterfischen] auf dem Bundeshaifisch. Gewöhnliche, fleißige steuerzahlende Schafe sind an der Wahlurne kein Gegner für sie.

Die konkurrierenden Machtstrukturen – die verschiedenen Grundherrschaften unter den europäischen monarchischen Systemen, oder die drei Zweige der Regierung und die souveränen Bundesstaaten der USA — existieren nicht mehr. Es gibt nur mehr die uneingeschränkte und ständig wachsende Macht der Zentralregierung, die Wahl um Wahl im Amt bestätigt wird. Dieses enorme bürokratische System mästet sich an massiver Besteuerung, die nur in einer produktiven und technisch fortgeschrittenen Volkswirtschaft möglich ist. Solange es “Gratis”-Leistungen an selbstzufriedene Wähler austeilen kann, funktioniert das System weiter.

Aber diese Tage sind fast schon vorbei. Das Pyramidenspiel des Wohlfahrtsstaates verläßt sich auf eine immer weiter wachsende Bevölkerung, um neue Trottel für das alte Spiel aufzubieten, und all das wird zu einem Ende kommen. Das existierende System wird scheitern; es kann das Scheitern nicht vermeiden.

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Die Demokratie in den USA — und im restlichen Westen — ist irreparabel beschädigt. Sie hat ihre unvermeidliche Endform im modernen Wohlfahrtsstaat erreicht und nähert sich rapide dem Endspiel. Es gibt keine große Schar gutausgebildeter, rechtschaffener und fleißiger Bürger mehr, die sich zusammentun und das System umbauen könnten. Die existierende Struktur kann nicht auf unbestimmte Zeit gestützt werden und wird zusammenbrechen müssen, bevor irgendwelche neuen belastbareren Formen repräsentativer Regierung entstehen können.

Der Kollaps des existierenden Systems ist unvermeidlich. Die einzigen Fragen sind, ob der Kollaps plötzlich oder in Zeitlupe passieren wird, und ob es eine Periode der Unwissenheit, Brutalität und Unterdrückung geben wird, bevor die Freiheit wiedergewonnen werden kann.

Das Muster ist jetzt klar, und zukünftige Historiker werden den natürlichen Fluß von Ursache und Wirkung auf dem Weg der Demokratie zur Selbstzerstörung nachzeichnen können.

Wenn er all der republikanischen, monarchischen oder anderen bewährten Strukturen entblößt ist, die die Tyrannei der Mehrheit zurückhalten, dann wird der demokratische Prozeß schließlich von den privilegierten Klassen manipuliert, um immer mehr Macht in ihre eigenen Hände zu dirigieren. Brot und Spiele werden den Wählern geboten, um sie ruhigzustellen, und die Wähler ihrerseits geben ihre Stimmen dem einen oder anderen Mitglied der Oligarchie, die die Maschine zu ihrem eigenen Nutzen am Laufen hält.

In dem Maß, wie das System immer spröder wird, wird die Unterdrückung offener. Jeder echte Widerspruch wird zum Schweigen gebracht, sanft, wenn möglich, aber brutal, falls nötig. Fragen Sie einfach Frank Vanhecke.

Uns bleibt nur eine Hülle und eine Karikatur der ursprünglichen Funktionen der Selbstregierung. Die Menschen können für jeden auf dem Wahlzettel stimmen, den sie wollen, aber sie können das System nicht ändern, das ihre Stimmen ausnützt.

Man kann sich für Coke oder Pepsi entscheiden. Aber man kann sich nicht dafür entscheiden, keine Softdrinks zu trinken.

Ausgewählte Kommentare aus dem Originalstrang bei “Gates of Vienna”:

 

Ian B:

Ich denke, diese Diskussion geht wie die meisten Diskussionen betreffend Demokratie etc. am Punkt vorbei. Jedes politische System kann nur mit der Einwilligung seines Volkes überleben (oder durch rücksichtslose Unterdrückung). Wenn die Mehrheit des Volkes nicht nach den Bestimmungen der Verfassung leben will, dann wird diese Verfassung fallen. Wenn jedermann sich zum fundamentalen Christentum bekehrt, oder die meisten, dann gibt’s eine christliche Theokratie, und zum Teufel mit der Verfassung. Dasselbe, wenn sie alle Kommunisten werden, oder Faschisten, oder Moslems, oder irgendetwas sonst. Niemand wird sich für ein 200 Jahre altes Dokument interessieren. Der einzige Weg zur Bewahrung einer freien Gesellschaft besteht darin, daß man die Debatte in den Köpfen der Massen gewinnt.

Unsere Gesellschaften sind in dem Zustand, wie er ist, weil Konservative und Libertäre die Debatte verloren haben. Sie haben sie total und vollständig verloren. Der Feind – die Linke, wie immer man ihn nennen will – hat alle Sorten hinterhältiger Taktiken verwendet, aber sie haben nichtsdestoweniger die Unterstützung der Massen gewonnen.

Man braucht die Unterstützung der Massen. Das ist alles, was zählt.

Aquila:

Heutzutage neige ich zum körperlichen Unwohlsein, wann immer ich auf eine Aussage stoße wie:

“Was immer 51% der Wählerschaft zu jedem gegebenen Zeitpunkt will, das müssen wir haben.”

Auf welchem Planeten?

“Alle vier Jahre einmal” ist nicht gleichbedeutend mit “zu jedem gegebenen Zeitpunkt”.

Wenn irgendeine der Regierungen samt ihren Behörden unter all den sogenannten “Demokratien” jemals auch nur 20 % der Zeit die Dinge tun würde, die wirklich von mindestens 51 % der Wählerschaft unterstützt werden, dann würde ich vor Überraschung von Stuhl fallen.

All dieses Gerede davon, daß eine republikanische Regierung ‘robuster’ sei, was immer das heißt, oder daß Demokratie den Willen des Volkes reflektiert, als ob das ‘Volk’ irgendeine echte Macht hätte, ist im wesentlichen bedeutungslos. Beide Versionen sind gewählte Juntas, die zur Sicherstellung dessen bestimmt sind, daß der Wille des Volkes getrost von den Regierungen ignoriert werden kann, einfach weil sie ‘robuster’ in der Aufrechterhaltung ihrer Macht sind.

Der korrekte Ausdruck für die Regierungsformen, die wir frei als Republiken oder Demokratien bezeichnen (ehrliche Wahlen vorausgesetzt) ist ‘gewählte Junta’.

Ist immer so gewesen.

Wird immer so sein.

Solange dies nicht von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung klar verstanden wird, kann kein Fortschritt zu einem alternativen System gemacht werden, das den Willen des Volkes wirklich reflektiert.

Es wäre eine Tragödie, wenn man sich bei den amerikanischen Gründervätern um Anleitung umschauen würde. Die Verachtung, die sie gegenüber ihren Mitbürgern hegten, wie sie von ihren Einschränkungen gegenüber dem ‘demokratischen’ Strohmann offenbart, den sie geschaffen hatten, unterschied sich wahrscheinlich wenig von den Ansichten von George III.

Baron Bodissey:

Aquila

Ich sagte „zu jedem gegebenen Zeitpunkt“, und ich meinte es so. Das Aufkommen von Massenmeinungsumfragen (zusammen mit den Massenmedien zu Verbreitung der Ergebnisse) hat ein Zeitalter der plebiszitären Demokratie eingeleitet. Politiker können jederzeit den Kurs ändern, beruhend auf der populären Laune, wie sie sich in Meinungsumfragen ausdrückt.

Wir sind bereits dort. 24/7 pure Demokratie.

viracoche:

Das Konzept der Demokratie oder Republik ist nobel und gut. Die Idee, die Macht unter den Empfängern ihrer Früchte zu teilen. Das Problem liegt in der Ausführung. Jene, die nichts beitragen, sollten nicht wählen. Vielleicht wäre es eine Demokratie in einer großen Oligarchie. Nur jene, die dienen, sollten über unsere Zukunft entscheiden dürfen. Ein paar Beispiele, die mir einfallen, wären Mitglieder der Streitkräfte, medizinische Berufe, Wissenschaftler, Kleinunternehmer etc.
Wird nie passieren; nur meine 2 Cents.

Charles Martel:

Großartige Diskussion – danke. Die Demokratie ist letztendlich die despotischste aller Regierungsformen, weil sie wirksame Opposition abstumpft und unterminiert. Immerhin, wer könnte gegen den Willen des Volkes sein?

Ich habe aber eine Frage an CS. Du sagtest: “Damit wie bei so vielen anderen Dingen, die die Leute nicht gelernt und nicht verinnerlicht haben, ist es so, daß es genau das ist, wonach man sie zu streben gelehrt hat, was uns in den Höllenschlund schleudert. Es ist genau unser Konzept von Moral, unsere Ideale und wie wir sie formulieren, das diesen zivilisatorischen Selbstmord verursacht. Solange das nicht umgekehrt wird, gibt es keinen Weg, um uns wirklich zu retten.“

Könntest du dich näher darüber auslassen und Vorschläge für zusätzlichen Lesestoff liefern? Du bist da definitiv an etwas dran, und ich würde gern besser verstehen, was du sagst.

Danke.

jezekiah:

Das Problem liegt in unserem fundamentalen Konzept der Moral…

Dies ist eine Einsicht, die man sich näher ansehen muß.

Ich sage schon seit langem, daß die Moral im 20. Jahrhundert großteils vom “Affe sieht, Affe tut”-Einfluß der Massenmedien diktiert worden ist. Wenn wir bestimmen können, WER den Löwenanteil am Einfluß in den Massenmedien hat, können wir leichter jene aufzeigen, die den Zusammenbruch der Moral in der größeren Kultur zu sehen wünschen.

Aquila

„Wir sind bereits dort. 24/7 pure Demokratie.“

Um nur ein offensichtliches Beispiel zu nehmen, wenn über 70% der Menschen in den Vereinigten Staaten etwas so Grundlegendes wollen, wie daß die Einwanderungsgesetze ordentlich durchgesetzt werden, und diese Mehrheit jahrzehntelang straflos ignoriert wird, dann existiert ein Zustand von purer Demokratie 0/7.

Baron Bodissey:

Aquila

Ah, aber der Trick ist der: wenn die Leute etwas wollen, das all die Eliten einfach nicht erlauben werden, dann stellen die Türsteher sicher, daß kein bedeutender Kandidat für ein nationales Amt jemals diese Position unterstützt.

Netter Trick! Also unterstützen beide Großparteien die Amnestie [für illegale Einwanderer, d. Ü.]. Man kann für Pepsi oder Coke stimmen, aber nicht für Whiskey oder Gatorade.

So funktioniert moderne Demokratie. Herrschaft des Mobs, wenn sie nützlich ist; weiche (oder nicht so weiche) Tyrannei, wenn nötig.

Conservative Swede:

Charles Martel,

Danke für dein Interesse. Ich weiß auf die Schnelle keinen anderen Lesestoff, den ich empfehlen könnte. So weit ich weiß, bin ich so ziemlich der einzige, der das sagt. Jedoch lese ich der Perspektive halber Burke, Hobbes, Nietzsche, Aristoteles und Machiavelli.

Ich sollte selbst mehr darüber schreiben. Aber die Idee habe ich jetzt schon seit ein paar Jahren. Und viel von dem Austausch, den ich in diesem Forum habe, ist auf diese Einsicht aufgebaut. Und mein modus operandi ist oft der, daß ich die Leute dazu zu bringen versuche, das tiefere Bild zu sehen, daß wir nicht von Gramsciisten “übernommen” worden sind, sondern daß an unserer Zivilisation etwas fundamental falsch ist. Dies impliziert, daß das Problem in uns allen liegt, und daß der Hauptkampf ein innerer ist, in unseren Seelen. Ich versuche oft, diesen inneren Prozeß bei anderen auszulösen, wenn ich mich in Foren wie diesem mit ihnen austausche. Normalerweise ohne Resultat, nachdem die Leute ihre Identität und Weltsicht auf die Idee stützen, daß unsere Zivilisation im Grunde gesund ist und dann mysteriöserweise von Kulturmarxisten gekapert wurde. Eine so viel bequemere Täuschung.

Der Hintergrund für diese verkehrte und destruktive Moral findet man in der Erfindung des Liberalismus (und des Sozialismus, der nur eine leichte Abwandlung des Themas ist). Wenn wir tiefer graben, finden wir die Aufklärung als den Ursprung dieser Art Moral. Wenn wir noch tiefer graben, finden wir, daß die Saat dieser verkehrten Moral aus dem Christentum kommt.

Es gibt eine laufende Diskussion in einem anderen Strang, hauptsächlich zwischen mir und Sagunto, die einen Bezug zu all dem hat:

LINK  [Auszugsweise Übersetzung folgt im Anschluß an diesen Strang.]

Charles Martel:

CS,

Danke. Ich bin auch ein großer Bewunderer von Burke, Aristoteles und natürlich Kirk. Ich habe weniger Verwendung für Hobbes, Machiavelli und Nietzsche.

Ich habe den Strang nicht gelesen, auf den du mich gerade hingewiesen hast, aber das, was ich angestrebt habe, ist die Entwicklung einer Art “Vereinheitlichter Theorie” der westlichen zivilisatorischen Auflösung, auf die deine Kommentare anzuspielen scheinen. [Anm. Deep Roots: so etwas Ähnliches geht mir auch durch den Kopf; falls ich dazu einmal einen Artikel schreibe, dann könnte dessen Titel leicht “42” lauten.]

Ich werde wieder auf dich zukommen, sobald ich den Strang gelesen habe, den Du vorgeschlagen hast.

Conservative Swede:

Charles Martel,

aber das, was ich angestrebt habe, ist die Entwicklung einer Art “Vereinheitlichter Theorie” der westlichen zivilisatorischen Auflösung, auf die deine Kommentare anzuspielen scheinen.

Vielleicht werde ich eines Tages versuchen, so etwas niederzuschreiben.

Jedoch könnte keine solche vereinheitlichte Theorie ausgedrückt werden ohne Berücksichtigung von Nietzsches Über die Genealogie der Moral (ganzes Buch unter dem Link).

Und betreffs Kritik an der Demokratie – hier ist die Einführung zu Hans-Hermann Hoppes Buch Democracy: The God That Failed

Keine der obigen Kritiken ist identisch mit meiner eigenen. In beiden Fällen gibt es große Unterschiede zwischen mir und ihnen, besonders in der Art der Schlußfolgerungen, denen sie zustreben, nachdem sie ihre Kritik geäußert haben. Dies gesagt, ist der Grund dafür, daß ich auf sie verlinke der, daß es zum Besten und Einsichtsvollsten gehört, das zu jedem Thema geschrieben wurde; Nietzsche zur Kritik an unserer Moral, Hoppe zur Kritik an unserem demokratischen Ideal. Obige Bücher sollten beide als Pflichtlektüre betrachtet werden.

PS: Kirk muß eher Russell Kirk sein statt James T. Kirk. Ich habe keinen der beiden gelesen.

Conservative Swede:

Diese Diskussion zwischen mir und Bodissey hat sich über mehrere Wochen erstreckt und ist viel länger. Der Baron hat sie gekürzt, um das Wesentliche in diesem komprimierten Format auszudrücken. Aber ich möchte darauf hinweisen, daß der erste Teil von dem, was ich gesagt habe, zeitlich gemischt ist. Der erste Absatz wurde vor drei Wochen geschrieben, zwei Wochen vor Horowitz’ „Maul halten“-Artikel. Am 23. November schrieb ich als eine der Möglichkeiten, wie die Linken es drehen würden:

* Irgendeine erfundene Geschichte, d. h. ein neuer, verbesserter und ab hier gültiger nationaler Mythos darüber, wie die Demokratie die Verfassung aussticht, sodaß, wenn die Wahlmänner für Obama stimmen (währnd sie wissen, daß es so ist!), dies die Verletzung der Verfassung aussticht.

Also sah ich Horowitz’ Artikel bereits vorweg schon kommen (obwohl ich es nicht von ihm kommen sehen habe, aber leider bin ich da auch nicht überrascht).

Der zweite und dritte Absatz wurden dann nach Horowitz’ Artikel geschrieben. Wenn ich sage „Ich muß sagen, daß ich mich, wenn ich es nochmal lese, immer noch zu naiv finde“, dann bezieht sich das darauf, wie ich das lese, was ich am 23. November geschrieben habe.

Meine Idee vom 23. November, daß es eine Geschichte über die Wahlmänner geben würde, und daß ihre “Absegnung” eines formal nicht wahlberechtigten Obama (unter der Annahme, daß das bis dahin bekannt wäre) der wichtige Teil dabei wäre, dem Ganzen den richtigen Drall zu geben, hat den Linken wirklich zu viel zugetraut (Was habe ich mir dabei gedacht? Wahlmänner existieren in der Vorstellung der Leute nicht einmal mehr als politische Akteure. Nicht einmal mehr formal.)

Horowitz und die anderen Linken nutzen eine Darstellungsweise, die so viel unverblümter ist, unterstützt von simplistischer Schikane. Das Argument geht so: Die Wahlentscheidung des Volkes ist gültig, auch wenn sie auf einer großen Lüge beruhte, und “haltet das Maul!“.

Conservative Swede:

Mein Vorschlag, sie würden es so hinbiegen, daß die Demokratie die Verfassung sticht, kam vor drei Wochen in einer Diskussion zwischen dem Baron und mir auf.

Der Baron hatte geschrieben:
Es ist offensichtlich, daß nichts Obama daran hindern kann, Präsident zu werden, schon gar nicht so ein dummes kleines Stück Papier wie die U.S.-Verfassung.

Aber *wie* die Verfassung abgeschafft wird, das wird die große Frage sein. Wenn sie schamlos verletzt wird, dann wird der Prozeß des Zusammenbruchs sehr bald beginnen und sich rapide beschleunigen.

Was mich zur Überlegung brachte, auf welche Art das Establishment diese Täuschung orchestrieren könnte. Also antwortete ich dem:

Ach ja…? Was ist möglich?

* Die richtigen Leute zu bestechen, damit sie den Papierkram fälschen, und dann noch eine Menge mehr Leute bestechen, damit sie die Fälschung akzeptieren. Aber es wird wahrscheinlich gar nicht wirklich eine Sache des Schmierens sein. Die meisten Beteiligten würden es für das höhere Wohl tun. Und der Richter könnte mit langen ernsthaften Gesprächen darüber bearbeitet werden, wie: 1) das Land in die Flammen eines Bürgerkrieges geworfen werden könnte, wenn er die “falsche” Entscheidung träfe, und 2) die ganze Fälscherei wasserdicht ist und nicht aufgedeckt werden kann.

* Wäre es möglich, das ganze Ding unter den Teppich zu kehren? D.h. in dem die Medien nicht darüber schreiben.

* Irgendeine erfundene Geschichte, d. h. ein neuer, verbesserter und ab hier gültiger nationaler Mythos darüber, wie die Demokratie die Verfassung aussticht, sodaß, wenn die Wahlmänner für Obama stimmen (währnd sie wissen, daß es so ist!), dies die Verletzung der Verfassung aussticht.

* Eine Kombination der beiden letzten kombiniert mit: 1) dem Appell der Demokraten an die Amerikaner, sportliche Verlierer zu sein: „Hey, es ist nur eine Formsache. In wahrerem Sinne ist er ein gebürtiger Amerikaner. Und immerhin hatten wir bereits die Wahl, und die Leute wollten ihn, und wir wollen keine Scherereien…“; und 2) aggressive Angriffe auf Republikaner, denen man in drohendem Ton sagt, daß die Demokraten sich nicht noch eine Wahl von ihnen *stehlen* lassen würden (ironisch, nicht wahr?).

Wow! Angesichts des Stolzes, den die Amerikaner auf ihre Verfassung empfinden und darauf, ehrlich und wahrhaftig zu sein, wird diese Lüge höchsten Ranges sie von innen auffressen.

Das läßt mich an Theodore Dalrymples Definition der Political Correctness denken:

„Political Correctness ist kommunistische Propaganda kleingeschrieben. In meiner Studie kommunistischer Gesellschaften kam ich zu dem Schluß, daß der Zweck kommunistischer Propaganda nicht das Überreden, Überzeugen oder Informieren war, sondern das Erniedrigen; und je weniger sie also der Realität entsprach, desto besser. Wenn Menschen zum Schweigen gezwungen sind, wenn man ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt, oder schlimmer noch, wenn sie gezwungen sind, die Lügen selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihr Gefühl der Redlichkeit. Offensichtlichen Lügen zuzustimmen, heißt mit dem Bösen zu kooperieren und in geringerem Maß selber böse zu werden. Die eigene Fähigkeit, irgend etwas zu widerstehen, wird so erodiert und sogar zerstört. Eine Gesellschaft entmannter Lügner ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man Political Correctness untersucht, so hat sie denselben Effekt, und das ist beabsichtigt.“

thll:

Conservative Swede sagte…

Charles Martel,
aber das, was ich angestrebt habe, ist die Entwicklung einer Art “Vereinheitlichter Theorie” der westlichen zivilisatorischen Auflösung, auf die deine Kommentare anzuspielen scheinen.

Vielleicht werde ich eines Tages versuchen, so etwas niederzuschreiben.
Das ist bereits getan worden – Spenglers “The Decline of the West”

Conservative Swede:

Thll,

Das ist bereits getan worden – Spenglers “The Decline of the West”

Ein weiters gutes Buch zum Lesen, das damit zu tun hat. Und ja, Spengler war sehr von Nietzsche beeinflußt.

Jedoch beschreibt Spengler den Aufstieg und Fall einer Zivilisation als organischen Prozeß (so wie die Jahreszeiten vom Frühling zum Winter übergehen). Aber das ist zu fatalistisch und zu wenig informativ. Im wesentlichen sagt es uns nur, daß eine Zivilisation fallen muß. Es gibt da keine spezifische Kritik am modus operandi unseres Konzepts von Moral, was uns systematisch irreführt.

Charles Martel:

CS,

Ich habe die Einführung zu “Democracy: The God That Failed” vor ungefähr 9 Monaten gelesen und war sehr beeindruckt. Ich werde es mit Nietzsche probieren.

Bitte lies Kirks “Enemies of Permanent Things”. Falls du Kirk nicht liest, tu dir selbst einen riesigen Gefallen und lies das oder sein “Conservative Mind”. Beides erstaunliche Bücher.


Glaubst du, daß es das Christentum selbst ist, das für unsere systematische Irreführung verantwortlich ist, oder ist die post-aufklärerische Interpretation des Christentums der Täter?

Ich persönlich finde die “Moral”, die heute in meiner Kirche gelehrt wird, sehr beunruhigend.

Erst neulich sagte unser Pastor, daß wir alle Rassisten sind, was ich besonders widerlich fand. Später ging ich zu ihm hin und sagte ihm, daß ich seiner Charakterisierug von uns allen als Rassisten widerspreche. Ich sagte ihm, daß seine Predigt zu dem händeringenden Selbstabscheu beitrage, die unsere Kultur verkrüppelt hat. Er wurde sehr defensiv.

Jedenfalls liebe ich meine katholische Religion, wenn auch nicht den Quatsch dieses Dummkopfs, und ich wäre erschüttert, wenn in den Lehren der katholischen Kirche irgendeine Giftpille stecken würde. Ich glaube jedoch, daß es in den gegenwärtigen Lehren vieler derzeitiger christlicher Glaubensbekenntnisse eine Giftpille gibt.

Conservative Swede:

CM,

Glaubst du, daß es das Christentum selbst ist, das für unsere systematische Irreführung verantwortlich ist, oder ist die post-aufklärerische Interpretation des Christentums der Täter?
Der Täter ist definitiv die post-aufklärerische Interpretation des Christentums. Vergleiche sie mit der orthodoxen Kirche, die nicht davon betroffen ist. Das ist im wesentlichen immer noch ein gesundes Christentum. Z. B. wie russische Christen der Fairness halber eine Kirche in Mekka verlangen.

Jedoch ist die Saat der Aufklärung zur Gänze im Christentum zu finden. Ganz wie du sagst, es steckt eine Giftpille im Christentum.

Das Christentum eignet sich großartig für das Zivilisieren von unterzivilisierten Menschen. Wenn jedoch die christliche Ethik auf Menschen angewandt wird, die bereits überzivilisiert sind, dann ist das direkt selbstmörderisch. Und säkularer Liberalismus macht christliche Ethik noch entfesselter als im Christentum selbst. Ich habe in meinem Blog viele Artikel geschrieben, die das Christentum, die christliche Ethik und den Katholizismus kritisieren. Einiges von dieser Kritik ist ein bißchen streng, vielleicht nietzschemäßig. Vergib mir das, nachdem das charakteristisch für eine Entdeckungsphase ist. Viele dieser Forschungsreisen sind unter viel Schmerz unternommen worden.

Mir scheint, die christliche Ethik sollte ein Ablaufdatum haben. St. Paulus erklärte, daß mit der Ankunft von Jesus die alten Regeln des jüdischen Gottes (die Gesetzesreligion) nicht mehr gelten würden, und daß es jetzt neue Regeln gebe (das Wort Jesu, die Religion des Glaubensbekenntnisses). Er führte die Analogie an, daß sich die Regeln für eine Person ändern können, wenn sie das Erwachsenenalter erreicht. Was wir in der Zivilisation des westlichen Christentums brauchen würden, ist noch ein neues Regelwerk. Regeln über das Pensionsalter, Regeln für die bereits Überzivilisierten, Regeln für die Schüchternen, denen es nur schwer schaden würde, wenn man sie noch schüchterner machen würde.

Conservative Swede:

CM,

Also werde ich es mit Kirk versuchen und du mit Nietzsche. Der oben genannte Text ist derjenige, den ich als den besten betrachte. Sein Schreibstil ist höchst polemisch, aber seine analytischen Fähigkeiten können rasiermesserscharf sein und schneiden wie ein Laser durch die Dinge (ganz wie der Baron an einem guten  Tag). Die meisten Leute scheinen zu denken, daß Nietzsche ein bißchen “zu viel” ist, aber nutze ihn wegen der Perspektive (die bietet er bestimmt). Er hat viele intellektuelle Entdeckungen gemacht, die viele nach ihm beeinflussen, z. B. Spencer wie oben erwähnt.

Hier ist eine Zusammenfassung des von mir empfohlenen Buches:
http://en.wikipedia.org/wiki/On_the_Genealogy_of_Morals

Denke daran, daß Nietzsche nicht das erklärt, was *ich* meine. Ich habe ihn nur erwähnt, weil du um Lesestoff gefragt hast, und ich kann mir wahrhaft niemand anderen vorstellen, der solch eine tiefe Kritik unserer westlichen Moral geschrieben hätte.

Die Hauptdebatte dieses Stranges dreht sich um Kritik an der Demokratie, oder spezifischer, am Demokratismus. Diese Argumente entsprechen dem Menschenverstand und erfordern Nietzsche nicht für das Verständnis.

Hier endet die Übersetzung des Stranges zu „Zwei Wölfe und ein Schaf“; im folgenden noch ein Auszug aus dem von Conservative Swede oben verlinkten Diskussionsstrang

(den gegenständlichen Fjordman-Artikel „On Deconstructing Majority: Nothing To Do With Islam? Really?“ hat Manfred hier übersetzt:

http://fjordman.wordpress.com/2009/01/18/die-dekonstruktion-der-mehrheitsgesellschaft-hat-nichts-mit-dem-islam-zu-tun-ach-nein/

 

 

Whiskey:

Hier ist meine Kritik an Fjordman:

Erikson bietet seine idiotischen Ideen feil. Aber wer kauft sie ihm ab?

Immerhin finden seine detaillierten Richtlinien in der einen oder anderen Form weithin Unterstützung in Europa UND den Vereinigten Staaten. Wer unterstützt sie also, und warum?

Ich würde meinen, daß die Antwort in der Werbung zu finden ist. Werbung muß für den Konsumenten im Durchschnitt reizvoll sein und ein wirksames geistiges Bild des beworbenen Produktes oder Dienstes erzeugen. Es gibt genauso auch ein leicht auszumachendes Ziel für die Botschaft.

Werbeleute haben spezifische Zielgruppen, und Rundfunkmedien, besonders das Nachtfernsehen, geben einem über einen weiten Programmbereich eine Vorstellung davon, wer in den westlichen Gesellschaften soziale und wirtschaftliche Macht innehat, und wer daher die “Käufer” von Eriksons Ideen über kulturelle und ethnische Verdrängung sind.

[Antwort: es sind gutverdienende alleinstehende Frauen der Mittelklasse und darüber. Welche in den meisten Nationen gesellschaftliche, finanzielle und politische Macht innehaben.]

Die Übel, die den Westen befallen (und ironischerweise auch den Iran, was gesellschaftliche Einstellungen angeht, egal, wieviele 16jährige Mädchen sie aufhängen, und traurigerweise tun sie es) sind keine kommunistische Verschwörung, sondern Technologie, vorangetrieben von der Pille und dem Kondom. Es ist global, es zeigt sich überall, sogar in China, und es ist das Ergebnis dessen, daß die Frauen (zum ersten Mal in der Geschichte) ihr eigenes Schicksal kontrollieren.

Homophobic Horse said…

Ist dir in deinem Leben irgendetwas passiert, Whiskey?

David:

Ob Whiskey etwas passiert ist, fragst du? Ja, dasselbe wie mir und so vielen anderen der weißen männlichen Bevölkerung. In der Schule als ‚Nerd‘ oder ‚Geek,‘ gelebt, erwachsen geworden und rausgefunden, daß es jetzt nicht anders wird, älter geworden und die Nachwirkungen angesehen und alles nur zu… na, mir fällt kein Wort ein, das die eingetrocknete bittere Galle beschreibt, die mir hochzukommen droht, wenn ich zu lang drüber nachdenke, aber es ist ziemlich schlimm.

Er ist nur zu einer der extremeren Schlußfolgerungen gelangt. Und während ich ihm nicht in allem zustimme, auch nicht dem Schlimmsten von ihm, was man Frauenfeindlichkeit nennen könnte, so sehe ich doch ein Körnchen Wahrheit darin, weil ich auch dort gewesen bin und das bis zur Inkontinenz betrieben habe. Ich habe die beschriebenen Verhaltensweisen gesehen und kenne persönlich die Auswirkungen, die sie auf mich gehabt haben; es war eine widerwärtige schmutzige Pille, die ich wieder und wieder schlucken mußte, und schlimmer noch, ich war nicht der einzige… oder auch nur der, dem es am schlimmsten ergangen ist.

Also ja, etwas ist ihm im Leben passiert, nehme ich an. Dasselbe verdammte Ding, das so vielen von uns passiert ist. Das Beste, worauf wir noch hoffen können, ist daß wir, wenn die Scheiße den Ventilator erreicht, auf unseren Füßen sterben werden, im Kampf um das, was wir hatten, statt unser Leben als Sklaven zu beenden ohne überhaupt eine Hoffnung.

 

Rolf Krake:

Czechmade meinte:
„Wie wäre es zum Beispiel, wenn man eine neue verwirrende Theorie entwickeln würde, derzufolge Multikulturalismus faschistisch und rassistisch ist? Versucht, ein paar Argumente zu bringen; auf rein abstrakter Ebene gibt es totale Freiheit, dieses und jenes zusammenzufügen. Bis jetzt haben sie unter der falschen Annahme gelebt, daß sie keine Rassisten und Faschisten sind. Wie wir bereits wissen, treffen diese Argumente auf jedermann perfekt zu.“

Das Ayn Rand Institute hat einige brillante Forschungsessays gesammelt, die für Bildungszwecke erstellt wurden und den Multikulturalismus völlig zerreißen, mit unwiderlegbaren Argumenten, daß Multikulturalismus in jeder Hinsicht RASSISMUS IST, und daß er ein kompletter Schwindel ist.

Diversity and Multiculturalism: The New Racism

Es wäre eine gute Idee, diese Essays in verschiedene Sprachen zu übersetzen.

Diese Essays, die sowohl den Multikulturalismus angreifen als auch für die westliche Zivilisation werben, verdienen eine weite Verbreitung; sie sind erstellt worden, um Studenten zu bilden, indem sie das Böse dieser Ideologien bloßlegen.

Henrik R Clausen:

Laßt mich dieses Juwel aus dem Artikel von Ayn Rand als Auszug präsentieren, auf den Rolf uns hinweist:

Ayn Rand über Rassismus
Rassismus ist die niedrigste, gröbste primitive Form des Kollektivismus. Er ist die Haltung, die der genetischen Abstammung eines Menschen moralische, soziale oder politische Bedeutung zuschreibt – die Ansicht, daß die intellektuellen und charakterlichen Merkmale eines Menschen von seiner inneren Körperchemie hervorgebracht und übertragen werden.

Was in der Praxis bedeutet, daß ein Mensch nicht nach seinem eigenen Charakter und seinen Handlungen beurteilt werden soll, sondern nach dem Charakter und den Handlungen eines Kollektivs von Vorfahren.

Rassismus behauptet, daß der Geistesinhalt eines Menschen (nicht sein kognitiver Apparat, sondern dessen Inhalt) ererbt ist; daß die Überzeugungen, Werte und Charakter eines Menschen festgelegt werden, bevor er geboren wird, von physischen Faktoren außerhalb seiner Kontrolle.

Dies ist die Höhlenmenschenversion der Doktrin von den angeborenen Ideen – oder vom ererbten Wissen – die von Philosophie und Wissenschaft gründlich widerlegt worden ist. Rassismus ist eine Doktrin von, durch und für Rohlinge. Er ist eine Bauernhof- oder Zuchtfarmversion des Kollektivismus, angemessen für eine Mentalität, die zwischen verschiedenen Zuchtlinien von Tieren unterscheidet, aber nicht zwischen Tieren und Menschen.

Wie jede Form des Determinismus erklärt der Rassismus das besondere Attribut für ungültig, das den Menschen von allen anderen lebenden Spezies unterscheidet; seine Vernunftbegabung. Rassismus negiert die zwei Aspekte des menschlichen Lebens: Vernunft und Wahlfreiheit, oder Geist und Moral, und ersetzt sie durch chemische Vorbestimmung. —aus “Racism” in The Virtue of Selfishness [Die Tugend der Selbstsucht], von Ayn Rand.

So muß man dem Rassismus ein Ende setzen, indem man die Idee direkt als die rohe Dummheit angreift die sie verkörpert. Auf Gedankenkontrolle abzielende Framework Decisions der EU werden nicht helfen, sondern nur schaden.

Conservative Swede:

Wie ich immer betone, stimme ich der Tendenz nicht zu, den Frauen die Schuld an unserem gegenwärtigen Dilemma zu geben. Die Macht hat immer den Männern gehört, und heute tut sie das nicht mehr. Und nachdem die Frauen in keiner existierenden Gesellschaft jemals in der Lage gewesen sind, selbst die Macht zu ergreifen, kann es nur so gewesen sein, daß die Männer die Macht an die Frauen verschenkt haben. Und genauso ist es auch geschehen.

Was nicht heißt, daß die jüngeren Generationen der Männer irgendeine Schuld daran hätten; sie sind nur Opfer, wehrlos und verletzlich. Wie übrigens wir alle. Tatsächlich sind die Frauen diejenigen, die unter dem Feminismus schlimmer dran sind. Schaut euch nur die brutalen Vergewaltigungen an (Gruppenvergewaltigungen mit buchstäblich ewiger Folter an minderjährigen Jungfrauen, die mit Ätznatron fertiggemacht werden, um sie für den Rest ihres Lebens zu verunstalten). Diese brutalen Vergewaltigungen sind das charakteristischste Kennzeichen des von Amerika geführten Westens mit seinem Aufklärungswahn.

Die Schuld muß dem destruktiven und selbstmörderischen Moralcode zugewiesen werden, der sich im westlichen Christentum entwickelte, mit den revolutionären Nationen Frankreich und Amerika als Spitzenreiter.

Ayn Rand ist ein gutes Beispiel für diesen destruktiven Aufklärungsradikalismus. Dies ist ein Gift, das entschieden zurückgewiesen werden muß.

darkstar:

Ist “Diversity” nicht wunderbar? Hier in den Vereinigten Staaten sagen die braunen Suprematen uns Bleichlingen, daß wir “zurück nach Europa” gehen sollen, während dort drüben die „people of color“ und ihre verachtungsvollen, selbsthassenden Verbündeten eifrig versuchen, uns zu ersetzen, während sie uns dazu zwingen, dafür zu bezahlen. Oh, und uns mit Gefängnis drohen, falls wir Einwände wagen.

In Australien stehen sie kurz davor, Diskriminierung gegen weiße Männer vorzuschreiben, sodaß alle anderen den Vortritt haben, und im Vereinigten Königreich wurde ein Pub-Besitzer (und BNP-Mitglied) verhaftet, weil er Zeitungsausschnitte an seine Wand geheftet hatte.

Den Anzeichen nach zu urteilen, sind wir als Volk entweder verrückt oder tödlich dumm. Möglicherweise beides.

Conservative Swede:

Was ist die Bedeutung des Westens? Die Bedeutung des Westens ist von Frankreich und Amerika definiert worden, unter Verwendung von Terminologie wie “Gesellschaftsvertrag”, “Menschenrechte”, Gleichheit, Freiheit etc.

Aber seine effektive Bedeutung ist eine Gesellschaft, in der unschuldige Mädchen, jungfräuliche Mädchen, minderjährige Mädchen, Opfer brutaler Gruppenvergewaltigungen werden, und wo niemand darauf reagiert. Den Mädchen wird jeder Knochen in ihrem Gesicht gebrochen, während sie stundenlang brutal vergewaltigt werden. Sie werden stunden- oder sogar tagelang von einem Dutzend Schläger vergewaltigt. Ihre intimen Körperteile werden mit Messern zerschnitten, und nach der ausgedehnten Vergewaltigung wird Ätznatron über ihr Gesicht und den Intimbereich gegossen. Sie werden gefesselt zum Sterben zurückgelassen und angezündet. Etc. etc.

Und es gibt keine Empörung. Nicht einmal eine erkennbare Reaktion. Dies ist die Art von Gesellschaft, in der wir leben. Es ist die böseste Tyrannei, die je existiert hat. In keiner anderen Tyrannei sind so unschuldige Menschen so willkürlich und so brutal getroffen worden. In den meisten anderen Tyranneien waren es Menschen, die als Bedrohung für die Tyrannen gesehen wurden, die von der Brutalität betroffen waren. Aber in der bösen Tyrannei des Westens sind es die Unschuldigsten, die in willkürlichster Weise getroffen werden, und brutaler als in jeder anderen der Menschheit bekannten Tyrannei.

Und in anderen Tyranneien gab es unter den Menschen Solidarität gegen das System. In der bösen Tyrannei des Westens ist es das genaue Gegenteil. Es gibt keine Solidarität unter den Menschen, und jeder, der gegen die Ordnung opponiert, die unschuldige Jungfrauen von “people of colour” in willkürlicher Weise brutal vergewaltigen läßt, wird streng ostraziert und zum gesellschaftlich Toten gemacht.

Es gibt keine Menschlichkeit, keine Fairness, keine Freiheit im Westen. Nur brutalen Nihilismus, nur Tyrannei.

Conservative Swede:

Ayn Rand:
Rassismus ist die niedrigste, gröbste primitive Form des Kollektivismus…. Was in der Praxis bedeutet, daß ein Mensch nicht nach seinem eigenen Charakter und seinen Handlungen beurteilt werden soll, sondern nach dem Charakter und den Handlungen eines Kollektivs von Vorfahren.

Ich bin sicher, daß diese Demagogie im Stil der Französischen Revolution Ayn Rand einen Platz im säkularen Himmel verschafft hat.

Gemäß dem Randismus müßte jeder Moslem individuell bewertet werden. Die Einwanderung basierend auf Gruppenidentität zu stoppen (oder Deportationen) würde undenkbar. Es gibt keine Möglichkeit, größere Bedrohungen wie den Islam zu bekämpfen, mit dem Blickwinkel der extremen Kulturlinken wie Ayn Rand.

Werft sie in die Mülltonne, zusammen mit Marx und den anderen extremistischen Populisten!

Conservative Swede:

Nachdem sicher irgendjemand damit kommen wird, daß ein Moslem zu sein technisch nicht bedeutet, zu einer Rasse/Ethnizität zu gehören (was Jude zu sein technisch genausowenig bedeutet. Anti-jüdisch zu sein, kann also kein Rassismus sein, richtig?):

Die Essenz von Rands Ansicht ist die, daß es moralisch falsch ist (und eine Doktrin für Höhlenmenschen, Rohlinge etc.), Menschen “nach dem Charakter und den Handlungen eines Kollektivs von Vorfahren” zu beurteilen.

Den würde ich gern sehen, der ohne eine Miene zu verziehen behaupten will, daß Moslems, so wie jede (technische) Volksgruppe, kein erkennbares “Kollektiv von Vorfahren” hat, nach dem man sie beurteilen kann. Was wäre denn sonst der Punkt von Spencers und Bostoms Büchern über islamische Geschichte?

Czechmade:

“ Anti-jüdisch zu sein, kann also kein Rassismus sein, richtig?“

Kann es. Es gibt katholische Juden, protestantische Juden, atheistische Juden, agnostische Juden. Es gibt keine katholischen Moslems, protestantischen Moslems, atheistischen Moslems, etc.

Ich finde Rand langweilig. Mein Punkt ist der, die faschistisch/rassistische Waffe auf die Multikultisten zu richten und zu sehen, was dabei rauskommt. Offensichtlich ist jeder, der dieses Maschinengewehr benutzt, nicht faschistisch oder rassistisch. Dies ist sehr interessant. Das heißt, daß die Schießerei nie aufhört.

Conservative Swede:

Es gibt keine katholischen Moslems, protestantischen Moslems, atheistischen Moslems, etc.

Gibt es. Ayaan Hirsi Ali wird zum Beispiel als Moslemin bezeichnet.

Conservative Swede said…

Noch ein Beispiel:
http://www.amnation.com/vfr/archives/012066.html


das würde zur stetigen freiwilligen und unfreiwilligen Abreise von Moslems aus diesem Land führen, bis die einzigen, die noch hierbleiben, falls überhaupt welche, ein kleiner Rest von Glaubensabtrünnigen und Ungläubigen wäre.

Glaubensabtrünnige Moslems, ungläubige Moslems, etc…

Czechmade:

Ja, wenn wir dem moslemischen Blickwinkel folgen, dann wird Hitler zum Christen. All diese Dinge werden von dhimmifizierten Geistern hervorgebracht, oder:

Meine katholischen oder protestantischen Juden etc. sind das seit Generationen gewesen. Du spielst auf eine vorübergehende Gruppe von Menschen an, die in ihrem eigenen Leben zu Apostaten wurden. Das ist ein schwacher Punkt – man könnte leicht zu Andalusiern als katholischen Moslems kommen, wenn man seine Gruppe derartig erweitert.

Ein ungläubiger Moslem könnte einer sein, der in seine moslemische Familie eingebettet lebt und all den kulturellen Ballast mit ihr teilt.
Er verhält sich still, aber nach moslemischem Recht ist er kein Moslem, und nach unserer Rede- und Religionsfreiheit ist er auch keiner. Wie mißt man einen “Kulturmoslem”? Ist ein deutscher Junge in einer Klasse mit vielen türkischen Kindern auch ein Kulturmoslem, weil er ihren Hintergrund teilt?

Wir sind auch eine Art Moslems – nachdem wir mehr über den Islam wissen als ein Joe Moslem; oder ein atheistischer Arabist, der mit allen moslemischen Dingen perfekt vertraut ist, könnte dir zufolge auch ein Moslem sein. Seltsam.

Unser verrückter Freund Kalisch ist auch ein Apostat. Nur seine ungläubige Universität erlaubt ihm, etwas anderes zu denken.

Henrik R Clausen:

CS, als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, war der Islam eine Ideologie, keine Rasse🙂

Sagunto:

CS,

Ayaan bezeichnet sich nicht als Moslemin. Sie hat den Islam aufgegeben, und soweit ich weiß, glaubt sie an eine Lehrbuchversion der “aufklärungsmäßigen” Emanzipation. In Moslemkreisen wird sie als Apostatin betrachtet, daher die Todesdrohungen.

Freundliche Grüße aus Amsterdam,
Sag.

@Henrik,

Wie wär’s damit, daß der Islam eine waycistische Ideologie ist?😉

Conservative Swede:

Naja, genau wie ich’s vorhergesagt habe…

Genau wie ich es vorhergesagt habe, verlieren sich die Leute in irgendwelchen unbedeutenden Details und kapieren die allgemeine Botschaft nicht.

Analytisches und faires Denken ist sehr selten. Wiederholung des auswendig Gelernten in der Art einer Turing-Maschine ist sehr verbreitet.

Conservative Swede said…

Henrik,

CS, als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, war der Islam eine Ideologie, keine Rasse🙂

Behauptest du ernsthaft, daß die Ummah kein “Kollektiv von Vorfahren” hat, nach dem man sie beurteilen kann? Oder bist du hier nur absichtlich hinterlistig? Oder irre ich mich, wenn ich annehme, daß du es überhaupt ernst meinst?

Sagunto:

Gut gesagt, CS,

Ich hasse es auch, wenn gewisse Leute denken, daß sie einfach willkürlich kommentieren können, ohne mit zehn Zwinkerern hintereinander zu enden, nur um sicherzugehen, daß selbst die am leichtesten zu Provozierenden verstehen, daß da etwas Ironie dabei sein könnte😉

Freundliche Grüße aus Amsterdam,
Sag.

Conservative Swede:

Naja, Sag,

Alles, was Sie zwinkern, kann gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, zwinkerlos zu bleiben😉

Bevor ich zu dieser zweitrangigen Formalität komme, die die Leute hier statt der realen Diskussion zu bevorzugen scheinen, nachdem sie mehrere Einzeiler darüber bis zur Automation gelernt haben, was ihnen das Gefühl gibt, etwas Intelligentes gesagt zu haben:

Das eigentliche Thema war Ayn Rand. Um meinen allgemeinen Punkt klarer zu machen: das Problem mit den Randisten ist das, daß ihr Angriff gegen die Linken von der Sorte “heiliger als du” ist. Statt der wahren Abhilfe, was das Kontern der Ideologie mit Realismus bedeutet, gehen sie tiefer in die Ideologie, indem sie sich als die besseren Befürworter der Ideale der Aufklärung machen. Was sie zu einem Teil des Problems macht, statt zu einem Teil der Lösung.

Das von Henrik als “Juwel” bezeichnete Rand-Zitat oben ist die schlimmste Sorte von kulturlinkem Zeugs, genauso böse und destruktiv wie der Kommunismus. Es gibt keine politische Flanke, die so aggressiv für Masseneinwanderung und multikulturelles Chaos gewesen ist wie die libertäre Rechte. Und das ist genau die Mentalität, die oben von Rand gezeigt wird.

Alles, was für die Verteidigung einer lebensfähigen und funktionierenden Gesellschaft nützlich ist, wird von den Randisten und anderen internationalistischen Rechten als “Kollektivismus” attackiert, was in ihrer Sicht das höchste aller Übel ist. Und wie wir in dem Zitat oben sehen, ist die Sprache hysterisch hyper-ideologisch. Dies ist die Sprache eines Mobbers und aggressiven Propagandisten.

Sagunto said…

Ok CS,

Nachdem ich meinen letzten Kommentar nicht editieren kann, ziehe ich hiermit meinen Zwinkie zurück (klingt das etwas witzig?), aber ich kenne kein Zeichen für Anti-Zwinkern😦

Ich habe aber das größere Bild kapiert, obwohl ich nicht sicher bin, ob das Links-Rechts-Schema etwas Nützliches zu der simplen Tatsache hinzufügt, daß Ayn Rand stark – naja, wirklich radikal – gegen jede Form von “Kollektivismus” ist. Wenn ich von links vs. rechts lese, dann fällt mir als erstes die Ökonomie ein. Aus dieser Perspektive können Leute, die für freie Märkte und individuelle Eigentumsrechte sind, keine Linken sein.
Konservativ vs. progressiv; links vs. rechts; kollektivistisch vs. individualistisch. Wo würdest du Ayn Rand einzeichnen, wenn du diese Polaritäten als x, y, z – Koordinatensystem sehen würdest?

Und ist es nicht ironisch, daß eine Antikollektivistin wie Rand solch eine Kult-Anhängerschaft erhalten hat, fast wie eine Sekte?

Sag.

Conservative Swede:

Hi Sag,

Zwinker-zwinker, stups-stups, sag’ nichts mehr!

Ich habe aber das größere Bild kapiert, obwohl ich nicht sicher bin, ob das Links-Rechts-Schema etwas Nützliches zu der simplen Tatsache hinzufügt, daß Ayn Rand stark – naja, wirklich radikal – gegen jede Form von “Kollektivismus” ist.


„Radikal“ ist hier das Schlüsselwort!

Antikollektivistisch zu sein, ist eine Art, gegen die Gesellschaft zu sein. Es gibt natürlich viele Arten von Kollektivismen, die wir verwerfen wollen. Anti-Nationalismus würde das auch abdecken, aber ich denke, wir können uns darauf einigen, daß das zu weitgefaßt wäre und nicht nur den Nazismus wegspülen würde, sondern auch die guten Nationalismen.

Dasselbe mit dem Antikollektivismus. Der greift viel zu breit. Und wenn man den ideologischen Eifer bedenkt, mit dem die Randisten gegen “Kollektivismus” und mehrere andere notwendige Merkmale einer funktionierenden Gesellschaft opponieren, so würde eine Gesellschaft, wenn sie jemals die Macht darin übernähmen, genauso übel werden wie eine kommunistische Gesellschaft. Randisten sind nicht daran interessiert, den Kurs unserer im freien Fall befindlichen Zivilisation zu ändern; sie sind nur daran interessiert, “heiliger” als die Linken zu sein.

Wenn ich von links vs. rechts lese, dann fällt mir als erstes die Ökonomie ein. Aus dieser Perspektive können Leute, die für freie Märkte und individuelle Eigentumsrechte sind, keine Linken sein.
Der Grund, warum dir die Ökonomie einfällt, ist der, daß das seit dem Zweiten Weltkrieg das einzige für Dispute zwischen Links und Rechts offen gebliebene Gebiet ist. Auf kultureller Ebene hat es einen sehr starken Konsens gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind sowohl auf der Linken als auch auf der Rechten nur Internationalisten übriggeblieben. Die meisten Leute sind sich dessen nicht einmal bewußt, daß es zu diesen Dingen verschiedene Meinungen geben kann. Jede Opposition gegen diesen starken Konsens des Kulturlinkentums wird als “Satanismus” behandelt und schwer ostraziert. Im Effekt haben die Meinungen der kulturellen Rechten in den politischen Arenen nicht einmal existiert. Opposition gegen Internationalismus, Demokratismus und die ideologisierte Vision einer offenen Gesellschaft – all das der Boden, aus dem wir Multikulturalismus und Masseneinwanderung erhalten haben – ist buchstäblich nichtexistent gewesen. Deshalb denkst du an Ökonomie, wenn du von Links und Rechts hörst. Das Spiel ist so aufgezogen worden.

Für freie Märkte und individuelle Eigentumsrechte zu sein, sagt uns also nichts darüber, wo die Leute auf der entscheidenderen Links-Rechts-Skala stehen: der kulturellen. Meistens jedoch gehören Menschen mit einer solchen Haltung zur Establishment-Rechten, d. h. sie sind Kulturlinke. D. h. Internationalisten, die für Masseneinwanderung und die sogenannte offene Gesellschaft etc. sind.

Konservativ vs. progressiv; links vs. rechts; kollektivistisch vs. individualistisch. Wo würdest du Ayn Rand einzeichnen, wenn du diese Polaritäten als x, y, z – Koordinatensystem sehen würdest?

Ökonomisch rechts. Kulturell links, und daher auch eine Progressive (und sehr radikal, wie du betont hast).

Bezüglich kollektivistisch vs. individualistisch:
Das Interessante hier ist, wie diese beiden Seiten – während sie innerhalb des gegenwärtigen Paradigmas als Gegensätze gesehen werden – zur selben Geisteshaltung gehören. Ganz so wie z. B. Wilson und Lenin zur selben Geisteshaltung gehörten. Das wirklich Andere, das der reale Feind von beiden war, die traditionelle Gesellschaft, wurde im Ersten Weltkrieg besiegt. Wilson und Lenin, und danach USA und USSR, waren Rivalen, nicht Feinde, keine Gegensätze.

In der selben Weise sind Kollektivismus und Individualismus rivalisierende Variantionen der Ideen der Französischen Revolution. Sie haben alles miteinander gemeinsam außer dem letzten Touch Symbolismus. Beide leben in der Geisteshaltung, derzufolge die Gesellschaft nur aus dem Staat und seinen Atomen (den Individuen) besteht. Jede einzelne Schicht dazwischen ist ausradiert worden: Kirchengemeinde, Dorfgemeinde, regionale Selbstregierung, sogar die Familie. Dies waren alles Teile der alten traditionellen Gesellschaft, gegen die all die Derivate der Französischen Revolution opponieren (Individualismus, Kollektivismus, Lenin und Wilson alle gleichermaßen).

Und ist es nicht ironisch, daß eine Antikollektivistin wie Rand solch eine Kult-Anhängerschaft erhalten hat, fast wie eine Sekte?

Vielleicht ist das gar nicht so überraschend.

Sagunto said…

Ich könnte dir nicht noch mehr zustimmen:

„…Für freie Märkte und individuelle Eigentumsrechte zu sein, sagt uns also nichts darüber, wo die Leute auf der entscheidenderen Links-Rechts-Skala stehen: der kulturellen...“

In der Tat. Deshalb habe ich ein paar Extra”dimensionen” in einem Koordinatensystem gebracht. Es ist alles eine Sache der Beschreibung, mit dem wesentlichen Hintergundwissen, daß die moderne Geschichte von linkem (im breiten Sinne) Nahkampf zwischen zwei sogenannten “Gegnern” verunreinigt wurde, die in Wirklichkeit manchmal Rivalen waren, aber auch Verbündete, wobei der “hegelianische” Punkt der Synthese der Radikalismus ist.
Das ist die Dimension, die ich vergessen habe zu erwähnen: Radikalismus vs. äh… Mäßigung (Balance).

Es gibt Debatten, in denen die “Gegenüberstellung” von Links und Rechts offensichtlich auf wirtschaftliche Angelegenheiten reduziert ist. Es ist lehrreich zu sehen, wer bereitwillig die anderen (kulturellen) Dimensionen vergißt, und wer nicht. Weiters, wenn Linke über Ökonomie reden, scheint es mir oft, daß sie in Wirklichkeit von moralischer Empörung motiviert sind, die nicht von irgendwelchen Kenntnissen oder grundlegendem Verständnis für Ökonomie untermauert wird (natürlich ist die Österreichische Schule Grundwissen, siehe Hazlitts berühmte Arbeit).
In anderen Diskussionen scheint mir, daß die Links-Rechts-Dimension im breiten Sinne zur Anwendung kommt, und es ist oft nicht schwierig auszumachen, wer von Kultur spricht, von Staatlichkeit, von Ökonomie oder von allem zusammen.

Was die Linken im Grunde gemacht haben, ist daß sie die Diskussion in einen angeblich “ökonomischen” Rahmen gefaßt haben, beruhend auf Philosophien, die ausdrücklich dazu entwickelt wurden, die Wirtschaftswissenschaft auszusaugen und durch eine hegelianische Debatte über den Lauf der Wirtschaftsgeschichte zu ersetzen. Auftritt der Erfindung des Mythos von Manchester (Engels), Auftritt der progressiven Denkrichtung über den unvermeidlichen Lauf der Geschichte, Auftritt des radikalen Angriffs auf die traditionelle Gesellschaft, und Auftritt der “Statolatrie” d. h. des künstlichen Staates als Gottesersatz. Deine Erwähnung von Wilson in diesem Zusammenhang ist sehr angemessen. Natürlich könnte man über ihn eine Menge mehr sagen, vor allem über sein politisiertes Christentum, das den Höhepunkt der progressiven Bewegung widerspiegelt und etwas, das in den Vereinigten Staaten die “Bewegung des sozialen Evangeliums” genannt wurde.

Das war alles Progressivismus der alten Schule, gemischt mit „undogmatischem Christentum“, kombiniert mit radikalen Gedanken (und Praktiken) über das große Kollektiv des modernen Staates. Wenn heute einige in der “Counterjihad”-Bewegung (ich betrachte sie in Wirklichkeit immer noch mehr als ein Netzwerk) über die Machbarkeit einer ‘neuen’ Art von “einfachem”, “kulturellem” oder sonstwie säkularisiertem Christentum als eine Art ererbter westlicher “Identität” nachdenken, dann wünschte ich manchmal, daß diese Leute ein bißchen mehr über die Geschichte politischer Religionen wüßten. Undogmatisches Christentum klingt für manche Leute ja so nett, aber es ist früher schon ausprobiert worden, mit entweder geringen oder manchmal katastrophalen Konsequenzen, besonders wenn es mit der Staatsmacht verheiratet ist.

Danke für deine erhellenden Kommentare, CS. Und laß dich von diesen Zwinkies nicht heimsuchen🙂

Freundliche Grüße aus Amsterdam,
Sag.

Conservative Swede:

Sag,

Was die Linken im Grunde gemacht haben, ist daß sie die Diskussion in einen angeblich “ökonomischen” Rahmen gefaßt haben…

Linke haben gar nichts getan, und hätten es auch nicht können, um die Debatte auf diese Art zu verändern. Es liegt alles nur an einem: wie Amerika die beiden Weltkriege gewonnen hat. Amerika ist das linke Imperium. Zusammen mit Frankreich ist es immer am weitesten links von allen westlichen Nationen gewesen; mit Kulturradikalismus, Gesellschaftsexperimenten etc.

Um eine Debatte so verheerend zu gewinnen, muß man seinen Gegner mit Panzern und Kanonen besiegen. Frankreich war dazu nie in der Lage. Amerika jedoch schon. Im Ersten Weltkrieg wurden all die alten Monarchien besiegt, im Effekt komplett. Im Zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden von Amerika geführten Kulturrevolution wurde auch alles weggesaugt, was von europäischem Nationalismus, Stolz und Identität noch übrig war.

Das einzige, was im Westen noch übriggeblieben ist, ist Linkentum in einigen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die amerikanische Variante erscheint jetzt als rechts in einer Welt, in der alles wirklich Rechte effektiv ausgelöscht worden ist. Für die neuen Generationen ist Amerika das Rechteste, das sie sich nur vorstellen können. Für jeden mit einer historischen Perspektive ist es klar, daß Amerika nicht nur eines der beiden linkesten Länder in der Geschichte des Westens gewesen ist, sondern genau der Grund, weshalb wir überall in unserer Zivilisation mit Linkentum geschlagen sind. Keine politische Sache hatte jemals solch einen mächtigen Krieger, der für sie gekämpft hat.

Sagunto:

Ich habe deinen Punkt kapiert, CS, und doch…

„.. Linke haben gar nichts getan, und hätten es auch nicht können..“

Oh, aber das haben sie, und mit großem und verheerendem Effekt. Aber vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Mein spezifischer Kommentar bezog sich auf die Geschichte des wirtschaftlichen Denkens und betrifft das 19. Jahrhundert. Die Redewendung „Mythos von Manchester“ läßt zweifellos ein paar Glocken klingeln, oder? Ich habe diesen Kommentar mit einem Auge auf Hayeks „Kapitalismus und die Historiker“ und Schumpeters „Geschichte der Wirtschaftsanalyse“ gemacht. Es ist wahr, daß die Österreichische Schule der Ökonomie eine breitere Sicht auf die Gesellschaft in Verbindung mit freien Märkten bietet, aber ich fürchte, ich bin um der Klarheit willen ein bißchen zu reduktionistisch gewesen.

Deine Kommentare handelten von einer anderen Zeitperiode, dem 20. Jahrhundert, und von noch etwas anderem, d. h. dem todgeweihten Kulturlinkentum unserer Zeit.

Sag.

Conservative Swede said…

Sag,

OK, sicher, Thomas Hodgskin hat 1825 den modernen Sozialismus erfunden, der die Diskussion in einen ökonomischen Rahmen gestellt hat. Und seine Ideen waren eine direkte Konsequenz der Theorie der Klassichen Ökonomie.

Aber erst mit der amerikanischen Kulturrevolution, die Europa nach dem Zweiten Weltkrieg aufgedrängt wurde, ist jedes andere Thema außer der Ökonomie aus der öffentlichen Debatte buchstäblich ausgemerzt worden. Die Hegemonie des französisch-amerikanischen Konsens über linke Positionen zu jedem kulturellen Thema wurde fest und total etabliert (und ließ nur ein paar kleinere symbolische Dinge von geringer Bedeutung übrig).

Sicherlich waren die Französische Revolution und das mit dem ökonomischen Rahmen im 19. Jahrhundert Vorstufen dazu. Aber es war der amerikanische Sieg im Zweiten Weltkrieg, der den entscheidendenWandel gebracht und den Westen fest als die Linke Zivilisation etabliert hat.

Angelegenheiten werden nicht durch Konversation geklärt, sondern mit Panzern und Bombern. Amerika ging daraus als die dominierende Militärmacht hervor und entschied, wie es sein sollte. Sie haben immer noch 75.000 Soldaten in Deutschland. Dafür gibt es einen Grund.

Homophobic Horse:

In der selben Weise sind Kollektivismus und Individualismus rivalisierende Variantionen der Ideen der Französischen Revolution. Sie haben alles miteinander gemeinsam außer dem letzten Touch Symbolismus. Beide leben in der Geisteshaltung, derzufolge die Gesellschaft nur aus dem Staat und seinen Atomen (den Individuen) besteht. Jede einzelne Schicht dazwischen ist ausradiert worden: Kirchengemeinde, Dorfgemeinde, regionale Selbstregierung, sogar die Familie. Dies waren alles Teile der alten traditionellen Gesellschaft, gegen die all die Derivate der Französischen Revolution opponieren (Individualismus, Kollektivismus, Lenin und Wilson alle gleichermaßen).

Vergiß nicht die Homosexuellen”ehe”, die Mutterschaft und Vaterschaft, Ehemann und Ehefrau abschaffen wird, weil diese Begriffe eine Autorität mit sich bringen, die heterosexuelle Paare privilegiert.

 

(Quelle der Übersetzung: hier)

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